Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon

Titel: Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Michael Lott, Jürgen Thormann,  Gerhart Hinze, Robert Vogel, Dietmar Wunder, Maja Maneiro ua

brandis25Inhalt: 2134: Wenn die Not am Größten ist …”heißt es in der Präambel der neu gegründeten Raumnotretter, deren Vormann Mark Brandis ist. Ohne Ansehen der Nationalität soll geholfen werden. Viel Zeit, sich in der neuen Einsatzzentrale auf dem Mond einzurichten, haben die Raumfahrer nicht, denn die Sprengung eines Raumschiffes hat in erdnaher Umlaufbahn eine Splitterwolke von tödlicher Geschwindigkeit entstehen lassen. Sie droht, alles zu zerkleinern, was ihr in den Weg kommt. Und so wird Brandis‘ erste offizielle Rettungsaktion gleich zur Feuertaufe.


Folge 25 – eine schöne runde Zahl um einen neuen Abschnitt in Mark Brandis Leben bzw seiner Karriere einzuläuten. Von nun an ist er Vormann einer Raumnotretter-Truppe. Die wird zu Beginn der Hörspiels erstmal zusammen- und vorgestellt, sodass man sich als Hörer in die neuen Gegebenheiten einfinden kann. Wobei das nicht ganz so schweirig ist, zumal viele der vertrauten Chrakatere mit dabei sein. Natürlich gibt es speziell durch eine Person einen gewissen Widerstand gegen Brandis als Vormann, doch wenn es notwendig ist, kann dieser ja durchaus auch mal den Befehlshaber rauskehren und sein Revier klar abstecken.
Früher als die Truppe es erwartet hätte, steht auch bereits der erste Auftrag an. Und auch wenn noch nicht genug Schiffe vorhanden sind und hier und da noch offensichtlich ist, dass das ganze Unternehmen noch in Kinderschuhen steckt…sobald es darum geht, Menschenleben zu retten, stehen Brandis und sein Team sofort parat und stürzen sich in die neue Herausforderung. So ist es eben auch hier und daran ist gut zu erkennen, dass die Reihe und damit auch Brandis sich treu darin bleiben, bei aller Moderne und Technisierung in der Zukunft nicht das (Zwischen)menschlich aus den Augen zu verlieren. Damit lässt sich zudem leicht beim Hörer Mitgefühl für die Betroffenen aufkommen, wirken sie doch nicht anders als die Menschen heute. Das macht die Geschichte greifbar und wenn man sich so nahe dran an Charakteren fühlt, dann kommt auch sehr schnell Spannung auf und man hofft, dass letztlich alles gut ausgehen wird. Für die Betroffenen der Katastrophe ebenso für Brandis und seine Leute. Ein Schuss Action mischt aber natürlich auch mit und zumindest für mich gehört der auch in eine Science Fiction-Geschichte mit rein.

Hinsichtlich der Sprecher muss die Reihe sich auch weiterhin nichts vorwerfen lassen. Jeder einzelne weiß in seiner Rolle zu überzeugen und dem Hörer ein Bild von der jeweiligen Figur zu vermitteln. Hier hat mir besonders Jürgen Thormann als Pater Connery gefallen. Mir ruhiger, aber doch eindringlicher Stimme erweckt er den Geistlichen glaubhaft zu sympathischen Leben. Und wie schon erwähnt, hat Michael Lott alias Mark Brandis hier auch gut Gelegenheit, den befehlsgewohnten Vormann herauszukehren. Ich kann mir nicht helfen, mir gefällt er so immer besser als wenn er das Menschliche rauskehrt. Das ist mit oft zu viel davon. Ich höre ihn lieber energisch ;)

Musikalisch schlägt man keinen neuen Weg ein. Es sind durchweg Stücke zu hören, wie man sie auch die vorigen Folgen gehört hat. Für mich zählt dieser Soundtrack immer noch zu denen, die am schnellsten Science Fiction – Stimmung aufkommen lassen. Deshalb mag ich sie so gerne. Wirkungsvoll auch ohne bombastische Klänge! Eine ausgefeilte Geräuschkulisse tut ein Übriges dazu.

