Michael Kobr

[Veranstaltung] Die Klufti-Weihnachtsshow in Mannheim

Manchmal muss man einfach auch mal Glück haben. Dieses Jahr fielen die Klufti-Weihnachtsshows in meinen Urlaub, und so waren wir in Mannheim im Capitol mit dabei.

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Ich habe euch ein paar Fotos von der Show mitgebracht.

Viel Spass dabei!

klufti01Diese Anzeige auf der Leinwand sorgte vor der Show für Neugier und ein gewisses Misstrauen. Tatsächlich lag auf jedem Platz ein quadratisches, blaues Blatt Papier. Sollten wir etwa basteln?!

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Das Publikum hat Platz genommen, einschließlich Zuschauer ohne Ticket…

In der ersten Hälfte der Show hat sich niemand im Publikum getraut, Fotos zu machen. Nachdem aber in der Pause munter geknipst wurde und Volker Klüpfel Michael Kobr angepfiffen hatte, dieser möge etwas bitte so und so machen, “damit die Leute Fotos für Facebook machen können”, war das Eis in dieser Hinsicht gebrochen. Aber niemand hat es übertrieben, nirgends hing ständig ein Handy oder eine Kamera im Blickfeld.

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Früher war mehr Lametta, oder so…

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Kuhl!

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Leider unscharf, weil verwackelt: Kontrolle der aus dem blauen Blatt Papier gebastelten Sterne.
Und was sonst noch daraus wurde.
Bei mir leider nur ein Fingerspiel, von dem ich aus der Grundschule noch wusste, wie man es bastelt.
*schäm*

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Im Laufe der Show machten sich Volker Klüpfel und Michael Kobr gegenseitig so einige Geschenke, die zwar nicht immer gut ankamen, aber immer an dem armen rosa Baum landeten.

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Natürlich wurde auch gelesen. Hauptsächlich aus den Kluftinger Krimis, die erstaunlich viele winterlich-weihnachtliche Szenen in petto haben.

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Was wäre Weihnachten ohne Musik und Lieder?
Na also!
Mit Geige und Kuhglocke.

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Und nun kommen zwei ganz außergewöhnliche Fotos!
Da haben die Autoren nach der Show doch tatsächlich ihre Bücher signiert!
Verrückt!

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Sogar Fotos konnte man machen.
Weil Rocke, die feige Ratte, nicht alleine wollte, musste ich mit 😉

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Es war ein sehr schöner , (vor)weihnachtlicher Abend mit Lesungen, Musik, Bastelstunde und ganz viel Spass!
Ich kann die Weihnachtsshow absolut empfehlen!

Grimmbart – Kluftingers neuer Fall (Volker Klüpfel & Michael Kobr)

Grimmbart (Volker Klüpfel, Michael Kobr)Kluftingers neuer Fall führt ihn ins Schloss in Bad Grönenbach, wo ihn allerlei Merkwürdiges erwartet: Die Frau des Barons wurde nicht nur ermordet, sondern auch noch wie auf einem uralten Familienporträt hergerichtet. Auf dem Gemälde ist ein Mann mit seltsam gelben Augen zu sehen. Und der Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald. Auch privat geht es bei Kluftinger märchenhaft zu: Sein Sohn heiratet, und zur Feier haben sich die Schwiegereltern aus Japan angesagt. Zum Glück lässt Kluftingers Intimfeind Langhammer nicht lange auf sich warten, um dem Kommissar bei dieser kulturellen Herausforderung zu helfen.

