Schloss

Mit Pauken und Trompeten – Das Gespenst von Canterville

Titel: Das Gespenst von Canterville / Verlag: Headroom / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Stefan Kaminski, Laura Maire, Peter Fricke

Inhalt: Es spukt auf Schloss Canterville! Ein altehrwürdiger Geist heult schon seit hunderten von Jahren in dem Gemäuer. Trotzdem zieht Familie Otis auf dem Schloss ein. Das Gespenst spukt, was das Zeug hält, es rasselt mit den Ketten und verteilt Blutflecken – aber ohne Erfolg, denn die aufgeklärte amerikanische Familie ist durch nichts zu erschrecken. Einzig Tochter Virginia empfindet Mitleid mit dem verzweifelten Geist und versucht, ihn zu erlösen. Ob es gelingt?


Ich muss zugeben, dass ich den Titel der Geschichte natürlich kannte, den Inhalt jedoch nur sehr grob. Also musste ich mir das Fehlende anlesen und kann somit sagen, dass dieses Hörspiel trotz seiner nur knappen Stunde Spielzeit doch das Wesentliche der ursprünglichen Story aufgreift.
Es ist eine wirklich schöne Geschichte und da es sich um ein Kinderhörspiel handelt, ist das Gespenst auch nicht wirklich gruselig, geschweige denn seine Spukversuche. Sie verleiten eher zum Schmunzeln. Genauso wie die Attacken der Zwillinge auf den Geist oder der Dialog zwischen ihm und Mr. Otis über die Behandlung von quietschenden Rasselketten.
Als Virginia herausfindet, wie unglücklich das Gespenst ist und beschließt, ihm zu helfen, wird es noch ein bisschen spannend. Immerhin hat man es mit einem Gepenst zu tun. Was kann man da schon über die Ehrlichkeit eines solchen Wesens sagen? Und die Suche der Familie nach Virginia macht einen noch zusätzlich unruhig.

Die Sprecherliste ist sehr übersichtlich. Als Erzähler ist Peter Fricke zu hören, der gekonnt und mit angenehmer Stimme durch die Geschichte führt. Ab und zu unterhält er sich mit Virginia, gesprochen von Laura Maire. Das lockert auf. Laura Maires junge Stimme passt prima zu Virginia und hat mir ein gutes Bild von dem aufgeweckten Mädchen vermittelt. In den weiteren Rollen wie zB Mr. Otis, dem Gespenst, den Zwilligen ist nur ein Sprecher am Werke: Stefan Kaminski. Wer sonst könnte so glaubhaft dafür sorgen, dass man meint, mehreren Sprechern zu lauschen? Darin ist er einfach ungeschlagen, was er hier wieder einmal beweist.

Es handelt sich hier um ein Orchesterhörspiel. Melodien des SWR Rundfunkorchesters Kaiserslautern begleiten und untermalen aufwändig das Geschehen. Und was der Handlung als Gruselfaktor fehlt, das gleichen diese Klänge zu einem gewissen Teil aus. Ich finde jedoch nicht, dass es dadurch zu schaurig für Kinder ab 6 Jahren wird. Genau das habe ich in anderen Besprechungen mehrfach gelesen. Es sind aber widerum auch keine Stücke und Klänge, die speziell auf Kinder ausgerichtet sind! Keine Melodien zum Mitsummen oder etwas in dieser Richtung. Deshalb bin ich unsicher, ob es die junge Hörerschaft ansprechen wird. Wieder andererseits sind Kinder für Neues ja oft weit offener als Erwachsene, deshalb kann es doch gut möglich sein. Da wird es nur helfen, es auszuprobieren.

Auch das Cover vermittelt keinen schaurigen Eindruck. Das Gespenst sieht im Gegenteil sehr witzig aus. Auf der Rückseite begenet man ihm noch einmal, ebenso im Booklet. Dort findet man außerdem noch einen informativen Text über das Instrument Geige. Schön kindgerecht geschrieben, sodass es sich leicht liest.

Fazit:  Die Geschichte selber ist nicht wirklich schaurig, sondern eher lustig. Es gibt mehrere Szenen, die zum Schmunzeln einladen. Für etwas gruseliges Flair sorgt allenfalls die aufwändige musikalische Untermalung. Das Hörspiel wird ab 6 Jahren empfohlen. Da muss man vielleicht als Eltern vorher selber mal antesten, ob das zu viel für den Nachwuchs ist. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Mir hat das Hörspiel jedenfalls sehr gut gefallen! Es ist mal etwas anderes, für das man offen sein sollte. Dann kann hier wenig schief gehen.

