Mittelalter

Bibi Blocksberg (119) – …und der Feuerdrache

Titel: Bibi Blocksberg (119) – …und der Feuerdrache / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 43 min / Sprecher: Wilfried Herbst, Susanna Bonasewicz, Roland Hemmo ua

bibi119Inhalt: Bibi hext sich und den Bürgermeister aus Versehen auf die Burg Eintracht im Mittelalter. Von dort aus tyrannisiert Raubritter Eberhard mit einem Feuerdrachen die Bürger von Neudorf, dem späteren Neustadt. Da Bibis Hexkraft zunächst aufgebraucht ist, geraten sie in Gefangenschaft. Dennoch beschließen die beiden, dem Bösewicht das Handwerk zu legen!


Es ist nun mal so, dass ich Mittelaltermärkte zwar liebe, mich aber sonst eher wenig für diese Zeit interessiere. Drachen sind mir auch ziemlich egal. Daher hatte ich gewisse Bedenken bei dieser neuen Folge. Außerdem gibt es ja bereits “Bibi in der Ritterzeit” und damit würde sich diese Folge zwangsweise vergleichen lassen.
Grundsätzlich ist die Idee aber gar nicht übel. Der Bürgermeister hat sich mal wieder eine Gemeinheit überlegt um Neustadts Kasse zu füllen. Vor lauter Wut hext sich Bibi zusammen mit ihm ins Mittealter. Dort treibt ein Ritter mit einem gefährlichen Drachen seinerseits Geld bei der armen Bevölkerung ein. So erfährt der Bürgermeister mal aus erster Hand, wie sich so ein Vorgehen anfühlt. Das kann ihm definitiv nicht schaden. So weit, so gut.
Leider kann von Spannung keinerlei Rede sein. Schon das Cover verrät recht deutlich, was es mit dem Drachen auf sich hat. Der Charme und das Flair besagter “Ritterzeit”-Folge kommt auch zu keiner einzigen Sekunde auf. Und außerdem ist der Aufhänger zum x-ten Male, dass Bibis Hexkraft erschöpft ist. Und einmal mehr braucht es irgendeine Zutat für den Rückhexspruch, mal wieder mit einem total albernen Namen.

Der Bürgermeister spielt hier eine vergleichsweise große Rolle, daher ist Roland Hemmo sehr oft zu hören. Er nimmt den Bürgermeister nicht nur mit ins Mittelalter, sondern auch seine energische Stimme und den leicht arroganten Ton. Dirk Petrick gibt einen sympathischen Siegfried. Und Peter Flechtner nimmt man den bösen Ritter auch recht schnell ab.

Musik gibt es neben dem Titellied wie gewohnt nicht weiter. Dafür fällt die Geräuschkulisse wirklich auffallend gut aus. Vor allem scheint man endlich mal keinen Menschen ans Mikro gesetzt zu haben, nur damit ein Hund ein paarmal bellt.

Um in der Gestalt auf dem Cover einen Drachen zu erkennen, muss man womöglich wirklich vier oder fünf Jahre alt sein. Jedes ältere Kind wird ihm das nie und nimmer abnehmen. Ich persönlich finde es albern. Und wenn man schon einen Titel mit dem bedrohlichen Wort “Feuerdrache” wählt, dann darf man gerne auch die entsprechende Figur so ausfallen lassen.

Fazit: Eine gute Idee um dem Bürgermeister mal einen Spiegel vorzuhalten. Davon abgesehen ist aber alles beim Alten. Mal wieder Bibis Hexkraft erschöpft, mal wieder muss eine Zutat zum Zaubern gefunden werden und den Charme der “Ritterzeit”-Folge sucht man auch vergebens.

Gänsehaut – Die Nacht im Turm der Schrecken (R.L. Stine)

turmschreckenEinmal Prinz und Prinzessin sein – für Sue und Eddie geht dieser Wunsch in Erfüllung. Als sie bei einer Führung durch den “Turm der Schrecken” hinter ihrer Gruppe zurückbleiben, taucht plötzlich eine geheimnisvolle Gestalt auf und versetzt sie durch Zauberei ins Mittelalter. Was wird nun mit ihnen geschehen?

