Schauspieler

Gespenster Krimi (04) – Der Präparator

Titel: Gespenster Krimi (04) – Der Präparator / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Bodo Wolf, Tanja Dohse, Uschi Hugo, Till Hagen ua

gespkrimi04Inhalt: Das Jagdschloss im tiefen Wald birgt ein dunkles Geheimnis. Eine Gruppe erfolgloser Schauspieler hofft dort bei einem Casting-Wochenende auf ihre zweite Chance. Doch der Tod schleicht bereits durch das Gemäuer, beobachtet sie, wartet auf seine Chance. Keiner hört die Todesschreie. Ihr Henker wartet bereits. Er ist … der Präparator!


Dass diese Besprechung so lange auf sich hat warten lassen, hat private Gründe. Doch auch ohne diese Gründe hätte ich mir damit mehr Zeit gelassen als sonst. Nach den ersten 15 Minuten hätte ich nämlich schon lospoltern können und der Rest der Geschichte war erstmal unten durch. Manchmal braucht es eben doch mehrere Anläufe um alle Elemente im Blick zu haben bzw ihnen einen oder mehrere weitere Blicke zu gönnen.
Fangen wir mit dem Positiven an, denn insgesamt überwiegt es doch. Zunächst gefällt mir der Schauplatz wirklich gut. Das alte Jagdschloss ist schon schön schaurig, dazu noch mitten im Wald. Hinzu kommt noch, dass es bereits im Prolog hoch her und blutig zugeht. Und dass es bis zu den ersten seltsamen Vorfällen nicht lange dauert. Als dann erstmal heraus ist, was bzw wer das sein Unwesen treibt, geht es so richtig zur Sache. Ganz nach meinem Geschmack: brutal, blutig, splattermäßig. Als Hörer bleibt einem da kaum ein Moment, um einmal tief durchzuatmen. Man fiebert ständig mit den Charakteren mit und bangt mit ihnen. Um den einen mehr, um den anderen weniger 😉 Bis man am Ende wieder dort anlangt, wo man im Prolog begonnen hat.
Nun aber auch zu den zwei Punkten, die mich eingangs so gestört haben. Erstens: was soll das, dass neuerdings in so vielen Hörspielen Anspielungen auf andere Reihen gemacht werden? Meinem Eindruck nach häuft sich das gerade, und lustig finde ich das überhaupt nicht. Eher zum Fremdschämen. Geschmackssache? Vielleicht.
Zweitens spielen sich die Figuren zu Beginn (und nicht nur da) so auffällig die “Dialog-Bälle” zu, dass es wehtut. Ich kriege dauernd auf den Deckel, wenn ich einen Erzähler befürworte. Ist mir egal, denn in einem Fall wie hier, fände ich es angebracht. Natürlich müssen sich die Figuren -ohne Erzähler- irgendwie selbst vorstellen, ihre Situation, das Geschehen beschreiben usw., aber hier fiel mir das zu sehr auf. Und das stört mich weit mehr als ein Erzähler.

Bei den Sprechern werde ich dieses Mal niemanden besonders hervorheben. In meinen Ohren hat sich hier niemand besonders hervorgetan. Ich finde sogar, man hatte in der Reihe schon bessere Sprechertruppen am Start. Aber es ist ebenso gut möglich, dass es an den teilweise so unglücklichen Texten liegt (siehe oben), dass selbst Könner sich hörbar anstrengen müssen.

Musikalisch habe ich gar nichts auszusetzen. Die eingesetzten Stücke sorgen für Atmosphäre und wissen so, dem Unheimlichen und Gruseligen der Geschichte den letzten Schliff zu verpassen. Auch die Geräuschkulisse kann überzeugen, und so bleibt sich die Reihe in dieser Hinsicht komplett treu.

Auf dem Cover sind blutige Werkzeuge und eine ebenso blutige Maske zu sehen. Wer bei solch einem Motiv auf “feinsinnigen”, psychologischen Horror hofft, dem ist nicht zu helfen. Und ja, es scheint diese Leute zu geben, glaubt man gewissen Bewertungen. Für mich signalisiert dieses Motiv, dass es in der Geschichte grausig, blutig und (womöglich) trashig zugeht. Und genauso ist es eben auch!

