Mobbing

Ich blogg dich weg! (Agnes Hammer)

7706-01_ 210.psd.inddJulie ist schön, beliebt und kann wundervoll singen. Zusammen mit ihrer Band will sie am Schulfest auftreten. Doch wie aus dem Nichts erhält Julie gemeine E-Mails, Beschimpfungen, Drohungen. Dann taucht im Internet ein gefaktes Facebook-Profil auf, das Julie als arrogante Zicke darstellt. Im Nu lästern Klassenkameraden und wildfremde User online über sie. Julie verzweifelt. Wer tut ihr das an? Als sie auch noch die Band verlassen soll und die Drohungen in Gewalt umschlagen, eskaliert die Situation.

Dieses Buch hatte mich vor allem mit seinem Titel angesprochen. Immerhin habe ich selber zwei Blogs. Außerdem habe ich wohl gerade eine Phase mit Büchern rund um das Thema Mobbing. Somit habe ich es mir eines Abends vom SUB gegriffen.
Bereits nach ein paar Seiten war ich nahe dran, es gleich wieder dorthin zurück zu legen.
Warum? Weil sehr schnell hintereinander so viele Personen eingeführt werden, dass ich mir sicher war, dabei unmöglich den Überblick behalten zu können. Ich habe generell Probleme mit Geschichten mit so vielen Figuren, weil es immer eine Weile dauert, bis ich mir alleine eine Figur zu eigen gemacht habe. Bei 159 Seiten konnte es unmöglich klappen, mich in einer solch großen Clique zurechtzufinden.
Es hat dann immerhin  halbwegs geklappt. Das heißt, ich wusste zumindest, wer mir da gerade seinen Teil der Geschichte erzählt. Einige waren mir dabei aber präsenter als andere. Grob hatte ich auch im Blick, wie der- oder diejenige zu den übrigen Charakteren stand. Aber einige Details habe ich sicher unter den Tisch fallen lassen. Es hat aber insgesamt gereicht um mich zurechtzufinden, der Handlung zu folgen und sie verstehen zu können.
Dass die Geschichte aus so vielen Perspektiven erzählt wird, hat den Vorteil, dass man schnell darüber im Bilde ist, was die Clique um Julie herum von ihr hält. Die meisten mögen und bewundern sie, einige wenige mögen sie nicht so sehr und neiden ihr ihren Erfolg und ihr Talent. Letztere hat man natürlich sofort im Verdacht, etwas mit den Mobbing-Attacken zu tun zu haben. Ich hatte gleich mehrere Ideen, wer es sein könnte. Sicher war ich mir dabei aber nie. Es gibt Charaktere, da denkt man sofort, dass sie es sein könnten. Aber das wäre zu auffällig, oder? Oder ist das eine Finte? Soll man etwa denken, dass es zu auffällig wäre, es gleich wieder verwerfen und nachher staunend dastehen, wenn derjenige es doch ist?
Dieses Rätselraten macht den Großteil der Spannung des Buchs aus. Als der Täter am Ende entlarvt wird, war ich verblüfft. In diese Richtung hatte ich kaum mal gedacht. Es ist immer schön, wenn mich eine Auflösung überrascht.
Was das Thema “Mobbing” angeht, so finde ich, dass die Geschichte gut zeigt, wie schnell sich so etwas entwickelt. Wie schnell es weitere Bahnen zieht und schließlich sogar in Handgreiflichkeiten enden kann. Anfangs sind es “nur” Mails, die Julie Angst einjagen (sollen), dann taucht ein falsches Profil in einem sozialen Netzwerk auf, das sie in den Schmutz zieht, als nächstes startet eine Internetseite und, und, und. Ich fand das wirklich erschreckend. Außerdem tat mir Julie leid. Diese Hetze nimmt sie sehr mit und sie beginnt schnell an sich und ihrem Können zu zweifeln. Und wie soll man sich noch zur Wehr setzen, wenn man nicht mal an sich selbst glaubt? Ein gefährlicher Teufelskreis. Da habe ich mich häufig gefragt, wie manche Menschen dazu kommen, anderen Menschen so etwas anzutun?
Der Titel des Buchs ist etwas irreführend, denn um einen Blog geht es hier nirgends. Mails, ein Forum, ein soziales Netzwerk, ja, aber kein Blog. Ich könnte mir vorstellen, dass der Titel ein kleiner Köder sein soll. Denn im Netz findet man immer mehr Blogs, da wäre es kein Wunder, wenn potenzielle Leser darauf anspringen würden. Mir ist es ja auch so ergangen.

