Michael Schwarzmaier

Teufelshorn (Fredrika Gers / Michael Schwarzmaier)

Titel: Teufelshorn / Verlag: Audio Media / Spielzeit: ca. 428 min / Buch: Fredrika Gers / gelesen von: Michael Schwarzmaier

teufelshornInhalt: Bei einer Bergtour am Teufelshorn verunglückt ein Funktionär des örtlichen Ski-Verbands tödlich. Abgründe tun sich auf, denn die Teilnehmer, allesamt Lokalgrößen, wollten auf der Wanderung einen Streit beilegen: Der Verband plant, von seinem Trainingsgebiet am Götschen zum Jenner zu wechseln – eine Entscheidung von kommunalpolitischer Sprengkraft, die manch einen die Karriere kosten dürfte. Und so kommt schnell der Verdacht auf, dass es sich um Mord handeln könnte. Zeit für Hauptwachtmeister Franz Holzhammer, die Ermittlungen aufzunehmen!


Bei “Teufelshorn” handelt es sich um den zweiten Teil der Reihe um Hauptwachtmeister Holzhammer. Deshalb habe ich schon etwas gestaunt als ich das Hörbuch entdeckte. Hatte ich etwa das Hörbuch zu Band 1 versäumt? Eine kurze Suche brachte Sicherheit: nein, Band 1 wurde noch nicht vertont.
Glücklicherweise braucht es kein Vorwissen aus dem ersten Band um sich in “Teufelshorn” zurechtzufinden. Anfangs bekommt man direkt einen Blick auf die Situation gewährt, die später zu Holzhammers Fall werden wird. Anschließend besucht man Holzhammer zuhause und hat dabei Gelegenheit, sich schon mal ein erstes Bild von ihm zu machen. So hat man alles Rüstzeug für den Krimi an der Hand.
Mir hat bei diesem Krimi besonders gefallen, dass sich der Aufhänger dafür in den Bergen abspielt. Das passt prima zu einem Krimi, der in dieser Gegend spielt. Auch sonst hat mir Holzhammers Fall viel Vergnügen bereitet. Schnell kommen nämlich Zweifel auf, ob die Ereignisse dort in den Bergen tatsächlich nur ein Unglück waren. Es dauert gar nicht lange, dann kann man als Krimifan, der gerne mitknobelt, seine eigenen Vermutungen anstellen. Auswahl an Verdächtigen hat man genug und nach und nach tun sich auch Verbindungen unter den Figuren und Zusammenhänge auf, aus denen sich eigene Rückschlüsse ziehen lassen. Ich mag es immer gerne, wenn ein Krimi so funktioniert.
Als ebenso spannend habe ich die Szenen mit Christine auf ihren Bergtouren empfunden. Obwohl einem bald klar ist, dass Christine sich auskennt und vielen Gefahren durchaus Rentier150-1gewachsen ist, gibt es immer auch wieder Momente, in denen selbst sie dem Wetter in den Bergen ausgeliefert ist. Ich habe /alles/ häufig geschaudert und um sie gebangt. So begeistert ich von ihrem Hobby auch bin, die Geschichte zeigt klar auf, wie gefährlich es sein kann und dass man es nicht unterschätzen darf.
Und wie es sich für einen ordentlichen Krimi mit kräftig Lokalkolorit gehört, kommt auch der Humor hier nicht zu kurz. Über den kauzigen Hauptwachtmeister habe ich oft geschmunzelt und eine ganze Reiher amüsanter Dialoge gibt es ebenfalls. Zudem hat Fredrika Gers einen feinen und genauen Blick auf die Eigenarten der Menschen aus Holzhammers Region. Auch darüber darf hier gerne mal gelacht werden.

Gelesen wird “Teufelshorn” von Michael Schwarzmaier, den ich bereits von den Hörbüchern zu den Krimis von Andreas Föhr kenne. Ich finde seine Stimme sehr angenehm anzuhören, auch über längere Zeit hinweg. Außerdem hat er mich damit beeindruckt, wie leicht er vom Hochdeutschen in den Erzählparts zum Dialekt in den Dialogen wechselt.