Dieser Rezension muss ich etwas vorausschicken, das ich mir quasi als Schild auf die Seite hängen könnte. Nämlich, dass ich hier nur meine ganz eigene, persönliche Meinung zu Büchern niederschreibe. Niemals eine allgemeingültige Meinung. Wie auch als einzelner Mensch

Okay, dann kann es ja nun endlich losgehen mit der Besprechung. Wie schon so oft geschrieben, mag ich diese “Gänsehaut”-Bücher sehr gerne für zwischendurch. Bei diesem hier hatte ich bereits beim Klappentext meine Bedenken, aber das Buch war auf dem Trödel so günstig…
Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen. Wer Geschichten mag, die im Mittelalter spielen, auf holprigen Straßen, in finsteren Türmen, wo die Menschen noch mit Sovereign bezahlen, mit einfach Karren fahren und wo es Prinzen, Pinzessinnen und Magier gibt, der kann hier bedenkenlos zugreifen.
Denn unversehend finden sich die Geschwister Sue und Eddie sich während einer Führung im sogenannten “Turm der Schrecken” im finsteren Mittelalter wieder. Ihnen auf den Fersen der Scharfrichter der damaligen Zeit. Ich muss gestehen, dass ich diese Verfolgungsjagd durchaus ganz spannend fand. Es hat auch einige Zeit wirklich Laune gemacht zu grübeln, was da überhaupt mit Sue und Eddie passiert ist, und wieso eigentlich.
Leider konnte aber auch das nicht rausreißen, dass ich für solche Mittelaltergeschichten rein gar nichts übrig habe. Ich gehe sehr gerne auf Mittelaltermärkte. Es gibt auch einige Filme, die im Mittelalter spielen und die mir gefallen. Aber ich langweile mich regelmäßig zu Tode, wenn ich ein mittelalterliches Szenario beschrieben bekomme. Genau deshalb hat mir “Die Nacht im Turm der Schrecken” keinen rechten Spass gemacht.
Zugute halte ich der Geschichte, dass sie immerhin -jedenfalls für mich- etwas Neues zu bieten hat. Ich habe nun schon einige “Gänsehaut”-Bücher gelesen, aber Geschichten mit solchen Zeitreisen und einer Handlung, die weitgehend vor mehreren hundert Jahren spielt, sind mir dabei noch nicht untergekommen.
Das Ende dagegen geht mir sogar für diese Reihe zu weit. Da sind Sue und Eddie jahrelang bei ihren Eltern aufgewachsen, müssen nun aber erkennen, dass das völlig falsch war und wechseln mir nichts, dir nichts zu einem bis vor ein paar Tagen Unbekannten, den sie als Elternteil annehmen? Ich weiß ja, dass diese Reihe sich an sehr junge Leser richtet. Da muss man oft mal Fünfe gerade sein lassen, was für mich auch kein Problem ist. Aber dieses leichtferige Auswechseln der Eltern, das dürfte wohl auch den jungen Lesern ein wenig seltsam vorkommen.

Mit 125 Seiten, relativ großer Schrift und breiten Leerräumen zwischen den Kapiteln ist das Büchlein im Nu gelesen. Auch wenn sich Sue und Eddie mitunter in etwas seltsamen Sätzen unterhalten (ich schiebe das auf die Übersetzung), so ist der Stil doch schön locker und jugendlich gehalten. Das muss bei einem Buch für Kinder von etwa 8 bis 10 Jahren auch so sein.

Es war auch das Cover, was mich beim Kauf verleitet hat, denn das gefällt mir ganz gut. Der Henker sieht schön schaurig und gefährlich aus. Ich denke, schon deshalb hatte ich auf einen Schuss Grusel gehofft, der meine Mittelalter-in-Bücher-Phobie besänftigten würde. Leider hat das nicht geklappt.

Fazit:  Wer sich nicht zu Tode langweilt, wenn eine Geschichte im Mittelalter spielt, der wird an “Die Nacht im Turm der Schrecken” sicher seine Freude haben. Ich habe es allerdings gar nicht mit Leiterkarren, Türmen, holprigen Straßen, Prinzen und Prinzessinnen und all dem mittelalterliche Krams. Deshalb hat mir die Geschichte nicht gefallen. Da hat es nichts gerettet, dass sie durchaus spannend ist. Hinzu kommt noch ein völlig absurdes Ende, das selbst für “Gänsehaut” zu weit geht.