 Endlich ein neuer Fall für Kommissar Kluftinger! Das Buch war seit Ewigkeiten vorbestellt und wurde natürlich sofort gelesen als es eintraf. Kluftingers Krimis gehören zu den Büchern, die bei mir gar nicht erst auf dem SUB landen.
Ich hatte sicher keine allzu hohen Erwartungen an “Grimmbart”, nachdem mir der Kommissar im vorigen Band eine ganze Ecke zu dusselig dargestellt wurde. Ich erwartete einfach ein spannendes und unterhaltsames Krimivergnügen.
Daran kann es also nicht liegen, dass es stolze 16 Kapitel dauerte bis mich der Krimi endlich packte. Es war zwar nicht gerade langweilig bis dahin, aber nicht griffig. Natürlich, es gab einen Mord, dessen Umstände recht seltsam sind, es gab mehrere Verdächtige und einen Schauplatz mit Gruselpotenzial, aber so richtig ausgereizt wurde das für mich nicht. Stattdessen habe ich die ersten Ermittlungen als ziemlich blindes Herumstochern empfunden. Mir ist schon klar, dass wohl kaum ein Kommissar in der Realität sofort auf der richtigen Fährte ist. Deshalb darf Kluftinger das auch nicht sein, sonst wäre es kaum glaubhaft. Aber etwas zügiger hätte es schon gehen dürften. 16 von 36 Kapiteln Anlauf ist viel. Ich habe in der Zeit versucht, selber zu Kombinieren, aber das führte ebenso wenig zu einem Zipfel der Wahrheit, daher war das recht frustrierend. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mich über Kluftingers Privatleben nur amüsieren kann, wenn er auch bei der Arbeit etwas zustande bringt. Somit konnte mich sein Privatleben in diesen Kapiteln nicht über das Herumstochern hinwegtrösten. Und leider, leider habe ich weder das Schloss, noch den Märchenwald als schaurig empfunden. Daran hat sich bis zum Ende übrigens nichts geändert.
Doch dann war es endlich soweit. Nach sechzehn Kapiteln erwischte mich “Grimmbart” doch noch, und zwar so richtig. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Ermittlungen in die richtige Richtung gehen, endlich konnte ich richtig miträtseln. So mag ich das bei Krimis, dann finde ich sie auch spannend. Es gab eine Reihe interessanter Verdächtiger, es tauchten erste (mögliche) Zusammenhänge auf, immer wieder gab es Wendungen, die einen in eigenen Verdächtigungen wieder ins Wanken brachten, und Kluftinger hat mich dieses Mal wieder mit seiner Clverness beeindruckt. Man traut es ihm zwar in gewissen Situationen gar nicht zu, aber er ist eben doch ein wirklich guter Kommissar, der außerdem über ein verlässliches Bauchgefühl verfügt. Das kann auch nicht schaden. Und genauso möchte ich Kluftinger -zumindest in seinem Job- erleben.
Sein Privatleben dreht sich in diesem Band ganz klar um die Hochzeit seines Sohnes mit der Japanerin Yumiko, kurz “Miki” genannt. Das ist verständlich, denn eine Hochzeit ist eine große Sache, die viel Planung erfordert. Typisch Kluftinger will er das aber nicht so recht einsehen. Auch aus finanziellen Gründen nicht, denn die Kosten häufen sich zusehends. Und sei es nur durch spezielle Kloschuhe für Mikis Familie, weil man so etwas in Japan halt benutzt. Mit der japanischen Verwandtschaft und Kluftinger prallen zwei Welten aufeinander.  Ich fand das ziemlich witzig, auch wenn ich Kluftingers Englisch teilweise zum Fremdschämen empfunden habe. Aber wenn man diese Sprache halt kaum spricht, dann ist das wohl einfach so. Seine japanischen Gäste arrangieren sich ja auch damit und es entsteht sowas wie ein freundliches Einvernehmen.
Beim Finale finden Krimi und das Hochzeitsthema dann gelungen zusammen. Da geht es ebenso rasant und spannend wie auch rührend zu. Eine schräge Mischung, die aber dennoch stimmig ist. Das beweist einmal mehr, dass ein Krimi durchaus ein echter Krimi sein kann, auch wenn sich ein weiterer relaitv großer Teil um das Privatleben des Kommissars dreht.

Durch die besagten ersten 16 Kapiel habe ich mich ziemlich gequält, so ungerne ich es zugebe und so ungerne ich es über einen Kluftinger-Krimi sage. Das hatte aber inhaltliche Gründe. Geschrieben ist “Grimmbart” im bereits von der Reihe gewohnten lockeren und unterhaltsamen Stil, der sich eigentlich lesen lässt wie nix, dem es aber dennoch gelingt, im Nu Spannung aufkommen zu lassen. Das hat der Umschwung nach diesen Kapiteln wieder einmal sehr gut bewiesen. Von da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich möchte die Verkehrsschilder auf dem Cover der Kluftinger-Krimis zurück. Ich seufzze sehnsüchtig bei jedem neuen Buch. Mir fehlen sie einfach. Da nützt auch der Kasten im Verkehrschildstyle um die Namen der Autoren herum nicht viel. Trotzdem gefällt mir dieses Cover wirklich gut. Es wirkt mit dem Schloss hinter dem Gitter und den finsteren Himmel recht unheimlich. Und der Dachs schaut angemessen böse aus dem Pelz.

