Sabine Städing

Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger (Sabine Städing)

Johnny Sinclair ist nicht wie jeder gewöhnliche Junge, denn er kann mit Geistern reden! Als der 12-Jährige einen der legendären sprechenden Schädel findet, kann er sein Glück kaum fassen. Dumm ist nur, dass ihm der Jahrhunderte alte Schädel haushoch überlegen ist und nicht zögert, es bei jeder Gelegenheit zu beweisen. Dabei hat Johnny zurzeit ganz andere Sorgen. Greyman Castle, die Burg, die er bewohnt, wird von Geistern heimgesucht, und auch in Blacktooth, dem nahegelegenen Dorf, gehen seltsame Dinge vor sich. Als Johnny dank des Schädels ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände fällt, haben die Geister nichts mehr zu lachen. Und für Johnny ist klar: Er will Geisterjäger werden und dem Bösen den Kampf ansagen! Was er nicht ahnt: Seine Gegner haben ihn längst im Visier.

Von Sabine Ständing kenne ich bereits “Magnolia Steel” und “Petronella Apfelmus”. Zwei Reihen, die mir sehr gut gefallen. Als ich dann auf Johnny Sinclair aufmerksam wurde, stand fest, dass ich auch ihn kennenlernen würde. Erst recht, nachdem ich irgendwo gelesen hatte, wie sich die eingefleischten Fans von John Sinclair darüber aufregten, dass man ihren Helden so ins Kindische ziehen würde.
Dabei hat Johnny Sinclair gar nicht viel mit John Sinclair zu tun. Er liebt die Romanhefte, er ist sein Held und Vorbild in Sachen Geisterjägerei und er schreibt ihm sogar eMails, doch das war es auch schon. Da ist nichts dran, was John Sinclair irgendwie herabwürdigt, eher ganz im Gegenteil!
Johnny ist ein liebenswerter Kerl, der einem mit seinem Geisterproblem auf der Burg seiner Familie ganz schön leid tun kann. Er fürchtet sich wirklich vor ihnen und hätte sie nur zu gerne aus dem Haus. Doch nicht einmal sein Kindermädchen, eine waschechte Mambo kann ihm dabei wirklich helfen, ausser mit Tipps und Hausmittelchen, die eher weniger wirkungsvoll sind. Ich habe dieser Frau übrigens bis zum Ende nicht recht über den Weg getraut und immer gefürchtet, selbst sie könnte sich gegen Johnny wenden.
Nach einem schaurigen Erlebnis im Moor findet Johnny dort einen alten Totenschädel voller seltsamer Symbole. Er nimmt ihn mit nach Hause und erlebt dort sein Blaues Wunder als der Schädel sich als Erasmus von Rothenburg vorstellt. Erasmus hat eine ganz schön große Klappe, aber irgendwie raufen Johnny und er sich dann doch zusammen. Kann Erasmus Johnny vielleicht dabei helfen, die Geister im Haus loszuwerden?
Es war lustig zu lesen, wie Johnny quasi bei Erasmus in die Lehre zum Geisterjäger geht. Aber er hat unter seiner Anleitung auch so manches unheimliche Abenteuer durchzustehen, was für Spannung und eine dezente Gänsehaut sorgt. Johnny muss schließlich herausfinden, wieso die Geister eigentlich bei ihm hausen. Nur so kann er einen Plan fassen, wie er sie loswerden kann. Einige Ideen dabei sind schon sehr witzig wie Johnnys Salzwasserpistole, andere sind recht klassisch. So muss zB einem Geistermädchen, das fürchtet, es könne in Vergessenheit geraten, eine Rose zur Erinnerung gepflanzt werden. Diese Mischung aus spaßigen und klassischen Methoden ist gut gelungen und hat mich manchmal schmunzeln lassen, manchmal aber auch einfach gerührt.
Neben den Geistern machen auch einige Klassenkameraden Johnny das Leben schwer und lassen sich immer neue Streiche einfallen um ihn zu ärgern und zu blamieren. Es gibt für Johnny also auch ein ganz normales Leben, was mir gut gefallen hat. Ich mag es, wenn bei phantastischen Geschichten immer auch ein Bezug zur Wirklichkeit gegeben ist. Eine wensentlich sympathischere Klassenkameradin hat mir dagegen richtig gut gefallen. Ich hoffe sehr, man wird im Folgeband noch eine ganze Menge über das Gruftimädchen Millie erfahren. Sie und Johnny wären ein tolles Gespann. Zusammen mit Johnnys bestem Freund Russell natürlich, der zwar oft etwas trottlig wirkt, aber eben einfach ein toller Freund ist, der bei diesem Abenteuer über sich hinaus wächst.
So richtig gruselig ist die Geschichte allerdings nicht. Das Buch wird für junge Leser ab 10 Jahren empfohlen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Alter noch für schlaflose Nächte sorgen wird. Der Gruselfaktor ist absolut kindgerecht und wird vor allem durch Erasmus’ Großmaul sehr gut aufgelockert. Ein wohliges Schaudern dürfte das einzige sein, wozu Johnnys Hausgeister beim Lesen verleiten und ich denke, mehr möchte die Geschichte auch gar nicht erreichen. Spannend geht es aber in jedem Fall zu, und das soll für die Leserschaft diesen Alters auch unbedingt so sein.

