Point Whitmark

Point Whitmark (37) – Das Moor der Vergangenen

Titel: Point Whitmark (37) – Das Moor der Vergangenen / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Svean Plate, Gerrit Schmidt-Foss, Kim Hasper, Andreas Mankopff, Rieke Werner, Dagmar Heller ua

Point Whitmark - 37-Das Moor der Vergangenen - ArtworkInhalt: Wer kann sagen, wie viele Menschen im Laufe der Jahrhunderte draußen in den Sümpfen versunken sind?
Auf einem Ausflug in die Dead Man´s Marsh entkommt Derek nur mit Glück der kalten Umarmung des Morastes. Er schwört Stein und Bein, eine leibhaftige Moorleiche habe ihn mit sich in die Tiefe zerren wollen.
Vor Einbruch der Nacht finden die Jungen Zuflucht in Minghella Hall, deren Besucher sich mysteriösen Behandlungen unterziehen.
Besitzt die uralte Erde des Moores gar die Macht, den Tod zu überwinden?
Erneut erscheint das namenlose Mädchen … und lockt Jay, Tom und Derek an den Ort, wo die längst Vergangenen auf ihre Rückkehr warten.


Zugegeben, ich hatte diese Reihe bereits verloren geglaubt. Eine meiner Liebslingsserien einfach weg vom Fenster! Da kann man sich sicher vorstellen, wie sehr ich mich gefreut hatte, als diese Folge erschien! Endlich ein neues Abenteuer meiner Lieblingsdetektive! Eines, dem man die lange Pause so überhaupt nicht anmerkt. Zum Glück! Die drei Jungs sind geblieben, wie man sie kennt, und auch diese Geschichte reiht sich nahtlos in die Serie ein. Will heißen, man trifft hier erneut eine spannende Geschichte an, die vor einer Kulisse spielt, die für ein unheimlich angehauchtes Krimihörspiel kaum besser sein könnte! Jay, Tom und Derek sind in einem Moor unterwegs. Alleine dieser Begriff verheißt schon Gruseliges und bringt die Phantasie auf Trab. Das Moor wird gut in Szene gesetzt, so hat man das Geschehen gut vor Augen und auch die unheimliche Atmosphäre des Ortes kommt gut rüber. Einige echte Schreckmomente gibt es ebenfalls und man hat mehrfach Grund, sich um die drei Jungs und ihr Wohlergehen zu sorgen. Beibehalten hat man auch die Tradition, mindestens einen etwas schrägen Charakter ins Rennen zu schicken. Hier gibt es einen ganz klaren Kadidaten dafür, nämlich Professor Franklander. Aber auch die Seniorinnen im “Grusel-Wellness-Center” (frei nach Professor Franklander ;)) sind schon arg eigenwillig geraten. Das fängt bei den Namen Edna Gillycuddle und Minerva Abercrombie erst an, doch hört die Damen erstmal reden! Das setzt noch einen drauf! Mir war das ehrlich gesagt hier schon etwas zu viel des Guten. Eine schräge Person, okay, das hätte es für mich aber auch getan. Man muss nicht drei Viertel der Charaktere so wirken lassen. In dieser Hinsicht darf es für mich gern wieder etwas solider werden. Gestoßen habe ich mich beim ersten Hören auch an Derek. Augerechnet meinem Favoriten im Trio vom Radio! War er schon immer der Pessimist vom Dienst? Hatte er schon immer in erster Linie böse Kommentare auf Lager? Ich glaube, nicht. Auf jeden Fall aber haben die Drei hier einen wirklich spannenden Fall zu lösen, der erfreulich geradlinig verläuft. Natürlich, zum Nebenbeihören ist diese Folge ebenso wenig geeignet wie die vorigen, aber sie verfranst sich nicht und hat so eine durchaus sinnige Auflösung parat. Für ein paar witzige Sprüche ist ebenfalls gesorgt und natürlich gibt Jay wieder eine seiner unnachahmlichen Redewendungen zum Besten!

Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foss klingen als hätte es die Pause nie gegeben. Kim Hasper, in der Rolle des vernünftigen Tom, Svean Plate als neugieriger Jay, und Gerrit Schmidt-Foss als etwas schnodderiger Derek, der mir hier wie gesagt etwas zu detruktiv daher kam. Besagter Professor Franklander wird von Andreas Mannkopff gesprochen, der ihn zwar wie eine Cartoonfigur klingen lässt, ihn dabei aber so sympathisch wirken lässt, dass ich gerne mehr von ihm gehört hätte. Eva-Maria Kurz und Barbara Fröhlich bringen die Damen Gillycuddle und Abercrombie zu Gehör. Die eine sehr liebenswürdig, die andere oft ganz schön eingebildet, aber beide doch immer für ein Schmunzeln gut.