Fazit: Es ist gut, dass ich mir so viel Zeit für diese Besprechung gelassen habe. Sie hätte nach den ersten Anläufen deutlich anders geklungen als jetzt. Für mich ist “Der Präparator” eine ordentliche Geschichte, in der viel Blut fließt und keine Langweile aufkommt. Dafür ist der Trashfaktor aber eben vorhanden und nicht gerade gering. Das muss man mögen bzw vertragen. Das kann ich gut ab. Im Gegensatz zu der Parade der Anspielungen auf andere Hörspielreihen und Dialog-Tennis, weil ein Erzähler fehlt.

Die drei !!! (26) – Tatort Filmset

Titel: Die drei !!! (26) – Tatort Filmset / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Robert Missler, Christine Pappert, Mere Brettschneider, Achim Buch, Sonja Stein ua

dda26Inhalt: Marie erhält eine kleine Rolle in der ‚Vorstadtwache’ und Kim und Franzi sind mit zu den Dreharbeiten eingeladen. Aber kaum sind die ersten Filmaufnahmen im Kasten, bahnt sich hinter der Kamera ein neuer Fall für die drei !!! an. Die Hauptdarstellerin Naomi erzählt ihnen, dass sie jemand vergiften wollte. Die Detektivinnen begegnen dieser Behauptung erst einmal mit Zurückhaltung. Doch als Naomi kurze Zeit später aus unerklärlichen Gründen plötzlich ohnmächtig wird, glauben auch Kim, Franzi und Marie, dass sie es hier mit einem tückischen Mordkomplott zu tun haben.


Die Fälle der drei Mädchen spielen sich ja oft an recht schillernden Orten ab. Dieses Mal ist es als das Filmset an dem die Vorabendseriegedreht wird, in der Maries Vater den Kommissar spielt. Sicher träumen viele der jungen Hörerinnen ebenfalls von einer Chance wie Marie hier sie mit einer Gastrolle erhält. Deshalb finde ich diese Idee gar nicht schlecht. Das gilt genauso für den Fall an sich, der tatsächlich ganz spannend ist und einen gemeinsam mit den Detektivinnen manches Mal an der Nase herumführt. So kann man lange Zeit mitknobeln. Erfreulicherweise steht das Thema Liebe hier sehr zurück. Bis auf wenige Bemerkungen über Michi und eine weitere Szene ist davon nicht zu spüren. Ich habe nichts gegen dieses Thema in dieser Reihe, aber oft hat es schon einen Fall ausgebremst. Das ist dieses Mal nicht der Fall. Endlich wieder eine Folge, die ich ruhigen Gewissens als Detektivgeschichte durchwinken kann. Gestört haben mich lediglich ein paar Kleinigkeiten. Zum Beispiel Maries Angewohnheit zur Übung für ihre Rolle am Set wild um sich zu fotografieren. Da muss man sich nicht groß fragen, wofür diese Bilder mal gut sein werden. Oder auch, dass Marie einem Staatanwalt alleine mit Hilfe ihres Charmes pikante Details aus dem Kreuz leiert. Realistisch sieht wohl anders aus.

Die drei Hauptsprecherinnen sind wieder prima in Form und ich lausche ihnen immer wieder gerne. Wie ich finde, passen die Stimmen von Sonja Stein, Mia Diekow und Merete Brettschneider sehr gut zusammen. Zudem klingen sie angemessen jugendlich. Ihre “Klientin” in diese Fall wird von Simone Pahl gesprochen, die mir Naomi schnell sympathisch gemacht hat. Zu meiner Freude klingen bei keiner der Schauspielerinnen Starallüren durch. Das gilt genauso für Christine Pappert alias Donna. Robert Missler, der die Rolle des Professors übernimmt, wartet dagegen mit einer gehörigen Schippe Überheblichkeit auf. Seiner Rolle steht das aber und muss so sein.

Der Soundtrack der Reihe hat sich inzwischen in meinen Ohren eingenistet. Leichte und fröhliche Stücke, die aber auch mal Tempo aufnehmen, wenn das Geschehen es erfordert. Eine ordentliche Geräuschkulisse lässt ebenfalls nichts anbrennen.