Fazit:  Der Anlauf bis mich der Krimi so richtig packte, dauerte mir ganz klar zu lang. Bis dahin wirkten alle Ermittlungen wie ein blindes, ziemlich orientierungsloses Herumstochern. Zum Glück bekam die Geschichte dann doch noch den richtigen Dreh. Plötzlich konnte ich mitknobeln, die Verdächtigen wurden zunehmend interessant und Kluftinger hat mich mit seiner Cleverness mehrmals beeindruckt. In Kluftis Privatleben dreht sich alles um die Hochzeit seines Sohnes und den japanischen Familienbesuch der Braut. Das sorgt für Spass und Turbulenzen, wächst sich dann aber doch zu einem schönen Einvernehmen aus. Diese Entwicklung hat mir gefallen.


Titel:  Grimmbart – Kluftingers neuer Fall
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten:  478
Verlag: Droemer Verlag
ISBN: 978-3426199381
Preis:  € 19,99 (HC)

Herzblut – Kluftingers neuer Fall (Klüpfel & Kobr)

herzblutKluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn ausgerechnet während einer der gefürchteten Pressekonferenzen seines Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. „Alpträume von zu viel Schweinsbraten“, tun seine Kollegen diesen Verdacht ab. Kluftinger ermittelt auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut, aber keine Leiche. Da überschlagen sich die Ereignisse: Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen verbindet, ist es fast schon zu spät. Dabei steht er auch privat unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und befürchtet sofort das Schlimmste.

Als großer Kluftinger-Fan stand ich natürlich gleich am VÖ-Tag im Buchladen, und ebenso selbstverständlich wurde es direkt gelesen.
Nun zeichnen sich die Kluftinger-Krimis immer durch zwei wesentliche Elemente aus. Erstens natürlich durch den jeweils neuen Fall für den Kommissar und seine Leute, zweitens aber auch durch seine kauzige Art und sein oft amüsantes Privatleben.
Der Fall in diesem neuen Buch hat mit ausnehmend gut gefallen. Ein Serienmörder in einem solch beschaulichen Landstrich kann man sich zwar vielleicht nur schwer vorstellen, aber die Welt wird nun mal immer schlechter. Wieso also eigentlich nicht? Immerhin entspinnt sich um diese Idee eine wirklich spannende Geschichte, die zwar durchaus komplex ist, bei der man aber dennoch nie den Überblick verliert. Ich habe es sicher schon öfters geschrieben, aber das ist für mich immer ein großer Pluspunkt an Krimis.
Auch, weil es einen quasi dazu einlädt, mitzuermitteln. Das hat hier viel Spass gemacht. Man bekommt nach und nach immer mehr Informationen, Details und Denkanstöße, so dass man gut eigene Vermutungen anstellen und sich ein eigene Bild vom Fall schaffen kann. So hatte ich zumindest hier und da im Laufe der Geschichte einige Ideen, die sich nachher auch als soweit richtig herausstellten, aber natürlich längst nicht in dem Maße, dass ich die genaue Auflösung parat hatte. So bleibt der Überraschungsmoment am Ende erhalten, und gerade hier hat das Ende es schwer in sich!
So ganz nebenbei dreht es sich in diesem Fall durchaus um ein ganz ernstes Thema, das hier natürlich bis zum Äußersten -den ganz schön brutalen Morden- ausgereizt wird, das aber auch zwischendurch Passagen mit sich bringt, bei denen man mal ins Nachdenken kommt.
Spannend ist es auch zu verfolgen, wie es dem Kommissar hier geht. Denn er plagt sich seit Längerem mit stechenden Schmerzen in der Brust herum, und vermutet selbstverständlich gleich das Schlimmste! Als Leser ist man da ziemlich hin- und hergerissen. Klar, ich habe die ganze Zeit gehofft, dass es nichts Ernstes ist, konnte es mir auch nicht vorstellen für den Weiterverlauf der Reihe, aber die Zweifel waren ebenso immer gegenwärtig.
Schon in den Buchpassagen, die bei Kluftinger und Co. im Büro spielen, gibt es immer mal wieder spaßige Szenen. Vor allem um seinen neu erwachten Fimmel mit der gesunden Ernährung. So richtig witzig wird es aber erst, wenn Kluftinger mit seiner Familie zusammen ist. Was habe ich über sein Skype-Telefonat mit dem Vater seiner angehenden Schwiegertochter gelacht! Oder über dieses Abendessen gemeinsam  mit Kluftingers Eltern! Wo doch seine Mutter Erikas Kochkünste als nicht gut genug für ihren Sohn empfindet.
Und selbstverständlich gibt es auch wieder einige erheiternde Zusammentreffen mit Doktor Langhammer. Da ist mir besonders der Yoga-Kurs im Kopf geblieben. Kluftinger und Langhammer, diese Kombination bringt mich jedes Mal auf’s Neue zum Schmunzeln.
Ich muss aber auch sagen, dass es hier und da Momente gab, wo es für mein Empfinden nah am Klamauk war. Wo des  Kommissar Intelligenz, die er im Job immer wieder beweist, infrage gestellt wird. Ich denke dabei an den Moment als er mit dem Begriff “Rifle” so gar nichts anfangen kann. Dabei hat er im Job doch durchaus auch mit Waffen zu tun. Und auch gewisse Dialoge wie zB das “Durchbumsen lassen” im Autoscooter senkten das Niveau für mich so beträchtlich, dass es unter der geschlossenen Tür durchgepasst hätte.
Bisher ging es in den Kluftinger-Krimis doch auch ohne diese platte Komik, also bitte!

