Natur

Evolution – Die Stadt der Überlebenden (Thomas Thiemeyer)

Ahnungslos reisen Lucie und Jem mit einer Austauschgruppe in die USA. Doch als ihr Flugzeug am Denver Airport notlandet, wird ihnen schnell klar: Die Welt, wie sie sie kennen, gibt es nicht mehr. Die Flugbahn überwuchert, das Terminal menschenverlassen, lauern überall Gefahren. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben: Wölfe, Bären, Vögel greifen die Jugendlichen immer wieder in großen Schwärmen an. Was ist bloß geschehen? Während ihrer gefahrvollen Reise durch die neue Welt erfahren sie von einem Kometeneinschlag. Und von ein paar letzten Überlebenden in einer verschollenen Stadt. Aber wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat?

Man kann nicht immer nur “Altlasten” aufarbeiten, daher gibt es heute eine Besprechung zu einem Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Es sprach mich in der Buchhandlung mit seinem tollen Cover und dem verheißungsvollen Klappentext sofort an.
Anfangs hatte ich noch ein paar Bedenken, denn man muss binnen kürzester Zeit mit einer ganzen Reihe Figuren klarkommen und sie einordnen. Ich habe damit oft meine Schwierigkeiten und auch hier dachte ich, dass ich all die Figuren kaum jemals auf die Reihe bekommen würde. Letztlich hat das dann aber doch gut geklappt. So richtig lernt man erstmal Jem und Lucie kennen und dann kommen -speziell nach der Bruchlandung- nach und nach auch die übrigen Jugendlichen dazu, sodass ich recht bald wusste, wen ich in den Szenen jeweils “vor mir” hatte. Insgesamt fand ich alle Jugendlichen ganz sympathisch und es hat mir besonders gefallen, wie unterschiedlich sie sind. Damit hat man ein Team mit vielen verschiedenen Fähigkeiten an der Hand, aber natürlich auch mit Konflitpotenzial. Das fand ich ganz authentisch und es trägt so auch zur Spannung bei.
Noch spannender war für mich aber die Frage, was überhaupt passiert ist. Wieso ist das Flugzeug abgestürzt?  Vor allem auch, wo ist es eigentlich abgestürzt? Und später dann -zur kompletten Verwirrung- wann ist es abgestürzt?
Das Wo wird schnell geklärt und unter dem Namen der Stadt kann sich sicher jeder auch etwas vorstellen. Das Erstaunliche ist, wie es dort inzwischen aussieht. Ich habe ja eine arge Schwäche für Geschichten mit einem gewissen Endzeitflair, und das hat auch dieser erste Band klar an sich. Dass die Natur sich solche verwaiste Orte über kurz oder lang zurückholt, ist nur natürlich.Es war schon richtig cool, mit Jem, Lucie und den anderen an solch einem Ort unterwegs zu sein.
Wovon ich dagegen überhaupt kein Fan bin ist, wenn diese Natur zu sehr zum zentralen Thema wird. Soll heißen, ich hätte das Buch sicher irgendwann weggelegt, wenn es nur noch um Tiere, Pflanzen, Dschungel und das Überleben gegangen wäre. Doch so sehr das ganze Setting auch wie aus der Zeit gefallen wirkt, es tauchen immer wieder sehr moderne, meist auch futuristische Elemente auf. Wie zB Hologramme, eine Art Roboter, verschiedene Gerätschaften, und für sowas habe ich halt ein totales Faible! Endlich mal eine endzeitlich anmutende Geschichte, die nicht total altmodisch wirkt! Toll!
Ich konnte das Buch also wirklich sehr lange kaum aus der Hand legen. Die Geschichte war für mich sehr lange sehr spannend: die Abenteuer und die Ereignisse, denen Jem, Lucie und Co. sich stellen müssen, die Gefahr durch gewisse “Lebewesen” und natürlich das Rätsel, was eigentlich überhaupt passiert ist! Gewürzt mit diesen besagten futuristischen Elementen war das einfach total mein Ding!
Und dann kam das, was der Titel eigentlich schon verrät. Ich hätte also zumindst gewarnt sein müssen. War ich aber nicht und deshalb kam die Keule dann auch. Genau mit Kapitel 46. Eine Midgardschlange, ein Meister sowieso, Alrik und Ragnar, gekleidet in Wolfsfellen und alte Legenden. Himmel, bis dahin war doch alles so modern und teilweise wissenschaftlich trotz der Umstände. Kann das denn nicht einmal so bleiben? Was sollte dieser steinzeitliche Einschlag jetzt plötzlich?
Tja, und so haben mir die letzten Kapitel bedeutend weniger Spass gemacht als ihre Vorgänger. Und derbe enttäuscht war ich eben auch. Ich kann sowas Altmodisches, Steinzeitliches schlichtweg nicht ab und finde ich nur langweilig.