Durch die vielen Perspektivwechsel liest sich das Buch sehr abwechslungsreich. Das treibt mein Lesetempo stets ordentlich voran. Der Ton ist dabei recht jugendlich, aber -wenn das Geschehen es erfordert- werden auch ruhige und nachdenkliche Töne angeschlagen. Das verleiht der Geschichte die nötige Ernsthaftigkeit.

Das gelbe Cover macht das Buch zu einem Hingucker. Über den Inhalt verrät es zwar nichts, aber das ist bei diesem Titel wohl auch kaum nötig. Da dürfte auch so jeder durchschauen, um was es geht.

Fazit:  Der Anfang mit “Ich blogg dich weg” war hakelig. Es werden auf einen Schlag so viele Charaktere vorgestellt, dass ich mir sicher war, dabei nie einen Überblick zu bekommen. Zum Glück hat sich das aber doch eingependelt. Es hat Spass gemacht zu knobeln, wer der Täter sein könnte. Das fand ich spannend. Außerdem wird anschaulich geschildert, wie schnell sich Mobbing auswachsen kann und welche Auswirkungen es auf die Opfer hat. Erschreckend! Hoffentlich nehmen sich die jugendlichen Leser das zu Herzen, sodass Mobbing wieder ein paar Chancen weniger hat.


Titel: Ich blogg dich weg
Autor: Agnes Hammer
Seiten: 159
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785577066
Preis: € 5,95 (TB)

bestellamazon

Das wirst du bereuen (Amanda Maciel)

bereuenAlle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse! Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten. Sie sind angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma tot.

Über diese Rezension habe ich länger nachgedacht als sonst. Einfach, weil ich nicht recht wusste, wie ich sie angehen soll. Ich habe mich nun dafür entschieden, die beiden Teile, aus denen die Geschichte besteht, einzeln zu betrachten.
Der eine Teil spielt im Zeitraum von Januar bis März. In dieser Zeit lebt Emma noch und als sie sich an Saras Freund heranmacht, beschließen Sara und ihre Freundin Brielle, ihr einen Denkzettel zu verpassen. Wie schon der Klappentext verrät, verselbstständigt sich diese Aktion und am Ende ist Emma tot. Genau das wurde der Geschichte bei mir zu Verhängnis: dass man von vorneherein weiß, wie es mit Emma enden wird. Das hat dafür gesorgt, dass bei mir keine echte Spannung aufkommen wollte. Ich war allenfalls neugierig, was Sara und Brielle sich als nächstes für Emma ausdenken würden. Ja, richtig gelesen: ich war neugierig! Ich habe es mir nicht mit Schaudern ausgemalt. Denn so richtig schocken konnten mich ihre Aktionen nicht. Zwar hat mir der Verstand gesagt, wie grausam sie sind, aber gefühlsmäßig kam das bei mir nicht so an. Das schiebe ich darauf, dass man die Geschichte aus Sicht einer der Täter liest, nämlich aus der von Sara. Und die leidet natürlich kein Stück unter den Grausamkeiten. Entsprechend undramatisch wirkten sie auf mich. Gefühlsmäßig, wie gesagt!
Ich denke, um auch zu spüren, wie schlimm ihre Attacken für Emma sind, hätte ich über Emmas Gefühlswelt lesen müssen. Sara hingegen fühlt sich völlig im Recht mit dem, was sie tut, und ich muss gestehen, dass ich oft sogar Verständnis für sie hatte. Nicht für das, was sie Emma zusammen mit Brielle antut, aber auf jeden Fall für ihren Hass auf Emma. Und so richtig unsympathisch war mir zumindest Sara auch nie. Brielle schon eher, aber eben nicht heftig genug um sie für ihr Tun zu verurteilen.
Der zweite Teil der Geschichte spielt im Zeitraum von Juli bis November. Sara und Brielle wurden angeklagt, Emma mit ihrem Mobbing in den Tod getrieben zu haben. Die Verhandlung ist nicht mehr lang hin, doch für Sara ist das Leben ziemlich gelaufen. Man schneidet sie, verachtet sie und sie pendelt zwischen Anwaltsbüro und der Praxis ihrer Therapeutin.
Zunächst muss ich sagen, dass ich völlig richtig finde, dass mit Sara und Brielle dermaßen hart ins Gericht gegangen wird. Mobbing ist grausam und verdient entsprechend harte Strafen. Gearde heute kann ich mir gut vorstellen, dass es bei den Kids oft eine gefährliche Gratwanderung ist zwischen Streichen und Mobbing, die nur allzu leicht in die falsche Richtung kippt. Da ist es gut, wenn jugendlichen Lesern aufgezeigt wird, was ihnen blühen kann. Das wird hier schön anschaulich, intensiv und bedrohlich beschrieben, sodass eine sehr gedrückte Stimmung über dem Geschehen liegt. So wirkt es bei den meisten jungen Lesern hoffentlich vorbeugend.
Entsetzt hat es mich, dass Sara sehr lange nicht mal im Ansatz Reue für ihr Tun empfindet. Ich finde, spätestens wenn einem eine Haftstrafe droht, ist es an der Zeit zu bereuen. Natürlich konnte ich weiterhin verstehen, dass sie es Emma übelnimmt, dass sie ihr den Freund ausgespannt hat, aber selbst das rechtfertigt solche Taten keineswegs. Auch wenn man erst 16 Jahre alt ist, müsste der Verstand doch so weit reichen um das wenigstens im Nachhinein zu erkennen.
Diesen zweiten Teil fand ich eine Spur spannender als den ersten, weil man hier nicht weiß, worauf es hinauslaufen wird. Als die Gerichtsverhandlung immer näher rückte, konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wozu vor allem Sara verurteilt wird. So ganz glücklich bin ich mit dem Urteil zwar nicht -was die Strafe für Mobbing angeht bin ich einfach radikal eingestellt- aber immerhin scheint es Sara endlich aufzurütteln.

