R.L. Stine

Gänsehaut (08) – Die Puppe mit dem starren Blick (R.L. Stine)

gaense08 Kris ist sauer auf ihre Schwester Lindy, denn die spielt sich mit Slappy, ihrer Bauchrednerpuppe, mal wieder in den Vordergrund. Da beschließt Kris, sich auch eine Puppe zuzulegen. Doch kaum ist die dann im Haus, geschehen dinge, für die es keine Erklärung gibt. Oder doch?

Ich mag keine Bauchrednerpuppen. Nicht etwa, weil ich sie unheimlich oder gruselig finde, sondern weil ich die Shows mit ihnen einfach albern und zum Fremdschämen peinlich finde. Ein wenig skeptisch bin ich also an diese “Gänsehaut”-Geschichte herangegangen. Aber ich war bereit, mich zur Abwechslung mal vor eine Baurednerpuppe zu gruseln. Besser als sich für sie zu schämen.
Ich muss aber gestehen, dass mich auch Puppe Mr. Wood  und seine Geschichte nicht wirklich begeistern konnten.
Das liegt zum einen daran, dass ich Mr. Wood wirklich einfach nur eklig und bösartig fand. Natürlich, so muss er sein, er ist ja die böse, dämonische Puppe. Aber seine Streiche sind nicht schaurig, sondern eben schlicht bösartig. Das ist für mich schon ein Unterschied. Wenn ich mich grusele bzw eine Figur unheimlich finde, okay. Aber ich mag beim Lesen nicht dauernd des Bedürfnis haben, einer Figur mal ordentlich eins hinter die Löffel zu geben. Mr. Wood aber hätte ich aber mit Vergnügen sofort in einen Gartenhäcksler gesteckt.
Zweitens ging es mir gegen Ende tierisch auf den Senkel, dass Mr. Wood dauernd erwähnt, dass er besondere Fähigkeiten habe! Spätestens nach dem dritten Mal will man endlich wissen, welche Fähigkeiten das sein sollen. Und ich bin mir sicher, dass sich auch junge Leser das fragen werden. Das ist sicher kein Problem, das ich habe, weil ich kein Kind mehr bin.
Mein drittes wesentliches Problem mit der Geschichte hat mit Mr. Wood nichts zu tun. Auf mich wirkten Kris’ und Lindys ewige Streitereien, das ständige Gezicke und das dauernde Konkurrenzdenken absolut unglaubwürdig. Dass sich Geschwister nicht sonderlich mögen, das kommt sicher vor. Streit kann an der Tagesordnung sein und sicher kommt auch Neid oft genug vor. Aber die beiden Mädels liegen ja quasi ständig auf der Lauer, wie sie einander das nächste Mal eins reinwürgen können. Das fand ich doch übertrieben.
Wenigstes wird die Geschichte gegen Ende wirklich spannend. Wie kann man solch eine Kreatur wie Mr. Wood nur loswerden? Ich hatte echt keine Idee nach allem, was die Puppe bis dahin bereits überstanden hat. Entsprechend neugierig war ich dann auch. Und im letzten Satz steckt dann nochmal ein feiner, gewitzter Dreh.

Wie man es von der Reihe kennt, liest sich das Büchlein weg wie nichts. Dafür sorgen eine große Schrift, viele Dialoge und sehr kurze Kapitel. Da fliegen die Seiten nur so dahin. Und jungen Lesern wird das Lesen so sicher schmackhaft gemacht. Das kann nur gut sein!

Irgendwie sieht die Puppe auf dem Cover durchaus gruselig aus, das muss man dem Buch lassen. Vor allem die Augen lehren einen das Schaudern. Eines der gruseligsten Motive, die mir in der Reihe bisher begegnet sind.

Fazit:  Eine Puppe, die nicht gruselig, sondern einfach nur bösartig ist und ein absolut unglaubwürdiger Dauerzoff zwischen Kris und Lindy haben mir die Geschichte ziemlich verleidet. Da konnte auch das doch recht spannende Ende nicht viel rausreißen. Es gibt bessere “Gänsehaut”-Geschichten, ganz klar. Solche, bei denen man sich nicht ärgern muss.


