Robert Missler

Ich bin hier bloß der Hamster (Friedbert Stohner / Robert Missler)

Titel: Ich bin hier bloß der Hamster / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 140 min  / Buch: Friedbert Stohner / gelesen von: Robert Missler

hamsterInhalt: Der kleine Justus möchte einen Hund, die kleine Line eine Katze und was fällt Mama und Papa dazu ein: ein Hamster. Und der hat es nicht immer leicht in seiner Familie. Wenn er Glück hat, haben die beiden Kleinen nach einer Woche vergessen, dass es ihn gibt. Dann springt die Mama ein, und er hat ein feines Leben. Aber Achtung! Wirklich berechenbar sind Menschen-Familien trotzdem nicht! Und davon weiß Hamster Oleg ein Lied zu singen.


Aus dieser Reihe kannte ich bisher nur “Ich bin hier bloß der Hund”, von dem ich damals wenig angetan war. Aber ich wollte mit dem Hamster einen weiteren Versuch wagen.
Den Anfang habe ich als etwas zäh empfunden, denn Hamster Oleg lässt sich sehr viel Zeit dafür zu erzählen und zu erklären, wie das so ist mit Mensch und Hamster und worauf man -vor allem natürlich als Hamster- unbedingt achten muss ehe man sich vor irgendwelchen Zweibeinern aufspielt, die im Zooladen plötzlich vor dem Käfig stehen. Andererseits führen einem seine Negativbeispiele im Umkehrschluss natürlich sehr gut vor Augen, worauf man als Mensch in dieser Situation zu achten hat und was einen beim Zusammenleben mit einem Hamster erwartet. Das finde ich so gewitzt gemacht, denn so bekommt man Ratschläge und Informationen an die Hand, ohne dass es aufdringlich oder mahnend wirkt. Gerade für ein Kinderhörbuch ist das prima, denn vor allem die lieben Kleinen sollten wissen, dass Haustiere nicht nur süß sind, sondern auch Ansprüche haben.
Nach dieser etwas zu ausführlichen Einleitung kommt zum Glück Schwung in die Geschichte. In der Familie, in der Oleg gelandet ist, ist einfach immer etwas los. Da es überwiegend Alltagsgeschichten sind, ist es zwar nicht wunders wie spannend, aber ich war doch zumindest immer neugierig, was dieser chaotischen Familie und ihrem Hamster noch so alles passiert. Es ist einfach sehr spaßig anzuhören. Vor allem auch, weil Ole deutlich durchblicken lässt, dass Hamster ganz schön clever sind und wissen, wie sie  ihre Menschen erziehen können. Das darf man sich als Halter eines Hamster vermutlich gar nicht so genau vor Augen führen, wenn man nicht der Glauben verfallen will, einen Spion im Käfig sitzen zu haben.

Robert Missler macht als Oleg eine wirklich gute Figur. Er hat für ihn eine niedliche Stimme und ein gewitztes Lachen auf Lager. Das passt gut zu so einem kleinen Nager. Da möchte man ihn gleich knuddeln. Also Oleg! 😉 Auch den anderen Figuren verleiht er markante und passende Stimmen, sodass man immer weiß, wer gerade das Wort ergriffen hat. Und wenn es nötig ist, dann singt er sogar. Beispielsweise ein Hamsterlied zur guten Nacht.

Zu Beginn und auch zwischen einigen Szenen sind kurze Musikstücke zu hören. Sie sind munter und fröhlich und stehen diesem Hörbuch prima. Ich habe mich ein paar Mal beim Mitwippen und Mitsummen erwischt. Auch ein paar Geräusche sind zu hören, beispielsweise das leise Quietschen von Olegs Hamsterrad. Das lockert das Zuhören ein bisschen auf, was ich gerade bei Hörbüchern für Kinder immer gut finde.

Wie auf allen Covern dieser Reihe steht auch hier das Tier im Mittelpunkt, um das es in der Geschichte geht. Oleg hat einen genau im Blick. Und irgendwie sieht er einem mit einem gewissen Zweifel entgegen. Aber wie er selbst sagt, ist im Umgang mit den Menschen Vorsicht geboten. Da ist der Gesichtsausdruck also gerechtfertigt.

Fazit:  Der Einstieg in die Geschichte zieht sich ziemlich hin, da muss man einfach durchhalten. Und es  speziell, wenn man sich einen Hamster anschaffen will, sollte man einige von Olegs Tipps in diesem Teil vor Augen haben. Anschließend wird es lebendiger und Oleg erzählt mit Humor und Cleverness von seinem Zusammenleben mit seiner chaotischen Familie. Das macht Spass!