Da die Geschichte aus Saras Sicht erzählt wird, ist der Ton jugendlich gehalten. Das liest sich zwar leicht, aber man sollte sich davon nicht täuschen lassen. Die Schrift ist ziemlich klein und so ist es -lockerer Ton hin oder her- massig Text. Ich habe mehr Abende dafür gebraucht als für andere Bücher dieser Dicke. Der jugendliche Erzählstil bringt allerdings auch solche Begriffe wie “Schnalle”, “Schlampe”, “Hure”, “Alte” usw mit sich.  Das mag auf den Schulhöfen heute üblich sein, auf mich wirkt das einfach nur assig (um in diesem Slang zu bleiben), und so etwas lese ich nicht gerne. Schon lange nicht in dieser Masse und in Gesprächen unter Freundinnen (?!?)

Das Cover gibt über die Geschichte nichts preis. So schwarz wird es dem Schrecken darin aber auf jeden Fall gerecht. Die leuchtend pinkfarben Schrift bildet dazu einen tollen Kontrast, der das Buch zu einem Blickfang macht.

Fazit: Ich fand die Geschichte so “halb gut”. Im Teil vor Emmas Tod fehlte es mir an Spannung. Außerdem wirkten Saras und Brielles Taten auf mich nicht so dramatisch, wie sie sicher gewirkt hätten, wenn man in Emmas Gefühlsleben hätte hineinschauen können. Der Teil nach Emma Tod hat mir eine ganze Ecke besser gefallen, zumal Mobbing hier -in meinen Augen- angemessen geahndet wird. Ich hoffe, es wirkt abschreckend genug. Zudem fand ich es spannend zu verfolgen, was Sara in dieser Zeit erlebt. Weil ich unbedingt wissen wollte, wie der Prozess ausgeht, konnte ich das Buch dann schließlich gar nicht mehr aus der Hand legen.

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Das wirst du bereuen
Autor: Amanda Maciel
Seiten: 297
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3414824066
Preis: € 14,99 (HC)

Der Tod macht Schule – Bröhmann ermittelt wieder (Dietrich Faber)

broehmann02Neukölln im Vogelsberg.
Kommissar Henning Bröhmann führt mit der Direktorin der Gesamtschule Schotten gerade ein ernstes Gespräch über seine versetzungsgefährdete Tochter, da durchschlägt ein Stein das Fenster des Büros. Nach dem ersten Schrecken wiegelt die Pädagogin ab: Dumme-Jungen-Streich, alles im Griff – Einmischung nicht erwünscht. Kurz darauf ist sie tot. Jemand hat sie brutal erstochen. Henning ist entschlossen, diesen Fall zu lösen.

