Schweden

Die Feriendetektive (Vol. 2) – Das Geheimnis des Pharao / Der Dieb von Venedig / Im Tal der Wikinger

Titel: Die Feriendetektive (Vol. 2) – Das Geheimnis des Pharao / Der Dieb von Venedig / Im Tal der Wikinger / Verlag: USM Audio / Spielzeit: ca. 180 min, 3 CDs  / Sprecher: Patrick Bach, Jennifer Böttcher, Valentin Stilu ua

feriendetektive02Inhalt: Wenn die Freunde Timo, Lillie und Max mit ihren Eltern in Urlaub fahren, wird es nie langweilig, denn die drei Feriendetektive haben einen guten Riecher und sind überall mysteriösen Rätseln, Schätzen und Fällen auf der Spur. In Venedig jagen die drei Spürnasen eine Bande von sonderbar maskierten Taschendieben. In Schweden begegnen sie waschechten Wikingern. Und in der ägyptischen Wüste entdecken die Urlaubsdetektive rätselhafte Steinformationen. Haben sie wirklich den Eingang zur Grabkammer eines Pharaos gefunden?


Diese Reihe kannte ich noch nicht. Dachte ich jedenfalls. Da kann man sich vielleicht vorstellen, dass es mich schon nach wenigen Sekunden förmlich umgehauen hat. Aber natürlich kenne ich Timo, Lillie und Max! Oder auch “Die Baadingoo Feriendetektive”! Ich musste eine Weile suchen, aber dann hatte ich die Hörspiele von 2005 / 2006 gefunden, damals erschienen bei Emi Happy Kids. Nun ermitteln die drei Freunde also bei USM Audio, soso.

In dieser Box befinden sich drei CDs mit je einem Fall für die drei Feriendetektive:

“Das Geheimnis des Pharao” hat mir ganz gut gefallen. Hier kommt zunächst wirklich ein schönes Urlaubsflair auf ehe der Fall mit einem Zufallsfund seinen Anfang nimmt. Ich fand es ganz spannend, was die drei Freunde nach diesem Fund erleben und habe sie für ihren Mut einige Male bewundert. Allerdings habe ich dem ganzen Braten nicht recht getraut und hatte eine bestimmte Figur im Verdacht, falsch zu spielen. Entsprechend neugierig war ich auf die Auflösung.

“Der Dieb von Venedig” ist mein Favorit unter den drei Fällen, denn im Gegensatz zu den beiden anderen ist er für mich eine echte Detektivgeschichte. Sehr schnell ereignet sich ein Vorfall, den es aufzuklären gilt und die drei Freunde sind mit Mut und Feuereifer bei der Sache. Erfolge und Rückschläge wechseln sich ab und so bleibt es vom Anfang bis zum Ende spannend und abwechslungsreich.

“Im Tal der Wikinger” ist für mich die schwächste Folge, denn hier dauert es ewig bis überhaupt etwas passiert, was in Richtung Krimi geht. Bis dahin ist es eine schöne Abenteuergeschichte, bei der man einiges lernt, die einem Schweden ganz sympathisch macht und die auch den einen oder anderen spannenden Moment hat. Nicht verkehrt, aber längst keine Detektivgeschichte. Und als es dann kriminell wird, ist das im Nullkommanix abgehandelt und nachgeforscht haben die Freunde keine einzige Sekunde lang.

Insgesamt habe ich mit ihrem Schlacht- oder auch Freudenruf “Baadingoo” so meine Probleme. Ich finde ihn dafür zu lang. Solche Rufe müssen für mich kurz und zackig sein. Drei Silben sind weder das eine, oder das andere.

Die Sprecher sind mein persönlicher Knackpunkt an diesen Hörspielen, jedenfalls die der drei Kinder.
Wobei ich Patrick Bach noch eine recht jugendliche Stimme bestätigen kann. Ihm habe ich den Timo leicht abgenommen. Bei Jennifer Böttcher und Valentin Stilu sieht das ganz anders aus. Man hört eindeutig, dass sie längst aus dem Alter ihrer Figuren heraus sind und sich sehr um junge Stimmen bemühen. Das geht zu Lasten der Glaubwürdigkeit und locker klingt es so gut wie nie. Das ist ganz ähnlich wie bei der “Sternenschweif”-Reihe von USM Audio, in der ebenfalls erwachsene Sprecher jungen Figuren ihre Stimmen leihen.

