Schule

Raum 213 – Arglose Angst (Amy Crossing)

raum213-2Die Eerie High sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Schule, doch ein Zimmer ist das personifizierte Böse: Raum 213. Jeder, der diesen Raum betreten hat, musste die Hölle durchleben – oder hat es nicht überlebt! Madison kann ihr Glück kaum fassen: Sie ist auf eine exklusive Party eingeladen, auf der auch ihr großer Schwarm Elijah sein wird! Aber die Party findet in Raum 213 statt – und jeder weiß, dass in diesem Raum unheimliche und lebensgefährliche Dinge passieren können. Madison geht das Risiko ein und rutscht schnell von der Party ihres Lebens in einen unfassbaren Albtraum.

Band 1 dieser Reihe konnte mich zwar nicht komplett begeistern, war aber von der Grundidee her immerhin so interessant, dass ich an der Serie drangeblieben bin.
Wenn man den Vorgänger kennt, dann weiß man natürlich bereits, dass mit diesem Raum 213 an der Eerie High School irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Dass es dort zu seltsamen Vorfällen gekommen ist und dass die wildesten Gerüchte kursieren, die man als Schüler dort besser ernst nehmen sollte. Kennt man Band 1 nicht, so ist das aber kein Problem. Man kann problemlos mit diesem Teil in die Reihe einsteigen, denn er gibt einem genau wie Band 1 alles nötige Wissen über Raum 213 dafür an die Hand. Außerdem dreht sich die Geschichte um andere Figuren. So sind auch in dieser Hinsicht keine Vorkenntnisse nötig.
Bereits auf der dritten Seite hält Madison die geheimnisvolle Einladung zur Party in Raum 213 in der Hand, die mit dem Satz “Bewahre Stillschweigen, sonst könnte das deine letzte Party gewesen sein…und sei pünktlich!” endet.  Weil das Verbotene schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt hat, beschließt Madison wider besseren Wissens zur Party zu gehen. Außerdem wird auch ihr großer Schwarm Elijah mit von der Partie sein. Zunächst ist die Geschichte also eine relativ normale Teenie-High-School-Lovestory, was zumindest für mich etwas Klassisches hat. So etwas habe ich früher geliebt und heute versetzt es mich stets um die paar Jahre zurück, was ich wirklich schön finde.
Schon als sich die eingeladenen Kids abends vor der Schule treffen, geschieht Seltsames. Niemand ist da um sie in die Schule zu lassen. Wer hat sie eingeladen? Dann taucht der seltsame Sohn des Hausmeisters auf (den ich schon ganz schön gruselig fand) und lässt sie hinein. Ich weiß noch ganz genau, wie gruselig ich meine alte Grundschule früher fand. Entsprechend gut konnte ich Madisons Angst nachvollziehen als sie durch die dunklen Flure zu Raum 213 gehen. Hier war also schon die erste Gänsehaut fällig.
In Raum 213 angekommen, sieht zunächst alles nach einer ganz normalen Party aus. Musik, Alkohol, Tanzen und Knutschen, besser könnte es nicht sein. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall und plötzlich wollen alle nur noch raus aus Raum 213. Da entfaltet dieser sein unheimliches Eigenleben. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen, die Lichter fallen teilweise aus und die Musik verändert sich. Was wird noch geschehen?
Ich fand das sehr anschaulich und eindringlich beschrieben. So konnte ich mir gut vorstellen, wie es in diesem finsteren Raum mit den zuckenden Lichtern und der psychedelischen Musik sein muss, wenn man nichts mehr richtig sehen und hören kann. Wenn also quasi die wichtigsten Sinne in solch einer Situation ausgeschaltet sind. Ich konnte die Panik der Kids gut nachvollziehen und fand besonders die Erscheinungen gruselig, die sie sehen. Sei es eine Fratze im Fenster oder auch ein Kreuz auf dem Schulhof. Anfangs versuchen sie noch, Ruhe zu bewahren, aber all das sorgt schnell dafür, dass die Stimmung kippt und Panik aufkommt. Zu lesen, wie einige der anfangs so vernünftigen Kids regelrecht den Verstand zu verlieren scheinen, das ist nicht ohne!
Das Geheimnis um Raum 213 wird natürlich auch in diesem Band (noch?) nicht aufgelöst, dafür bekommt man aber eine Antwort auf die Frage, wer hinter der Einladung und dem dramatischen Vorfall steckt. Wer an den Einladungen beteiligt war, hatte ich mir zwar schon gedacht, aber wer das Drama angezettelt hat, das hat mich doch überrascht. Ich fand nur das Motiv etwas schwach, zumal das vorher nicht mal angedeutet wird. Also denke ich wie Madison, dass der Raum selber auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Party so ausgeufert ist.