Ich weiß noch genau, dass ich bei Band 1 von Bröhmann nicht sonderlich angetan war. Mir gefiel seine Haltung nicht, den damaligen Fall mit möglichst wenig Aufwand möglichst schnell abzschließen zu können. Außerdem war er mir zu versumpft in dem familiären Elend, an dem er zum großen Teil selber Schuld war. Ich mag es nicht, wenn ein Kommissar in einem Buch so hängenlässt.
Umso mehr hat es mich gefreut, in “Der Tod macht Schule” einen komplett anderen Bröhmann zu erleben. Einen, der sich mit Feuereifer in den neuen Fall stürzt und sich sehr um seine Familie bemüht. Ich weiß nicht genau, woher dieser Sinneswandel kommt. Vielleicht daher, dass seine Tochter Melina mit dem neuen Fall im Zusammenhang steht, vielleicht weil er eingesehen hat, dass man für seine Familie auch mal kämpfen muss, vielleicht auch von gewissen beflügelnden neuen Bekanntschaften. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Jedenfalls war ich sehr froh darüber.
Der neue Fall beginnt mit einem Anschlag auf die Direktorin von Melinas Schule. Jemand wirft einen Stein durch das Direktorenzimmerfenster und verfehlt die Direktorin nur knapp. Das wird zunächst noch als Schuljungenstreich abgetan, doch die Angriffe auf die Direktorin häufen sich und erreichen bald eine Dimension, die man nicht mehr als dummer-Jungen-Streich abtun kann.
Damit beginnen Bröhmanns Ermittlungen am Melinas Schule um im Umfeld der Direktorin. Ich fand sie sehr spannend! Der Kreis beteiligter und damit teilweise verdächtiger Personen ist recht überschaubar. So hat man schnell einen Überblick und kann gemeinsam mit Bröhmann rätseln, was es mit den Anschlägen auf sich hat und wer eventuell in der Sache mit drinsteckt. Das macht mir immer sehr viel Spass. Da die Handlung schön geradlinig verläuft, ist es für den Leser machbar, dem Rätsel nach und nach auf die Schliche zu kommen. Dabei hat es der Fall durchaus in sich! Einerseits konnte ich mir das Geschehen in der hessischen Idylle gar nicht wirklich vorstellen, andererseits: warum nicht? So abwegig ist es auch wieder nicht. Mir hat es gefallen, dass Dietrich Faber zwar ein erschreckendes Szenario zeichnet, es aber nicht so abgehoben ist, dass es einem für einen kleinen hessischen Ort aber keineswegs unmöglich scheint.
Neben dem neuen Fall spielt auch Bröhmanns Privatleben wieder eine große Rolle. Die Probleme mit seiner Frau, die pubertierende Tochter oder auch Zeltlager mit dem jüngsten Sproß der Familie. Es ist Dietrich Faber gut gelungen, all das ebenso wichtig erscheinen zu lassen, ohne dass es aber den Krimi zurückdrängt. Bröhmanns Familienleben ist zudem für den größten Teil der Komik verantwortlich. Dieser Teil der Geschichte strotzt vor Situationskomik und lustigen Dialogen. Ich habe Tränen gelacht. Oft tat mir Bröhmann dabei sehr leid. Andererseits hätte ich es nicht missen möchten, denn dann gäbe es weit weniger zum Lache.
Der Krimi entdet quasi zweigleisig. Ein Teil des Falles wird relativ frühzeitig aufgelöst, sodass ich mich schon gefragt hatte, was die verbliebenen 76 Seiten noch bringen sollten. In ihnen löst sich allmählich der zweite Teil des Falles auf und endet schließlich sehr dramatisch. Ich konnte es dem Täter nicht mal verdenken, was er getan hat.

Ich hatte das Buch innerhalb von vier Stunden durch. Ich konnte es vor Spannung und Witzigkeit einfach nicht aus der Hand legen. Bröhmann hat einen guten Blick für die Eigenarten und Schwächen der Menschen um ihn herum und nimmt sie so gerne aufs Korn. Die Kapitel sind angenehm kurz und Melinas Mails an ihre Freundin sorgen für zusätzliche Auflockerung. An ihnen habe ich wohl am längsten gelesen. Es ist ganz schön anstrengend, sich durch eine Mail im Stil der heutigen Jugend zu lesen, aber hallo!

Das Cover mochte ich sofort. Auch wenn ich jetzt nicht wüsste, wann mir in der Geschichte auch nur ein Schwein begegnet ist. Kein tierisches jedenfalls. Trotzdem ist es niedlich. Und das Fadenkreuz verrät deutlich, dass man hier einen Krimi in Händen hält. Mit der Tafel wird man der Schule im Titel gerecht.