Musik und Geräuschen kann man nichts vorwerfen. Es sind teils muntere Stücke zu hören, immer wieder aber auch ruhigere Klänge, die der Spannung Rechnung tragen. Speziell in der Geschichte um den Pharao sind außerdem Melodien eingesetzt, die orientalisches Flair aufkommen lassen.

Auf dem Cover ist aus jedem der drei Hörspiele eine Szene dargestellt. Ich mag die Motive. Sie sind farbenfroh, haben aber gleichzeitig etwas Geheimnisvolles und Düsteres an sich. Lediglich Lillies lila Haare finde ich etwas seltsam. Das Kind ist gerade mal neun Jahre alt…

Fazit:  Eine waschechte Detektivfolge ist lediglich “Der Dieb von Venedig”. Bei “Das Geheimnis des Pharao” dauert es eine Weile ehe sich Seltsames ereignet, aber dann wird es doch noch spannend. Noch viel länger dauert es allerdings bei “Im Tal der Wikinger”, das sehr lange lediglich eine Abenteuergeschichte ist. Später ereignet sich zwar etwas Kriminelles, aber Detektiv spielen müssen die drei Freunde dabei keine Sekunde lang. Zu schnell abgehandelt ist es außerdem. Insgesamt also ein eher durchwachsenes Wiederhören mit den “Baadingoo Feriendetektiven”.

Widerspruch zwecklos! oder Wie man eine polnische Mutter überlebt (Emmy Abrahamson)

polnischemutterWarum um Himmels willen können die Mitglieder ihrer Familie nicht so sein wie alle anderen? Alicja wäre doch am liebsten eine ganz durchschnittliche 15-Jährige. Geht aber nicht, weil Alicjas Mutter Polin ist. Das sagt eigentlich schon alles – wenn man mit polnischen Müttern vertraut ist: Mit absoluter Treffgenauigkeit und pfeilgerade schaffen sie es, zu jeder Gelegenheit das zu tun, was ihren pubertierenden Töchtern wahlweise Scham, Zorn oder blanke Verzweiflung ins Antlitz treibt. Das fängt beim Essen an und hört bei Alicjas Freunden noch lange nicht auf. In alles mischt sich die Mutter ein. Als Alicja nach einem ihrer neuerlichen Verkupplungsversuche einen Tobsuchtsanfall erleidet und mit Tellern und Koteletts um sich schmeißt – der krönende Höhepunkt einer total verrückten Hochzeit übrigens – , geht ihr ein Licht auf: Nur wer sich wirklich liebt, kann sich so maßlos auf die Nerven gehen.

