Psychiatrie

Morgan & Bailey (08) – Die letzte Ölung

Titel: Morgan & Bailey (08) – Die letzte Ölung / Verlag: Contendo Media / Spielzeit:  ca. 71 min / Sprecher: Joachim Tennstadt, Alexandra Lange, Wolfgang Bahro, Katja Brügger ua

Inhalt: In der psychiatrischen Klinik St. Bartholomew’s ereignet sich ein verdächtiger Todesfall. Pfarrer Morgan vermutet einen heimtückischen Mord. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, lässt Rose Bailey sich einweisen und ermittelt undercover in den Reihen der Patienten.


Pastorin Rose Bailey in der Psychiatrie? Wie konnte das denn geschehen? Natürlich: ein neuer Fall für sie und den katholischen Geistlichen hat sie hergeführt, denn in der Klinik scheint es jemand ganz und gar nicht gut mit den Patienten zu meinen. Ist an der Theorie eines Mordes etwas dran? Dieser Frage geht man gemeinsam mit den beiden Ermtittlern auf den Grund, wobei man so mancher erschreckende Entdeckung macht und immer mal wieder mit überraschenden Wendungen bei Laune gehalten wird. Und das tatsächlich vom Anfang bis zum Ende.
Alleine der Schauplatz war schon ganz nach meinem Geschmack, wobei ich es der Folge hoch anrechne, dass sie kein allzu verzerrtes Bild einer solchen Einrichtung malt. Natürlich sind dort Menschen mit Spleens und Ängsten untergebracht, was teilweise sogar ganz humorig dargestellt wird, aber es wird sonst nie zum Negativen hin übertrieben. So fällt es einem auch leicht, eine Verbindung zu Rose Mitpatienten aufzubauen und sie ganz sympathisch zu finden.
Rose selber hat mich ebenfalls beeindruckt. Immerhin ist ihre Rolle / ihre Figur hier so etwas wie ein Spiel in einem Spiel. Die Rolle / Figur der Rose ist erdacht, aber auch ihr angeblicher Putzfimmel wurde ihr widerum angedichtet. Das ist schon cool gemacht und von Sprecherin Ulrike Möckel beeindruckend umgesetzt.

Ulrike Möckel hat mir also als putzfimmelgeplagte Patientin wirklich gut gefallen. Die hektische Sprechweise hat dann und wann schon etwas Durchgedrehtes an sich, was gut passt. Über Lutz Mackensys Darbietung als Mitpatient musste ich einige Male schmunzeln. So kenne ich ihn als Sprecher gar nicht, aber es hat Spass gemacht, ihn mal so total anders zu hören. Alexandra Lange gefällt mir als Detective Laurie Howard von Mal zu Mal besser. Ich mag solch markante Frauenstimmen einfach super gerne.

Eine eher zurückhaltende Musikkulisse begleitet und untermalt das Geschehen aus dem Hintergrund, was ich als sehr stimmig empfunden habe. Allzumal es kein Schauplatz ist, zu dem laute Stücke passen würden. Die eingesetzten Geräusche sind einmal mehr vom Feinsten. In diesen Belangen lässt sich Contendo einfach nie etwas zu Schulden kommen.

Der Totenschädel aus Pillen auf dem Cover ist eher witzig als erschreckend, verdeutlicht aber doch, dass man es hier durchaus mit einem Krimi mit mörderischem Einschlag zu tun hat. Mir persönlich gefällt ja die Szene daneben super! Die einsame Gestalt auf dem langen, leeren Klinikflur, das hat was!

Fazit:  Eine weitere spannende Folge der Reihe, die sich durch Rose “Undercovereinsatz” in der Psychiatrie von ihrem Vorgängern abhebt. Ein Spiel in einem Spiel, das einen bis zum Ende hin nicht loslässt.

Alles muss versteckt sein (Wiebke Lorenz / Cathrin Bürger)

Titel: Alles muss versteckt sein / Verlag: Radioropa / Spielzeit: 568 min / Buch: Wiebke Lorenz / gelesen von: Cathrin Bürger

verstecktseinInhalt: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint.


