Schach

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (36) – Remis in 10 Zügen

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (36) – Remis in 10 Zügen / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Reent Reins, Jürgen Thormann, Lutz Harder, Peter Groeger ua

Inhalt: Aus der Royal Gallery im Palace of Westminster wird der Sovereign´s Orb gestohlen. Es handelt sich um eine mit Edelsteinen besetzte, goldene Hohlkugel, die einen zentralen Bestandteil der britischen Krönungsinsignien darstellt. Einer der Wachleute scheint verdächtig. Hat der Mann etwas mit dem Diebstahl zu tun? Sherlock Holmes ist Besucher eines Schachwettkampfes im Palace of Westminster und übernimmt die Ermittlungen.


Begeisterte Schachspieler mögen mir die folgenden Zeilen verzeihen, aber ich habe für Schach gar nichts übrig. Ich würde es gerne können, aber es war mir immer zu kompliziert, sodass ich die Lust verloren habe. Schachmeisterschaften zB im TV finde ich gähnend langweilig.
Daher ist es vielleicht nachvollziehbar, dass ich dieser Folge zunächst skeptisch gegenüberstand. Es gibt tatsächlich -vor allem zum Ende hin- auch Szenen, die ich entsprechend öde fand, aber zum Glück machen sie nur einen sehr kleinen Teil des neuen Falles aus.
Der wirkt erstmal auch gar nicht so komplex. Man traut es Holmes schließlich inzwischen ohne Probleme zu, einen Diebstahl aufzuklären. Selbst bei den kostbarsten Kostbarkeiten und entsprechender Tücke der Täter. Doch dieser Fall entwickelt sich stetig weiter. Es gibt immer mal wieder Momente, an denen man denkt, die Sache sei nunmehr aufgeklärt. Doch dann taucht doch wieder eine neue Frage auf, die es zu klären gilt. Somit täuscht der erste Eindruck und der Fall hat durchaus überraschende Wendungen zu bieten und ist demnach komplexer als gedacht.
Das hält einen beim Hören mit Leichtigkeit bei Laune. Es macht einmal mehr Spaß, Holmes (und natürlich Watson) bei seinen Nachforschungen zu begleiten und sein Kombinationstalent zu bewundern.
Wie üblich ist auch eine Spur feinsinniger Humor mit dabei, der vor allem in den Dialogen liegt. Ohne ihn kann ich mir eine Folge dieser Reihe gar nicht vorstellen und er ist einer der Hauptgründe, wieso dieser Holmes mein Lieblings-Holmes ist.

Es ist ein seltsames Gefühl, Christian Rode und Peter Groeger zu hören, wo man doch weiß, dass sie leider bereits verstorben sind. Sie passen so wunderbar zusammen und ergänzen sich zu einem unterhaltsamen und sympathischen Ermittlerduo, dem ich gerne folge. Ich hoffe wirklich, es gibt noch ein paar Folgen mehr, die bei der Romantruhe bereits „auf Halde“ liegen, sodass die beiden uns noch etwas erhalten bleiben. Jürgen Thormanns markante Stimme passt einwandfrei zu Greenhill und ein ständiger leichter Unterton sorgt dafür, dass man dem Schachspieler irgendwie nicht trauen will…

Stimmige Musikstücke sorgen in den Szenen für die nötige Atmosphäre. Wie gewohnt sehr dezent, aber doch wirkungsvoll.

Das Cover verrät bereits einiges über die Geschichte, aber doch nicht so viel, dass direkt alles verraten wäre. Stattdessen fragt man sich, was es mti Holmes am Schachbrett auf sich hat. Und natürlich auch, mit dem Ring.

Fazit:  Dieser Fall lässt sich vergleichsweise harmlos an. Eine sonderlich komplexe Handlung erwartet man eingangs nicht. Doch die Sache entwickelt sich. Kaum wirkt der Fall aufgeklärt, tut sich die nächste Frage auf. Das überrascht und hält bei Laune.

