Schloss

Jenseits der Karten (01) – Rabenfels

Titel: Jenseits der Karten (01) – Rabenfels / Verlag: Froschtatze / Spielzeit: ca. 65 min /Sprecher: Tobias Diakow, Dirk Hardegen, Sabrina Heuer, Djuwita Müller ua

Inhalt: Der junge Journalist Jonas lädt seine Exfreundin Mieke und ihren Bruder Flo zu einem Rucksacktrip durch Europa ein. Über die Reiseroute schweigt er sich aus – aber er verspricht ihnen ein Abenteuer das sie nicht vergessen werden. Ohne zu wissen, was sie erwartet, folgen Mieke und Flo Jonas in den Harzer Wald. Hier, mitten im Nirgendwo, steht ein verzaubertes Schloss, das seit Jahrhunderten niemand mehr betreten hat: Rabenfels. Doch von Märchenidylle keine Spur – und als sie über das dunkle Geheimnis stolpern, das die Mauern des Schlosses bergen, geraten die drei Freunde in Lebensgefahr.


Hörspielbühne frei für ein neues Label, das mit „Jenseits der Karten“ nun seine erste Serie startet. Drei Freunde, die mit ihrem beruflichen Leben eher unzufrieden sind, begeben sich auf eine Abenteuerreise zu den unheimlichen Orten Deutschlands. Wer hätte da nicht Osterode im Harz gleich auf Platz 1 vermutet? 😉 An einem speziellen Datum, natürlich genau um Mitternacht, soll dort ein verfluchtes Schloss zu neuem Leben erwachen. Selbst Organisator Jonas hatte eher nicht damit gerechnet, dass dies wahr werden würde. Doch es wird Realität, und so sehen er, Flo und Mieke sich sehr bald in dem düsteren Gemäuer mit allerlei schauerlichen und sonstwie bedrohlich gearteten Wesen konfrontiert. Trotzdem ist es der Geschichte nicht gelungen, mich schaudern zu lassen. Dafür fällt die Szenerie zu märchenhaft aus mit diesem Fluch und dem rauschenden Fest, das nur einmal alle paar hundert Jahre stattfindet, und nur dazu dient, den Fluch endlich zu brechen. Ein finsteres Schloss, Wölfe und selbst der Tod höchstpersönlich sind eben keine Garantie für Grusel. Stattdessen werden hier quasi die gängigen Elemente des Genres ausgespielt. Für Fans solcher Geschichten sicher etwas Feines. Für mich darf es in weiteren Folgen gerne weniger mittelalterlich schauerlich zugehen.
Dafür konnten bei mir aber die Charaktere punkten, denn Jonas, Flo und Mieke geben eine unterhaltsame Truppe ab, die einen mit ein paar lockeren Sprüchen selbst in brenzligen Momenten zum Schmunzeln bringt. Ich freue mich darauf, sie im nächsten Abenteuer wiederzutreffen.

Mit Dirk Hardegen, Tobias Diakow und Sabrina Heuer sind hier drei Hauptsprecher am Werke, die man eben noch nicht in unzähligen Hörspielen gehört hat. Will heißen: man bekommt hier unverbrauchte, frische Stimmen zu hören, die durchweg zu gefallen wissen.
Weitere Rollen übernehmen beispielsweise Dieter Schmitt, Sebastian Ensemann und Djuwita Müller.  Von ihnen habe ich hier zum ersten Mal gehört, und was ich da gehört habe, das hat mich überzeugt.  Es ist schon eine feine Sache, mal nicht nur auf “alte Bekannte” zu treffen, sondern neue Stimmen zu hören.

Wir erinnern uns: Osterode im Harz! Wir sind mit Jonas, Flo und Mieke nicht in Mittelerde unterwegs! Auch wenn das Titelstück dies leicht vermuten lässt, so imposant klingt es aus den Boxen. Da hätte man gerne einen Gang zurückschalten dürfen, denn das passt nicht gut zum Spielort. Auch während der Handlung sind Melodien zu hören, bei denen man sich nicht hat lumpen lassen, doch fällt das hier nicht so sehr auf. Die Geräuschkulisse geht dagegen völlig in Ordnung und veranschaulicht die Handlung gut. Bin ich übrigens der Einzige, der beim anfänglichen Froschquaken vor Schreck einen halben Meter hoch gehüpft ist? Wer rechnet denn mit sowas (bei einem Verlag namens „Froschtatze“? ;))? Na eben! Sehr schön, wirklich!

