Ritta Jacobsson

Dunkles Geheimnis – Ein Svea Andersson Krimi (06) [Ritta Jacobsson]

svea06Svea ist verzweifelt. Auf Facebook läuft eine Hasskampagne, mit der sie aus der Hockeymannschaft gedrängt werden soll. Weil ihr Freund Alex nicht zu ihr steht, bleibt ihr nur der junge Trainer Ted. Aber wer sind die Leute, die plötzlich in Teds verlassenem Haus im Wald auftauchen? Und was verschweigt er ihr? Als sie entdeckt, dass Ted spielsüchtig ist und den falschen Leuten sehr viel Geld schuldet, wird sie plötzlich von etwas viel Schlimmeren bedroht als der Mobbingkampagne ihrer Mitschüler.

Nach dem wirklich starken ersten Band dieser Reihe war sie fortan für mich ein ziemliches Auf und Ab.
Ob “Dunkles Geheimnis” ein Auf oder doch eher ein Ab ist, darüber habe ich vor dieser Rezi ein paar Tage ernsthaft nachgedacht. Dabei ist leider herausgekommen, dass ich es als “Ab” einstufen muss. Denn eines ist dieser Svea Andersson Krimi für mich ganz klar nicht: nämlich ein Krimi!
Mir reicht ein Verbrechen nicht aus um eine Geschichte als Krimi einzustufen. Dafür muss es für mich auch jemanden geben, der ermittelt, den Verbrechern auf der Spur ist und sie am Ende der Geschichte möglichst zur Strecke bringt. In dieser Serie sollte das Svea sein, immerhin heißt es “Ein Svea Andersson” Krimi.
Ein Verbrechen gibt es hier. Der junge Lehrer Ted ist der Spielsucht verfallen und hat sich dabei mit den falschen Leuten eingelassen. Bei ihnen hat er Schulden und um diese einzutreiben, wird er massiv unter Druck gesetzt, verprügelt und für dunkle Geschäfte ausgenutzt. Weil Svea sich mit Ted und vor allem dessen Schwester gut versteht, gerät auch sie ins Visier der Verbrecher. Allerdings ohne, dass sie davon wirklich etwas merkt. Und wenn man etwas nicht bemerkt, wie kann man dann erkennen, dass es falsch ist und dagegen angehen? Eben, gar nicht! Dieser Teil der Handlung ist nicht unspannend. Man hat mehrfach die Gelegenheit, um Ted, seine Schwester oder auch um Svea zu bangen. Man fragt sich auch, wie Ted aus der Misere wieder herauskommen will. Ob er das überhaupt schaffen kann. Aber einen Krimi habe ich mangels Ermittler darin nicht gesehen.
Svea selber hat zudem ganz andere Probleme. Man will sie nicht als einziges Mädchen in der Hockeymannschaft der Schule mitspielen lassen. Seit der Lehrer sie dafür aufgestellt hat, wird sie von einer Gruppe Mannschaftskollegen heftig gemobbt und sogar angegriffen. Und was macht Svea, die immerhin bereits fünf Fälle gelöst hat und es schon mit manchem Verbrecher zu tun hatte? Sie lässt sich davon mürbe machen und unterkriegen! So leid es mir tut -und vesprochen: ich weiß, was Mobbing für die Betroffenen bedeutet und mit ihnen anrichtet- aber das ist nicht die Svea, die ich bis dato kannte. Da hat sie mich ganz schön enttäuscht. Und spannend fand ich diesen Teil der Geschichte auch nicht wirklich. Auf mich wirkte das nur einmal mehr wie ein Mahnmal für die jugendlichen Leser, dass Mobbing etwas ganz Schlimmes ist! Das stimmt natürlich zweifellos, aber was ist daran bitte Krimi? Einmal mehr in dieser Serie finde ich, dass der Krimi hinter einer Moral zurücksteht.
Überhaupt blieb mir Svea in dieser Geschichte seltsam fremd und fern. Was ist bitte mit der coolen Svea passiert? Wann und wieso wirkt sie hier so oft unsicher? Und wieso ist sie oft so kühl ihrer besten Freundin und ihrem Freund Alex gegenüber? Svea und Alex sind auch noch so ein Thema. Sie sind ein Paar! Wieso spürt man das nie? Ich erwarte ja nicht, dass sie dauernd knutschen, händchenhaltend rumlaufen und sich ewige Liebe schwören, aber etwas Gefühl wird man wohl erwarten dürfen, wenn es um zwei verliebte Teenager geht!
Zuletzt: ist das in Schweden so üblich, dass man den geliebten und offensichtlich kranken Hund nicht sofort zum Tierarzt bringt, sondern die Symptome vertuscht und erst zum Tierarzt geht als es wirklich dringlich wird? Und dass man, wenn der Tierarzt zu einer eingehenden Untersuchung in einer Tierklink rät, mit diesem Besuch nochmal so lange wartet bis das Tier plötzlich in Blut gebadet ist? Darüber habe ich mich tierisch aufgeregt.  Bei aller Angst davor, was der Tierarzt herausfinden könnte, aber zum Wohle des Tieres muss man da einfach durch. Das müsste Svea selbst mit ihen vierzehn Jahren klar sein, so sehr wie sie an Wuff hängt. Aber dass nicht mal die Eltern umgehend einen Termin in der Klinik machen, das habe ich nicht fassen können. Was habe ich um Wuff geheult!

