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Bibi Blocksberg (118) – Die Austauschschülerin

Titel: Bibi Blocksberg (118) – Die Austauschschülerin / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 43 min / Sprecher: Bodo Wolf, Nicole Hannak, Susanna Bonasewicz ua

bibi118Inhalt: Familie Blocksberg erwartet eine Austauschschülerin: Emily aus London. Bibi freut sich schon sehr auf sie. Doch leider entpuppt sich das englische Mädchen schnell als absolutes Gegenstück zu ihr selbst. Sie scheint eingebildet, verwöhnt und pingelig zu sein. Der erste Eindruck kann aber leicht täuschen. Ob die beiden Mädchen Freundinnen werden?


Leider passiert es bereits automatisch, wenn ich von neuen Folgen der Reihe höre: erstmal bin ich skeptisch, oft genug auch absolut pessimistisch.
In diesem Falle erfreulicherweise völlig unbegründet! Zugegeben, die große Spannung sucht man hier vergebens, aber es gibt doch genügend Dinge, die die Geschichte interessant halten. Werden Bibi und Emily sich noch anfreunden? Wird die Schulparty doch bei den Blocksbergs stattfinden dürfen? Solche Fragen halten neugierig.
Bei mir hat die Folge in anderen Bereichen gepunktet. Beispielsweise damit, dass mal wieder richtig viel gehext wird. Damit, dass mich die Geschichte irgendwie an die alte Folge “Bibi in Amerika” erinnert hat. Damit, dass nicht die x-te neue Hexe vorgestellt wird, von der man später aber nie mehr etwas hören wird. Damit, dass es mal ganz ohne Junghexen geht, sondern nur um die Blocksbergs, Bibis Freundinnen und die Schule. Damit, dass die Geschichte mit Bibi und Emily zwar zwei Welten aufeinanderprallen lässt, aber eben auch zeigt, wie man solche Unterschiede überwinden kann. Damit, dass man beide Städte (Neustadt und London) nochmal kennenlernt, Vergleiche anstellen kann. Und zuletzt, dass man sogar ein paar Vokabeln Englisch aufschnappen kann.
Für mich sind das -wenn man es weiter greift- genau die Stärken, die die früheren Folgen auszeichneten. Und dafür nehme ich es mehr als gerne in Kauf, wenn es mal nicht so spannend ist. Dafür ist es unterhaltsam und in einigen Belangen wesentlich lebensnaher.

Die Sprecherliste fällt recht kurz aus. Als Emily ist Nicole Hannak zu hören. Sie lässt Amily anfangs etwas hochnäsig, aber nicht wirklich unsympathisch klingen. Irgendwie mag man die kleine Engländerin trotzdem. Später kann sie überzeugt sie mit fröhlichem und lebendigem Ton. Der englische Akzent ist nicht zu 100% glaubwürdig, aber auch nicht störend und allzu aufgesetzt. Ich würde Emily gerne mal wieder in einer Folge antreffen.
Neben Susanna Bonasewicz sind beispielsweise Eva-Maria Werth, Bodo Wolf und Gabriele Streichhahn mit von der Partie.

An Musik gibt es neben dem Titellied nichts weiter, was mich aber noch nie gestört hat. Dafür ist die Geräuschkulisse ganz prima und vermittelt einem ohne Probleme Bilder vom Geschehen. Das ist in meinen Augen auch völlig ausreichend bei einer Kinderreihe.

Das Cover zeigt den Moment als die Blocksbergs Emily von der Bahn abholen. Im Gegensatz zu den Blocksbergs schaut Emily wenig glücklich drein, was gut die Ausgangssituation der Geschichte rüberbringt.

Fazit:  Eine wirklich schöne Folge, die sich auf die Qualitäten und Themen der frühen Geschichten dieser Reihe besinnt. Es geht um Freundschaft, darum wie man Unterschiede überwinden und dann doch gemeinsam Spass haben kann. Und ein bisschen zu lernen gibt es auch. Dennoch kommt die Geschichte modern daher, ohne dass es gezwungen wirkt. Beides schließt sich also keineswegs aus. Solche Folgen dürfte es für mich gerne häufiger geben.

