Oper

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (16) – Der leise Takt des Todes

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (16) – Der leise Takt des Todes / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Peter Groeger, Bern Vollbrecht, Karl Maslo ua

newholmes16Inhalt: Noch vor dem ersten Akkord stirbt der berühmte Dirigent Sir Edgar Gainsborough vor den Augen seines Publikums auf grauenhafte Art und Weise. Für die Polizei scheint der Hergang unerklärlich, trotz dutzender Zeugenaussagen. Nur Sherlock Holmes, der im königlichen Opernhaus zugegen war, ahnt, dass Gainsborough einem perfiden Mordanschlag zum Opfer gefallen sein könnte.


Bei dieser Folge dachte ich zu Beginn, mein Player hätte irgendwie den eigentlichen Anfang geschluckt. Man landet nämlich direkt in dem dramatischen Moment als es den Dirigenten dahinrafft.
Doch natürlich hatte der Player nichts verschluckt. Das war eben nur ein kleiner Vorgucker auf das, um was es in dieser Folge geht. Wenig später springt die Handlung zurück in das “Davor” und verläuft dann wieder angenehm geradlinig und zunächst ziemlich harmlos ab. Der Taktstock des Dirigenten wurde entführt, man mag es kaum glauben! Doch bald schon wird klar, dass es damit keineswegs getan ist.
Der Zwischenfall in der Oper ist zwar schrecklich und kann eigentlich kein Unfall gewesen sein, aber nach einem Mord sieht es eben halt auch nicht aus. Nicht für die Polizei jedenfalls. Holmes dagegen sieht das anders und beginnt mit seinen Nachforschungen. Dabei lernen er, Watson und somit auch der Hörer eine ganze Reihe Personen kennen. So kann man schnell und leicht Vermutungen anstellen und eine Runde verdächtigen. Sowas mag ich an Krimis einfach gerne.
Watson hält sich für mein Empfinden in dieser Episode etwas zurück, doch wenn er sich dann einmischt, dann geht es rund und äußerst amüsant zu. Was habe ich über seinen Spott über den Dirigentenstab gelacht! Einfach köstlich, wie Holmes sagen würde.
Die Auflösung selber ist dann zwar schon typisch Holmes (darauf kann einfach nur er kommen), aber für mich selbst für seine Verhältnisse recht weit hergeholt. Nicht im Sinne von unglaubwürdig, aber zumindest im Sinne von sehr diffizil und von einigen Zufällen und idealen Gegebenheiten abhängig. Ist der Mörder mit der Wasserwaage durch den Orchestergraben gerobbt, oder wie? So leid es mir tut, aber das war mir selbst für einen Holmes-Fall etwas zu abwegig.

Über Christian Rode und Peter Groeger muss man keine großen Worte mehr verlieren. Sie sind als Holmes und Watson ein unschlagbares Duo. Karls Maslo gibt einen herrlich überkandidelten Dirigenten, den man sich leicht vorstellen kann. Und Bernd Vollbrecht versteht es, als Intendant Driscoll zu glänzen mit seiner ruhigen und angenehmen Stimme.

Einmal mehr hält sich eine Folge der Reihe musikalisch eher bedeckt, was aber nicht negativ auffällt. Die Geschichten leben von den Fällen und von Holmes und Watsons Ermittlungen und den Dialogen, da muss nicht dauernd Musik aus den Boxen klingen.

Die Szene auf dem Cover stellt den Openbesuch von Holmes und Watson dar als noch alles in bester Ordnung ist. Von Feuer ist weit und breit nichts zu sehen. Wenn man aber möchte, dann kann man von dem feurig orangen Farbton darauf schließen, in dem das Motiv gehalten ist.

Fazit:  Ein durchaus spannender Fall voll illustrer Figuren und sehr witzigen Dialogen, der aber an seiner Auflösung kränkelt. Das war mir doch zu weit hergeholt bzw von zu vielen Zufällen und winzigen Gegebenheiten abhängig um glaubhaft zu sein.

Die drei ??? (158) – …und der Feuergeist

Titel: Die drei ??? (158) – …und der Feuergeist / Verlag: Europa / Spielzeit: / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Jürgen Kluckert, Ulrike Stürzbecher ua

Inhalt: Die privat geführte Oper Califia in Rocky Beach steht vor dem finanziellen Aus. So ist es nicht verwunderlich, dass die drei ??? zunächst an eine werbewirksame Veranstaltung glauben, als sich eine Mitarbeiterin der Oper Hilfe suchend an sie wendet: Im Gewölbekeller des Gebäudes gehen mysteriöse Dinge vor sich – und ein seltsames Wesen wurde gesichtet! Justus, Peter und Bob übernehmen den Fall und ahnen nicht, auf was sie sich da einlassen. Plötzlich bricht während einer Aufführung ein Großfeuer aus! War es Brandstiftung? Welche Rolle spielen dabei der undurchsichtige Moody Firthway und sein rotes Notizbuch?
Nur Justus erkennt als Einziger, was sich tatsächlich hinter den Kulissen abspielt.