Wie schon die vorigen Bände lässt sich auch der hier gut lesen. Kapiteleinteilungen in Tagen sorgt bei mir ohnehin immer für erhöhtes Lesetempo. Eine Handlung über lediglich ein paar Tage hat automatisch Tempo, das sich beim Lesen auf mich überträgt. Svea hat eine angenehme Art zu erzählen. Jugendlich locker und anschaulich. Und Teds Passagen sind zudem noch spannend, die schmökern sich schon alleine deshalb prima.

Das Covermotiv verspricht in meinen Augen eine ganz andere Geschichte als man sie auf den Seiten dahinter findet. Es sieht direkt ein wenig gruselig aus, und das ist “Dunkles Geheimnis” nun mal keine einzige Seite lang.

Fazit:  Zu einem Krimi gehört neben dem Fall für mich auch ein Ermittler. Selbst wenn es eine Hobbydetektivin ist wie es Svea in den bisherigen Büchern war. Davon kann hier keine Rede sein, und ein Verbrechen alleine macht für mich keinen Krimi. Immerhin ist der Part um Ted ganz spannend. Das kann man leider von Sveas Part überhaupt nicht behaupten, Mobbing hin oder her. Das ist nur wieder eine Botschaft an die jugendliche Leserschaft, wie übel Mobbing ist und dass man es nicht dazu kommen lassen sollte. Zweifellos wahr, aber Krimi ist daran nichts. Noch weniger als an Teds Handlungsstrang. Obendrein hatte ich das Gefühl, plötzlich eine ganz andere Svea vor mir zu haben. Gewisse Handlungen von ihr konnte ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich bin ehrlich enttäuscht von diesem Band.

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Dunkles Geheimnis – Ein Svea Andersson Krimi (06)
Autor: Ritta Jacobsson
Seiten:  238
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440133255
Preis: 10,95 (TB)

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Ein Svea Andersson Krimi (04) – Schutzlos (Ritta Jacosson / Denise Monteiro & Gordon Piedesack)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (04) –  Schutzlos / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 426 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Monteiro & Gordon Piedesack

svea04Inhalt: Eine Hitzewelle beschert Schweden einen ungewöhnlich heißen Sommer und Svea hat sich nach all den aufregenden Ereignissen ein paar Tage Erholung verdient. Sie fährt mit ihrem neuen Freund Alexander zu dessen Großmutter in eine kleine Stadt am Meer. Doch die Idylle trügt: Die Vorgänge im benachbarten Gutshof werden immer verdächtiger und selbst der Pfarrer scheint in dunkle Machenschaften verwickelt zu sein.