Meine Freundin Conni (43) – Conni bekommt Taschengeld / Conni verkleidet sich

Titel: Meine Freundin Conni (43) – Conni bekommt Taschengeld / Conni verkleidet sich / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 41 min / Sprecher: Selina Böttcher, Henry König, Barbara Fenner ua

conni43Inhalt: Endlich bekommt Conni Taschengeld. Jedes Geldstück wirft sie in ihr dickes Sparschwein. Und wenn das voll ist, kauft sich Conni das kleine Spielzeugpony mit dem Geheimversteck. Bis es soweit ist, zählt Conni immer wieder mit Mama ihr gespartes Geld, lässt sich von Opa ausländische Münzen zeigen und eröffnet sogar ein eigenes Konto auf der Bank.
Dann bekommt Conni eine Geburtstagseinladung, auf der “Bunte Meereswelt“ steht. Sie freut sich, aber als was soll sie sich verkleiden? Die Kostüme zu Hause passen alle nicht. Dann sieht Conni dieses wunderschöne Meerjungfrauen-Kostüm. Das möchte sie haben – aber es ist viel zu groß. Doch die rettende Idee kommt manchmal schneller als man denkt.


Geld ist bereits für Kinder ein Thema, schließlcih bekommen die meisten ab einem bestimmten Alter ihr erstes Taschengeld. Auch Conni möchte endlich Taschengeld bekommen um sich ein Spielpony kaufen zu können. Aber natürlich muss man dafür auch eine Menge über Geld, seinen Wert und den ordentlichen Umgang damit lernen. Gemeinsam mit Conni erfahren die jungen Hörer in dieser ersten Geschichte einiges über Geld. Mir war es fast ein wenig zu viel davon, denn vor lauter Informationen geht der Geschichte der Schwung verloren und das Spielpony rückt weit in den Hintergrund. Ich denke, ein paar Fakten weniger hätten es auch getan. Schließlich sollten Conni-Geschichten nicht nur belehren, sondern vor allem auch Spass machen.
Der steht bei der zweiten Geschichte zum Glück wieder ganz im Mittelpunkt. Es macht Spass, mit Conni zu überlegen und auszuprobieren, als was sie zur Kostümparty gehen könnte. Außerdem hat es mir gefallen, dass Connis Kostüm letztlich in gemeinschaftlicher Arbeit mit Eltern und Großeletern entsteht und etwas ganz Besonderes wird. Man muss halt nicht ständig etwas Neues kaufen. Oft liegt Schönes und Ausgefallenes so nahe. Auf der Party wird dann gespielt und gefeiert und man hört den Kindern das Vergnügen dabei an.

Natürlich sind in dieser Folge wieder die bereits lang vetrauten Sprecher zu hören. Selina Böttcher gibt eine aufgeweckte und fröhliche Conni. Christian Rudolf und Barbara Fenner haben hier als Papa und Mama mal mehr zu sagen als in anderen Folgen. Sie kommen sehr sympathisch rüber. Besonders gefällt mir aber immer wieder Henry König als lieber und gemütlicher Opa. Auf meiner CD klingen die Stimmen der erwachsenen Sprecher ziemlich dumpf und als kämen sie aus größerer Entfernung. Das kenne ich aus der Reihe gar nicht, deshalb hat mich das ziemlich gewundert. Vielleicht kann mir ja jemand sagen, ob das bei anderen CDs dieser Folge auch so ist? Das wäre toll!

Neben dem fröhlich Titellied, das man schnell mitsingen kann, sind während der Geschichten weitere lebendige Stücke zu hören. Meist orientieren sie sich an bekannten Kinderlieder, die die jungen Hörer sicher wiedererkennen werden.

