Radioropa

Riley – Im Schein der Finsternis (Alyson Noel / Merete Brettschneider)

Titel: Riley – Im Schein der Finsternis / Verlag: Radioropa / Spielzeit: ca. 248 min / gelesen von: Merete Brettschneider / Buch: Alyson Noel

Inhalt: Riley ist tot, und das genießt sie ausgiebig. Schließlich hat sie eine spannende Aufgabe: Seelen einzufangen, die auf ihrem Weg ins Jenseits verloren gegangen sind. Dabei sind es die schweren Fälle, derer sie sich mit Vorliebe annimmt. Allerdings fragt sie sich inzwischen, warum sie ausgerechnet diesem Geistermädchen Rebecca helfen wollte? Sie ist voller Hass und will nur Rache für ihren Tod: In einem gefährlich dunkel-glitzernden Nebel aus Zorn hält sie unzählige Seelen gefangen, um sie zu quälen. Riley ist verzweifelt wie kann sie diesem Grauen ein Ende setzen? Wie kann sie der Finsternis gegenübertreten, ohne sich selbst darin zu verlieren?


Rileys Abenteuer in der Geisterwelt gehen in die zweite Runde. Um es gleich vorweg zu nehmen, es ist durchaus ratsam, mit dem ersten Teil zu beginnen, denn Rileys Vorgeschichte wird hier nur sehr grob und eher nebensächlich erzählt. Andererseits bietet das natürlich umso mehr Raum für die Geschichte an sich, die somit sofort in die Vollen gehen könnte. Tut sie aber nicht. Für meinen Geschmack ist der Anlauf etwas zu lang geraten. Doch hat man ihn bewältigt, wird man mit einer Story belohnt, die der des ersten Teiles um einiges voraus ist. War der erste Teil noch recht leicht, teilweise auch recht humorvoll, so gibt es in “Im Schein der Finsternis” nichts mehr viel, über das man schmunzeln könnte. Rebeccas Rache hat es in sich und was Riley mit ihr erlebt, lässt einen auch schon mal schaudern. Speziell als Rebecca ihren Angriff auf Rileys Freund Bodie und ihren Hund Buttercup startet und Riley sie retten muss. Doch Riley wächst offenbar auch mit ihren Aufgaben, denn mir kam sie in diesem zweiten Teil eine ganze Spur erwachsener und vernünftiger vor. Das gewisse Etwas fehlt zwar auch diesem Teil noch, trotzdem stellt er eine ordentliche Steigerung zu Teil 1 dar und wenn sich die Reihe weiterhin so entwickelt, dann kann man mit ihr wirklich zufrieden sein. Nach einem Nebenbei-Spin-off klingt es jedenfalls sicher nicht.

Es hat einen Wechsel bei der Sprecherin gegeben. Wurde Teil 1 noch von Dorothee Sturz zu Gehör gebracht, ist hier nun Merete Brettschneider zu hören. Ich verstehe diese Umbesetzung zwar nicht, aber schlecht ist sie sicher nicht. Erstens hat Merete Brettschneider natürlich ebenfalls Erfahrung, zweitens klingt sie aber auch ernsthafter als Dorothee Sturz. Und das passt gut zu der Entwicklung, die Riley durchläuft, und im Laufe derer sie erwachsener und vernünftiger wird.

Beim Look bleibt es leider dabei, dass er sich nicht gerade aufregend und aufmerksamkeitheischend ist. Erneut ist eine Blume zu sehen, wenn auch eine andere und in anderer Farbe, erneut flattern dunkle Vögel daraus hervor. Ein ansehnliches Motiv, das allerdings keinen Bezug zur Geschichte zeigt.

Fazit:  Rileys Abenteuer legen eine Schippe drauf. Es wird unheimlicher und spannender. So darf sich die Reihe gerne weiterhin entwickeln.

Alica und die Dunkle Königin (Bernhard Hennen / Karen Schulz-Vobach)

Titel:   Alica und die Dunkle Königin / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 10 Std, / 8 (9) CDs / Buch:   Bernhard Hennen / gelesen von:   Karen Schulze Vobach

Inhalt:   Seit Alica der Geist des Husarenjungen Francois erschienen ist, geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Dabei steckt sie eigentlich mitten in einer geheimen Mission mit dem Ziel, einen Spukfalken von unserer Welt nach »Nebenan« zu bringen – die Heimat aller Märchenwesen. Während ihr Partner, der Heinzelmann Wallerich, dabei auf modernste Technik setzt, verstrickt sich Alica bald immer tiefer in schwarze Magie. Denn sie will nicht nur ihren Auftrag erfüllen, sondern auch Francois wiedersehen. Dafür schreckt sie sogar vor einem Pakt mit der gefürchteten Dunklen Königin nicht zurück.


