Sabotage

Die drei ??? Kis (39) – Der verrückte Erfinder

Titel:  Die drei ??? Kis (39) – Der verrückte Erfinder / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Bert Stevens, David Wittmann, Johannes Steck ua

ddfkids39Titel: Peter konnte kaum glauben, was er erblickte. Der Professor spinnt. Das Ding fliegt niemals. Doch Justus setzte sich einen Helm auf und atmete tief durch. Wer weiß. Einen Versuch wäre es wert. Alles einsteigen bitte! In Rocky Beach findet ein Erfinderwettbewerb statt, doch vieles läuft schief und es riecht nach Sabotage. Die drei ??? Kids bieten einem leicht verrückten Professor ihre Hilfe an und stecken bald mitten in einem spannenden Fall.


Der neue Fall für die drei jungen Detektive kommt ihnen wortwörtlich auf den Hof gerollt. In Gestalt eines seltsamen blau qualmenden Fahrzeugs, dem ein Mann entsteigt. Seines Zeichens Erfinder. Der muss natürlich in einer Geschichte für Kinder dem Klischee entsprechen und ziemlich verwirrt sein, denn das sorgt für Spass. So ist es auch hier. Der Herr Erfinder hat eine amüsante Art zu reden, macht aber sonst einen ganz sympathischen Eindruck. Die drei Freunde dürfen ihn auf die Erfindermesse begleiten und dort beginnt ihr Fall dann so richtig.
Genau wie den etwas trotteligen Erfinder braucht solch eine Geschichte natürlich auch eine tolle Erfindung. Möglichst eine, die ein tolles Abenteuer verspricht und ordentlich scheppert und dampft. Eine solche Erfindung -das verrät bereits das Cover- kommt auch in hier vor. Und ja, ich muss zugeben, dass ich sie auch sehr gerne mal benutzen wird. Das klingt sehr viel Spass! Weitere verrückte Erfindungen werden auf der Messe präsentiert. Auch sie sind zwar -realistisch gesehen- ziemlicher Quatsch, aber die Vorstellung ist doch ganz amüsant.
Anonsten ist der Fall spannend wie man es von dieser Reihe gewohnt ist. Heißt, dass einen ein am Verbrechten beteiligter quasi anspringt. Andere widerum sind nicht so leicht zu erahnen, was für eine Überraschung am Ende sorgt. Ganz ehrlich, mit einer Sache hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Schön, so etwas in einem Kinderhörspiel anzutreffen. Da werden die jungen Hörer wohl ziemlich verblüfft dreinschauen.

Als schusseliger Professor Lindford ist Bert Stevends zu hören. Er gibt dieser Figur eine angenehme Stimme mit schräger Sprechweise, vermittelt einem aber so doch ein ganz liebenswertes Bild vom Professor. Gefreut habe ich mich, hier Klaus Dieter Klebsch anzutreffen. Er gehört zu meinen Lieblingssprechern. Den Direktor hier spricht er mit angemessener Würde. Die drei Hauptsprecher sind gut dabei wie eigentlich immer. Hier und da könnte es zwar noch etwas lockerer zugehen, doch das fällt kaum ins Gewicht.

Musikalisch wird ebenfalls genau das geboten, was man von dieser Reihe erwartet. Erwähnenswert sind hier allenfalls die Geräusche von gewissen Erfindungen. Sie sind schön in Szene gesetzt und klappern und pfeifen und stampfen vorschriftsmäßig. Alleine den Geräuschen nach zu urteilen, möchte man sie eigentlich nicht so bald ausprobieren.

Das Covermotiv zeigt die drei Detektive auf dem Höhepunnt ihres Abenteuers. Sehr vertrauenserweckend sieht das Gefährt nicht gerade aus, aber die Jungs tragen zum Glück Helme. Da kann nicht so viel passieren.