Band 1 habe ich mir noch eingeteilt um ihn besser genießen zu können. Bei Band 2 ging das nicht und ich habe ihn in einem Rutsch gelesen. Aber ich habe länger dafür gebraucht als es beim ersten Teil sicher gedauert hätte. Denn als die Party ihre verhängnisvolle Wendung nimmt, ist es mit den Dialogen, die sich so leicht lesen lassen, weitestgehend vorbei. Stattdessen wird beschrieben, was vor allem Madison in dem Raum sieht und erlebt, und solche Schilderungen lesen sich naturgemäßig nicht so flott. Sonst bin ich kein Fan davon, aber hier wirkt die Story genau deshalb so gut, weil die Ereignisse in Raum 213 so intensiv beschrieben werden.

Ich weiß immer noch nicht, was es mit der Covergestaltung dieser Reihe auf sich hat. Nach Thriller sieht das auch bei diesem zweiten Band nicht aus. Aber aus den roten Farbklecksen kann man mit etwas Phantasie wenigstens Blutstropfen machen. Enttäuschend fand ich es, dass dieses Mal kein Downloadcode für das eBook beilag.

Fazit: Kurz und knapp: wow! Ein super spannender und gruseliger zweiter Band, der seinem Vorgänger spielend den Rang abläuft. Lediglich am Ende offenbarte sich eine kleine Schwäche, die für mich aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Die Reihe steigert sich, was mich wirklich freut und mir Lust auf Band 3 und 4 macht, die sicher bald gelesen werden.


Titel: Raum 213 (02)) – Arglose Angst
Autor: Amy Crossing
Seiten: 159
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578728
Preis: € 7,95 (Broschiert)

amazonbutton

Das wirst du bereuen (Amanda Maciel)

bereuenAlle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse! Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten. Sie sind angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma tot.

