Musik

Die Punkies (07) – Into the wild

Titel: Die Punkies (07) – Into the wild / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Niko König, Tim Kreuer, Johannes Semm, Patrick Bach ua

Inhalt: Die Punkies fahren zum Tornado-Musikfestival. Doch der Trip nimmt einen unerwarteten Verlauf: Nachdem sie sich verirren, beinah in einen Abgrund stürzen und von einem Fremden aufgegabelt werden, findet sich die Band in dem seltsamen Ort Zornau wieder. Das Städtchen ist von zwei zerstrittenen Familienclans bevölkert, die sich gegenseitig das Leben schwermachen. Und noch etwas merkwürdig: Hier scheint es überhaupt keine jungen Leute zu geben!Nach einem misslungenen Auftritt als Rentner-Band machen sich die Punkies sich daran, das Rätsel von Zornau zu lösen… und geraten dabei immer tiefer in ein spektakuläres neues Abenteuer- mit viel Musik!


Nach der detektivischen vorigen Folge geht diese Episode etwas andere Wege. Aber auch die haben mir Spass gemacht. Die Tour zum Festival passt zu einer Band, ein Zwischenfall mit dem Fahrzeug ist recht klassisch als Aufhänger und dann stoßen sie in dem Dorf, bei dem sich steckengeblieben sind, noch auf eine jahrealte Fehde,die auch ihnen zum Verhängnis wird.
Man ahnt vielleicht schon, dass Langeweile hier keine Chance hat. Es ist ständig etwas los und diese Feindschaft unter den Dorfbewohnern ist schon interessant. Ich fand auch, dass man sich da in solch einem Kaff recht gut vorstellen kann und -abgesehen von dem etwas dürftigen Auslöser der Fehde- es kommt ganz authentisch rüber.
Einen kleinen Hänger genau in dieser Hinsicht gab es für mich dann aber doch, leider. Nach dem misslungenen Auftritt flüchten die Punkies und das Verhalten der Dorfbewohner daraufhin ist im Verhältnis irgendwo schon ein wenig überzogen.
Dafür geht es danach aber mit einer großen Überraschung weiter, was das allemale wieder wettmacht. Und auch wenn das Ende doch irgendwie ein bisschen arg Friede-Freude-Eierkuchen ist, so muss man einfach sagen, dass das bei einer Hörspielreihe für jüngere / jugendliche Hörer ruhig mal so sein darf. Und es wurde zuvor ja auch einiges dafür getan und mit Widrigkeiten gekämpft, einfach so geschenkt gab es nichts. Von daher passt das so.

Irgendwie ist bei mir der Eindruck zurückgeblieben, zahlreiche Figuren kennengelernt zu haben. Wenn ich mir dagegen die kurze Sprecherliste anschaue, staune ich schon. Mag an der Szene mit dem wütenden Mob liegen, anders kann ich es nicht erklären. Niko König und Oliver Warsitz ergänzen sich prima und vermitteln einem sofort den Eindruck, dass es zwischen den verfeindeten Familien doch eine Lösung geben könnte. Sie lassen ihre Figuren ausgesprochen sympathisch wirken. Und sie machen jede zu einer echten, besonderen Marke.

Musik spielt hier wie von der Serie gewohnt eine große Rolle. Es sind Songs der Punkies zu hören (über “Annemarie” musste ich grinsen) und auch zwischen den Szenen sind rockige Klänge eingefügt.

Das Cover weiß ebenfalls zu gefallen. Die abgebrochene Brückenkante der Bulli, das passt zu der Geschichte, die so einen kleinen Funken Abenteuer- und Roadtripflair an sich hat.

Fazit: Mal keine Geschichte mit detektivischem Einschlag, aber dennoch spannend und interessant. Ich habe wirklich mitgefiebert, wie es mit den Punkies und dem zerstrittenen Dorf weitergeht, später wird es dann noch ein bisschen schaurig und die Auflösung ist zwar Friede-Freude-Eierkuchen, aber keineswegs rosarot. Da geht dann auch Friede-Freude-Eierkuchen völlig in Ordnung.

Die Punkies (06) – Die Jagd nach der Masken-Band

Titel: Die Punkies (06) – Die Jagd nach der Masken-Band / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Daniel Axt, Marco Seidenberg, Robert Missler, Rüdiger Schulzki ua

Inhalt: Die Punkies freuen sich, dass sie in der Radio-Sendung Club Ole zu Gast sind. Doch dann geht ein dramatischer Hörer-Anruf im Studio ein, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod geht! Um zu helfen, müssen Leonie, Ben und Co. schnellstens die legendäre, schon lange verschollene Rock-Combo Smaxx aufspüren. Das Duo trat ausschließlich maskiert auf und verschwand spurlos von der Bildfläche. Die vertrackte Jagd nach der Masken-Band, bei der es für die Punkies so manch harte Nuss zu knacken gibt, beginnt. Und als wäre all das nicht genug, sind ihnen auch noch ihre ewigen Konkurrenten krashkiddz dicht auf den Fersen!