Und hier haben wir dann auch gleich Sveas vierten Fall! Zu meiner großen Freude darf ich verkünden: mit dieser Geschichte geht es wieder deutlich bergauf in der Reihe! Natürlich stellt auch hier wieder ein gesellschaftliches Problem die Grundlage (dieses Mal sind es Schwarzarbeit und Menschenschmuggel), aber es wird nicht alle paar Tracks der moralische Zeigefinger geschwungen. Das hatte mir den vorigen Fall ja ganz schön verleidet. Diesen hier fand ich dagegen wieder richtig schön spannend. Vor allem, weil die Geschichte quasi in zwei Handlungssträngen spielt. Der eine gehört natürlich zu Svea, die ihren Urlaub eigentlich ohne weitere Abenteuer verbringen wollte. Der zweite spielt bei Nadja, einem Mädchen in Sveas Alter, die nahe Sveas Urlaubsdomizil gefangen gehalten wird. Und Svea ahnt bald, dass dort drüben auf dem Bau etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. So fiebert man die ganze Zeit mit, wann diese beiden Handlungsstränge und damit Svea und Nadja zusammentreffen würden. Und was dann geschehen würde! Gutes wird es sicher nicht sein! Solch ein Verlauf hält einen als Hörer bei der Stange und bei Laune, und hier sind die doch sehr stattlichen 426 Minuten so wie im Nu verflogen. Endlich habe ich Sveas auch wieder als eine echte junge Ermittlerin empfunden. Selbstverständlich wird trotz dieses Krimis Sveas Privatleben nicht vernachlässigt. Ihr Hund Wuff, Freunde Alexander und auch die Eltern spielen weiter eine Rolle, was auch gerne so sein darf. Denn das macht die jugendliche Heldin glaubhaft und für die jungen Hörer greifbar.

Das vertraute Sprecher-Duo ist auch hier wieder am Werke. Und dieses Mal teilen sich Denise Monteiro und Gordon Piedesack die Geschichte sehr gerecht. Dafür bietet sich der Verlauf in besagten zwei Handlungssträngen aber auch an. Da hätte es mich schwer gewundert, wenn Gordon Piedesack wieder so selten zu hören gewesen wäre. Er übernimmt die Handlung um Nadja und bringt deren bedrohliche und auswegslose Stimmung gut rüber. Denise Monteiro macht erneut alles richtig und macht mir Svea so noch eine Spur sympathischer als sie es mir ohnehin schon war.

Neben den bereits bekannten munteren Melodien, die für mich bereits zu dieser Reihe gehören, sind hier oft auch düstere und sehr krimitaugliche Stücke zu hören. Zudem werden wieder zahlreiche Geräusche eingestreut, und somit ist “Svea” für mich mittlerweile ein ganzes Stück weit weg von einem reinen Hörbuch. Ich schätze, dass das den überwiegend jugendlichen Hörer ebens entgegekommen wird wie mir.

Dieses Mal springt einem das Hörbuch mit einem kräftig gelben Bildausschnitt ins Auge. Und hier kann man tatsächlich mal eine Szene sehen, die ich in der Geschichte auch genauso wiedergefunden habe. Mir gefallen die “Svea”-Cover bisher sehr gut.

Fazit:  Es geht wieder merklich aufwärts in der Reihe. Das gefällt mir! “Schutzlos” ist ein wirklich spannender Krimi, der sicher nicht nur Jugendlichen gefallen wird. Diese Episode kann ich bedenkenlos auch wieder älteren Krimifans ans Herz legen. So kann es weitergehen!

 

Ein Svea Andersson Krimi (03) – Eiskalte Drohung (Denise Monteiro & Gordon Piedesack / Ritta Jacobsson)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (03) – Eiskalte Drohung / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 432 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Monteiro & Gordon Piedesack

svea03Inhalt: Svea ist in großer Gefahr: Sie muss gegen eine Erpresserbande aussagen, die mit ihrer Hilfe überführt werden könnte. Hinzu kommt, dass in der Umgebung Mädchen überfallen und verprügelt werden, die Svea täuschend ähnlich sehen. Hat es jemand auf sie abgesehen? Will die Bande ihr Angst einjagen, sodass sie ihre Aussage zurückzieht?