Fazit:  Mir hat Bröhmanns zweiter Fall super gut gefallen! Er ist gleichermaßen spannnend, wie auch witzig, ohne dass er dabei jemals in Klamauk abrutscht. Ich konnte vor lauter kriminellem Vergnügen gar nicht mehr aufhören zu schmökern, und habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Außerdem hat mir der muntere, clevere und engagierte Bröhmann hier wesentlich besser gefallen als der träge Kommissar, der er in Band 1 noch war. Nun freue ich mich auf Band 3.


Titel:  Der Tod macht Schule – Bröhmann ermittelt wieder
Autor:  Dietrich Faber
Seiten:  304
Verlag: Rowohlt (Polaris)
ISBN: 978-3862520251
Preis:  € 13,95 (TB)

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Die drei !!! (24) – Fußballstar in Gefahr

Titel: Die drei !!! (24) – Fußballstar in Gefahr / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Sonja Stein, Merete Brettschneider, Mia Diekow, Julia Fölster, Nils Rieke ua

dda24Inhalt: Seit Kim, Franzi und Marie beim Public Viewing den süßen Nachwuchs-Fußballer Bastian kennen gelernt haben, sie die drei ganz im Fußballfieber. Bastian hat die besten Chancen, für die U17-Nationalmannschaft ausgewählt zu werden. Doch plötzlich geht bei seinem Training alles schief. Wird Bastian etwas von jemandem aus seiner Mannschaft sabotiert? Für die drei !!! beginnt ein spannender Wettlauf mit der Zeit.


Obwohl aktuell weder eine EM, noch eine WM vor der Tür stehen, sind Kim, Franzi und Marie in dieser Folge voll im Fußballfieber. Wobei man sich schon an der hauptsächlich weiblichen Hörerschaft orientiert und auf dieses Thema an sich nicht sonderlich tiefgründig eingeht, da die meisten Mädels sich bei diesem Sport noch am ehesten für die Spieler begeistern können 😉 Entsprechend lernen auch die drei Detektivinnen einen gutaussehenden Spieler kennen, der -so ein Zufall- gerade in ziemlichen Schwierigkeiten steckt. Bastian wird gemobbt und sabotiert, wo es nur geht. Das tut seiner angehenden Karriere natürlich gar nicht gut, und sofort nehmen sich Kim, Franzi und Marie dieses Falles an. Der ist auch gar nicht mal übel und hält viele Wendungen bereit, was für Spannung sorgt. Da habe ich schnell angefangen, mitzuknobeln wer dahinter steckt und wieso. Und auch wenn ich zugeben muss, dass die Lösung lange nicht in Sicht ist -da kann man sich noch so sehr anstrengen beim Knobeln- so hat es mich doch gestört, dass die drei Mädels gleich mehrmals gewaltig auf dem Holzweg sind. Das hat am Ende sowas von: wenn alle Möglichkeiten bis auf eine abgecheckt sind, dann muss die verbleibende die richtige Lösung sein. Und so ist es dann auch. Da bin ich von den Dreien zielstrebigere und Ermittlungen mit auf Anhieb richtigen Auflösungen gewöhnt. Klar, jeder kann sich mal irren, auch Detektivinnen, aber hier war es mir damit einfach zuviel.

Der bedauernswerte Bastian wird von Nils Rieke gesprochen, der ihn mir schnell sympathisch machte. Nur hier und da klang er mir doch zu kläglich für einen Kerl. Dagegen hat mir Ivo Möller alias Muttersöhnlich Ulli richtig gut gefallen. Er klingt ziemlich schüchtern und weiß dafür zu sorgen, dass man sich bei Ulli nie sicher darüber sein kann, was man von ihm hält. Als Kommentator beim Fußballspiel ist Ulli Potofski zu hören. Das war wohl einfach Pflicht so 😉
Die drei Hauptsprecherinnen sind in gewohnt guter Form, und wie immer hat mir ihr Zusammenspiel prima gefallen.

In Sachen Untermalung gibt es weiter nichts Neues zu vermelden. Die Serie hat ihren Stil, und dem bleibt sie treu. Das sorgt zumindest für Wiedererkennungswert. Hier und da mal ein stimmungsvolleres Stück würde aber sicher nicht schaden. Lobenswert sind die Fußballszenen, die sind gut in Szene gesetzt. Da kommt tatsächlich ein wenig Stadionatmosphäre auf.

Mit Tröte und Kriegsbemalung voll im Fußballfieber. Das Motiv passt gut zum Titel, auch wenn man solch eine Szene in der Geschichte nicht so direkt findet. Schön finde ich den  fußballgemusterten Rahmen. Das ist mal etwas anderes als die meist einfarbigen Hintergründe der vorigen Folgen.

