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Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte

Titel: Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte  / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Tilda Kortemeier, Petra Scheeser, Manuel Straube ua

Inhalt: Alle Siebenschläfer machen sich bereit für den Winterschlaf, nur das Siebenschläferkind ist einfach noch nicht müde. Aber ein Siebenschläfer, der nicht schlafen kann, der ist doch kein richtiger Siebenschläfer! Ein Tier nach dem anderen kommt, um dem Kleinen zu helfen. Die Tiere werden dabei müder und immer müder … nur der kleine Siebenschläfer ist immer noch hellwach!


Eltern dürften es kennen, wenn die lieben Kleinen abends nicht schlafen können oder wollen. So werden sich auch Erwachsene in diesem Hörspiel wiederfinden. Und für die Kinder steckt die Geschichte voller Ideen, was man unternehmen kann, wenn man nicht einschlafen kann. Denn der Siebenschläfer bekommt reichlich Besuch und jeder Besucher hat den -seiner Meinung nach- ultimativen Tipp fürs Einschlafen im Gepäck.
Manche Ideen davon sich ganz witzig. Beispielsweise, wenn der Wolf meint, man solle den Mond anheulen. Andere sind eher praktischer Natur, zum Beispiel das Schäfchenzählen. Man wird schnell neugierig, wer da noch voll guter Ratschläge vor des Siebenschläfers Nest stehen wird.
Doch der kleine Siebenschläfer wird einfach nicht müde. Da kann er einem schon leid tun. Außerdem war ich gespannt, wer nun die Lösung für das Problem mitbringt.

Eine ganze Reihe Sprecher ist hier am Werke, allerdings haben sie alle nur kurze Auftritte. Jedenfalls gesprochen, schließlich singen sie ja auch noch. Tilda Kortemeier spricht den kleinen Siebenschläfer und gibt ihm eine sehr niedliche, sehr junge Stimme. Paulina Rümmelein gibt ein süßes kleines Siebenschläfermädchen. Tommy Amper hat für den Bären eine angemessen tiefe und brummelige, aber sympathische Stimme in petto.

Jeder Besucher hat auch ein Lied für den kleinen Siebenschläfer dabei, in dem es erklärt, wie es am besten einschlafen kann und was es dafür tut. Die Lieder sind mal sanft, dann wieder rockig, dann wieder einfach melodisch und schön. Zum Einschlafen taugt das Hörspiel also eher nur bedingt. Dafür sind es wirklich wunderschöne Lieder, die von echten Könnern gesungen werden. Es fühlte sich für mich oft an als lausche ich einem Musical. Richtg toll!

Der kleine Siebenschläfer in seinem Pyjama sieht einfach nur goldig wie er da im Mondschein sitzt. Im Booklet findet man jeden Songtext mit Bildern der Sprecher bzw Sänger. Außerdem trifft man manchen Besucher hier an.

Fazit:  Eine wirklich sehr schöne Geschichte um das wohl ewige Thema mit dem Einschlafenkönnen bzw Einschlafenwollen. Eltern werden das kennen, Kinder können sich hier Ideen mitnehmen. Die Lieder sind wunderschön und verursachen einem schnell einen Ohrwurm. Aber ein Einschlafhörspiel ist es trotzdem nicht, dafür sind einige Liefer doch zu munter. Meine Empfehlung!

Kli Kla Klangbücher – Sandmännchen geht leise, leise auf die Reise (Ingrid Uebe / Matthias Haase)

Titel: Kli Kla Klangbücher – Sandmännchen geht leise, leise auf die Reise / Verlag: Headroom / Spielzeit: ca. 55 min / Buch: Ingrid Uebe /Sprecher: Matthias Haase, Christin Grave, Max Palm, Celine Vogt, Hermann Lause ua

sandmannInhaltJeden Abend macht sich das Sandmännchen auf eine lange Reise. Wo immer kleine Piratenmädchen, Tiere oder Gespensterchen nicht einschlafen können oder wollen, hilft es mit feinem Traumsand ein wenig nach. Und wer ganz leise mit ihm auf Traumreise geht, erfährt auch, wo das Sandmännchen selber wohnt und wer sein neuer Freund wird.