Das Cover passt prima zur Geschichte, wobei mir speziell das Kreuz gefällt, das sich vom übrigen abgebildeten Geschehen sichtbar abhebt. Eine schöne Idee, immerhin spielt im Hörspiel eine Glaubensgemeinschaft eine wichtige Rolle. Im Booklet findet man dieses Mal unter Anderem einen informativen Text zum Thema Weltraumschrott.

Fazit:  Ein neues Aufgabengebiet für Mark Brandis und sein Team, das gleich zu Beginn alles von der Mannschaft fordert. Damit wird ein neuer Weg in der Reihe eingeschlagen, aber sonst bleibt eben doch alles, wie man es als Fan kennt. So bleibt der Charakter einer Serie erhalten und es fühlt sich keineswegs wie ein Bruch an. Nun hören wir mal, welche Abenteuer noch auf die Raumnotretter warten.

 


Captain Future (06) – Kein Erdenmensch mehr

Titel: Captain Future (06) – Kein Erdenmensch mehr / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Helmut Krauss, Hans-Jürgen Dittberner, Engelbert von Nordhausen, Wolfgang Völz, Jochen Schröder ua

cf06InhaltJohn Carey hat es geschafft. Er hat die Explosion seines Raumschiffs überlebt und schwebte jahrelang durch das Weltall. Nun, da er wieder auf Menschen gestoßen ist, muss er feststellen, dass sich alles, wofür er einmal egstanden hat, für die jetzigen Generationen geändert hat und nicht mehr existiert. Er ist ein lebendes Fossil, das sich auf der Erde nicht mehr zurechtfindet. Da kommt ihm die Aussicht mit Captain Future auf Reisen zu gehen, gerade recht. Er wusste nur nicht, dass sich sein Schicksal, so viele Jahre nach der Explosion seines Raumschiffes, endlich erfüllen sollte.


Als ich diese CD in den Player legte, war ich etwas in Sorge. Denn eigentlich bin ich seit Folge 2 aus der Serie raus. Zum Glück scheint man die Episoden dieser Reihe auch hören und verstehen zu können, wenn man nicht jede einzelne kennt. Die wichtigsten Charaktere hat man schließlich ohnehin präsent, wenn man Kind der 80er ist ;)
Für mich lässt sich diese Folge gut in zwei Teile aufteilen. Zunächst lernt man John Carey kennen, einen Menschen, der seit 1991 als im All verschollen galt. Er wird im Weltraum treibend von der Future-Crew aufgegriffen und muss erkennen, wie lange er “geschlafen” hat. Mir hat dieser Teil der Geschichte gut gefallen. Careys Entgeisterung und Schrecken kommen gut rüber, so dass er mir irgendwie ziemlich leid tat. Auch wenn ich selber es schon cool finden würde, in CFs Zeit “aufzuwachen”, so kann ich mir doch vorstellen, dass es für Carey ein Schock sein muss. Die Sichtweise auf das folgende Geschehen bleibt dann auch bei Carey. Er begleitet Captain Future und seine Leute auf einer Mission, bei der ein gewisser Mr. Lowther gestellt werden soll, der die Treibstoffversorgung übernommen hat und so die Raumfahrer ausnehmen will. Das klang anfangs ganz spannend und ich hatte mich auf ein recht fulminantes Finale gefreut. Das fiel dann allerdings ziemlcih dürftig aus und kam mir doch arg einfach vor. Und auch Lowther wirkte kaum bedrohlich. Wenn es nur immer so leicht wäre, solche Menschen dranzukriegen! Und wenn sie doch immer so naiv wären. Schade eigentlich, das hat mich ziemlich enttäuscht. Andererseits könnte man es auch so sehen, dass die Handlung bis dahin auch eher ruhig verläuft. Womöglich hätte ein lauteres Ende dazu nicht gepasst? Schwer zu sagen. Mir wäre es auf den Versuch angekommen.

Aushängeschild dieser Reihe ist es nachwievor, dass die Sprecher der TV-Serie aus den 80ern zu hören sind. Da kommen einem sofort Erinnerungen daran in den Kopf und einen Punkt Nostalgiebonus sichert die Reihe sich damit ebenfalls. Zwar hört man den Sprechern teilweise an, dass seither doch einige Jährchen in die Lande gezogen sind, doch der Leistung schadet das natürlich nicht. Diesen Stimmen lauscht man gerne, auch nach Jahren noch.  Engelbert von Nordhausen gibt einen angemessen grimmigen Mr. Lowther. Und Gordon Piedesack habe ich Careys Entsetzen und Verzweiflung ebenfalls sofort abgenommen.