Über diese Rezension habe ich länger nachgedacht als sonst. Einfach, weil ich nicht recht wusste, wie ich sie angehen soll. Ich habe mich nun dafür entschieden, die beiden Teile, aus denen die Geschichte besteht, einzeln zu betrachten.
Der eine Teil spielt im Zeitraum von Januar bis März. In dieser Zeit lebt Emma noch und als sie sich an Saras Freund heranmacht, beschließen Sara und ihre Freundin Brielle, ihr einen Denkzettel zu verpassen. Wie schon der Klappentext verrät, verselbstständigt sich diese Aktion und am Ende ist Emma tot. Genau das wurde der Geschichte bei mir zu Verhängnis: dass man von vorneherein weiß, wie es mit Emma enden wird. Das hat dafür gesorgt, dass bei mir keine echte Spannung aufkommen wollte. Ich war allenfalls neugierig, was Sara und Brielle sich als nächstes für Emma ausdenken würden. Ja, richtig gelesen: ich war neugierig! Ich habe es mir nicht mit Schaudern ausgemalt. Denn so richtig schocken konnten mich ihre Aktionen nicht. Zwar hat mir der Verstand gesagt, wie grausam sie sind, aber gefühlsmäßig kam das bei mir nicht so an. Das schiebe ich darauf, dass man die Geschichte aus Sicht einer der Täter liest, nämlich aus der von Sara. Und die leidet natürlich kein Stück unter den Grausamkeiten. Entsprechend undramatisch wirkten sie auf mich. Gefühlsmäßig, wie gesagt!
Ich denke, um auch zu spüren, wie schlimm ihre Attacken für Emma sind, hätte ich über Emmas Gefühlswelt lesen müssen. Sara hingegen fühlt sich völlig im Recht mit dem, was sie tut, und ich muss gestehen, dass ich oft sogar Verständnis für sie hatte. Nicht für das, was sie Emma zusammen mit Brielle antut, aber auf jeden Fall für ihren Hass auf Emma. Und so richtig unsympathisch war mir zumindest Sara auch nie. Brielle schon eher, aber eben nicht heftig genug um sie für ihr Tun zu verurteilen.
Der zweite Teil der Geschichte spielt im Zeitraum von Juli bis November. Sara und Brielle wurden angeklagt, Emma mit ihrem Mobbing in den Tod getrieben zu haben. Die Verhandlung ist nicht mehr lang hin, doch für Sara ist das Leben ziemlich gelaufen. Man schneidet sie, verachtet sie und sie pendelt zwischen Anwaltsbüro und der Praxis ihrer Therapeutin.
Zunächst muss ich sagen, dass ich völlig richtig finde, dass mit Sara und Brielle dermaßen hart ins Gericht gegangen wird. Mobbing ist grausam und verdient entsprechend harte Strafen. Gearde heute kann ich mir gut vorstellen, dass es bei den Kids oft eine gefährliche Gratwanderung ist zwischen Streichen und Mobbing, die nur allzu leicht in die falsche Richtung kippt. Da ist es gut, wenn jugendlichen Lesern aufgezeigt wird, was ihnen blühen kann. Das wird hier schön anschaulich, intensiv und bedrohlich beschrieben, sodass eine sehr gedrückte Stimmung über dem Geschehen liegt. So wirkt es bei den meisten jungen Lesern hoffentlich vorbeugend.
Entsetzt hat es mich, dass Sara sehr lange nicht mal im Ansatz Reue für ihr Tun empfindet. Ich finde, spätestens wenn einem eine Haftstrafe droht, ist es an der Zeit zu bereuen. Natürlich konnte ich weiterhin verstehen, dass sie es Emma übelnimmt, dass sie ihr den Freund ausgespannt hat, aber selbst das rechtfertigt solche Taten keineswegs. Auch wenn man erst 16 Jahre alt ist, müsste der Verstand doch so weit reichen um das wenigstens im Nachhinein zu erkennen.
Diesen zweiten Teil fand ich eine Spur spannender als den ersten, weil man hier nicht weiß, worauf es hinauslaufen wird. Als die Gerichtsverhandlung immer näher rückte, konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wozu vor allem Sara verurteilt wird. So ganz glücklich bin ich mit dem Urteil zwar nicht -was die Strafe für Mobbing angeht bin ich einfach radikal eingestellt- aber immerhin scheint es Sara endlich aufzurütteln.

Da die Geschichte aus Saras Sicht erzählt wird, ist der Ton jugendlich gehalten. Das liest sich zwar leicht, aber man sollte sich davon nicht täuschen lassen. Die Schrift ist ziemlich klein und so ist es -lockerer Ton hin oder her- massig Text. Ich habe mehr Abende dafür gebraucht als für andere Bücher dieser Dicke. Der jugendliche Erzählstil bringt allerdings auch solche Begriffe wie “Schnalle”, “Schlampe”, “Hure”, “Alte” usw mit sich.  Das mag auf den Schulhöfen heute üblich sein, auf mich wirkt das einfach nur assig (um in diesem Slang zu bleiben), und so etwas lese ich nicht gerne. Schon lange nicht in dieser Masse und in Gesprächen unter Freundinnen (?!?)

Das Cover gibt über die Geschichte nichts preis. So schwarz wird es dem Schrecken darin aber auf jeden Fall gerecht. Die leuchtend pinkfarben Schrift bildet dazu einen tollen Kontrast, der das Buch zu einem Blickfang macht.

Fazit: Ich fand die Geschichte so “halb gut”. Im Teil vor Emmas Tod fehlte es mir an Spannung. Außerdem wirkten Saras und Brielles Taten auf mich nicht so dramatisch, wie sie sicher gewirkt hätten, wenn man in Emmas Gefühlsleben hätte hineinschauen können. Der Teil nach Emma Tod hat mir eine ganze Ecke besser gefallen, zumal Mobbing hier -in meinen Augen- angemessen geahndet wird. Ich hoffe, es wirkt abschreckend genug. Zudem fand ich es spannend zu verfolgen, was Sara in dieser Zeit erlebt. Weil ich unbedingt wissen wollte, wie der Prozess ausgeht, konnte ich das Buch dann schließlich gar nicht mehr aus der Hand legen.