Die drei ??? (169) – Die Spur des Spielers

Titel: Die drei ??? (169) – Die Spur des Spielers / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 82 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Karin Lieneweg, Wolf Frass, Astrid Kollex ua

ddf169Inhalt: Bei einer Versteigerung auf dem Schrottplatz von Onkel Titus kommt ein scheinbar wertloses Schachspiel für eine ungeheure Summe unter den Hammer. Kurze Zeit später wird das Spiel gestohlen – ein neuer Fall für die drei ???! Welches Geheimnis birgt das Spiel? Wem hat es gehört? Die Zeit drängt, denn Justus, Peter und Bob sind nicht die Einzigen, die das Rätsel lösen wollen. Und nicht jede Figur in diesem Spiel ist das, was sie zu sein scheint.


Ich bin jetzt nicht der Schach-Fan (genau genommen habe ich von diesem Spiel gar keine Ahnung), aber ein Schachbrett und / oder Schachspieler als Grundstein für einen ???-Fall fand ich erstmal nicht schlecht. Besser als irgendwelche vermeintlichen Ungeheuer! Deshalb gefiel mir die Folge anfangs auch noch ganz gut. Als bei einer Versteigerung auf dem Schrottplatz ein Schachspiel für einen horrenden Preis verkauft wird, ruft das die drei Detektive natürlich sofort auf den Plan und sie nehmen die Ermittlungen auf. Die kommen hier erfreulicherweise ganz ohne sonderbare Rätseltexte aus. Stattdessen wird in verschiedene Richtungen nachgeforscht bis sich erste Erkenntnisse ergeben. Das habe ich als ganz spannend und interessant empfunden und ich war neugierig, wie sich die Story weiterentwickeln würde.
Leider ist der schöne schlüssige und geradlinige Verlauf ab Kapitel 9 beim Teufel. Plötzlich ist niemand mehr der, der er bis dahin war. Und dafür hatte ich mich so angestrengt, die bis dahin aufgetauchten Figuren auf dem Schirm zu haben? Nun ist es an sich kein Drama, wenn sich in einem Krimi plötzlich das Blatt total wendet, aber hier fällt das so krude aus, dass ich die Folge keine Ahnung wie oft hören musste, ehe ich durchgestiegen war.
Hinzu kam noch, dass die Geschichte das Thema um den Kalten Krieg aufwärmt. Mich kann man mit sowas ja meilenweit jagen, aber letztlich ist das wenigstens Geschmackssache. Dieses inhaltlich chaotische Hin und Her dagegen ist klar keine Geschmackssache. Und bitte: eine schreiende Ninja-Kämpferin? Bei diesem „aaayyyaaa“ (oder so) dachte ich kurz, ich bin irgendwie bei den Turtles gelandet. Das ist nicht witzig, das ist albern!

In der Rolle des Sam Chiccarelli: Astrid Kollex! Ich habe lange an einen Fehler im Booklet geglaubt. Aber nein, es ist keiner. Allerdings übertreibt es Astrid Kollex für meinen Geschmack einige Male in Sachen Coolness, Geheimniskrämerei und Abgebrühtheit. Bishop Blake wird im Verlauf der Geschichte als alter Mann mit Gehstock beschrieben. Bis dahin hätte ich das nie vermutet, denn Wolf Frass klingt keineswegs so alt. Da hatte ich durchaus noch einen recht dynamischen Mann mittleren Alter vor mir gesehen, so lebendig lässt er Blake klingen. Dagegen passt Monika Werners überdrehte und leicht hysterische Darbietung der Mrs. Kretschmar umso besser zum Bild, das einem von dieser Figur vermittelt wird.

Musikalisch bin ich mit der Folge sehr zufrieden. Endlich mal keine Konservenklänge, sondern schöne und stimmungsvolle Stücke, die das Flair eines spannenden Kriminalfalles aufkommen lassen. Das wirkt angenehm klassischt, statt einfallslos auf modern getrimmt.

Auf dem Cover ist passenderweise ein Schachbrett zu sehen. Schön schattig und geheimnisvoll in Szene gesetzt. Eine Abwechslung zu den sonst oft Aufmerksamkeit heischenden Motiven, aber nicht minder wirkungsvoll.

Fazit: Der Start mit der Folge gefiel mir und ich war bis zu einem bestimmten Punkt guter Dinge und bei der Sache. Doch dann entwickelte die Geschichte sich zu einem Verwirrspiel, was mich enttäuscht und total rausgerissen hat. Und ob man das Thema „Kalter Krieg“ in einer ???-Folge so breitwalzen muss, lasse ich auch mal dahingestellt.

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