Oetinger Audio

Tagebuch einer Killerkatze (Anne Fine / Mechthild Großmann)

Titel: Tagebuch einer Killerkatze / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 33 min / Buch: Anne Fine / gelesen von: Mechthild Großmann

killerkatzeInhalt: Tatort: Vorgarten! Katze Kuschel versteht die ganze Aufregung nicht, als sie stolz ein neues Geschenk für ihre Menschenfamilie auf die Fußmatte legt. Etwas dreckig vom Gezerre durch den Garten, sonst gut erhalten und mausetot: Hase Hoppel von den Nachbarn. Panik bricht in der Familie aus – der Hase muss zurück in den Stall! Und so rücken ihm Elli und ihre Eltern mit warmem Wasser, Bürste und Föhn zu Leibe.


Auf dieses Hörbuch hatte ich mich sehr gefreut. Der Titel klingt witzig, das Cover ist ausgesprochen niedlich und die Inhaltsangabe verspricht so einiges an Vergnügen. Vielleicht waren meine Erwartungen dadurch etwas arg hoch gesteckt, das kann sein.
Leider fand ich die Geschichte dann nicht einmal ansatzweise so spaßig wie gedacht. Natürlich hat es mir gefallen, dass anfangs erklärt wird, wie normal solches Jagdverhalten für Katzen ist. Und ja, als die Sache mit Hoppel ins Rollen kommt, kommt auch ein wenig Spannung auf: wird die Familie Kuschels Tat vertuschen können? Und irgendetwas an der Sache stimmt doch nicht, was könnte das sein? Ohne Frage, da kann man miträtseln.
Mir kam aber einfach der Spass viel zu kurz, den Inhaltsangabe und Titel verheißen. Ich habe kein einziges Mal geschmunzelt, geschweige denn wirklich gelacht. Dabei ist das Geschehen sicher ganz witzig, wenn man es sich vorstellt. Wie zB der Hase gebadet und geföhnt wird, aber Kuschel erzählt praktisch staubtrocken davon. Wie soll man dabei lachen können?
Und als der Familienvater gegen Ende die Katzenklappe so umbaut, dass Kuschel alleine zwar raus, aber nicht mehr rein kann, und ihr dann noch rät, sich zu verlaufen oder ganz abzuhauen, da war es bei mir dann endgültig vorbei.

“Souverän geschnurrt und geknurrt von Mechthild Großmann”, so steht es auf der rückwärtigen Seite des Booklets. Das stimmt soweit. Mechthild Großmmans tiefe , raue Stimme erinnert wirklich oft an das Schnurren einer Katze. Was dabei allerdings auf der Strecke bleibt, ist eine gewisse Lebendigkeit. Die klingt nur durch, wenn sie die übrigen Familienmitglieder spricht. Ich finde allerdings, dass auch Kuschel etwas mehr Lebendigkeit gut gestanden hätte. Sicher hätte auch das zur Heiterkeit beigetragen.

Zu Beginn und zwischendurch sind fröhliche Musikstücke zu hören, die zum Mitwippen einladen. Das steht der Geschichte und lockert auf, was ich bei einem Kinderhörbuch immer gut finde.

Wie eine Killerkatze sieht Kuschel auf dem Cover nicht gerade aus, oder? Ich finde sie ganz niedlich geraten und der gewitzte Blick passt zu ihren “Schandtaten”. Und warum sie eine Killerkatze ist, das sieht man direkt. Die arme Maus! Aber nun, das ist eben die Natur einer Katze.

Fazit:  Mich hat das “Tagebuch einer Killerkatze” leider enttäuscht. Die Geschichte ist zwar ganz spannend und erklärt gut, dass Jagdverhalten für Katzen völlig normal ist, aber schräg und katzenkomisch fand ich die Story beim besten Willen nicht.

Weihnachten mit Astrid Lindgren

Titel: Weihnachten mit Astrid Lindgren / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 192 min auf 3 CDs / Buch: Astrid Lindgren / gelesen von: Laura Maire, Peter Weis, Ursula Illert ua

lindgrenxmasInhalt: Wie verbringen eigentlich Astrid Lindgrens beliebteste Kinderbuchhelden die Weihnachtstage? Na so: Pippi Langstrumpf macht anderen Kindern tolle Geschenke. Lotta aus der Krachmacherstraße beschließt, das Weihnachtsfest zu retten. Madita muss mit Schnupfen das Bett hüten, während sich ihre kleine Schwester Lisbeth im verschneiten Wald verirrt. Die Kinder aus Bullerbü tanzen um den Baum, Michel aus Lönneberga feiert und der Wichtel Tomte Tummetott bewacht das Haus, wenn alle schlafen.


