Romantasy

Mystery Diaries – Schattenherz

Titel: Mystery Diaries – Schattenherz / Verlag: Aurelia by Felicity Media GmbH / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Anke Kortemeier

schattenherzInhalt: Die junge Sarah liebt Bücher über mystische Wesen und magische Welten. Kurz nach ihrem 21. Geburtstag wird sie eines Abends auf dem Nachhauseweg von zwei Männern überfallen, und von einem geheimnisvollen Unbekannten gerettet.

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Aurelia bzw die Felicity Media GmbH ist eine dieser Zufallsentdeckungen, von denen es gerne mehr geben dürfte. Nach kurzem Stöbern hatte ich gleich drei Titel entdeckt, die interessant klangen.
Den Anfang machen heute de “Mystery Diaries” mit “Schattenherz”. Eine Geschichte, die vor allem Fans der aktuell so angesagten Romantasy ansprechen dürfte. Üblicherweise bin ich kein Fan davon, aber irgendwie sprach mich der Titel an, weil er mir sofort ein bestimmtes Bild vor Augen zauberte. Aber auch sonst hat die Geschichte bei mir einen guten Eindruck hinterlassen. Mit Sarah habe ich mich schnell angefreundet. Vor allem weil sie wirklich Charakter hat und nicht im Nu zum liebeskranken Dummchen wird, sobald der geheimnisvolle Kieran auftaucht. Und auch Kieran und seinen Freund Finn mochte ich. Sie wirken zwar durchaus rätselhaft, haben aber auch ganz menschliche Züge an sich.
Die Story erfindet nicht unbedingt das Rad neu. Der Verlauf ist recht typisch mit dem mysteriösen Zusammentreffen, einer Herausforderung für Sarah, die sie vor eine schwere Entscheidung stellt und dem gefährlichen Showdowan gegen Ende. Und natürlich -es gehört sich für dieses Genre einfach so- spielt auch die Liebe zwischen Sarah und Kieran eine wichtige Rolle. Ein ganz dickes Plus dabei ist es, dass hier in keinem Punkt übertrieben wird. Es geht weder kitschig zu, noch ziehen sich Kämpfe ewig hin, und Finn und Kieran sind auch keine Lichtgestalten. Das wäre in 69 Minuten alles wohl auch kaum unterzubringen gewesen. So ist das Geschehen schön kurzweilig, nicht abgehoben und auch ganz spannend.

Anke Kortemeier hat mir prima gefallen. Sie lässt Sarah schön selbstbewusst und realistisch klingen, sodass man sich leicht ein Bild von der jungen Frau machen kann. Für Kieran und Finn hätte ich mir etwas markantere Stimmen gewünscht, aber da Sarah erzählt, wer was sagt und da auch nicht so viele Charaktere mitwirken, fällt es trotzdem leicht den Überblick zu behalten. Beeindruckt hat Anke Kortemeier mich gegen Ende bei finalen Kampf. Bösewicht Toran verleiht sie einen wirklich boshaften Ton und sie scheut sich auch nicht zu schreien, wenn das Geschehen es erfordert.

Was die Untermalung angeht, war es mir hier etwas zuviel des Guten. Kaum eine Szene, die nicht von Musik begleitet wird. Das fand ich nicht immer wirklich notwendig. Dafür ist es aber unverkennbar, mit wieviel Sorgfalt die Stücke ausgewählt wurden. Sie sind stets gut auf die Atmosphäre der Szenen abgestimmt, hilft mal der Spannung auf die Sprünge, verdeutlicht mal die Freiheit bei einem Drachenflug oder schürt die Dramatik am Ende. Eine Reihe Geräusche sind ebenfalls eingestreut.

Fazit:  Eine schöne kurzweilige Fantasygeschichte mit romantischem Einschlag, die eindeutig von den nur 69 Minuten Spielzeit profitiert. So hat Langeweile keine Chance und es fällt leicht, sie in einem Rutsch zu hören. Ich bin gespannt auf weitere Geschichten aus den “Mystery Diaries”.