Die vertraute Titelmusik ist selbstverständlich erhalten geblieben und während der Geschichte sind immer wieder Stücke zu hören, die der Spannung zuträglich sind und für die nötige Stimmung sorgen. Dabei geht es eher ruhig zu, was aber wie hier ganz ausgezeichnet wirkt. Die Geräusche haben mir genauso gefallen, vor allem das Schmatzen des Morasts. So muss es doch klingen, wenn man im Moor unterwegs ist, oder? Eben!

Nennt mich einfallslos, aber was da auf dem Cover aus dem Sumpf auftaucht, das habe ich erst so richtig erkannt als ich das Hörspiel gehört hatte. Ein passiges Motiv. Zudem bin ich noch immer Fan der leuchtenden Farben inmitten des finsteren Rahmens mit dem Leuchtturm. Sehr schön!

Fazit:  Die eine oder andere schräge Person weniger, hätten der Geschichte sicher nicht geschadet. Da darf man für mich gerne einen Gang zurückschalten. Außerdem möchte ich Derek bitte gern wieder witzig haben, statt so muffig! Ansonsten eine spannende Geschichte in einer Gegend, die für mich ein Paradebeispiel für gruselige Schauplätze ist. Bitte, bitte, mehr “Point Whitmark”!

Point Whitmark (36) – Geschöpf der bösen Träume

Titel:  Point Whitmark (36) – Geschöpf der bösen Träume / Verlag: Decision / Spielzeit: ca. 57 min / Sprecher: Kim Hasper, Sven Plate, Gerrit Schmidt-Foss, Bert Stevens, Karin Buchholz ua

Inhalt: Etwas Unerklärliches geschieht im Haus in der William-Prescott-Road. Jay will und kann es nicht glauben, aber seine Mutter scheint wahrhaftig von einer dämonischen Spukgestalt besessen zu sein. Zudem geht ein plötzlicher Verehrer bei ihnen ein und aus, dessen gefährlichem Charme die verängstigte Mrs Lawrence immer mehr verfällt. Ist besagter Maurice Micklewhite gar schuldig am tragischen Unfall einer jungen Frau in der Nachbarschaft? Tom und Derek setzen alles daran, zu helfen, aber die Zeit rinnt ihnen davon. Auf der Spur der verschwundenen Toten wird auch Jay zum Opfer des teuflischen Nachtmahrs.


Ich denke nach mittlerweile schon drei wieder sehr ordentlichen Folgen -diese hier eingeschlossen- kann man der Serie ruhigen Gewissens bescheinigen, dass sie sich gefangen hat. Weg von den allzu abgedrehten und verschaltelten Geschichten hin zu Fällen wie diesem, der erneut erfreulich geradlinig verläuft, so dass man als Hörer gut folgen kann und nicht irgendwann das Gefühl hat, nicht mehr durchzublicken. Bei der Sache sein sollte man natürlich trotzdem, denn dafür ist es schließlich ein Jugendkrimi in dem die drei Jungs einem weiteren Rätsel auf der Spur sind und Ermittlungen anstellen. Selbstverständlich kommt keine Folge der Reihe ohne ein gruseliges Element aus. Hier ist es ein Nachtmahr, der Jays Mutter zusetzt. Mir hat diese mystische Figur gefallen, da sie mal etwas anderes ist. Eine Gestalt, die einem nicht in jeder zweiten Schauergeschichte begegnet. So ist auch für einige unheimliche Szenen gesorgt. Diese wären allerdings sicher noch stimmungsvoller gewesen ohne das Geschrei von Jays Mutter. Doch dazu später, denn grundsätzlich hat es mir gefallen, sie auch einmal in der Serie anzutreffen. Erfreulich ist ebenso, dass es endlich, endlich mal wieder eine Passage gibt, die im Leuchtturm beim Sender spielt. Sogar die kultige Kröte ist zu hören. Wenn ich in der nächsten Folge auch mal wieder auf Vater Callahan treffen würde, wäre ich ausgesprochen glücklich 😉

Was die drei Hauptsprecher anbetrifft muss man sich nie Sorgen machen. Sie meistern ihre Rollen auch in dieser 36. Folge souverän wie eh und je. Ich finde jedes Mal auf’s Neue, dass sie gut zueinander passen und sich ergänzen. Mit Karin Buchholz alias Mrs. Lawrence konnte ich mich dagegen nicht anfreunden. Abgesehen davon, dass sie mit  ihrem albtraumgeplagten Geschrei derbe an meinen Nerven gezerrt hat, so ist es ihr obendrein nicht gelungen, mir diese Person sympathisch zu machen mit der schnippischen Art. Und irgendwie finde ich, die Familien der Hauptcharaktere sollten schon sympathisch sein. In jeder Folge trifft man auf einen etwas schrägen Charakter. Für mich war es hier Maurice Micklewhite, dem Bert Stevens seine Stimme leiht. Mit hektischer und ab und zu “schleimiger” Redeweise verleiht er ihm diese leicht seltsame Art.