Ich bin mir sicher, dass ich kein besseres Hörbuch für die letzte Rezi vor Weihnachten finden konnte. Dabei bin ich gar kein so großer Lindgren-Fan. Natürlich kenne ich ihre Figuren dem Namen nach und habe hier und da mal eine Folge im Fernsehen gesehen, aber weiter reichte mein Wissen bislang nicht.
Mit diesem Hörbuch habe ich sie nun alle kennengelernt und so manche Figur wieder getroffen, und zwar in Geschichten, die sich allesamt um Weihnachten drehen. Ich habe schon lange keine solch schönen, teilweise rührenden und so stimmungsvollen Weihnachtsgeschichten mehr gehört oder gelesen. So wünscht man sich als Kind die Weihnachtszeit: mit viel Schnee, allerlei schönen Bräuchen um das Fest, Geschenken, Familie und Freunden und dem einem oder anderen kleinen Abenteuer. Nun ja, jedenfalls sollte man sich als Kind ein solches Fest wünschen.
Viel ist davon heute ja leider nicht mehr übrig. Aber wenn es Geschichten gibt, die Kinder wieder auf all diese kleinen, schönen Dinge aufmerksam machen können, dann sind es diese hier! Mit den liebenswerten Charkateren freundet man sich im Nu an und selbst ich habe mir mehr als einmal gewünscht, bei ihnen zu sein, mit ihnen auf Weihnachten hinzufiebern, mit ihnen zu backen, im Schnee zu toben und zu spielen. Und ich bin aus Pippis, Lottas und Maditas Alter längst heraus und kann mit Winter und Schnee sonst gar nichts anfangen. Bei allen Geschichten kommt einfach ein so wohliges Gefühl von Geborgenheit und (Vor)weihnachtszeit auf, dass ich darin hätte baden können. Wunderschön!

Eine ganze Riege bekannter und beliebter Sprecher sind hier als Erzähler am Werke. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, Peter Weis hier zu hören. Seine Stimme wird immer zu meinen Favoriten zählen und sie passt wunderbar zu den Geschichten, die er liest. Ursula Illerts Stimme ist wie gemacht für die Erzählungen um Tomte Tummetott. Und auch Dagmar Dreke, Laura Maire und die übrigen Sprecher liefern einen erstklassigen Job ab. Es ist auch ihnen anzurechnen, dass man sich beim Hören so wohl fühlt.

Zwischen den Geschichten sind lebendige kleine Musikstücke zu hören. Auch sie fallen stimmungsvoll aus und fügen sich hervorragend in das Hörbuch ein.

Die drei CDs stecken in einer Kunststoffbox, die in einem wunderschönen Schuber ins Regal einzieht. Zwei fröhliche Kinder im Schnee, im Hintergrund ein Weihnachtsbaum und ein Haus, aus dessen Fenstern ein gemütlicher Lichtschein dringt. Darüber ein goldenerTitelschriftzug, der im Licht schimmert und glänzt. Das sieht absolut edel aus.

Fazit:  Für mich wird diese Box ab sofort zu jedem Weihnachten dazu gehören. Wunderschöne, stimmungsvolle, lustige, aber auch mal spannende Geschichten mit absolut liebenswerten Figuren. Ich bin begeistert!

Die sagenhafte Saubande (01) – Kommando Känguru (Nina Weger / Stefan Kaminski & Cathlen Gawlich)

Titel: Die sagenhafte Saubande (01) – Kommando Känguru / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 166 min auf 2 CDs / Buch: Nina Weger / gelesen von: Stefan Kaminski, Cathlen Gawlich

saubande01Inhalt: Unglaublich: Der neunjährige Matheo kann mit Tieren sprechen. Dabei mag er Tiere noch nicht mal besonders. Doch bei einem Ausflug in den Safaripark freundet er sich mit den Pudeln Toffy und Nero an. Und braucht schon bald ihre Hilfe: Im Park ist ein Känguru auf mysteriöse Weise verschwunden. Gemeinsam nehmen Matheo, das freche Mädchen Polly, die beiden Pudel sowie Spürschwein Max und Krähe Dr. Black die Spur auf.