Ich habe mir das Buch auf drei Abende aufgeteilt. Ganz bewusst, um mehr davon zu haben. Ansonsten hätte ich es auch in einem Rutsch lesen können. Es liest sich wunderbar leicht. Zahlreiche und oft sehr witzige Dialoge lockern zusätzlich auf und die Kapitel haben genau die richtige Länge. Da kann man schnell mal noch eines mehr lesen als gedacht. Einfallsreiche Titel machen neugierig und kleine Illustrationen gestalten die Seiten und Kapitelanfänge abwechslungsreich und interessant.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Und ja, zugegeben, die Schrift des Titels erinnert nun doch ziemlich an Johnnys großes Vorbild. Ich finde es cool, wie Johnny und sein Ort / die Burg mit dem Totenschädel kombiniert wurden. Als seien die Häuse der Zähne des Schädels. Johnny sieht goldig aus wie er da mit seiner Laterne durch die Düsternis läuft. Genauso habe ich ihn mir beim Lesen vorgestellt. Die Krönung dieses Covers wäre es gewesen, wenn es im Dunkeln geleuchtet hätte. Doch das ist leider nicht der Fall, schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für Band 2?

Fazit:  Mir hat Band 1 von Johnny Sinclair sehr gut gefallen! Eine phantasievolle, spannende und kindgerecht schaurige Geschichte, die neben klassischen Geisterideen auch witzige neue Ideen auf Lager hat. Das macht Spass und ist so auch nie wirklich richtig gruselig. Dafür sorgt schon der vorwitzige Schädel namens Erasmus. Aber auch Johnny ist nicht auf den Mund gefallen. Es hat Spass gemacht, mit ihm und Russell Abenteuer zu erleben und gegen Geister zu kämpfen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Und an alle spaßbefreiten John Sinclair – Fans: geht doch heulen!


Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger
Autor: Sabine Städing
Seiten: 269
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3833904677
Preis: 12,00 (HC)

Magnolia Steel Hexenflüstern (Sabine Städing)

magnolia02Gemeinsam mit ihrer Tante Linette reist Magnolia nach Amerika, zum weltgrößten Kongress für Hexen und Zauberwesen aller Art. Der Flug verlangt besonders Linette einiges ab: Wie viel einfacher ließe es sich, eingezwängt in so einen engen Flugzeugsitz, mit ein bisschen Zauberei aushalten! Aber natürlich ist klar, dass die Hexen inkognito reisen. Während sich Magnolia besonders auf das Jugendprojekt mit dem vielversprechenden Thema »Wo die Liebe hinfällt«, freut, ist Linette in höchst geheimer und gefährlicher Mission in Amerika. Sie soll eine magische Brille in ihren Besitz bringen, die in den falschen Händen eine Katastrophe bedeutet. Gejagt von Gorgonen und mit Hilfe einer Gruppe von Klabautermännern beginnt für Linette, Magnolia und ihre Freunde ein Wettlauf mit der Zeit.