 

Glucksi zieht nach Monsterstadt (Bine & Benjamin Brändle / Robert Missler)

Titel: Glucksi zieht nach Monsterstadt / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 76 min / Buch: Bine & Benjamin Brändle / gelesen von: Robert Missler

glucksiInhalt: Glucksi, das fröhliche Monster, steht ratlos vor einer Kiste, in der sich sein neues Fertighaus befindet. Es braucht dringend einen Hammer, um den roten Knopf zu betätigen und so die Kiste zu öffnen! Also macht sich Glucksi in seiner neuen Heimat Monsterstadt auf die Suche. In der ungewöhnlichen Stadt lernt er jede Menge andere Monster kennen. Ob ihm jemand helfen kann?


Wer kennt sie nicht, diese Angst vor dem Monster im Schrank oder unter dem Bett? Speziell Kindern dürfte das bekannt vorkommen. Dann empfehle ich dieses Hörbuch, das sich an Hörer ab 4 Jahren richtet. Mit Glucksi und seinen Freunden lernt man gleich eine ganze Bande an Monstern kennen, von denen aber nicht ein einziges erschreckend ist.
Insgesamt sieben angemessen kurze Geschichten um die Monster finden sich auf der CD. Zu Beginn zieht natürlich Glucksi nach Monsterstadt. Genau wie der Titel es verspricht. Es macht Spass, ihn dabei zu begleiten wie er auf der Suche nach einem Hammer nach und nach die anderen Monster kennenlernt. Sie alle sind niedlich und witzig. Und als Glucksi zum Schluss sein Haus auspackt, da wird es glatt ein wenig dramatisch. Gut, dass Glucksis neue Freunde ihn bereits für einen solchen Fall ausgestattet haben.
In den anderen Geschichten kommt Glucksi dann zwar ab und zu auch vor, aber eigentlich drehen sie sich hauptsächlich um anderen Monster aus Monsterstadt. Wie zum Beispiel den verpennten Dösi, das Mini-Monster Winz oder auch Bangebüx Bammel. Jeder erlebt so sein eigenes kleines Abenteuer. Auch sie sind lustig und niedlich geraten, und bei jedem wird deutlich, dass es ganz wichtig und schön ist, wenn man Freunde hat.

Robert Missler tobt sich bei dieser Lesung so richtig aus. Für jedes Monster hat er eine ganz eigene Stimme auf Lager. Man klingt er trantütig für Dösi, mal piepsig für Winz oder ängstlich, wenn Bammel zu worte kommt. Und auch alle anderen Monster erkennt man sofort an der Stimme. Mich beeindruckt es immer wieder, wie schnell und leicht er zwischen den Monsterstimmen und seiner normalen Erzählstimme wechselt.

Bei der fröhlichen und schwungvollen Akkordeonmusik muss man einfach sofort mitschwingen. Während der Geschichte sind aber auch noch andere Melodien zu hören. Und einige Geräusche werden ebenfalls von Instrumenten gespielt. Gelacht habe ich über die Countdown-Stimme als Glucksi sein Haus auspackt. Der Effekt mit dem die Stimme verfremdet wird, klingt wahrlich imposant.

Schon dem Cover sieht man sofort an, dass die Monster in diesen Geschichten alles andere als gruselig sind. Sie sind wunderbar bunt und sehen zu Knuddeln aus.

Fazit:  Angst vor Monstern im Schrank oder unter dem Bett? Dann unbedingt dieses Hörbuch anhören! Mit der Vorstellung der Monster wie sie hier dargestellt werden, dürfte sich die Angst bald verkrümeln. Wirklich schöne spaßige und goldige Geschichten.

Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 235 min, 3 CDs / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharryInhalt: Der elfjährige Otto wohnt in einem waschechten Spukhaus und ist einiges gewohnt. Dass ihm ein Geist sein Sandwich aus dem Kühlschrank klaut und ein anderer ständig Socken in den Tiefen der Waschmaschine verschwinden lässt, ist keine Seltenheit. Außerdem hat er eine sprechende Fledermaus als Haustier, die ihn schon in so manch peinliche Situation gebracht hat.
Trotzdem staunt Otto nicht schlecht, als er im Nachbarsgarten einen Sensenmann entdeckt. Harold, genannt Scary Harry , ist gar nicht so gruselig wie er auf den ersten Blick aussieht. Eigentlich ist der Knochenmann sogar ziemlich sympathisch. Sein Job geht ihm gehörig auf den Geist und er sehnt sich danach, endlich mal wieder Urlaub zu machen, anstatt dauernd Seelen einzusammeln. Doch daraus wird vorerst nichts – denn als Ottos Hausgeister entführt werden, ist guter Rat teuer. Zusammen mit seiner besten Freundin Emily und seinem neuen Kumpel Harold macht sich Otto auf die Suche.