Wenn man den Namen Bernhard Hennen hört, so denkt der Fantasy-Fan wohl sofort an dessen berühmte Elfen-Bücher.
Doch Bernhard Hennen hat auch diese Fantasygeschichte für Jugendliche erdacht: Alica und die Dunkle Königin.
Elfen, Orks und Co. findet man hier jedoch nicht. Was die Fantasy angeht, so kommt Alica so richtig oldschool daher. Statt Orks und Elfen trifft man auf den technikbegeisterten Heinzelmann Wallerich, die ausgebuffte Hexe Knuper (wohnhaft in einem Lebkuchenhaus, natürlich), den stets kampfbereiten Kobold Lollejan samt seinem Reithasen Buddel, auf tierische und menschliche Geister.
Alicas Mutter liegt schwer krank im Krankenhaus und Alica wird für die Ferien in der Eifel bei ihren Großeltern untergebracht.
Allerdings stellt sie schon bei ihrer Ankunft fest, dass es in dem alten Haus spukt, ein weißer Geisterfalke treibt dort sein Unwesen.
Eigentlich gehört er nach “Nebenan”, der Welt der Geister, Mythen und Märchen.
Und Heinzelmann Wallerich wurde beauftragt, ihn dort hin zurück zu bringen, doch er braucht dafür Alicas Hilfe.
Die fällt zwar aus allen Wolken als sich ihr der kaum handgroße, zipfelbemützte Heinzelmann vorstellt und sie in seine Heinzelmännergeheimdienstoperation einweiht, aber sie erklärt sich bereit, ihm zu helfen. Um die Sache etwas gerechter zu machen, bekommt sie einen Ring, mit dessen Hilfe sie Märchengestalten sehen kann und der sie bei Bedarf schrumpfen und wachsen lässt.
Es beginnt eine abenteuerliche Suche danach, woher der Falke kommt und wie er in unsere Welt kam.
Als sich herausstellt, dass er einst einem jungen Husaren gehörte, kommt der Schuss Romantik in die Geschichte ohne den wohl kaum ein Buch um einen Teenager auskommt. Alica verliebt sich in diesen Husaren, genauer gesagt in den Geist von ihm. Sogar die erste Liebe wird in dieser Geschichte mal ganz anders behandelt.
Um ihn, Francois, wiederzusehen und ihm nahe sein zu können, lässt sie sich auf einen Pakt mit der Dunklen Königin ein, die ihr einige Tage im Jahre 1812, zu Francois Zeiten, schenkt.
Doch um die Dunkle Königin rankt sich die Legende, dass jeder, der sie erblickt, sterben muss. Und sie fordert als Gegenleistung den Schlüssel nach Nebenan, über den Alicas Freund Wallerich wacht.

Erzählt wird diese turbulente, spannenden und romantische Geschichte von  Karen Schulze Vorbach, die mir bislang unbekannt war.
Ich finde, die hat eine sehr angenehmem ruhige und weiche Stimme, mit der sie vor allem in gefühlvollen Szenen punkten kann.
Es gelingt ihr aber auf der anderen Seite auch, den etwas robusteren Charakteren Leben einzuhauchen. Ihre Stimme verstellt sie dabei nur wenig, gerade genug damit man z.B. den kampflustigen Lollejan oder Alicas oft brummigen Großvater heraushören kann.
Natürlich leiht sie auch Alicas großer Liebe, dem Franzosen Francois, ihre Stimme und das mit einem deutlichen, französischen Akzent. Ob dieser Akzent authentisch ist, das kann ich nicht beurteilen, aber für mein Empfinden ist er etwas zu “typisch”.

Kurze Melodien trennen die Kapitel der Geschichte (nicht die Tracks!) von einander. Ich habe eine Weile überlegt, woran mich diese schlichten Klänge erinnern, dann fiel es mir ein: an meine Spieluhr, die ich als Kind hatte. Wie passend zu solch einer märchenhaften Geschichte!