Titel: Gänsehaut (08) – Die Puppe mit dem starren Blick
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570124703
Preis: gebraucht ab € 0,88 (TB)

Gänsehaut (11) Die unheimliche Kuckucksuhr (R.L. Stine)

gaense11Ein Streich sollte es sein, als Michael dem Vogel in der Kuckucksuhr den Kopf nach hinten drehte. Doch plötzlich scheint die Zeit rückwärts abzulaufen. Was er auch anstellt, jeder Tag wirft ihn weiter in die Vergangenheit zurück. Wird am Ende gar seine Geburt rückgängig gemacht?

Auch bei diesem Band war es das Cover, das mich lockte. Dieser Vogel sieht schon sehr schaurig aus, oder? Da wird man schnell neugierig, was es mit ihm und der Uhr auf sich hat.
Doch ehe die Uhr zum zentralen Thema wird, erzählt Michael erstmal von seiner Familie. Vor allen von seiner kleinen Schwester Tara, die ihn ständig ärgert und in gefährliche, peinliche und verhängisvolle Situationen bringt. Jedes Mal gelingt es ihr, ihm die Schuld an Dingen in die Schuhe zu schieben, die sie angestellt hat. Michael tat mir richtig leid. Und ganz ehrlich, an seiner Stelle hätte ich mir die Kleine in einem unbeobachteten Moment gepackt und mal so richtig…ihr wisst schon!
Dann allerdings wird die Kuckucksuhr geliefert und fortan steht sie im Mittelpunkt der Geschichte. Denn als Michael mithilfe der Uhr versucht, sich an Tara zu rächen, stolpert er geradewegs in die größte Katastrophe, die man sich denken kann.
Plötzlich läuft die Zeit rückwärts. Und zwar nicht nur für einen Tag, sondern weiter und weiter. Jeden Morgen, den er erwacht, ist er ein paar Jahre jünger geworden. Wenn das so weitergeht, wird er noch verschwinden! Zum Glück bleibt Michael sein zwölfjähriger Verstand erhalten. Darüber war ich ehrlich froh. Denn so wird die Geschichte schön vernünftig erzählt. Ich mag mir nicht vorstellen, wie sie geklungen hätte, wenn sie plötzlich von einem Kleinkind weitererzählt worden wäre. Aber das hätte ja schon alleine deshalb nicht funktioniert, weil Michael dann nicht so zielstebig hätte versuchen können, dem Fluch entgegenzuwirken.
Ich fand seine Unternehmungen spannend, denn lange sieht es nicht so aus als könne er seine Verjüngung aufhalten. Als er schließlich als Baby im Buggy durch die Gegend geschoben wird, dachte ich ehrlich, es würde überhaupt nicht mehr klappen. Es gibt noch eine andere Geschichte in der Reihe, in der jemand immer jünger wird, doch da wird das Problem wesentlich schneller ausgelöst. Mit Michael treibt Stine es dagegen wirklich bis hart an die Grenze. Und genau das macht halt die Spannung aus!
Das Ende hält für Michael und auch für den Leser noch eine weitere Überraschung bereit. Ich fand sie richtig gut und konnte Michaels Entscheidung voll und ganz nachvollziehen.

Ich glaube, so schnell habe noch kein Buch der “Gänsehaut”-Reihe gelesen. An einem Tag war es in den Pausen auf der Arbeit ausgelesen. Mir hat aber eben auch Michaels Erzählweise richtig gut gefallen und spannend fand ich die Geschichte ebenfalls. Da fällt es schwer, das Buch mal zur Seite zu legen.

Man muss sich natürlich fragen, wie dieser riesige Vogel in die Kuckucksuhr passt, aber davon abgesehen finde ich diesen Vogel ehrlich ziemlich gruselig mit dem spitzen Schnabel, den Krallen und dem bösen Blick. Dafür sieht sein Gefieder schön golden und flauschig aus.

Fazit:  Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Reihe. Sie ist spannend bis zum Schluss und zum ersten Mal hätte ich es Stine zugetraut, dass es einer seiner Figuren am Ende ganz übel ergehen könnte. Das war neu für mich. Von dieser Art Geschichten darf es gerne mehr geben!