Gruselkabinett (99) – Die Toten sind unersättlich

Titel: Gruselkabinett (99) – Die Toten sind unersättlich / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Simon Jäger, David Nathan, Antje von der Ahe ua

gk99Inhalt: In den verschneiten Karpaten in den 1880er Jahren: Auf einem einsamen Felsen erhob sich einst das alte, halbverfallene Schloss Tartakow, von dem der Volksmund mancherlei unheimliche Sagen zu berichten wusste. Immer wieder fühlten sich junge Männer davon angezogen und wagten es, das alte Gemäuer zu betreten, um hinter sein Geheimnis zu kommen.


Nachdem die Vorgängerfolge bei mir so gar nicht punkten konnte, habe ich diese CD mit großen Bedenken in den Player geschoben.
Tatsächlich hat sie mir auch eine Spur besser gefallen. Immerhin hat man mit den verschneiten Karpaten, einem teilweise verfallenen Schloss, einem seltsamen Kastellan und einer unheimlichen weißen Statue einige Elemente, die für ein gruseliges Flair sorgen. Mit der Liebe und Leidenschaft, mit der Manwed diesem Wesen verfällt, ist zudem eine gewisse Romantik gegeben, die für mich zu Geschichten dieser Reihe irgendwie dazu gehört. Später wird es dann deutlich leidenschaftlicher, aber wie der Titel schon sagt, sind die Toten eben unersättlich. Wer könnte es dem Manne also übelnehmen?
Knackpunkt für mich stellt erstens der unvollständige Spannungsbogen dar. Es beginnt verheißungsvoll mit den Sagen um das Schloss und den Ereignissen dort, Manweds Lage spitzt sich zusehends zu und dann…endet die Geschichte einfach. Es folgt zwar noch ein Epilog, wenn man so will, aber mir fehlte das Dazwischen. So wirkt das einfach wie abrupt abgeschnitten. Es bleibt einem nur noch, sich nach Ende des Hörspiels seine eigenen Ideen und Vorstellungen vom Dazwischen zu machen.
Zweitens hätte ich mir gewünscht, Maurizi Kanopka hätte eine größere Rolle gespielt. Diese Figur fand ich mindestens ebenso unheimlich wie die Fürstin Tartarowska. Da hätte man noch einen weiteren Schuss Grusel rausholen können, ganz sicher.

Scheinbar hat sich David Nathan speziell für “Gruselkabinett”-Folgen voller Liebe und Leidenschaft bewährt. Schon in “Der Mönch” sprach er solch eine Figur. Hier ist es nun als Manwed zu hören. Ich muss allerdings sagen, dass er für mich nicht leidenschaftlich, sondern eher pathetisch klingt. Und dabei bleibt jegliches Gefühl auf der Strecke, so sehr Manwed auch betont, welch überwältigende Gefühle ihn plagen. Simon Jäger ist und bleibt mein Lieblingssprecher und ich habe mich gefreut, ihn hier zu hören. Seine Figur, Bartek, ist eher ein Außenstehender, ein Beobachter in der Geschichter, der mit Manwed befreundet ist. Man nimmt ihm seine Sorge um den Freund sofort ab.

Wie so oft in dieser Reihe wird in Sachen Musik hier mal wieder ziemlich übertrieben. Speziell so in der zweiten Hälfte. Man muss nicht jeden Moment eines Hörspiels musikalisch begleiten, Schon lange nicht so intensiv wie hier, wo es sogar mal recht laut zugeht.

Das Covermotiv stimmt neugierig. Wieso kniet der Mann quasi anbetend vor einer Statue? Die Szene bringt den Beginn allen Übels in dier Geschichte gut auf den Punkt.

Fazit:  Diese Folge hat mir besser gefallen als der Vorgänger. Zwar wirkt der Spannungsbogen unagenehm abgehackt, aber immerhin geht es streckenweise durchaus schaurig zu.

Grimmbart – Kluftingers neuer Fall (Volker Klüpfel & Michael Kobr)

Grimmbart (Volker Klüpfel, Michael Kobr)Kluftingers neuer Fall führt ihn ins Schloss in Bad Grönenbach, wo ihn allerlei Merkwürdiges erwartet: Die Frau des Barons wurde nicht nur ermordet, sondern auch noch wie auf einem uralten Familienporträt hergerichtet. Auf dem Gemälde ist ein Mann mit seltsam gelben Augen zu sehen. Und der Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald. Auch privat geht es bei Kluftinger märchenhaft zu: Sein Sohn heiratet, und zur Feier haben sich die Schwiegereltern aus Japan angesagt. Zum Glück lässt Kluftingers Intimfeind Langhammer nicht lange auf sich warten, um dem Kommissar bei dieser kulturellen Herausforderung zu helfen.