Das Cover ist auf die erste Geschichte zugeschnitten. Mit dem Kaufladen, dem Sparschein und den Geldmünzen wird schnell klar, um was es darin geht.

Fazit: Bei “Conni bekommt Taschengeld” blieb mir der Spass einer Conni-Geschichte zu sehr auf der Strecke vor lauter Informationen rund um das Thema “Geld”. Dafür hat “Conni verkleidet sich” richtig Spass gemacht. So gleicht sich das schön aus.

Raum 213 – Arglose Angst (Amy Crossing)

raum213-2Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben – oder hat es nicht überlebt! Madison kann ihr Glück kaum fassen: Sie ist auf eine exklusive Party eingeladen, auf der auch ihr großer Schwarm Elijah sein wird! Aber die Party findet in Raum 213 statt – und jeder weiß, dass in diesem Raum unheimliche und lebensgefährliche Dinge passieren können. Madison geht das Risiko ein und rutscht schnell von der Party ihres Lebens in einen unfassbaren Albtraum.

Band 1 dieser Reihe konnte mich zwar nicht komplett begeistern, war aber von der Grundidee her immerhin so interessant, dass ich an der Serie drangeblieben bin.
Wenn man den Vorgänger kennt, dann weiß man natürlich bereits, dass mit diesem Raum 213 an der Eerie High School irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Dass es dort zu seltsamen Vorfällen gekommen ist und dass die wildesten Gerüchte kursieren, die man als Schüler dort besser ernst nehmen sollte. Kennt man Band 1 nicht, so ist das aber kein Problem. Man kann problemlos mit diesem Teil in die Reihe einsteigen, denn er gibt einem genau wie Band 1 alles nötige Wissen über Raum 213 dafür an die Hand. Außerdem dreht sich die Geschichte um andere Figuren. So sind auch in dieser Hinsicht keine Vorkenntnisse nötig.
Bereits auf der dritten Seite hält Madison die geheimnisvolle Einladung zur Party in Raum 213 in der Hand, die mit dem Satz “Bewahre Stillschweigen, sonst könnte das deine letzte Party gewesen sein…und sei pünktlich!” endet.  Weil das Verbotene schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt hat, beschließt Madison wider besseren Wissens zur Party zu gehen. Außerdem wird auch ihr großer Schwarm Elijah mit von der Partie sein. Zunächst ist die Geschichte also eine relativ normale Teenie-High-School-Lovestory, was zumindest für mich etwas Klassisches hat. So etwas habe ich früher geliebt und heute versetzt es mich stets um die paar Jahre zurück, was ich wirklich schön finde.
Schon als sich die eingeladenen Kids abends vor der Schule treffen, geschieht Seltsames. Niemand ist da um sie in die Schule zu lassen. Wer hat sie eingeladen? Dann taucht der seltsame Sohn des Hausmeisters auf (den ich schon ganz schön gruselig fand) und lässt sie hinein. Ich weiß noch ganz genau, wie gruselig ich meine alte Grundschule früher fand. Entsprechend gut konnte ich Madisons Angst nachvollziehen als sie durch die dunklen Flure zu Raum 213 gehen. Hier war also schon die erste Gänsehaut fällig.
In Raum 213 angekommen, sieht zunächst alles nach einer ganz normalen Party aus. Musik, Alkohol, Tanzen und Knutschen, besser könnte es nicht sein. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall und plötzlich wollen alle nur noch raus aus Raum 213. Da entfaltet dieser sein unheimliches Eigenleben. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen, die Lichter fallen teilweise aus und die Musik verändert sich. Was wird noch geschehen?
Ich fand das sehr anschaulich und eindringlich beschrieben. So konnte ich mir gut vorstellen, wie es in diesem finsteren Raum mit den zuckenden Lichtern und der psychedelischen Musik sein muss, wenn man nichts mehr richtig sehen und hören kann. Wenn also quasi die wichtigsten Sinne in solch einer Situation ausgeschaltet sind. Ich konnte die Panik der Kids gut nachvollziehen und fand besonders die Erscheinungen gruselig, die sie sehen. Sei es eine Fratze im Fenster oder auch ein Kreuz auf dem Schulhof. Anfangs versuchen sie noch, Ruhe zu bewahren, aber all das sorgt schnell dafür, dass die Stimmung kippt und Panik aufkommt. Zu lesen, wie einige der anfangs so vernünftigen Kids regelrecht den Verstand zu verlieren scheinen, das ist nicht ohne!
Das Geheimnis um Raum 213 wird natürlich auch in diesem Band (noch?) nicht aufgelöst, dafür bekommt man aber eine Antwort auf die Frage, wer hinter der Einladung und dem dramatischen Vorfall steckt. Wer an den Einladungen beteiligt war, hatte ich mir zwar schon gedacht, aber wer das Drama angezettelt hat, das hat mich doch überrascht. Ich fand nur das Motiv etwas schwach, zumal das vorher nicht mal angedeutet wird. Also denke ich wie Madison, dass der Raum selber auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Party so ausgeufert ist.