Nachdem mir Band 1 so gut gefallen hatte, war klar, dass ich mich Band 2 keinesfalls entgehen lassen würde.Magnolia und ihre Hexenfreundin Jörna begleiten Tante Linette und Hexenkollegin Runa zum Kongress für Hexen und Zauberwesen nach Salem in den USA. Das ist für die Junghexen natürlich eine aufregende Sache. Vor allem, weil auch den jungen Magiern ein Programm um das Thema “Wo die Liebe hinfällt” geboten wird.
Doch Runa und Linette haben außerdem dein Auftrag erhalten, einen gestohlenen magischen Gegenstand weiderzufinden. Den Beryll, eine magische Brille.
Davon wissen  lange Zeit aber nur die beiden und der Leser. Immer wieder gibt es Abschnitte, in denen es um den Beryll geht und um die Schwierigkeiten, ihn zu finden. Das ist spannend, doch Magnolia und Jörna betrifft es geraume Zeit gar nicht.
Die haben zunächst ihre ganz eigenen Probleme in dem Camp, in dem sie die Zeit beim Kongress verbringen. Dabei geht es ausgesprochen teeniemäßig zu mit Zankereien mit den Zeltmitbewohnern, Waveboardfahren in den Lüften und auch einer zarten Liebesgeschichte zwischen Magnolia und Elf Leander. Auch als Hexenmädchen hat man offenbar die gleichen Sorgen wie nicht magisch begabte Teenager. Wie schön und tröstlich 😉
Ich fand das Campleben der beiden Junghexen jedenfalls genauso spannend wie den Teil um Runa, Linette und den Beryll. Es macht Spass zu lesen, was Magnolia und Jörna erleben, ein paar Hexereien sorgen für hexisches Flair und Dank Kreaturen wie zB den Vampiren, die ebenfalls eingeladen sind, wird es ab und zu auch mal etwas düster.
Die Suche nach der magischen Brille wird für Magnolia erst von Bedeutung als Linette und Runa verschwinden. Nun müssen sie und ihre Freunde sie finden und retten. Von da an kommt mächtig Schwung in die Geschichte und ich habe Magnolia und ihre Freunde oft für ihren Mut bewundert. Überrascht hat es mich, dass die Geschichte in diesem Teil einmal sogar ganz schön gruselig wird. Mir hat die Beschreibung eines bestimmten Hauses jedenfalls eine ordentliche Gänsehaut bereitet.
Abgesehen von diesem Abschnitt geht es aber nicht gruselig zu. Einmal mehr ist Magnolias Welt eine Welt mit einer herrlich bunten Mischung magischer Geschöpfe, die humorvoll und oft äußerst goldig beschrieben wird. Natürlich gibt es Gut und Böse -wie sonst sollte es ein Abenteuer sein?- aber der Spass an der Geschichte steht ganz weit im Vordergrund. Ich bin ja immer speziell verliebt in all diese schönen Details. Linettes Wackelzahn zum Beispiel. Oder die Schneefrau, die im Kühlschrank schläft. Oder auch das Gerücht, das Satyr-Partys die wildesten Partys überhaupt sind. So süß!

Vor lauter Vergnügen hätte ich das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Ich musste mich sehr zusammenreißen, damit ich es länger als einen Abend genießen konnte. Denn es liest sich einfach weg wie nicht. Sabine Städing findet genau die richtigen Worte für ein Buch, das sich ja in erster Linie an jüngere Leserinnen richtet.  Aber ganz klar auch für ältere Fans von solch schöner Fantasy.

Band 2 hat wieder ein wunderschönes Cover bekommen. Ich mag dieses leuchtende Rot. Und vor allem die Scherenschnittfiguren, die einen tollen Kontrast zum Rot bilden. Außerdem sind die Katzen, Eulen und Kürbisse einfach so süß! Mitten drin hat der Beryll seinen Platz gefunden.