Titel: Gänsehaut (11) – Die unheimliche Kuckucksuhr
Autor: R.L. Stine
Seiten: 128
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570203569
Preis: gebraucht ab € 0,01 (TB)

Gänsehaut (56) – Das Biest kommt in der Nacht (R.L. Stine)

gaensebiestNach dem Tod ihrer Eltern muss die 12-jährige Heidi zu ihrem Onkel Dr. Jekyll und dessen Tochter Marianna nach Vermont ziehen. Die Verwandten wohnen in einem großen, alten Haus außerhalb einer kleinen Stadt. Ihr Onkel empfängt sie freundlich, obwohl er die meiste Zeit in seinem Labor verbringt, das sie nicht betreten soll. Nur ihre Kusine verhält sich abweisend. Nachts hat Heidi einen schrecklichen Albtraum, in dem sie von einem unheimlichen Wesen in die Schulter gebissen wird. Als sie schweißgebadet erwacht, hört sie von draußen unheimliche Schreie und Stöhnen.Von einem Jungen aus der Stadt erfährt sie, dass der Ort nachts von einem Biest heimgesucht wird. Die Menschen vermuten, dass dies alles etwas mit den geheimen Experimenten ihres Onkels zu tun hat.

Solche Biester kommen ja meistens erst in der Nacht aus ihren Löchern. Das ist nichts Neues, aber irgendwie sprach mich das Cover hier an.
Heidi tat mir zunächst wirklich leid wie sie mutterseelenallein auf dem Bahnhof strandet und sich dann alleine zum Haus des Onkels durchschlagen muss. Wohlversorgt mit gleich gleich der ersten Schauergeschichte um ihn und sein Anwesen. Der Junge, den sie am Bahnhof trifft, ist da sehr mitteilsam.
Ich war neugierig, was Heidi und mich im Haus ihres Onkels erwarten würde. Geschichten mit solchen “verrückten” Wissenschaftlern mag ich meist ganz gerne. Ehe man jedoch den Onkel kennenlernt, läuft man erstmal mit Heidi durch den dunklen Wald und steht letztlich vor dem düsteren, alten Haus. Ich muss sagen, Wald und Haus werden wirklich ganz schön gruselig beschrieben für die Verhältnisse dieser Bücherreihe.
Da ich wie gesagt etwas übrig habe für verschrobene Professoren war mir Heidis Onkel dann auch prompt sehr sympathisch. Ich habe ihn mir so vorgestellt wie Doc Brown aus “Zurück in die Zukunft”, den ich ebenfalls total mag. Dagegen fand ich Heidis Cousine Marianna weit weniger nett mit ihrer verschlossenen Art. Da hätte ich Heidi einen freundlicheren Empfang gewünscht.
Bald wird Heidi von Albträumen geplagt und in der Nacht wird sie Zeuge, wie der Ort wegen des Biests in Panik gerät. Gibt es dieses Ungehuer also wirklich? Und stimmt es, dass es etwas mit Heidis Onkel und seinen Experimenten zu tun hat? Während Heidi recht unentschlossen ist und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, war ich mir sehr früh sicher, wer das Biest ist.
Ich lag mit meiner Vermutung auch absolut richtig, obwohl die Geschichte mich doch noch einmal kurz fast auf’s Glatteis geführt hätte.
Aber dadurch wurde es kurz vor Ende dann nochmal spannend, was auch nicht schlecht ist.
Das Ende selber hat mich dann total überrascht und mir außerdem so richtig gut gefallen. Ganz schön böse!

Mit 123 Seiten ist dieses Büchlein ein weiterer schöner Lesehappen für zwischendurch. Erfreulicherweise erzählt Heidi ziemlich erwachsen, weshalb die Geschichte weniger kindlich wirkt als viele ihrer Kollegen. Die Kapitel sind appetitlich kurz, da liest man schnell mal mehrere oder alle hintereinander weg.

Das Cover zeigt natürlich das Biest und auch die ängstliche Heidi im Labor ihres Onkels. Irgendwie finde ich das Biest ziemlich witzig mit dem Körper, der so klein aussieht und dagegen dieser riesige behaarte Arm. Und ja, etwas schaurig sieht es ebenfalls aus.

Fazit:  Die Frage, wer das Biest ist, war für mich schnell beantwortet. Aber ein kleiner Dreh gegen Ende brachte mich dann doch noch kurz ins Schwanken. Aber nur ganz kurz. Trotz dieser Durchschaubarkeit hat mir die Geschichte aber gefallen. Vor allen wegen den offensichtlichen Anleihen an “Dr. Jekyll und Mr. Hyde”.