Wie schon geschrieben bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Jedenfalls bis Kapitel 46. Das Buch ist einfach toll geschrieben. Einerseits ganz locker weg, aber ohne dass dabei Spannung und Amtosphäre jemals auf der Strecke blieben. Sogar gegruselt habe ich mich ab und zu, was gerade dann toll ist, wenn man abends im Bett liest. Die Kapitel sind weder zu kurz, noch zu lang. Immer wieder wurde ich verleitet ‘eins noch’ zu lesen, woraus dann doch deutlich mehr wurden. Richtig toll!

Das Cover finde ich immer noch genial. Dieses kräftige Grün ist ein echter Blickfang, die stehengelassenen Autos und überwucherten Gebäude verbreiten Endzeitstimmung und das Tier auf der Straße macht ebenso neugierig wie die Jugendlichen im Vordergrund. Der imposante Titelschriftzug tut ein Übriges dazu.

Fazit: 45 von 61 Kapiteln entsprach “Evolution – Die Stadt der Überlebenden” genau meinem Geschmack. Spannend, atmosphärisch, leicht gruselig mit endzeitlichem Einschlag und trotzdem wunderbar modern und futuristisch. Zu 100 Prozent genau mein Ding! Und dann kam leider der große Bruch damit. Alles Moderne, Futuristische, Wissenschaftliche weg, dafür Legenden, Menschen in Fellen, die in einer Art Höhle leben. Na toll! Alles genau so, wie ich es eben gar nicht mag und wovon ich lange dachte, “Evolution” würde damit nicht um die Ecke kommen. Es ist daher fraglich, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Sehr, sehr schade.


Titel: Evolution (01) – Die Stadt der Überlebenden
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 360
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401601670
Preis: € 16,99 (HC)

Wildhexe (01) – Die Feuerprobe (Lene Kaaberbøl / Ulrike C. Tscharre)

Titel: Wildhexe (01) – Die Feuerprobe / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 220 min auf 3 CDs / Buch: Lene Kaaberbøl / gelesen von: Ulrike C. Tscharre

wildhexe01Inhalt: Kurz nach ihrem zwölften Geburtstag wird Clara von einer unheimlichen schwarzen Katze gekratzt. Kurz darauf wird sie krank und nur ihre Tante Isa, die völlig abgeschieden in einem Wald lebt, kann ihr helfen. Dort erfährt Clara, dass sie – wie Tante Isa – eine Wildhexe ist. Und damit nicht genug: Offenbar wird sie von dunklen Mächten bedroht!


Wenn man die kurze Inhltsangabe auf der Rückseite der CD-Box gelesen hat, ist man Clara zumindest zu Beginn der Geschichte natürlich ein ganzes Stück voraus. So ahnt man bereits, was die seltsamen Vorkommnisse zu bedeuten haben, die sich kurz nach ihrem zwölften Geburtstag ereignen. Trotzdem wird es nicht langweilig, denn diese Vorkommnisse sind mit schönen Ideen gespickt, die zumindest mir bis zu diesem Hörbuch so noch nicht begegnet waren. Beispielsweise die große schwarze Katze oder der unheimliche “Engel”. Das klingt jetzt vielleicht nicht so besonders, aber es ist es.
Mein größtes Highlight an dieser Geschichte ist allerdings die Idee der Wildhexen. Tiervernarrt wie ich bin, ist das ganz mein Fall. Hexen, die nahe der Natur und vor allem nahe der Tiere leben, ihnen helfen und -wenn nötig- umgekehrt auch von ihnen Hilfe bekommen, sind eine schöne Vorstellung. Mit Tante Isas Aussage, Clara werde natürlich auch als Wildhexe Freunde haben, nur würden einige davon eben ein Gefieder und Fell tragen, hatten die Wildhexen mich endgültig bezaubert.
Doch natürlich ist es nicht so einfach eine Wildhexe zu werden. Das muss auch Clara bald feststellen. Keine solche Geschichte kommt ohne ein Drama bzw ohne einen Bösewicht aus, der es auf die frischgebackene Heldin abgesehen hat. Deshalb gibt es einen solchen Bösewicht auch hier, und in der titelgebenden Feuerprobe muss Clara beweisen, dass sie das Zeug zur Wildhexe hat.
Dieser Part der Geschichte ist deutlich weniger innovativ als der Anfang, aber mich begeistert die Idee der Wildhexen genug um darüber hinwegsehen zu können. Außerdem mag ich Clara sehr gerne, die eher schüchtern und nicht so besonders von sich überzeugt ist. Es ist keineswegs so, dass ihr alles in den Schoß fällt und sie hat durchaus auch mal so richtige Angst. Das macht sie zu einer glaubhaften Hauptfigur. Clara ist nun mal erst zwölf Jahre alt und betritt gerade eine völlig fremde, neue Welt. Da muss man sich natürlich erstmal einfinden.