Schattenblüte (01) – Die Verborgenen (Nora Melling)

Eine Liebe, stärker als der Tod
Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Werwölfe. Mein Instinkt hatte mich gewarnt. Aber ich bin ja ein optimistischer Mensch (jedenfalls meistens ;)) und hoffe so jedes Mal aufs Neue, mal wieder eine andersartige Geschichte in diesem Genre anzutreffen.
Die Werwölfe waren auch gar nicht mein Problem an dieser Geschichte. Ganz im Gegenteil: Werwölfe mitten in Berlin, der Gedanke hat mir gefallen. Das würde meine Lieblingsstadt glatt noch attraktiver machen 😉
Mein erstes Problem war Luisa selber. Ja, sie hat ihren kleinen Bruder verloren, den sie sehr geliebt hat. Ihre Eltern ziehen mit ihr weg, so dass sie nicht mal einen Ort zum trauern hat, und sie spielen verbissen heile Welt. Dabei übersehen sie ganz, wie sehr Luisa leidet. Das ist alles sehr traurig, ganz ohne Zweifel.
Allerdings hatte ich Luisa ihre Trauer schon nach einem Drittel des Buches abgenommen und Mitgefühl mit ihr gehabt. Dass diese Trauer alle paar Seiten neu aufgekocht und thematisiert wird, das ging mir irgendwann auf die Nerven. Dabei habe ich Luisa sonst durchaus auch als stark und selbstbewusst empfunden. Der Eindruck, dass sie leidet und trauert verliert sich beim Lesen doch nicht, nur weil er nicht immer wieder aufgefrischt wird!
Solche Widersprüchlichkeit in Luisas Wesen zeigt sich aber auch an anderer Stelle. Nämlich wenn sie Thursen zum x-ten Mal androht, jetzt für immer zu gehen…und dann nach maximal fünf Seiten wieder zu ihm rennt. Was der übrigens gar nicht verdient, denn ER macht ganz sicher die wenigsten Fehler von den beiden.
Der wesentliche Knackpunkt für mich war jedoch die Story an sich. Mir fehlte bei ihr der berühmte rote Faden. Um was genau geht es in der Geschichte? Mal dreht sich alles um Luisas Trauer, mal um die Liebe zwischen ihr und Thursen, die so hoffnungslos ist. Dann besteht plötzlich die Gefahr für Luisa, sich den Wölfen anzuschließen. Dann wieder forscht sie nach Thursens Vergangenheit und seinem richtigen Namen, der ihn eventuell von seiner Existenz als Werwolf erlöst. Dann stößt ein neues Mädchen zum Wolfsrudel und alles dreht sich um sie. Dann wird ein Wolf getötet und das Rudel sinnt auf Rache. Dann, dann, dann. Zig angefangene Handlungsstränge, die aber nie zusammenlaufen um ein Ganzes zu ergeben und von denen auch nur einer wenigstens vorläufig abgeschlossen wird.
Natürlich werde ich auch Band 2 lesen, und hoffe sehr, dass dann alle diese Enden verknüpft werden. Sie sind ja nicht uninteressant, wirken in Band 1 aber einfach unausgegoren. Ich erwarte bei einem Mehrteiler kein abschließendes am Ende von Teil 1, aber mit so vielen “Anfängen” habe ich mich verloren, verwirrt und auch leicht verärgert zurückgelassen gefühlt.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass es mir auch ein wenig an Romantik und Liebe gefehlt hat. Dass sich die beiden ohne ein Wort, nur durch einen Blick und eine Berührung unsterblich verlieben, okay. Das ist wohl so, wenn man plötzlich einem Werwolf, Vampir etc gegenübersteht. Von mir aus! Aber so verliebt sie sind…gefühlt habe ich davon später nur selten etwas. Es muss nicht zwischen den Seiten heraustriefen, aber eine gewisse Romantik gehört zu einer Liebesgeschichte.