Band 1 habe ich mir noch eingeteilt um ihn besser genießen zu können. Bei Band 2 ging das nicht und ich habe ihn in einem Rutsch gelesen. Aber ich habe länger dafür gebraucht als es beim ersten Teil sicher gedauert hätte. Denn als die Party ihre verhängnisvolle Wendung nimmt, ist es mit den Dialogen, die sich so leicht lesen lassen, weitestgehend vorbei. Stattdessen wird beschrieben, was vor allem Madison in dem Raum sieht und erlebt, und solche Schilderungen lesen sich naturgemäßig nicht so flott. Sonst bin ich kein Fan davon, aber hier wirkt die Story genau deshalb so gut, weil die Ereignisse in Raum 213 so intensiv beschrieben werden.

Ich weiß immer noch nicht, was es mit der Covergestaltung dieser Reihe auf sich hat. Nach Thriller sieht das auch bei diesem zweiten Band nicht aus. Aber aus den roten Farbklecksen kann man mit etwas Phantasie wenigstens Blutstropfen machen. Enttäuschend fand ich es, dass dieses Mal kein Downloadcode für das eBook beilag.

Fazit: Kurz und knapp: wow! Ein super spannender und gruseliger zweiter Band, der seinem Vorgänger spielend den Rang abläuft. Lediglich am Ende offenbarte sich eine kleine Schwäche, die für mich aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Die Reihe steigert sich, was mich wirklich freut und mir Lust auf Band 3 und 4 macht, die sicher bald gelesen werden.


Titel: Raum 213 (02)) – Arglose Angst
Autor: Amy Crossing
Seiten: 159
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578728
Preis: € 7,95 (Broschiert)

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Die drei !!! (32) – Party des Grauens

Titel: Die drei !!! (32) – Party des Grauens / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Liza Ohm, Daniel, Kirchberger, Sonja Stein, Tim Kreuer ua

dda32Inhalt: Kim, Marie und Franzi stecken mitten in den Vorbereitungen für die große Halloweenparty des Jugendzentrums, doch plötzlich passieren seltsame Dinge: Alle Wünsche, die die drei aussprechen, gehen auf einmal in Erfüllung! Leichtfertig dahingesagte Dinge haben plötzlich ungeahnte gefährliche Folgen.  Lastet ein Fluch auf den drei Detektivinnen?