Der Soundtrack sorgt natürlich ebenso für nostalgische Gefühle. Im Vergleich zu den Musiken, die andere SciFi-Hörspiele begleiten, mag sie wohl etwas sehr einfach wirken, aber für mich kommt dabei immer noch am schnellsten Science Fiction-Atmosphäre auf.

Das vertraute Covermotiv kommt dieses Mal mit einem rötlich-violett angehauchten Hintergrund daher. Diese dezente Abwechslung gefällt mir. So bleibt das Hauptaugenmerk auf das goldene F gerichtet. Deutlicher kann sich eine Serie kaum als solche zeigen.

Fazit:  Den Teil um Mr. Lowther hatte ich mir etwas spannender und am Ende spektakulärer gewünscht. Dafür konnte mich der Part um Carey überzeugen, der ohnehin eher mein Fall war. Somit hat die Folge bei mir einen recht positiven Eindruck hinterlassen.


Mark Brandis (23) – Triton-Passage

Titel: Mark Brandis (23) – Triton Passage / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Michael Lott, Roman Ketschmar, Dorothea Anna Hagena ua

brandis23Inhalt: 2133: Mark Brandis ist seit 240 Tagen als Gastpilot auf einem neuen Schiff unter dem Kommando von Cmdr. Elmar Busch. Statt eines Testfluges verharrt die EXPLORATOR jedoch regungslos im Weltraum, um den möglicherweise bevorstehenden Ausbruch des Sterns Eta Carinae in eine Hypernova zu beobachten. Eine ereignislose Schicht löst die andere ab. Als Mark Brandis durch VEGA-Direktor John Harris von einem gestrandeten Republikenschiff im Orbit des Planeten Neptun erfährt, gerät er in ein moralisches Dilemma – denn der offizielle Befehl ist unmissverständlich: um keinen Preis darf das Schiff die Beobachtungsposition verlassen!


Ich war ziemlich überrascht als ich mit dieser Folge eine Einzelfolge in Händen hielt. Die Hörspiele dieser Reihe kommen doch vielfach als Doppelfolge mit zwei CDs daher. Ich habe viel Lobendes darüber gelesen, dass man hier nur eine CD hat. Ich habe mich allerdings von der rückseitigen Ankündigung von nahezu 80 Minuten Spielzeit doch eher abgeschreckt gefühlt. Da sind mit die 45-Minuten-Häppchen der Doppelfolge lieber! Und die Story hier hätte das auch durchaus gerechtfertigt! Mit der Rettungsmission in einem und der dramatischen Situation als im Schiff der Luft knapp wird im zweiten Teil. Beides sind spannende Ereignisse, die gut in Szene gesetzt werden und bei denen man mitfiebern kann, aber in einem Rutsch war es mir eben zuviel. Die politischen Verwicklungen und Differenzen sind hier ein wichtiges Thema, und obwohl sowas nicht mein Fall ist, empfinde ich es hier als ganz interessant. Vermutlich, weil neben der Politik eben auch das Menschliche so klar rüberkommt, mit allen Facetten, die die Politik darauf ausübt. Am Ende der Geschichte erwartet einen ein ganz schöner Hammer! Da bin ich jetzt mal gespannt, wie die Reihe nun weitergeht.

Den Part von Brandis Kontrahenten Cmdr. Busch übernimmt Roman Kretschmar, dem es mit wenigen Worten gelingt, einem zu vermitteln, dass er Brandis nicht mag. Und bei aller Menschlichkeit und Ruhe, die Brandis immer durchklingen lässt, in mancher Situation hätte Michael Lott da gerne auch mal lospoltern können. Schwierigkeiten hatte ich mit Anastasia Conze in der Rolle von Lt. Minulescu. Das ist keine Beleidigung, sondern mein Empfinden: sie klingt hier wie eine Sechzehnjährige. So habe ich ihr die erwachsene Wissenschaftlerin nicht abgenommen. Bettina Zech alias Tuva Eidsvag dagegen klingt älter als ein Teenie wie sie ihn hier spricht. Für mich hätte man diese beiden Sprecherinnen genau andersherum einsetzen sollen.