Dieses Buch war eine Zufallsentdeckung. Es klang nach leichter und witziger Lektüre, also genau richtig für zwischendurch, und genau das war es für mich dann auch. Auch wenn mein Enthusiasmus bereits anfangs einen kleinen Dämpfer bekam als ich feststellte, dass die Geschichte in Schweden spielt. Und mein Interesse an Schweden reicht leider nicht über Pippi Langstrumpf hinaus. Sorry an alle Schweden-Fans 😉
Dieser skeptische Moment verflog dann aber sehr schnell, zumal mich die Geschichte sofort packte. Alicja mochte ich vom ersten Moment an. Mit einigen Ansichten und Beschreibungen wirkte sie auf mich zwar oft älter als 15, doch das störte mich nicht. Lieber so als teeniemäßig albern. Doch natürlich ist Alija ein Teenager, mit allem was dazu gehört: Freundinnen, Schule, Liebe und vor allem ganz viel Stress mit ihrer Mutter. Die hat als Polin so einige Eigenarten, die Alicja wahlweise auf die Nerven gehen oder ihr peinlich sind wie sonstwas.
Und genau davon erzählt Alicja in diesem Buch. Mir tat sie oft ehrlich leid und ich konnte gut nachvollziehen, wie sie sich in bestimmten Situationen fühlt. Es ist oft wirklich haarsträubend, was sie mit bzw Dank ihrer liebenden Mutter alles erlebt. Gleichzeitig habe ich aber auch häufig darüber grinsen müssen. Alicja erzählt so witzig und mit einem so feinen Blick für Details, da kommt man um ein Schmunzeln kaum herum, ich habe manches Mal sogar richtig gelacht. Mein Favorit war das Familienauto, dem in Polen der Anfangsbuchstabe des Herstellerschildes geklaut wurde und das fortan bei Alicja nur noch “Olvo” heißt.
Neben all den chaotischen Ereignissen beschreibt Alicja auch die anderen Familienangehörigen sehr genau. Sie hat einen guten Blick dafür, was sie von der normalen schwedischen Familie, die sie sich so sehr wünscht, alles unterscheidet. Das hat es mir leicht gemacht, mir ein Bild von ihnen zu machen, und so hatte ich bald eine ziemlich bunte und etwas sonderbare Truppe an Charakteren vor Augen. Bei einigen fiel mir das besonders leicht, weil ich “Solche” tatsächlich schon mal gesehen bzw erlebt habe.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch einigen Lesern sauer aufstoßen wird, weil man sagen könnte, dass das alles nur Vorurteile sind und alles überzogen beschrieben wird. Ich glaube allerdings nicht, dass Emmy Abrahamson eine solche Diskussion anfachen, sondern einfach eine flotte und amüsante Geschichte erzählen möchte. Und das ist ihr für meinen Geschmack gut gelungen. Ob da Vorurteile gefüttert oder Klischees ausgebreitet werden…keine Ahnung. Ehrlich gesagt, ist mir das sogar egal. Das ist kein tiefgründiges Werk, sondern eine witzige Story für Jugendliche.
Ich war jedenfalls immer neugierig, was Alicja noch alles mit ihrer Familie erlebt. Genauso neugierig war ich, wie es mit ihr und Schulfreund Ole weitergeht. Denn eigentlich dürfte Alicja an ihm überhaupt kein Interesse haben, weil eine ihrer besten Freundinnen bereits ein Auge auf ihn geworfen hat. Aber auf Gefühle hat man eben nur selten Einfluss. Eine kleine Lovestory ist in dieser Geschichte also ebenfalls verpackt, und die ist witzig und süß ohne kitschig zu sein.
Das Ende hat mir ebenfalls gefallen, denn es bringt eine schöne und wahre Botschaft rüber. Es kann immer mal sein, dass einen die Eltern bzw die Familie nervt, man kann sich auch mal gründlich über sie ärgern, aber im Grunde liebt man sie eben doch von ganzem Herzen.

Ich hatte das Buch an einem Abend ausgelesen. Es ist so witzig und Alicja erzählt so toll und jugendlich locker und frech, da flogen die Seiten nur so dahin. Die Kapitel haben eine knackige Länge, bei der ich mir immer dachte: ‘ach komm, eines noch’ und plötzlich war ich auf der letzten Seite angekommen. So macht Lesen Spass.

Das Cover ist nicht ganz mein Fall. Ich mag diese grob gezeichnete Frauengestalt nicht. Dafür hat mich der Hintergrund grinsen lassen. Diese Herzchen, die dafür stehen könnten, wie sehr Alicja ihre Mutter eigentlich doch liebt. Und die Totenköpfe mit dem darunter gekreuzten Besteck für die Wut und den Ekel, die sie speziell bei Mutters Kochkünsten oft überkommen.

Fazit:   Ich hatte einen vergnüglichen Abend mit “Widerspruch zwecklos – Wie man eine polnische Mutter überlebt”. Alicja erzählt auf sehr witzige Art und Weise von den Eigenarten ihrer Mutter und von gemeinsamen Erlebnisse, die oft haarsträubend verlaufen. In meinen Augen will die Geschichte in erster Linie unterhalten und nicht der Aufhänger für Diskussionen über Vorurteile sein, und mich hat sie prima unterhalten! Ein witziges Buch für zwischendurch, in dem sich Teenager jeder Nationalität wiederfinden werden.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: Widerspruch zwecklos oder Wie man eine polnische Mutter überlebt
Autor: Emmy Abrahamson
Seiten: 432
Verlag: dtv Reihe Hanser
ISBN: 978-3423625487
Preis: € 12,95 (Broschiert)

So bitterkalt (Johan Theorin)

bitterkaltKaum ein Bewerber findet den Weg nach Valla an die schwedische Westküste.Jan Hauger besitzt viel Erfahrung und glänzende Zeugnisse. Doch es ist keinZufall, dass sich der junge Erzieher in dem abgelegenen Kinderhort vorstellt.Durch einen unterirdischen Gang ist der Hort mit der psychiatrischen Klinikverbunden. So sollen selbst die als gefährlich eingestuften Insassen durchden Kontakt zu ihren Kindern schneller ins Leben zurückfinden. Damit hatJan kein Problem – aber er hat auch ein unliebsames Geheimnis. Denn unterseiner Aufsicht ging ein Kind verloren, das erst nach Tagen auf noch immerungeklärte Weise wieder auftauchte. Und das ist nicht der einzige Fleckauf Jan Haugers Weste. Warum will er ausgerechnet in Valla arbeiten? Undwas verbindet ihn mit dem psychopathischen Mörder Ivan Rössl, der seitJahren in der Klinik behandelt wird?