Nachdem ich schon Sveas zweiten Fall nicht mehr ganz so genial fand wie Teil 1, bewahrt dieser dritte Teil die Tradition leider und stellt für mich einen weiteren -wenn auch nicht großen, aber doch vorhandenen- Rückschritt dar. Dabei beginnt die Geschichte wirklich vielversprechend. Es dauert gar nicht lange und schon steckt Svea mal wieder in einer unheimlichen und gefährlichen Situation. So hätte es gerne weitergehen können. Mir hat es auch gefallen, dass man direkt an den zweiten Band anknüpft und somit zunächst der Verdacht besteht, dass Svea von den Verbrechern eingeschüchtert wird, gegen die sie dort aussagen soll. Das wäre ein sinniger Verlauf gewesen. Stattdessen dreht die Geschichte später und wendet sich einer neuen Idee für einen Kriminalfall zu. Dabei stehen, wie eigentlich immer in den “Svea”-Geschichten- erneut ganz ernste Themen im Mittelpunkt, die die jungen Hörer ansprechen dürften. Hier sind es Internetkriminalität und Fremdenhass. Und genau von diesen Gesellschaftsproblemen war es mir eine gute Schippe zuviel! Mir wird hier teilweise zu sehr mit dem moralischen Zeigefinger gewunken. Auch Sveas Privatleben, ihre Freunde, ihre Eltern, Jungs hebeln den Krimi ein wenig aus. Von ihnen ist hier massig zu hören. So viel, dass ich den Fall manchmal aus den Augen verloren habe. So sehr ich Sveas Leben mag, es darf nicht den Krimi in den Hintegrund stellen. Oder dafür sorgen, dass es kaum echte Ermittlungen gibt. Meist steht Svea eher daneben oder stolpert zufällig über etwas. Das ist nicht Svea, wie ich sie in “Todeswald” kennengelernt habe.

Nicht vom Namen täuschen lassen! Auch hier ist die gleiche Sprecherin zu hören wie in den beiden vorigen Hörbüchern, nunmehr Denise Monteiro! Ich mag ihre Stimme für Svea einfach. Sie liest munter und locker und klingt dabei passig jugendlich. Ich höre ihr immer wieder gerne zu. Gordon Piedesack ist ebenfalls mit von der Partie, ist hier allerdings wieder seltener zu hören als im Vorgänger. Sobald er das Wort ergreift, sorgt er aber für eine angemessen bedrückende und bedrohliche Stimmung.

Ich habe den Eindruck, speziell in Sachen Geräusche wird mit jedem Hörbuch ein eine Schippe nachgelegt. Mir gefällt das. Das lockert nicht nur die lange Spielzeit auf, sondern veranschaulicht das Geschehen und die Szenerien auch gut und klingt hier und da schon verdächtig nach Hörspiel. Immer wieder sind auch wieder Melodien eingestreut, die der Geschichte gut stehen.

Mit dem kräftigen Blau und der Scherenschnittoptik reiht sich dieses Hörbuch gut im Regal ein. Das Motiv deutet an, was einen in der Geschichte erwartet und wirkt so verheißungsvoll. Die CDs sind im gleichn Look gehalten und unter den CD-Einschüben sind Sätze aus der Geschichte abgedruckt, die auf eine spannende Geschichte hoffen lassen.

Fazit:  Die Geschichte begann vielversprechend, doch dabei blieb es für mich leider auch. Mir war hier einfach zuviel vom moralischen Zeigefinger zu hören. Ich bin mir zwar sicher, dass dieses Element etwas ist, was die Reihe von anderen ihrer Art abheben soll, und grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Aber mir nimmt das hier gut was an Spannung.

 

Tödlicher Hass – Ein Svea Andersson – Krimi (Ritta Jacobsson)

Svea fährt zur Erholung mit ihren Eltern auf eine Insel im Stockholmer Schärengarten. Sie trifft auf reiche Kids in luxuriösen Villen und den Außenseiter Robin, für den sie mehr Gefühle entwickelt als ihr lieb ist. Nach und nach deckt Svea abscheuliche Machenschaften auf, die sich hinter der scheinbar perfekten Kulisse verbergen. Als Tompa, der zwielichtige Liebhaber von Robins Mutter, spurlos verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse. Hat Robin etwas mit dem Verschwinden von Tompa zu tun? Svea findet sich plötzlich in einem Geflecht aus Misshandlung, Rache und Mord wieder, aus dem sie sich nicht mehr befreien kann.