In meinem Regal stehen kaum Thriller / Krimis von Autorinnen. Es gibt nur wenige, die mich bisher von ihren Geschichten überzeugen konnten. Daher bin ich bei Neuentdeckungen immer erstmal ziemlich skeptisch. Doch diese Geschichte klang alleine vom Klappentext her schon so spannend und interessant, dass es mir den Versuch wert war.
Und was soll ich sagen? Ich bin restlos überzeugt von “Alles muss versteckt sein”.
Generell liebe ich ja Thriller, die mir so deutlich vor Augen führen, zu welchen Eskapaden der menschliche Verstand in der Lage ist. Je unglaublicher, umso besser. Alleine aus dieser Richtung entsprache “Alles muss versteckt sein” schon genau meinem Geschmack. Gleichzeitig tat mir Marie aber natürlich auch leid. Es muss furchtbar sein, unter solchen Zwangsvorstellungen zu leiden und sich als Krönung des Entsetzens eines Tages erst neben dem blutüberströmten, ermordeten Mann und später in der forensischen Psychiatrie wiederzufinden. Und sich oebndrein noch nicht einmal an das Vorgefallene erinnern zu können. Auch dieser Einblick in solch eine Psychiatrie hat mir gefallen. Das Geschehen dort wird sehr eindringlich beschrieben und hat seinen ganz eigenen Schrecken.
Doch die große Frage ist natürlich: was ist da vorgefallen? Har Marie ihren Mann tatsächlich ermordet? Es sieht ja alles danach aus. Doch man lernt sie anfangs eben auch als relativ normale Frau kennen und alleine deshalb traut man es ihr doch wieder nicht zu. Aber was sollte sonst dahinterstecken?
Ich habe gegrübelt und gegrübelt, Marie für schuldig befunden, dann wieder doch nicht daran glauben können, aber auch keine andere plausible Idee gehabt und gerätselt bis fast zum Schluss. Dann erschien mir endlich alles sonnenklar. Allerdings nicht lange, denn das Blatt wendete sich noch einmal. Für Spannung ist hier somit vom Anfang bis zum Ende gesorgt und Langeweile kommt nicht eine Sekunde lang auf. Einfach toll!

Cathrin Bürger habe ich hier zum ersten Mal als Hörbuchsprecherin gehört. Sie hat es mir sehr leicht gemacht, dieses wirklich lange Hörbuch relativ zügig durchzuhören. Sie hat eine angenehme Stimme, der man gut über längere Zeit lauschen kann. Außerdem versteht sie es absolut, Marie in den verschiedenen, meist dramatischen Zeiten ihres Lebens, glaubhaft eine Stimme zu verleihen. Ganz gleich, ob Marie gerade in heller Aufregung ist, beispielsweise bei der Suche nach ihrer Tochter, oder später durch Medikamente so ruhiggestellt, dass es schon lethargisch wirkt.

Alleine das Cover hatte ich mich schon im Nu am Haken. Erstens war mir gar nicht bewusst gewesen, dass in diesem Kinderreim etwas so Bedrohliches steckt wie hier. Und dann natürlich die blutverschmierten Hände, die einiges an Schrecken versprechen.

Fazit:  Ein von vorne bis hinten super spannender und auf verschiedenen Ebenen grausiger Thriller, der meine Erwartungen klar übertroffen hat. Für alle Thriller-Fans eine Empfehlung auf ganzer Linie. Wenn man einen solchen “Brocken” an Hörbuch bis zum Schluss durchhört, dann muss die Story einfach top sein, und das ist sie!

Stimmen (Ursula Poznanski)

Stimmen (Ursula Poznanski)Er hatte die Zeichen gesehen. Er sah sie seit Jahren schon, und hatte immer wieder versucht, die Menschen zu warnen, doch nie wollte jemand ihm glauben.
Sie hatten ein Opfer dargebracht. Auf keinen Fall durften sie ihn hören. Sie wissen, wer du bist.
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen.

