Rollenspiel

Die dunkle Seite des Spiels (Bettina Brömme)

dunkleseitespielWas für ein Abenteuer! Zwei Wochen lang wollen Elena und ihre Klasse auf einer einsamen Berghütte verbringen und dort leben wie im Mittelalter – ganz echt, ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser. Doch was als Rollenspiel rund um einen Hexenprozess geplant ist, wird zum Kampf auf Leben und Tod.

Ich bin diesen Thriller-Zwergen vom Arena Verlag im Moment ziemlich verfallen. Deshalb musste natürlich auch dieser Band ziemlich schnell her.
Und ich war noch bei keinem Minithriller so unentschlossen bzw fand es noch bei keinem so schwierig, mein Problem damit zu schildern. Denn eigentlich ist es ja kein Problem!
Weil ich die Idee der Geschichte nämlich wirklich richtig klasse finde! Eine Gruppe junger Leute in einer einsamen Berghütte, durch schlechtes Wetter dort quasi festgesetzt und vom Leben im Tal abgeschnitten, ein Spiel mit einer Handlung aus dem finsteren Mittelalter, das die anfangs gute Stimmung zu kippen droht, eine Reihe Unglücke, die geschehen, eine Art Lagerkoller und plötzlich zwei völlig Fremde, die auftauchen und von denen man nicht weiß, ob man ihnen trauen kann. Sowas mag ich immer wieder super gerne und für mich ist es stets auf neue ein ziemlich sicherer Garant für einen tollen Thriller!
Ich finde, mit dieser Situation, einem solchen Szenario, lässt sich unglaublich viel Atmosphäre erzeugen, die einen beim Lesen schaudern lässt.
Doch dafür braucht es dann halt doch auch eine gewisse Ausführlichkeit, und die kann ein Minithriller mit seinen 90 Seiten nun mal leider nicht bieten. So erschien mir die Geschichte doch etwas zu oberflächlich um Wirkung zu entfalten.
Und auch wenn ich es schon spannend fand, wie es mit den Kids weitergeht und was es mit den Fremden auf sich hat, hat mir eben diese Wirkung leider gefehlt.

Ratz-fatz und man hat auch dieses Minithriller ausgelesen. Jugendlich locker, unterhaltsam und mit zahlreichen Dialogen ist er erneut ein idealer Lese-Snack. Und da es keine Kapitel gibt, kommt man auch gar nicht auf die Idee, mal eine Pause einzulegen.

Mein Lieblingscover der Minithriller! Ich bin kein Blumenfan, aber ich mag stachelige Gewächse, vor allem wenn sie so schön grün sind 😉

Fazit:  Die Idee dieser Geschichte hätte einen richtigen “großen” Arena Thriller verdient, denn sie hat alles an nötigem Rüstzeug, was es für einen super spannenden und atmosphärischen Thriller braucht! Die 90 Seiten hier halten das alles viel zu sehr unter Verschluss. Ich würde die Geschichte als “großen” Thriller sofort nochmal kaufen!


Titel: Die dunkle Seite des Spiels
Autor: Bettina Brömme
Seiten: 90
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401503936
Preis: € 2,99 (Broschiert)

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Die Chronik der Drachenlanze (01) – Drachenzwielicht

Titel: Die Chronik der Drachenlanze (01) – Drachenzwielicht / Verlag: Holysoft / Spielzeit: ca. 150 min / Sprecher: Thorstern Michaelis, Dirk Hardegen, Santiago Ziesmer, Tobias Kluckert ua

Inhalt: Sechs Freunde treffen sich in Solace, der Stadt auf den Bäumen: Tanis, der Halb-Elf, Sturm Feuerklinge, der Ritter von Solamnia, Raistlin, der Magier, Caramon, sein Zwillingsbruder, Flint Feuerschmied, der Zwerg und schließlich Tolpan Barfuß, ein Kender – die lästigste Rasse auf dem ganzen Planeten. Ein Kender kennt keine Angst und steckt deshalb ständig bis zum Hals in Schwierigkeiten. Die Freunde sind in großer Sorge, denn in Solace machen sich die Drakonier wieder breit, die Kämpfer der Drachenwesen. Doch dann treffen sie auf Goldmond, ein Barbarenmädchen, und ihren Geliebten Flußwind. Die beiden tragen den blauen Kristall, der über das Schicksal ihrer Welt Krynn entscheiden wird…


Ich muss vorausschicken, dass ich das “Drachenlanze”-Rollenspiel gerade mal vom Namen her kenne und erstmal googeln musste, was ein Pen-&-Paper-Rollenspiel ist. Hier und da könnte also Nachsicht gefordert sein 😉 Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass die Welt, in der dieses Hörspiel spielt, und die mitwirkenden Charaktere genau den Geschmack dieser Rollenspieler treffen wird. Da ist alles vertreten, was man erwarten darf: Zwerge, Elfen, Drachen, das ganze Sortiment, das seit je her phantastische Welten bevölkert. Soweit also so gut. Mein Fall sind solche Charaktere allerdings nicht. Und ich kann auch mit einer solchen Welt nichts anfangen. Fantasy dieser Richtung liegt weit jenseits meines Geschmacks. Aber ich bin halt auch kein Rollenspieler. Vielleicht hat sich mir auch deshalb die Spannung der Geschichte nicht so recht offenbart. Die muntere Truppe kämpft sich durch ihr Abenteuer, hat auch immer wieder Aufgaben zu bewältigen, aber spannend will es dabei nicht werden. Die Konsequenz daraus war für mich, dass sich die mehr als 150 Minuten Spielzeit mächtig gezogen haben. Wenn ich mir nun vorstelle, dass die Rollenspieler durchaus mit Spannung bei ihrem Spiel dabei sind, dann fürchte ichwerden sie von den im Hörspiel vorgespielten Szenarien eher weniger gefesselt sein. “Im Spiel quasi dabei sein” ist halt etwas anderes als quasi dem Spiel zu lauschen.