Das Hörbuch kommt in einer schicken, glänzenden Box daher und umfasst 10 CDs. Davon ist -das scheint Brauch bei Radioropa zu sein- eine mp3-CD. Die Idee, eine solche CD beizulegen, kann ich gar nicht oft genug loben.
Das Covermotiv ist zwar sehr schön was die Farben anbetrifft, und wirkt auch sehr geheimnisvoll durch die interessante Beleuchtung, doch hätte mir das Motiv des Buches mehr zugesagt. Zum Vergleich habe ich es unten ergänzt. Ich finde, in gezeichneten Motiven kann man den Fantasy-Aspekt deutlicher machen. Zudem wirkt mir das Mädchen auf dem Cover der Box viel zu jung.

Fazit:   Ja, 10 Stunden Hörbuch sind eine lange Zeit, doch es lohnt sich in jedem Fall. Alica und die Dunkle Königin ist ein spannendes und sehr humorvolles Fantasyabenteuer für Jugendliche UND auch Erwachsene. Lasst euch von Alica und Wallerich auf dem Rücken der Möwe Schnapper in diese märchenhafte Geschichte entführen…

Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos (F.G. Klimmek / Ingo Naujoks)

Titel:   Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 6 Std : 07 min / 5 CDs + 1 mp3-CD / Buch:   F.G. Klimmek / gelesen von:   Ingo Naujoks

Inhalt: Es sieht nach einem jener Routinefälle aus, mit denen sich Privatdetektiv Aalbert im Rhein-Herne-Kanals bequem unter Wasser halten kann: er soll die Schwester seines Klienten aufspüren, die mit einem Heiratsschwindler durchgebrannt ist. Doch mit der Erledigung dieses simplen Auftrags gerät Aalbert in einen Schlamassel ungeahnten Ausmaßes. Er stört die Kreise eines Prostituiertenrings, wird in die Suche nach einer antiken Jadekette verwickelt und bekommt es wieder mit dem Dicken Fisch zu und seiner Bande zu tun. Als die Liste der Fische, die tot auf der Strecke bleiben, immer länger wird, wird es auch für Aalbert richtig eng.


Willkommen zurück im Rhein-Herne-Kanal, dem Revier von Privatdetektiv Aalbert Aalborg, dem Aal mit dem Näschen für besonders brisante Fälle.
Dabei lässt sich auch sein zweiter Fall recht harmlos an, eine Fisch-Dame ist verschwunden und die besorgte Familie beauftragt Aalbert damit, die Entschwommene zu finden und nach Hause zu bringen.
Doch es scheint Aalberts Schicksal zu sein, dass auch dieser so harmlos wirkende Fall sehr bald weite Kreise zieht, wie ein Steinchen, das man auf’s Wasser wirft.
Denn nicht nur diese Suche hält den aalglatten Detektiv mächtig auf den Flossen, nein, weitere Aufträge treiben in sein Büro und einer ist undurchschaubarer als der andere, und irgendwie beschleicht einen bald das Gefühl, dass alle irgendwie zusammenhängen. Aalbert bei seinen Ermittlungen -und auch bei feuchtfröhlichen Abenden in seiner Stammkneipe- zu begleiten ist gleichermaßen spannend, wie auch unterhaltsam. F.G. Klimmek hat im Rhein-Herne-Kanal eine absolut krimitaugliche Gegend erschaffen, mit zweifelhaften Etablissements und einer Menge zwielichtigem Volk, Lügen, Intrigen und handfesten Verbrechen.  Aalbert selber ist der abgebrühte Detektiv geblieben, mit Kiemen voll cooler Sprüche, einer guten Portion Sarkasmus und seiner Vorliebe für die eine oder andere Muschelschale Asbach abends an der Theke.
Man muss den ersten Teil nicht kennen um Teil zwei zu verstehen. Hier und da hilft es aber schon weiter, denn im Verlauf der Geschichte schwimmen einem schon eine Menge Charaktere über den Weg. Da ist es dann schon recht praktisch, wenigstens einige bereits zu kennen. Doch das ist auch schon der einzige Punkt. Was genau in Teil eins passiert ist, ist für Teil 2 nicht  von Belang, das Nötigste fasst Aalbert bei Bedarf kurz zusammen. Grundsätzlich kann man also auch mit Mach’s noch einmal, Aalbert in die Reihe einsteigen.
Und das lohnt sich in jedem Fall, auch wenn eingefleischte Krimi-Fans vielleicht belustigt abwinken mögen. Aalbert ist ein Detektiv, wohl einer der alten Schule, aber deshalb noch lange nicht von gestern, und womit er es zu tun bekommt, das kann problemlos mit jedem Zweibeiner-Krimi mithalten.