 Endlich ein neuer Fall für Kommissar Kluftinger! Das Buch war seit Ewigkeiten vorbestellt und wurde natürlich sofort gelesen als es eintraf. Kluftingers Krimis gehören zu den Büchern, die bei mir gar nicht erst auf dem SUB landen.
Ich hatte sicher keine allzu hohen Erwartungen an “Grimmbart”, nachdem mir der Kommissar im vorigen Band eine ganze Ecke zu dusselig dargestellt wurde. Ich erwartete einfach ein spannendes und unterhaltsames Krimivergnügen.
Daran kann es also nicht liegen, dass es stolze 16 Kapitel dauerte bis mich der Krimi endlich packte. Es war zwar nicht gerade langweilig bis dahin, aber nicht griffig. Natürlich, es gab einen Mord, dessen Umstände recht seltsam sind, es gab mehrere Verdächtige und einen Schauplatz mit Gruselpotenzial, aber so richtig ausgereizt wurde das für mich nicht. Stattdessen habe ich die ersten Ermittlungen als ziemlich blindes Herumstochern empfunden. Mir ist schon klar, dass wohl kaum ein Kommissar in der Realität sofort auf der richtigen Fährte ist. Deshalb darf Kluftinger das auch nicht sein, sonst wäre es kaum glaubhaft. Aber etwas zügiger hätte es schon gehen dürften. 16 von 36 Kapiteln Anlauf ist viel. Ich habe in der Zeit versucht, selber zu Kombinieren, aber das führte ebenso wenig zu einem Zipfel der Wahrheit, daher war das recht frustrierend. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mich über Kluftingers Privatleben nur amüsieren kann, wenn er auch bei der Arbeit etwas zustande bringt. Somit konnte mich sein Privatleben in diesen Kapiteln nicht über das Herumstochern hinwegtrösten. Und leider, leider habe ich weder das Schloss, noch den Märchenwald als schaurig empfunden. Daran hat sich bis zum Ende übrigens nichts geändert.
Doch dann war es endlich soweit. Nach sechzehn Kapiteln erwischte mich “Grimmbart” doch noch, und zwar so richtig. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Ermittlungen in die richtige Richtung gehen, endlich konnte ich richtig miträtseln. So mag ich das bei Krimis, dann finde ich sie auch spannend. Es gab eine Reihe interessanter Verdächtiger, es tauchten erste (mögliche) Zusammenhänge auf, immer wieder gab es Wendungen, die einen in eigenen Verdächtigungen wieder ins Wanken brachten, und Kluftinger hat mich dieses Mal wieder mit seiner Clverness beeindruckt. Man traut es ihm zwar in gewissen Situationen gar nicht zu, aber er ist eben doch ein wirklich guter Kommissar, der außerdem über ein verlässliches Bauchgefühl verfügt. Das kann auch nicht schaden. Und genauso möchte ich Kluftinger -zumindest in seinem Job- erleben.
Sein Privatleben dreht sich in diesem Band ganz klar um die Hochzeit seines Sohnes mit der Japanerin Yumiko, kurz “Miki” genannt. Das ist verständlich, denn eine Hochzeit ist eine große Sache, die viel Planung erfordert. Typisch Kluftinger will er das aber nicht so recht einsehen. Auch aus finanziellen Gründen nicht, denn die Kosten häufen sich zusehends. Und sei es nur durch spezielle Kloschuhe für Mikis Familie, weil man so etwas in Japan halt benutzt. Mit der japanischen Verwandtschaft und Kluftinger prallen zwei Welten aufeinander.  Ich fand das ziemlich witzig, auch wenn ich Kluftingers Englisch teilweise zum Fremdschämen empfunden habe. Aber wenn man diese Sprache halt kaum spricht, dann ist das wohl einfach so. Seine japanischen Gäste arrangieren sich ja auch damit und es entsteht sowas wie ein freundliches Einvernehmen.
Beim Finale finden Krimi und das Hochzeitsthema dann gelungen zusammen. Da geht es ebenso rasant und spannend wie auch rührend zu. Eine schräge Mischung, die aber dennoch stimmig ist. Das beweist einmal mehr, dass ein Krimi durchaus ein echter Krimi sein kann, auch wenn sich ein weiterer relaitv großer Teil um das Privatleben des Kommissars dreht.