Luisa erzählt selber von ihrer Liebe zu Thursen und den Abenteuern, die sie mit und wegen der Werwölfe erlebt. Das sorgt dafür, dass der Ton jugendlich ist. Zudem gelingt es so besonders gut, dem Leser Luisas Gefühlswelt zugänglich zu machen. Zu Beginn der Kapitel sind jeweils eine Blüte und schwarze Vögel abgedruckt, was mir gefallen hat. Solche Kleinigkeiten werten ein Buch (und manchmal auch eine Geschichte) für mich immer etwas auf. Fest gebunden ist das Buch nicht. Das Cover ist zwar stabil, aber noch flexibel.

Das Covermotiv gefällt mir sehr gut, weil es so düster gehalten ist. Die grau-schwarze Blüte, das blasse Gesicht mit dem eindringlichen Blick unter kohlschwarzen Wimpern, das hat was! Soweit ich mich erinnere, ist Luisa allerdings blond…
Die Tropfen und der Titelschriftzug sind leicht erhaben eingeprägt. Auch das mag ich bei Covers immer sehr.

Fazit:  Ich hoffe, im zweiten Teil werden die hier begonnenen Handlungsstränge weitergeführt, vertieft und schlüssig beendet. Mir hat in diesem ersten Teil einfach ein roter Faden gefehlt. Zudem konnte ich mich mit Luisa nicht richtig anfreunden. Mir sind ihre Handlungen und ihr Wesen zu widersprüchlich. Und bitte, liebe Luisa, das mit deinem Bruder tut mir sehr leid. Das wird auch bei Band 2 noch so sein. Es muss also nicht wieder ständig widerholt werden.

Danke an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Schattenblüte (01) – Die Verborgenen
Autor: Nora Melling
Seiten: 352
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 978-3499254468
Preis: 14,95 (HC)

Rezension – Touched – Der Preis der Unsterblichkeit (Corrine Jackson)

Wie ein feuriger Blitzschlag  fühlt es sich an, als Asher in Remys Leben tritt. Doch sich ihm zu nähern, bedeutet tödliche Gefahr. Funken sprühen, wenn sie sich berühren, und diese machtvolle Energie ist kaum zu bändigen. Aber Remy will nichts mehr riskieren, zu lange hat sie gelitten unter ihrem gewalttätigen Stiefvater und der Feigheit ihrer Mutter, deren Schmerzen sie immer wieder auf sich nahm. Denn Remy verfügt über eine einzigartige Fähigkeit: Sie kann Menschen durch Berührung heilen. Im friedvollen Maine, wo ihr leiblicher Vater mit seiner neuen Familie lebt, will sie endlich ein normales Leben führen. Doch kann sie ihrem Schicksal entrinnen? Kann sie Asher entkommen?