Musikalisch lässt sich diese Folge ebenfalls nichts zu Schulden kommen. Die Titelmelodie gehört für mich immer noch zu den schönsten, die ich im Hörspielbereich kenne. Während der Handlung sind weitere stimmungsvolle Stücke zu hören, die für Atmosphäre sorgen. Und der Geräuschkulisse gelingt es, das Geschehen zusätzlich vorstellbar zu machen.

Als ich das Cover zum ersten Mal sah, dachte ich: dieses Vieh kennst du doch! Und tatsächlich empfinde ich das Ungeheuer als ziemlich zusammengewürfelt. Die Hörner der Kreatur aus Folge 9, die Augen der Nebelgestalt aus Folge 8 und der Schrenschnitt-Stil bzw die Haltung vom Hexenmeister aus Folge 13. Mir kommt der Finsterling außerdem zu groß vor, wenn man hört, wo er sich in der Geschichte des Nachts niederlässt.

Fazit:  So darf es gerne weitergehen in Point Whitmark. Ein spannender und nachvollziehbarer Fall mit schauerlicher Würze, der erfreulicherweise einen Schritt zurück in den Leuchtturm macht. Wie gessagt, wenn jetzt noch Vater Callahan mal wieder mitmischen würde…

Point Whitmark (35) – Verirrt im Spinnenwald

Titel: Point Whitmark (35) – Verirrt im Spinnenwald / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Claus Dieter Clausnitzer, Bert Stevens ua

Inhalt: Liegt tief im Wickham Forest wirklich ein über hundert Jahre alter Bunker verborgen? Und wenn ja, welche Geheimnisse mag er in seinen lichtlosen Kammern verwahren? Jay, Tom und Derek wollen die Wahrheit herausfinden und verabreden sich, um den düsteren Wald zu durchkämmen. Doch das Böse lauert unter den alten Bäumen. Es treibt die Tiere fort und es breitet sich aus. Derek ist plötzlich unauffindbar. Tom macht sich allein auf die Suche, doch auch er verfängt sich im Netz der achtbeinigen Schrecken. So bleibt Jay keine Wahl, als seinen Freunden in das Herz der Finsternis zufolgen .


Eigentlich hätte ich gerne mal wieder eine Folge, in der die drei Jungs vom Radiosender gemeinsam in einem Fall ermitteln. Genauso gerne würde ich mal wieder gerne etwas vom Leuchtturm hören, von Kater Nixon und Mrs. Bushland. Eben so wie in den früheren Folgen. Doch da scheint aktuell kein Weg hin. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, den ansonsten lässt “Verirrt im Spinnenwald” keine Wünsche an eine spannende und unheimliche Folge offen. Speziell Spinnenphobiker dürften hier schnell ein unangenehmes Kribbeln empfinden. Jay, Tom und Derek machen jeder für sich Bekanntschaft mit den achtbeinigen Waldbewohnern und diese Handlungsstränge laufen bei der Suche nach einander letztlich zusammen. Die Erkenntnis, was hinter dem rasanten Anstieg der Spinnenpopulation steckt verbindet sie letztlich und stellt eine logische Erklärung dar. Für einige gruselige Szenen ist auf dem Weg dorthin natürlich gesorgt und die fallen Dank der ohnehin bedrohlichen Atmosphäre, die seit Anfang herrscht, noch eine Spur schauriger aus als man es aus anderen Episoden kennt. Hier und da ein witziger Spruch und fertig ist ein gelungener Fall für die drei vom Radio.
[spoiler]Mrs. Norwood: “Wir haben alles abgewaschen!” – Das reicht um schädliche Chemikalien aus Pflanzen zu entfernen?! Und woher stammt das saubere Wasser zum Abwaschen?[/spoiler] — um den Spoiler sichtbar zu machen, einfach den Bereich zwischen den Klammern markieren 😉

Ohne Figuren mit leicht abgedrehten, markanten Stimmen kommt keine Folge der Reihe aus. Hier bekommt man gleich zwei Charaktere damit geboten. Nämlich die Biobauern Mr und Mrs Norwood, gesprochen von Bert Stevens und Karin Buchholz. Ihre Stimmen bringen prima das schrullige Wesen der beiden rüber und sorgen für ein Schmunzeln. Claus Dieter Clausnitzer lässt den Essenstester Basil Cricket angemessen arrogant klingen, schafft es aber trotzdem, ihn einem nie ganz unsympathisch werden zu lassen.