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Das wirst du bereuen
Autor: Amanda Maciel
Seiten: 297
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3414824066
Preis: € 14,99 (HC)

Du kannst keinem trauen (Robison Wells)

keinemtrauenDer 18-jährige Benson hat ein Stipendium für ein Elite-Internat ergattert. Doch die Schule ist nicht wie erwartet: Umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern, ohne Kontakt zur Außenwelt sind die Schüler dort Gefangene. Es gibt keine Lehrer, aber strikte Regeln, deren Einhaltung durch Kameras überwacht und mit harten Strafen geahndet wird.
Die Schüler sind gezwungen, um ihr Überleben an der Schule zu kämpfen. Gegen die Regeln verliebt sich Benson in Jane. Als sie bei einem brutalen Kampf schwer verletzt wird, macht Benson eine grauenvolle Entdeckung.

Jugendthriller wecken meine Neugier stets aufs Neue. Bei diesem war es ausnahmsweise mal nicht das Cover, das mich sofort ansprach, sondern der Klappentext. Das klang doch so ganz nach meinem Geschmack!
Zu Beginn bekam mein Enthusiasmus aber zunächst einen kleinen Dämpfer. Benson ist nämlich kein normaler Teenager. Er hat eine harte Kindheit und Jugend hinter sich, ist von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht worden und hatte mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Ihm hängt etwas Rebellisches an. Solch “problematische” Hauptfiguren sind meist nicht mein Fall. Ein solches Leben ist zu weit weg von meinem eigenen, weshalb ich mich nur schwer mit solchen Figuren identifizieren oder mich in sie hineinversetzen kann.
Glücklicherweise stellte sich Benson im weiteren Verlauf nicht als auf Krawall gebürsteter Unruhestifter mit säckeweise Altlasten aus seinem biherigen Leben heraus. Ich fand es gut, dass er stattdessen darauf aus ist, seinem Leben mit der Zeit auf dem Internat doch noch eine positive Wendung zu geben.
Schnell wird Benson und somit auch dem Leser klar, dass diese Schule auf sehr spezielle Art etwas Besonderes und Seltsames ist. Keine Lehrer, Schüler, die sich zu Banden zusammengeschlossen haben, Unterricht, der von den Schülern selber gegeben wird und nichts mit normalem Schulunterricht zu tun hat, eiserne Regeln, die -werden sie nicht eingehalten- mit harschen Strafen wie Hungern oder Schlimmerem geahndet werden. Und außer Benson scheint niemand daran etwas außergewöhnlich oder gar schlimm zu finden. Ich konnte nur zu gut verstehen, wieso ihm all das gegen den Strich geht und weshalb er unbedingt von der Schule weg will.
Gleichzeitig habe ich natürlich gemeinsam mit ihm gegrübelt, was oder wer dahinter stecken könnte. Das sorgt für Spannung. Ein paar Theorien hatte ich schnell an der Hand, doch die wurden über kurz oder lang zunichte gemacht. Da blieb nur die Frage, mit welcher Überraschung die Geschichte noch um die Ecke kommen könnte.
Ich muss sagen, sie hatte eine Überraschung im Gepäck, die sich gewaschen und mich mit offenem Mund hat dasitzen lassen. Damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet, aber ich fand es richtig, richtig cool! Außerdem hatte ich nun eine Idee, was hinter dem Internat und seinen Schülern stecken könnte.
Benson stürzt seine Entdeckung ins blanke Entsetzen und für ihn steht damit umso fester, dass er weg muss. Am besten mit ein paar Leuten, mit denen er sich angefreundet hat. Nur wie? Ich konnte mir keine Fluchtmöglichkeit vorstellen und die Strafe, die auf einen Fluchtversuch steht, macht das Vorhaben noch gefährlicher und brisanter.
Das Ende der Geschichte ist actionreich und rasant und lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen. Fand ich die vorherigen Paintballduelle noch viel zu langatmig beschrieben, so flog der letzte Teil des Buchs für mich nur so dahin. Und wie könnte es anders sein? Meine Idee über die Hintergründe des Internats wurde hier prompt wieder über den Haufen geworfen.
Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, und das sage ich mittlerweile wirklich selten, weil fast nur noch Reihen erscheinen. Doch Bensons Geschichte soll mit Band 2 abgeschlossen sein, soweit ich weiß. Das wäre toll! Er erscheint bereits im August.