Ich bin von diesem Genre eigentlich ein ganzes Stück abgerückt. Kürzlich dachte ich dann aber, eine kleine Abwechslung zu den ganzen Krimis und Thrillern könnte sicher nicht schaden 😉 Zudem treibt mich immer mal wieder die Frage um, ob es einem Autor nicht doch mal gelingt, etwas Neues in diesem Bereich zu Papier zu bringen.
Soviel sei vorab verraten: Corrine Jackson ist dies nicht gelungen.
Grundsätzlich unterscheidet sich “Touched” nicht nennenswert von seinen Genre-Kollegen. Mit Remy trifft man auch hier auf eine Jugendliche, die sich Hals über Kopf in einen unglaublich gutaussehenden Typen verknallt, nämlich Asher. Der ist allerdings alles andere als menschlich und sieht selbstverständlich eine Gefahr in dieser Liebe. So balzt man eine ganze Zeit lang herum, hält sich immer wieder vor Augen, wie unmöglich das doch ist, nur um es später allen Widerständen zum Trotz doch zu versuchen. Das endet nach einem romantischen Höhenflug in einem Drama, und gegen Ende muss sich zeigen, ob die Liebe reicht um dieses Drama abzuwenden. Davon abgesehen gibt es einige Parallelen speziell zu den “Biss zum…”-Romanen, die recht auffällig sind. Beispielsweise Ashers Familie und ihr Miteinander, aber auch Remy selbst, die seit Kurzem bei ihrem Vater lebt. Oder auch die anderen von Ashers Art, die zwar nicht in ihrer Nähe leben, die aber dennoch eine ständige Bedrohung für Remy darstellen. Da fällt das Ableugnen schwer.
Nun bin ich einer schönen und romantischen Lovestory gelegentlich nicht abgeneigt. Von daher habe ich diese Ähnlichkeiten gut mit einem Grinsen ab und zu verschmerzen können.
Es gibt aber auch ein paar Kleinigkeiten, die “Touched” von den meisten anderen Romantasy-Büchern für Teenies unterscheidet. So ist Remy zwar total in Asher verknallt und bekommt keinen klaren Gedanken auf die Reihe, wenn sie in Ashers Augen schaut, sonst aber ist sie durchaus selbstbewusst und alles andere als auf den Mund gefallen oder feige.
Und: auch sie selber ist übersinnlich begabt! Ebenso fand ich es gut, dass auf Remy noch eine weitere Gefahr lauert, die keinen großen Bezug zu der Übersinnlichkeit hat: ihr brutaler Stiefvater. Das schafft Abstand zur Fantasy.
Was mich dagegen sehr gestört hat ist, wie schwammig Remys und Ashers besonderen Talente bzw ihre Wirkung beschrieben wird. Da ist von mentalen Mauern zur Abwehr die Rede, die bei Bedarf hoch- oder heruntergefahren werden können und von spiralförmigen Energien, aber auch der Vorgang der Heilung ist alles andere als griffig geschildert. Bis zum Schluss hin war mir nie komplett klar, was da genau wie vor sich geht.

Vermutlich hat mich dieses Bemühen zu begreifen, wie Remys und Ashers Fähigkeiten genau wirken, beim Lesen etwas ausgebremst. An sich liest sich “Touched” nämlich ganz gut. Remy erzählt jugendlich locker und oft auch ziemlich flapsig und humorvoll. Das ist unterhaltsam zu lesen, und so dürften Fans des Genres das Buch flott ausgelesen haben. Ich habe für meine Verhältnisse recht lange dafür gebraucht.

“Touched” ist in einen sehr schönen und leicht glänzenden Umschlag eingeschlagen, was mich mit dem wenig aussagekräftigen Standard-Motiv etwas versöhnt hat. Die Kapitelanfänge sind zudem mit einem hübschen, zierlichen Ornament verziert. Ein Lesebändchen gibt es ebenfalls! Optisch also ein schönes Buch.

Fazit:  Auch “Touched” erfindet nicht gerade das Rad der Romantasy neu. Speziell die Ähnlichkeiten zu den “Biss zum…”-Romanen sind sehr auffällig. Als wirklich störend und auch ärgerlich habe ich die unklare Schilderung von Remys und Ashers Talenten empfunden. “Touched” hat aber auch einige kleine positiven Eigenschaften, so dass ich trotz allem ein paar nette Leseabende mit ihm verbracht habe. Genre-Fans dürften jedenfalls Gefallen daran finden.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms!


Titel: Touched – Der Preis der Unsterblichkeit
Autor: Corrine Jackson
Seiten: 416
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201575
Preis: € 16,95 (HC)

Dead Beautiful – Deine Seele in mir (Yvonne Woon)

Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern …

“Dead Beautiful” stand lange bei mir im Regal ohne dass ich mich rangetraut habe. Der wesentliche Grund dafür: es ist halt mal wieder die just ach-so-beliebte Romantasy. Das verrät der Klappentext bereits unmissverständlich. Das Buch hat mich etwas unschlüssig, aber nicht unzufrieden zurück gelassen. Es gibt eine Reihe positive Aspekte, aber auch ein paar negative.
Fangen wir mit den positiven Eindrücken an, die “Dead Beautiful” mir vermittelt hat. Da ist zunächst Renée selber zu nennen, die mir sehr schnell sympathisch wurde. Einfach weil sie -trotzdem sie so für Dante schwärmt- kein albernes, verliebtes Huhn ist, sondern immer bodenständig bleibt und so manche freche Bemerkung auf Lager hat.
Zudem spielt die Geschichte vor einer sehr stimmungsvollen Kulisse. Die sonderbare, aber scheinbar sehr elitäre Schule im altertümlichen Baustil gibt eine prima Szenerie für die Geschichte ab. Hier kann man sich sowohl -verhältnismäßig- normalen Schulunterricht vorstellen, als auch unheimliche Ereignisse. Und die erlebt Renée seit ihrem ersten Tag dort ausgesprochen regelmäßig. Und auch wenn man relativ zügig ahnt, was an dieser Schule und mit einigen Kids dort vor sicht geht, so ist es doch spannend zu verfolgen, wie Renée den Geheimnissen auf die Spur kommt. Und wie sie nach und nach die Umstände des Todes ihrer Eltern begreift. Dieses Rätsel war für mich das spannendste an der Geschichte, da es nicht nur gruselig, sondern auch krimimäßig spannend. Man rätselt beim Lesen einfach immer mit Renée mit.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass ich gegen eine schöne Liebesgeschicht ja eigentlich nichts einzuweden habe. Vorausgesetzt, sie trieft nicht gerade vor Kitsch. Dies hat Yvonne Wood jedenfalls gut vermieden. Renées Schwärmereien und die Szenen zwischen Dante und ihr sind zwar schön und romantisch, aber nicht kitschig. Vielleicht liegt das auch daran, dass man es hier nicht mit den gängigen Vertretern des Genres zu tun hat: den Vampiren und Werwölfen 😉
Soweit alles in bester Ordnung. Aber wie gesagt gibt es auch einige wenige Dinge, die mir an “Dead Beautiful” nicht so gut gefallen haben. Generell gilt das zunächst mal für das Genre, das mir im Buchhandel aktuell einfach zu umfangreich vertreten ist. In diesem Zusammenhang stehen auch die Parallelen zwischen “Dead Beautiful” und Reihen wie “Harry Potter” und “House of Night”, die -wenn man diese Serien kennt- natürlich sofort auffallen. Das dritte Manko -jedenfalls für mich- sind die recht häufigen beschreibenden Passagen. Auch wenn sie natürlich maßeblich dafür sorgen, dass eine Geschichte vorstellbar und greifbar wird, bin ich kein Fan davon, zeilenweise Schilderungen eines Gebäudes, eines Gartens, einer Wiese etc zu lesen. Solche Schilderungen hat “Dead Beautiful” leider auch auf Lager, und gar nicht mal so Wenige.

Dank besagte Beschreibungen habe ich für “Dead Beautiful” mehr Zeit gebraucht als ich für ein Buch dieser Dicke sonst benötige. Wenn ich mich immer mal wieder erwische, wie ich einen Absatz überspringe, bremst das natürlich aus. Ansonsten liest sich das Buch aber recht leicht. Schon etwas anspruchsvoller als man es erwartet, aber doch gut lesbar.
Die Kapitel sind vergleichsweise lang, so dass es bei mir bald zum “Jeden Abend ein Kapitel”-Lese-Rythmus kam.
Ein Lesebändchen gibt es ebenfalls, was ich bei jedem so versehenen Buch wieder gerne mag und nutze.

Ich könnte mir bessere Covermtive vorstellen bzw gibt es in der Geschichte zahlreiche Elemente, die sich auf dem Cover sicher besser gemacht hätten. Mit dem Mädchengesicht verrät das Motiv hier schon so viel über das Genre, dass man auf den Klappentext nicht mehr angewiesen ist.