Fazit: Auch Magnolias zweites Abenteuer hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Eine spannenden und humorvolle Geschichte vor einer schillernden Fantasywelt! Einfach klasse! Und noch viel süßer jetzt, wo Magnolia außerdem noch mit so tpyischen Teenagerproblemchen zu kämpfen hat 😉

Danke an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Magnolia Steel – Hexenflüstern
Autor: Sabine Städing
Seiten: 304
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3414823533
Preis: 12,99 (HC)

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Anna und die flüsternden Stimmen (Sabine Städing)

Zusammen mit ihrer Familie muss die 15-jährige Anna ausgerechnet in einem Kaff namens Qual Urlaub machen. Wenn der Name mal nicht Programm ist – Doch dann lernt sie den süßen Tjark kennen und da ist Herzklopfen angesagt! Aber auch sonst sind die Ferien alles andere als langweilig: Anna wird nachts von flüsternden Stimmen geweckt und im Gewitter begegnet ihr ein unheimlicher alter Mann, der urplötzlich wieder verschwindet. Kann es sein, dass es in Qual spukt? Tjark erzählt Anna, dass sich merkwürdige Geschichten rund um das Gelände neben dem Ferienhaus ranken, auf dem früher eine Lungenheilanstalt untergebracht war. Ein Arzt namens Hasselreuther hat dort Kinder behandelt, die an Tuberkulose erkrankt waren, und wird seitdem im Ort geradezu verehrt. Doch dann entdeckt Anna, dass es eben jener Dr. Hasselreuther war, der ihr im Gewitter begegnet ist! Anna stellt Nachforschungen an und findet Erstaunliches über den Arzt heraus. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto stärker gerät sie in den Sog eines uralten Fluchs.

Nachdem ich “Magnolia Steel” von Sabine Städing so toll fand, war ich sehr gespannt auf diesen neuen Roman von ihr.
Während “Magnolia Steel” mehr eine Fantasygeschichte war, verbirgt sich zwischen den Deckeln von “Anna und die flüsternden Stimmen” eine romantisch angehauchte Schauergeschichte.
Auch dieses Buch hat es mir wieder sehr leicht gemacht, mich einzufinden. Anna mit ihrer frechen Klappe hatte mir sofort gefallen, und auch ihre Familie mitsamt dem nervigen kleinen Bruder war mir soforty sympathisch. Und ich konnte Anna mit ihren Vorbehalten gegenüber den Ferien in Qual nur zu gut verstehen. An ihrer Stelle wäre ich auch sauer gewesen.
Doch kaum hat Anna sich deshalb beim Leser ausgeschimpft, nimmt die eigentliche Geschichte Anlauf. Zunächst in Gestalt des gutaussehenden Tjark, der Anna ihren Urlaub gleich etwas entspannter sehen lässt. Nach und nach entspinnt sich zwischen ihnen eine wirklich schöne Liebesgeschichte, die aus verschiedenen Gründen niemals im Kitsch versinkt.
Zunächst einmal sind da natürlich die unheimlichen Ereignisse, die Anna schon in der ersten Nacht widerfahren und die bald ungeahnt weitreichende Folgen nach sich ziehen. Dazu muss man schon sagen, dass “Anna und die flüsternden Stimmen” durchaus seine schaurigen bis wirklich gruseligen Szenen hat. Speziell Friedhofsgeist Goedeke Hein hat mir die eine oder andere Gänsehaut beschert. Aber auch andere Elemente steuern ihren schaurigen Teil zur Geschichte bei. Welchen besserne Ort könnte man sich für eine Gruselgeschichte vorstellen als ein altes, verfallenes Klinikgebäude? Wo wäre eine Seance noch stimmungsvoller als nachts in einem Moor? Es gelingt Sabine Städing wirklich ausgezeichnet, die jeweile Atmosphäre heraufzubeschwören, so dass man sofort von diesen Szenen gefangen genommen wird.
Mir hat aber auch allgemein die Atmosphäre von “Anna und die flüsternden Stimmen” prima gefallen. Auch wenn es “nur” die Ostsee ist, an der Anna ihren Urlaub verbringt, die anschaulichen Schilderungen beschwören sofort eine Szenerie mit rauher See herauf. Vielleicht gelingt es dem Buch ja so, junge Leser für einen vermeintlich langweiligen Ostsee-Urlaub zu begeistern 😉
Spannend genug dafür ist es auf jeden Fall und ich habe mich bei manchen Szenen ehrlich gefragt, ob ich in dem Moment so tapfer gewesen wäre wie die beiden, oder ob ich Qual nicht schleunigst verlassen hätte. Zunächst beschränkt sich die Spannung auf die Handlung im Hier und Jetzt, auf Annas und Tjarks Nachforschungen. Doch bald schon führen diese Nachforschungen sie in die Vergangenheit, in die Zeit, als die Klinik noch als solche genutzt wurde. Und so wird es auch in der Vergangenheit spannend, denn natürlich möchte man wissen, was sich damals dort zugetragen hat. Obwohl ich sonst kein Fan von Geschichten bin, die so weit zurück in der Vergangenheit spielen, so hat mir diese Mischung hier prima gefallen.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass “Anna und die flüsternden Stimmen” auch immer mal wieder sehr witzig ist. Anna hat -wie gesagt- eine ziemlich große Klappe, und auch über die Streitereien zwischen ihr und ihren Bruder Joschi habe ich manches Mal herzlich gelacht.