Titel: Gänsehaut (12) – Die Nacht im Turm der Schrecken
Autor: R.L. Stine
Seiten: 125
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570200230
Preis: gebraucht ab € 0,01

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Dorian Hunter (22-1) – Esmeralda – Verrat

Titel: Dorian Hunter (22-1) – Esmeralda – Verrat / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Kaya Marie Möller, Volker Brandt, Constantin von Jascheroff, Hasso Zorn, Regina Lemnitz ua

hunter22-1Inhalt: Auf der Suche nach Informationen über seine vergangenen Leben stößt Dorian Hunter auf Aufzeichnungen aus der Zeit der spanischen Inquisition. Im Jahre 1506 wird das Mädchen Esmeralda der Hellseherei angeklagt und gezwungen, fortan mit der Inquisition zusammenzuarbeiten. Ihre erste Aufgabe ist es, etwas über einen jungenden Mann herauszufinden: Juan Garcia de Tabera.


Eines muss man dieser Serie lassen: sie versteht es, abwechslungsreich zu sein ohne sich dabei in der Handlung zu verfransen. Nach den recht eigenständigen letzten Folgen, bekommt der Fan nun eine Doppelfolge geboten, die zu einem Thema zurückfindet, das schon in vorigen Folgen angegangen wurde. Man erhält weitere Einblicke in Dorian Hunters Vergangenheit. Dieses Mal in einen Abschnitt, bei dem Inquisitor Lucero im Mittelpunkt steht, der die junge Esmeralda in seine Dienste stellt. Aus ihren hellseherischen Fähigkeiten verspricht sich der Inquisitor Vorteile bei seinen Plänen. Ich bin nun bekanntlich kein Fan von Geschichten aus so frühen Zeiten, aber ich muss zugeben, dass ich diesem Teil der Folge trotzdem gespannt gefolgt bin. Einfach weil er eine tolle Atmosphäre mitbringt. Es liegt eine spürbare Bedrohung darüber und auch Esmeraldas Angst kommt gut rüber. So kann man nicht anders als mit und um sie zu bangen und mit unheilvollen Ahnungen abzuwarten, wie es mit ihr weitergeht. Als dann noch ein gewisser Juan Garcia de Tabera auftaucht und Kontakt zu Esmeralda aufnimmt, kommt noch eine zusätzliche Würze in die Geschichte. Denn auch er hat ganz eigene Pläne.
Bei all diesem Gewese um Hunters früheres Leben kommt der Teil der Geschichte um die entführte Coco Zamis ziemlich kurz. Er hat bei mir den Eindruck hinterlassen, an den Rand gedrängt worden zu sein. Dabei finde ich ihn ebenso interessant, denn auch bei Coco tut sich einiges und nur wenig Gutes. Das ist genauso spannend, hatte hier aber in meinen Ohren kaum Gelegenheit, den Hörer so zu fesseln wie es Hunters Historie gelingt. Schade eigentlich.

Die beiden Hauptfiguren aus Hunters früherem Leben werden von Kaya Marie Möller und Volker Brandt gesprochen. Kaya Marie Möllers helle und junge Stimme hat mir für Esemralda gut gefallen. Es gelingt ihr zudem wunderbar, die verschiedenen Gefühle rüberzubringen, die sie unter Lucaros unbarmherziger Herrschaft durchlebt. Volker Brandt lässt in dieser Rolle in jedem Satz unverkennbar mitschwingen, dass Lucaro keine Gnade kennt, wenn etwas nicht nach seinen Plänen verläuft. Der mittelalterliche Hunter namens Tabero wird von Constatin von Jascheroff gesprochen. Er schafft es schon nach wenigen Minuten, einem ein Bild von dieser Figur vor Augen zu zaubern.

Einmal mehr begleitet eine passige Musik- und Geräuschkulisse diese Folge. Beides trägt maßgeblich zur Atmosphäre der Geschichte bei und sorgt für einen unheilvollen und finsteren Anstrich.

Selbstverständlich hat es Esmeralda auf das Cover dieser Folge geschafft. Dahinter die Burg, das passt erstens gut zur Geschichte und zweitens reiht es sich nahtlos in den Look der bisherigen Cover ein. Ich muss aber auch zugeben, dass ich es im ersten Moment etwas befremdlich fand, eine Person auf einem Hunter-Cover anzutreffen, obendrein noch so deutlich zu erkennen.