Ingo Naujoks leiht Aalbert auch in dessen zweitem Fall seine Stimme, rauh, schnodderig und einfach cool wie eh und je. Eben ein richtiger Detektiv von der Straße mitten im Pott, dem man mit jedem Wort die Zigarette vom Cover und die diversen Asbachs abkauft. Zugegeben, von der Straße unter Wasser, aber wer wird denn kleinlich sein?
Besonders beeindruckt es mich immer wieder, wie viele verschiedene und unverkennbare Stimmen Ingo Naujoks für die schuppigen Charaktere auf Lager hat. Sei es die joviale Art des Dicken Fisch mit seinem schmierigen Lachen und der glucksenden Sprechweise, seien es amerikanische, italienische oder französische Akzente oder aber -absolut genial- Aalis (der Besitzer der Imbiss-Bude Gülle-Döner) konkret-krasser Du-komms-hier-nisch-rein-Slang, alles klingt wunderbar echt und locker, und um ein Schmunzeln kommt man eigentlich nie herum.

Runde sechs Stunden Laufzeit, verteilt auf fünf CDs, das ist schon ganz ordentlich. Insbesondere auch deshalb, weil Aalberts Fall so manche Wendung enthält und durchaus komplex ist.
Dennoch, gegen eine gekürzte Fassung hätte ich niemals tauschen wollen. Dann lege ich doch lieber ab und zu mal eine Hör-Pause ein.
Das Booklet präsentiert sich wieder sehr mager, im Inneren finden sich lediglich einige wenige Informationen zu F.G. Klimmek und Werbung für Ein Fisch namens Aalbert.
Ich würde mir nach wie vor eine zusätzliche Seite mit einem Glossar der Charaktere wünschen.

Beim Cover ist man dem klaren, schlichten Stil treu geblieben, den man bereits vom ersten Teil kennt. Lediglich die Hintergrundfarbe wurde geändert UND man hat Aalbert eine Pistole in die Flosse gedrückt, womit eindeutig klar wird, dass er sich im Rhein-Herne-Kanal auf sehr heißem Grund bewegt.

Fazit:   Auch Mach’s noch einmal, Aalbert – Fische tragen keine Karos hat mich wieder auf ganzer Linie überzeugt und sechs Stunden bestens unterhalten. Ich bin an sich kein Krimi-Fan, aber diese ausgefallene Mischung aus Krimi, schrägem Humor und im wahrsten Sinne des Wortes schillernden Charakteren macht mir dieses Genre richtig sympathisch. Also, ob Krimi-Fan, oder nicht: unbedingt anhören!

Die Google-Falle (Gerald Reischl / Peter Matic)

Titel:   Die Google-Falle / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 7 Std : 03 min / 1 GB Micro-SD-Card / Buch:   Gerald Reischl / gelesen von:   Peter Matic

Inhalt:   Wir alle mögen die Suchmaschine Google. Man tippt einen Begriff ein und Bruchteile von Sekunden später erhält man eine Trefferliste. “Doch Google ist längst keine Suchmaschine mehr: es ist ein Weltkonzern, der die totale Kontrolle der Internet-Gemeinde anstrebt und zum größten Händler und Archivar von Informationen werden will”, sagt der Journalist Gerald Reischl. Ob mit Google-Earth, Google Docs oder Google Mail – die Entwicklung zur unkontrollierten Weltmacht im Internet schreitet voran.


Die Google-Falle hat mich zunächst aus zwei Gründen interessiert. Erstens weil man ja auch schon ohne je ein solches Buch gelesen / Hörbuch gehört zu haben irgendwie weiß, dass Googles Methoden mitunter nicht ganz so astrein sind. Da ich Google aber als Suchmaschine durchaus mag und letztlich finde, dass schließlich niemand Googles Dienste nutzen MUSS, wenn es ihm nicht geheuer ist, wollte ich zweitens auch hören, was der Autor Verdammendes mitzuteilen hat.
Nach dem Hören weiß ich nun, dass dies die falsche Herangehensweise an das (Hör)buch ist. Denn ich denke, Gerald Reischl will Google gar nicht verdammen oder schlecht machen. So gibt er anfangs ja sogar zu, selber auch mit verschiedenen Google-Funktionen zu arbeiten und via der Google-Suchmaschine Recherchen betrieben zu haben.
Ich habe das Hörbuch eher als ein Aufmerksammachen, eine Sensibilisierung aufgefasst. Denn wohl kaum jemand weiß was sich hinter der praktischen Suchmaschine bzw dem Konzern Google eigentlich verbirgt.
Gerald Reischl zeigt in diesem (Hör)buch eine ganze Reihe interessanter Hintergründe des Google-Konzerns auf, erläutert Zusammenhänge z.B. zwischen Google und anderen Programmen, die letztlich auch den ganz normalen Suchmaschinen-Nutzer angehen, und weist darauf hin, welche Informationen über den “Otto-Normal-Nutzer” in welche Hände weitergereicht werden.
Ich habe bei fast jedem Kapitel einfach nur gestaunt. Mal über die Komplexität, mal über die interessanten (und manchmal durchaus unterhaltsamen) Informationen und auch mal über die unglaubliches Dreistigkeit bzw Großzügigkeit im Umgang mit allen möglichen persönlichen Daten.
Trotzdem, als wertend habe ich das Hörbuch wie gesagt nicht empfunden. Aber es lässt aufhorchen und man macht sich unweigerlich seine Gedanken über das Gehörte und erwägt persönliche Konsequenzen. Und wenn ein (Hör)buch eine solche Wirkung hat, dann hat es sein Ziel eindeutig erreicht.