Titel: Gänsehaut (56) – Das Biest kommt in der Nacht
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570209820
Preis: gebraucht ab € 0,10 (TB)

Gänsehaut (04) – Es wächst und wächst und wächst… (R.L. Stine)

gaense04“Monsterblut” steht auf der Dose, die Evan in einem alten Spielzeugladen kauft. Eine klebrige, glibberige Masse quillt bald aus ihr heraus, füllt nach kurzer Zeit schon die ganze Badewanne und verschlingt alles, was sich ihr in den Weg stellt.

Mit diesem Band hielt ich einmal mehr eine der allerersten Geschichten in den Händen. Noch habe ich nicht genug “Gänsehaut”-Bücher gelesen und sagen zu können, ob die frühen oder die neuen Geschichten besser waren, aber so frühe Bücher sind für mich auch so etwas Besonderes.
“Es wächst und wächst und wächst” lässt sich ein wenig Zeit ehe es so richtig ins Rollen kommt. Das Monsterblut gerät Evan erst nach einigen Kapiteln in die Finger, doch bis dahin gibt es auch ohne die Dose genau anderes Gruseliges. Beispielsweise seine seltsame Tante, bei der man nie sicher sein kann, ob sie tatsächlich taub ist und es ehrlich gut mit ihm meint. Oder auch ein paar Rüpel aus dem Ort, die stets zu einer Schlägerei aufgelegt sind und Evan oft auflauern. Es gibt aber auch einen kleinen Lichtblick für Evan, und der heißt Andy und ist ein angenehm burschikoses Mädchen.
Sie entdecken die Dose Monsterblut gemeinsam und entsprechend stolpern sie auch beide in dieses Abenteuer. Zunächst ist das Monsterblut nur ziemlich sonderbar und ich habe mich eine Zeit lang gefragt, inwiefern es damit noch Schaurig werden würde. Doch dann frisst Evans Hund vom Monsterblut und damit war meine Frage auf ganzer Linie beantwortet.
Ein bisschen schräg ist die Geschichte natürlich schon, aber mir kommt jede Gruselgeschichte gelegen, die nicht im klassischen Sinne gruselig ist. Wahrscheinlich hat mir diese hier uA deshalb so gut gefallen. Außerdem fand ich die Frage spannend, ob und -wenn ja- wie Evan und Andy das glibberige grüne Zeugs loswerden würden. Es ist nämlich obendrein ganz schön anhänglich. Und was hat es mit Evans Tante wirklich auf sich? Und mit ihrer sonderbaren Katze? Es gibt wirklich einige Rätsel, die einen durchweg bei Laune halten.
Evan ist zwölf Jahre alt, also im üblichen Alter der Hauptfiguren dieser Reihe. Er wirkte auf mich allerdings eine Ecke älter und vernünftiger als seine Kollegen. Ich schätze, dass es vor allem deshalb so wirkt, weil die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Ein außenstehender Erzähler erzählt eben doch deutlich anders als ein zwölfjähriger Erzähler 😉 Mir hat das so aber wirklich gut gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch auch ältere Leser Spass an der Story haben.
Das Ende ist sehr offen gehalten, da hört man einen weiteren Band um das Monsterblut förmlich trapsen. Und der kommt 23 Bücher später ja auch.

Obwohl die Geschichte eine Spur erwachsener erzählt wird, liest sich dennoch genauso flott wie die übrigen “Gänsehaut”-Bücher. Kurze Sätze, unkomplizierter Satzbau und knackig kurze Kapitel helfen dabei ungemein. Ich snacke diese Büchlein regelmäßig in einem Happs weg. Junge Leser werden etwas länger brauchen, aber auch nicht viel. Man kommt gut voran.

Das Cover verrät bereits, was genau da wächst und wächst und wächst. Ein grüner Schleim nämlich. Und grüner Schleim ist irgendwie immer gruselig. Man denke nur an Slimer von den Ghostbusters 😉 Die Brille macht neugierig darauf, wem sie gehört und was der Schleim womöglich mit demjenigen angestellt hat. Ich mag ja diese grellen Farben total an den “Gänsehaut”-Büchern.

Fazit:  Eine schräge, spannende Geschichte, die eine Spur erwachsener daher kommt als die meisten anderen Bücher der Reihe. Mir hat das so sehr gut gefallen. Es wirkt ernsthafter und entsprechend oft auch etwas unheimlicher. So fällt es schwer, das Buch beiseite zu legen. Eine meiner Lieblingsgeschichten der Reihe!


