Ratte

Monster Mia und das große Fürchten (A.B. Saddlewick / Katja Danowski)

Titel: Monster Mia und das große Fürchten / Verlag: Jumbo / Spielzeit: ca. 75 min / Buch: A.B. Saddlewick / gelesen von: Katja Danowski

monstermia01Inhalt: Als Mia, genannt Monster Mia, wieder mal an ihrer Mädchenschule Lilienthal unangenehm auffällt, wird sie strafversetzt. Ihre neuen Mitschüler, die giftige Greta, Zombie Zoran und die unsichtbare Ulli, sind auch viel interessanter als ihre ehemaligen zuckersüßen Klassenkameradinnen, denn Finsterwald ist eine Schule für Monster! Leider sind Menschen dort völlig unerwünscht. Nur wenn Mia es schafft, Herrn van Vlad, ihren Vampirklassenlehrer, zu erschrecken, darf sie bleiben. Aber der ist zu hundert Prozent schreckenssicher.


Bühne frei für Monster Mia. Eine neue Reihe für junge, in erster Linie wohl weibliche Gruseleinsteiger. Ich hatte mich Dank Ratte Quentin bereits auf den ersten Blick in ihn und seine Besitzerin verguckt. Klar, dass ich mir die Geschichte nicht entgehen lassen konnte. Mia schließt man schnell in’s Herz, auch wenn sie mit ihrer Vorliebe für ekliges Getier und Grusel schon eine etwas andere Art Hauptfigur ist. Dafür gibt sie einem aber auch gleich das Gefühl, dass Anderssein überhaupt nichts Schlimmes ist. Das finde ich bei einer Kindergeschichte eine ganz tolle Botschaft und ich denke, die jungen Mädels werden sich gut mit ihr anfreunden.
So wie Mia ist, kommt sie auf der Lilienthalschule nicht so recht klar. Mit Ballett und flauschigen Häschen mit Schleifchen kann man sie jagen. Und davon gibt es dort massig. Als sie wieder mal unangenehm auffällt, kommt sie auf die Finsterwaldschule. Und dort geht Seltsames vor sich! Die Schule liegt mitten in einem finsteren Wald! Ihre Mitschüler sind auch so sonderbar! Ich denke, Kinder werden es ganz spannend finden, hinter das Geheimnis der Schule zu kommen. Und wenn sie es so schnell erahnen wie man es als Erwachsener durchschaut, dann dürfen sie stolz sein. Spannend ist auch zu verfolgen, wie Mia ihren Lehrer zu erschrecken versucht. Denn nur wenn ihr das gelingt, dann darf sie an der Schule bleiben! Es geht also schon etwas gruselig zu, aber in altersgemäßem Rahmen. Albträume muss man als Eltern nicht befürchten. Dafür sind die ach so schauerlichen Gestalten dann doch viel zu nett, lustig und irgendwo auch völlig normal. Ich schätze eher, dass sich so manche Hörerin ebenfalls an diese coole Schule wünscht.

Katja Danowski hat mir als Sprecherin für dieses Hörbuch prima gefallen! Ihre markante Stimme passt gut zu Mia, die schließlich etwas ganz Besonderes ist. Sie hält aber auch für die übrigen Charaktere eigene Stimmen bereit, sodass man gut unterscheiden kann, wer gerade das Wort ergriffen hat. Das erleichtert das Zuhören über längere Zeit. Ihr pfiffiger und ab und zu auch recht frecher Unterton steht Mia und ihren Mitschülern ebenfalls prima. Mir hat sie so ein lebendiges Bild vom Geschehen vor Augen gezaubert.

So mädchenhaft pink das Cover hauptsächlich ist, dafür sieht die Finsterwaldschule im Hintergrund doch tatsächlich etwas gruselig aus. Mia und Quentin wirken liebenswert und etwas schräg. Halt genauso wie sie eben sind. Eine kleine Gothic Pippi Langstrumpf mit Tutu-Röckchen und ihre Ratte. Im Booklet stellen sich ihre Freunde von der Finsterwaldschule vor.

