Sachsen

August der Starke – Der sächsische Sonnenkönig

Titel: August der Starke – Der sächsische Sonnenkönig / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 95 min / Sprecher: Gunther Emmerlich, Ines Deinert, Johannes Steck ua

Inhalt: August der Starke (1670 bis 1733) liebte die Macht, die Frauen und rauschende Feste. Er gilt als einer der schillerndsten Monarchen seiner Zeit. Ihm ist es zu verdanken, dass Dresden zu einer prunkvollen Barockmetropole wurde. Seine Lebensgeschichte liegt nun erstmals in einer spannenden Hörbuch-Dokumentation vor.


Nach dem sächsischen “Robin Hood” nimmt sich die Reihe nun August, den Starken vor und vermittelt interessierten Hörern Wissenswertes über diese historische Person. Ich bin noch immer der Auffassung, dass diese Serie eher etwas für ältere interessierte Hörer ist. Weite Teile enthalten so viele Fakten, dass es mich durchaus an Geschichtsunterricht erinnert hat. Damit dürfte man die junge Hörerschaft eher weniger begeistern können, und auch ich -jemand der mit Geschichte nichts groß am Hut hat- würde wohl nach kurzem Hören abwinken, wenn diese informativen Passagen nicht so lebendig und hörspielartig dargeboten würden. Zwei “Erzähler” wechseln sich ab, das alleine hält die Sache schon abwechslungsreich. Zudem sind immer wieder gespielte Szenen zu hören, die zusätzlich auflockern. So bleiben die erwähnten Personen so nicht so distanziert wie sie einem beim Lernen erscheinen, sondern werden als Menschen vorstell- und greifbar. Auch das macht es mir leichter, diesen zwei CDs zu lauschen. Neben historischen Kapiteln, geht es gelegentlich auch zB ins Dresden von heute. Dabei wird deutlich, welche Auswirkungen der Ereignisse um 1600 herum man dort noch heute finden kann. Diese Abschnitte waren für mich am interessantesten.

Weite Teile des Wissensfeatures werden von Gunther Emmerlich erzählt, der mit seiner tiefen und warmen Stimme den Geschichtsunterricht-Eindruck noch mal ein Stück weit ausbremst. Ihm kann man gut lauschen. Gleiches gilt für Erzählerin Ines Deinert, die besagte Passagen erzählt, die mit Fakten gespickt sind. Sie stellt schon einen Kontrast zu Emmerlichs Part dar, erzählt aber ganz lebendig, so dass es auch nicht allzu schwer fällt, ihr zuzuhören. Ihre Abschnitte sind außerdem auch meist recht kurz.

Wie auch bei “Robin Hood” hat mich die Musik- und Geräuschkulisse wohl am meisten beeindruckt. Imposante Musikstücke, sehr zeitgenössisch angehaucht, lassen die Atmosphäre des 16. Jahrhundert mit Leichtigkeit aufkommen. Das ist schon filmreif zu nennen, was man hier zu hören bekommt. Für die Geräusche gilt dies ebenso, auch sie sorgen dafür, dass sich das Kino im Kopf schnell einschaltet.

Das Boklet umfasst stattliche 24 Seiten und beeinhaltet neben informativen Texten vor allem zahlreiche Bilder und Zeichnungen von August, dem Starken, Schlössern und diversen Damen aus Augusts Umfeld. Da macht das Blättern Spass.

Fazit: Für junge Hörer in meinen Augen immer noch zu sehr Geschichtsunterricht. Für ältere Hörer, die sich für August, den Starken interessieren, aber ein rundum gelungenes Wissensfeature.

Karl Stülpner – Robin Hood der sächsischen Wälder

Titel: Karl Stülpner – Robin Hood der sächsischen Wälder / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Klaus Dieter Klebsch u.a.