Die Untermalung sitzt auch bei dieser Folge wie auf den Leib geschneidert. Stimmungsvolle Musiken mit Science Ficition-Klang, die die Athmosphäre der einzelnen Passagen deutlich an den Hörer vermittelt. Als etwas too much habe ich die Szene mit Brandis und Tuva empfunden, in der sie gemeinsam musizieren. Gefühlsbetonende Handlung und musikalische Begleitung hin oder her, man kann es auch übertreiben mit der Gefühlsduselei.

Das Cover vermittelt erneut Weltraum-Stimmung, und die kühlen Farben verraten, dass es dort nicht immer menschenfreundlich zugeht.

Fazit:  Das nächste Mal gerne wieder eine Doppelfolge. 79 Minuten Brandis am Stück waren mir doch zu viel. Spannende Momente hat die Geschichte aber einige auf Lager, sodass es Gelegenheit zum Bangen und Mitfiebern gibt.


Mark Brandis (22) – Lautlose Bombe (2/2)

Titel: Mark Brandis (22) – Lautlose Bombe / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Michael Lott, Claudia Urbschat-Mingues, Martin Keßler, Jacob Weigert ua

Inhalt: 2131: Mark Brandis folgt den Spuren, die sein Halbbruder Nat quer über den Planeten hinterlassen hat, zuerst auf die Kerguelen und dann nach Nordafrika. Der Geheimdienst der Union ist Brandis mal einen Schritt voraus, mal versucht er, ihn einzuholen. Doch was wirklich mit den biologischen Kampfstoffen geschehen soll, ahnt noch niemand.


Nachdem beim ersten Teil gegen Ende endlich Schwung in die Geschichte kam, war ich auf diesen zweiten Part eigentlich ziemlich gespannt. Und tatsächlich hat er mir sehr viel besser gefallen. Man ist mit Brandis, Grischa und Co. wieder auf Mission und auf der Spur von Marks Halbbruder Nat. Das hat Tempo, ist abwechslungsreich und spannend. So mag ich die Geschichten um den Commander. Überrascht hat mich der Ausgang der Geschichte bzw das Ende von Nats Plänen. Solch eine drastische “Lösung” hatte ich von dieser Serie nicht erwartet, die ja oft genug auch das Menschliche in den Mittelpunkt rückt. Trotzdem hat es mir gefallen. Es fällt auf, ist unerwartet und hat so seinen ganz speziellen Reiz. Es schadet übrigens nicht, der Geschichte aufmerksam zu folgen, denn hier werden Verwicklungen aufgezeigt, die durchaus komplex sind und sicher in späteren Folgen noch mal von Bedeutung sein werden.

Es ist leider bei meinem ersten Eindruck von Jacob Weigert alias Nat West geblieben. Mit seiner ruhigen, fast sanften Stimme habe ich ihm den verzweifelten Bösewicht nicht so recht abnehmen können. Gut, dass seine abschließende Rede wenigstens inhaltlich schockierend ist. Davon abgesehen trifft man hier auf die bereits lang vertrauten Stimmen. Souverän wie eh und je meistern die Sprecher ihre Rollen.

Musikalisch legt diese Fortsetzung ebenfalls einen guten Zahn zu. Es sind wieder mehr imposante Stücke zu hören, die die Dramatik des Geschehens und sein Tempo unterstreichen.

Das Covermotiv ist hier wieder weniger eindeutig als beim ersten Teil, lässt aber Weltraumstimmung aufkommen. Mit dem Fadenkreuz und der Textzeile wird auch schnell deutlich, dass diese Geschichte eine gewisse Dramatik  aufbietet.

Fazit: Deutlich spannender und rasanter als der erste Teil und somit wieder eher nach meinem Geschmack was diese Serie angeht.

 


The return of Captain Future (01) – Die Rückkehr von Captain Future

Titel: The return of Captain Future (01) – Die Rückkehr von Captain Future / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: / Sprecher: Helmut Krauss, Hans-Jürgen Dittberner, Marie Bierstedt, Klaus Dittmann ua

InhaltSeit drei Jahren ist Captain Future, alias Curtis Newton, mit seinen Freunden Simon Wright, Otto und Greg verschwunden und keiner glaubt mehr daran, dass sie jemals zurückkehren werden. Und doch sind dunkle Schatten im verwaisten Labor im Krater des Tycho zu sehen. Schatten, die etwas Beängstigendes in sich tragen. Als Joan Landor und Ezella Garnie hinauf zum Mond fliegen um endgültig Abschied zu nehmen, ahnen sie nicht, dass die Schatten nur der Anfang sind. Plötzlich schweben sie in Lebensgefahr und drohen für immer ihre eigene Identität zu verlieren.