Fazit: Eine spannende und lustige Geschichte für Gruselanfänger, die sich im Nu weghören lässt. Und außerdem auch eine Geschichte darüber, dass Anderssein völlig in Ordnung ist und man niemanden sofort in eine Schublade stecken sollte. Für eine Kindergeschichte eine schöne und wichtige Botschaft.

Monster Mia und das große Fürchten (A.B. Saddlewick)

monstermiaAls Mia, genannt Monster Mia, wieder mal an ihrer Mädchenschule Lilienthal unangenehm auffällt, wird sie strafversetzt. Ihre neuen Mitschüler, die giftige Greta, Zombie Zoran und die unsichtbare Ulli sind auch viel interessanter als ihre ehemaligen zuckersüßen Klassenkameradinnen, denn Finsterwald ist eine Schule für Monster! Leider sind Menschen dort völlig unerwünscht. Nur wenn Mia es schafft, Herrn van Vlad, ihren Vampirklassenlehrer, zu erschrecken, darf sie bleiben. Aber der ist zu hundert Prozent schreckenssicher.

Dieses Buch habe ich durch Zufall entdeckt und war dank Ratte Quentin sofort davon angetan. Und auch die etwas sonderbar gekleidete Mia hatte mich gleich neugierig gemacht.
Mia ist so ganz anders als ihre Schwester oder ihre Mitschülerinnen. Sie mag es gerne mal etwas gruselig, ist unordentlich und hat ein Faible für eklige Krabbeltiere. So hat man natürlich keinen leichten Stand, und alleine ihre Auseinandersetzungen mit ihrer zimperlichen Schwester haben mich oft schmunzeln lassen. Ich denke, junge Leserinnen werden ebenfalls ihre Spass an dieser etwas anderen Haptfigur haben und sich so leicht mit ihr anfreunden. Außerdem finde ich es gut, dass Mia mit so viel Sebstbewusstsein so ist wie sie ist. Sicher gibt es unter den Leserinnen auch solche, die nicht pausenlos im Tutu herumlaufen. Da hat man dann also eine Freundin, die einem zeigt, dass das ebenfalls völlig in Ordnung ist.
Nachdem Mia als untragbar für ihre Schule erklärt wurde, kommt sie auf die Finsterwald-Schule im Wald. Dort hat se ganz besondere Mitschüler. Wie zum Beispiel einen jungen Werwolf, einen Zombie und ein unsichtbares Mädchen. Und der Klassenlehrer hat auffällig lange Eckzähne. Das ist hier und da durchaus etwas schaurig, aber keinesfalls so, dass man für die jungen Leser Albträume befürchten muss. Dafür sind diese Gestalten dann irgendwo doch einfach zu nett und überraschend normal. Ich denke, ein solches Maß an Gänsehaut kann man Lesern um die 7 bis 9 Jahre schon zumuten. Gruselanfänger, die vielleicht auch die “Gänsehaut”-Bücher mögen, dürfte es jedenfalls ganz sicher gefallen.
Um auf der Finsterwald-Schule der kleinen Monster bleiben zu dürfen, muss Menschenmädchen Mia eine Prüfung bestehen. Das sorgt für Spannung, denn diese Aufgabe kommt einem eigentlich unlösbar vor. So war ich gespannt ob -und falls ja, wie- es Mia gelingen würde, sie zu bestehen. Im Zusammenhang mit dieser Prüfung gibt es dann gegen Ende gleich noch zwei Überraschungen, die ich niemals kommen gesehen hätte. Da habe ich beide Male gestaunt und auch gelacht.

Wie es sich für ein Buch für diese Altergruppe gehört, liest sich die Geschichte sehr leicht. Und die Länge der Kapitel ist ebenfalls gut darauf abgestimmt. Nicht zu kurz, so dass man mit jedem Kapitel ein gutes Stückchen vorankommt, aber auch nicht so lang, dass die Konzentration zu sehr gefordert wird. Die Schrift ist recht groß und über jedem Kapitel findet sich eine kleine Zeichnung. Besonders haben mir die Bilder von den Charakteren gefallen, die in den Deckeln abgebildet sind.