Auch wenn die “Svea Andersson”-Krimis bisher ein ziemliches Auf und Ab für mich waren, war ich auf diesen neuen Fall sehr gespannt. Denn auch wenn ich einzelne Geschichten als etwas schwächer empfunden habe, so haben sie mir doch durchweg ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert.
Das gilt auch für Sveas neuen Fall “Tödlicher Hass”. Er ist für mich sogar wieder ein klares “Auf”, genau wie der Vorgänger. Hauptsächlich deshalb, weil zwar wieder ein gesellschaftliches Problem mit Mittelpunkt steht -hier ist es Gewalt und Misshandlung in einer Familie- und das auch deutlich heraugearbeitet wird, über das aber nicht fortwährend mit erhobenem Zeigefinger lamentiert wird. Bitte nicht falsch verstehen: das ist zweifellos ein ernstes Thema, dem Aufmerksamkeit gebührt, aber einen Krimi sollte in erster Linie die Spannung auszeichnen.
Genau das ist bei “Tödlicher Hass” auch der Fall. Die Geschichte lässt sich mit dem Erholungsurlaub harmlos an und ich habe Svea diesen Aufenthalt gegönnt nach all dem, was sie im Buch zuvor erlebt hat. Doch kaum am Urlaubsort angekommen, zeigen sich erste Anzeichen, dass die vordergründig so noble Gegend auch ihre Schattenseiten hat. Wobei ich das anfängliche Theater um Mopeds und eine Mopedbande zunächst schon etwas albern fand. Sind Mopeds in Schweden solch ein Drama? Hierzulande flitzen Jugendliche damit durch die Gegend und niemanden schert es. Oder wollte man der jungen Leserschaft damit entgegenkommen und nicht gleich von Motorrädern und Bikern sprechen?
Doch bei den Mopeds bleibt es natürlich nicht und schon bald steckt Svea bis zum Hals in den düsteren Machenschaften gewisser Leute in ihrem ach so friedlichen Urlaubsdomizil. Darin verwickelt ist auch Robin, der in Sveas Alter ist und Sveas Liebesleben ganz gut aufmischt. So ist Svea hin- und hergerissen zwischen ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und der Suche nach der Wahrheit, und ihren Gefühlen für Robin, die ihr womöglich den Blick für die Realität trüben.
Das ist einer der Punkte, die die Story spannend machen. Ein anderer ist, dass Svea -natürlich wie immer- einfach nicht weiß, wann sie sich raushhalten sollte und so immer wieder in lebensgefährliche Situationen gerät. Da bietet diese Geschichte einige Passagen, in denen man mit und um Svea bangt.
Verblüfft hat mich dieser Fall mit einem Ereignis, das ich für einen Jugendkrimi schon für eine ganz harte Nummer halte.
Es stirbt nämlich einer der Charaktere. Welcher, werde ich hier natürlich nicht verraten. Aber der Tod dieser Person schlägt ein wie ein Donnerschlag. Das ist eigentlich schon unverhältnismäßig im Vergleich zum Theater um die Mopeds.
Wie bereits angedeutet kommt auch Sveas Liebesleben in diesem Band nicht zu kurz. Frisch zerstritten mit Alexander, lernt sie Robin kennen und schon geht das typische Hin und Her los. Svea lasse ich das aber aus verschiedenen Gründen gern durchgehen. Erstens geht sie meist recht cool damit um, zweitens hat Kitsch genau deshalb so gut wie keine Chance und drittens wäre sie ohne Robin wohl eher nicht in diesen Fall geraten. Und das wäre schade.

Wie von den vorigen Bänden gewöhnt ist die Geschichte in die Wochentage aufgeteilt, an denen sie spielt. Bei “Tödlicher Hass” ist es sogar ein recht langer Zeitraum im Vergleich zu den Vorgängern und damit fallen die Kapitel kürzer aus. So lässt sich Svea gut kapitelweise lesen. Hinzu kommt Sveas jugendliche Erzählweise, die sich leicht liest. Speziell bei einer Passage beweist Ritta Jacobsson aber auch, wie spannend und stimmungvoll sie ihre junge Heldin erzählen lassen kann. Alles in allem liest sich “Tödlicher Hass” also flüssig, ohne dass es auf Kosten der Atmosphäre geht.

Das Cover zeigt sich im vertrauten Scherenschnitt-Look und gefällt mir dieses Mal besonders gut. Alleine schon wegen der schönen, weiten Landschaft, in der die beiden Gestalten besonders verloren wirken. Das düstere Violett mag ich ebenfalls. Vor allem nachdem die vorigen Bände mit eher knalligen Farben daher kamen. Diese finstere Farbe steht einem Krimi gut und strahlt gleich eine gewissen Bedrohung aus.

Fazit: Meinen Favoriten (Band 1) stößt auch “Tödlicher Hass” nicht von seinem Thron, aber mir hat Sveas neuer Fall wirklich gut gefallen. Erneut wird ein wichtiges gesellschaftliches Problem aufgezeigt und drumherum ein spannender Krimi erzählt. Wer die Reihe bisher mochte, dem wird auch Band 5 gefallen. Und wie schon mal gesagt: Sveas Fälle dürften auch ältere Krimifans gut unterhalten.