Da haben wir wieder eine Serie, aus der ich irgendwann rausgekommen bin. Zum Glück fällt der Neueinstieg hier ganz leicht. Die Reihe kann man gut mit jeder Folge beginnen, ohne dass man Probleme bekommt.
Natürlich sind die Punkies in erster Linie eine Band aus Freunden, doch sie müssen in dieser Folge auch mal wieder ihre Talente als Detektive unter Beweis stellen. Das ist eine nette Mischung, die bei Hörspielreihe für junge Hörer immer leicht aufgeht. Und auch hier ist sie prima gelungen. Der Aufhänger ist dramatisch genug, sodass man leicht nachvollziehen kann, dass die Freunde helfen wollen. Und die Daumen drückt man in solch einem Fall natürlich umso fester und hofft auch umso mehr, dass die Punkies Erfolg haben werden.
Bis dahin ist es jedoch ein steiniger Weg und da ich es nicht mag, wenn man junge Hörer mit deppert einfachen Rätseln für dumm verkaufen will, finde ich das so auch völlig in Ordnung. Das Rätsel, das gelöst werden muss, hat es ganz schön in sich und auf die Lösung oder auch nur den Lösungsansatz muss man erstmal kommen. Dabei ist aber nichts unglaubwürdig weit hergeholt, sondern gut nachvollziehbar. Das ist so prima gelungen.
Weitere Fragen werfen ein ominöser Banküberfall und die Maskerade der Band Smaxx auf und so wird es einfach nie langweilig und man versucht ständig, mit den Punkies mitzuknobeln.
Natürlich dürfen ihre Kontrahenten von den krashkiddz ebenfalls nicht fehlen, wobei die hier ausnahmsweise mal einen recht sympathischen Eindruck machen. Auch mal nett.

Als Special-Guest ist Laith Al-Deen in der Rolle von Studiobesitzer Marko mit von der Partie und beweist, dass er sich auch als Hörspielsprecher hören lassen kann. Linda Fölster übertreibt mir hier gelegentlich zu sehr, wobei ihr teilweise auch Sätze in den Mund gelegt werden, die man erstmal meistern muss. Und die erheblich erwachsener klingen als Eva sein dürfte.  Als Radiomoderator Ole Best ist Marco Seidenberg zu hören, dem allerdings etwas das Sonore einer Radiostimme fehlt.

Natürlich spielt Musik hier wieder eine wichtige und große Rolle. Es sind Stücke der Punkies zu hören, aber auch einer der Smaxx und natürlich lassen auch die krashkiddz von sich hören. Eine abwechslungsreiche Mischung, die den Geschmack der jugendlichen Hörerschaft treffen dürfte.

Selbstverständlich ist die Masken-Band auch auf dem Cover zu sehen. Da weiß man sofort, was man sich unter der Masken-Band aus dem Titel vorzustellen hat. Und die Masken stimmen schon neugierig darauf, was es mit ihnen auf sich hat.

Fazit:  Eine gelungene Geschichte mit einem angemessen dramatischen Aufhänger und einem Rätsel, bei dem man wirklich so richtig tüfteln muss. Das sorgt für Spannung und hält einen gut bei Laune.

Die Punkies (01) – Bühne frei für die Punkies

Titel: Die Punkies (01) – Bühne frei für die Punkies / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Niels Rieke, Robert Missler, Daniel Axt, Patrick Bach ua

Inhalt: Eine erfolgreiche Band müsste man sein, und vor ausverkauften Hallen kreischende Fansbegeistern! Leonie, Ben, Aylin, Lucas und Nikolas haben diesen gemeinsamen Traum! Als Punkies wollen die fünf Freunde voll durchstarten. Doch der Weg zum Pop-Olymp ist steinig. Erst einmal muss ein Haufen Hits komponiert werden! Und dafür braucht man einen Ort, an dem man ungestört üben kann. Doch ihre Rivalen von der Band krashkiddz haben die gleichen ehrgeizigen Ziele und sind scharf auf denselben Proberaum! Als es den Punkies gelingt, ihnen ein Schnippchen zu schlagen, schwören krashkiddz Rache und blamieren die Punkies vor der ganzen Stadt bis auf die Knochen. Doch so schnell gibt sich ein Punkie nicht geschlagen!


