Paul

Conni, Paul und die Sache mit der Freundschaft (Dagmar Hoßfeld / Ann-Cathrin Sudhoff)

Titel: Conni, Paul und die Sache mit der Freundschaft / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 143 min, 2 CDs / Buch: Dagmar Hoßfeld / gelesen von: Ann-Cathrin Sudhoff

connipaulInhalt: Die Unterstufe trainiert für die Bundesjugendspiele. Conni wird Mitglied der Leichtathletik-Schulmannschaft. Das macht Spaß, aber das regelmäßige Training und die Wettkämpfe nehmen viel Zeit in Anspruch. Conni möchte weder auf die Schulmannschaft verzichten noch ihre Freundinnen und Phillip vernachlässigen. Während sie versucht, alles unter einen Hut zu bekommen, hat Paul mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Conni und ihre Freunde erkennen, dass Paul ihre Unterstützung braucht. Doch der weist sie zurück. Können sie ihm trotzdem helfen?


Irgendwie war Connis Freund Paul für mich immer eher eine Nebenfigur. Daher hat es mich gefreut, dass er in dieser Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Paul hat Probleme, in der Schule und in der Familie, aber er lässt niemanden an sich heran. Nicht mal Conni. Ich konnte ihn da sehr gut verstehen, denn auch ich versuche immer erst lange alleine mit Problemen fertig zu werden ehe ich andere um Rat frage. Und ich denke, mit diesem Verhalten sind Paul und ich nicht alleine, deshalb hat das hier ausgesprochen glaubhaft auf mich gewirkt.
Conni allerdings hat zunächst auch kaum den Kopf frei für Paul. Seit Neuestem ist sie in der Leichtathletik-Mannschaft der Schule und im Schwimmverein dabei, was natürlich Zeit kostet und zu Lasten ihrer Freundschaften geht. Auch diese Idee hat mir gut gefallen, weil ich mir vorstellen kann, dass viele Kinder und Jugendliche heute arg verplant sind, in Vereinen oder Kursen neben der Schule. Da bleiben Freunde sicher schnell mal auf der Strecke. Vielleicht regt die Geschichte Kinder und Eltern dazu an, sich zu überlegen, was sie wirklich gerne möchten. Conni lebt das hier ganz prima vor, indem sie zB trotz Anpfiff von der Trainerin ihren erschwindelten freien Nachmittag mit Freundinnen und Eis als völlig richtige Entscheidung ansieht.
Schließlich nähern Paul und seine Freunde sich aber doch wieder an und es ist schön zu hören, wie die Clique mit Pauls Situation und Problemen umgeht. Denn wenig Zeit hin oder her, Freundschaften sind eben wichtiger als Sportvereine. Das wird hier schön deutlich. Natürlich spielt Connis Freund Phillip ebenfalls wieder eine wichtige Rolle. Ich finde diese erste Liebe immer wieder so süß, dass ich stets ein Ohr speziell darauf ausgerichtet habe 😉

Ann-Cathrin Sudhoff gelingt es einmal mehr, genau den richtigen Ton für eine Geschichte um die frisch gebackene Teeanagerin Conni zu treffen. Sie klingt schön jugendlich und fängt die Stimmung der einzelnen Szene gut ein. Sie zählt außerdem zu den Sprecherinnen, bei denen ich keine Probleme habe, die Charaktere auseinanderzuhalten. Und das, obwohl sie in dieser Hinsicht dezent variiert. Da macht weniger die Stimme, sondern mehr der Tonfall den Unterschied.

Wie üblich bei den “Conni & Co”-Hörbüchern sind neben fröhlichen Melodien auch wieder einige Geräusche eingestreut, die das Geschehen vorstellbarer machen. Das lockert außerdem auf, denn über 2 Stunden Hörbuch ist doch schon ganz schön üppig für eine Hörerschaft ab 10 Jahren.

Das Cover zeigt eine Szene aus der Geschichte. An den Gesichtsaudrücken von Conni und Phillip ist leicht zu erkennen, dass in diesem Moment etwas ganz und gar nicht stimmt. Und das trifft ja auch zu. Da fragt man sich automatisch, was wohl vorgefallen sein könnte. Und das macht neugierig.