Ich danke dem Kosmos Verlag für die Bereitstellung eine Rezensionsexemplares!


Titel: Tödlicher Hass – Ein Svea Andersson Krimi (05)
Autor: Ritta Jacobsson
Seiten:  236
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440126554
Preis: 10,95 (TB)

Ein Svea Andersson Krimi (02) – Gefährliches Schweigen

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (02) – Gefährliches Schweigen / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 432 mn / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Siebeneichler, Gordon Piedesack

Inhalt: An Sveas Schule geschehen merkwürdige Dinge und viele Schüler scheinen vor etwas Angst zu haben. Als die schüchterne Natalie droht, vom Schuldach zu springen, fängt Svea langsam an Fragen zu stellen. Sie trifft aber nur auf eine Mauer des Schweigens. Erst als Sveas Hund in Lebensgefahr gerät, begreift sie langsam, womit sie es zu tun hat. Und dann ist es fast schon zu spät.


Sveas erster Fall bot unter Anderem ja massig Gelegenheit sich in ihre Welt einzufinden. Sie selber kennenzulernen, aber auch ihre Freunde und vor allem auch ihre Eltern! Damit hat man nun das nötige Rüstzeug für Sveas zweiten Fall bei der Hand, der sich hauptsächlich mit ihren Freunden und Mitschülern befasst. Dabei wird ein ausgesprochen brisantes Thema aufgegriffen: Mobbing. Gerade für einen Jugendkrimi ein gut gewähltes Thema, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Teil der halbwüchsigen Hörerschaft damit auch schon mal irgendwie in Kontakt gekommen ist. Wenn nicht, dann macht er aber auf jeden Fall aufmerksam und ein Stück weit sensibel, denn an Sveas Schule herrschen in dieser Hinsicht sehr rauhe Sitten. Dieser Fall punktet also in anderer Hinsicht als “Todeswald”. Er ist vom Verlauf her nicht ganz so spannend, dafür weiß das Thema ordentlich zu schockieren. Dennoch hat man mehrmals Gelegenheit um die junge Detektivin zu bangen, die erneut viel Mut und Courage beweist. Nebenbei ist und bleibt sie aber immer auch ein ganz normaler Teenager mit allem, was dazu gehört. Von der ersten Liebe bis zu Familienproblemen. So ist sie einfach liebenswert und sympathisch und man fürchtet gleich noch etwas mehr um sie.

In diesem zweiten Fall ist nun auch Gordon Piedesack als Sprecher zu hören. Das passt hier gut, zumal es regelmäßig Passagen gibt, die aus einem anderen Blickwinkel als dem Sveas erzählt werden. So wird der Perspektivenwechsel zusätzlich deutlich. Da ich es schade fand, Gordon Piedesack im ersten Teil nicht in der Geschichte zu hören, habe ich mich hier darüber gefreut. In meinen Ohren hat er eine absolut krimitaugliche Stimme. Denise Siebeneichler liest auch hier Sveas Parts und verschafft einem ein gutes Bild und einen guten Eindruck von der jungen Heldin.

Auch bei diesem zweiten Hörbuch sind während der Erzählung immer mal wieder passende Melodien zu hören, die für das nötige Flair sorgen. Und auch eine ganze Reihe Geräusche sind wieder zu hören, die die Szenen veranschaulichen. Ich finde das so richtig klasse, denn den vornehmlich jüngeren Hörern wird das die 6 CDs gut auflockern.

Auf dem Cover ist zumindest eine der Gestalten dieses Mal deutlicher zu sehen als beim Vorgänger. Insgesamt bleibt es aber bei diesem “Scherenschnitt”-Stil mit dem auffällig gefärbten Motiv, das hier ganz gut die Gefahr rüberbringt, mit der Svea es aufnimmt.

Fazit: Ich finde “Tödliches Schweigen” einen Hauch weniger spannend als den Erstling. Dafür ist die Thematik, um die dieser Fall gewoben wurde, umso erschreckender. Und ganz sicher ist solch ein Krimi ein guter Weg um darauf aufmerksam zu machen. Somit kann ich auch Sveas Fall nur wärmstens empfehlen.

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