Das Covermotiv trägt dem Titel und damit dem Schauplatz der Geschichte Rechnung. Da weiß man sofort, woran man mit dieser Episode ist. Im Booklet findet sich dieses Mal der Hinweis auf ein Spiel mit den “Drei !!!”, das allerdings leider nur Apple-Nutzern Freude bereitet. Schade eigentlich, ich hatte mich im ersten Moment beim Überfliegen schon gefreut. Aber da auf keinem meiner Geräte der Apfel prangt, schaue ich vorläufig in die Röhre.

Fazit:  Eine spannende Geschichte, die sich nicht vom Thema Liebe ablenken lässt und somit als echter Detektivfall durchgeht. Kleinere Offensichtlichkeiten und eine gewisse Realitätsferne haben diesem guten Eindruck keinen Abbruch getan. Weiter so!

 

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (05) – Stirb schön mit Shakespeare

Titel: Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (05) – Stirb schön mit Shakespeare / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 55 min / Sprecher: Friedrich W. Bauschulte, Klaus Herm, Otto Czarski, Arnold Marquis u.a.

Inhalt: Während einer Aufführung von Shakespeares “Wie es euch gefällt” im New Yorker Garrick-Theater verschwindet der Schauspiel-Star Belinda Belmont spurlos. Die Polizei in Gestalt von Detective-Sergeant Caruso tappt wie üblich im Dunkeln, und auch Professor van Dusen scheint zunächst nicht weiter zu wissen. Doch eine scheinbar völlig uninteressante Schachtel Pralinen und die seltsamen Augen einiger Schauspieler bringen ihn schließlich auf die richtige Spur.


Irgendwie hatte ich schon nicht mehr damit gerechnet, dass diese Reihe noch weiter fortgesetzt wird. Dafür war mir die Pause zwischen Teil 4 und 5 zu lang. Und obwohl ich sonst kein Fan von Krimis anno Schnee bin, lausche ich den “van Dusen”-Krimis immer wieder gerne. Zum Einen weil ich den Professor mit seiner klugen und gewitzten Art mag, zum anderen weil seine Fälle meistens dazu einladen, mit ihm gemeinsam zu ermitteln und Schlüsse zu ziehen. Dies ist auch bei “Stirb schön mit Shakespeare” gut möglich. Allerdings halte ich die Möglichkeiten, die einem Hypnotiseur hier zugesprochen werden, teilweise für etwas weit hergeholt. Aber das ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die “van Dusen” ja bereits einige Jährchen auf dem Buckel haben. Damals mochte man daran wohl glauben. Dem Unterhaltungswert tut das aber keinen Abbruch und ich habe die Folge mit Vergnügen angehört. Es dürfte gerne regelmäßiger Nachschub vom Professor geben.

Der zweite Grund, wieso ich die Reihe mag, sind die Sprecher. Denn einige davon kenne ich aus zahlreichen Kinderhörspielen aus dem Hause Kiosk. Dadurch fühle ich mich immer sofort heimisch. Friedrich W. Bauschulte übernimmt den Part des Professors und lässt ihn clever und pfiffig klingen. Reinhard Kolldehoff grummelt sich als Detective-Sergeant Caruso durch die Ermittlungen und hat mich immer wieder grinsen lassen, wenn er sich über die Anrede “Wachtmeister” aufgeregt hat. Klaus Herm gibt den munteren und neugierigen Journalisten Hutchinson Hatch, dem man anhört, dass man auch ihm kein A für ein U vormachen kann.

Kaum Musik, von einer munteren Melodie, gespielt auf klassischen Instrumenten, mal abgesehen, die ab und zu die Szenen trennt, was mich aber nicht gestört hat. Es ist mir sogar erst beim zweiten Mal hören überhaut eingefallen. Dafür wird eine ganze Reihe Geräusche eingesetzt, die das Geschehen veranschaulichen.

Das Cover lässt uns einen Blick unter den Deckel der gefährlichen Pralinenschachtel werfen. Umrahmt wird dieser Anblick von einem detailreiche gestalteten Rahmen mit dem Titelschriftzug und Bildern altmodischer Gegenstände. Besonders gefallen mir die Puzzleteile an den Ecken.

Fazit: Ein unterhaltsamer und spannender Krimi, der Spass macht und zum Mitraten einlädt.

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