Fazit: Ein angemessen verrücktes Abenteuer um einen Erfinder und seine neueste Erfindung. Ziemlich phantastisch, aber das bietet sich bei Erfinder-Storys halt auch an. Gerade, wenn sie für Kinder sind. Am Ende gibt es nicht nur eine echte Überraschung, sondern auch die Erklärung, wie die Freunde zu ihrem Wohnwagen kamen. Eine schöne Idee!

Die da kommen (Liz Jensen)

diedakommenEin siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben.
Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist? Sind »sie« die treibende Kraft hinter den dramatischen Ereignissen?

Dieses Buch klang vom Klappentext her genau nach meinem Geschmack. Nach einem herrlich blutigen Thriller eben.
Womit ich mich leider ziemlich getäuscht habe.
Zunächst jedenfalls, dafür aber richtig. Denn erstmal stehen die Morde durch Kinder gar nicht so sehr im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um Sabotage in verschiedenen Firmen, denen Troubleshooter Hesketh nachgehen soll. Und mit Themen wie Sabotage, Firmenpolitik etc kann man mich wunderbar jagen. Sowas finde ich schlicht langweilig und entsprechend war ich schnell drauf und dran “Die da kommen” abzubrechen.
Hesketh hat es mir auch nicht leichter gemacht so mathematisch-vernünftig und ohne jegliche Gefühlsregung wie er ist. An solche Charaktere komme ich nicht ran, geschweige denn dass ich mich in sie einfühlen und mit ihnen fiebern könnte. Heskeths sonderbare Angewohnheit in Stresssituationen im Geiste Origamifiguren zu falten war mir ebenfalls ziemlich suspekt.
Erst als deutlich wird, wie sehr er an Freddy, dem Sohn seiner Ex, hängt, habe ich mich etwas mit ihm angefreundet. Endlich mal so etwas wie eine Gefühlsregung!
Gleichzeitig wurden aber auch die Morde wichtiger und es gab endlich die erwarteten grausigen Szenen, die ich mir vor dem Lesen erhofft hatte. Besonders brisant wird es als das grausige Verhalten der Kinder auch auf Freddy abfärbt.  Ich habe förnlich gewartet, dass es bei ihm ausartet. Und ich habe es bewundert, wie abgeklärt Hesketh damit umgeht.
Nach diesem wirklich spannenden und thrillermäßig blutigen Mittelteil ging es dann für mein Empfinden wieder bergab mit der Geschichte.
Eine ins Chaos gestoßene Welt, Menschen am Existenzminimum, die nahe an einem Leben sind, das sie quasi um Jahhrunderte zurückwerfen würde…nein, bitte nicht schon wieder und nun auch noch in Büchern für Erwachsene! Ein solcher Verlauf mag in so einer Situation wie hier beschrieben wahrscheinlich sein, aber man trifft das büchermäßig eh gerade an jeder Ecke an! Da war ich nahe dran, einfach abzuschalten.
Das Ende selber hat mich dann wieder etwas versöhnt. Es ist überraschend tiefgründig und hat mich erstaunt. Das hatte ich nicht erwartet. Vor allem deshalb nicht, weil man zuvor in ganz andere Richtungen gedacht hat bei der Frage, was mit den Kindern los ist.

Das Buch liest sich weg wie nichts. Da muss man Heskeths abgeklärter Denkweise wohl mal dankbar sein. Denn dementsprechend ist es klar und direkt geschrieben. Keine komplizierten Sätze, keine großartige Tiefgründigkeit, die gefühlduselige Worte in Massen bräuchte, und auch keine Ausschmückungen. Immer direkt auf den Punkt. Da flogen die Seiten nur so dahin.

Ein tolles Cover, anders kann ich es nicht sagen! Ausgerechnet ein Kind mit solch einem Messer, das ist schon eine herbe Mischung. Aber sie wirkt und hat zumindest mir große Hoffnung auf das Buch gemacht.

