Raute Media

Die Märchen der Gebrüder Grimm – Schneewittchen / Hans im Glück

Titel: Die Märchen der Gebrüder Grimm – Schneewittchen / Hans im Glück / Verlag: Raute Media / Spielzeit:  ca. 50 min / Sprecher: Klaus Dittmann, Merete Brettschneider, Reinhilt Schneider, Günter Merlau u.a.

Zum Jubiläumsjahr der Gebrüder Grimm sind die Märchen mit bekannten Stimmen, märchenhafter Musik und spannender Geräuschkulisse neu vertont worden. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Träume, die die Märchen beim Zuhören wecken, machen sie bei Jung und Alt beliebt. Die Märchen und Sagen der Gebrüder Grimm entführen uns in zauberhafte Welten.


Auch diese Folge hat mich zwiegespalten hinterlassen. “Schneewittchen” hat mir sehr gut gefallen. Es gehört zu meinen Lieblingsmärchen. Die Geschichte um das schöne Mädchen macht dank der Zwerge Spaß und spannend geht es mit den Bösartigekeiten der Stiefmutter ebenfalls zu. Da vergeht die gute halbe Stunde wie im Fluge, auch wenn man das Märchen beriets kennt. In dieser Fassung packt es einen trotzdem wieder.
Dagegen hat mich “Hans im Glück” ähnlich wie der furchtlose Jüngste aus “Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen” schnell gelangweilt. Sogar aus ähnlichen Gründen, denn Hansens ständiges Glück gibt einfach weder Spannung, noch große Unterhaltsamkeit her. Und ob ihn später dann doch mal das Pech erwischt, hat mich schließlich auch nicht mehr interessiert. Obwohl das Märchen gerade mal 16 Minuten läuft, kam es mir sehr lang vor.

Bei diesen beiden Märchen ist wieder Reinhilt Schneider am Werke, die -ebenfalls wieder- beim Lesen der Titel so klingt als habe man sie gezwungen, sie zu erzählen. Dafür trifft sie später genau den richtigen märchenhaften Ton für die beiden Geschichten. Merete Brettschneider gibt ein sehr liebenswertes Schneewittchen und Günter Merlau, Katja Brügger, Martin Wolf, Klaus Dittmann und Konrad Halver bringen eine lebhafte Zwergenschar zu Gehör.

Die Untermlaung und Geräuschkulisse reiht sich nahtlos in die Serie ein. Schöne, lebendige Stücke, die passend zu den Märchen sehr klassisch klingen und für Flair sorgen.

Schneewittchen und ihre sieben Zwerge haben es hier auf das Cover geschafft. Für mich das schönste Covermotiv der Serie bislang. Das Motiv ähnelt sehr der Bild, das ich noch aus meinem Märchenbuch im Gedächtnis habe. Da wird ebenfalls deutlich, dass sich diese Reihe nahe am Original hält.

Fazit: “Schneewittchen” ist und bleibt wohl eines der schönsten Märchen überhaupt. “Hans im Glück” dagegen konnte mich nicht lange begeistern.

Die Märchen der Gebrüder Grimm – Die Bremer Stadtmusikanten / Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Titel: Die Märchen der Gebrüder Grimm – Die Bremer Stadtmusikanten / Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen / Verlag: Raute Media / Spielzeit: ca. 47 min / Sprecher: Konrad Halver, Katja Brügger, Günter Merlau u.a.

Zum Jubiläumsjahr der Gebrüder Grimm sind die Märchen mit bekannten Stimmen, märchenhafter Musik und spannender Geräuschkulisse neu vertont worden. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Träume, die die Märchen beim Zuhören wecken, machen sie bei Jung und Alt beliebt. Die Märchen und Sagen der Gebrüder Grimm entführen uns in zauberhafte Welten.


Dies ist die erste Folge aus der Reihe, die mir nicht ganz so gut gefallen hat. Wobei ich “Die Bremer Stadtmusikanten” schon mag. Sobald Tiere im Mittelpunkt stehen, hat eine Geschichte bei mir schon gut gewonnen. Man hat schnell Mitleid mit den armen Tieren, die den Menschen und ihren Greueltaten entfliehen wollen. Und später sind ihr Gesang und wie sie damit die Räuber in die Flucht schlagen, auch ganz lustig. Mich würde aber mal interessieren, wieso sie ausgerechnet nach Bremen wollen. War die Stadt zu Zeiten der Gebrüder Grimm so etwas Besonderes? Und wenn ja, wieso? “Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen” hat mir diese CD dann aber doch sehr verleidet. Diese Jagd nach “Fürchterlichem” langweilt schnell. Außerdem frage ich mich, wieso er denn unbedingt das Fürchten lernen will. Natürlich ist Furcht ein wichtiges Gefühl, aber diese Versessenheit darauf geht mir doch zu weit. Nach so und so vielen Prüfungen, die er unerschrocken gemeistert hat, hat es mich dann auch nicht mehr sonderlich interessiert, ob ihn schlussendlich doch irgendwas das Fürchten lehrt.

