Schrei der Angst

Schrei der Angst – Feeder (04) – Metro

Titel:  Schrei der Angst – Feeder (04) – Metro / Verlag: Marctropolis / Laufzeit: ca. 61 min / Sprecher:   Ernst Meincke, Martin May, Annette Gunkel, Thomas Nero Wolff, Reiner Schöne u.a.

InhaltTod und Spiele: St. Petersburg, Sibirien, Baton Rouge das perverse Verbrechen umspannt den Globus. Welche Grausamkeiten offenbart das morbide Kellergewölbe des St. Petersburger Bridge-Hotels? Und was hat das geheimnisvolle Tattoo an Doris Debrochets Oberarm zu bedeuten? Welche Rolle spielen die alte Nenze und ihr graues Pulver? Warum verfolgt Sophia FBI-Leute auf der Route 74 und wen trifft ihr hinterhältiger Schuss? Wer nach Schrei der Angst 1 bis 3 bereits glaubte, Spannung, Ekel und Brutalität seien kaum noch steigerbar, wird mit Metro eines Besseren belehrt. Der Zuhörer kaut nervös an den Fingernägeln, das Herz rast. Wie wird es weitergehen … wird es weitergehen?


Na bitte, geht doch! Auch wenn auch in dieser Folge der “Feeder” nicht mit von der Partie ist und Doris Auftritte weiterhin kurz gehalten sind, so ist man aber von diesem ganzen Mafia-Klüngel einen guten Schritt weit weg gegangen. Das hat mit “Metro” direkt wieder schmackhafter gemacht. Vor allem aber auch, weil ich solche Storys, die in U-Bahn-Tunnels und – Schächten spielen, einfach mag. Und davon bekommt man hier eine gute Portion geboten, der es auch wunderbar gelingt, die beengte und bedrohliche Atmosphäre dort unten an den Hörer weiterzureichen. Einziger Knackpunkt in diesem Zusammenhang ist der Einsatz des Erzählers, der wirklich alle Hände voll zu tun hat. Im Wesentlichen ist es ihm zuzuschreiben, dass man sich direkt in die Tunnels versetzt fühlt. Da das der Story gut tut, will ich darüber aber mal nicht allzu laut klagen und mich stattdessen freuen, dass die Handlung wieder interessanter wird.

In Sachen Sprecher bleibt es dabei, dass es kaum etwas zu beanstanden gibt. Vom erwähnten umfangreichen Einsatz von Erzähler Christian Rode mal abgesehen. Es muss doch auch irgendwie ohne solch lange Passagen gehen. Ansonsten sind durch die Bank wieder bekannte Sprecher am Werke, denen es gut gelingt, den Charakteren Leben einzuhauchen.  Bei Namen wie beispielsweise Thomas Nero-Wolff, Thomas Danneberg und Detlef Bierstedt eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Musikalisch und von der Geräuschkulisse her erneut eine runde Sache, da gibt es nichts auszusetzen. Hier reicht die Folge wirklich nahe an einen Film heran, so dicht wirkt die Untermalung und sorgt für die nötige Atmosphäre. Der Bonus-Track dieser Folge hat mir allerdings längst nicht so gut gefallen wie der von “Organisation N”.

Auf dem Cover kommt einem quasi eine Metro mit flammendem Grinsen entgegen, was ich wirklich sehr klasse finde. Ein tolles Motiv! Das Booklet unterhält mit coolen und außergewöhnlich gezeichneten Bildern, die einen Blick in einen der Tunnel gewähren.

Fazit:   Sehr schön, es geht wieder aufwärts. Spannend, atmosphärisch und interessant, so mag ich die Serie. So darf es weitergehen.

Schrei der Angst (01) – Feeder

Titel:   Schrei der Angst (01) – Feeder / VerlagPhasenmusik / Laufzeit:   ca. 100  min / 2 CDs / Sprecher:   Ernst Meincke, Annette Gunkel, Detlef Bierstedt, Martin May, Tobias Häusler, Jona Mues u.a.

