Niederkaltenkirchen

Leberkäsjunkie (Rita Falk)

leberkaesjunkieSchluss mit Fleischpflanzerln von der Oma oder mit »Warmen« vom Simmerl – die Cholesterinwerte vom Eberhofer sind so hoch wie die Laune im Keller. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling: knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, da kennt sie kein Pardon.
Und dann dieser grausame Mord an einem Fremden in der Pension von der Mooshammer Liesl, der mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Warum hatte sich dieser Gast nach Niederkaltenkirchen verirrt? Und warum wollte man ihn so brutal aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der angolanische Fußballspieler Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf.

Zunächst erstmal ein ganz großes “Tut mir leid”, dass die Leserattz so lange pausiert hat was Rezensionen angeht. Ganze zwei Monate. Wahnsinn! Irgendwie fehlten mir Zeit und Lust zum Lesen. Das soll sich aber nun wieder einpendeln.
Das fällt umso leichter, wenn man mit einer Besprechung zu einem Buch aus einer absoluten Lieblingsreihe wieder loslegt
In diesem siebten Fall hält eine Brandleiche Eberhofer schwer auf Trab. Da an selbiger Brandpaste nachgewiesen wird, ist ziemlich klar: hier war ein Mörder am Werke. Hier ist nicht einfach durch ein Unglück die Pension der Mooshammerin abgebrannt!
Ich weiß noch, wie ich den ersten Fällen von Franz Eberhofer vorgeworfen habe, dass das ganze Drumherum ständig davon ablenkt. Und so unterhaltsam wie dieses Drumherum auch ist, das sollte bei einem Krimi eben nicht so sein. Inzwischen hat die Reihe sich in dieser Hinsicht wirklich gemacht! Speziell bei diesem Fall ist es mir aufgefallen, dass die Geschichte trotz aller Ablenkungen immer wieder recht zügig zum Krimi zurückfindet. Das sorgt einmal klar für Spannung, aber eben auch dafür, dass die Handlung griffig wirkt. Da kann man gut mitknobeln und bleibt durchweg gespannt und neugierig auf den Verlauf und das Ende dieses Falles.
Unterstützt wird Eberhofer einmal mehr durch Rudi Birkenberger. Und wenn der Franz zwischendrin nicht selber zugeben würde, dass Rudi durchaus ein cleveres Kerlchen ist, müsste ich mich an dieser Stelle ernsthaft beschweren. Birkenberger hat nämlich -auch wenn er oft übereifrig ist- etwas, das Franz oft gänzlich fehlt: Ehrgeiz, Motivation und Lust auf erforderliche Ermittlungen. Und solch ein “Kollege” an der Seite schadet Eberhofer defintiv nicht.
Selbstverständlich bekommt man auch hier wieder einiges aus Eberhofers Privatleben geboten. Und das hat es durchaus ebenfalls in sich. Zwangsdiät, das eher kühle Verhätnis zur Susi, sein Vater, der mit einer Verdächtigen seinen zweiten Frühling erlebt und dann auch noch mit der Mooshammerin unter einem Dach leben. Da sind Turbulenzen und zahlreiche lustige Vorfälle und Dialoge vorprogrammiert. Ich habe wieder mal richtig lachen müssen bei dieser Geschichte. Genau das ist auch einer der wesentlichen Gründe, wieso ich diese Krimirehe so mag. Sie macht einfach riesigen Spass!
Und bitte, bitte, liebe Rita Falk, tritt dem Franz ordentlich auf die Füße! Es kann doch wirklich nicht sein, dass bald so viele Fremde in Niederkaltenkrichen einfallen und alles reibungslos und ohne mörderische Vorfälle über die Bühne geht!

Wie nicht anders zu erwarten, liest sich auch dieser siebte Fall weg wie nichts. Und das trotz zahlreicher Dialoge mit ordentlich Dialekt. Eberhofer erzählt eben einfach so wie ihm der Schnabel gewachsen ist und das liest sich herrliche leicht und schnell. Die Dialoge lockern zusätzlich auf. Und die Kapitel haben wieder eine verführerische Länge, bei der man immer denkt ach, eines noch und dann ist man auch schon beim Ende angekommen. Am Ende sind ein Glossar gewisser Begriffe und Rezepte abgehängt.