Da Anna selbst die Geschichte erzählt, liest sich das Buch jugendlich locker und zügig weg. Mir hat dieses Teenager-Ton gefallen, der typisch für diese Altergsgruppe ist, und damit wohl auch für die Mehrheit der Leser. Sie werden sich in vielen Aussagen und manchen Sprüchen sicher wiederfinden und so Spass beim Lesen haben und sich in Anna hineinversetzen können. Eine durchweg gleichmäßige und angenehme Kapitellänge lädt zum “häppchenweisen” Lesen ein.

Das Cover mit diesem Blau, den Lichtspielereien und den feinen Ornamenten im Hintergrund gefällt mir ebenfalls. Es hat etwas sehr Märchenhaftes und verspricht eine spannende und phantasievolle Geschichte.

Fazit:  Mir hat “Anna und die flüsternden Stimmen” sehr gefallen. Eine spannende, schaurig-romantische Geschichte mit einer dichten und wunderschönen Atmosphäre, die mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Meine Empfehlung für junge Leserinnen, die solche Geschichten mögen!

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Anna und die flüsternden Stimmen
Autor: Sabine Städing
Seiten: 253
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3414821140
Preis: € 12,99 (HC)

Magnolia Steel – Hexendämmerung (Sabine Städing)

Was tun, wenn man mit dreizehn Jahren urplötzlich erfährt, dass man eine Hexe ist? Magnolia fällt aus allen Wolken, als ihre Tante Linette sie in dieses Familiengeheimnis einweiht. Bisher hatte sie sich immer für ein durchschnittliches Mädchen gehalten. Doch nun gerät ihre Welt plötzlich ins Wanken. Der unheimliche Graf Raptus, ein dunkler Magier, bedroht Rauschwald und trachtet ihr nach dem Leben. Höchste Zeit also, dass Magnolia in das Hexenhandwerk eingeführt wird, denn um den Grafen zu besiegen, wird jede Hexe gebraucht.