Als ich das erste Mal von der Reihe hörte und das Cover sah, habe ich direkt abgewunken. Aber irgendwann siegte dann doch die Neugier. Allerdings mit keinen großen Erwartungen. Daher hat sich diese erste Folge für mich auch prompt als große und positive Überraschung herausgestellt.
Zunächst lernt man die Bandmitglieder kennen. Und auch die haben sich teilweise noch nie live gesehen. So hat man alle Gelegenheit, sich einzufinden. Und die Jungs und Mädels sind glücklicherweise auch schon Teenies und durch die Bank super sympathisch und normal. Keinerlei Starallüren, sehr fein!
So verfolgt man, wie sich die Band formiert und hofft mit ihnen, dass es mit dem ersehnten Proberaum klappt. Das sorgt für die erste Spannung. Die krashkids sind die Erzrivalen der Punkies und machen ihnen zusätzlich das Leben schwer, denn auch sie haben es auf den Raum abgesehen und spielen ihnen später einen gemeinen Streich. Plötzlich scheint für die Punkies alles den Bach runter zu gehen. Sie taten mir richtig leid. Aber dann raffen sie sich zum Gegenangriff auf und es wird erneut spannend und auch turbulent. Das macht Spass!
Zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln gibt es ebenfalls so einige Gelegenheiten.
Rundum also eine wirklich tolle erste Folge.

Daniel Axt alias Ben hat mir prima gefallen. Er lässt Ben sympathisch und clever rüberkommen und gibt in dieser Rolle auch den Erzähler. Mein Favorit unter den Hauptsprechern ist Jenny Maria Meyer als coole Leonie. Patrick Bach ist als Nikolas zu hören und der ist unüberhörbar ein ganz gewitztes Kerlchen. Tim Kreuer fällt die Rolle des Lucas zu, der bei ihm etwas hibbelig und aufgedreht rüberkommt. Aber vermutlich ist Stillsitzen und Ruhebewahren eben nichts für einen Schlagzeuger. Und dann ist da noch Merete Brettschneider als Aylin mit von der Partie. Dank ihr hat man sofort ein Bild von dem einfach nur netten Mädchen vor Augen. Damit sind die Punkie-Sprecher komplett.

Musik spielt hier logischerweise eine große Rolle. Ich muss gestehen, dass die Musik der Punkies nicht so mein Fall ist. Zu sehr weichgespülte Popmusik einfach. Ehrlicherweise sagt mir der rockige Stil der krashkiddz deutlich mehr zu. Mal schauen, ob das so bleibt. An den Geräuschen gibt es nichts zu bemängeln, hier ist alles top in Ordnung.

Warum habe ich beim Anblick des Covers damals sofort abgewunken? Weil ich diesen Cartoonstil schlichtweg nicht mag. Was soll das? Die Punkies sind keine Kinder mehr! Und die Geschichte klingt auch nicht so als wäre sie für eine so junge Altersgruppe. Wieso sehen die Figuren auf dem Cover dann aus wie dem Kinderprogramm im TV entsprungen?

Fazit: Diese erste Folge war eine echte Überraschung für mich. Sympathische, jugendliche Hauptfiguren, eine spannende Story und manch amüsante Szene. Musikalisch sind die Punkies zwar nicht mein Fall, aber ansonsten defintitiv. Ich freue mich schon auf Folge 2.

Die drei ??? (183) – Der letzte Song

Titel: Die drei ??? (183) – Der letzte Song / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 76 min / Sprecher: Karin Lieneweg, Tobias Schmidt, Oliver Rohrbeck, Peter Kirchberger ua

ddf183Inhalt: Lenny The Rock, der erfolgreiche Rockstar, veranstaltet auf seinem Anwesen ein aufwendiges Geburtstagskonzert voller Spezialeffekte. Als Höhepunkt der Party hat er eine Überraschung angekündigt. Auch Justus, Peter und Bob sind unter den Gästen. Die drei Detektive rechnen mit vielem – doch sicher nicht mit dem, was dann passiert! Bei den Ermittlungen gerät einer der drei in große Gefahr.