Die Geschichte ist aus Bensons Sicht geschrieben. Ich mag seine Art zu erzählen. Er klingt einerseits jugendlich locker und ein wenig rebellisch, hat aber auch eine feine Beobachtungsgabe und denkt meist ganz vernünftig. So las sich das Buch ganz interessant und anschaulich. Solch eine Erzählweise treibt mein Lesetempo an. Einige Kapitel sind etwas länger, dafür kommt man damit aber auch ein gutes Stück in der Geschichte voran.

Das Cover fällt mit der riesigen blutroten Schrift vor dem schwarzen Hintergrund natürlich sofort auf. Anhand des Stacheldrahts und der einsamen Gestalt im Wald kann man nur spekulieren, was in der Geschichte passiert.

Fazit:  Ich fand “Du kannst keinem trauen” sehr spannend! Ein erschreckendes Szenario, eine Entwicklung, die jede Theorie, die man sich zurechtgelegt hat, zuverlässig über den Haufen wirft und eine echte Überraschung als man zum ersten Mal einen Zipfel der Wahrheit zu fassen bekommt. Das actionreiche und rasante Ende setzt allem ein vorläufiges i-Tüpfelchen auf. Ich freue mich auf die Fortsetzung.


Titel: Du kannst keinem trauen
Autor: Robison Wells
Seiten: 480
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3841421401
Preis: 14,99 (Boschiert)

amazonbutton

Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle

Titel: Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle / Verlag: Winterzeit / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Celine Furtenbacher, Carolin Furtenbacher, Sascha Rotermund ua

holmesacademy01Inhalt: Trudy will einmal berühmt werden. Eine berühmte Detektivin. Klar, dass sie deshalb auf die Sherlock-Holmes-Academy geht. Denn dieses Internat im schottischen Hochmoor hat es in sich! Hier lernen die Mädchen Codes zu knacken oder zu beschatten. Und so sind Trudy und ihre neue Freundin Marlene schnell fit für ihren ersten Fall: Im Internat wurde eingebrochen. Und das von echten Profis. Eine knifflige Aufgabe, vor allem, weil die Jungs vom benachbarten Spionageinternat I.O.S. alles daran setzen, um die Täter vor den Mädchen zu überführen.


Früh übt sich, was ein Holmes-Fan werden will! Mädchen ab etwa acht Jahren können dies nun zB mit der Reihe “Sherlock Holmes Academy” in Angriff nehmen. Ich wollte schon immer die Bücher lesen, aber irgendwie hat sich das bisher noch nicht ergeben. Somit freute ich mich als die Ankündigung der Hörspielserie rauskam.
Leider habe ich mich zu früh gefreut. Das liegt aber nicht an Trudys und Marlenes erstem Fall, denn der geht von der Geschichte her völlig in Ordnung. Eine geheimnisvolle Karte mit seltsamen Zeichen, ein ebenso geheimnisvoller Club, Nachforschungen im Wald und in der Schule, und dazu noch die Konkurrenz zur Nachbarschule, mit der man quasi um die Wetter ermittelt. Daran gibt es für eine Detektivgeschichte nichts auszusetzen. Und auch vom Setting her bringt die “Sherlock Holmes Academy” alles mit, was gefällt. Internatsgeschichten gehen seit je her immer, erst recht seit “Harry Potter”, und die beiden pfiffigen Detektivinnen wissen ebenfalls zu gefallen.
Mein Problem mit diesem Hörspiel besteht daran, wie es gemacht ist. Vor allem die Aufteilung der erzählten Passagen und der gespielten Szenen. Es wirkt als habe man dem Erzähler das Buch vorgelegt , woraus er seinen Part vorträgt. Zwischen diesen Parts gibt es dann meist eher kurze gespielte Szenen mit den übrigen Sprechern. Nun bin ich die Letzte, die sich darüber beschweren würde, wenn es bei einem Hörspiel einen Erzähler gibt, aber hier hatte er mir entschieden zu viel zu sagen. Kaum kommt in einer gespielten Szene zwischen Trudy, Marlene und / oder anderen Figuren mal etwas Tempo in die Handlung, muss der Erzähler wieder etwas erklären und schon ist das aufkommende Tempo dahin. Gleiches gilt leider auch für die Spannung, was bei einer Detektivgeschichte doppelt ungünstig ist. Und den berühmte Roten Faden verliert man so auch ganz leicht mal.