Ich muss im Vorfeld kurz erwähnen, dass ich weder die alten CF-Hörspielserie kenne, noch je ein CF-Buch gelesen habe. Mir wurde nämlich gesagt, dass die TV-Serie -mein einziger Bezug zu CF- mit der Buchvorlage nicht mehr viel zu tun hat, und dass sich diese neue Reihe halt nach den Büchern richtet. Ich finde aber nicht, dass ich mit falschen Voraussetzungen an diese Serie gegangen bin, denn auf dem Cover prangt dick die Ankündigung, dass man die Originalsprecher und Originalmusik der TV-Serie zu hören bekommt. Daher kann ich nicht finden, dass meine Erwartungshaltung total falsch war. Ich will der Geschichte jetzt auch nicht absprechen, dass die Handlung uninteressant und im Grunde inhaltlich auch spannend ist. Nur bei mir kan zumindest von der Spannung so gut wie nichts an. Über dem gesamten Hörspiel liegt für mich eine geradezu erstaunliche Ruhe. Selbst in solch dramatischen Momenten wie dem, als diese finstere Kreatur Joan übernimmt, habe ich keine Dramatik dabei empfunden. Alles zieht sich in Gemütsruhe dahin. Und wenn man dann -wie ich- die TV-Serie im Kopf hat, dann ist man mindestens verblüfft. Ich habe extra noch mal ein paar Folgen angeschaut, aber in jeder war mehr los als hier.

Einen Teil Mitschuld an dieser “Ruhe” trägt in meinem Falle der häufige Einsatz des Erzählers Helmut Krauss. Ja, ich weiß, es ist (bzw soll ein) inszeniertes Hörbuch (sein), da gehört ein nahezu allgegenwärtiger Erzähler dazu. Trotzdem hätte es für meinen Geschmack gerne weniger sein dürfen. Und vor allem hätte er sich solche Sätze wie “sagte die junge Frau.” am Ende einer Aussage von Joan sparen können. Ich höre schließlich, was sie sagt. Oder wenn es schon sein muss, dann auch konsequent bei allen Charaktere und immer. Die übrigen Sprecher machen ihre Sache prima und es ist natürlich klasse, eine ganze Reihe Stimmen von damals auch in der heutigen Reihe wiederzuhören. Natürlich hört man, dass sie älter geworden sind. Das ist aber ganz normal und für mich kein Grund für Kritik. Man sollte sich da als Fan einfach freuen, dass Highscore Music Wert darauf gelegt und sich diese “Mühe” gemacht hat.

Das Wiederhören mit der alten Musik ist selbstverständlich eine feine Sache und zumindest in dieser Hinsicht habe ich mich ein wenig zurück ins “Damals” versetzt gefühlt. Der Folge wurde aber auch neue Musik gegönnt, die sicher gut ist, für mich aber schon wieder ein wenig zu imposant. So klingt CF für mich halt einfach nicht.

Das Cover kommt recht schlicht daher, gefällt mir aber trotzdem. Es kommt beim Ansehen schon Weltraum-Stimmung auf. Und mit den Farbspielen und dem F ist es auch ganz augenfällig.

Fazit:  Kurz und ungut: mein Ding ist “Captain Future” so nicht. Zu zäh und Spannung und Dramatik kamen für mich hier nicht auf. Vielleicht kommt das aber noch mit Folge 2. Eine erste Episode muss ja immer auch erstmal den Boden für das Folgende ebnen und die große Handlung einleiten. Abwarten.