Inhalt:   In Feeder treibt Phillip Schwarz sein perverses Unwesen. Er mästet Frauen mit seinen Fütterungsmaschinen qualvoll zu Tode. Und nicht nur das: genüsslich stellt er dem FBI seine Opfer zur Schau. Warum tut er das? Und wer ist das nächste Opfer? Die Agenten nehmen die Verfolgung auf und stoßen dabei des Öfteren an ihre physischen und psychischen Grenzen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass es dem Hörer ähnlich ergeht…


Mit Feeder stellt Marctropolis nicht nur die erste Folge ihrer Hörspielserie Schrei der Angst vor, sondern das erste Hörspiel des Verlags überhaupt.
Insgesamt würde ich es als ein Thriller-Hörspiel mit Horror-Elementen einstufen.
Denn auch wenn Serientitel und Cover einen anderen Eindruck vermitteln, ein reines Horror-Hörspiel ist es nicht.
Mir hat sehr gut gefallen, dass der Horror in der Geschichte nicht aus irgendwelchen Gewaltszenen besteht.
Die Bilder, die einem in den Kopf kommen, wenn man hört, welche schrecklichen Entdeckungen die Ermittler in alten Häusern oder einer verlassenen Fabrikhalle machen, oder wenn Doris Debrochet von ihrem Martyrium berichtet, erzeugen ebenfalls eine ordentliche Gänsehaut und wirken auch viel nachhaltiger.
Gelegentliche Schreckmomente gibt es dennoch, meist während der Ermittlungsarbeit der Polizei und des FBI. Denn Feeder ist -wie gesagt- auch ein spannender Thriller.
Zwei Dinge sind allerdings noch leicht verbesserungswürdig.
Erstens hat der Erzähler viel zu viel zu sagen. Da sollte man es doch mehr der Geschichte und den Charakteren überlassen, dem Hörer die Szenen und Geschehnisse vorstellbar zu machen.
Zweitens kam mir die Geschichte an mancher Stelle etwas zu sehr in die Länge gezogen vor. Einige Szenen hätten ruhig etwas kürzer ausfallen können, ohne dass die Qualität des Hörspiels in den Keller gegangen wäre. Im Gegenteil würde ich sogar sagen, dass eine Straffung hier und da der Geschichte zusätzliches Tempo verliehen hätte.

Die Sprecherliste teilen sich namhafte Sprecher wie Ernst Meincke, Detlef Bierstedt und Martin May mit den Namen weniger bekannterer Sprecher.
Doch -und das ist eine echte Seltenheit bei Erstlingen und verdient daher doppeltes Lob- auch diese Neulinge machen einen tollen Job, da gibt es nichts auszusetzen.
Besonders erwähnen möchte ich Annette Gunkel in der Rolle der Doris Debrochet, die die vom Feeder gequälte Polizistin sehr überzeugend spricht. Wenn sie von ihrer Qual berichtet, überfallen einen sofort Schrecken und Mitgefühl.

Auch in Sachen Musik und Geräuschen kann Feeder sich einwandfrei hören lassen. Düstere und bedrückende Melodien stehen dabei klar im Vordergrund.

Cover und Booklet beweisen: bei Marctropolis versteht man ebenfalls etwas von Layout. Das Cover ist wirkungsvoll, ein Hingucker, und verrät auch gleich, in welche Richtung das Hörspiel vom Genre her geht.
Im Booklet findet man u.a. noch eine kurze Erläuterung zum Begriff  “Feeder”, die mir neu war und die ich deshalb interessant fand.

Fazit:    Mit Feeder ist Marctropolis ein starker Erstling gelungen. Nur an Kleinigkeiten sollte man noch ein wenig schrauben, ansonsten ist es eine runde Sache. Allerdings wäre ein Hinweis wie “Hörspiel für Erwachsene” oder so ähnlich schon nicht verkehrt. Vom dem allgemeinen Ruf, eine Altersempfehlung von 18 Jahren dazu zu schreiben, halte ich nichts, das sehe ich anders. Aber für Kinder ist es definitiv nichts!

Schrei der Angst (02) – Spuren aus Blut

Titel:   Schrei der Angst (02) – Spuren aus Blut / Verlag Marctroplis / Laufzeit:   ca. 67  min / Sprecher:   Ernst Meincke, Annette Gunkel, Martin Sabel, Martin May, Christian Rode, Detlef Bierstedt u.a.

Inhalt:   Die Polizistin Doris Debrochet ist erneut in den Fängen des perversen Feeders. Unter Drogen gesetzt verschleppt er sie in die menschenleere Taiga am russischen Polarmeer, um dort wieder mit dem Mästen seines Opfers zu beginnen. Ein Ritualmord in Quebec an einer dicken Frau, bringt Agent Michael del Canto auf eine heiße Fährte. Die Spur führt ihn ins verschneite St. Petersburg. Sein Partner wird Oberst Gregori Soboljew der dem russischen Sonderkommando der OMOH Truppen angehört. Oberst Soboljew ist schon seit langer Zeit einer Organisation auf der Spur, die für Organ -und Menschenhandel in seinem Visier sind. Bei einem gezielten Einsatz gegen die Organisation wird die junge Prostituierte Maria verhaftet, die wichtige Informationen besitzt. Unterdessen gelingt es Doris Debrochet ihren Peiniger zu überwältigen und zu töten. Doch sie ist jetzt in einer Wüste aus Eis gefangen und der Leichnam des Feeders ist verschwunden.


