Schnitzeljagd

Benjamin Blümchen (128) – …und die Schnitzeljagd

Titel: Benjamin Blümchen (128) – …und die Schnitzeljagd / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 42 min  / Sprecher: Jürgen Kluckert, Katja Primel, Michael Pan ua

ben128Inhalt: Heute findet im Zoo ein Kinderfest mit Schnitzeljagd statt. Herr Tierlieb und Wärter Karl haben alles vorbereitet. Benjamin tritt mit einer Gruppe Kinder gegen Stella, Otto und deren Team an. Die Jagd führt durch Neustadt, es gibt viele Stationen mit zu lösenden Aufgaben. Leider stören Unbekannte den Spaß. Wer kann das nur sein?


Ich traue es mich fast gar nicht zu schreiben, aber was recht ist muss recht bleiben. Also: genau wie die neue Folge von Bibi Blocksberg, war auch diese neue Folge von Benjamin Blümchen ein kleines Wunder für mich. Dabei wollte ich sie schon im Laden lassen nachdem ich nur die Sprecherliste gelesen hatte. Es gibt halt Figuren, die kann ich auf den Tod nicht ab, und solche spielen hier mit. Zum Glück hört man sie aber erst am Ende und dann auch nur kurz.
Zuvor ist die Geschichte schön detektivisch-spannend. Vor allem hat es mir gefallen, dass die Schnitzeljagd die Freunde an Orte in Neustadt führt, die zumindest ich noch aus frühen Folgen der Reihe kenne. Beispielsweise zum Tierheim, zum Stadttor und auf eine Insel in der Triller, die in “Der Zoo zieht um” erwähnt wird. Wer diese Folgen noch nicht kennt, wird durch diese Stationen der Schnitzeljagd neugierig darauf gemacht. Und ich finde, es lohnt sich für die Kiddies von heute, auch mal in frühe Folgen reinzuhören.
Erfreulich fand ich es außerdem, dass in den Teams bei der Schnitzeljagd mal Kinder sind, die nicht von vorneherein immer nur lieb und nett sind. Ein gewisser Konkurrenzgedanke gehört zu solch einem Wettbewerb in meinen Augen einfach dazu. Alles andere wäre ziemlich unrealistisch.

Die beiden Sprecher bzw ihre Figuren, die mir beinahe die Folge verleidet hätten, heißen Michael Pan und Andreas Mannkopff. Wer etwas firm in der Serie ist, wird wissen, wer bei der Schnitzeljagd mitmischt. Verraten werde ich es nicht. Ich glaube, es sind die einzigen Rollen, in denen ich die beiden nicht aushalte. Und natürlich sind die “üblichen Verdächtigen” wie Jürgen Kluckert, Katja Primel, Till Hagen und noch einige mehr mit von der Partie.

Inzwischen kann ich selbst das neue Titellied mitsingen, auch wenn es für mich niemals an das alte heranreichen wird. Die Geräuschkulisse ist ordentlich wie immer. So klingt diese Reihe nunmal, und für ein Kinderhörspiel reicht es meiner Meinung nach völlig aus.

Auf dem Cover stehen Benjamin, Otto und noch ein weitere Mädchen im Mittelpunkt. Ich finde, es kommt gut rüber wie sie über dem Schitzeljagdrätsel grübeln.

Fazit:  Eine detektivisch-spannende Folge, die die Schnitzeljäger und den Hörer zu einigen Plätzen aus frühen Folgen führt. Das fand ich wirklich toll! Wer nicht gerade in der Sprecherliste nachschaut, der kann außerdem rätseln, wer den Freunden die Streiche spielt. Zu meiner Erleichterung mischen die Übeltäter erst am Ende und nur kurz mit.

 

Fünf (Ursula Poznanski / Nicole Engeln)

Titel: Fünf / Verlag: Argon Verlag / Spielzeit: ca. 471 min (6 CDs) / Buch: Ursula Poznanski / gelesen von: Nicole Engeln

Inhalt: Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, und die Morde geschehen immer schneller. Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird


Das Buch konnte ich schon kaum aus der Hand legen und auch das Hörbuch hätte ich mit Vergnügen in einem Rutsch durchgehört. Mit ihrem ersten Roman für die erwachsene Hörer- bzw Leserschaft hat Ursula Poznanski einen hochspannenden Krimi vorgelegt. Es macht sehr viel Spaß, Beatrice und Florin bei ihren Ermittlungen zu begleiten, gemeinsam mit ihnen das Für und Wider von Theorien abzuwägen und Schlüsse daraus zu ziehen. Dadurch, dass nahezu die gesamten Ermittlungen bzw deren Ergebnisse nicht nur beschrieben, sondern von den Charakteren diskutiert werden, fühlt man sich erstens mitten drin und zweitens wirken sämtliche Gedankengänge so sehr schlüssig. Es dauert gar nicht lange, dann beginnt man für sich selber zu ermitteln, und -was ich der Geschichte sehr hch anrechne- man kann auf diese Weise durchaus zum richtigen Ergebnis kommen. Wenn man denn zumindest ein wenig krimigeübt ist 😉
Reizvoll ist nicht zuletzt natürlich auch die Idee, das Thema Geocaching als Aufhänger zu nehmen. Damit ist ein sehr moderner Grundstein gelegt, was eine schöne Abwechslung zu den typischen Aufhängern ist, die man im Bereich Krimi sonst antrifft.