Es häuft sich irgendwie, dass ich Geschichten dieser Reihe zunächst wirklich gut finde, dann aber leider ein Wendepunkt kommt. Auch bei dieser Episode war das der Fall. Anfangs war ich wirklich ganz angetan. Der Fall begann vielversprechend, es blieb angenehm übersichtlich und auch wenn ich Lenny den Rocker nun wirklich nicht abgnommen habe, so haben mir die drei Detektive im Musikermilieu ganz gut gefallen. So ging ich tatsächlich von einer weiterhin ganz spannenden Folge aus.
Aber dann wendete sich das Blatt schlagartig. Ich könnte sogar die genaue Stelle benennen, werde es aber wegen Spoilergefahr lieber nicht tun, an dem es für mich bergab ging. Denn plötzlich konnte von Übersichtlichkeit keine Rede mehr sein. Plötzlich fallen zig verschiedene Namen, die ich auch nach dreifachem Hören kaum auf die Reihe kriege, plötzlich gab es da noch ein niedergeschriebenes Rätsel (och nö!) und plötzlich wurde die krudesten Theorien entworfen. Und das mag ich nicht. Ich möchte bei einer Geschichte mitkommen und verstehen und mich nicht auf Justus’ finale Erklärung verlassen müssen. Oder darauf, dass der jeweilige Autor sich schon was bei seiner Story gedacht haben wird.

Wie schon geschrieben, konnte ich Peter Kirchberger den Rockstar Lenny nicht richtig abnehmen. Er klingt mir zu bemüht in diese Richtung. Da fand ich schade, denn eigentlich mag ich seine Stimme. Aber nach einem Rocker klingt sie einfach nicht. Auch Maria Hartmann als Lennys Frau konnte mich nicht so recht überzeugen. Den drei Hauptsprechern dagegen kann ich keinen Vorwurf machen. Sie sind gut aufgelegt wie immer bei der Sache.

Die Musik spielt hier in zweierlei Richtung. einmal haben wir da die reguläre Untermalung, die meistens klingt wie eh und je, aber gelegentlich versucht, selber auch rockigere Klänge einzubringen. Nicht übel. Dagegen ging die Musik der ROCKband gar nicht für mich. Was immer daran auch rockig sein soll. Und wieso zum Henker auf Deutsch?

Die Gitarre auf dem Cover passt prima zum Titel und macht mit den kräftigen Farben was her. Dass etwas Böses damit zusammenhängt, das verrät der Totenschädel unter den Saiten.

Fazit:  Bis zu einem bestimmten Punkt gefiel mir die Folge wirklich gut, doch dann wurde es mir einfach zu verworren. Schade darum.

This song will save your life (Leila Sales)

thissongElise war schon immer eine Außenseiterin. Niemand teilt ihren schrägen Kleidungsstil oder ihren Musikgeschmack. Bei einem ihrer notorischen Nachtspaziergänge trifft sie Pippa und Vicky, die sie in den Underground-Musikclub „Start“ mitnehmen – und plötzlich ist Elise unter Menschen, die sie so nehmen, wie sie ist. Außerdem entdeckt sie ihr Talent fürs DJ-ing. Sie wird zu heißesten Newcomerin der Szene und scheint mit einem Mal alles zu haben, was sie sich schon immer gewünscht hat: Freunde, Akzeptanz und vielleicht sogar Liebe. Doch was, wenn das richtige Leben droht, alles wieder zunichte zu machen?