Etwas sehr verfrüht kommt die Serie mit einer Halloween-Folge daher. Und was erwartet man von einer Geschichte mit dem Titel “Party des Grauens”? Genau, eine Party des Grauens eben. Doch auf die muss man bis zu den letzten drei Tracks warten, und grauenvoll ist es dann beim bezten Willen nicht. Höchstens leidlich spannend mit einer nicht allzu großen Überraschung bei der Auflösung.
Bis dahin aber weiß man gar nicht so wirklich, um was es in dieser Episode eigentlich geht. Um den Zombieangriff auf die Brüder von Franzi? Um die Wünsche der der drei Detektivinnen, die plötzlich in Erfüllung gehen? Lastet etwa ein Fluch auf ihnen? Oder doch um Sabotageakte auf der Skaterbahn? Die drei Freundinnen ermitteln überall ein bisschen, aber das Gefühl, dass all diese Ereignisse zusammenhängen, hatte ich bis zuetzt nicht. Und ich finde, wenn ein Fall gelöst wird, dann sollte sich nach und nach ein Bild ergeben, das zwar nicht sofort die Auflösung verrät, aber doch darauf hin arbeitet. Dieser rote Faden hat sich hier für mich jedoch leider nicht ergeben. Ein wenig mehr Schwung hätte ich mir von der Geschichte ebenfalls erwartet. Da ändert die kleine Jagd am Ende auch nichts dran.

Neben den drei Hauptsprecherinnen mischen hier vor allem Liza Ohm und Sabrina Becker als Lina und Greta mit. Liza Ohm hat mir dabei prima gefallen. Und das Lina nun mit Marie in einem Haushalt lebt, dürfte man von ihr sicher noch häufiger hören. Darauf freue ich mich. Sabrina Becker konnte mich dagegen nicht so recht überzeugen. Sie klingt mir häufig zu gestelzt. Gefreut hat es mich, mal wieder etwas von Tim Kreuer zu hören. Michi scheint zurück zu sein! Sehr schön!

Ich frage es zum siebenunddrölfzigsten Mal, ich weiß, aber bitte, was soll dieses Geklimper, wenn beispielsweise Kim an ihrem Detektivtagebuch schreibt?! Und was ist das für ein Surren im ersten Track? Soll das Maries PC sein? Klingt wie ein Akkuschrauber, der sich in drei Wohnungen entfernt einen Wolf dreht! Ich habe die CD im Auto angehört und mir schon Sorgen um den Wagen gemacht… Ansonsten gibt es an der Geräuschkulisse zum Glück nichts weiter auszusetzen. Musikalisch geht es zu wie eh und je. Mit den typischen Stücken der Reihe und ein paar eingestreuten Songs der Roman Michaels. Tanzmusik ist das für mich aber nicht. Speziell auf der Party hätte ich gerne ein paar rockigere Songs gehört.

Das Covermotiv ist gruseliger als die ganze Geschichte. Zwar passen die Kostüme zu einer Halloweenparty, aber um was es in dem Fall gehen könnte, das lässt das Motiv nicht mal im Ansatz durchblicken. Genau genommen sieht es gar nicht nach einer Detektivgeschichte aus. Schade.

Fazit:  Die Party lässt sehr lange auf sich warten. Das wäre zu verschmerzen, wenn sich aus den Ereignissen zuvor nach und nach ein Bild formen würde. Leider ist das nicht der Fall. Für mich ließ sich da überhaupt kein Zusammenhang erkennen. Die Auflösung ist keine echte Überraschung. Insgesamt ist dies eine der schwächsten Folgen der Reihe.

Sommernachtsschrei (Manuela Martini)

sommernachtsschreiFranziska kehrt an den Ort zurück, an dem das unfassbar Schreckliche geschehen ist.
Vor einem Jahr hat sie während der Sommerparty am See ihren Freund umgebracht. Aber die entscheidenden Minuten sind in ihrer Erinnerung wie ausgelöscht. Warum nur ist dieser furcht-bare Unfall passiert? Als Franziska Licht in das Dunkel bringen will, steht plötzlich ihr eigenes Leben auf dem Spiel.