Wie gewohnt ließ sich auch “Herzblut” wieder sehr gut und flüssig lesen. Da stellt auch der Dialekt, der immer mal mitmischt, kein Hindernis dar. Die Kapitel sind mal recht lang, mal kürzer, je nach dem was sich am jeweiligen Tag alles tut. Ein Tag, ein Kapitel. So lässt sich der Krimi gut tageweise lesen, wenn man nicht so kluftingerverrückt ist wie ich und ihn in einem Rutsch liest.

Ich weiß nicht, ob es mit dem Wechsel von Piper zu Droemer zusammenhängt. Mir ist an sich auch egal, wo die Kluftinger-Krimis erscheinen, Hauptsache sie erscheinen irgendwo. Aber ich finde es unheimlich schade, dass auf dem Cover kein Verkehrsschild mehr zu sehen ist. Das war für mich das Aushängeschild dieser Krimis, die sie von anderen auf Anhieb unterschieden, und entsprechend enttäuscht bin ich nun auch. Ansonsten ist man dem Look der Reihe zum Glück aber treu geblieben. Das reißt die Sache mit den Schildern aber auch nicht raus.

Fazit:   Mir hat “Herzblut” insgesamt sehr gut gefallen! Ein schöner und spannender Fall um ein durchaus ernstes Thema, bei dem man als Leser gut mitknobeln kann. In Sachen Humor und Komik sollte man allerdings demnächst aufpassen, dass man nicht in Slapstick und Albernheiten abrutscht oder das Licht des Kommissars unter den Schffel stellt.


Titel:  Herzblut – Kluftingers neuer Fall
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten:  394
Verlag: Droemer Verlag
ISBN: 978-3426199374
Preis:  € 17,99 (HC)

Zwei Einzelzimmer, bitte! – Mit Kluftinger durch Deutschland

Kommissar Kluftinger reist nicht gern – seine geistigen Väter sind wegen ihm jedoch in ganz Deutschland unterwegs. Dieses Nomadenleben zwingt den beiden Allgäuern bisher ungeahnte Herausforderungen auf, denen sie sich mutig stellen: Wie verhält man sich auf einem roten Teppich, wenn einen kein Fotograf knipsen will, welche Allüren sollte man sich zulegen, um in der literarischen Welt ernst genommen zu werden? Und, allen voran, wie macht man den Veranstaltern klar, dass auch für ein Autorenduo ein Doppelzimmer keinesfalls in Frage kommt?