Da ist sie nun endlich, die zweite Folge der Serie Schrei der Angst. Und wie unschwer zu erkennen, haben sich die Fehse-Brüder die Kritik an der ersten Folge zu Herzen genommen und ihr Möglichstes daran gesetzt, die beanstandeten Punkte zu verbessern. Was ihnen auch rundum gelungen ist. Umfasste Folge 1 noch ganze zwei CDs, so kommt die zweite Folge auf nur einer CD daher, was der Geschichte jegliche Chance auf Längen und Zähigkeit nimmt. Im Gegenteil geht es hier sehr temporeich zu, groß zum Durchatmen kommt man als Hörer hier nicht, und das hat natürlich auch zur Folge, dass man der Story bis zum Ende hin gebannt folgt. Ihrem Hang zu Grausigen, Splattermäßigen bleibt die Serie auch mit der zweiten Folge weiterhin treu. Direkt am Anfang bekommt man eine Szene geboten, die sicher nichts für Leute mit schwachem Magen ist. Denen sei von Schrei der Angst also dringend abgeraten.
Und dann sei noch der Cliffhanger erwähnt, mit dem man nach Spuren aus Blut zurück gelassen wird. Hat man doch noch kurz zuvor mit Doris mitgefiebert, mit ihr gehofft und sie in Gedanken angefeuert, sich gegen den Feeder zu wehren…und dann das! Man darf also gespannt sein, wie sich die Geschichte um den Feeder weiter entwickelt.

Die Sprecherliste liest sich bei dieser Folge bemerkenswert prominent. Christian Rode hat Arndt Schmöle als Erzähler abgelöst und damit hat die Reihe nun einen Erzähler, dem es mit jedem Wort gelingt, für Spannung und Atmosphäre zu sorgen. Martin May übernimmt weiter den Part von Miguel del Canto und vermittelt ein klares Bild von dem recht verkommenen, aber cleveren und abgebrühten Polizisten. Annette Gunkel leiht Doris Debrochet ihre Stimme, die sich erneut in den Fängen des Feeders befindet. Dabei gelingt es ihr sehr gut, das Schwanken zwischen Verzweiflung und Selbstbewusstsein von Doris deutlich zu machen. Andreas Sparberg spricht Phillip Schwarz, den Feeder, und das mit so viel Kälte, dass es einen schaudern lässt.
Weitere Rollen übernehmen u.A. Karen Schulz-Vobach, Detlef Bierstedt, Thomas Nero Wolff und Martin Sabel.

Auch hinsichtlich der Untermalung hat man bei Spuren aus Blut noch mal eine ordentliche Schippe nachgelegt. Keine Szene ohne passende Musik- oder Geräuschkulisse, so dass sich ein dichter Klangteppich ergibt, der für einen annähernd filmreifen Soundtrack sorgt. Dabei ist es ganz gleich, ob nun die klirrend kalte Taiga, ein russisches Edelbordell oder die Zentrale der kanadischen Polizei veranschaulicht und mit Atmosphäre versorgt werden soll, die Untermalung ist passend und verfehlt ihre Wirkung nie.

Ich liebe es ja, wenn es bei einem Hörspiel auch etwas zum Anschauen gibt. Hier ist schon alleine die Szene auf dem Cover eine ausgiebige Betrachtung wert, so düster und kühl wie es wirkt. Doch auch das Innere des Booklets ist sehr ansprechend gestaltet. Alle Infos um das Hörspiel wie die Kapitelaufstellung und die Auflistung der an der Produktion beteiligten Personen sind in Bilder eingearbeitet, die Fotos von einem unaufgeräumten Polizeischreibtisch sein könnten oder einen Bezug zur Handlung in Russland haben. Fotos von den Aufnahmen sind an einer Pinwand untergebracht. Es macht einfach Spaß, sich hier durch zu blättern.

Fazit:    Mit Spuren aus Blut ist Marctropolis noch mal ein großer Schritt nach vorne gelungen. Spannend, rasant und nichts für zart besaitete Gemüter. Fans solcher Storys sollten die Reihe unbedingt antesten, es lohnt sich!

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