Nach “Schneeweiss blutrot” hatte ich eine kleine Arena-Thriller-Phase. Vom Klappentext klang “Sommernachtsschrei” ganz interessant, deshalb kam es als nächstes dran. Ich mag Geschichten, in denen das Verbrechen bereits stattgefunden hat und wo es nun gilt, Hintergrund oder Täter herauszufinden.
“Sommernachtsschrei” kommt gleich zur Sache und sehr bald weiß man, was sich während der Party damals ereignet hat und was es Franziska beschert hat. Mir tat sie zunächst noch leid. Es muss ja wirklich schlimm sein, ausgerechnet über die Tatzeit einen Filmriss zu haben und nicht zu wissen, ob man es tatsächlich war oder etwa doch nicht. Noch furchtbarer ist es sicher, wegen einer solchen Tat ins Gefängnis zu müssen. Noch dazu als Jugendliche. Dass diese Zeit prägt, steht ebenso außer Frage.
Trotzdem dauerte es gar nicht so lange bis mir Franziska mit ihrem Selbstmitleid und ihrer Aggressivität gehörig auf die Nerven ging. Wenn man so entschieden darauf aus ist, die Wahrheit zu erfahren, dann sollte man doch so weit denken können, dass solches Verhalten wenig hilfreich ist. Ich hätte Franziska laufend schütteln können, wenn sie wieder einen ihrer Ausraster hatte. So bin ich mit ihr bis zum Schlus nicht richtig warm geworden.
Trotzdem bin ich einigermaßen frohen Mutes mit ihr auf die Jagd nach der Wahrheit bzw den verschwundenen 5 Minuten gegangen. Obwohl Franziska immer wieder behauptet, sie sei der Mörder gewesen, ist einem beim Lesen irgendwie klar, dass es jemand anderes gewesen ist. Ich hätte es völlig in Ordnung gefunden, wie sie verschiedene Adressen im Dorf abklappert und mit Leuten spricht, die in die Sache verwickelt sein könnten. Sowas sorgt normalerweise für Spannung und ich mag das besonders, denn ich kniffele immer gerne mit. Das Problem ist nur, dass man -als halbwegs geübter Krimi- / Thillerleser- schnell einen äußerst sicheren Verdacht gegen gewisse Personen hegt. Deshalb war die Spannung trotz Franziskas Nachforschungen und dem dörflichen “Filz”, der hier wirklich gut rübergebracht wird, schlichtweg raus.
Das Ende bietet dann immerhin noch eine dramatische Szene und eine kleine Überraschung, die einen lehrt, dass Vorurteile selten das Wahre sind, aber das einzige Kapitel, dem ich wirklich gespannt gefolgt bin. Das ist zu wenig für einen Thriller.

Das Buch lässt sich gut lesen. Da Franziska selber erzählt, ist der Ton recht jugendlich und locker. Zahlreiche Dialoge lockern ebenfalls auf und die Kapitel haben eine schöne Länge. Nicht zu lang, nicht zu kurz. Hinzu kommt, dass Franziska in der Gegenwartsform erzählt. Zumindest für mich bringt diese Erzählform immer noch etwas mehr Tempo in eine Geschichte.

Mit dem Gelb und Orange kommt der Thriller ganz schön hell daher. Da bringt einen höchstens das zerbrochene Glas mit der blutroten Flüssigkeit darauf, dass sich zwischen den Deckeln eine spannende Geschichte verbergen könnte. Ich finde, das Motiv passt gut zu der Sommerparty um die es geht.

Fazit:   Leider ging mit Franziska mit ihrem Selbstmitleid und ihrer sinnlosen Aggressivität schnell auf die Nerven, sodass ich mich mit ihr nicht wirklich anfreunden konnte. Die Suche nach der Wahrheit hätte ich ganz spannend gefunden, wenn nicht so früh klar gewesen wäre, wohin der Hase hier tatsächlich läuft. Da hat auch das Kapitel mit dem durchaus dramatischen Finale nichts mehr dran gerettet. Schade.


Titel: Sommernachtsschrei
Autor: Manuela Martini
Seiten: 261
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064185
Preis: € 9,99 (Broschiert)

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