Zwischen den Szenen -vermutlich zwischen den Kapiteln der Buchvorlage- sind bei diesem Hörbuch Musikstücke eingefügt. Das lockert das Hören über einen längeren Zeitraum auf. Die Stücke klingen recht urwüchsig und haben mich teilweise an die Musik erinnert, die man beim Gedanken an “Indianer” im Ohr hat. Das passt gut zu einer Geschichte um solch naturverbundene Hexen.

Ulrike C. Tscharres ruhige und eher zurückhaltenden Erzählweise passt gut zu Clara, die die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Burschikoser und lauter hätte zu dem lieben und schüchternen Mädchen nicht gepasst. Gegentlich wird ihre Stimme mittels Effekten leicht verändert. So klingt ein Telefongespräch genauso distanziert wie es Telefongespräche für Außenstehende tun. Und wenn Claras schwarzer Kater spricht, dann liegt ein Hall darunter um zu verdeutlichen, dass nur Clara ihn in ihrem Kopf hören kann.

Das Covermotiv finde ich wunderschön mit dem hübschen Mädchen und dem flauschigen, rabenschwarzen Kater, die einander so tief in die Augen schauen. Das wirkt geheimnisvoll.

Fazit:  Anfangs habe ich die Geschichte als wunderbar innovativ empfunden, weil sie Meilen entfernt von der üblichen Hexen-Zauberer-Hokuspokus-Fantasy entfernt ist. Im weiteren Verlauf verlor sich der neuartige Eindruck leider. Allerdings begeistert mich die Idee der Wildhexen genug um auch noch Claras weitere Abenteuer kennenlernen zu wollen. Vor allem ihre Freunde mit Gefieder und Fell 😉 Somit war dieser erste Teil für mich ein gelungener Einstieg in die Reihe.

Weit weg im Outback – Unser Leben in Australien (Urs Wälterlin)

weitwegoutbackUrs Wälterlin hat den Traum vieler Großstädter wahr gemacht: Er lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen mitten im australischen Busch. Umgeben von Eukalyptusbäumen kämpft der Hobby-Alphornspieler im beschaulichen Greentown mit seiner Familie gegen Überflutungen und Waldbrände an, sie scheren Schafe und suchen nach immer neuen Mitteln, um die Kängurus davon abzuhalten, den Salat im Garten zu fressen. Das Aussie-Provinzkaff ihrer Wahl ist wie ein Mikrokosmos von Australien: übersichtlich, liebenswert, freundlich – und gelegentlich furchtbar nervig.