Eine düstere und besonders dichte Musikkulisse sorgt bei dieser Folge maßgeblich für den Gruselfaktor. Speziell die kribbeligen Stücke und Geräusche sobald die achtbeinige Armee im Anmarsch ist, verursachen eine gepflegte Gänsehaut. Soald die CD endet und der Sound verstummt, hat man als Hörer das Gefühl selbst dem Spinnenwald entkommen zu sein.

Passend zum Titel gewährt das Covermotiv einen Blick durch ein finsteres Spinnennetz auf ein Zelt. Durchaus ein Motiv, das auf eine unheimliche, vielbeinige Geschichte hoffen lässt.

Fazit:  Besonders Arachnophobiker dürften an dieser Folge ihre “Freude” haben 😉 Von dem Spiel mit dieser Angst lebt die Geschichte hauptsächlich. Zusammen mit der besonders düsteren Atmosphäre ergibt sich so eine Story mit Gruselfaktor.

Point Whitmark (34) – Die einäugigen Puppen

Titel: Point Whitmark (34) – Die einäugigen Puppen / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Thomas Petruo, Sonja Spuhl ua

Inhalt: Während eines Besuchs auf dem „Jahrmarkt des großen Feuerballs“ kommt es zu einer sonderbaren Begebenheit. Jay, Tom und Derek müssen mitansehen, wie Martin Dupré, der Sohn ihrer Französischlehrerin, verschleppt wird. Darüber hinaus entdecken sie in der Werkstatt des Stanislav Lodz die schaurigen Nachbildungen lebender Kinder. Die weiteren Ungeheuerlichkeiten, die der unheimliche Puppenmacher dort verbirgt, verschlagen den Jungen den Atem. Als schließlich die Dämmerung hereinbricht, erfüllt sich der Fluch der einäugigen Puppen …


Weiter geht es mit den Abenteuern der drei Freunden aus Point Whitmark. Ich muss sagen, dass mir diese Folge im Vergleich zur Vorigen deutlich besser gefallen hat. In erster Linie, weil sie einen klareren, geradlinigeren Verlauf hat, der zu einer Auflösung führt, die man sich als Hörer durchaus auch selber herleiten kann. So macht es Spass, dem Abenteuer zu folgen und mitzuknobeln. Mit dem Rummelplatz ist auch sehr schöner Schauplatz gewählt, da dort ja Realität und Illusion oft nahe bei einander liegen. Das spielt dem gewissen Grusel in die Hände, der zu jeder Folge dazu gehört. Wobei hier davon eher wenig zu spüren ist. Abgesehen von einer Theorie von Tom bleibt man auf dem Boden der Tatsachen. Das hat mir so gut gefallen. In einigen Geschichten hat man es mit Grusel und Spuk für meinen Geschmack etwas übertrieben und den Detektivfall dahinter zurück gestellt. Das ist bei dieser Folge erfreulicherweise nicht der Fall. Und selbstverständlich muss man auch auf eine gewissen Komik nicht verzichten. Jay hat selbstverständlich wieder eine Lawrence-Weisheit auf Lager und Derek als Babysitter ist allemal ein Grinsen wert.

Hinsichtlich der Sprecher fällt der Kelch des Lobes etwas kleiner aus. Das bestrifft im Speziellen Kathrin Janke als Peachy-Lynn und Kevin Semrau alias Martin Duprè. Dabei mag ich Peachy-Lynn als Charakter! Sympathisch anders, ich würde sie gerne mal in einer weiteren Folge “treffen”, aber diese Stimme passt einfach nicht zu ihr. So ein nettes Hippie-Girl und so eine burschikose Stimme… Martin Duprè scheint zwar ein Außenseiter zu sein und das sollte man auch raushören, aber Kevin Semrau lässt ihn klingen als wüsste er NIE, wie er was richtig machen soll. Sogar, wenn er von etwas erzählt, von dem er an sich einen Plan hat. Das geht auch nicht. Ansonsten tanzt niemand aus der Reihe und die drei Hauptsprecher sind ohnehin bestens aufgelegt.