Durch die besagten ersten 16 Kapiel habe ich mich ziemlich gequält, so ungerne ich es zugebe und so ungerne ich es über einen Kluftinger-Krimi sage. Das hatte aber inhaltliche Gründe. Geschrieben ist “Grimmbart” im bereits von der Reihe gewohnten lockeren und unterhaltsamen Stil, der sich eigentlich lesen lässt wie nix, dem es aber dennoch gelingt, im Nu Spannung aufkommen zu lassen. Das hat der Umschwung nach diesen Kapiteln wieder einmal sehr gut bewiesen. Von da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich möchte die Verkehrsschilder auf dem Cover der Kluftinger-Krimis zurück. Ich seufzze sehnsüchtig bei jedem neuen Buch. Mir fehlen sie einfach. Da nützt auch der Kasten im Verkehrschildstyle um die Namen der Autoren herum nicht viel. Trotzdem gefällt mir dieses Cover wirklich gut. Es wirkt mit dem Schloss hinter dem Gitter und den finsteren Himmel recht unheimlich. Und der Dachs schaut angemessen böse aus dem Pelz.

Fazit:  Der Anlauf bis mich der Krimi so richtig packte, dauerte mir ganz klar zu lang. Bis dahin wirkten alle Ermittlungen wie ein blindes, ziemlich orientierungsloses Herumstochern. Zum Glück bekam die Geschichte dann doch noch den richtigen Dreh. Plötzlich konnte ich mitknobeln, die Verdächtigen wurden zunehmend interessant und Kluftinger hat mich mit seiner Cleverness mehrmals beeindruckt. In Kluftis Privatleben dreht sich alles um die Hochzeit seines Sohnes und den japanischen Familienbesuch der Braut. Das sorgt für Spass und Turbulenzen, wächst sich dann aber doch zu einem schönen Einvernehmen aus. Diese Entwicklung hat mir gefallen.


Titel:  Grimmbart – Kluftingers neuer Fall
Autor: Volker Klüpfel & Michael Kobr
Seiten:  478
Verlag: Droemer Verlag
ISBN: 978-3426199381
Preis:  € 19,99 (HC)

Wo Schneeflocken glitzern (Cathryn Constable)

flockenSophie ist überglücklich. Ihre Internatsklasse macht einen Schulausflug nach Russland. Dafür fälscht sie sogar die Unterschrift ihres Vormunds. Endlich wird sie das Land sehen, von dem sie schon ihr Leben lang träumt! Als aber ihre russische Betreuerin plötzlich aus dem Zug verschwindet, sind Sophie und ihre beiden Freundinnen auf sich allein gestellt, inmitten einer einsamen, tief verschneiten Winterlandschaft und ohne Verbindung zur Außenwelt. Doch Prinzessin Volkonskaja nimmt sie in ihrem Palast auf. Auch wenn Sophie rätselhaft ist, wieso sie die Mädchen bereits erwartet hat.