Dieses Buch war eine Zufallsentdeckung, bei der mich nicht nur das Cover ansprach, sondern auch der Titel. Beides versprach ein amüsantes Buch über eine Auswandererfamilie. Da Australien zu meinen Traumzielen gehört und ich jeden verstehen kann, der den Schritt dorthin wagt, kam ich an diesem Buch nicht vorbei.
Im Nachhinein jetzt muss ich leider sagen, dass Cover, Titel und selbst der Klappentext ziemliche falsche Erwartungen schüren. Dem Klappentext entsprechend hatte ich mich über interessante und amüsante Episoden aus dem Leben der Auswandererfamilie gefreut. Eben ein heiterer Blick hinüber auf den fünften Kontinent.
Das stimmt allerdings nur bedingt so. Natürlich geht es um Familie Wälterlin. Darum, wie es dazu kam, dass sie ausgewandert sind. Darum, wie sie sich nach und nach ihr eigenes kleines Reich in dem Nest im Outback geschaffen haben, und wie sie dort leben. Da Urs Wälterlin als Journalist viel in Australien umher reist, bekommt man dabei auch einen Blick auf andere Gegenden dieses Kontinets gewährt, was für Abwechslung sorgt. Das fand ich ganz interessant und oft auch ziemlich spannend. Genauso wie die kleinen Abenteuer, die die Familie beim Bau ihrer Häuser erlebt. Oder wenn sie sich im Alltag mit den Australiern auseinandersetzen müssen, die sich von der Mentalität her doch sehr von der schweizer Familie unterscheiden. Das hätte für meinen Geschmack gerne das ganze Buch hindurch so weitergehen können, denn genau so etwas hatte ich erwartet.
Was ich klar nicht erwartet hatte, sind Moralpredigten darüber wie es in der Politik in Australien zugeht oder wie man auf diesem Kontinent mit der Landschaft und dem Klima umgeht. Und ich war auch nicht darauf vorbereitet, mich durch Wälterlins Kampf mit der Lokalpolitik lesen zu müssen. Das darf jetzt bitte niemand falsch verstehen. Ich finde nicht, dass all das uninteressant ist. Ganz im Gegenteil: sicher geht in Australien politisch einiges schief, selbstverständlich sollte man dort mit Land und Klima pfleglicher umgehen, keine Frage!
Aber mich erinnerte all das mehr an ein informatives Sachbuch, und das hatte ich mir nach dem Klappentext so nicht vorgestellt. Ich hätte gerne mehr über die Familie gelesen. Zum Beispiel mehr über die Bauarbeiten an den Häusern, mehr darüber, wie es den Kindern in der Schule ergeht, oder über den stetigem Kampf mit der Tierwelt wie salatfressenden Kängurus oder gefährlichen Schlangen. Urs Wälterlin spricht alle diese Themen zwar an, schlägt aber immer direkt einen Bogen hin zu allgemeinen Problemen, die Australien betreffen und damit zusammenhängen. Und das hat für mich auch nicht viel mit “Unser Leben in Australien” zu tun, denn um die Familie geht es dabei häufig nur im Ansatz.
Dabei bleibt auch etwas auf der Strecke, worauf ich mich bei diesem Buch besonders gefreut hatte. Der Humor nämlich! Der Klappentext klingt nach einem Buch, bei dem man gerne mal schmunzeln oder lachen kann und das Covermotiv sieht ebenfalls ganz lustig aus. Ich weiß es nicht genau, aber wenn es hochkommt, dann habe ich während des gesamten Buchs höchstens fünfmal gelächelt oder gegrinst. Ziemlich dürftig für meinen Geschmack.

Für mich ließ sich das buch ganz unterschiedlich lesen. Die Kapitel zuhause bei der Familie, ihrem Haus, den Nachbarn usw flogen nur so dahin. Dagegen fielen mir Urs Wälterlins Ausführungen über Politik, Umwelt usw oft ganz schön schwer. Die entsprechenden Kapitel zogen sich so ganz ordentlich. Dabei sind sie keineswegs länger.

Das Cover gefällt mir immer noch sehr gut. Es sieht lustig aus und das Känguru mit seinem Kleinen sind ausgesprochen niedlich geraten. Das macht so wirklich Lust auf dieses Buch.

Fazit:  Ich bin wohl mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Schuld daran sind der Klappentext und das Cover, die beide eine heitere Lektüre über eine Auswandererfamilie versprechen. Da erwarte ich halt keinen kritischen Blick auf Land, Leute und Politik, sondern mehr Episoden aus dem Familienleben, bei denen man auch mal lachen kann. Sicher sind das wichtige Themen, aber darauf ist man nach einem ersten Blick auf das Buch halt nicht vorbereitet.


Titel:  Weit weg im Outback – Unser Leben in Australien
Autor: Urs Wälterlin
Seiten:  368
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 978-3548285351
Preis:  € 9,99

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Der kleine Kobold Schnapf (01)

Titel: Der kleine Kobold Schnapf / Verlag: Hanseklang / Spielzeit: ca. 55 min / Sprecher: Stefan Weißenburger, Tina Zehetmaier, Kai-Peter Boisen, Hannes Moorhahn ua

schnapfMüllalarm im Grimmerholz: Im Wald von Kobold Schnapf haben die Menschen eine Müllhalde errichtet, die von den Müllratten besetzt wurde. Wird es Schnapf und Freundin Lupine gelingen, den Müll samt den Ratten loszuwerden?

Der Watschelnde Komposthaufen: Schnapf und Lupine entdecken in ihrem Wald einen watschelnden Komposthaufen. Was führt er im Schilde? Steckt er mit den Müllratten unter einer Decke?