Gelesen wird Die Google-Falle von Peter Matic und ich habe mich zunächst an ihn gewöhnen müssen. Denn Peter Matic ist Österreicher und das Bemühen um möglichst wenig Dialekt, die hört man schon heraus. Zudem verlangsamt es das Lesetempo.
Dafür schwingt in seiner Stimme an so mancher Stelle auch ein schelmisches Augenzwinkern mit, und das lockert dann schon wieder ganz gut auf.

Die runden sieben Stunden Laufzeit sind bei diesem Hörbuch nicht auf eine oder mehrere CDs gebannt, sondern auf eine 1 GB Micro-SD-Card.
Für mich war dieses Hörbuch auf solch einer Karte eine Premiere und ich bin mit Sekpsis an die Sache herangegangen. Beruhigt hat mich aber schon alleine die Tatsache, dass die Card trotz ihrer Größe in einer richtigen CD-Hülle mit Cover steckt. Denn eigentlich könnte man den Datenwinzling ja leicht in einem kleineren Behältnis unterbringen. Doch so mit der CD-Hülle reiht sich dieses Hörbuch problemlos in jedes CD-Regal ein.
Ich habe die Card nun auf zwei Geräten getestet. Einmal mit dem ebenfalls beiliegenden Adapter auf SD-Card in einem PC (Sony Vaio) und einmal als Micro-SD-Card in einem Handy (Nokia E66). Meine Bedenken galten hier in erster Linie der Handhabung (z.B. Anwahl der Titel) und der Geschwindigkeit beim Starten der einzelnen Tracks. Doch insgesamt konnte ich absolut keinen Unterschied zwischen der Card und einer mp3-CD feststellen. Die Auflistung der Kapitel ist identisch und übersichtlich und auch wenn man beispielsweise einen Track aus der Mitte des Hörbuchs anwählt, dauert es bis zum Start keine Sekunde länger als bei einer CD.
Hinzu kommt der unübersehbar praktische Aspekt der Card. Solch eine kleine Card kann man leicht mal irgend wohin mitnehmen, und selbst mehrere Cards dürften dabei kaum groß (und wortwörtlich) ins Gewicht fallen. Zudem sind sie mit den verschiedensten (portablen) Geräten nutzbar. Vom PC und dem Autoradio über das Handy und den DVD-Player bis hin zum mp3-Player. Sofern die Geräte einen SD- oder Micro-SD-Einschub haben, kann das Hörbuch abgespielt werden.

Fazit:   Nach diesem Hörbuch sieht man Google und seine Programme dann doch aus anderen Augen und durchaus auch ein wenig misstrauischer. Und das ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger, sondern einfach durch die interessanten Informationen über den Konzern und die weiten Kreise, die er mittlerweile zieht. Mir hat es sehr gefallen, dass Gerald Reischl von einer Wertung abgesehen hat, denn die nimmt man am Ende ganz von alleine vor, und das ist auch gut so.
Ein Hörbuch auf SD-Card ist zweifellos eine feine Sache, gerade für unterwegs. Da ist der Winzling wirklich praktisch. Jeder, der oft unterwegs ist und nicht stapelweise CDs mitschleppen möchte, sollte die Kleinen mal testen. Einem Kassettenkind wie mir, das schon CDs nicht sonderlich mag, werden sie womöglich immer etwas  fremd bleiben 😉

Die Schattenritter (01) – Unsterbliches Verlangen

Titel:   Die Schattenritter (01) – Unsterbliches Verlangen / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 534 min / 8 CDs + 1 mp3-CD / Buch:   Kathryn Smith / gelesen von:   Alexander Königsmann

Inhalt:   Seit er vor sechshundert Jahren zu einem Vampir gemacht wurde, sucht der Mann, der sich Chapel nennt, nach Erlösung. Nun folgt er einer Spur an die rauhe Küste von England. Dort begegnet er der schönen, aber todkranken Pru, die ihn vom ersten Moment an in ihren Bann schlägt. Aber darf er seinem Verlangen nachgeben?