Das Cover ist dieses Mal in typisch bayerisch Blau-Weiß-Rot kariert gehalten. Das passt prima! Der Feuerlöscher macht neugierig. Was hat es denn damit auf sich bei einem Krimi? Und das Leberkäsbrötchen mit dem Salatblatt daneben deutet eines von Eberhofers rein privaten Problemen an.

Fazit:  “Leberkäsjunkie” hat mir einmal mehr richtig gut gefallen! Die Geschichte lässt den Fall niemals zu lange aus dem Auge. So bleiben die Spannung und eine griffiger Eindruck durchweg bestehen. Das war nicht immer so in dieser Reihe, daher klar ein Daumenhoch dafür. Aber natürlich geschieht auch in Eberhofers Privatleben wieder eine ganze Menge, was für Turbulenzen und viel Witz und Spass sorgt.


Titel:  Leberkäsjunkie
Autor: Rita Falk
Seiten:  320
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423260855
Preis:  € 15,90 (broschiert)

Zwetschgendatschikomplott (Rita Falk)

Zwetschgendatschikomplott (Rita Falk)Der Rudi zieht ins Schlachthofviertel und staunt, als ihm eine riesige Krähe einen abgetrennten Frauenfinger zu Füßen legt. In ihrem sechsten Fall ermitteln der Eberhofer und der Rudi im Münchner Rotlichtmilieu – denn der Finger gehörte einer ermordeten Prostituierten. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe.

Endlich ist er da: der neue Fall für Franz Eberhofer! Es gibt wenige Bücher, denen ich jedes Mal so sehr entgegenfiebere wie Rita Falks Provinzkrimis.
Nun ermittelt der Eberhofer also in München. Ich muss zugeben, dass mir diese Entwicklung anfangs gar nicht gefiel, weil ich Angst hatte, dass so das Geschehen und die Figuren in Niederkaltenkirchen zu kurz kommen könnten. Andererseits sehe ich aber auch ein, dass man ein solches Nest nicht zum Sumpf des Verbrechens machen kann ohne dass es irgendwann unglaubwürdig erscheinen würde. In einer Großstadt wie München passiert einfach mehr. Dass dort mehr Verbrechen verübt werden als in einem Dorf ist klar. Somit ist das so zweifellos glaubhafter.
Außerdem habe ich bei diesem neuen Fall festgestellt, dass diese Trennung zwischen dem Mordfall in München und Eberhofers Familie in Niederkaltenkirchen dem Krimi eindeutig gut tut.
Sobald Eberhofer in München ist, geht es vornehmlich um die Morde und die Ermittlungen. Ging der Krimi in den Fällen aus Niederkaltenkirchen oft hinter dem übrigen Geschehen dort unter, so besteht diese Gefahr nun nicht mehr. In der Handlung in München steht der Krimi im Vordergrund. So kann man sich darauf besser konzentrieren und sogar mitknobeln. Außerdem hinterlassen die grausigen Taten so viel mehr Eindruck. Gemeinsam mit Eberhofer und dem Birkenberger geht man auf die Jagd nach dem Mörder, und was die beiden da abliefern, das kann man problemlos als Ermittlungen durchwinken. Gewürzt natürlich mit den üblichen Zickereien und Wortgefechten, aber man hat das Gefühl echter Nachforschungen. Das war bei den Fällen in Niederkaltenkirchen selten wirklich der Fall. Somit geht es spannend zu und ein Dreh kurz vor Ende sorgt nochmal für zusätzliche Brisanz. Da darf man mit Recht Angst um Eberhofer haben.
Jeden Arbeitstag fährt er morgens nach München und abends zurück nach Niederkaltenkirchen. Somit bekommt auch das Geschehen dort ausreichend Raum und kommt keineswegs zu kurz. Ich war ehrlich froh, dass meine Befürchtung nicht eintraf. Denn ich mag die Niederkaltenkirchener und ohne sie wäre ein Eberhofer-Krimi kein Eberhofer-Krimi.
Dieses Mal geht es auch im Dorf ordentlich rund. Es soll ein Hotel gebaut werden. Während einige Dorfbewohner -meist aus eigennützigen Moitven heraus- durchaus von der Idee angetan sind, so ist die Mehrheit klar dagegen. Und wer die schrägen und oft extremen Charaktere ein wenig kennt, der wird ahnen, dass da ordentlich die Fetzen fliegen. Ich konnte beide Parteien ganz gut verstehen und war entsprechend neugierig, wie der Disput ausgehen würde. Bis zur Auflösung habe ich das Geschehen mit größtem Vergnügen verfolgt und oft lachen müssen über den Einfallsreichtum einiger Niederkaltenkirchener. Da wird echt wortwörtlich bis aufs Blut für die eigene Überzeugung gekämpft. Manchmal tun es aber auch subtilere Mittel. Beispielsweise, wenn es im Dorf plötzlich kein Fleisch und keine Wurst mehr zu kaufen gibt. Wie heißt es so schön? Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt…auch das Aushungern der Gegenseite.
Mit der Liebe steht Eberhofer weiterhin auf Kriegsfuß. Zwischen Susi und ihm ist es aus, doch dann liegt sie plötzlich schwanger im Krankenhaus. Ich kann mir zwar kein bodenständiges Paar mit den beiden vorstellen, aber irgendwie gehören sie für mich einfach zusammen. So habe ich genau wie Eberhofer sehr gehofft, dass mit Susi und dem Kind alles gut wird. Und ich fand es total süß, wie viele Gedanken er sich darüber macht. Ganz so ein ungehobelter Klotz ist er eben doch nicht!