Als ich erfuhr, dass ein neuer Thriller von Ursula Poznanski erscheint, habe ich mich einerseits riesig gefreut. “Fünf” hat mir damals super gut gefallen. Andererseits war ich aber auch skeptisch, denn “Blinde Vögel” hat mir überhaupt nicht gefallen. “Stimmen” war nun gewissermaßen das Zünglein an der Waage, ob es sich lohnt, Ursula Poznanskis Thrillern treu zu beiben.
Um das schon mal vorweg zu nehmen: ja, ich werde ihnen treu bleiben!
Denn “Stimmen” hat mir wieder richtig gut gefallen! Mit einer Psychiatrie als hauptsächlichem Schauplatz macht ein Thriller bei mir fast nie etwas falsch. Das hängt vermutlich mit den oft schauerlichen Darstellungen dieser Orte zusammen, wie man sie in vielen Gruselfilmen etc antrifft. Sowas hat für mich seit je her seinen Reiz. Und daran ändert sich auch nichts, wenn eine Psychiatrie wie in diesem Thriller so ganz anders beschrieben wird. Ganz ohne solche Effektheischerei nämlich. Eben als eine Klinik, in der Menschen leben, die aufgrund schrecklicher Erlebnisse in der Vergangenheit, seelischen Schaden genommen haben. Obwohl ich gegen etwas Effektheischerei nichts gehabt hätte, fand ich das so wirklich gut.
Die Geschichte braucht so etwas nämlich nicht um spannend oder schaurig zu sein. Das gelingt ihr auf anderen Wegen, die mindestens genauso gut wirken. Um zu schaudern muss man sich das Leben der Psychiatriepatienten nur mal richtig vorstellen. Das reicht dann schon. Was sie erlebt haben, wünsche ich niemandem. Das sollte als Gruselfaktor alleine schon reichen.
Ihre Spannung zieht die Geschichte für mich vor allem wieder aus der Ermittlungsarbeit von Beatrice und Florin. Genau wie bei “Fünf” hat mir hier wieder diese kleinschrittige Darstellung der Ermittlungen gefallen. Das ist erstens interessant und wirkt zweitens wesentlich realistisch als wenn die beiden den Fall im Nullkommanichts und ohne Probleme oder Rückschläge lösen würden. Auf diese kleinschrittige und genaue Weise dagegen kann man prima mitknobeln. Und durch besagte Rückschläge oder auch stockende Ermittlungen, kommt zusätzlich Spannung auf. Und natürlich auch durch die Frage nach dem Täter, klar.
Toll fand ich es außerdem, dass bei Beatrice und Florin endlich mal etwas ins Rollen kommt. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.
Soweit klingt das ales ganz positiv und ja, mir hat “Stimmen” wirklich sehr gut gefallen. Ein paar Bedenken hatte ich beim Lesen aber doch (und auch jetzt habe ich die noch). So gut ich die Idee finde, wie gewisse Patienten mit Beatrice kommunizieren, ich habe mich doch gefragt, ob man da als Polizistin wirklich drauf kommen kann. Glücklicherweise fällt Beatrice das alles andere als leicht bzw früh auf und auch als sie es endlich begreift, versteht sie es nicht wirklich, aber immerhin kommt sie doch auf diese Idee. Beeindruckend. Nicht dass ich Beatrice für dumm halte (ganz im Gegenteil!), aber das ist schon eine Leistung zu der ich nur sagen kann: wow! Daher erschien mir die Idee ab und zu doch etwas weit hergeholt. So gut sie auch ist.
Außerdem bin ich bei den Ärzten immer mal wieder durcheinander gekommen, was mich gestört hat. Wenn ich bei gewissen Figuren in der Geschichte keinen Überblick habe, spricht das immer dafür, dass die Charaktere für mich zu wenig Markantes an sich haben. Das traf hier dann wohl auf die Ärzte zu.

Ich habe das Buch an zwei Abenden ausgelesen. Hätte ich mich am ersten Abend nicht zum Pausieren gezwungen, weil ich am nächsten Tag früh rausmusste, hätte ich es in einem Rutsch gelesen. Sehr viele Dialoge machen das Lesen wunderbar leicht. So fliegen die Seiten nur so dahin. Zudem sind die Kapitel genau richtig lang um dem “ach eins noch”-Teufelskreis zu verfallen. Außerdem enden sie durchweg mit einem solchen Cliffhanger, dass man einfach weiterlesen muss.

Der Rabe gehört inzwischen einfach zu Ursula Poznanskis Thrillern. Er ist auf jedem Cover zu sehen, auch hier bei “Stimmen”. Ein Vogel, der irgendwie immer ein bisschen für Unheil steht. Was könnte besser zu einem Thriller passen? Das Fenster macht neugierig darauf, was es damit auf sich hat. Für mich passt es außerdem gut zu dem Bild von einer Psychiatrie, das man so im Kopf hat.

Fazit: “Stimmen” hat mir wieder sehr gut gefallen! Ein von Anfang bis zum Ende spannender Thriller, der an einem Schauplatz spielt, der ideal für dieses Genre ist. Ihre Spannung bezieht die Geschichte vor allem durch Beatrices und Florins Ermittlungen, die anschaulich, kleinschrittig und dadurch realistisch dargestellt sind. Da kann man leicht mitknobeln. Die Idee, wie eine Patientin mit Beatrice kommuniziert, ist wirklich klasse! Trotzdem weiß ich nicht, ob es realistisch ist, dass das jemand durchschaut. Aber das fällt für mich nicht wirklich ins Gewicht. Beatrice ist halt echt clever und es ist keineswegs so, dass sie die Sache im Nu durchschaut und sie ihr bei dem Fall den absoluten Durchblick verschafft.