Das überwiegend pinkfarbene Cover verrät das Buch schnell als ein Buch für Mädchen, aber das ist es nun mal eben auch. Dass es nicht das typische Mädchenbuch ist, das macht die Darstellung von Mia genauso schnell klar. Ich mag ihr schräges Erscheinungsbild jedenfalls sehr! Ratte Quentin und die Fledermaus im Haar sind niedlich geraten. Und das Gespensterschloss alias die Finsterwald-Schule sorgen für ein wenig Grusel. Eine schöne und passende Mischung.

Fazit:  Mit Monster Mia dürften junge und weibliche Gruselfans voll auf ihre Kosten kommen. Eine schöne spannende, leicht schaurige, aber auch witzige Geschichte, die mir gefallen hat. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Abenteuer.

Vielen Dank an den Kerle Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Monster Mia und das große Fürchten
Autor: A.B. Saddlewick
Seiten: 144
Verlag: Kerle Verlag
ISBN: 978-3451711619
Preis: € 7,99
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Ein Weihnachtsgeschenk für Walter (Barbara Wersba / Jürgen Thormann)

Titel: Ein Weihnachtsgeschenk für Walter / Verlag: Sauerländer Audio / Spielzeit: ca. 82 min / Buch: Barbara Wersba / gelesen von:  Jürgen Thormann

Inhalt: Walter ist eine echte Leseratte. Kein Wunder, dass er sich nach Sir Walter Scott benannt hat! Er lebt bei Miss Pomeroy, einer alten Dame, die Kinderbücher schreibt und eine herrliche Bibliothek besitzt. Dort macht Walter eines Tages eine erschütternde Entdeckung: Der Held in Miss Pomeroys Kinderbüchern ist ausgerechnet eine Maus! Die gekränkte und kultivierte Ratte beschließt, der Dame einen Brief zu schreiben.


Ein Hörbuch mit einer Ratte in der Hauptrolle. Da denkt jetzt sicher mancher: klar, dass das irgendwann auf dieser Seite auftauchen würde. Und sicher hat’s auch gefallen, kann ja gar nicht anders sein.
Stimmt beides. Wobei es mir nicht nur deshalb gefallen hat, weil Ratte Walter die wichtigste Rolle spielt. Es hat mir auch gefallen, weil ich Walters Liebe zu Büchern teile, die hier sehr deutlich durchklingt, und weil die Geschichte eine sehr schöne Entwicklung durchläuft. Zunächst gibt es zwar Walter und Miss Pomeroy in einem Haus, doch ausser Walters Liebe zu ihren Büchern und ein wenig Bewunderung für ihre Lebensweise, verbindet sie weiter nichts. Miss Pomeroy scheint nicht mal etwas von Walter zu wissen. Bis der Ratterich herausfindet, dass die Bücher, die Miss Pomeroy schreibt, eine MAUS als Hauptcharakter haben. Das trifft ihn sehr und da entwickelt man sofort Mitgefühl mit der schlauen Ratte. Walter beschließt, Miss Pomeroy einen Brief zu schreiben um ihr sein Leid zu klagen und erhält unerwartet sogar Antwort. Von da an entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden. Sehr kleinschrittig, detailverliebt, mit manch amüsanter Episode und einfach nur rührend. Speziell als Walter dann das titelgebende Weihnachtsgeschenk bekommt dürften sensiblen Hörern ein paar Tränen entwischen. Mit Recht! Hier wird auch sehr schön die Atmosphäre von Weihnachten eingefangen, ohne dabei aber je ins Kitschige abzudriften.

Jürgen Thormann trifft genau den richtigen Ton für Walter: niedlich, aber nicht zu sehr, dafür aber gebildet und sehr liebenswert. So wächst einem der kleine Kerl bald ans Herz. Und er lässt jedes von Walters Gefühlen deutlich durchklingen, sei es Empörung, Freude, Trauer oder Vergnügen. Seine tiefe und warme Stimme passt außerdem prima zu einer Weihnachtsgeschichte.