Ich habe mit den Krimi bewusst auf zwei Abende aufgeteilt um länger etwas davon zu haben. Es wäre aber ganz leicht gewesen, ihn in einem Rutsch zu lesen. Eberhofer erzählt wie ihm der bayerische Schnabel gewachsen ist, locker und flockig mit Humor und einem guten Schuss Dialekt. Das liest sich weg wie nichts. Die Kapitel sind dieses Mal ein wenig länger als bei den vorigen Bänden. Jedenfalls war das mein Eindruck. So kommt man mit jedem Kapitel ein ordentliches Stück voran.

Das Covermotiv bietet die von den Vorgängerbänden bekannte Mischung aus typisch bayerischen Elementen wie zB dem Dirndl oder dem Blick auf das Oktoberfest und Krimi-Elementen, beispielsweise die Waffe und die Blutflecken am Ärmel des Dirndls. Die Krähe verheißt ebenfalls nichts Gutes.

Fazit:  Ich hatte Zweifel, muss nun aber zugeben, dass die Trennung München – Kaltenkirchen den Krimis gut tut. Eberhofers Fälle und Ermittlungen stehen im München-Teil ganz klar im Vordergrund. Es gibt nichts, was sie dort zurückdrängt. Entsprechend spannend und grausig geht es zu. Doch Niederkaltenkirchen kommt keineswegs zu kurz, zumal Eberhofer nach Feierabend dorthin zurückkehrt und so noch immer voll mitbekommt, was im Dorf vor sich geht. Und das ist in diesem Krimi fast genauso spannend wie der Mordfall. Mir hat “Zwetschgendatschikomplott” wieder sehr viel Spass gemacht!


Titel:  Zwetschgendatschikomplott
Autor: Rita Falk
Seiten:  272
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423260442
Preis:  € 14,90 (broschiert)

Winterkartoffelknödel – Filmhörspiel

Titel: Winterkartoffelknödel – Filmhörspiel / Verlag: Der Audioverlag / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz ua

winterkartoffelknödelInhalt: Franz Eberhofer, vor kurzem noch ein angesehener Kommissar bei der Münchner Polizei, wird strafversetzt – ausgerechnet in sein niederbayerisches Heimatdorf. Dort treiben ihn zwar seine stocktaube Großmutter und sein Beatles hörender Vater in den Wahnsinn, doch ansonsten geht es in seinem Leben eher beschaulich zu. Bis eines Tages eine Reihe von seltsamen Unfällen die Idylle stört und seinen kriminalistischen Ehrgeiz weckt. Franz Eberhofer ermittelt in seinem ersten Fall und entlarvt die heile Welt der Dorfgemeinschaft als trügerisch.