Das Cover zeigt sich eher schlicht und auch ein wenig altmodisch mit diesem Buch, das aus einer Tasche herausschaut. Wenn man die Geschichte kennt, passt es. Ich habe aber Zweifel, dass der interessierte Kunde im Laden sich davon leicht locken lässt.

Fazit: Schön, dass aus „Jenseits der Karten“ eine Serie wird. Als Einstieg ist „Rabenfels“ ganz prima. Das Buch bietet ja noch weitere interessante unheimliche Orte an. Lasst Jonas, Mieke und Flo zu diesen Orten reisen. Gerne zu solchen, die weniger märchenhaft und mittelalterlich wirken, sondern tatsächlich gruselig. Der Geisterbahnhof von Kiew würde mich zB brennend interessieren. Da wäre das Ticket so gut wie gekauft 😉 Wer aber auch mit einer mehr fantasylastigen, als  gruseligen Story leben kann, die unterhaltsam dargeboten wird, wird auch an „Rabenfels“ Freude haben.

Point Whitmark (33) – Das Schloss des Blutmalers

Titel: Point Whitmark (33) – Das Schloss des Blutmalers / Verlag: Sony / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Sonja Deutsch u.a.

Inhalt: Im Zuge einer Reportage über walisische Architektur werden Jay, Tom und Derek von einem Unwetter überrascht und gezwungen, die Nacht auf Glamorgan Castle zu verbringen. Ist es nur ein Gerücht, oder hat sich der Burgherr wirklich innerhalb des verlassenen Gemäuers begraben lassen? Es heißt, die Gemälde in den düsteren Korridoren wurden mit echtem Blut gemalt. Die Jungen stoßen das Tor zu einem lange vergessenen Geheimnis auf. Als körperlose Schreie durch die einsamen Flure hallen, gibt es für sie kein Entrinnen.


Diese Folge ist ein schöner Beweis dafür, dass Szenerie, Atmosphäre und der Fall an sich noch so gut und gelungen sein können, aber wenn der Ablauf so konfus ist, dass man schon nach wenigen Minuten nicht mehr durchsteigt, dann rettet das alles auch nicht mehr sehr viel. Der Schauplatz mit dem Schloss hat mir gefallen, die düstere, unheimliche und bedrückende Atmosphäre dort auch, und auch die Elemente walisischen Vorlksglaubens sind gut eingeflochten. Das Problem für mich ist einzig, dass Jay, Tom und Derek immer mal wieder getrennt werden und jeder fü sich seine Entdeckungen macht. Die mögen zwar zusammenhängen, aber mir war das einfach zu verwirrend um da den Überblick behalten zu können. Die Auflösung kommt dann ganz schlüssig daher. Nur wäre ich rein aus den Ereignissen und Entdeckungen geschlossen, da niemals drauf gekommen.

Eine wie gewohnt gute Sprecherriege bringt diese Geschichte zu Gehör. Wobei ich mich bei Hannelore Minkus als Adwen Cadoc zunächst gar nicht sicher war, ob da wirklich eine SprecherIN am Werke ist. Claus Dieter Clausnitzer, Heike Paul und Herr Steiner (?) übernehmen die Parts der verschrobenen Dorfbewohner und können darin mit markanten Stimmen überzeugen. Ohne solch etwas schräge Charaktere kommt eben keine Folge der Reihe aus. Bert Franzke fällt die Rolle des Maddox Jones zu, der diese Figur respekteinflößend grummelig klingen lässt.

Musik und Geräusche tragen maßgeblich dazu bei, für die nötige unheimliche Atmosphäre zu sorgen. Leise düstere Stücke aus dem Hintergrund, die an einen Horrorfilm erinnern, zu Schreckmomenten auch mal lautere Klänge, der Mix kann sich hören lassen. Dann und wann mischen auch mal Melodien mit, den dem walisischen Aspekt der Story gerecht werden. Die Geräusche sind vom Feinsten und für manche Gänsehaut gut.

Das Schloss auf dem Cover wirkt angemessen düster und bedrohlich. So passt es gut zur Geschichte. Und mit den kräftigen Farben reiht es sich prima in die Serie ein.

Fazit:  Tolle Szenerie, gruseliges Flair, ein interessanter Fall, aber eben leider auch ein konfuser Verlauf, bei dem ich im Nu den Überblick verloren habe.

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