Dies ist nun schon mein drittes Klangbuch vom Headroom Verlag. Wer kennt es nicht, das Sandmännchen? Dieses geheimnisvolle Geschöpf, dessen Sand man sich morgens aus den Augen reibt. Mit diesem Klangbuch lernt man das Sandmännchen noch mal besser kennen, denn man begleitet es bei seiner abendlichen  Aufgabe: Menschen, Tieren und überhaupt allen Wesen den Schlaf zu bringen. In insgesamt zehn Kapiteln bzw Tracks besucht es sowohl Prinzessinnen, als auch Hunde und Gespenster. Somit hört man auf dieser CD sogar gleich mehrere Geschichten, denn bei jedem gibt es andere Gründe, weshalb er oder sie nicht schlafen können (oder wollen). Mir haben die kleinen Geschichte prima gefallen. Sie sind abwechslungsreich, niedlich und eignen sich prima dazu, jeden Abend eine andere anzuhören. Am besten natürlich vor dem Einschlafen. Und auch wenn hier das Sandmännchen unterwegs ist und sogar eine Stimme hat, wird trotzdem nicht zuviel über es verraten. So bleibt dieser Phantasiegestalt das Geheimnisvolle erhalten, das einfach zu ihr gehört. Ich denke außerdem, dass sich in diesen Geschichten beide Seiten wiederfinden werden: Einmal natürlich die Kinder, denn welches Kind geht schon freiwillig ins Bett, wenn es doch gerade so schön ist? Ihnen macht die Vorstellung eines so niedlichen Sandmanns das Schlafgehen vielleicht etwas schmackhafter. Aber auch Eltern werden hier die eine oder andere Situation wiedererkennen, da bin ich mir ganz sicher. Und zu erfahren, dass selbst Hexen ihre liebe Not mit den lieben Kleinen haben, wenn es um’s Schlafen geht…wenn das kein Trost ist? 😉 Keine Sorge übrigens was die Hexen und Gespenster angeht! Sie alle sind sehr lieb und freundlich, und niemals gruselig.

Wurden „Die große Wörterfabrik“ und „Wenn die Ziege schwimmen lernt“ gelesen, so kann man das „Sandmännchen“ guten Gewissens als Hörspiel bezeichnen. Hier sind gleich mehrere Sprecher am Werke. Als Erzähler ist Matthias Haase zu hören, der mit warmer und ruhiger Stimme genau den richtigen Ton dafür trifft. Dem Sandmännchen selber leiht Hermann Lause seine Stimme über die ich anfangs sehr erstaunt war. Ich hatte mir eine kindlichere Stimme dafür vorgestellt. Das ist nicht der Fall, aber er klingt pfiffig und liebenswert und hat mich einige Male zum Schmunzeln gebracht. In den Geschichten sind uA zu hören Reinhart Schulat, Peter Nottmeier, Max Palm und Gisela Zülch.

Musik spielt natürlich wieder eine große Rolle. Kaum ein Moment, der nicht von Klängen und / oder Musikstücken untermalt wird. Es sind schöne und meist ruhige Stücke, hin und wieder geht es aber auch lebendiger zu, beispielsweise in der Piratengeschichte. Der Stil der Stücke ist stets auf den Inhalt abgestimmt, so klingt es bei  der Piratengeschichte schwungvoll-maritim aus den Lautsprechern. Bin ich übrigens die Einzige, die Sandmännchens gepfiffenes Liedchen irgendwie an „Viva Colonia“ erinnert…? Neben der Musik sind auch Geräusche zu hören. Nicht zu viele, um die jungen Hörer nicht zu überfordern, aber doch einige, die das Geschehen vorstellbar machen.