Mark Brandis (19) – Sirius-Patrouille (1/2)

Titel: Mark Brandis (19) – Sirius-Patrouille (1/2) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: David Nathan, Michael Lott, Felix Isenbügel, Thomas Schmuckert ua

Inhalt: 2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Testflug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der renommierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind. Doch im interplanetaren Raum ist das Recht schnell auf Seite des Stärkeren …


Diese Zusammenfassung des Inhaltes klingt aufregender als das Hörspiel letztlich ist. Ich habe ganz im Gegenteil als äußerst ruhig empfunden. Bis auf einige wenige Szenen ist hier nicht gerade was los. Das soll aber kein Vorwurf sein, ein gutes Science Fiction-Hörspiel braucht nicht alle fünf Minuten irgendwelches *bumm-bumm* um mir zu gefallen. Gegen eine solche eher ruhige Folge habe ich also nichts. Zudem ist es ja auch wahrscheinlich, dass hier quasi der Grundstein für die weitere Handlung gelegt wird, und dass es im zweiten Teil dann mehr zur Sache geht. Falls ja hätte ein wenig mehr Spannung dem ersten Teil aber sicher nicht geschadet. Die kommt mir zu kurz. Ein einzige bisschen Spannung rührt für mich daher, dass ich dem Major sowieso nicht und auch Seebeck nur bedingt traue. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er mehr ist als ein harmloser Journalist. Mal sehen, was sich in Teil zwei in der Hinsicht tut.

Was die Sprecher anbetrifft ist weitestgehend alles im Grünen Bereich. Die Stammsprecher machen ihre Job sehr gut. Es gibt aber auch Sprecher, bei denen ich mich -gelinde gesagt- gewundert habe. Allen voran Felix Isenbügel alias Journalist Martin Seebeck. Da hapert es mit der Betonung ganz ordentlich. Oder ist Seebeck ein Roboter und man weiß es nur noch nicht? Und auch Sabine Ehlers als Lana Swanson klang mir zu eintönig.

Hinsichtlich Soundtrack ist auf die Serie Verlass. Stimmungsvolle und umfassende Stücke sind zu hören, die im Nu Weltraumflair aufkommen lassen. Und auch die Geräusche machen das Geschehen gut anschaulich. Hier passt alles.

Auf dem Cover kann man eine Szene aus der Geschichte bewundern. Farblich schön düster gehalten vermittelt sie irgendwie auch einen Eindruck von Einsamkeit und Bedrohung.

Fazit:  In diesem ersten Teil geht es recht ruhig zu und auch Spannung wollte bei mir nicht groß aufkommen. Trotzdem, schlecht ist die Folge nicht. “Mark Brandis” bleibt auch so mein SF-Favorit unter den Hörspielen. Und wer weiß? Vielleicht überrascht Teil 2 ja mit mehr Tempo und Spannung?


Mark Brandis (17) – Alarm für die Erde (1/2)

Titel: Mark Brandis (17) – Alarm für die Erde / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Michael Lott, David Nathan, Martin Keßler, Wolfgang Kaven, Jan Spitzer u.a.

Inhalt: 2129: Kein ruhiges Weihnachten für Commander Brandis und seine Crew. Die Evakuierungs-maßnahmen eines Gebiets von 500 km² um den Kilimandscharo in Ostafrika stellt die Logistik der Helfer bereits vor unüberwindbare Probleme. Anscheinend immun gegen die radioaktive Strahlung schießen selbsternannte Freiheitskämpfer, die »Fliegenden Löwen«, auf die Hilfstruppen. Und Ruth wartet verunglückt in einem gestrandeten Transporter bei Nairobi auf Rettung …


Wie der Titel des neuen Zweiteilers bereits verrät, spielt sich die Handlung hier nicht mehr vornehmlich im All ab, sondern auf der Erde. Hier haben die Ereignisse aus der vorigen Doppelfolgen Verhehrendes angerichtet. Es gilt tausende Menschen aus dem verseuchten Gebiet zu schaffen. Und das, während Feiheitskämpfer in dieser Hilfsmaßnahme eine reine Bedrohung sehen und mit Gewalt reagieren. In dieser Folge verfügt also über eine gute Portion an Dramatik und Spannung. Und auch wenn die Geschichte auf der Erde spielt, so ist sie nicht weniger Science Fiction als ihre Vorgänger. Dennoch denke ich, da wäre noch mehr gegangen. Die Story hätte es jedenfalls hergegben. Mir ist zumindest  keine Szene durch irgendein Detail groß im Gedächtnis geblieben. Die Folge ist zwar durchgängig ganz interessant, aber im Angesicht eines Atomunfalls und der Entführung von Marks Frau hätte man ruhig noch ein Schippchen drauflegen dürfen.