Fazit:  Einmal mehr eine sehr schöne Conni-Geschichte, die nahe am Leben ihrer jungen Fans ist. Hier werden geschickt Probleme aufgegriffen, die sicher viele Kinder und Jugendliche betreffen. So können sie sich ein Stück weit darin wiederfinden und sich daran orientieren, wie Conni & Co. damit umgehen. Ein gelungener Lerneffekt ganz ohne Heiligenschein oder mahnenden Finger.

Algenspaghetti – Paul & Arthur auf Schlos Rheydt (Nicola Grosch / Carsten Steenbergen)

Titel: Algenspaghetti – Paul & Arthur auf Schloss Rheydt / Verlag: Blue Star / Spielzeit: /Buch: Nicola Grosch / gelesen von: Carsten Steenbergen

Inhalt: Paul, der kleine Pfau, hätte weiterhin ein beschauliches Leben auf Schloss Rheydt geführt, wäre er nicht eines Tages am Ufer des Schlossgrabens Arthur, dem Wassergespenst, begegnet. Arthur nimmt ihn mit in seine faszinierende Unterwasserwelt. Als sie dort einen geheimnisvollen Schlüssel finden, beginnt eine aufregende Reise, die beide weit in die Vergangenheit führt: In eine Zeit, in der Schloss Rheydt noch eine Burg war. Bis heute munkelt man vom Schatz des schwarzen Ritters Johann. Werden die beiden Johanns Geheimnis lüften können?


Ich mag es immer sehr, wenn mir Hörspiele / Hörbücher zu Ohren kommen, deren Verlag nicht so bekannt ist und die deswegen nicht in aller Munde sind. Sehr oft entdeckt man unter ihnen wirklich schöne Geschichten. Dazu zählt auch “Algenspaghetti”, auf das ich schon alleine wegen des seltsamen Titels neugierig war. Die Geschichte erzählt von zwei ungleichen Freunden und ihren gemeinsamen Abenteuern. Die Freunde, das sind Schlossgespenst Arthur und der Pfau Paul. Dabei hat mir speziell Paul mit seiner oft skeptischen und leicht pikierten Art gefallen. Aber auch Gespenst Arthur ist ein netter und lustiger Kamerad. Die beiden schließt man leicht ins Herz. Ihre Abenteuer auf Schloss Rheydt (das es übrigens bei Mönchengladbach wirklich gibt! Man könnte also auf Arthurs und Pauls Spuren wandeln ;)) machen nicht nur Spass. Gleichzeitig gibt es auch immer mal wieder etwas zu lernen. Beispielsweise über die Ritterzeit, das Schloss selber oder auch die Lebensweise der Menschen in vergangener Zeit. Erfreulicherweise wird dieses Wissen dezent vermittelt. Ich hatte nie das Gefühl, dass jemand das Geschichtsbuch auspackt. Oder ich war zu abgelenkt von Pauls und Arthurs spannender Schatzsuche. Das ist auch gut möglich! Ich kann mir gut vorstellen, dass eine solche Geschichte die jungen Hörer begeistern und in ihren Bann ziehen wird.

Carsten Steenbergen hat mir als Sprecher gut gefallen. Er liest mit einer Spur mehr Betonung als man s bei Hörnüchern für ältere Hörer  antrifft. Für ein Kinderhörbuch mag ich das, da das Gehörte so lebhafter wirkt. Das erleichtert das Zuhören über längere Zeit. Zudem verleiht er den einzelnen Figuren markante Stimmen und hat speziell für meinen Liebling Paul eine goldige Stimme auf Lager.

Ab und zu kommt Musik zum Einsatz, die leicht verträumt klingt.Das steht einer so phantasievollen Geschichte gut. Geräusche werden ebenfalls eingesetzt, was das Gehörte vorstellbarer und greifbarer macht. Es lockert außerdem auf.

Ich muss gestehen, dass mir Arthur auf dem Cover nicht so richtig gefällt. Arthur ist ein Geist! Und hier sieht er aus wie ein ganz normaler Junge? Dafür mag ich den gezeichneten Stil, der von der Buchvorlage übernommen wurde. Solche Motive mag ich für Kinder(hör)bücher besonders gern.

Fazit: Eine schöne Geschichte um eine spannende Schatzsuche und eine ungewöhnliche Freundschaft. Ganz nebenbei lernt man auch noch etwas. Was kann man sich für eine Kindergeschichte mehr wünschen?

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