Auf diese Geschichte war ich neugierig seit ich zum ersten Mal die Buchvorlage in Händen hielt. Eine Geschichte mit so vielen Tieren, das musste etwas für mich sein.
Nun habe ich “Kommando Känguru” also gehört statt es zu lesen, aber das bereue ich auf gar keinen Fall. Im Gegenteil, ich werde der Reihe als Hörbuch treu bleiben.
Der kleine Metheo kann mit Tieren sprechen. Was für manchen Tierfreund ein Traum ist, ist für Matheo eher ein Fluch, denn niemand glaubt ihm. Und wenn ihn jemand dabei erwischt, wird er im Nu als bekloppt abgestempelt. So findet man natürlich keine Freunde. Matheo tat mir ziemlich leid und ich hoffte wirklich, der Besuch im Safaripark würde ihn ein bisschen aufmuntern. Doch ehe er es sich versieht, stolpert er dort in ein echtes Abenteuer.
Wer hat das Känguru Alice Springs entführt? Steckt die Direktor des Safari Parks dahinter? Und wie kann man Alice retten? Im Laufe dieses Abenteuers erkennt Metheo, dass es keineswegs ein Fluch ist, wenn man mit Tieren sprechen kann. Nach und nach schließen sich ihm immer mehr Tiere dabei an, die Wahrheit über Alice Springs Entführung herauszubekommen und es entsteht eine echte Freundschaft zu den Tieren. Die beiden Pudel waren mir zwar ab und zu etwas zu hibbelig, aber dafür sind sie richtig clever. Genau wie das Ermittlerschwein Max, das sogar mal bei der Polizei gearbeitet hat. Und die Krähe Dr. Black hilft aus der Luft. Das macht Spass, man lernt etwas über die verschiedenen Tiere, und vor allem sind Matheo und sie ein richtig tolles Team, das zusammenhält. Schließlich stößt noch Polly zu der Truppe, ein rotzfreches, aber liebenswertes Mädchen aus der Nachbarschaft, dass es ebenfalls nicht leicht hat. Dafür ist sie sehr mutig!
Ich fand die Nachforschungen dieser ungewöhnlichen Truppe ganz spannend und es hat mir Spass gemacht, gemeinsam mit ihnen zu knobeln, wer hinter der Entführung steckt. Allerdings sah es etwa auf der Hälfte so aus als sei der Fall bereits gelöst. Das wäre mir zu früh gewesen und ich war auch enttäuscht, dass die Auflösung so einfach sein sollte. Andererseits, was sollte dann in der anderen Hälfte noch passieren? Genau, da erlebt man eine Wendung, die ich so nicht hatte kommen sehen und die den Fall in ein völlig neues Licht rückt. Nun wird es erst recht schwierig und gefährlich für die Freunde und die Geschichte legt in Sachen Spannung nochmal ordentlich nach.

Die Geschichte wird abwechselnd von Stefan Kaminski und Cahtlen Gawlich erzählt. So fällt es leichter, dem Hörbuch länger aufmerksam zu folgen. Bei nur einem Sprecher finde ich das oft etwas mühsam. Natürlich ist “Kommando Känguru” wie gemacht für diese beiden Sprecher, zumal sie hier aus ihrem Stimmenfundus aus dem Vollen schöpfen können. Wie schon gesagt waren mir die beiden Pudel hin und wieder zu hektisch, und auch das ewige Gekläffe vor jedem Satz hätte ich nicht gebraucht. Genau wie die dauernden Pupsgeräusche, wenn Schwein Max zu Wort kommt. Aber vielleicht bin ich einfach nur aus dem Alter raus, in dem man das witzig findet. Kann sein. Im Verhältnis sind das aber Kleinigkeiten. In Summe kann man Stefan Kaminski und Cathlen Gawlich für ihre Darbietung hier nur bewundern.

Auf dem Cover sieht man die Saubande voll in Aktion. Und mit dem “Gesucht”-Plakat wird auch schnell deutlich, um was es in der Geschichte geht. Sicher ein Motiv, das eine Szene gegen Ende darstellt, denn da ist ordentlich Schwung drin. Witzig finde ich die Köderangel, mit der Schwein Max auf Trab gehalten wird.

Fazit: Ich werde mir sicher auch das nächste Abenteuer der Saubande anhören. Eine spannende und witzige Geschichte um eine Entführung und das Thema Freundschaft. Wer Tiere liebt und Kinderkrimis für Kids im Alter ab acht Jahren mag, der sollte sich “Kommando Känguru” nicht entgehen lassen.

Max und die Wilde 7 – Das schwarze Ass

Titel: Max und die Wilde 7 – Das schwarze Ass / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 214 min auf 3 CDs / Buch: Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner / gelesen von: Simon Jäger

maxundsiebenInhalt: Oh je, die langweiligsten Ferien aller Zeiten stehen bevor! Der neunjährige Max ist mit seiner Mama, einer Altenpflegerin, ins Seniorenheim gezogen. Doch auf Burg Geroldseck herrscht große Aufregung: Ein Einbrecher treibt hier sein Unwesen. Ehe Max sich versieht, ist er in einen handfesten Kriminalfall verstrickt und findet ausgerechnet in den verrückten Senioren von Tisch Nr. 7 Freunde. Denn obwohl Vera, Horst und Kilian zusammen über 200 Jahre älter sind als Max – von gestern sind sie noch lange nicht!