Es wäre wohl das erste Mal, wenn man bei den Sprechern etwas zu bekritteln fände. Michael Lott, David Nathan, Claudia Urbschat-Mingues, das sind halt Sprecher, der hat man nichts zu befürchten. Und so wird hier auch wieder sehr gute Arbeit abgeliefert und es macht Spass, ihnen zu lauschen. Einzig mit Dorothea Anna Hagena alias Ruth O’Hara habe ich noch immer so meine Probleme. Sie klingt mir oft eine Spur zu abgeklärt, zu emotionslos. Das fällt gerade in einer Geschichte, in der es auch gut menschelt besonders auf.

Von bombastischen, futuristischen Musikstücken hat man bei dieser Episode abgesehen, was gut passt, da die Geschichte ja auf der Erde spielt. Trotzdem sind natürlich sehr passende, gut gewählte Stücke zu hören, die die Handlung wirkungsvoll unterstreichen. Und auch die Geräusche sind erneut vom Feinsten. Auch in diesem Bereich lässt sich nichts zum Beanstanden finden.

Das rauchende Raumschiff vor der Startrampe, dahinter ein Wolkengebirge, das Covermotiv lässt schon deutlich durchblicken, dass in dieser Folge große Gefahren auf Brandis und sein Team warten. Es wirkt ordentlich bedrohlich.

Fazit:  Was die Geschichte anbetrifft nicht schlecht, aber da hätte gern noch etwas nachgelegt werden dürfen. Ansonsten wie immer ein feines Hörvergnügen.


Lightstreams 06 – Das Ende der Welt

Titel: Lightstreams (06) – Das Ende der Welt / Verlag: Mindcrusher Studios / Spielzeit: ca. 15 min / Sprecher: Marco Ansing, Insa Müller, Rene Wagner, Timo Landsiedel u.a.

Inhalt: Der Privatdetektiv Harvey Boone bekommt einen Fall, der zunächst ganz einfach aussieht. Doch wer sich in den Fängen der Lightstreams befindet, unterliegt manchmal ganz anderen Gesetzen.


Vorweg muss ich vielleicht erwähnen, dass ich die Folge 1 bis 5 nicht kenne. Sollte es also einen roten Faden geben, kann ich dazu nichts sagen. Ich kann aber sagen, dass mich das Hörspiel zunächst sehr verblüfft hat, weil es mir bis gut zur Hälfte sehr unspektakulär vorkam. Es klingt wie ein alter Krimi, was von Haus aus schon nicht mein Fall ist, und außerdem hatte ich mir einfach etwas Besonderes von “Lightstreams” Folge 6 erwartet, was ein Krimi ala Dick Tracy halt nicht ist.
Aber…plötzlich wendete sich das Blatt und siehe da: von nun an wurde es durchaus spannend, denn man wird aus dem Geschehen genauso wenig schlau wie Boone selber. Die erste (!) Auflösung dann fällt so interessant aus, dass ich ziemlich neidisch wurde. So etwas würde ich auch gerne mal erleben, ging es mir durch den Kopf. Genau für knappe 3 Minuten, denn dann wartet die Geschichte mit einer weiteren Wendung auf, und die sehnt man sich sicher nicht herbei…

Ich halte es Sprechern immer zu Gute, wenn sie mit hörbarem Spass bei der Sache sind. Das trifft hier auf alle Sprecher zu. Marco Ansing als Erzähler klingt mir anfangs allerdings schon eher jovial als geheimnisvoll. Auch einer der Gründe, wieso ich einfach nicht schließen konnte, welche Art Geschichte mich hier erwartet. Dafür hat mir Insa Müller als Auftraggeberin ganz ausgezeichnet gefallen. Sie vermittelt ein sehr anschauliches Bild dieser Frau. Clemens Nicol gibt Harvey Boone und lässt ihn mit tiefer Stimme leicht verwegen, aber nicht unsymapthisch wirken.

An Musik ist nicht viel zu hören, quasi das Nötigste. Das kommt in der ersten Hälfte in Gestalt von Radiomelodien daher, die den Eindruck eines Krimis aus früherer Zeit noch verstärken. Später ist aber im Hintergrund eine düstere, dräuende Melodie zu hören, die dem Ende der Story eine traumartige Atmosphäre verleiht.