Es fällt mir ehrlich schwer, etwas über dieses Buch zu schreiben. Einfach weil ich ungerne etwas Schlechtes über ein Buch schreibe. Und so richtig schlecht ist es ja auch wieder nicht. Mich hat es aber halt enttäuscht. Hinter dem vergnüglichen Coverbild und unter diesen Titel hatte ich mir etwas anderes vorgestellt.
Etwas mehr in die Richtung Erzählungen über Lesereisen oder andere Unternehmungen aufgrund des Erfolgs mit dem kauzigen Kommissar.  Vereinzelt trifft man solche Schilderungen auch an…nur einfach zu selten. Stattdessen erfährt man unter Anderem wie es zu den Titeln der Bücher komme, welche Differenzen die Autoren oft mit ihren PCs haben, oder auch  gerne wo und wann sie sich weshalb -mal wieder- nicht angemessen bzw ausreichend gewürdigt sahen.
Speziell diese bewusste Tiefstapelei, dieses “Wir sind überhaupt nicht berühmt!”, das den Leser geradezu anfleht, möglichst schnell das Gegenteil zu bestätigen, hat mich gestört. Ich denke, Kobr und Klüpfel wissen durchaus, dass sie bekannt sind. Und Vergleiche mit Größen wie Frank Schätzing oder Roger Willemsen hinken nun mal auf ganzer Linie. Das dürfte jedem wohl klar sein. Da kann dieses Fishing for compliments auch noch so humorvoll ausfallen, darüber lache ich ein-, eventuell auch noch zweimal, aber sobald es sich häuft, wird es eben genau deshalb unglaubwürdig. Und leider hat es mir die beiden Herren Autoren auch ein wenig unsympathisch gemacht. Das bedauere ich sehr und wäre schon alleine deshalb froh gewesen, ich hätte dieses Buch nicht gelesen. Aber nun ist es nicht mehr zu ändern.
Zugute halte ich dem Buch, dass es -sofern es nicht um diese Lobhudelei geht- wirklich ganz amüsant geschrieben ist. Nicht gerade der liebenswerte, feinsinnige, sprachliche Humor, der einem in den Kluftinger-Krimis begegnet, aber ab und zu habe ich doch mal lachen müssen.
Gefallen haben mir auch die drei Kluftinger-Kurzgeschichten und die Geschichte, die unmissverständlich klar macht, wie ein echter Regionalkrimi klingen müsste. Man findet sie am Ende des Buches, und sie haben bei mir etwas Boden gutmachen können.

So ganz leicht lässt sich das Buch nicht lesen. Manche Frage beantworten Kobr und Klüpfel schon sehr umständlich, in ewig langen Sätzen und fast schon philosophisch, dass ich manchen Abschnitt ein zweites Mal lesen musste. Es gibt Sätze, da hat man -am Ende angekommen- nicht mehr, wie er begann. Wie erwähnt ist das Buch aber ganz amüsant und ein Gag lockert dann doch wieder etwas auf. Genau wie es auch mal schön ist, beim Lesen eine Pause machen und Bilder ansehen zu können, von denen man hier so einige findet.

Das Covermotiv passt gut zum Titel und versprach mir -wie gesagt- einen spaßigen Inhalt. Ein “Schild”, wie man es so ähnlich auch auf den Kluftinger-Krimis findet- darf da natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Fazit:   Das Buch gewährt einen Blick auf das Leben der Autoren nach ihrem Erfolg mit den Büchern um den kauzigen Kommissar aus dem Allgäu. Leider war das nicht das, was ich erwartet hatte. Zudem wirken die beiden durch manche Aussage recht unsympathisch auf mich. Dieses Buch ist keine Empfehlung für jemanden, der die Kluftinger-Krimis mag. Man kann es lesen, man muss es aber nicht haben. Ich zumindest bleibe da lieber bei den Krimis.


Titel: Zwei Einzelzimmer, bitte! – Mit Kluftinger durch Deutschland
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten: 224
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 978-3492272209

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