Bei diesem Hörbuch machte mich das lustige Cover neugierig und prompt wollte ich wissen, auf wen oder was Max und die drei Senioren dort lauern. Allerdings dauert es eine ganze Weile ehe die Detektivgeschichte in die Gänge kommt. Zunächst muss der Hörer natürlich erstmal erfahren, wer Max ist, wieso er mit seiner Mutter in einem Seniorenheim lebt, wie es ihm an seinem ersten Tag in der neuen Schule ergeht und wer überhaupt die Wilde 7 ist.  Max tat mir bald ganz schön leid, weil er in der Schule so sehr dafür gehänselt wird, dass er in einem Seniorenheim lebt. Das ist wirklich gemein, denn eigentlich ist Max ein ganz netter Junge und auch ganz schön clever.  Die Wilde 7 sind drei Rentner, die alles andere als senil sind und im ganzen Heim den Ruf als Unruhestifter weghaben. ZUgegeben, ein Seniorenheim ist ein ungewöhnlicher Schauplatz für eine Detektivgeschichte für Kinder, aber sie funktioniert wunderbar. Und womöglich sorgt es sogar für mehr Respekt und Toleranz gegenüber etwas schrulligen älteren Menschen. Das wäre zumindest wünschenswert.
Dennoch zog der Anfang sich für mich ganz ordentlich. Aber als ich gerade dachte, dass ich es wohl nicht fertig hören würde, wenn nicht bald etwas geschieht, ging es plötzlich los und mit einem Mal wollte ich mit dem Hören gar nicht mehr aufhören. “Das schwarze Ass” ist eine waschechte Detektivgeschichte, wie ich sie auch schon als Kind sicher geliebt hätte: mit Ermittlungen, Kombinieren, Auskundschaften und manch waghalsiger Aktion. Speziell darin sind sich Max und die drei Senioren ausgesprochen ähnlich, so dass es immer wieder zu spannenden Szenen kommt. Vera, Horst und Kilian mochte ich auf Anhieb, so rüstig und gewitzt wie sie drauf sind. Max gefiel mir ja bereits von Anfang an. Deshalb hat er mir riesig Spass gemacht, sie bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Zudem sind alle vier immer für einen lustigen Spruch gut.
Ich denke, für Kinder ist die Geschichte spannend bis zum Schluss an dem Max wahrlich über sich hinauswächst. Ich war mir früh, aber nicht zu früh (!) relativ sicher, wer der Dieb ist. Für mich blieb dafür noch die Frage nach dem Motiv offen.

Simon Jäger wird wohl immer mein Lieblingssprecher bleiben. Daher habe ich mich riesig gefreut, ihn hier zu hören. Erfreulicherweise verstellt er seine Stimme für Max nicht. Stattdessen hört man alleine am Ton, dass Max noch ziemlich jung ist. Besonders hat Simon Jäger mir aber als Fußball-Opa Horst gefallen. Einfach herrlich!

Wie schon geschrieben, hat mir das Cover sofort gefallen. Ich finde Max und die rüstigen Rentner sehr witzig wie sie da um die Ecke nach dem schwarzen Schatten spähen. Der Schatten bürgt für eine spannende Geschichte. Mich erinnert das Motiv ziemlich an die ganz alten Cover der Buchreihe “Geheimnis um…”. Beispielsweise an “Geheimnis um eine giftige Feder” oder “Geheimnis um einen unsichtbaren Dieb”. Und weil ich die Bücher toll finde, mag ich diese Ähnlichkeit.

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Fazit:  Mir hat “Max und die Wilde 7 – Das schwarze Ass” nach einem etwas langatmigen Anfang sehr, sehr gut gefallen. Spannend, lustig und ein waschechter Krimi, wie ich ihn sicher auch also Kind schon gerne gemocht hätte. Hoffentlich lösen Mx, Kilian, Vera und Horst noch viele weitere Fälle!