Nicole Engeln habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört und sie hat mir für diese Geschichte sehr gut gefallen. Sie hat eine schöne ruhige und recht tiefe Stimme, was “Fünf” prima steht. Ich hatte zunächst Zweifel. Wie eigentlich immer, wenn Krimis oder Thriller von Frauen gelesen werden. Doch hier waren sie wirklich unbegründet, da Nicole Engeln überhaupt nicht “mädchenhaft” klingt und diesen Krimi somit überzeugend und mit der nötigen Ernsthaftigkeit liest.

Ich kann mir “Fünf” übrigens auch sehr gut in einer Umsetzung als Hörspiel vorstellen. Alleine schon wegen der sehr zahlreichen Dialogen, den auf das Nötigste beschränkten, beschreibenden Passagen und der recht überschaubaren Zahl an Charakteren. In solch einer Version würde ich mir die Geschichte mit Vergnügen auch noch ein drittes Mal zu Gemüte führen 😉

Das Coverbild zeigt wohl die Weide, auf der die erste Leiche gefunden wird. Mit dem Nebel, dem schattig-dunklen Zaun und dem “Todesvogel” ein schönes, düsteres Motiv.

Fazit: Mir hat “Fünf” auch als Hörbuch sehr gut gefallen. Ein ausgesprochen spannender Krimi bzw Thriller mit einem erfrischend modernen Aufhänger, bei dem man als Hörer gut mitknobeln kann.

Die drei ??? – Hight Strung – Unter Hochspannung – Special: Top Secret – Fall 03

Titel: Die drei ??? – Hight Strung – Unter Hochspannung – Special: Top Secret – Fall 03 / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. / Sprecher:

Inhalt: Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will.
Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus’ gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer…


Mit “High Strung” kommt einem nun schon die dritte und damit letzte Folge der “Top Secret” – Miniserie zu Ohren. Ob sie nun solch ein “Special” ist, das sei mal dahingestellt.. So etwas Spezielles bzw speziell Besonderes ist die Geschichte nicht. Aber sie hat mir Spass gemacht. Ich habe Justus und seinen Freunden gerne auf ihrer Jagd nach den Gegenständen begleitet und mich gefragt, ob es ihnen wohl gelingen wird, alle aufzutreiben, so dass Justus den ersten Preis gewinnt. Und auch wenn relativ leicht zu durchschauen ist, wer hinter den Diebstählen steckt, so sind auch die Ermittlungen -alleine schon durch manchen etwas schrägen Charakter- ganz unterhaltsam. Um ein wenig Erbsenzählerei zu betreiben, habe ich aber schon noch die eine oder andere Frage. Beispielsweise: so gut sortiert Titus Jonas Schrottplatz auch sein mag…aber ein vierblättriges Kleeblatt? Wer hat das denn auf einen Schrotthaufen geworfen? Außerdem kam mir auch Justus schier unglaubliche Versessenheit auf den Gewinn und damit auf ein eigenes Auto seltsam vor. Ich kenne ihn eigentlich nicht so gierig. Und dass der sich so dringend ein Auto wünscht…?

Was die Sprechern anbetrifft ist hier weitgehend alles in Ordnung. Die drei Hauptsprecher lassen sich ohnehin nicht die Butter vom Brot nehmen und auch in den meisten weiteren Rollen ist alles soweit in Ordnung. Keiner, der sich nennenswert hervorheben würde, aber auch keine totalen Aussetzer. Dustin Sattler-Semmelrogge ging mir mit seiner aufgedrehten Art zwar ein wenig auf die Nerven, aber Stinky Rossiter ist ja auch eine schräge Gestalt. Da habe ich bei Juliane Szalay schon eher die Zähne zusammenbeißen müssen. Sie klingt sehr angestrengt. Aber ihr Auftritt ist kurz, da ist das zu verschmerzen.

Auch an der Untermalung habe ich wenig auszusetzen. Mal aktuelle Stücke, hier und da geht’s mal in die alte Richtung. Klar, könnte besser sein. Aber in der Hinsicht habe ich die Hoffnung so ziemlich begraben. Die Geräusche gehen ebenfalls in Ordnung. Ich frage mich nur, wieso man -wenn die drei ??? in Peters Auto unterwegs sind- von eben diesem so gut wie gar nichts, teilweise auch wirklich gar nichts hört? Okay, ab und zu quietscht da mal was, aber der MG ist doch kein Bollerwagen!

Das Covermotiv wirkt dunkler und bedrohlicher als die Gestalt mit dem Sack in der Geschichte ist. Wer sich also von dem Motiv leiten lässt, könnte vielleicht ein wenig enttäuscht sein.

Fazit:  Eine schöne und unterhaltsame Folge, der ich gerne gelauscht habe und die ich womöglich sogar noch einmal hören würde. Und das habe ich bislang von kaum einer “???”-Folge gesagt.

© 2019 Frontier Theme