Es ist selten, dass ich es wirklich bereue ein Buch nicht gleich nach der “Liebe auf den ersten Blick” zum Cover gelesen zu haben. Bei “Magnolia Steel” bereue ich es aus ganzem Herzen, denn die Geschichte hat mir super gut gefallen. Auch wenn der Klappentext sicher nicht so klingt, als fände man zwischen den Buchdeckeln etwas Neuartiges in Sachen Fantasy vor.
Das stimmt irgendwie sogar, denn ein Teenager, der plötzlich magische Fähigkeiten an sich entdeckt, ist kein Novum. Ebenso wenig, dass es natürlich einen finsteren Widersacher gibt.
Es sind mehr die Details, die “Magnolia Steel” zu einer besonderen und liebenswerten Geschichte machen. Beispielsweise die vielen phantasievoll erdachten Charaktere und magische Gestalten. Mir hat es sehr gefallen, dass Magnolias Tante Linette genau so beschrieben wird wie man sich eine freundliche, aber eben echte Hexe vorstellt. Mit wildem Haar, einem Zahn, der über die Oberlippe ragt und einem Talent für magische und heilende Tränke. Für mich sah sie immer aus wie “Madam Mim” aus “Die Hexe und der Zauberer”. Zudem lebt sie im “Regenfass”, einem krummen und verwinkelten Häuschen mitten im Wald, in das ich am liebsten sofort mit Magnolia eingezogen wäre. Es wird so gemütlich und behaglich beschrieben, dass man sich direkt heimisch fühlt.
Magnolia selber hat mir ebenfalls gefallen. Denn auch wenn sie -blond und zierlich- wie ein typisches Teenagermädchen beschrieben wird, so hat sie doch eine bemerkenswert große Klappe, ist clever und mutig. Das muss sie auch sein, denn Hexe wird man eben nicht von einem Tag auf den anderen. Und man muss sich mit viel Ungewöhnlichem abfinden und mitunter auch anfreunden. Mit Zwergen und Gnomen zum Beispiel, aber auch mit Elfen und anderen Naturgeistern wie dem Geist im Holunderbaum in Tante Linettes Garten.
Das sind zum Teil natürlich Gestalten, die einem in zahlreichen Fantasy-Geschichte begegnen, doch Sabine Städing ist es mit pfiffigen Ideen gelungen ihre magischen Gestalten zu etwas ganz Besonderem und Liebenswertem zu machen. Ihr Ideenreichtum ist wirklich unglaublich, und er lädt auch immer wieder mindestens zum Schmunzeln ein. Ich habe manchmal sogar richtig lachen müssen über die illustre Gesellschaft, in der Magnolia sich unversehens wiederfindet.
So ist es nicht nur spannend, sondern auch äußerst unterhaltsam sie bei ihrer Ausbildung zur Hexe zu begleiten. Und die zeigt sich ebenfalls ausgesprochen “altmodisch”, denn da müssen erstmal die Hexsprüche aus “Das kleine Hexen-Einmaleins” gelernt werden ehe es zur Hexenweihe geht, bei der die junge Hexe Besen und Zauberstab erhält. Die findet natürlich auf dem Blocksberg statt. Wo auch sonst?
Dieses Hineinwürfeln klassischer, altmodisch amutender Ideen in eine Geschichte, die im Heute spielt, hat einen ganz besonderen Reiz.
Aber trotzdem -und auch das gehört für mich zu einer Geschichte um Hexen und Co.- hat diese Geschichte auch ihre unheimlichen und leicht gruseligen Passagen. Meist bleibt es allerdings kindgerecht schauerlich, so dass sich die anvisierte Leserschaft ab 10 Jahren sich auf angenehme Art gruseln kann. Nur Bösewicht Graf Raptus hat es ganz schön in sich. Auch wenn nicht deutlich gesagt wird welche Art Kreatur er ist, so ist es Dank seiner Ernährungsgewohnheiten leicht zu erraten. Bei seinen Szenen ist es vielleicht nicht verkehrt, wenn Eltern zumindest in Rufweite sind 😉

Da die Geschichte voller phantasievoller Ideen steckt und immer wieder auch ausgesprochen witzig ist, liest sie sich leicht und locker weg. Die Kapitel sind weder zu lang, noch zu kurz und eignen sich so sicher auch zum Vorlesen. Mir haben ganz besonders auch die kleinen Zeichnungen bei den Kapitelüberschriften gefallen. Ein Schmetterling, eine Fledermaus, ein niedlicher Rabe oder die super goldige Spinne.

Wie bereits erwähnt: optisch war es bei diesem Buch bei mir Liebe auf den ersten Blick. Das Cover in den verschiedenen Blau- und Violettönen ist einfach wunderschön anzusehen. Am meisten gefällt mir aber, dass ich bei jedem neuen Ansehen wieder ein besonderes Detail entdeckt habe. Beispielsweise die Schuhe der Spinne oder die Laterne, die der Käfer hält. So detailreich wie die Geschichte ist auch das Cover.

Fazit: Mir hat “Magnolia Steel – Hexendämmerung” sehr gut gefallen. Eine wunderschöne und spannende Geschichte, die vor allem durch ihre liebenswerten und oft leicht schrägen Charaktere, sowie zahlreicher phantasievoller Ideen bei mir punkten konnte. Einfach niedlich und witzig. Ich könnte noch ewig weiter schwärmen, doch Magnolias Welt sollte man lieber selber kennenlernen. Soweit ich weiß, ist eine Fortsetzung geplant, worüber ich mich mächtig freue.

Danke an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Magnolia Steel – Hexendämmerung
Autor: Sabine Städing
Seiten: 336
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3414823267
Preis: 12,99 (HC)

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