Fazit:  Für mich ein ziemliches Auf und Ab. Und nicht das, was ich mir versprochen hatte. Die Grundidee ist aber gut und wird auf angemessen drastische Art veranschaulicht. Wer also blutige Thriller mag, mit dem Thema “Sabotage” klarkommt und das Ende der zivilisierten Menschheit noch nicht leid ist, schnell zugreifen!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Produktesterprogramms!


Titel:  Die da kommen
Autor: Liz Jensen
Seiten:  320
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423249607
Preis:  € 14,90 (broschiert)

Mord in Serie (09) – Fair Play

Titel: Mord in Serie (09) – Fair Play / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Bettina Weiß, Till Hagen, Dietmar Wunder, Anja Stadlober, Pat Murphy, Dennis Schmidt-Foß

mis09Inhalt: Beim Großen Preis von Baden-Württemberg kommt es zur schrecklichen Katastrophe. Während des Qualifyings verunglückt die Rennfahrerhoffnung Cristóbal Fernando tödlich – vor unzähligen Zuschauern und laufenden Fernsehkameras. Die offizielle Presseerklärung spricht von einem Fahrerfehler, doch ist das tatsächlich die ganze Wahrheit? Der Bruder des Toten und die sensationshungrige Reporterin Maya Sievers gehen der Sache auf den Grund, denn sie vermuten einen internationalen Komplott. Unterdessen plant ein irrer Bombenleger bereits sein feuriges Finale.


Als ich diesen Artikel vorbereitet habe, habe ich tatsächlich gestutzt. Bereits die neunte Folge! Schön, wenn eine Reihe so verlässlich fortgesetzt wird. Mit dieser Folge geht es auf die Rennstrecke. Dass jeder Sport, der eine Popularität erreicht hat wie zB Motorsport, letztlich auch schlichtweg ein Geschäft ist, das dürfte inzwischen wohl jeder wissen. Deshalb halte ich die Story hier um dubiose Geschäfte hinter den Kulissen für gar nicht so weit hergeholt. Erschreckend eigentlich. Als sonderlich komplex habe ich die Story jetzt nicht empfunden, was mir aber auch entgegengekommen ist. Ich brauche kein Verwirrspiel. Ich mag solche geradlinig erzählten Geschichten viel lieber. Ihnen folgt man leichter und vergnügter. Außerdem heißt das ja nicht, dass es deshalb keine Wendungen geben kann. “Fair Play” hat gleich mehrere davon in petto und bei der einen oder anderen habe ich tatsächlich gestaunt, weil ich das so nicht erwartet hatte. Und dass nach der Aufzählung der Sprecher noch ein Track kommt, der die Story nochmal in ein anderes Licht rückt, das kennt man von dieser Serie ja schon.

Bettina Weiß als Reporterin Maya Sievers hat mir sehr gut gefallen. Einfach, weil sie Maya zwar energisch und selbstbewusst klingen lässt, dabei aber nicht übertreibt. Till Hagen gibt einen coolen Henry Blankenburg. Ihm habe ich sowohl seine Liebe zu seiner Verlobten Rebekka abgenommen, als auch ein paar Minuten später den Geschäftsmann.  Anja Stadlober klingt als Rebekka sanft und nett und erfreulicherweise kein Stück nach Boxenluder. Und wenn schon eine Person mitspielt, die mit Akzent spricht, dann nehme man dafür bitte auch einen Sprecher, dem man den Akzent abnimmt. So wie hier bei Aaron Cedric geschehen, der von Pat Murphy gesprochen wird.

Der Untermalung ist zu jeder Zeit das Tempo auf der Rennstrecke anzuhören ist. Rhythmisch, schnell und mitreißend. Mir hat besonders gefallen, dass immer mal wieder das Geräusch eines vorbeirasenden Rennwagens in den Soundtrack eingebunden wurde. Das sorgt nochmal zusätzlich für Rennstreckenatmosphäre. Diese Folge bringt außerdem gleich zwei Bonus-songs mit, die dieses Mal von Vision Talk stammen.