Dies war mein erster Krimi von Johan Theorin. Allein die Inhaltsangabe sprach mich sofort an. Geschichten um eine Psychiatrie sind meist genau mein Fall. Das muss so eine Art Sensationsgier sein 😉 Irgendwie drängt sich mir immer das Bild einer Klapsmühle auf. Mit düsteren Zellen und Patienten, die nur mit Zwangsjacke herumlaufen und für sich und jeden anderen eine lebensbedrohliche Gefahr darstellen. Da hilft es auch nicht, dass man das heute eigentlich besser weiß. Es ist trotzdem immer noch ein Ort, den die meisten Menschen nicht genauer von innen gesehen haben. Und etwas, das einem so wenig vertraut ist und über das solch grausige Vorstellungen kursieren, das ist eben immer für ein gewisses Gruseln gut.
Das Buch teilt sich für mich in zwei Teile auf. Der erste Teil hat mir richtig gut gefallen, da er gleich aus mehreren Richtungen spannend ist. Da ist zunächst die Hauptperson Jan, der in einem Kindergarten nahe der Psychiatrie als Erzieher anfängt. Man lernt Jan als einen zwar netten jungen Mann kennen, allerdings auch als sehr beherrschte und ruhige Person, die soziale Kontakte eher meidet. Zudem erfährt man bald, dass es in seiner Vergangenheit einen dunklen Fleck gibt. In einer Eindrichtung, in der er früher gearbeitet hat, ist ihm bei einem Ausflug ein Kind “verloren gegangen”. Das alles führte bei mir dazu, dass ich Jan zwar schon irgendwie mochte, aber doch immer auch ein wachsames und misstrauisches Auge auf ihn hatte. Speziell als er beginnt, sich für einen kleinen Jungen in der neuen Einrichtung zu interessieren. Schließlich erfährt an erst nach und nach, was damals passiert ist, und darf somit zuvor schon böse Ahnungen haben, wie ich finde. Hin und wieder ging mir Jan allerdings auch gut auf die Nerven mit seiner Verehrung für Rami. Lange hielt ich sie für eine echte, wenn auch nicht allzu große Berühmtheit, und verstand einfach nicht, dass ein Mann in Jans Alter noch so für einen Star schwärmen kann. Er ist doch kein Teenie mehr!
Wer diese Rami ist, das klärt sich erst als die Geschichte beginnt, sich aufzusplitten. Neben den Ereignissen im Kindergarten und der Psychiatrie, bekommt man dann einen Einblick in Jans Vergangenheit. Denn er selber saß ebenfalls als Jugendlicher mal in einer Psychiatrie! Und man erfährt in einem weiteren Blick in die Vergangeheit, was in der Einrichtung vor sich ging, in der Jan das Kind “verlor” und wie das geschehen konnte.
Durch dieses Aufsplitten hatte ich schnell eine Ahnung, wieso Jan das Kind damals verlor, und ich war sehr neugierig, ob ich richtig lag. Entsprechend habe ich das Buch verschlungen.
Doch als sich dann herauststellte, dass ich richtig lag, war für mich die Spannung raus. Hinzu kam noch, dass einem besagte schaurige Vorstellung der Psychiatrie genommen wird indem man mit Jan dorthin gelangt. Hier begann für mich der zweite Teil des Buches, und den habe ich längst nicht mehr so gebannt verfolgt. Natürlich sind hier noch Fragen offen, die geklärt werden müssen, aber die fand ich gar nicht mehr so spannend. Am Ende kommt es zum großen Showdown, bei dem man den Kopf gut zusammenhalten sollte um durchzusteigen. Da geht es plötzlich holterdipolter während die Handlung vorher schön übersichtlich verlief. Außerdem tut sich noch eine unerwartete (naja) Wendung auf.

Ich fand, “So bitterkalt” liest sich super leicht. Das hat mich überrascht, aber natürlich hat es mir auch gefallen. Es ist ja schon ein dickes Buch und wenn man sich da noch vom Sprachlichen her durchquälen müsste… Nein, da ist das so viel eher mein Fall. Und spätestens als sich die Erzählung in die drei Handlungsstränge aufspaltet, wird es noch mal leichter. So etwas lockert immer auf.