Titel: Gänsehaut (04) – Es wächst und wächst und wächst…
Autor: R.L. Stine
Seiten: 139
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570201527
Preis: gebraucht ab € 0,01 (TB)

Gänsehaut (17) – Der Schrecken, der aus der Tiefe kam (R.L. Stine)

gaensehaut09 Billy und seine jüngere Schwester Sheena verbringen die Sommerferien auf dem Forschungsschiff ihres Onkels, eines berühmten Meeresbiologen. Beim Schnorcheln wird Billy plötzlich von einem Hai angegriffen. Aber bevor dieser ihm etwas antun kann, wird er von einem rätselhaften Wesen vertrieben – von einer Meerjungfrau. Der Onkel fängt das Wasserwesen mit dem Fischernetz ein. Von nun an kämpft Billy für die Freiheit seiner Lebensretterin, auf die sogar eine Prämie ausgesetzt ist. Endlich hat er seinen Onkel überredet, die Meerjungfrau wieder ins Meer zurück zu lassen, – da tauchen finstere Gestalten auf, die nicht so leicht zu überzeugen sind.

Heute gibt es wieder eine Besprechung zu einem Buch meiner Lieblingsbuchsnacks für zwischendurch: den “Gänsehaut”-Büchern.
Dem Cover zufolge hatte ich mir von dieser Geschichte eine gruselige Story um einem Hai versprochen. Haie sind ja auch aktuell gerade sehr gefragt im Horrorgenre. Mit mehr oder minder guten Umsetzungen.
Allerdings wurde ich ganz schön enttäuscht, denn der Hai vom Cover hat genau einmal einen Auftritt. Er greift Billy an, doch der wird von einer Meerjungfrau geretttet. Toll, aber da habe ich mich dann doch gefragt, was eine Meerjungfrau in einem “Gänsehaut”-Buch zu suchen hat. Vor allem, wo es nicht einmal eine böse Meerjungfrau ist, was ich ja noch hätte durchgehen lassen.
Von nun an dreht sich alles um die Meerjungfrau, hinter der natürlich mehrere Leute her sind, die auch alles daran setzen, sie zu bekommen. Das ist zwar mitunter ganz spannend und was einen der Mittäter angeht, erlebt man eine ordentliche Überraschung, aber insgesamt war es mir zu viel Fantasy und ganz klar zu wenig Grusel. Genau genommen, fand ich die Geschichte zu keinem Moment gruselig, nicht einmal schauerlich.
Hätte es mich nicht interessiert, ob Billy und seine Freunde die Meerjungfrau würden retten können, und hätte ich nicht bis zuletzt darauf gehofft, dass mich doch noch irgendein Grusel anspringt, hätte ich das Büchlein sicher bald zur Seite gelegt. So habe ich bis zum Schluss durchgehalten, allerdings ohne das die Hoffnung auf Grusel erfüllt wurde.
Das Ende ist überraschend offen gehalten. Ich habe nicht die ganze “Gänsehaut”-Reihe auf dem Schirm, daher weiß ich nicht, ob sie irgendwann mal fortgesetzt wurde. Zu wünschen wäre es, und dann bitte wieder gutmachen, was diese Story leider versiebt hat.

Wie üblich ist “Der Schrecken, der aus der Tiefe kam” super leicht und flott zu lesen. Das macht diese Bücher für mich zu den idealen Snacks für zwischendurch. Und der überwiegend jungen Leserschaft kommt das so sicher sehr entgegen. Die Kapitel sind appetitlich kurz, sodass man immer denkt “ach, eins noch”. Und mit gerade mal 123 Seiten ist das Buch auch nicht besonders stattlich.

Das Covermotiv hat mich also total in die Irre geführt. Dennoch mag ich es. Ich mag Haie (ich mag auch diese unsäglichen Hai-Filme, die gerade im Umlauf sind) und natrülich bangt man sofort um den Menschen, dessen Beine über dem Hai im Wasser baumeln.

Fazit:  Für mich ist dies kein richtiges “Gänsehaut”-Buch, denn die Geschichte ist zwar recht spannend, aber niemals gruselig. Stattdessen geht sie mehr in Richtung Fantasy, und das erwarte ich nicht von dieser Reihe. Eine Gänsehaut bekommt man hier ganz klar nicht. Schade.


Titel: Gänsehaut (09) – Der Schrecken, der aus der Tiefe kam
Autor: R.L. Stine
Seiten: 123
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570204177
Preis: gebraucht ab € 0,01

amazonbutton

© 2019 Frontier Theme