Othmar Franz Lang

Spuk laß nach! (Othmar Franz Lang)

spuklassnachZwei witzige Spuk-Romane: In dem einen soll endlich das Geheimnis von Nessie, dem Ungeheuer von Loch Ness, gelüftet werden.
In dem anderen gibt es viele originelle Mittel zur Gespensterbekämpfung. Empfehlenswert für jeden, da niemand vor Gespenster ganz sicher sein kann.

Als Kind habe ich Othmar Franz Langs Doppelband “Alles was Flügel hat spukt” begeistert gelesen. Wie oft, das weiß ich gar nicht mehr. Deshalb war dieser Doppelband jetzt der Fund der Tages auf dem Trödelmarkt!
Er enthält zwei Geschichten. Die erste heißt “Nessie und die Geister der MacLachlan”. Hier gab es für mich ein Wiedersehen mit Cedric und Goody, die ich früher schon total mochte Ich denke aber auch, dass Leser, die die beiden hier zum ersten Mal treffen, schnell begeistert von ihnen sein werden und sie im Nu ins Herz schließen. Die beiden sind aufgeweckt, clever und mutig. Dann und wann gibt es aber auch Ereignisse, wo ihnen das Herz in die Hose rutscht. Das macht die beiden glaubhafter.
Wobei ich mich da bei Goody schon etwas gewundert habe, denn sie hatte ich aus dem anderen Doppelband noch eine Spur mutiger in Erinnerung als sie es hier manchmal ist.
Ihre Suche nach Nessie ist ganz spannend. Immer wieder gibt es Hinweise auf das Ungeheuer, viele Leute wissen etwas darüber zu erzählen, da fragt man sich schnell, ob es Cedric und Goody gelingen wird, hinter das Geheimnis zu kommen. Die Suche ist vor allem aber auch mit vielen witzigen Charakteren und Situationen gespickt. Über die ewig streitenden Gastgeber der Kinder habe ich oft gegrinst und über die Geistererscheinungen in deren Haus ebenso. Wirklich gruselig geht es hier also nicht zu! Allerdings war mir irgendwann klar, was hinter Nessie steckt und ich habe mich gewundert, dass ich das nicht früher geblickt habe. Ich denke aber, Kinder wird das Ende auf jeden Fall überraschen können. Und falls auch sie es ahnen, können sie zumindest stolz auf sich sein.
Die zweite Geschichte trägt den Titel “Wo gibt’s heute noch Gespenster?”.
Hier geht es um eine kleine Familie, die in eine neue Stadt und in ein als ziemlich unheimlich verrufenes Haus zieht. Schon bald geht dort geistermäßig mächtig die Post ab, was aber weniger erschreckend als viel mehr lustig ist. Familie Mulford beschließt, sich nicht vertreiben zu lassen. Damit geht es dann so richtig los!
Die Familie kam mir zunächst etwas eingebildet vor, sodass ich Zweifel hatte, ob ich mich an sie so gut gewöhnen würde wie an Cedric und Goody. Doch nach und nach habe ich mich prima mit ihnen angefreundet. Genauso wie mit einigen anderen Einwohnern der Stadt, die alle auf ihre Art etwas schräg, aber sympathisch sind. Ich war die ganze Zeit neugierig, ob es mit vereinten Kräften gelingen würde, die Geister zu vertreiben. Ausgefallene Ideen haben die Mulfords und Co. jedenfalls genug. So hat man also auch hier immer wieder Gelegenheit zum Schmunzeln. Die genialste Idee war für mich das Ookifinooki, dieses tennisballgroße, flauschige, verfressene Viech, das Geisteranwesenheit mit einem erbärmlichen Gestank anzeigt. Wo bitte bekommt man ein solches Oookifinooki? Wo ist hier der nächste Züchter?

Ich mag es, wie Othmar Franz Lang seine Geschichten erzählt. Speziell diesen gewitzten Humor, der sich durch diese Geschichten zieht. Sie lassen sich leicht und sehr vergnüglich lesen, wie ich es mir für Kinderbücher vorstelle. Sie sind aber keinesfalls kindisch geschrieben und immer mal wieder gibt es Sätze und / oder Szenen, an denen auch ältere Leser gewiss ihren Spass haben werden.

Bitte nicht vom pink-roten Look des Buches abschrecken lassen. Es ist für Jungs und Mädchen gleichermaßen geeignet, da in beiden Geschichte ebenfalls Jungs und Mädchen mitspielen. Die dargestellte Szene dürfte aus “Wo gibt’s heute noch Gespenster?” stammen. Es wird zwar ein Gespenst gezeigt, aber so wirklich erschrocken schauen die drei Leutchen nicht aus. Verbüfft, aber nicht erschrocken. Schon daran kann man sehen, dass man zwischen den Deckeln des Buches nicht das pure Grauen zu erwarten hat.