Titel: Stimmen
Autor: Ursula Poznanski
Seiten: 448
Verlag: Wunderlich by Rowohlt
ISBN: 978-3805250627

Raum 213 – Harmlose Hölle (Amy Crossing)

raum213Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben oder hat es nicht über lebt!
Für Liv scheint es gerade nicht schlimmer kommen zu können: Ihr Freund hat auf einer Party eine Andere geküsst vor ihren Augen! und sie wird von dem unheimlichen Ethan verfolgt. Er bedroht sie, macht komische Andeutungen. Liv ist eingeschüchtert, nimmt die Drohungen jedoch erst nicht ernst. Bis sie ein Mädchen in ihrem Garten findet Ethans Ex-Freundin, ermordet!

Ab und zu werde ich nicht wegen eines besonders schönen Covers auf ein Buch aufmerksam, sondern -ganz platt- wegen dem günstigen Preis. So war es bei “Raum 213”. Ein Thriller, der obendrein mysteriös bis gruselig klingt, und dann zu diesem Preis: das konnte ich mir entgegen lassen.
Das Buch beginnt direkt mit einem Blick in Raum 213 und schon zu diesem Zeitpunkt wird ganz klar deutlich, dass in diesem Zimmer etwas Seltsames vor sich geht, das auch eine Spur bedrohlich wirkt.
Dann wechselt die Handlung zu Liv, die auf einer Party gerade die größte Demütigung ihres jungen Lebens erlebt hat, und kurzerhand von dort flüchtet. Das klingt erstmal nach einer ganz normalen Teeniestory mit der dabei üblichen Dramatik. Sowas mag ich aber ganz gerne, von daher ging das für mich in Ordnung. Und außerdem hat Liv auf ihrer Flucht eine sehr seltsame und unheimliche Begegnung.
Wie sich später herausstellt, hat sie Ethan getroffen, der einige Jahre in der Psychiatrie verbracht hat. Da kommen einem natürlich gleich die typischen Bilder dazu in den Kopf. Mir jedenfalls. So ein richtiges Irrenhaus, an Stühle und Betten gefesselte Patienten, die dem Wahnsinn verfallen sind. Sowas eben und ganz nach meinem Geschmack. Da habe ich mir schnell die Frage gestellt, ob man ihm trauen kann, oder ob er es wirklich auf Liv abgesehen hat.
Als Leser erfährt man bald auch, dass mit Ethan die Verbindung zu dem Geschehen in den Kapiteln geschlagen wird, die zwei Jahre früher spielen und sich um Raum 213 drehen. Das ist geschickt gemacht, denn so ist man Liv zumindest einen kleinen Schritt voraus. Allerdings ohne sich jemals ganz im Klaren darüber zu sein, was in diesem Raum vor sich geht. Ich mochte diese Kapitel am liebsten. Einfach weil sie so schaurig und rätselhaft sind.
Die Handlung bei Liv und ihren Freunden ist weniger schaurig, dafür aber spannend. Da ist der seltsame Ethan, bei dem sie nicht weiß, ob ist ihm trauen kann, oder besser Angst vor ihm haben sollte, dann kommt es zu einem grausigen Vorfall in ihrem Garten und auch ihr Ex scheint etwas zu verbergen zu haben. Bei allem stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Zusammenhang. Mir hat besonders gefallen, dass einen die Story schön an der Nase herumführt. Ich war mir mit meinem Verdacht zB schon sicher, da tauchten plötzlich weitere Verdächtige auf, die ich bis dahin gar nicht so auf dem Radar hatte. Speziell bei einem wird man dann so lange in der Gewissheit gehalten, dass er derjenige welche ist, dass ich schon völlig entsetzt war. Und erst im allerletzten Moment heißt es dann quasi “ätsch, reingelegt!” Sowas gefällt mir bei einem Thriller immer gut, denn das bringt Spannung rein.
Eines muss ich aber zugeben, so richtig ausgefeilte Charakter trifft man in diesem ersten Band der Reihe nicht an. Jede Figur hat nur das Nötigste an Charakter mitbekommen, damit man sich zumindest ein Bild machen kann.  Mehr ist es nicht. Das reicht um die Handlung spannend zu finden und auch mal mit Liv zu bangen, aber so richtig mitfiebern konnte ich mit ihr dann doch nicht. Dafür “kannte” ich sie zu wenig, und dann fällt es mir immer schwer, mich in eine Figur hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen. Obendrein habe ich sie ab und zu als ganz schön zickig und bockig empfunden, was nicht gerade Sympathiepunkte einbringt.
Da mochte ich die Nebencharaktere schon lieber: ihren Bruder, ihre beiden besten Freunde und sogar Ethan.
Im nächsten Band spielen ganz andere Figuren mit. Die einzige Verbindung zwischen den Teilen ist wohl der mysteriöse Raum 213.  Deshalb hat es mich nicht wirklich gestört, dass die Charaktere hier nur wenig Tiefe haben. Wenn sie im Verlauf der Reihe sowieso nicht mehr wichtig sind…

173 Seiten sind wahrlich nicht viel für einen Thriller. Aber diese Kürze sorgt mit den entsprechend kurzen Kapiteln natürlich für Tempo. Ich habe mir das Buch bewusst eingeteilt, sonst wäre es an einem Abend ausgelesen gewesen.