Ich bin bekanntlich ein riesiger Fan von Franz Eberhofer und seinen Krimis. Ich habe alle Bücher gelesen, alle Hörbücher gehört und “Dampfnudelblues” konnte ich durch einen glücklichen Zufall sogar im Kino anschauen. Bei “Winterkartoffelknödel” ist mir das leider nicht gelungen. Was für eine blöde Kinopolitik, aber echt! Das Filmhörspiel sollte ein kleiner Ersatz sein, aber es ist hier genauso wie bei so vielen anderen Filmhörspielen: es funktioniert einfach nicht. Natürlich bekommt man mit, um was es in diesem Fall geht, aber trotzdem wirkt die Geschichte abgehackt. Das liegt vor allem an den vielen Erzählerpassagen, in denen man gesagt bekommt, was man sonst auf der Leinwand sehen könnte. Das bringt die Story aus dem Fluss und erschwert es außerdem, dass man bei der Sache bleibt. Das ist schade, denn eigentlich ist die Geschichte wirklich gut und der Krimi auch spannend, doch als Hörspiel kam das bei mir absolut nicht so an. Genauso wenig wie der Humor. Was habe ich bei dem Buch gelacht. Bei dem Hörspiel nicht ein einziges Mal. Das ist echt so bedauerlich, das kann ich kaum in Worte fassen.

Es ist ein Filmhörspiel, daher hört man hier natürlich die Schauspieler aus dem Film. Allen voran Sebastian Bezzel, der nicht nur den Franz Eberhofer spielt, sondern außerdem noch als Erzähler im Einsatz ist. Das allerdings mit einem Tempo, dass man ihm im Gehen die Hose flicken könnte. Dabei redet er in der Geschichte doch durchaus flott. Wieso hat das als Erzähler nicht auch so geklappt?

Das Cover gleicht dem Filmplakat und ist für mich noch das Beste an diesem Hörspiel. Ich mag halt den Eberhofer und Sebastian Bezzel in dieser Rolle, und seinen Kumpel den Birkenberger mag ich genauso. Für bayerisches Flair sorgen die rotkarierte Tischdecke und die Kuckucksuhr.

Fazit:  “Winterkartoffelknödel” ist als Buch und Hörbuch absolut mein Fall, als Hörspiel konnte es mich nicht überzeugen. Filmhörspiele sind eine heikle Sache und hier hat es für mich einfach nicht funktioniert. Möglich, dass ich das anders sehe, wenn ich weiß der Himmel wann mal den Film gesehen habe.

Sauerkrautkoma (Rita Falk)

sauerkrautkomaWeil sich der Eberhofer in Niederkaltenkirchen bei der Verbrechensbekämpfung so verdient gemacht hat, wird er in die bayerische Metropole des Verbrechens versetzt. Gut nur, dass die Oma ihn mit Care-Paketen versorgt. Doch kaum hat der Franz den Sessel im Präsidium angewärmt, da geht’s auch schon los mit der großstädtischen Kriminalität. Als nämlich der Papa zum ersten Mal im Admiral daherkommt, wird ihm sogleich der Wagen geklaut. Der taucht zwar bald wieder auf, doch damit fängt der Stress erst richtig an: Im Kofferraum befindet sich die Leiche einer jungen serbischen Frau. Offenbar erwürgt. Die Spuren führen den Franz in eine ihm völlig fremde Welt: nach Grünwald.