Auf dieses Buch bin ich zufällig aufmerksam geworden. Das Cover gefiel mir und der Klappentext sprach mich auf Anhieb an. Nach zwei Fehlschlägen, habe ich hier mit meinem Bauchgefühl völlig richtig gelegen. Das Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen! Deshalb wird dies auch wieder eine eher schwierige Rezension, weil ich unmöglich auf alles eingehen kann, was mir so gut gefallen hat.
Fangen wir mit Elise an, die ich auf Anhieb mochte und in die ich mich problemlos hineinversetzen konnte. Sicher auch deshalb, weil ich selber früher in der Schule auch ein Außenseiter und ein allseits beliebter Fußabreter für alle und jeden war. Somit verstand ich gut, wie Elise sich fühlt, was sie täglich auszustehen hat. Außerdem gefiel mir ihre ehrliche Art, ihr Verstand, ihre Intelligenz und vor allem ihr -manchmal böser- Humor. Ich glaube, ich habe mir noch aus keinem Buch so viele Zitate herausgesucht wie aus diesem. Elise versteht es einfach, gewisse Dinge und Umstände treffgenau auf den Punkt zu bringen. Dass sie bei alldem, was sie zu ertragen hat, noch einen solchen Humor hat, habe ich als bewundernswert empfunden. Ihre Liebe zur Musik konnte ich ebenfalls gut nachvollziehen. Ganz so versessen wie Elise bin ich zwar nicht davon, geschweigen denn, dass ich etwas vom Auflegen verstehen würde, aber ohne Musik könnte ich auch nicht.
Es ist zwar ein arger Zufall, der Elise eines nachts in den Club Start bringt, aber das Leben geht nun mal manchmal ungeahnte Wege. Und dieser hier ist interessant und verheißungsvoll. Ich habe es Elise so sehr gegönnt, dass sie endlich einen Ort und Leute findet, wohin und zu denen sie gehört. Ganz schnell spürt man, dass sie in diesem Club beides gefunden hat.
Ab und zu deutet Elise es an, dass dieses Glück unmöglich von Dauer sein kann. Das war mir auch bald klar, denn meistens leben solche Geschichte halt vom dramatischen Wendepunkt, der dem Glück ein Ende zu setzen droht. Trotzdem habe ich es gemeinsam mit Elise immer wieder verdrängt und einfach mit ihr all die schönen Momente genossen. Es ist spannend zu verfolgen, wie sie ihr Talent als DJ entdeckt, wie sie endlich Freunde gewinnt. Es ist faszinierend, wie sie immer mehr in die Szene hineinwächst und ab und zu endlich so etwas wie Selbstbewusstsen bekommt und auch zeigt. Und es ist schön und romantisch, was sich zwischen Char und ihr anbahnt. Ich glaube, es gibt wenige Figuren, denen ich es je so sehr gewünscht habe, dass für sie alles genauso gut ausgeht, wie es begonnen hat.
Doch natürlich kommt dieser Moment, in dem sich das Blatt wendet. In dem Elises neues, glückliches (Nacht)leben bedroht wird.  Und nein, es geht nicht alles gut für sie aus. Das fand ich zwar schade, aber auf der anderen Seite eben auch sehr realistisch. Es gibt einfach ein paar Dinge, die konnten nicht gutgehen. Ein paar Figuren, bei denen ich schon immer so das Gefühl hatte, dass sie letztlich anders sein würden als sie sich gaben. Und ein paar Dinge, die keine Eltern der Welt hätten durchgehen lassen. So sehr ich es also bedauert habe, dass Elises “Märchen” nicht zu 100% so endet, wie ich es ihr gewünscht hätte, so froh bin ich doch über diesen realistischen Verlauf.
Außerdem spürt man, dass Elise in dieser Zeit eine Menge gelernt hat. Über sich und über andere. Sie wirkt am Ende erwachsener. Ihre Zweifel an sich sind noch nicht ganz verschwunden, aber sie hat sich gemausert, und das fand ich toll. Sie hatte es so sehr verdient!
Musik ist ein wichtiges Thema in dieser Geschichte, immer wieder werden Songtitel genannt, hier und das Textauszüge zitiert. Wer dabei neugierig wird, der kann sich Elises Playlist auf Spotify anhören. Dafür einfach den QR-Code am Ende vom Buch scannen. Alles war nicht mein Fall, aber ein paar coole Songs habe ich in der Playlist doch gefunden.

Ich habe das Buch an einem Abend gelesen, trotz der recht stattlichen 320 Seiten. Aber die Geschichte ist so spannend, interessant und mitreißend. Und Elise erzählt so locker und witzig, dann wieder so ernsthaft und eindringlich, dass Längen absolut keine Chance haben. Solch ein abwechslungsreicher Erzählstil bringt mein Lesetempo im Nu auf Touren. Und die Kapitel haben genau die richtige Länge um immer zu sagen “ach, eines noch”. Und plötzlich ist man auf der letzten Seite angekommen.

Bei dem Covermotiv musste ich zweimal hinschauen um genau zu erkennen, wa sich da sehe. Das Motiv passt sehr gut zur Geschichte, verrät ein bisschen was darüber, wirkt aber trotzdem noch geheimnisvoll. Dankenswerterweise prangt auf den Kopfhörern kein Logo der Herstellerfirma.

Fazit:  “This song will save your life” hat mir durchweg super gut gefallen! Elise ist eine liebenswerte, sympathische Hauptfigur, in die ich mich problemlos einfühlen konnte und für die ich immer und immer gehofft habe, dass sich alles zum Guten weden würde. Die Geschichte entführt in eine geheimnisvolle, faszinierende Welt, für sie sich jeder begeistern wird, der auch nur ein wenig musikverrückt ist. Und auch wenn es ein großer Zufall ist, wie Elise in diese Welt gerät, so verläuft die Handlung doch sehr realistisch. Ich habe mitgefiebert, gehofft, gelacht und geweint bei diesem Buch. Was kann ich mehr von einer Geschichte wollen?


Titel: This song will save your life
Autor: Leila Sales
Seiten:  320
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440146293
Preis: 14,99 (HC)

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