Im Krimi- und Thriller-Regal ist ein solch helles Cover ein echter Blickfang. Ich finde aber außerdem, dass es mit der eisigen Farbe prima zum Titel passt. Und ein dickes Lob gibt’s noch für das Lesebändchen. Sowas ist immer eine  Freude für mich!

Fazit:  In meinen Augen eine zweigeteilte Geschichte. Im ersten Teil super spannend durch einen undurchschaubaren Hauptcharakter, einem Schauplatz, der vielen Menschen so unbekannt sein dürfte, dass man immer noch mit gewissen schauerlichen Vorstellungen davon lebt, und einer aufgeteilten Handlung, die Blicke in der Vergangeheit gewähren undso düstere Geheimnisse preisgeben.  Im zweiten Teil war dann durch einen leicht zu ziehenden Schluss die Spannung ziemlich raus. Zudem fand ich den Showdown geradezu überfallartig komplex. Im Vergleich zum vorigen Geschehen.

Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: So bitterkalt
Autor: Johan Theorin
Seiten: 480
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 978-3492055512
Preis: € 19,99 (TB)

Wir Kinder aus Bullerbü

Titel: Wir Kinder aus Bullerbü / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Carla Sachse, Florentine Stein, Selina Böttcher, Lucas Ascacibar, Leon Seibel, Franz von Otting

bullerbüInhalt: Nur drei Höfe gibt es in Bullerbü. Dort wohnen Lisa, Bosse, Lasse, Inga, Britta und Ole. Im Sommer fangen die Kinder Krebse und belauschen den Wassergeist. Und im Winter bauen sie Schneeburgen und fahren Schlitten um die Wette. Es ist eben nirgendwo so schön wie im geliebten kleinen Bullerbü!


Im Moment wird im Bereich Hörspiel und Hörbuch eine Menge für erwachsene Hörfans getan. Nach “Ich und meine Schwester Klara” kürzlich, kommen nun die Kinder aus Bullerbü zurück. Ich weiß noch, dass ich die Geschichten um Lisa, Bosse, Inga, Lasse, Britta und Ole früher gern im TV angeschaut habe. Umso neugieriger war ich, ob das Hörspiel diese Zeit wieder würde heraufbeschwören können. Ganz klar: ja, dem Hörspiel gelingt das spielend. Acht Geschichten aus Bullerbü sorgen auf dieser CD für den unvergleichlichen Bullerbü-Charme. Lisa erzählt von den Abenteuer, die sie mit ihren Freunden erlebt. Beispielsweise vom Wettspringen im Heuschober, von Gruselgeschichten in der Nacht oder vom Höhlenbauen in den Felsen. Auch wenn das heute womöglich nicht mehr das ist, womit man die Kids von heute begeistern kann, wenn man hier zuhört, dann wird es zu den tollsten Abenteuern, die man als Kind erleben kann. Da wünscht man sich direkt hin nach Bullerbü so viel Flair kommt bei diesen Geschichten rüber. Trotzdem habe ich so meine Zweifel ob man junge Hörer von heute wirklich dafür begeistern kann. Die inzwischen erwachsenen Bullerbü-Fans dürften aber allemal ihren Spass an diesem Stück zurückgeholter Kindheit haben.

Den jungen Sprechern nimmt man die Begeisterung für die Abenteuer sofort ab, so authentisch hauchen sie ihren Charakteren Leben ein. Sie klingen fröhlich und gewitzt und es macht einfach Spass, ihnen zu lauschen. Und ich bin wahrlich kein großer Fan von Kindersprechern! Unter den Sprechern der erwachsenen Rollen sind Könner wie Peter Weis, Kerstin Draeger und Christine Pappert zu hören, was dafür bürgt, dass es auch hier nichts zu befürchten gibt.

Begleitet werden die Geschichten von eigens für dieses Hörspiel komponierten Musikstücken. Sie klingen fröhlich und weich und unterstützen gut die wohlig-heimelige Atmosphäre. Auch auf die Geräusche wurde offenkundig viel Wert gelegt. So wird das Geschehen gut veranschaulicht.

Das Cover gefällt mir gut. Es ist schön bunt und die Kinder auf dem Zaun machen einen sehr fröhlichen Eindruck. Im Cover findet man Informationen über die jungen Sprecher und noch weitere niedliche Bilder.