An den Sprecher gibt es nichts auszusetzen. Besonders die beiden jungen Hauptsprecherinnen haben es mir angetan. Ein tolles Gespann aus der vorlauten und oft etwas frechen Trudy und der eher ruhigen, liebenswerten, aber cleveren Marlene. Den beiden habe ich gerne gelauscht. Die Lehrer klingen angemessen streng und bei Trudys Tante wusste ich lange nicht, ob man ihr trauen kann. So undurchsichtig wird sie zum Leben erweckt.

Musikalisch kann man dem Hörspiel ebenfalls nichts vorwerfen. Es kommen oft Stücke zum Einsatz, die das Flair der alten Holmes-Geschichten aufkommen lassen. Das gibt dem Hörspiel etwas sehr Klassisches. Dann und wann klingt es aber auch mal etwas moderner und flotter aus den Boxen, wie es sich für eine Detektivgeschichte für Kinder von heute gehört. Die Mischung ist gelungen. Dafür ist die Geräuschkulisse unglaublich dünn, selbst für ein Kinderhörspiel. Im Wald ständiges Eulen-Schuhu, einfaches “tap-tap” für Schritte und das Gelächter einer ganzen Klasse hat auch anders zu klingen als dreifaches Kichern.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb. Schön bunt und die beiden Mädels sehen sehr sympathisch und pfiffig aus. Die Eule macht neugierig darauf, was es mit ihr auf sich hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass das jungen Hörspielfans gefällt.

Fazit:  Ich werde wohl doch lieber die Bücher lesen. Die Geschichte ist keineswegs schlecht, sie kann nur ihr Potenzial an Spannung und Tempo nicht entfalten, weil die häufigen Erzählerpassagen es regelmäßig ausbremsen. So wirkt es obendrein wie ein HörBUCH mit gespielten Szenen zwischendrin, und so hat ein HörSPIEL für mich schlichtweg nicht zu klingen. Die Sprecher machen einen guten Job und der Soundtrack kann sich hören lassen. Nur die Geräuschkulisse ist wieder recht dürftig.

Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage? (Mara Andeck)

lilia03Lilia hat Tom erobert. Oder hat Tom Lilia erobert? Egal. Fest steht: Was aussah wie ein Happy End, macht zwar durchaus happy, aber zu Ende ist damit gar nichts. Jetzt fangen Lilias Probleme nämlich erst an. Zurück zu Hause muss sie feststellen: Nicht nur Eltern und Lehrer, auch beste Freundinnen und kleine Schwestern können ganz schön komisch werden, wenn man einen Jungen küsst. Und plötzlich hat Lilia ganz viele Fragen: Was kommt eigentlich nach dem ersten Kuss? Der zweite, klar, und dann der dritte, der vierte … Aber danach? Lilia muss unbedingt herausfinden, wie sie, das Leben und die Liebe zusammenpassen. Diesmal kann und will sie sich nicht auf ihr Bücherwissen verlassen. Jetzt muss sie selbst ran und eigene Erfahrungen machen. Wenn man sie nur lassen würde.