Fazit:   Da ich Cedric und Goody länger kenne, hat mir die Geschichte um Nessie einen Tacken besser gefallen. Aber auch “Wo gibt’s heute noch Gespenster” habe ich nach anfänglichen Zweifeln gern und mit Vergnügen gelesen. Kindgerecht dezenter Grusel, Spannung und Spass zeichnen diese beiden Geschichten aus. Ich kann sie nur empfehlen!


Titel: Spuk laß nach!
Autor: Othmar Franz Lang
Seiten: 298
Verlag: Tosa Verlag Wien
ISBN: 978-3850012713
Preis: ab € 0,01

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Flattertiere wie Vampire

Titel: Flattertiere wie Vampire / Verlag: Maritim / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Sascha Draeger, Alexandra Doerk, Michael Weckler, Gabi Blum, Karin Eckhold u.a.

InhaltVampire in Wokingham – das ganze Dorf ist in heller Aufregung. Zumal die seltsamen Flattertiere nicht nur auf Blut aus sind, sondern sich auch mit Benzin, Strom, Milch und sogar mit dem guten Whisky vollaufen lassen. Und die Gebissenen machen dann Sachen, die ihnen niemand zugetraut hätte.


Heute hat es seit Langem mal wieder ein schon älteres Hörspiel auf diese Seite geschafft, das aber zu meinen All-Time-Favorites zählt. Warum? Weil ich es für ein Kinder-Hörspiel schon sehr gewagt finde. Natürlich, die Hauptcharaktere sind zwei Kinder und an dieser etwas sonderbaren Art von Vampiren, die Strom, Milch und Whiskey saugen, kann man auch erkennen, dass es keine Gruselgeschichte ist. Und doch! Denn auch wenn es die Vampire nicht auf Menschenblut abgesehen haben, sie greifen durchaus Menschen an. Und in dem kleinen Dörfchen werden allerlei Schauergeschichten über die Vampire erzählt, die zwar meist auch eine lustige Seite haben, aber immerhin so eindrucksvoll unheimlich erzählt werden, dass man schon mal eine Gänsehaut bekommen kann. Zudem geht die Geschichte mit dem Thema Tod sehr offen um. Da wird bei einem Kind mit einem aufgeschlagenen Knie pro Forma schon mal Maß für den Sarg genommen. Da droht ein Friedhofsgärtner der Regierung, ihnen Särge mit Leichen drin zu schicken, wenn sie ihm keinen größeren Friedhof zugestehen. Da wird sehr peittävoll für Trauerkleidung  damit geworben, dass es sich beruhigter sterbe, wenn man wisse, dass alle Gäste der Beerdigung mit dieser Kleidung ausgestattet sind, da wird einer Person offen das wohl nahe Ende prophezeit… Trotz einem guten Schuss Humor und dem Wissen, dass die Vampire nicht den Tod, sondern eher wertvolle Fähigkeiten bringen, doch ungewöhnlich für ein Kinderhörspiel.

Mit Sascha Draeger ist eine aus Kinder- und Jugendhörspielen hinlänglich bekannte Stimme in einer der Hauptrollen, als Cedric, zu hören. Da er Dank Serien wie “TKKG” einer DER Sprecher für jugendliche Rollen ist, passt er auch gut zu diesem Part. Cedrics Freundin Goody wird von Alexandra Doerk gesprochen, ebenfalls aus zahlreichen Europa-Hörspielen bekannt. Ihr nimmt man die gewitzte und mutige Goody sofort ab. Mit u.A. Franz Josef Steffens, Manfred Schermutzki und Karin Eckhold sind noch viele weitere vertraute Hörspiel-Stimmen mit dabei.

Nachdem schon im Abschnitt zu den Sprechern das Wort “Europa” gefallen ist, geht es hinsichtlich der musikalischen Untermalung gleich damit weiter. Denn die meisten der Melodien, die die Geschichte begleiten, kennt man als Kassetten-Kind bereits: aus zahlreichen Hörspielen von Europa aus den 70ern und 80ern. Sie stehen dieser Maritim-Geschichte ebenfalls sehr gut und lassen schnell das Flair und den Charme dieser alten Hörspiele aufkommen.

Das Bild auf dem Cover passt gut zum Untertitel “Eine unheimlich Geschichte von Othmar Franz Lang”. Gleichzeitig sieht man ihm aber auch an, dass es sich um eine Geschichte für junge Hörer handelt, dafür bürgt der Stil, der an ein Bilderbuch erinnert. Der Rahmen drum herum wirkt reichlich einfallslos. Und dem setzen die Innenseiten des Booklets noch die Krone auf, denn die sind leer. Da hätte es dann auch ein Einleger getan.

Fazit: Eine witzige und -für die angepeilte Altersgruppe- sehr gewagte Geschichte, an der auch Erwachsene ihren Hörspass haben werden. Allerdings klingt sie von den Sprechern bis hin zur Untermalung trotz Maritim-Logo auf dem Cover ganz klar nach Europa.

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