Franziska und die Wölfe (Pija Lindenbaum / Laura Maire)

Titel: Franziska und die Wölfe / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 28 min / Buch: Pija Lindenbaum / gelesen von: Laura Maire

franziskaInhalt: Schüchtern? Jetzt nicht mehr! Nach einer unverhofften Begegnung mit den Wölfen wird aus dem zurückhaltenden Kindergartenkind Franziska ein selbstbewusstes Mädchen. Und nach deren Pfeife tanzen sogar die Wölfe. Dagegen sind die Schafe, die Franziska im Urlaub trifft, ein wenig dusselig. Zum Glück weiß Franziska auch hier Rat. Außerdem nimmt sie Elche bei sich zuhause auf – als Geschwisterersatz sozusagen. Aber irgendwie ist das nicht das gleiche.


Bei dem Titel und dem goldigen Wolf auf dem Cover war es klar, dass ich mir Franziskas Geschichten anhören muss. Insgesamt gibt es drei sehr kurze Erzählungen zu hören, in denen Franziska Wölfe, Schafe und Elche kennenlernt.
Ich muss gestehen, dass Franziska in meinen Ohren ein etwas seltsames Kind war. Es steht außer Frage, dass Kinder vor gewissen Dingen Angst haben, doch bei Franziska ist das gleich haufenweise der Fall. Sie hat Angst vor nassen Hosen, davor beim Klettern einen Schuh zu verlieren, davor ins Wasser zu gehen, einen Hund zu streicheln und und und. Aber vielleicht hat Franziska so viele Ängste mitbekommen, damit jedes Kind, das sich diese CD anhört, höchstwahrscheinlich auch die eigene Angst antrifft. Das kann sein.
Nachdem ich Franziska mit all ihren Ängsten nun kannte, ging ich davon aus, auf dieser CD drei Geschichten zum Mutmachen hören würde. So dass ebenfalls ängstliche Kinder wissen, dass das gar nicht so schlimm ist und dass sie damit nicht alleine sind. Womöglich sogar mit kleinen Tipps, wie man die Angst bewältigen kann.
Doch weit gefehlt! Und das hat mich ganz schön enttäuscht. In der ersten Geschichte trifft Franziska auf die Wölfe und vor denen hat sie überhaupt keine Angst! Ein Kind, das nicht mal einen Hund streicheln möchte! Stattdessen spielt sie mit den Wölfen, kocht ihnen “Suppe” und erzählt ihnen Gute Nacht – Geschichten. Und nach diesem kleinen Abenteuer ist Franziskas Angst wie weggeblasen. Nun lädt sie Elche zu sich nach Hause ein und melkt Schafe. Da frage ich mich schon, wieso sie plötzlich so mutig ist. Oder umgekehrt, warum diese Figur anfangs als so ängstlich beschrieben wird.
Von dieser Unlogik abgesehen sind die Geschichten ganz niedlich und auch ein bisschen lustig geraten. Kinder werden sie sicher mit Vergnügen anhören. Nur -wie gessagt- Mut werden sie ihnen sicher nicht zureden. Falls das also der Gedanken dahinter war, und davon gehe ich aus, dann hat man dieses Ziel verfehlt. Dafür hätte die Geschiche um die Wölfe anders ausfallen müssen.

Ich habe Laura Maire kaum wiedererkannt bei diesem Hörbuch. Sie liest in Ton, in dem Erwachsene oft mit kleinen Kindern sprechen. Das dürften die jungen Hörer also wiedererkennen.  Für erwachsene (Mit)hörer könnte das Hörbuch so aber zu einer der CDs werden, die man nicht x-mal am Tag anhören möchte.

Sehr viele fröhliche Musikstücke sind in diesem Hörbuch zu hören. Das gefällt mir für Kindergeschichten immer sehr gut. Das lockert auf, macht Spass und ab und zu musste sogar ich mal mitwippen 😉 Eine ganze Reihe Geräusche sind ebenfalls zu hören. So hört man in der Schafe-Geschichte Möwengeschrei und Meeresrauschen, denn Franziska macht gerade Urlaub am Meer. Und bei der Wolf-Geschichte zwitschen die Vögel im Wald. Das macht das Gehörte anschaulich. Dafür fand ich das Knurren und den Hall für ein Kinderhörbuch überraschend schaurig. Damit wird Laura Maires Stimme in der ersten Erzählung unterlegt. Ob Vierjährige das so toll finden…?

Das Cover hatte es mir gleich angetan. Vor allem wegen dem schielenden Wolf mit den stockdürren Beinen. Das sieht lustig aus. Und die kleine Franziska macht einen neugierigen Eindruck.

Fazit: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Franziskas Geschichten ängstlichen Kindern Mut machen sollen. Doch wie soll das gelingen, wenn Franziska selber gar nicht mutig wird, sondern es urplötzlich einfach ist? Ziel verfehlt. Übrig bleiben drei Geschichten, die ganz nett und auch ein wenig lustig anzuhören sind, aber mehr leider auch nicht.

 

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