Der Sprechercast ist bemerkenswert umfang reich, da gibt es nichts. Hier geben sich Könner wie Thorsten Michaelis, Tobias Kluckert, Wolfgang Bahro und Santiago Ziesmer die Klinke in die Hand. In kleineren Rollen sind aber auch weniger professionelle Sprecher am Werke und die fallen neben den “Großen” dann doch auf. So wirkt das Hörspiel seitens der Sprecher recht unausgewogen.

An Untermalung hat man sich nicht lumpen lassen. Keine Szene, die nicht in irgendeiner Form musikalisch begleitet wird. Und Erdensterns Stücke sind durchaus hörenswert, stimmungsvoll und passen zur Story. Trotzdem war es mir gelegentlich einfach zu viel. Einer guten Handlung ist es auch ohne klangliche Untermalung möglich, ihr Flair an den Hörer zu vermitteln. Das schadet ab und zu gar nicht.

In dem Pappschuber steckt neben der Hülle mit den beiden Hörspiel-CDs auch noch eine CD mit dem Soundtrack bei. Das ist doch was Feines! Ebenso fein ist das umfangreiche Booklet mit stattlichen 64 Seiten. Hier kann man zahlreiche Zeichnungen bewundern, sich einen Überblick über die Charaktere verschaffen (bei der Masse übrigens wirklich praktisch) und sich über die Reihe informieren. Wirklich toll!

Fazit: Mal abgesehen davon, dass ich kein “Elben-Trolle-Drachen-Zwerge-Fantasy”-Fan bin, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Rollenspiel-Fans von dem Hörspiel wirklich angetan sein werden. Es mangelt hier einfach an der Spannung, die am Tisch beim Spiel sicher aufkommt.

Saeculum (Ursula Poznanski / Aleksandar Radenkovic)

Titel: Saeculum / Verlag: Jumbo Verlag, Gya Libre / Spielzeit: ca. 360 min / Buch: Ursula Poznanski / gelesen von: Aleksandar Radenkovic

Inhalt: Der 20-jährige Medizinstudent Bastian ist fasziniert von Sandra aus der Mittelalterszene und begleitet sie zu einem Live-Rollenspiel. Doch schon bald fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst keiner der Jugendlichen ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus der harmlosen Reise in die Vergangenheit wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.


Nachdem mir “Erebos” von Ursula Poznanski nicht so gut gefallen hatte, war ich zwar skeptisch “Saeculum” gegenüber, aber die Neugier überwog doch. Anfangs sah es dann aber doch so aus als würde ich mich auch mit “Saeculum” schwer tun. Nichts gegen Rollenspiele und das Mittelalter, aber der Gedanke, 5 CDs lang zB diese altertümliche Redeweise ertragen zu müssen, behagte mir nicht. Umso glücklich verblüffter bin ich nun nach dem Hören, denn nach diesen “Startschwierigkeiten” hatte mich die Story schnell am Haken. Die seltsamen Ereignisse im Wald, ein Fluch, der plötzlich erschreckend real scheint, allmählich aufkeimendes Misstrauen in der Gruppe und eine ganze Reihe unerwarteter Wendungen halten einen beständig bei Laune. Speziell reizvoll ist das alles vor dem Hintergrund, dass die Gruppe in diesem Wald nicht nur allein und abgeschieden ist, sondern dass ihnen -trotzdem die Geschichte im Heute spielt- morderne Hilfsmittel wie Handys etc fehlen. Das erweckt beim Hören schon ein merkwürdiges und beängstigendes Gefühl, da es kaum vorstellbar ist. So gesehen ist die Rollenspiel-Truppe auf gewisse Weise durchaus in einer Art Mittelalter gefangen.

Ich muss leider sagen, dass ich mir hinsichtlich der Sprechers wünsche, ich hätte “Saeculum” gelesen statt es zu hören.  Ich habe Aleksandar Radenkovic schon in anderen Hörbücher gehört, wo er mir auch gefallen hat. Bei “Saeculum” hat er mich nur in Maßen überzeugen können. Es gelingt ihm gut, den Charakteren eigene, markante Stimmen zu verleihen. Ich hatte anfangs Probleme, mich mit den Namen der jungen Leute zurechtzufinden, da war das eine Erleichterung. Dagegen schafft er es für mein Empfinden nicht, Atmosphäre aufkommen zu lassen oder Spannung in die erzählenden Passagen zu bringen. Ja, in meinen Ohren klang er da sogar oft richtig monoton. Und das strengt beim Zuhören an.

Ein Musikstück vor Beginn des Hörbuchs und zum Ausklang. Mittelalterlich klingt es nicht, das hätte ich mir gewünscht. Aber es klingt auch nicht zu modern. Schon eher schlicht wie es der Geschichte auch gut steht.

 Das Cover ist so in schwarz-weiß mit dem Geflecht von Ästen ein interessanter Hingucker. Schlicht, aber doch auffällig. Mit dem schwarzen Hüllen-“Rahmen” -oder wie man das nennt- erinnert es sogar ein wenig an das Buch, denn das hat einen schwarzen Schnitt. Im Booklet findet sich die Kapiteleinteilung, sowie ein paar Informationen über Ursula Poznanski und Sprecher Aleksandar Radenkvic.

Fazit: Nachdem ich anfangs leicht besorgt war, hat mir “Saeculum” dann doch sehr gut gefallen. Ein spannender Thriller mit unheimlichem Einschlag, der in vielerlei Hinsicht zu überraschen weiß.

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