Nachdem mir Band 2 von Lilias Tagebüchern nicht so gut gefallen hatte, weil er weit weniger lustig ist als der erste Teil, bin ich mit nicht allzu hohen Erwartungen an diesen Abschlussband der Trilogie herangegangen.
Lilia und Tom haben sich also nun gefunden und sind ein Paar. Da kommt schnell die Befürchtung auf, dass aus der Reihe nunmehr die Luft raus ist. Denn das Hin und Her und die Phase der Balz, mit der sich die beiden vorigen Teile befasst haben, ist gemeistert
Doch auf Lilia warten -in gewisser Weise zum Glück- gleich die nächsten Probleme. Diese kommen schön realistisch rüber. Der erste richtige Freund der Tochter ist wohl in jeder Familie ein großes Thema, das nicht jeder mit Freuden akzeptiert. Da geht es Lilia nicht anders, und speziell mit ihrem Vater stehen ihr so manche Schwierigkeiten ins Haus. Ich finde es immer gut, wenn Geschichten nahe an der Wirklichkeit bleiben, deshalb hat es mir hier gut gefallen. Mit ihren oft sehr eigenwilligen Ansichten gibt Lilia natürlich auch diesem Teil der Geschichte ihre ganz eigene Note. Grundsätzlich nimmt sie aber die gleiche Haltung ein, wie wohl jedes fünfzehnjährige, zum ersten Mal richtig verliebte Mädchen. Darin können die jungen Leserinnen sich leicht wiederfinden.
Doch nicht nur mit ihrer Familie, auch mit Tom läuft es leider nicht ganz so gut wie Lilia es erwartet hat. Natürlich ist es schön, wenn sie zusammen sind, sich küssen, kuscheln, etwas unternehmen, doch leider gibt es dazu nur selten wirklich Gelegenheit. Das gibt Lilia natürlich zu denken und so kommen bald die ersten Sorgen auf, dass womöglich doch nicht alles so himmelhochjauchzend ist an der ersten großen Liebe. Ich kann mir vorstellen, dass auch Mädchen in Lilias Alter mit solchen Problemen konfrontiert werden, weshalb ich das hier ebenfalls als realistisch empfunden habe. Zudem darf man als Leser natürlich nun doch wieder mitfiebern: es wird doch wohl noch alles gut werden mit Lilia und Tom? Oder? Da gibt es tatsächlich den einen oder anderen Moment, in dem man ins Zweifeln geraten kann.
Auch wenn es nun so klingt, Lilias und Toms große Liebe sind nicht das einzige wichtige Thema dieses dritten Teils. In der Schule stehen Lilia, Tom und ihre Freunde dieses Mal noch vor einer ganz anderen Herausforderung, die gemeistert werden will. Und auch dabei kann ich mir denken, dass es vielen Schülern mal so geht. Dass sie vor eine Aufgabe gestellt werden, die in gewisser Hinsicht an Schikane seitens eines Lehrers grenzt. An manchen Stellen wurde mir mit dem Widerstand der Freunde zwar etwas übertrieben (Augen zu und durch hätte die Kids nun auch nicht gerade umgebracht), aber man muss diesem Teil der Handlung zugute halten, dass er Lilia und Co. erwachsener und reifer wirken lässt. Daran könnten sich Teenager im gleichen Alter gerne ein Beispiel nehmen.
In Sachen Humor konnte aber auch Band 3 nicht dem ersten Teil der Reihe nicht das Wasser reichen. Auch hier habe ich nur selten mal gelacht. Mehr als ein Schmunzeln hier und da war leider wieder nicht drin. Unterhaltsam ist das Buch, aber wirklich witzig nicht. Leider.

Lilias Tagebucheinträge, Briefe, eMails, auch Band 3 kommt wieder abwechslungsreich daher und lässt sich entsprechend lesen wie nix. Das ist locker, das ist fröhlich, das passt so ganz prima zur Geschichte.

Lilia und Tom sind ein Paar. Da darf das Cover ruhig vor Herzchen und Rosa quasi überlaufen. Das Motiv passt prima in die Reihe und dürfte Mädels in Liilias Alter leicht ansprechen.

Fazit: Lilia muss in diesem dritten Band erkennen, dass der Himmel doch nicht dauernd voller Geigen hängt. Auch wenn man noch so verliebt ist. Das ist nahe an der Wirklichkeit und es sorgt natürlich für Spannung, weil man nun doch wieder bangen darf, ob Traumpaar Lilia und Tom zusammenbleiben. Allerdings fand ich auch diesen Teil längst nicht so witzig wie den Erstling der Reihe. Dafür gibt es auch hier wieder einen Minuspunkt angekreidet.


Titel: Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?
Autor: Mara Andeck
Seiten: 224
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3414823786
Preis: € 12,99 (HC)

© 2019 Frontier Theme