An diesem Buch reizte mich im ersten Moment mal wieder das schöne Cover. Doch auch der Klappentext las sich nicht schlecht. Er klang für mich nach einer spannenden und rätselhaften Geschichte vor einer unwirtlichen Szenerie.
Die Geschichte lässt sich ganz vielversprechend an. Interntsgeschichten mag ich sowieso ganz gerne, und die drei Mädchen Sophie, Delphine und Marianne gefielen mir ebenfalls. Schon alleine deshalb, weil sie so grundlegend verschieden, aber doch befreundet waren. Das bürgt meist für verschiedene Sichten auf gewisse Vorkommnisse, was immer ganz interessant ist.
Der seltsame Besuch im Internat sorgte dann noch dafür, dass ich gegrübelt habe, was dahinter stecken könnte. Die Frau, die eines Tages dort auftaucht ist zwar nicht unbedingt sympathisch, aber immerhin geheimnisvoll.
Gefallen hat mir auch, wie die Mädchen von ihrer Reisebegleitung kurzerhand im Zug zurückgelassen und wenig später vom Schaffner auf einen verschneiten Bahnsteig ausgesetzt werden. Ein schaurige Vorstellung. Erst recht als sie dann in eine seltsame, dunkle Hütte geraten. Da wird es sogar ein wenig gruselig.
Doch dann werden sie gerettet, und damit ging es für mich mit der Geschichte bergab, und zwar aus genau zwei Gründen.
Der wesentliche Grund war, dass ich Sophies Begeisterung bzw die Begeisterung, die die Geschichte einem vermittelt, bei vielen Elementen einfach nicht teilen konnte. Ich wusste, die Handlung spielt im winterlichen Russland, aber nein, ich kann an Eis, Schnee und Kälte beim besten Willen nichts Schönes finden. All das wird hier so sehr angepriesen, dass man alleine beim Lesen schon eine Gänsehaut bekommt. Nein, danke! Natürlich war mir klar: wo eine Prinzessin, da auch ein Schloss. Allerdings ein sehr verfallenes Schloss, in dem Sophie aber -warum auch immer- noch viel Schönes sieht. Für mich wird ein heruntergekommenes Schloss auch nicht dadurch schöner, dass man mir die übrig gebliebenen, gut erhaltenen Teile immer wieder blumig beschreibt. Ich habe sicher nichts gegen Russland, aber es ist kein Reiseland, das mich reizt. Schon alleine wegen den üblen Wintern nicht. Sophie dagegen ist davon hellauf begeistert. Und auch die russische Sprache liegt mir gar nicht. Daher habe ich mich an den eingestreuten Vokabeln gestört. Leider ist es außerdem so, dass ich nicht mal für den russischen Akzent etwas übrig habe. Das liegt daran, dass ich mit Leuten mit diesem Akzent überwiegend im Job zu tun habe, und da ist mir bislang nur wenig Freundliches begegnet. Das ist leider so, und deshalb konnte ich mich nicht am Wohlklang dieses Akzents erfreuen, wie es Sophie tut.
Mit etwas weniger Lobpreisung all dieser Dinge wäre ich mit der Geschichte sicher besser klargekommen. Und ich bin mir sicher, dass das märchenhafte daran trotzdem erhalten gelbieben wäre.
Der zweite Grund war, dass für mich die Spannung nachließ sobald die Prinzessin ihren Auftritt hatte. Ich habe der Frau von Anfang an nicht über den Weg getraut und nicht verstanden, wieso den Mädchen nichts auffällt. Aber vielleicht ist man mit 13 Jahren so leichtgläubig. Jedenfalls war ich mir sicher, dass sie nichts Gutes im Schilde führte. Blieb nur noch die Frage, um was es gehen könnte. Aber auch die war bald geklärt, nachdem ein bestimmter Gegenstand erwähnt wurde.
Und auch das Rätsel, welche Rolle Sophie in diesem ganzen Verwirrspiel spielt, woher ihre Liebe zu Russland rührt, ließ sich schnell und leicht klären. Da erwartete mich also ebenfalls keine Überraschung als es aufgelöst wurde.
Gegen Ende wurden die Wölfe wichtig, die Sophie ab und zu schon mal heulen gehört und auch gesehen, deren Existenz die Prinzessin aber beharrlich geleugnet hatte. Das hat mich etwas versöhnt. Wölfe mag ich unheimlich gerne, und hier snd sie schöne und rätselhafte Geschöpfe. Das war ganz nach meinem Geschmack.
Über das Ende bzw Sophies Entscheidung am Ende habe ich dann wieder den Kopf geschüttelt. Am liebsten hätte ich ihr gesagt: hey, Mädel, was denkst du dir? Du bist gerade mal dreizehn Jahr alt!

Aus den genannten Gründe ist es mir sehr schwer gefallen, das Buch zu lesen. Mehr als fünf Kapitel an einem Abend gingen einfach nicht. Dabei haben sie für ein Jugendbuch eine wirklich tolle Länge. Einladend kurz, aber doch lang genug um gut voran zu kommen. Mir waren es schlicht zu ausführliche, begeisterte Schilderung von Dingen, für die ich mich in diesem Maß nicht begeistern kann. Das las sich anstrengend, und ich habe mich über jeden längeren Dialog gefreut, der es auflockerte.

Das Cover gefällt mir immer noch. Das Grau mit den Flocken sieht wirklich frostig aus. Und das Mädchen in dem wallenden Kleid, das irgendwie unglücklich wirkt, macht neugierig auf das Buch.