Inhalt: Karl Stülpner (1762 bis 1841) ist für die Sachsen das, was Störtebecker für die Norddeutschen ist: ein Volksheld, dessen Geschichte von Generation zu Generation weitererzählt wurde. Als Wilderer brach er die Gesetze der Feudalherren. So wurde er vom Jäger zum Gejagten und zum Unterstützer der einfachen Menschen in den Kammwäldern des Erzgebirges. Deshalb nannte man ihn auch den Robin Hood der sächsischen Wälder . Sein abenteuerliches Leben liegt hiermit erstmals in einer spannenden Hörbuch-Dokumentation vor.


CD-Player frei für eine neue Hörbuch-Reihe, die den (jungen) Hörern auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln möchte. Beispielsweise über historische Personen. Historische Personen wie Karl Stülpner, von dem ich -das sei fairerweise gesagt- bis heute noch nie etwas gehört hatte. Und der Dank meiner Abneigung Historischem gegenüber auch nicht gerade oben auf meiner Möchte-ich-kennenlernen-Liste stand. Jetzt habe ich ihn mit diesem Hörbuch aber doch kennengelernt und ich muss sagen, es war eigentlich gar nicht so unintressant. Das Hörbuch bedient sich Methoden wie man sie bei Edutainment-Produktionen oft antrifft, und die in meinen Augen auch am besten funktionieren. Das Leben Karl Stülpners wird von seiner Geburt an begleitet. Mal bekommt man als Hörer Episoden erzählt, dann wieder gibt es hörspielartige Passagen zu hören, die einem Ereignisse quasi vorspielen. Das ist abwechslungsreich und interessant und hält auch über eine recht lange Spielzeit ganz gut bei Laune. Hier war es mir streckenweise aber dann doch zu viel “Jahreszahlen-Kunde” und ich habe so meine Bedenken, dass die angepeilte Altersgruppe ab 8 Jahren daran ihren Spass haben wird. Daher würde ich dieses Hörbuch eher der erwachsenen Hörerschaft ans Herz legen.

Es wirken mehrere Sprecher bei diesem Hörbuch mit, spzielle eben in der erwähnten hörspielartigen Szenen. Namentlich erwähnt wird aber nur Klaus Dieter Klebsch als Hauptsprecher. Damit hatte “Karl Stülpner” bei mir gleich zwei Steine im Brett, denn Klaus Dieter Klebsch gehört zu meinen Lieblingssprechern. Ich mag seine warme und dunkle Stimme, die trotz aller Ruhe darin mit Leichtigkeit für Atmosphäre sorgt und die Stimmungen der Szenen aufgreift. Der zweite Stein ist, dass mir mit ihm die Angst genommen wurde, ein “sächselndes Hörbuch” anhören zu müssen…;)

Was Musik und Effekte anbetrifft war ich von “Karl Stülpner” sehr überrascht, da kann man nur sagen: wow! Imposante und ausgefeilte Musikstücke begleiten die Erzählungen und gespielten Szenen und sorgen so für Atmosphäre. Eine Vielzahl an Geräuschen macht das Gehörte anschaulich. Mir gefällt außerdem der Klang der Interview-Passagen, der sich immer vom übrigen Hörbuch unterscheidet. Das macht es für mich ein Stück weit noch authentischer.

Karl Stülpner mit Flinte und ganz in waidmännischem Grün steht beim Covermtiv im Vordergrund. Dahinter farblich abgestimmt die Gegend, in der er sein (Un)wesen trieb. Das Booklet fällt sehr umfangreich aus. Es zeigt noch mal einzelne “Stationen” Stülpners auf, präsentiert aber auch Fotos von Orten, bei denen man bei Interesse auch heute noch auf seinen Spuren wandern kann. Alle sehr schön und detailreich aufgemacht, da macht das Durchblättern Spass.

Fazit: Stülpner-Fans oder solche, die es nun unbedingt werden möchten, machen mit diesem Hörbuch nichts falsch. Ich bleibe allerdings dabei, dass ich es eher in Händen erwachsener Hörer sehe. Einfach weil es relativ viele erzählende Passagen gibt, die mit Jahreszahlen nicht eben sparsam umgehen.

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