Fazit:   Mit diesem Hörspiel ist es wirklich sehr gut gelungen, die Geschichten aus Bullerbü zurückzuholen. Die Geschichten haben ganz viel Charme und machen einfach Spass. Hoffentlich lassen sich auch Kinder von heute dafür begeistern.

Ein Svea Andersson Krimi (04) – Schutzlos (Ritta Jacosson / Denise Monteiro & Gordon Piedesack)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (04) –  Schutzlos / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 426 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Monteiro & Gordon Piedesack

svea04Inhalt: Eine Hitzewelle beschert Schweden einen ungewöhnlich heißen Sommer und Svea hat sich nach all den aufregenden Ereignissen ein paar Tage Erholung verdient. Sie fährt mit ihrem neuen Freund Alexander zu dessen Großmutter in eine kleine Stadt am Meer. Doch die Idylle trügt: Die Vorgänge im benachbarten Gutshof werden immer verdächtiger und selbst der Pfarrer scheint in dunkle Machenschaften verwickelt zu sein.


Und hier haben wir dann auch gleich Sveas vierten Fall! Zu meiner großen Freude darf ich verkünden: mit dieser Geschichte geht es wieder deutlich bergauf in der Reihe! Natürlich stellt auch hier wieder ein gesellschaftliches Problem die Grundlage (dieses Mal sind es Schwarzarbeit und Menschenschmuggel), aber es wird nicht alle paar Tracks der moralische Zeigefinger geschwungen. Das hatte mir den vorigen Fall ja ganz schön verleidet. Diesen hier fand ich dagegen wieder richtig schön spannend. Vor allem, weil die Geschichte quasi in zwei Handlungssträngen spielt. Der eine gehört natürlich zu Svea, die ihren Urlaub eigentlich ohne weitere Abenteuer verbringen wollte. Der zweite spielt bei Nadja, einem Mädchen in Sveas Alter, die nahe Sveas Urlaubsdomizil gefangen gehalten wird. Und Svea ahnt bald, dass dort drüben auf dem Bau etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. So fiebert man die ganze Zeit mit, wann diese beiden Handlungsstränge und damit Svea und Nadja zusammentreffen würden. Und was dann geschehen würde! Gutes wird es sicher nicht sein! Solch ein Verlauf hält einen als Hörer bei der Stange und bei Laune, und hier sind die doch sehr stattlichen 426 Minuten so wie im Nu verflogen. Endlich habe ich Sveas auch wieder als eine echte junge Ermittlerin empfunden. Selbstverständlich wird trotz dieses Krimis Sveas Privatleben nicht vernachlässigt. Ihr Hund Wuff, Freunde Alexander und auch die Eltern spielen weiter eine Rolle, was auch gerne so sein darf. Denn das macht die jugendliche Heldin glaubhaft und für die jungen Hörer greifbar.

Das vertraute Sprecher-Duo ist auch hier wieder am Werke. Und dieses Mal teilen sich Denise Monteiro und Gordon Piedesack die Geschichte sehr gerecht. Dafür bietet sich der Verlauf in besagten zwei Handlungssträngen aber auch an. Da hätte es mich schwer gewundert, wenn Gordon Piedesack wieder so selten zu hören gewesen wäre. Er übernimmt die Handlung um Nadja und bringt deren bedrohliche und auswegslose Stimmung gut rüber. Denise Monteiro macht erneut alles richtig und macht mir Svea so noch eine Spur sympathischer als sie es mir ohnehin schon war.

Neben den bereits bekannten munteren Melodien, die für mich bereits zu dieser Reihe gehören, sind hier oft auch düstere und sehr krimitaugliche Stücke zu hören. Zudem werden wieder zahlreiche Geräusche eingestreut, und somit ist “Svea” für mich mittlerweile ein ganzes Stück weit weg von einem reinen Hörbuch. Ich schätze, dass das den überwiegend jugendlichen Hörer ebens entgegekommen wird wie mir.

Dieses Mal springt einem das Hörbuch mit einem kräftig gelben Bildausschnitt ins Auge. Und hier kann man tatsächlich mal eine Szene sehen, die ich in der Geschichte auch genauso wiedergefunden habe. Mir gefallen die “Svea”-Cover bisher sehr gut.

Fazit:  Es geht wieder merklich aufwärts in der Reihe. Das gefällt mir! “Schutzlos” ist ein wirklich spannender Krimi, der sicher nicht nur Jugendlichen gefallen wird. Diese Episode kann ich bedenkenlos auch wieder älteren Krimifans ans Herz legen. So kann es weitergehen!

 

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