Das Covermotiv gefällt mir, weil ich die Idee dieser Kombination Weltkugel – Auge klasse gemacht finde. Einen durekten Zusammenhang mit der Story kann ich aber nicht erkennen. Aber es ist ein Hingucker, das in jedem Fall und im doppelten Sinne ;)

Fazit:  Das Hörspiel spielt sehr schön mit dem Hörer, stüzt ihn zunächst in Verwirrung, um ihn dann später gleich zweimal -nämlich jedes Mal, wenn man mein, man hätte die Geschichte durchschaut- erneut auf’s Kreuz zu legen. Pfiffig gemacht!


Mark Brandis (15) – Aktenzeichen Illegal

Titel: Mark Brandis (15) – Aktenzeichen illegal / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: 63 min / Sprecher: Michael Lott, David Nathan, Tanja Fornaro, Martin Keßler u.a.

Inhalt: 2128: Grischa Romen hat sich verliebt – in die chinesische Astrophysikerin Ko Ai, die im Rahmen eines internationalen Projekts auf der HERMES gearbeitet hat. Seine Gefühle werden erwidert, doch einer gemeinsamen Zukunft steht ihre republikanische Herkunft im Weg. Als bekannt wird, dass sie eine »illegale Geburt« ist, der bei Rückkehr in ihre Heimat die Exekution droht, wendet sich Romen an seinen Commander und Freund Mark Brandis, der bald darauf Kopf und Kragen riskiert, um den beiden zu helfen. Erst als es zu spät ist, erkennt Brandis, wie skrupellos die Bürokratien der Staaten ihre Ziele verfolgen …


Ich habe es ja bei jeder Folge auf’s Neue gelobt: dass diese Serie trotz aller Politik und Weltraum-Action nie den Zwischenmenschlichen Bereich der Charaktere aus dem Blick verliert. Das finde ich grundsätzlich auch noch immer gut, da es einem die Personen greifbarer macht. Und so war ich zunächst auch von “Aktenzeichen Illegal” angetan. Allerdings nahm mir dieses zwischenmenschliche Thema dann doch schnell Überhand. Selbstverständlich wartet es durch die Schilderung der Maßnahmen zu Geburtenkontrolle in den Republiken mit einer gewisse Dramatik auf und Brandis Unternehmungen um seinem Freund zu helfen sind auch recht spannend, aber etwas mehr Science Fiction in einer Science Fiction – Reihe hätte es gerne sein dürfen. Stattdessen bekommt man gesellige Abende zu hören, Feierlichkeiten und die Schwärmereien von Grischa…
Zudem missfällt mir das Ende dieser Folge, denn erstens ahnt man schon vorher wie die Geschichte ausgehen wird und zweitens…Happy End war doch gestern, oder? ;)

Punkten kann diese Weltraum-Seifenoper dagegen im Sprecherbereich, doch das kennt man von der Serie ja auch nicht anders. Tanja Fornaro alias Ko Ai lässt Grischas große Liebe sympathisch klingen, doch hört man immer auch heraus, dass sie sich durch ihre Herkunft im Wesen von Grischa und seinen Freunden unterscheidet. Und die “üblichen Verdächtigen” wie besispeielsweise Michael Lott, David Nathan und Dorothea Anna Hagena wissen ohnehin zu überzeugen.

Wenisgtens der Soundtrack ist sich bewusst, dass er eine SF-Geschichte begleitet. Imposante, stimmungsvolle Stücke sind zu hören, oft sehr temporeich, so klingt es immerhin musikalisch nach Weltraum-Saga. Zwischendurch -wohl um Grischas Herkunft Rechnung zu tragen- gibt es aber auch folkloristisch angehauchte Melodien zu hören.

Im Booklet finden sich dieses Mal die Übersetzung eines russischen Liedes, da im Hörspiel eine Rolle spielt, und eine Erläuterung zur Gulamarajev-Spritze, die den Republiken als Maßnahme dienen, um die Überbevölkerung zu verhindern. Das Covermotiv zeigt eine interessante und exotische Kombination mit dem Raumschiff und der Antenne vor geradezu tropischer Szenerie.

Fazit:  Wie schon geschrieben: eine Weltraum-Seifenoper. Ganz nett zu hören, mehr aber auch nicht. Etwas mehr SF und zumindest ein wenig Action hätte es gerne sein dürfen. Zudem hat mich das Ende enttäuscht, da sich nach 63 Minuten Hoffen und Bangen alles viel zu leicht löst.