Wenn man von dem gewitzten Blick des Steinbocks absieht, lässt das Cover nicht gerade einen Krimi auf den CDs vermuten. Dafür trägt der Look dem Schauplatz der Holzhammer-Krimis Rechnung. Und mal ganz ehrlich: schön ist das Cover auf jeden Fall mit den kräftigen Farben und dem Blick in die Berge.

Fazit: Ein spannender Regionalkrimi bei dem man prima mitknobeln kann und bei dem auch der Spass nicht zu kurz kommt. Ich hoffe, Audio Media bringt auch Band 1 noch ins Hörbuchformat. Es lohnt sich!

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Schafkopf (Andreas Föhr / Michael Schwarzmaier)

Titel: Schafkopf / Verlag: Target / Audio Media / Laufzeit:  448 min / Buch: Andreas Föhr / gelesen von: Michael Schwarzmaier

Inhalt: Das bayerische Ermittlerduo Wallner und Kreuthner steht vor einem Rätsel: Wer schoss an einem schönen Oktobersonntag dem Kleinkriminellen Kummeder auf dem Gipfel des Riederstein mit einem Präzisionsgewehr den Kopf weg? Die Suche nach dem Täter sorgt für einigen Wirbel in der oberbayerischen Idylle. Schnell wird klar, dass das tragische Geschehen in einer Neumondnacht vor zwei Jahren während einer legendären Schafkopfrunde seinen Anfang nahm …


“Schafkopf” ist nun schon der zweite Fall für das ungleiche Ermittler-Duo Wallner und Kreuthner. Wie schon der Vorgänger “Prinzessinnenmörder” beginnt auch diese Geschichte mit einem skurril anmutenden Mord, den es aufzuklären gilt. Seine Spannung zieht dieser Fall einerseits aus der Tatsache, dass das Drumherum um den Mord eine ganze Reihe erschreckender Schicksale offenlegt. Man mag sich dabei gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die tatsächlich so etwas durchleiden müssen. Andererseits rührt die Spannung aber auch daher, dass die Story abwechselnd in Kreuthners und Wallners Gegenwart und im Jahre 2007 spielt, als sich die Vorgeschichte des Mordes ereignete. Es bleibt bis zum Ende hin spannend, wo und in welcher Weise die Ereignisse beider Zeitebenen zusammenlaufen. Zudem hat man so natürlich auch die ideale Gelegenheit, selbst zu knobeln, wo Zusammenhänge bestehen und wer eventuell hinter der Tat stecken könnte. Die Auflösung dann hält eine echte Überraschung bereit. Mit diesem Gedanken habe ich allenfalls mal am Rande und nicht wirklich ernsthaft gespielt. Klasse! Ein großes Lob gibt es auch dieses Mal wieder für den pfiffigen Witz und die Komik mancher Szenen, bei denen man trotz aller Dramatik mindestens noch schmunzeln, wenn nicht gar lachen kann. Der Humor macht die Charaktere greifbar und sympathisch. Se alle wirken durchweg wunderbar menschlich.  Eine kleine Prise Romantik rundet den guten Gesamteindruck schließlich ab.

Erneut ist Michael Schwarzmaier als Sprecher zu hören. Auch “Schafkopf” liest er sehr angenehm und locker, so dass es trotz der stattlichen 6 CDs nicht anstrengend oder gar ermüdend wird, ihm zuzuhören. Ein Pluspunkt ist selbstverständlich auch dieses Mal sein Talent für den bayerischen Dialekt, der der Geschichte zusätzlichen Charme verleiht.