Nach dieser Inhaltsangabe gab es für mich natürlich keinen Weg an “Scary Harry” vorbei.  Das klingt einfach zu schräg und witzig! Und genau das ist es auch. Speziell wenn man obendrein noch Spass an ein wenig Grusel hat. Natürlich in Maßen, immerhin ist es eine Geschichte für junge Hörer. Hier muss niemand erst davon überzeugt werden, dass es Geister gibt. Otto lebt seit Jahren in einem echten Spukhaus, wo gleich drei Geister hausen. Ich habe ihn direkt um dieses Zuhause beneidet. Außerdem hat er eine sprechende Fledermaus als Haustier. Mit alldem muss man sich auch als Hörer sofort abfinden, was aber gar nicht weiter schwerfällt, weil es so selbstverständlich dargestellt wird. Und Ottos Freundin Emily ist zwar ein wenig verrückt in ihrer Begeisterung für die Wissenschaft (vor allem um Geister herum), aber super liebenswert.
Ihr Abenteuer beginnt als Otto eines Nachts den Sensenmann Harry im Nachbargarten entdeckt und später wiedertrifft. Harry fand ich sofort klasse. Ich habe so ein Faible dafür, wenn der Tod oder eben ein Sensenmann in Person in einer Geschichte mitspielt. Und Harry ist etwas ganz Besonderes, denn er trägt nicht nur zwei verschiedenfarbige Turnschuhe, sondern ist auch von seinem Job ziemlich genervt und verwahrt die eingesammelten Seelen in Gurkengläsern. Die Geschichte sprüht nur so von solch schrägen Details und das macht erstens Spass und zweitens verhindert es, dass man sich beim Hören gruseln muss. Schlaflose Nächte müssen Eltern für ihren Nachwuchs hier ganz sicher nicht fürchten, eher Kicheranfälle. Ich habe einige Male lachen müssen über Sonja Kaiblingers verrückte Ideen. Gleichzeitig ist die Geschichte auch noch spannend. Ich war sehr neugierig, wie die Freunde die drei Hausgeister befreien und ihren Entführer entlarven würden, denn das stellt sich als ganz schön gefährlich heraus! Aber wenn man einen so tollen Freund wie Harry hat…die Freundschaft zwischen den Kindern und Harry wird dabei schön deutlich. So ungewöhnlich sie auch ist. Ich hoffe sehr, es bleibt nicht das letzte Abenteuer für die Drei.

Robert Missler ist mir als Hörbuchsprecher noch nicht so häufig begegnet. Oder etwa gar nicht? Kann auch sein. Dafür kenne ich ihn aus zahlreichen Hörspielen. Dort ist mir aber noch nie aufgefallen, über welche Stimmvielfalt er verfügt. Von der Fledermaus bis zum Sensenmann bekommt in “Scary Harry” jede Figur von ihm eine solch markante Stimme verliehen, dass man jeden alleine daran erkennt. Da kommt tatsächlich öfters mal das Gefühl auf, eigentlich einem Hörspiel zu lauschen. Also meinetwegen dürfen gerne noch mehr von Robert Missler gelesene Hörbücher ihren Weg zu mir finden. Ich bin beeindruckt!

Am Anfang und am Ende des Hörbuchs ist ein schönes und munteres Musikstück zu hören, in dem ein paar cartoonige Klänge zu hören sind. Das verrät bereits ein wenig darüber, wie verrückt die Geschichte ist.

Das Cover finde ich einfach super! Die Figuren sind witzig, vor Harry kann man sich gar nicht gruseln, und die Lichtspielereien vor dem dunkeln Hintergrund sehen so aus als würden sie im Dunklen leuchten. Tun sie aber leider nicht. Ich hab’s ausprobiert. Im Booklet werden die wichtigsten Figuren in witzigen Zeichnungen und kurzen Steckbriefen vorgestellt. So lohnt ein Blick ins Booklet auf jeden Fall.

Fazit:   Eine herrlich schräge Geschichte, die vor witzigen und verrückten Ideen nur so sprüht. In meinen Augen das ideale Hörbuch zu Halloween für junge Gruselfans. Und für ältere natürlich auch. Ich würde mich wirklich freuen, wenn Otto, Emily und Harry noch weitere Abenteuer erleben würden.

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