Fazit:  Ich wäre mit der Geschichte sicher besser klargekommen, wenn nicht so viele Dinge wie sauer Bier angepriesen würden, für die ich weniger bis gar nichts übrig habe. Alles etwas dezenter und es hätte mir sicher besser gefallen. Und ich glaube auch nicht, dass die Geschichte dadurch ihren märchenhaften Charme eingebüßt hätte. Außerdem fand ich die Handlung nach der Rettung der Mädchen nicht mehr spannend. Auch wenn das Buch für Leser ab 11 Jahren empfohlen wird, etwas weniger offensichtlich hätte des Rätsels Lösung schon sein dürfen.


Titel: Wo Schneeflocken glitzern
Autor: Cathryn Constable
Seiten: 336
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3551520517
Preis: € 16,99 (HC)

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Gruselkabinett (63) – Besessen

Titel: Gruselkabinett (63) – Besessen / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Roman Wolko, Tobias Lelle, Kai Taschner, Gabrielle Pietermann ua

Inhalt: Dom Vincente da Lusto hat eine illustre und äußerst amüsierwillige Gesellschaft in sein Schloss an der West-Küste Afrikas geladen. Misstrauisch beäugen die Eingeborenen die ankommenden fremden Weißen. Mit dem Vollmond zieht unerwartet das Grauen im Schloss und der gesamten Gegend ein…


Eine Geschichte, die in Afrika spielt. Das ist nicht gerade das Sprungbrett in meinen CD-Player. Ich ziehe andere Länder klar vor. Trotzdem war ich nach “Rappaccinis Tochter” neugierig, ob es in dieser Folge wieder schauerlicher zugeht. Das Cover lässt ja darauf hoffen. Und ich bin nicht enttäuscht worden, auch wenn mit dem Thema “Werwolf” hier eine sehr gängige Gruselgestalt im Mittelpunkt steht. So ist zunächst für Spannung und auch ein wenig Grusel gesorgt. So wie man es vom “Gruselkabinett” eigentlich auch kennt. Man wird bei der Frage, wer hinter den Greueltaten steckt eine ganze Weile an der Nase herumgeführt Später dann bekommt die Geschichte auf gewisse Weise auch einen menschlich-dramatischen Einschlag, denn der Werwolf hier ist keine grundböse Kreatur. Hinter seiner Erscheinung, der immer widerkehrenden Verwandlung steckt ein trauriges menschliches Schicksal. Mir ist außerdem aufgefallen -womöglich weil “Rappaccinis Tochter so ruhige Tönse anschlug?-, dass in dieser Folge richtig gut was los ist. Diese Prise Action steht der Geschichte gut und hat bei mir dafür gesorgt, dass mich die Handlung noch mehr fesseln konnte. Das passt sicher nicht zu jeder Story, hier aber schon! Die Auflösung bzw Erlösung des Besessenen kam mir ziemlich einfach gestrickt vor. Es hätte doch eine so viel fulminatere Möglichkeit gegeben… Aber gut, der arme Besessene hat mir ja schon leid getan. Von daher sei es ihm gegönnt.

Roman Wolko hat mir in der Rolle des jungen Pierre prima gefallen. Er vermittelt ein symapthisches Bild dieses Charakters, dessen Erzählung ich gerne gefolgt bin. Tobias Lelle alias de Montour konnte mich ebenfalls überzeugen. Seine Stimme passt gut zu dieser Figur und es gelingt ihm sowohl die harte Seite dieses Charakters aufzuzeigen, aber auch in den Szenen glaubhaft zu sein, die sich mit seinem Schicksal befassen. Kai Taschner schließlich übernimmt den Part von Gastgeber Dom Vincente da Lusto und klingt der Position dieser Person angemessen energisch.

In Sachen Musik kann man der Serie ein weiteres Mal nichts vorwerfen. Stimmungsvolle Stücke sind zu hören, die der Atmosphäre zusätzlich auf die Sprünge helfen. Eine gelungene Mischung aus klassisch schauerlichen Melodien und Stücken, die sich auch in einem Gruselfilm von Heute hören lassen könnten.

Das Covermotiv verrät natürlich sofort mit welcher Art Kreatur es Pierre und die anderen Charaktere auf dem Schloss zu tun haben. Ansonsten hätte man vielleicht noch etwas länger rätseln können, ob nicht doch ein Leopardenmensch hinter den Angriffen steckt. Zur Story passt dieses Motiv aber natürlich, von daher geht es schon in Ordnung.

Fazit:  Eine Werwolfgeschichte an einem -für solche Storys- exotischen Schauplatz. Dem Gruselfaktor schadet das aber nicht. Zudem wird hier ganz gut Action geboten, was die Folge aus den anderen Episoden der Reihe heraushebt. Mir hat die Folge gut gefallen!

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