Ich kann nichts dagegen tun: sobald die Titelmelodie anläuft, summe oder pfeife ich mit. Ich mag dieses Stück sehr (hab es sogar als Klingelton!) und würde mir wünschen, es zumindest in Teilen auch mal während der Geschichte zu hören. Doch da setzt man auf andere Stücke, die mich an Filme wie “Edward mit den Scherenhänden” erinnern, hüpfend, klingend, melodisch und zweifellos schön. Aber eben nicht PW-Style. Schade. Und wenn ich gegen Ende dem Babygeschrei noch länger hätte lauschen müssen, hätte ich irgendwas auseinander genommen. Aua, aua, über lange Zeit zerrt das an den Nerven.

Ein an sich unspektakuläres Covermotiv, das aber durch den Effekt des gesprungenen Spiegels gleich wieder interessant wirkt. Dass der größte Riss dem Spiegelbild ein Auge nimmt, passt natürlich gut zum Titel.

Fazit:  Mir hat “Die einäugigen Puppen” prima gefallen. Ein spannender und unterhaltsamer Fall für Jay, Tom und Derek, bei dem man als Hörer wieder mitknobeln kann. Der Grusel wurde hier zwar etwas zurückgedreht, aber letzten Endes steht ja auch die Dektektivarbeit der Jungs im Mittelpunkt der Serie. Somit kann ich damit gut leben.

Point Whitmark (33) – Das Schloss des Blutmalers

Titel: Point Whitmark (33) – Das Schloss des Blutmalers / Verlag: Sony / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Sonja Deutsch u.a.

Inhalt: Im Zuge einer Reportage über walisische Architektur werden Jay, Tom und Derek von einem Unwetter überrascht und gezwungen, die Nacht auf Glamorgan Castle zu verbringen. Ist es nur ein Gerücht, oder hat sich der Burgherr wirklich innerhalb des verlassenen Gemäuers begraben lassen? Es heißt, die Gemälde in den düsteren Korridoren wurden mit echtem Blut gemalt. Die Jungen stoßen das Tor zu einem lange vergessenen Geheimnis auf. Als körperlose Schreie durch die einsamen Flure hallen, gibt es für sie kein Entrinnen.


Diese Folge ist ein schöner Beweis dafür, dass Szenerie, Atmosphäre und der Fall an sich noch so gut und gelungen sein können, aber wenn der Ablauf so konfus ist, dass man schon nach wenigen Minuten nicht mehr durchsteigt, dann rettet das alles auch nicht mehr sehr viel. Der Schauplatz mit dem Schloss hat mir gefallen, die düstere, unheimliche und bedrückende Atmosphäre dort auch, und auch die Elemente walisischen Vorlksglaubens sind gut eingeflochten. Das Problem für mich ist einzig, dass Jay, Tom und Derek immer mal wieder getrennt werden und jeder fü sich seine Entdeckungen macht. Die mögen zwar zusammenhängen, aber mir war das einfach zu verwirrend um da den Überblick behalten zu können. Die Auflösung kommt dann ganz schlüssig daher. Nur wäre ich rein aus den Ereignissen und Entdeckungen geschlossen, da niemals drauf gekommen.

Eine wie gewohnt gute Sprecherriege bringt diese Geschichte zu Gehör. Wobei ich mich bei Hannelore Minkus als Adwen Cadoc zunächst gar nicht sicher war, ob da wirklich eine SprecherIN am Werke ist. Claus Dieter Clausnitzer, Heike Paul und Herr Steiner (?) übernehmen die Parts der verschrobenen Dorfbewohner und können darin mit markanten Stimmen überzeugen. Ohne solch etwas schräge Charaktere kommt eben keine Folge der Reihe aus. Bert Franzke fällt die Rolle des Maddox Jones zu, der diese Figur respekteinflößend grummelig klingen lässt.

Musik und Geräusche tragen maßgeblich dazu bei, für die nötige unheimliche Atmosphäre zu sorgen. Leise düstere Stücke aus dem Hintergrund, die an einen Horrorfilm erinnern, zu Schreckmomenten auch mal lautere Klänge, der Mix kann sich hören lassen. Dann und wann mischen auch mal Melodien mit, den dem walisischen Aspekt der Story gerecht werden. Die Geräusche sind vom Feinsten und für manche Gänsehaut gut.

Das Schloss auf dem Cover wirkt angemessen düster und bedrohlich. So passt es gut zur Geschichte. Und mit den kräftigen Farben reiht es sich prima in die Serie ein.

Fazit:  Tolle Szenerie, gruseliges Flair, ein interessanter Fall, aber eben leider auch ein konfuser Verlauf, bei dem ich im Nu den Überblick verloren habe.

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