So sehr ich auf “Sauerkrautkoma” hingefiebert habe, ich hatte auch meine Bedenken. Denn der Franz gehört für mich nirgendwo anders hin als nach Niederkaltenkirchen. Wo die Oma ist, sein Vater, die Susi, seine Kneipenkumpels und Hund Ludwig. Die Versetzung nach München hatte für mich den unangenehmen Beigeschmack davon, dass Niederkaltenkrichen die Kriminellen ausgegangen sind.
Immerhin ist Franz auch nicht begeistert von seiner Versetzung, was für die ersten Schmunzler sorgte. So richtig lachen musste ich dann über seine WG-Versuche, und das hat mich direkt etwas getröstet. Denn wenn Eberhofer auch in München so witzig sein kann, dann könnte ich mich vielleicht doch damit anfreunden.
Aber ich war doch ganz schön froh als sich herausstellte, dass Niederkaltenkirchen seine familiären Finger bis nach München ausstreckte. Umso schöner, dass damit gleich ein Leichendfund verbunden ist. Ausgerechnet im Kofferraum vom alten Admiral vom Papa liegt die Leiche einer jungen Frau. Damit ist eine deutliche Verbindung nach Niederkaltenkirchen gegeben. Und da sich Eberhofer in München eh nicht so recht wohlfühlt, ist er auch immer mal wieder im Dorf anzutreffen. Das fand ich schön ausgewogen und damit war ich mit München endgültig versöhnt.
Die Nachforschungen um die Leiche führen Eberhofer  in eine recht vornehme Gegend nahe München, der jegliche Gemütlichkeit fehlt. Entsprechend exotisch nimmt sich der Franz dort auch aus. Wo doch Niederkaltenkirchen solch ein uriges Dorf ist. Der Unterschied ist krass, und das spürt man. Er hat auch den größten Reiz an seinen Ermittlungen ausgemacht. Denn weil sie sich auf einige wenige verdächtige Personen beschränken, kann man ziemlich bald 2 und 2 zusammenrechnen und hat prompt erst denjenigen, der für eine Besonderheit an der Leiche verantwortlich ist, und wenig später dann auch den Täter. Beides ist am Schluss also keine allzu große Überraschung.
Neben dem Fall kämpft der Franz aber noch an einer ganz anderen, privaten Front. Ich fand es spannender, dem zu folgen als den Ermittlungen. Wobei ich es mir eigentlich nicht vorstellen konnte, andererseits aber doch so sehr darauf gehofft hatte. Näheres dazu möchte ich hier gar nicht verraten. Nur dass ich am Ende tierisch sauer auf Eberhofer war! Dabei mag ich ihn ja total, aber sich einen solchen Aussetzer zu leisten…liebe Oma Eberhofer, dafür darfst du ihm gerne von mir eine Ohrfeige geben!
Trotzdem hat mir das Buch wieder unheimlichen Spass gemacht und ich habe sehr dabei gelacht. Ich mag einfach diesen bissigen Humor, Eberhofers recht radikale Art, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt, und die Situationskomik vieler Szenen. Eberhofer, seine Familie und Freunde…das ist einfach ein Haufen liebenswerter Chaoten. Und all das trifft genau meinen Sinn für Humor.

Wie bei jedem Eberhofer-Krimi war ich auch mit “Sauerkrautkoma” an einem Abend durch. Eberhofers locker- flapsige Erzählweise liest sich einfach super leicht und höchstvergnüglich. Und wenn ich Spass bei Lesen habe, dann fliegen die Seiten nur so dahin. Außerdem haben die Kapitel eine appetitliche Länge. Mit jedem kommt man ein gutes Stück voran.

Optisch reiht sich das Buch problemlos in die Reihe im Regal ein. Essen spielt ja immer eine wichtige Rolle in den Krimis. Und auf den letzten Seiten findet man immer ein paar Rezepte aus dem Fundus der Oma. Da pssen Sauerkraut, Würstl und die Maß gut. Das Fenster habe ich erst auf den zweiten Blick entdeckt. Eine schöne Idee mit dem Blick auf München.

Fazit:  Ich bin froh, dass es Eberhofer nicht total nach München verschlägt, sondern Niederkaltenkirchen weiterhin der zentrale Ort der Krimis bleibt. Der Fall hier schickt den Franz in eine feine Gegend, wo er geradezu exotisch wirkt, so burschikos wie er ist. Das ist reizvoll. Dafür fand ich den Fall sonst nicht allzu spannend. Weil es nur eine Handvoll Verdächtige gibt, ist es nicht schwer, auf den Täter und weitere Beteiligte zu kommen. Da habe ich Eberhofers private Turbulenzen als spannender empfunden. Und mich am Ende total über ihn geärgert. Und das will was heißen, so sehr wie ich ihn eigentlich mag!