Fazit:  Trotz besagter Negativ-Punkte hat mich “Dead Beutiful” ein paar Abende gut unterhalten. Schön, dass einem hier mal nicht die so oft verwursteten Vampire und Werwölfe geboten werden, sondern sehr andersartige Wesen. Die Story spielt vor einer schönen Kulisse und ist gleichermaßen spannend wie auch unterhaltsam. Und so bei aller Romantik doch so erfreulich unkitschig!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms.


Titel: Dead Beautiful – Deine Seele in mir
Autor: Yvonne Woon
Seiten: 480
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760386
Preis: € 16,95 (HC)

Ruht das Licht (Maggie Stiefvater, Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann, Johannes Raspe)

Titel: Ruht das Licht / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 377 min, 6 CDs / Buch: Maggie Stiefvater / gelesen von: Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann, Johannes Raspe

Inhalt: Grace und Sam haben endlich zueinander gefunden, doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Sam, für Grace zum Menschen geworden, muss mit ansehen, wie der Wolf in ihr immer stärker wird. Graces Verwandlung zum Werwolf scheint unabwendbar. Cole, der Neue im Wolfsrudel, stellt Sam vor ein weiteres Problem. Durch seine Rücksichtslosigkeit gefährdet er das Rudel und dessen Geheimnis.


Nachdem mir “Nach dem Sommer” ausgesprochen gut gefallen hat, muss ich leider sagen, dass mich diese Fortsetzung sehr enttäuscht hat. Und das liegt nicht daran, dass ich der Romantasy überdrüssig bin. Ich hätte mir im Gegenteil sogar gewünscht, dass es wieder romantisch zugeht, doch davon ist kaum etwas zu spüren. Wo sollte es auch herkommen, denn Sam und Grace haben sich ja bereits. Der Reiz von “kriegen sie sich – kriegen sie sich nicht” ist damit dahin. Was ebenfalls dahin ist, ist jegliche Form von Tempo. Ja, Grace Leiden, Sams Zwiespalt wegen seine Herkunft und seinem neuen Leben als Mensch, und Cole, der Rebell unter den neuen Wölfen…das sind im Ansatz interessante Elemente. Aber auch nicht mehr, wenn sie allesamt nicht in die Pötte kommen. Am ehesten hat mich noch Cole bei Laune gehalten, da mit ihm ein wirklich interessanter und ungewöhnlicher Charakter mitmischt, und so einen kleinen Rebellen kann doch an sich jede Geschichte gebrauchen, oder? Wenigstens die letzten paar Kapitel fahren noch etwas Spannung auf, worauf ich auch sehr gehofft hatte, nachdem ich mich bis dahin wirklich ziemlich durch die Story gequält hatte. Allerdings verheißt das Ende auch noch mindestens einen dritten Teil. Da hoffe ich jetzt einfach mal, dass der wieder schwungvoller und interessanter daher kommt. Eben so wie “Nach dem Sommer”. Wobei zu befürchten ist, dass man genau diesen Part noch mal zu hören bekommt…nur mit umgekehrten Rollen.

Vier Hauptcharaktere, vier Sprecher, und zumindest hier geht nichts in die Binsen. Mit Annina Braunmiller und Max Felder (wer es noch nicht weiß: die Stimmen von Bella und Jacob), und Gabrielle Pietermann und Johannes Raspe (womit nun auch Edward mitmischt) sind Könner am Werk. Sie bringen ihre Charaktere glaubhaft rüber und verstehen es, die Gefühlswelt der vier Jugendlichen deutlich zu machen. Das passt natürlich sehr gut, zumal man der Story einen guten Kitsch-Faktor nicht absprechen kann.

Beim Covermotiv und auch bei der übrigen Aufmachung der Box ist man dem hellen Stil mit dem filigranen Muster und den Schattenriss-Figuren treu geblieben. Mir gefällt das so, wobei ich von der Liebe beim Hören wenig mitbekommen habe, die das Herz wohl symbolisieren soll.

Fazit: Die einzige Würze der Geschichte ist Cole, und das ist bei sechs CDs ganz schlicht zu wenig. Die Story zieht sich trotz guter Ansätze unsäglich.

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