Das Cover präsentiert sich weniger realistisch als bei Wallners erstem Fall. Es wirkt gezeichnet und auch das Motiv ist nicht sofort auf den Rückentext umzulegen. Die Bedeutung erschließt sich erst nachdem man das Hörbuch gehört hat. Mir gefällt dieses Cover besser als das vom “Prinzessinnenmörder”.

Fazit:  Auch Wallners und Kreuthners Fall weiß sehr spannend, aber auch amüsant zu unterhalten. Andreas Föhrs Alpen-Krimis gehören zu den Regional-Krimis, bei denen diese Mischung am besten gelingt.

Der Prinzessinnenmörder (Andreas Föhr / Michael Schwarzmaier)

Titel: Der Prinzessinnenmörder / Verlag: Target / Audio Media / Laufzeit:  442 min / Buch: Andreas Föhr / gelesen von: Michael Schwarzmaier

InhaltIn der oberbayerischen Januarkälte glitzert der zugefrorene Spitzingsee. Niemand vermutet in dieser Idylle etwas Grauenvolles, bis unter dem Eis die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden wird. Es wurde durch einen Stich ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als in ihrem Mund eine Plakette mit einer eingravierten Eins entdeckt wird, wissen Kommissar Wallner und sein urbayerischer Kollege Kreuthner: Das ist erst der Anfang einer grauenhaften Mordserie …


Andreas Föhrs Alpen-Krimis sind die zweite “Reihe” von Regionalkrimis, die ich kennengelernt habe. Wie schon bei den “Kluftingers” war ich von Anfang an begeistert. Denn die Geschichte hält sich mit langen Vorreden nicht auf. Schon nach wenigen Minuten nimmt die Handlung um die sonderbaren Morde ihren Lauf und in diesem Tempo geht es auch weiter. Das heißt nun nicht, dass es alle paar Minuten Tote gibt, aber die Spannung bleibt durchgehend erhalten. Hauptsächlich rührt sie von den Ermittlungen von Wallner und seinen Kollegen her, deren Arbeit authentisch geschildert wird. Aber auch die Zeit- und Schauplatzwechsel, die sich durch die Geschichte ziehen, machen sie interessant. Denn daran kann man als Hörer prima mitermitteln. Es hat mich etwas erstaunt, dass der Mörder zu einem bestimmten Zeitpunkt bekannt wird, da aber sein Motiv im Dunklen bleibt und man ja auch seine weiteren Pläne und ihren Ausgang nicht kennt, nimmt es der Spannung glücklicherweise nicht viel.
Gewürzt ist “Der Prinzessinnenmörder” mit dem typischen Schuss Humor, den ich an dieser Art Krimi so gerne mag.
Sowohl die Sprache bzw Wortwahl von Andreas Föhr, als auch diverse Passagen voller Situationskomik haben mich immer wieder mindestens schmunzeln, manchmal sogar richtig lachen lassen. Wobei die Geschichte aber niemals zum Klamauk verkommt. Sie ist und bleibt ein echter Krimi!

Michael Schwarzmaier habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört und war vom ersten Satz von ihm eingenommen. Er hat eine angenehme und klare Stimme, der man leicht lauschen kann. Er liest ruhig, aber trotzdem locker weg, so dass man kaum glaubt, dass er wirklich einen Text abliest. Besonders beeindruckt hat mich, wie leicht er den bayerischen Dialekt kopiert. Mal ausgeprägter, mal nur sachte durchklingend, und dabei immer so, dass man genau weiß, wen er gerade spricht.  In den Dialogen ist das bei einem Krimi, der in Bayern spielt, natürlich ideal. Es verleiht ihm zusätzlichen Charme.

Das Covermotiv wirkt für einen Krimi angemessen düster und geheimnisvoll mit dem dunklen Hintergrund umd der engelsbestückten Gedenktafel (?) im Vordergrund.

Fazit:  Ein gelungener Krimi aus den Alpen, der mit einem interessanten und spannenden Fall, sowie mit einem Schuss Humor auf ganzer Linie punkten kann.

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