Danke an den dtv für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi
Autor: Rita Falk
Seiten:  272
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423249874
Preis:  € 14,90 (broschiert)

Sauerkrautkoma (Rita Falk / Christian Tramitz)

Titel: Sauerkrautkoma / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 409 min / Buch: Rita Falk / gelesen von: Christian Tramitz

sauerkrautkomaInhalt: In München steht ein Hofbräuhaus und seit Neuestem auch der Bürostuhl vom Franz Eberhofer. Weil der sich in Sachen Verbrechensbekämpfung so verdient gemacht hat, wird er in die bayerische Metropole versetzt. Doch kaum kommt der Papa mitsamt Oma zu Besuch, gibt s auch schon Stress: Das Auto vom Papa wird geklaut und taucht wenig später wieder auf samt Leiche im Kofferraum. Und auch in Niederkaltenkirchen ist der Deibel los. Leopold, die alte Schleimsau, zieht wieder bei den Eberhofers ein. Und dann gräbt so ein schmieriger Typ auch noch die Susi an.


Ich hatte ja schon so meine Bedenken. Der Franz in München? Für mich gehört er nirgends sonst hin als nach Niederkaltenkirchen. Da hat es mich natürlich gefreut, dass die Verbindung dorthin keineswegs abreißt. Die Geschichte teilt sich diese beiden Schauplätze sehr fair. Eberhofers Fall spielt sich hauptsächlich in München, bzw einem sehr vornehmen Teil davon ab. Dort wirkt der eher burschikose Eberhofer arg exotisch, aber wie sie herausstellt, funktionieren seine Ermittlungsmethoden auch dort ganz prima! Als Hörer hat man zwar irgendwann eine ziemlich eindeutige Idee, was dort vor sich geht, aber es macht trotzdem Spass, Eberhofer bei seinen Ermittlunge zu begleiten. Und abschließend kommt man unweigerlich zu der Erkenntnis: egal, wie vornehm die Leute sind, Abgründe tun sich überall auf.
In Niederkaltenkirchen hat Eberhofer auch ganz schön Action um sich. Erstens ist sein ungeliebter Bruder wieder eingezogen und zweitens gräbt so ein Fatzke die Susi an. Beides geht natürlich gar nicht. Und Eberhofer nimmt beides auf seine ganz eigene Art in Angriff. Über seinen Dauerclinch mit seinem Bruder kann ich immer wieder schmunzeln. Der Kampf um Susi schlägt dagegen bald eine Richtung ein, die ich spannender fand als den Krimi an sich. Und auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass Eberhofer die Sache am Ende in den Sand setzen würde, habe ich mich dann doch total darüber geärgert. Okay, es wäre eigentlich undenkbar gewesen, aber…hört selber

Christian Tramitz hat mir hier einmal mehr super als Sprecher gefallen. Er hat den passenden Dialekt und trifft genau den richtigen Ton für Eberhofer. Für die übrigen Figuren hält er ebenfalls passende Stimmen parat, sodass man immer weiß, woran man ist. Und auch das Augenzwinkern und der Humor der Geschichte klingt immer unverkennbar durch.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Durch das Fenster hat man einen Ausblick auf die Dächer von München, wo ja ein Teil der Handlung spielt. Mit dem karierten Tischtuch, dem Teller und der Maß Bier ist man dagegen ganz und gar in der Küche der Oma in München. So sind beide Schauplätze prima kombiniert. Mich würde interessieren, ob einer der Hunde hinter CD 4 vielleicht der Ludwig ist?

Fazit:  Eberhofer funktioniert einwandfrei auch in München, wo sich dieser neue Fall abspielt. Auch wenn er nicht allzu lange wirklich spannend ist, ist er doch dadurch interessant, dass der Franz in vornehmen Gegenden ganz schön exotisch wirkt. Doch auch in Niederkaltenkirchen ereignet sich Dramatisches, sodass der Bezug dorthin weiterhin gegeben ist. Und spaßig geht es von Anfang bis zum Ende zu. Es gibt also nichts, was der Fan hier vermissen könnte.

 

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