Prinzessinnenmörder

Schafkopf (Andreas Föhr / Michael Schwarzmaier)

Titel: Schafkopf / Verlag: Target / Audio Media / Laufzeit:  448 min / Buch: Andreas Föhr / gelesen von: Michael Schwarzmaier

Inhalt: Das bayerische Ermittlerduo Wallner und Kreuthner steht vor einem Rätsel: Wer schoss an einem schönen Oktobersonntag dem Kleinkriminellen Kummeder auf dem Gipfel des Riederstein mit einem Präzisionsgewehr den Kopf weg? Die Suche nach dem Täter sorgt für einigen Wirbel in der oberbayerischen Idylle. Schnell wird klar, dass das tragische Geschehen in einer Neumondnacht vor zwei Jahren während einer legendären Schafkopfrunde seinen Anfang nahm …


“Schafkopf” ist nun schon der zweite Fall für das ungleiche Ermittler-Duo Wallner und Kreuthner. Wie schon der Vorgänger “Prinzessinnenmörder” beginnt auch diese Geschichte mit einem skurril anmutenden Mord, den es aufzuklären gilt. Seine Spannung zieht dieser Fall einerseits aus der Tatsache, dass das Drumherum um den Mord eine ganze Reihe erschreckender Schicksale offenlegt. Man mag sich dabei gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die tatsächlich so etwas durchleiden müssen. Andererseits rührt die Spannung aber auch daher, dass die Story abwechselnd in Kreuthners und Wallners Gegenwart und im Jahre 2007 spielt, als sich die Vorgeschichte des Mordes ereignete. Es bleibt bis zum Ende hin spannend, wo und in welcher Weise die Ereignisse beider Zeitebenen zusammenlaufen. Zudem hat man so natürlich auch die ideale Gelegenheit, selbst zu knobeln, wo Zusammenhänge bestehen und wer eventuell hinter der Tat stecken könnte. Die Auflösung dann hält eine echte Überraschung bereit. Mit diesem Gedanken habe ich allenfalls mal am Rande und nicht wirklich ernsthaft gespielt. Klasse! Ein großes Lob gibt es auch dieses Mal wieder für den pfiffigen Witz und die Komik mancher Szenen, bei denen man trotz aller Dramatik mindestens noch schmunzeln, wenn nicht gar lachen kann. Der Humor macht die Charaktere greifbar und sympathisch. Se alle wirken durchweg wunderbar menschlich.  Eine kleine Prise Romantik rundet den guten Gesamteindruck schließlich ab.

Erneut ist Michael Schwarzmaier als Sprecher zu hören. Auch “Schafkopf” liest er sehr angenehm und locker, so dass es trotz der stattlichen 6 CDs nicht anstrengend oder gar ermüdend wird, ihm zuzuhören. Ein Pluspunkt ist selbstverständlich auch dieses Mal sein Talent für den bayerischen Dialekt, der der Geschichte zusätzlichen Charme verleiht.

Das Cover präsentiert sich weniger realistisch als bei Wallners erstem Fall. Es wirkt gezeichnet und auch das Motiv ist nicht sofort auf den Rückentext umzulegen. Die Bedeutung erschließt sich erst nachdem man das Hörbuch gehört hat. Mir gefällt dieses Cover besser als das vom “Prinzessinnenmörder”.

Fazit:  Auch Wallners und Kreuthners Fall weiß sehr spannend, aber auch amüsant zu unterhalten. Andreas Föhrs Alpen-Krimis gehören zu den Regional-Krimis, bei denen diese Mischung am besten gelingt.

Der Prinzessinnenmörder (Andreas Föhr / Michael Schwarzmaier)

Titel: Der Prinzessinnenmörder / Verlag: Target / Audio Media / Laufzeit:  442 min / Buch: Andreas Föhr / gelesen von: Michael Schwarzmaier

InhaltIn der oberbayerischen Januarkälte glitzert der zugefrorene Spitzingsee. Niemand vermutet in dieser Idylle etwas Grauenvolles, bis unter dem Eis die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden wird. Es wurde durch einen Stich ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als in ihrem Mund eine Plakette mit einer eingravierten Eins entdeckt wird, wissen Kommissar Wallner und sein urbayerischer Kollege Kreuthner: Das ist erst der Anfang einer grauenhaften Mordserie …


Andreas Föhrs Alpen-Krimis sind die zweite “Reihe” von Regionalkrimis, die ich kennengelernt habe. Wie schon bei den “Kluftingers” war ich von Anfang an begeistert. Denn die Geschichte hält sich mit langen Vorreden nicht auf. Schon nach wenigen Minuten nimmt die Handlung um die sonderbaren Morde ihren Lauf und in diesem Tempo geht es auch weiter. Das heißt nun nicht, dass es alle paar Minuten Tote gibt, aber die Spannung bleibt durchgehend erhalten. Hauptsächlich rührt sie von den Ermittlungen von Wallner und seinen Kollegen her, deren Arbeit authentisch geschildert wird. Aber auch die Zeit- und Schauplatzwechsel, die sich durch die Geschichte ziehen, machen sie interessant. Denn daran kann man als Hörer prima mitermitteln. Es hat mich etwas erstaunt, dass der Mörder zu einem bestimmten Zeitpunkt bekannt wird, da aber sein Motiv im Dunklen bleibt und man ja auch seine weiteren Pläne und ihren Ausgang nicht kennt, nimmt es der Spannung glücklicherweise nicht viel.
Gewürzt ist “Der Prinzessinnenmörder” mit dem typischen Schuss Humor, den ich an dieser Art Krimi so gerne mag.
Sowohl die Sprache bzw Wortwahl von Andreas Föhr, als auch diverse Passagen voller Situationskomik haben mich immer wieder mindestens schmunzeln, manchmal sogar richtig lachen lassen. Wobei die Geschichte aber niemals zum Klamauk verkommt. Sie ist und bleibt ein echter Krimi!