Ein Covermotiv, das ich mir gut als Glanzbild vorstellen könnte (na, wer kennt noch die Glanzbilder von früher? ;)). Märchenhaft, schön bunt und ein wenig geheimnisvoll.

Fazit:  Dieses Klangbuch ist mein Favorit unter den Dreien, die ich bisher gehört hatte. Schöne kleine Geschichten um ein Geschöpf, das einen von Kindesbeinen an begleitet. Untermalt von stimmigen Musikstücken und zu Gehör gebracht von durchweg sympathisch klingenden Sprechern. Einige der Geschichte haben mich an die alten Hörspiele erinnert, mit denen ich früher eingeschlafen bin. Das gibt noch einen Nostalgiepunkt obendrauf.

Ich.Darf.Nicht.Schlafen. (S.I. Watson / Andrea Sawatzki)

Titel: Ich.Darf.Nicht.Schlafen. / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 469 min / Buch: S.I. Watson / gelesen von: Andrea Sawatzki

Inhalt: „Es ist wie sterben, jeden Tag. Immer und immer wieder.“
Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?


Die Meinungen, die mir bisher über diese Geschichte begegnet sind, gingen oft weit auseinander. Viele finden sie toll, mindestens genauso viele finden sie weniger berauschend. Ich liege mit meiner Einschätzung ziemlich in der Mitte. Umgehauen hat mich dieser Thriller nicht, zumal er sich mit dem „Am Ende ist nichts so, wie es bis dahin aussah“-Prinzip nicht von den übrigen Vertretern des Genres unterscheidet. Da kann es dann nun mal keine spezielle Auszeichnung geben. Aber die Geschichte hat mich gut und auch spannend unterhalten. Bei sechs CDs will das schon was heißen, ab fünf CDs tue ich mich oft etwas schwer. Die Spannung bezieht die Story im Wesentlichen daraus, dass man als Hörer ebenso ahnungslos ist wie Christine und so zusammen mit ihr stets bemüht ist, die vielen losen Fäden möglichst sinnig miteinander zu verknüpfen. Das hat ebenso zur Folge, dass man genau wie Christine schon sehr bald niemandem aus ihrem Umfeld mehr traut und sich immer wieder fragt, wer es gut mit ihr meint, und wer ein falsches Spiel mit ihr treibt.
Das Finale dann wird für meinen Geschmack etwas zu flott abgewickelt. Vor allem, wenn man berücksichtigt, wieviel Zeit sich die Geschichte zuvor nimmt.

Andrea Sawatzki gehört zu meinen Lieblingssprecherinnen. Schon damit hatte das Hörbuch schon vor dem Hören einen kleinen Bonus eingefahren. Ihr gelingt es sehr gut, dem Hörer Christines Unsicherheit und Verzweiflung über ihre Situation zu vermitteln. Allerdings liest sie mir an einigen Stellen zu abgehackt. Möglicherweise soll das verdeutlichen, mit welcher Plötzlichkeit gelegentliche Erkenntnisse oder auch Fragen über Christine hereinbrechen, aber mir hat das den Erzählfluss ziemlich ausgebremst.

Der Look des Hörbuchs ist vom Cover bis hin zu den CDs äußerst schlicht geraten. Glücklicherweise ist Blau meine Lieblingsfarbe 😉 Einen Zusammenhang mit der Geschichte kann ich darin aber nicht erkennen. Ebenso wenig wie mit der Motte. Außer dass die Motte ein Tier der Nacht ist und man nachts meist schläft, was ja im Titel eine Rolle spielt.

Fazit:  Ein unterhaltsamer und spannender Psychothriller, den Fans des Genres sich ruhig gönnen dürfen. Sie sollten sich nur im Klaren darüber sein, dass S.I. Watson hier nicht das Psychothriller-Rad neu erfindet.

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