Caipiranjas: König Rättich sinnt auf Rache an Schnapf und seinen Freunden. Mit Hilfe von Magie verwandelt er die Fische im Waldteich in monströse Ungeheuer! Können Schnapf, Lupine und ihre Freunde die Sache wieder ins Lot bringen?


Ich fand Titel und Cover so niedlich, dass ich Schnapf unbedingt kennenlernen wollte. Die CD enthält gleich drei Geschichten um den kleinen Kobold und seine Einhörnchen-Freundin Lupine. Die Geschichten sind zwischen 17 und 24 Minuten lang und so genau richtig für die jungen Hörer. Was ich vor dem Hören nicht wusste war, dass mit dem Hörspiel der BUND Schleswig Holstein unterstützt wird und ein Euro je verkaufter CD dem Verband zugute kommt. Eine gute Sache, die mich zunächst skeptisch gemacht hat. Nichts finde ich schlimmer als wenn einem das wohltätige Ansinnen einer Geschichte quasi volle Breitseite geboten wird. Zum Glück konnte ich diese Sorge bald begraben. Natürlich hört man jeder Geschichte an, dass sie in Richtung Naturschutz geht und die Kinder dafür sensibilisieren möchte, aber es wird niemal zu dick aufgetragen dabei. Drumherum bekommt man drei Geschichten zu hören, die ansonsten einfach Spass machen und auch ein paar spannende Momente haben. Ganz so wie es Kindern entgegenkommen dürfte. Ich habe auch ein paar Mal grinsen müssen. Speziell die Dialoge und die gelegentliche Selbstüberschätzung einiger Charaktere fand ich sehr lustig. Und die Vorstellung von diesem Komposthaufen, wie er durch den Wald watschelt, ist sowieso der Knüller auf dieser CD. Vor der dritten Geschichte wird gewarnt, dass es nun gruselig werden würde. So weiß man zwar Bescheid, aber ich schätze, selbst Kinder werden die Geschichte bestens verkraften. Denn um Bösewicht König Rättich sind stets genügend depperte (und daher witzige) Untertanen herum, und als die Fische ihren Auftritt haben, da sind Schnapf und Lupine schon nicht mehr weit. Ich denke nicht, dass nach diesem Abenteuer jemand bei Licht schlafen muss.

Barney Hallmann hat mir als Erzähler gut gefallen. Er hat eine rauhe und sympathische Stimme und spricht seine Hörer immer mal wieder direkt an. Das trifft man in Kinderhörspielen von Heute viel zu selten an. Als ich Kind war, war das bei vielen Reihen normal. Dabei vermittelt es das Gefühl von Dabeisein und das ist doch prima! An Stefan Weißenburgers Stimme für Kobold Schnapf musste ich mich mit der ersten Geschichte zunächst gewöhnen. Es ist ihm aber gelungen, dass diese quäkige Stimme mich nicht genervt hat! Beachtlich! Und dann hatte ich mich auch schon dran gewöhnt. Das wird Kindern sicher leichter fallen. Tina Zehetmaier leiht Einhörnchen Lupine ihre Stimme und lässt es dabei gleichermaßen vornehm wie cool klingen.

Musikalisch ist das Hörspiel recht einfach gehalten. Es sind eingängige und muntere Stücke zu hören, denen man anhört, dass einen hier ein paar lustige Geschichten erwarten. Die Geräuschkulisse geht ebenfalls in Ordnung. Es ist alles da, was man braucht um sich die Szenen vorzustellen, ohne dass es überfordern könnte.

Das Cover ist mit dem Orange sehr auffällig und es beißt sich  toll mit Schnapfs Lila. Etwas erinnert Schnapf mich ja an einen Gremlin. Auf jeden Fall ist er niedlich und sieht lustig aus.

Fazit:   Drei kindgerecht spaßige und spannende Abenteuer von Schnapf und Lupine, die unaufdringlich darauf aufmerksam machen, dass man mit der Natur sorgsam umzugehen hat. Mir hat das CD Spass gemacht und ich würde mich freuen, wieder von Schnapf und Co. zu hören.