Michael Schwarzmaier habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört und war vom ersten Satz von ihm eingenommen. Er hat eine angenehme und klare Stimme, der man leicht lauschen kann. Er liest ruhig, aber trotzdem locker weg, so dass man kaum glaubt, dass er wirklich einen Text abliest. Besonders beeindruckt hat mich, wie leicht er den bayerischen Dialekt kopiert. Mal ausgeprägter, mal nur sachte durchklingend, und dabei immer so, dass man genau weiß, wen er gerade spricht.  In den Dialogen ist das bei einem Krimi, der in Bayern spielt, natürlich ideal. Es verleiht ihm zusätzlichen Charme.

Das Covermotiv wirkt für einen Krimi angemessen düster und geheimnisvoll mit dem dunklen Hintergrund umd der engelsbestückten Gedenktafel (?) im Vordergrund.

Fazit:  Ein gelungener Krimi aus den Alpen, der mit einem interessanten und spannenden Fall, sowie mit einem Schuss Humor auf ganzer Linie punkten kann.

Der Prinzessinnenmörder (Andreas Föhr)

Der Prinzessinnenmörder An einem eisigen Januarmorgen wird im zugefrorenen oberbayerischen Spitzingsee die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden. Kurioses Detail: Sie wurde durch einen Stich mitten ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid. Als man im Mund des Opfers eine Plakette mit einer eingravierten Eins findet, ahnen Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner, dass dies nur der Anfang einer grauenvollen Mordserie ist.

Wenn einem die Kluftingers ausgehen, muss man sich irgendwann notgedrungen nach anderen Regional-Krimis umschauen. Das hat sich als gar nicht so einfach herausgestellt, doch im Vergleich schnitten bei mir die Krimis von Andreas Föhr vom ersten Eindruck her am besten ab. Also habe ich damit weitergemacht und es nicht eine Minute lang bereut.
“Der Prinzessinnenmörder” hält sich mit langen Vorreden nicht auf, der “Fall” nimmt sofort seinen Lauf, schon auf den ersten Seiten. Und diesem Tempo bleibt er auch treu, Längen hat man hier nicht zu befürchten. Der Fall entwickelt sich stetig weiter, wenn auch manchmal auf etwas ausgefallenen Wegen, doch das ist ja genau ein Aspekt, wegen dem ich diese Art Krimis so sehr mag. Sie haben einfach ihre liebenswerten “Schrullen”, die sie umso sympathischer machen.
Beim “Prinzessinnenmörder” kommt noch dazu, dass die Handlung relativ regelmäßig den Schauplatz und damit einhergehend den Blickwinkel wechselt, was den Krimi zusätzlich interessant macht. Ich persönlich hätte diesen Wechsel allerdings an einem bestimmten Punkt beendet, da man ab diesem Punkt halt weiß, wer hinter den Morden steckt.
Der Spannung tut das zwar keinen großartigen Abbruch, denn immerhin hat der Mörder ja noch Pläne und auch das Motiv bleibt im Dunklen, aber schade fand ich es schon.
Ein weiterer Grund für meine Vorliebe für diese Art Krimis liegt in dem Humor, der immer auch dazu gehört und der auch im “Prinzessinnenmörder” steckt. Einen guten Teil trägt dazu Andreas Föhrs Schreibart und Worwahl bei, alleine darüber habe ich schon immer wieder zumindest schmunzeln können. Doch hält die Geschichte auch einiges an Situationskomik bereit. Speziell die Passagen mit Wallner und seinem Vater haben mich wirklich zum Lachen gebracht, einfach zu schön. Es sei aber dazu gesagt: diese Szenen sind selten, weshalb die Story auch nie im Klamauk zu enden droht. Dafür sind sie gerade wegen dieser Seltenheit umso wirkungsvoller.

Der “Prinzessinnenmörder” liest sich sehr gut. Spannend zwar, man muss schon die Gedanken beieinander halten um mitzukommen, aber eben auch sehr unterhaltsam. Hier und da fallen Begriffe und Sätze die ein wenig dialektangehaucht sind, allerdings nicht so sehr, dass es einen aus dem Lesefluss wirft. Es wirkt eher erfrischend und “mal anders”, was das Lesevergnügen abrundet.

Das Cover mag man entweder, oder eben nicht. Andere Möglichkeiten gibt es da -aus meiner Sicht- eher nicht. Mein Fall ist es jedenfalls nicht, aber ich muss zugeben, dass es zu einem Krimi gut passt. Mit dem Kreuz, den Engeln und dem verwaschen dunklen Hintergrund wirkt es angemessen geheimnisvoll.

Fazit:  Ein spannender Krimi aus Bayern, der mit einem interessanten Fall und einem wohldosierten Schuss Humor punkten kann. Für mich ein klarer Anlass dafür, mir direkt auch Wallners zweiten Fall zuzulegen.


Titel:  Der Prinzessinnenmörder
Autor: Andreas Föhr
Seiten:  384
Verlag: Knaur Verlag
ISBN: 978-3426663974
Preis:  € 12,99 (TB)

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