Ich habe inzwischen viel Kritisches -im negativen Sinne- über diese Folge gehört, aber irgendwie ist sämtlichen Unkenrufen nicht gelungen, meine Meinung zu ändern. Mir hat die Folge nämlich soweit ganz gut gefallen. Alleine schon aus dem Grund, dass ich am Ende nicht das Gefühl hatte, erst noch einen Durchblickerlehrgang bei Justus machen zu müssen um zu verstehen, was in der Oper vor sich geht. Natürlich bekommt man die Auflösung vom Chef-Detektiv wieder quasi auf dem Silbertablett präsentiert, doch das dürfte ja eigentlich niemanden mehr wundern. Viel wichtiger für mich war, dass ich seine Erklärungen nachvollziehen und eine Logik darin entdecken konnte. Das war in letzter Zeit bei den wenigsten Folgen der Fall! Auch mit dem zottigen Ungeheuer, das für mich so eine Mischung aus dem bekannten Opern-Phantom und dem Biest war, konnte ich ganz gut leben. Da hätte ich es weitaus schlimmer gefunden, wenn man den Faden um den Außerirdischen-Forscher weitergesponnen und Aliens hätte umgehen lassen. Dann lieber ein haariges Monster in den Opernkatakomben.

Zu den drei Hauptsprechern muss weiter nichts gesagt werden, da stimmt auch hier wieder alles. Besonders gefallen hat mit Ulrike Stürzbecher in den Rolle der Michelle, die den Fall an die drei Detektive heranträgt. Sie hat eine sehr angenehme und sympathische Stimme und hat es so sofort geschafft, dass ich sie mochte. Das will was heißen, weil ich mich mit so manchen Charakteren der Reihe oft so meine Schwierigkeiten habe. Auch Jürgen Kluckert als leicht aufbrausenden Opernchef habe ich gerne gehört. Auch wenn ich -sobald er wirklich laut wurde- Neustadts Elefanten vor mir sah.

Musikalisch sei unbedingt erwähnt, dass man dem Schauplatz tatsächlich einige Male Rechnung trägt und Opernklänge zu hören sind. Das passt und ist mir allemal lieber als eine knappe Stunde lang immer wieder die ewig bekannten Stücke. Die Geräusche gehen wie üblich in Ordnung.

Auch das Cover gefällt mir. Die Oper wirkt leicht unheimlich dank der Farbspielereien und der dunklen Figur am Fenster.

Fazit:  Da ich am Ende bei Justus Auflösungsrede sogar folgen konnte, gebührt dieser Folge einfach ein Lob! Das erlebe ich selten bei der Reihe. Dank stimmiger Musik habe ich mich gut an den Ort des Geschehens versetzt gefühlt, und es gibt auch durchaus Schlimmeres als ein zotteliges Monster.

Amadeus (Partitur 2) – Rosignolo

Titel: Amadeus (Partitur 2) – Rosignolo / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Santiago Ziesmer, Luisa Wietzorek ua

Inhalt: Es war im Sommer des Jahres 1781. Ich bewunderte Graziella Antonelli, die Nachtigall, die mit ihrer unvergleichlichen Stimme Amadeus’ Arien im Teutschen Nationaltheater sang. Und die kurz darauf vor unseren Augen ermordet wurde. Erschossen von Luigi Ferragosta, ihrem Liebhaber, der sich im Anschluss selbst richtete. Was mochte den Tenor zu dieser Wahnsinnstat getrieben haben? Noch während wir darüber nachgrübelten, hörten wir erneut den Gesang der Nachtigall. Nur lag die jetzt in ihrem Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof… oder etwa doch nicht?


Nach dem unheimlichen Morden, mit denen es Amadeus und sein Freund Resch im ersten Teil zu tun hatten, beginnt “Rosignolo” mit einem ganz…bodenständigen Mord ;). Sängerin Graziella Antonelli, genannt “die Nachtigall”, wird vor ihren Augen ermordet. Grauenhaft, ganz ohne Zweifel, doch klar ohne den Gruselfaktor der ersten Folge. Genau darin liegt für mich der Unterschied und ich muss zugeben, dass ich es bedauert habe. Mir hat die Schauergeschichte “Wolferl” doch etwas besser gefallen. Was nun aber nicht heißt, dass “Rosignolo” schlecht ist. Ganz im Gegenteil! Die Geschichte ist sehr spannend und auch ohne unheimliche Vorkommnisse für eine schöne Gänsehaut hier und da gut. Nur halt eher im Sinne eines Krimis. Zudem ist das Ende recht offen gehalten, eine richtige Auflösung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. So hat man als Hörer noch Gelegenheit, sich auch nach dem Hörspiel noch so seine Gedanken zu machen. Was in diesem Falle ganz reizvoll ist.

Auch wenn es erst die zweite Folge der Reihe ist, so wirken Tim Knauer und Kim Hasper in  den Hauptrollen bereits wie ein eingespieltes Team. Dank Amadeus humorvoller Art und Reschs Ernsthaftigkeit lausche ich ihren Dialogen immer wieder sehr gerne. Santiago Ziesmer hat mich ein weiteres Mal von der Vielseitigkeit seiner Stimme überzeugt. Er gibt einen klasse Tonlechner. Man hört ihm die Besessenheit dieses Charakters mit jedem Satz an.

Zur Untermalung hat man erneut sehr passige und stimmungsvolle Stücke ausgewählt. Sie tragen sowohl dem Thema “klassische Musik” Rechnung als auch dem Anspruch eine düstere Atmosphäre zu erzeugen, die für Spannung sorgt.

Das Covermotiv gefällt mir wieder prima. Natürlich ist wieder Mozarts Konterfei zu sehen, was Seriencharakter vermittelt. Im Mittelpunkt steht jedoch die Oper, mit schönen kräftigen Farben auffällig  gestaltet.

Fazit:  Dieser Folge fehlt das Mysteriöse vom Wolferl”. Trotzdem ist die Geschichte sehr spannend und für manche Gänsehaut gut. Ein echtes Hörvergnügen also, das ich empfehlen kann!

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