Natürlich kann man bei der aktuellen Vampir-Schwemme auf dem (Hör)buch-Markt nicht mit jedem Roman das Rad neu erfinden, das steht ganz außer Frage. Aber immerhin haben viele Geschichten doch einen gewissen besonderen “Kniff” an sich, eben etwas, das sie von der Masse abhebt. Der Prolog von Unsterbliches Verlangen ließ ebenfalls darauf hoffen, denn die Idee, wie sechs Söldner einst zu Vampiren wurden, die hat tatsächlich das gewisse Etwas und ist mal etwas anderes. Auch die Suche nach dem Gral ist ein guter Ansatz, bei dem ich davon ausging, dass sie die Geschichte rund um die Romanze stellen würde. Der Prolog spielt 1307, danach unternimmt die Story einen Zeitsprung hinein ins 19. Jahrhundert und irgendwo auf dem “Weg” bleiben dann beide guten Ansätze auf der Strecke. Was übrig bleibt, das ist einfach eine sachte, durch die Ausdrucksweise historisch angehauchte Lovestory mit paranormalem Einschlag, die sich unglaublich in die Länge zieht. In der Idee mit dem Gral schlummerte eine Menge Potenzial, leider wird es nicht ansatzweise ausgeschöpft. Dieser Teil der Geschichte bleibt viel zu sehr im Hintergrund. Auch Dramatik will -trotz Prus Erkrankung- nicht wirklich aufkommen, noch nicht mal als es auf ihren Tod zugeht. Und die Liebesgeschichte schließlich kommt einfach nicht in die Pötte. Nein, ich erwarte nicht, dass die beiden Beteiligten im Nullkommanichts ins Bett hüpfen und natürlich hat das Prickeln zwischen den Liebenden so seinen Reiz, aber nach mehreren hundert Minuten Prickeln, darf dann doch mal was passieren, ansonsten geht besagter Reiz verloren. Genau das ist bei mir dann auch passiert, da hat auch das Happy End nichts mehr rausreißen können.

Alexander Königsmann habe ich hier zum ersten Mal als Sprecher gehört und ich habe seine Stimme als ganz angenehm empfunden. Es fällt leicht, ihm über längere Zeit hinweg zuzuhören. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Einsatz gewünscht, schon alleine um an diesem Stoff wenigstens noch etwas zu retten. Die Stimmen der Charaktere unterscheiden sich kaum und selbst bei den wenigen Szenen in denen mal etwas passiert, greift er die jeweilige Stimmung nicht ausreichend auf.

Die Front der edel aussehenden Box ist ein Mann zu sehen, der einer Frau in den Nacken küsst. Aus solchen Motiven ist ein ganzes ist bei Büchern ein ganzes “Sub-Genre” entstanden, die so genannten “Nackenbeißer”. Also Romane auf deren Cover sich eine oft in wehende Gewänder gehüllte junge Dame an einen sehr maskulinen Kerl lehnt, wobei einer der beiden den anderen in den Nacken küsst.
Das Bild auf dem Hörbuch-Box könnte einem solchen Romancover entnommen sein. Das tiefe Blau trimmt alles auf mystisch und die roten Lippen lassen gleich erahnen, welche Kreaturen hier der Liebe verfallen.
Der verschlungene goldene Schriftzug wertet dieses Motiv klar auf und so kann es sich schon sehen lassen, wie ich finde.

Fazit:   Unsterbliches Verlangen konnte mich leider nicht begeistern. Es braucht schon etwas mehr als einen gut aussehenden, von Selbstzweifeln geplagten Vampir und ein hübsches, aber krankes Mädchen um eine interessante und packende Geschichte auf die Beine zu stellen. Mit dem Blutgral, Chapels Wandlung zum Vampir und seinen Diensten für den Vatikan sind viel versprechende Ansätze gegeben, die aber leider nicht ausreichend ausgearbeitet wurden.

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