Fazit:  Ein weiterer spannender Einblick in Hunters früheres Leben, dem es weder an Dramatik, noch an Bedrohlichkeit mangelt. Ich hätte es nur gut gefunden, wenn man dem Part um Coco und Helwein etwas mehr Raum gegeben hätte. Dieser Teil kam mir zu kurz.

Saeculum (Ursula Poznanski / Aleksandar Radenkovic)

Titel: Saeculum / Verlag: Jumbo Verlag, Gya Libre / Spielzeit: ca. 360 min / Buch: Ursula Poznanski / gelesen von: Aleksandar Radenkovic

Inhalt: Der 20-jährige Medizinstudent Bastian ist fasziniert von Sandra aus der Mittelalterszene und begleitet sie zu einem Live-Rollenspiel. Doch schon bald fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst keiner der Jugendlichen ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus der harmlosen Reise in die Vergangenheit wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.


Nachdem mir “Erebos” von Ursula Poznanski nicht so gut gefallen hatte, war ich zwar skeptisch “Saeculum” gegenüber, aber die Neugier überwog doch. Anfangs sah es dann aber doch so aus als würde ich mich auch mit “Saeculum” schwer tun. Nichts gegen Rollenspiele und das Mittelalter, aber der Gedanke, 5 CDs lang zB diese altertümliche Redeweise ertragen zu müssen, behagte mir nicht. Umso glücklich verblüffter bin ich nun nach dem Hören, denn nach diesen “Startschwierigkeiten” hatte mich die Story schnell am Haken. Die seltsamen Ereignisse im Wald, ein Fluch, der plötzlich erschreckend real scheint, allmählich aufkeimendes Misstrauen in der Gruppe und eine ganze Reihe unerwarteter Wendungen halten einen beständig bei Laune. Speziell reizvoll ist das alles vor dem Hintergrund, dass die Gruppe in diesem Wald nicht nur allein und abgeschieden ist, sondern dass ihnen -trotzdem die Geschichte im Heute spielt- morderne Hilfsmittel wie Handys etc fehlen. Das erweckt beim Hören schon ein merkwürdiges und beängstigendes Gefühl, da es kaum vorstellbar ist. So gesehen ist die Rollenspiel-Truppe auf gewisse Weise durchaus in einer Art Mittelalter gefangen.

Ich muss leider sagen, dass ich mir hinsichtlich der Sprechers wünsche, ich hätte “Saeculum” gelesen statt es zu hören.  Ich habe Aleksandar Radenkovic schon in anderen Hörbücher gehört, wo er mir auch gefallen hat. Bei “Saeculum” hat er mich nur in Maßen überzeugen können. Es gelingt ihm gut, den Charakteren eigene, markante Stimmen zu verleihen. Ich hatte anfangs Probleme, mich mit den Namen der jungen Leute zurechtzufinden, da war das eine Erleichterung. Dagegen schafft er es für mein Empfinden nicht, Atmosphäre aufkommen zu lassen oder Spannung in die erzählenden Passagen zu bringen. Ja, in meinen Ohren klang er da sogar oft richtig monoton. Und das strengt beim Zuhören an.

Ein Musikstück vor Beginn des Hörbuchs und zum Ausklang. Mittelalterlich klingt es nicht, das hätte ich mir gewünscht. Aber es klingt auch nicht zu modern. Schon eher schlicht wie es der Geschichte auch gut steht.

 Das Cover ist so in schwarz-weiß mit dem Geflecht von Ästen ein interessanter Hingucker. Schlicht, aber doch auffällig. Mit dem schwarzen Hüllen-“Rahmen” -oder wie man das nennt- erinnert es sogar ein wenig an das Buch, denn das hat einen schwarzen Schnitt. Im Booklet findet sich die Kapiteleinteilung, sowie ein paar Informationen über Ursula Poznanski und Sprecher Aleksandar Radenkvic.

Fazit: Nachdem ich anfangs leicht besorgt war, hat mir “Saeculum” dann doch sehr gut gefallen. Ein spannender Thriller mit unheimlichem Einschlag, der in vielerlei Hinsicht zu überraschen weiß.

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