Schöne kleine Musikstücke begleiten die Geschichte und sorgen zusätzlich dafür, dass man sich in der Geschichte sofort wohl und geborgen fühlt.

Walter wie er in einem Buch schnuppert ist wirklich sehr goldig anzuschauen. Und auch auf der CD, der Rückseite der Hülle und im Booklet sind Zeichnungen der Fellnase zu entdecken. Mir gefällt der schwarz-weiße Stil des Motivs. Irgendwie strahlt es schon dadurch eine gewisse Ernsthaftigkeit aus, so dass man gar nicht erst davon ausgeht, hier eine oberflächliche Erzählung anzutreffen.

Fazit:  Eine sehr schöne, stimmungsvolle Weihnachtsgeschichte um einen gebildeten Ratterich, die man einfach in einem durchhören muss und die einen rührt.

Piratten (01) – Unter schwarzer Flagge (Michael Peinkofer / Boris Aljinovic)

Titel: Piratten (01) – Unter schwarzer Flagge / Verlag: cbj audio / Random House / Spielzeit: ca. 74 min / Buch: Michael Peinkofer / gelesen von: Boris Aljinovic

Inhalt: Die Piratten kommen! Von der geheimnisvollen Insel Rattuga aus, ziehen sie mit ihrem Flaggschiff, der “Rattengift”, über die Meere und verbreiten Angst und Schrecken. Nur einer stellt sich ihnen furchtlos entgegen: Marty Flinn, der tapfere Mäuseheld. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft er gegen die Piratten und hinterläßt großen Eindruck bei dem Mäusemädchen Becky.


Ratten müssen zusammenhalten, daher war es nur logisch, dass ich mir diese Serie näher ansehen würde. Und das, obwohl ich eigentlich nicht so der Piraten-Fan bin. Vermutlich hat mich die Geschichte auch deshalb nur mäßig begeistert. Denn grunsätzlich bekommt man hier eine ganz typische Piraten-Story zu hören. Mit einem Schatz, einer Entführung, blutrünstigen Pirat(t)en, einem jungen Helden und einer vornehmen jungen Dame, die -getreu einer alten Weisheit- nur Ärger und Unglück über ein Schiff bringt. Das ist zwar insgesamt ganz unterhaltsam, aber es hebt sich von anderen Piraten-Storys nicht sonderlich ab. Das Besondere ist halt, dass statt Menschen hier Mäuse, Ratten und einige andere Tiere die Hauptrollen spielen. Michael Peinkofer ist es gut gelungen, die Nager und Co. zu Piraten, Helden, Professoren und Edelleuten zu machen. Niedlich und witzig, aber durchaus echt “piratig”.

Boris Aljinovic als Sprecher ist schlicht genial anzuhören. Ganz gleich ob er den bösen und grollenden Käpt’n Rattbone gibt, oder den jungen Marty, oder die vornehme, aber selbstbewusste Becky, es ist eine Freude. Da klingt dieses Hörbuch zu weiten Teilen schon eher nach einem Hörspiel mit verschiedenen Sprechern, was das Zuhören sehr erleichtert.

Dass diese Hörbuch schon Hörspiel-Flair hat, liegt neben Boris Aljinovic auch an der abwechslungsreichen und absolut piratigen Untermalung. Eine Reihe authentischer Geräusche sind ebenfalls zu hören, beispielsweise das Rauschen des Meeres, der Wind oder Möwenschreie. Das macht die Handlung sehr anschaulich.

Auf dem Cover ist Rattbones Schiff, die “Rattengift” zu sehen, schemenhaft vorn am Bug auch der Kapitän persönlich. Der Stil eines Ausschnittes wie aus einer alten Karte passt gut zum Hörbuch. Im Booklet werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt.

Fazit:  Eine Piratengeschichte im bekannten und bewährten Stil. Ihr gewisses Etwas bezieht sie durch ihre ungewöhnlichen Figuren. Pirat(t)en-Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen.

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