Was das Coverdesign mit der Geschichte zu tun hat, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Aber es sieht immerhin hübsch aus. Allerdings nicht sonderlich nach Thriller.

Fazit: Ein schöner Thriller-Happen für zwischendurch. Ich fand die Geschichte ganz spannend und die Kapitel in Raum 213 auch ein wenig schaurig und vor allem rätselhaft. Ich bin gespannt, ob die Reihe das Geheimnis des Raums mal auflösen wird. Bei den Charakteren hapert es dagegen. Eine richtige Beziehung zu Liv konnte ich nicht aufbauen. Es hat aber gereicht um gelegentlich mit ihr zu bangen. Da man sie in der Reihe vermutlich nicht mehr antreffen wird, konnte ich darüber hinwegsehen. Übrigens toll, dass ein Download-Code zum eBook beiliegt. Das finde ich fair und sollte -meiner Meinung nach- allgemein so üblich sein.


Titel: Raum 213 – Harmlose Hölle
Autor: Amy Crossing
Seiten: 173
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578711
Preis: € 7,95 (Broschiert)

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The Real Ghostbusters (04) – Das Stantz Trauma

Titel: The Real Ghostbusters (04) – Das Stantz Trauma / Verlag: Soundtales Productions / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Timo Blaustein, Denis Can, Bianca Füll, Robert Frank, Steffen Tom Lorenzen, Martin Bäcker ua

gb04Inhalt: Ray Stantz, der Sonnenschein der vier Freunde: Doch wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Als ein Freund aus längst vergangenen Tagen zurückkehrt, muß Ray sich seiner Vergangenheit stellen – Oder New York wird den Preis zahlen!


Diese Folge beginnt mit einem  interessanten Blick in Rays Vergangenheit. Dort ging einst ein Experiment schwer daneben. Mit ungeahnten Folgen, die Ray später im Heute wieder einholen. Zwar geht es auch in dieser Episode darum, New York und die Menschen vor geisterhaftem Grauen zu bewahren, aber große Action sucht man vergebens. Stattdessen schlägt die Geschichte ungewohnt ruhige Töne an, was ihr auch ausgesprochen gut steht. Außerdem erfährt man so etwas mehr über Rays Wesen, was der Figur eine gewisse Tiefe verleiht.
Und auch Kollege Peter ist nicht gerade vom Glück gesegnet. Noch immer versucht er verzweifelt, Dana zurückzugewinnen.
Insgesamt also eine Folge, die sich mal ernsthafter präsentiert als ihre Vorgänger.
Auf eine kleine Prise Humor muss man aber dennoch nicht verzichten. Es gibt durchaus Momente und Dialoge, die einen schmunzeln lassen. Schließlich sind die Ghostbusters letztlich doch ein kleiner Haufen von Chaoten, da geht es gar nicht ohne.

Die Sprecher kommen immer mehr in Form. Es macht einfach Spass, ihnen zuzuhören. Die Hauptsprecher harmonieren wirklich prima miteinander und spielen sich rasant die Bälle zu. Da sieht man die Figuren direkt vor sich.

Einmal mehr begleitet eine abwechslungsreiche Musik- und Geräuschkulisse diese Folge. Dabei wird unüberhörbar Wert darauf gelegt, dass die eingesetzten Stücke zur Stimmung der jeweiligen Szenen passen. Die Geräte der Ghostbusters geben futuristische Klänge von sich und die Laute aus der Geisterwelt sind durchaus mal für eine kleine Gänsehaut gut.

Das Cover zeigt Ray in recht betrübter Stimmung. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was ihn in dieser Geschichte erwartet. Ein passendes Motiv also, gehalten in tristen Farben, die die Stimmung der Folge zusätzlich deutlich machen.

Fazit:  In dieser Folge erwartet einen nur wenig Geisterjäger-Action. Stattdessen beleuchtet man Rays Vergangenheit und schlägt dabei unerwartet ernsthafte Töne an. Das hat mir Ray als Figur greifbarer gemacht.

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