Bei beiden Märchen ist als Erzähler Konrad Halver zu hören, der zwar ruhig erzählt, aber durchaus auch die Stimmungen der Szenen aufgreift. Martin Wolf ist als der unerschrockene Bursche zu hören und er schafft es gerade so, nicht so hochmütig zu klingen, dass es unsympathisch wirkt. In weiteren Rollen sind beispielsweise Günter Merlau, Katja Brügger und Klaus Dittmann zu hören. Es gibt dabei auch einige Doppelbesetzungen, was aber nicht negativ auffällt.

Zahlreiche recht klassische Melodien begleiten die beiden Märchen und stehen ihnen so sehr gut. Das “Lied” der Bremer Stadtmusikanten dürfte den Sprechern Spass gemacht haben. Ich habe dabei jedenfalls grinsen müssen. Für sensible Ohren ist es aber eher nicht geeignet.

Das Cover zeigt die zentrale Szene aus “Die Bremer Stadtmusikanten” mit niedlich geratenen Tieren und verblüffend stattlichen und gut gekleideten Räubern. Mir gefällt der einfache Stil der Covermotive immer wieder sehr gut.

Fazit: Die “Stadtmusikanten” haben mir gefallen. Das Märchen ist kurzweilig und auch ganz lustig. Dagegen hat mich der furchtlose Bursche schnell gelangweilt und die gute halbe Stunde schien einfach nicht vergehen zu wollen.

Die Märchen der Gebrüder Grimm – Aschenputtel / Hänsel und Gretel

Titel: Die Märchen der Gebrüder Grimm – Aschenputtel / Hänsel und Gretel / Verlag: Raute Media / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Reinhilt Schneider,  Merete Brettschneider, Günter Merlau, Katja Brügger u.a.

Zum Jubiläumsjahr der Gebrüder Grimm sind die Märchen mit bekannten Stimmen, märchenhafter Musik und spannender Geräuschkulisse neu vertont worden. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Träume, die die Märchen beim Zuhören wecken, machen sie bei Jung und Alt beliebt. Die Märchen und Sagen der Gebrüder Grimm entführen uns in zauberhafte Welten.


Ich bin -zugegeben- kein Fan von Märchen(hörspielen), finde aber, dass Kinder Märchen kennenlernen sollten. Und gleich nach den alten Europa-Märchenhörspielen würde ich diese Reihe von Raute Media dafür empfehlen. Sowohl “Aschenputtel”, als auch “Hänsel und Gretel” werden so erzählt, wie ich es noch aus alten Märchenbüchern kenne. Von daher denke ich, dass man sich sehr am Original orientiert hat. Dabei ist mir mal wieder klar geworden, was man kleinen Kindern mit Märchen alles zumutet: abgehackte Fersen und Zehen, ausgepickte Augen Eltern, die ihre Kinder im Wald aussetzen, Kinder im Backofen, gruselige Hexen im Wald…das ist durchaus nicht ohne. Aber es ist natürlich auch sehr spannend und ich weiß von mir noch, dass mir diese gewisse Gänsehaut beispielsweise beim “Hänsel und Gretel” früher gefallen hat. Und außerdem sollen Märchen ja auch keine reine Bespaßung sein, nein, da sind eben auch die Eltern gefragt ihrem Nachwuchs die eventuelle Angst zu nehmen. Eine Moral bzw eine Lehre ist Märchen natürlich auch oft inne, die in diesen beiden Märchen auch greifbar rübergebracht werden.

Reinhilt Schneider als Erzählerin bei “Aschenputtel” hat mir sehr gut gefallen, mit ihr als Sprecherin hätte ich mir das Märchen sogar als Hörbuch angehört. Sie erzählt sehr ruhig und eindringlich, was einen sofort gefangen nimmt. Wieso man mit Merete Brettschneider sowohl Aschenputtel als auch eine der bösen Stiefschwestern (und auch noch einen Vogel!) besetzt hat, verstehe ich zwar nicht, aber es gelingt ihr, einerseits dem nette und liebenswerte Aschenputtel eine eigene Stimme zu verleihen, andererseits aber auch einen passenden Ton für die gemeine Stiefschwester zu treffen.
Katja Brügger darf sich in “Hänsel und Gretel” als herzlose Mutter austoben, was ihr so gut gelingt, dass ich sie bereits nach den ersten Worten einfach nur schrecklich fand. Dafür klang mir Jonas Zumdohme zu alt für den Hänsel, der in meiner Vorstellung deutlich jünger ist.

Kaum ein Moment ohne Untermalung, das steht Märchen natürlich gut. Zudem sorgen die Stücke hier für die nötige verträumte Stimmung, unterstützen aber auch die Atmosphäre der jeweiligen Szenen. So präsentieren sie sich oft genug auch düster und bedrohlich. Aber warum auch eigentlich nicht? Die Geschichten haben es ja auch in sich, wie wir bereits erkannt haben.

Das Covermotiv zeigt sich  ausgesprochen schlicht, das mag manchen Käufer eventuell ein wenig abschrecken. Ich finde allerdings, Märchen haben eben ihre Jahrhunderte auf dem Buckel und ihnen würde ein auf modern getrimmtes Motiv daher gar nicht wirklich stehen.

Fazit:  Zwei sehr schöne Märchenhörspiele, die ich wirklich empfehlen kann. Schön erzählt, gut gespielt und begleitet von stimmungsvoller Musik.

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