Fazit:  Ein spannender Fall, der zum Knobeln einlädt. Allerdings hat es mich schon ziemlich gestört, dass die drei Mädels so oft falsch liegen. Das bin ich von den sonst so cleveren Detektivinnen nicht gewöhnt, deshalb hat es mich hier ganz schön erstaunt.

Die drei !!! (23) – Undercover im Netz

Titel: Die drei !!! (23) – Undercover im Netz / Verlag: Europa / Spielzeit: / Sprecher: Mia Diekow, Sonja Stein, Merete Brettschneider, Tobias Diakow, Stephanie Kirchberger ua

dda23Inhalt: An Kims und Franzis Schule treibt seit neuestem eine Mädchen-Clique ihr Unwesen, die auf ihrer Website über Mitschüler lästert, Coolness-Votings macht und dazu auffordert, diese Schüler fertig zu machen. Als die drei !!! eine Mitschülerin beim Klauen erwischen und diese prompt von den “Uncoolen” in die “coole” Clique aufsteigt, keimt in den drei !!! der Verdacht, dass die Clique ihre Mobbing-Opfer zwingt, für sie zu klauen. Marie schleicht sich wagemutig in die Clique ein und stellt schnell fest, dass diese brandgefährlich ist.


Mal wieder ein neuer Fall für die drei Mädels, der sich damit befasst, welche Gefahren im Internet auf Teenager  lauern können. In diesem Falle finden dort Coolness-Votings statt, bei denen die Letztplatzierten gerne niedergemacht werden. Beispielsweise mit beschämenden Bildern oder Videos, die von anderen online gestellt werden. Mir war das alles ehrlich gesagt etwas zu deutlich. Schon arg nahe am moralischen und pädagogischen Zeigefinger. Natürlich, es scheint immer noch genug Teenies zu geben, die nicht ahnen, was ihnen online gestellte Inhalte anhaben können. Andererseits halte ich Vorsicht in dieser Hinsicht für eine Sache des gesunden Menschenverstands und wundere mich, dass darauf immer noch so sehr aufmerksam gemacht werden muss. Lehrgeld und so… Entsprechend hat mir die Folge nur mäßig gefallen, auch wenn es mit den Diebstählen schon recht krimimäßig zugeht. Ein paar Wendungen nimmt der Fall zwar auch, doch hatte ich die bereits kommen sehen. So richtig spannend ging es dadurch leider nicht zu. Außerdem würde ich mir wünschen, Marie stände nicht immer so sehr im Mittelpunkt der Folgen. Franzi und Kim dürften auch mal wieder an der Reihe sein. Auch wenn sie keine heranwachsenden Schauspielerinnern sind.

Die drei Hauptsprecher brauchen sich auch hier nichts vorwerfen zu lassen. Dafür habe ich beispielsweise Julia Casper die Arroganz ihrer Rolle hier und da nicht ganz abgenommen. Das klang doch ein wenig aufgesetzt. Dafür hat mit Tobias Diakow als Adrian gut gefallen. Ich würde in dieser Reihe gerne noch mal von ihm hören.

Eigentlich könnte ich mir diese Passage bei dieser Serie sparen. Es steht ohnehin meist das gleiche drin. Die Melodien haben zwar zweifellos Wiedererkennungswert und sind inzwischen einfach typisch “Die drei !!!”, dennoch finde ich sie etwas zu schlicht und lasch. Aber ich habe mich inzwischen dran gewöhnt und höre da gar nicht mehr so genau hin.Dafür geht die Geräuschkulisse in Ordnung.

Im Booklet gibt es dann noch mal die volle Breitseite hinsichtlich Onlineverhalten für Teenies, inklusive Werbung für surfen-ohne-risiko.net. Na denn, da kann ja dann nicht mehr viel schiefgehen :-/ Das Covermotiv mit den drei Mädels und dem Notebook veranschaulicht sofort um was es in dieser Geschichte geht.

Fazit:   Offenbar treiben sich noch genug Halbwüchsige blauäugig im Netz herum, sonst bräuchte es ja solche Folge nicht. Von daher ist eine solche Geschichte sicher ein gutes Ansinnen. Mir war es trotzdem too much, aber ich bin aus dem Alter ja auch raus. Und leider hat mir diese mehr als einstündige Ermahnung das Krimivergnügen ganz schön verleidet.

 

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