Auf Spurensuche (Andreas Kieling)

Titel: Auf Spurensuche / Spielzeit: ca. 150 min / erzählt von: Andreas Kieling

spurensucheInhalt:   Der beliebte Dokumentarfilmer und erfolgreiche Autor erzählt in seinem ersten Hörbuch von den Begegnungen in der wilden Natur Deutschlands. Neben den spannenden und lehrreichen Erzählungen von Andreas Kieling macht die Tatsache, dass alle Audioaufnahmen an authentischen Orten in Wäldern, Wiesen und Feldern stattgefunden haben, dieses Hörbuch zu einem besonderen Erlebnis. Wandern Sie mit Andreas Kieling durch die deutsche Natur, entdecken Sie die Spuren von Luchsen, hören Sie die Brunftschreie der Rothirsche und folgen Sie den Wildschweinrotten durch das Walddickicht.


Als ich auf dieses Hörbuch hingewiesen wurde, bin ich nicht gerade vor Begeisterung im Sechseck geflippt. Ich gebe es ja zu. Aber tiervernarrt wie ich bin, war zumindest eine gewisse Neugier da. Tja, was soll ich sagen? Kaum drehte die erste CD sich und Andreas Kieling begann zu erzählen, da war ich wie gebannt. Einerseits wegen seiner Art zu erzählen, andererseits aber auch, weil das was er erzählt, so unglaublich spannend und interessant ist. Ich muss gestehen, das hatte ich beim Thema “Wildtiere in Deutschland” überhaupt nicht erwartet! Hier geht es um Rotwild, den seltenen Luchs, Wildschweine, Wölfe, die erfreulicherweise wieder in Deutschland ansässig sind, Uhus und noch einige Tiere mehr. Über jedes Tier erfährt man hier eine ganze Menge, und auch wenn sicher nicht alles beim ersten Hören hängenbleibt, einiges bestimmt schon. So ging es mir jedenfalls. Und wenn man es dann noch mal hört, dann nimmt man wieder etwas mit. Dabei hat man reichlich Gelegenheit darüber zu staunen, was es in Deutschland alles an Tieren und Lebensräumen gibt, und wofür sich Menschen in dieser Richtung alles einsetzen. Da bekommt man richtig Lust, ebenfalls mal in die Eifel zu reisen oder auf den Brocken zu steigen um vielleicht auch das Glück einer tollen Tierbeobachtung zu haben. Gleichzeitig macht es aber auch  aufmerksam darauf, was man zB schon im Wald nebenan entdecken kann, wenn man weiß, worauf man achten muss. Ich fand das unglaublich und teilweise direkt schon rührend-schön. Da sitzt man so oft vor dem Fernseher und sieht sich Dokumentationen über die Tierwelt der Dschungel oder Wüsten an, und dabei hat man eine solch vielfältige und spannende Tierwelt im eigenen Land.

Oben steht explizit “erzählt von” und nicht wie üblich “gelesen von”. Die Aufnahmen für das Hörbuch wurden in freier Natur gemacht und tatsächlich erzählt Andreas Kieling einfach nur. Und das mit einer sehr angenehmen und völlig ruhigen Stimme, der ich gerne zugehört habe und die mich sofort gepackt hat. Anfangs dachte ich noch, diese Ruhe würde mich irgendwann “einschläfern”, aber während ich bei jedem anderen Hörbuch meist im Nu einschlafe, so hat mich Andreas Kieling problemlos wachgehalten 😉 Einfach toll! Und ich kann mir ausgezeichnet vorstellen, dass solch ein ruhiger Mensch als Tierfilmer erfolgreich ist.

Das Hörbuch wurde draußen in freier Wildbahn aufgezeichnet und entsprechend sind auch die dazugehörenden Geräusche zu hören. Bei dem Vogelgezwitscher habe ich immer wieder zum Fenster geschaut, weil ich dachte, das käme von draußen. Auch Wasserrauschen ist zu hören, das Geräusch der Schritte auf dem Waldboden, oder auch ein Flugzeug das während der Aufnahmen über das Team hinwegflog.

Das Digipak ist sehr schön gestaltet mit Fotos von Andreas Kieling bei den Aufnahmen und auch von Landschaften und Kielings Hündin Cleo <3. Im Booklet findet man weitere Fotos, entsprechend den Themen der einzelnen Kapitel. Kaum vorstellbar, dass man sowas quasi direkt vor der Haustür hat.

Fazit:  Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich bin reinewegs begeistert! Ein sehr spannendes, interessantes und auch lehrreiches Hörbuch, das herrlich unverkrampft daherkommt und niemals nach Schulunterricht klingt, sondern eher nach einem normalen Gespräch mit Andreas Kieling. Ein wenig Interesse an der heimischen Tierwelt sollte vorhanden sein, dann ist es wirklich ganz große Klasse!

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