Eine Zielflagge und ein Reifen umrahmt von Flammen, das steht einem Hörspiel in der Motorsportszene. Gerade Fans dieser Sportarten werden sich davon angesprochen fühlen. Aber auch alle anderen Fans der Reihe können unbesorgt zugreifen.

Fazit:  Eine schön geradlinige Geschichte, die trotzdem die eine oder andere Wendung in petto hat, die zu überraschen weiß. Mir hat besonders gefallen, dass hier wirklich Rennstreckenstmosphäre aufkommt und die Idee hinter der Story nicht an den Haaren herbeigezogen ist.

Benjamin Blümchen (118) – …auf der Baustelle

Titel: Benjamin Blümchen (118) – …auf der Baustelle / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca.45 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Marie Bierstedt, Katja Primel, Till Hagen, Helmut Krauss u.a.

Inhalt: Als Benjamin, Otto und Stella in der Gelateria Stellini sitzen, tropft es durch die Decke. Das Gebäude ist so marode, dass der Bürgermeister es wegen Baufälligkeit schließt. Die Eisdiele muss renoviert werden oder der Altstädter Eismacher Paul Protz bekommt sie. Klar, dass Benjamin und seine Freunde die Bauarbeiten übernehmen!


Wenn man so will, dann hat man mit dieser Folge seit Langem mal wieder eine Berufe-Folge im Player. Darüber habe ich mich schon gefreut, ohne sie überhaupt gehört zu haben. Und selbst nach dem Hören bin ich mit der Geschichte ganz zufrieden. Sicher, sie klingt wie die anderen hohen Folgen deutlich danach, dass sie auf Kinder ab 3 Jahren ausgelegt ist, aber sonst unterscheidet sie sich nicht sonderlich von früheren Berufe-Folgen. Man lernt einiges über die Arbeit auf einer Baustelle wie beispielsweise die Materialien und ihre Handhabung. Etwas Spannung ist auch dabei, denn jemand scheint die Arbeit in der Eisdiele zu sabotieren. Und zuletzt gibt es hier und da auch ein paar Szenen bzw Aussprüche, die einen grinsen lassen. So hat es mich zum Beispiel überrascht, dass es einen Dialog gibt, der an eine andere Kinderhörspielserie von Europa erinnert. Und lachen musste ich bei der kleinen “Hommage” an Tine Wittler. Schön, mal wieder einen Spruch zu hören, der eher den älteren Hörern Vergnügen bereitet, als der angepeilten Altersgruppe.

Die Hauptsprecher sind wie gewohnt gut in Form und mit hörbarem Spass dabei. Mich stört es zwar immer noch, dass z.B. Till Hagen alias Wärter Karl nun auch so langsam und betont spricht, wie Jürgen Kluckert, Katja Primel und Marie Bierstedt, aber das muss man wohl in Kauf nehmen. Als Eis-Protz ist Hermut Krauss zu hören, der es gut hinbekommt, diesen Charakter nicht allzu unsympathisch klingen zu lassen.

Musik im eigentlichen Sinne gibt es außer dem Titellied wie üblich nicht zu hören. Dafür wird gesungen. “Wer will fleißige Handwerker sehen…?” Ein passendes Lied für diese Folge, das den jungen Hörer gefallen dürfte. Natürlich etwas umgetextet auf die Handwerker auf der Eisdielen-Baustelle. Die Geräuschkulisse hat mich verblüfft, denn die fällt ungewohnt ausgefeilt aus. Es sind tatsächlich Straßengeräusche im Hintergrund zu hören und auch auf der Baustelle gibt es nebenher einiges zu hören. Sehr schön!

Ein schönes buntes und detailreiches Covermotiv rundet den guten Eindruck schließlich ab, den die Folge hinterlassen hat.  Da ist Bewegung drin und ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder die Baustellenszene mögen.

Fazit: Endlich mal wieder eine Berufefolge. Noch dazu eine, die sich gut hören lassen kann. Interessant, kindgerecht spannend und für alle Altersklassen auch ganz witzig.

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