Seele

Wildhexe (03) – Chimäras Rache (Lene Kaaberbøl / Ulrike C. Tscharre)

Titel: Wildhexe (03) – Chimäras Rache / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 207 min / Buch: Lene Kaaberbøl / gelesen von: Ulrike C. Tscharre

wildhexe03Inhalt: Die Wildhexe Clara hat seltsame Träume, in denen ihr Flügel und Krallen wachsen oder sie wie eine gierige Natter über den Boden kriecht. Als sie aufwacht, liegt sie nicht im Bett, sondern ist auf Beutejagd. Eine tote Seele, die mit aller Macht zurück ins Leben drängt, hat von ihr Besitz ergriffen. In Claras Visionen ist es ein Mädchen namens Kimmie. Und natürlich steckt keine andere dahinter als die böseste aller Hexen: Chimära. Zusammen mit Kahla, der begabten Wildhexenschülerin, wagt Clara ein gefährliches Abenteuer. Allerdings ohne ihren Wildfreund Kater, denn das Wesen, das die Tiere bedroht, hat ihn bereits angefallen.


Die Saga um die junge Wildhexe Clara geht in die dritte Runde. Und auch wenn mir die vorigen Teile ebenfalls gefallen haben, so ist “Chimäras Rache” für mich bisher meine Lieblingsgeschichte. Das liegt vor allem daran, dass es hier so richtig rund geht. Im Sinne von: es ist spannend, man sorgt sich um Clara, bangt mit ihr, fragt sich, ob sie diesen Kampf überhaupt gewinnen kann. Und vor allem ist es auch ganz schön gruselig mit dieser toten Seele, die sich Clara bemächtigt hat. Claras Albträume sind nicht ohne, es kommen tote Tiere vor, abgerissene Gliedmaßen und wenn man sich mal bildlich etwas unter “Hunger nach neuem Leben” vorstellt, dann ist das schon für einiges Grausen gut.
Ich habe manche Besprechung gelesen, in denen man sich darüber aufgeregt hat. Aber man muss halt einfach sehen, dass es trotz des großen Natur- und Tierthemas eine Reihe für Elf- bis Dreizehnjährige ist. Das hat in Händen von Grundschulkindern nichts zu suchen, schon lange nicht, ohne elterlichen “Beistand”.
Sicher, es ist eine Ecke deftiger als die Vorgängerteile, doch für mich ist das einfach eine vertständliche Entwicklung der Handlung. Chimära ist nun mal die böseste aller Hexen und wurde schon manches Mal von Clara und ihren Freund vorgeführt. Es ist doch logisch, dass eine solch böse Hexe zu immer größeren Gemeinheiten greift. Entsprechend habe ich es auch nicht so empfunden, dass dieser dritte Teil nicht zu den beiden Folgen zuvor passt.

Gelesen wird auch dieser Teil wieder von Ulrike C. Tscharre. Sie hat mich hier einmal mehr sehr beeindruckt mit ihrer Stimmenvielfalt, mit der sie den Figuren Leben einhaucht und dem Hörer die entsprechenden Bilder vermittelt. Bei einigen Figuren wird ihrer Stimme noch durch gewisse Effekte intensiviert.

Musik ist auch dieses Mal wieder zu hören. Die Reihe bringt so ihren ganz eigenen Klang mit und der Atmosphäre ist dies ebenfalls sehr zuträglich. Ich finde außerdem immer, dass ein Musikstück hier und da das Hören auflockert. Das kann bei 3 CDs nicht schaden.

Auf diesem Cover schauen sich Clara und ein Dachs in die Augen. Jede Folge hat ihr eigenes Tier. Damit ist für mich ein schöner und offensichtlicher Zusammenhang zum Titel “Wildhexe” vorhanden. Im Leben der Wildhexen spielen Tiere schließlich eine wichtige Rolle.

Fazit:  “Chimäras Rache” ist für mich bisher das Highlight der Reihe. In vielerlei Hinsicht super spannend und -das ist einfach so- oft auch ganz schön gruselig. Spätestens wenn man bei dieser Episode angekommen ist, sollte man die Altersempfehlung im Auge behalten.

Gruselkabinett (94) – Tobias Guanerius

Titel: Gruselkabinett (94) – Tobias Guanerius / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 47 min / Sprecher: Tobias Nath, Peter Weiss, Kerstin Sanders-Dornseif ua

gk94Inhalt: Tobias Guarnerius verdient als Geigenbauer für sich und seine Mutter mit Müh und Not das Allernötigste. Sein kostbarster Besitz ist eine sehr besondere Geige. Als seine Mutter im Sterben liegt, fasst er einen folgenschweren Plan.


Dies ist wieder eine dieser “Gruselkabinett”-Folgen, die ich mehrfach gehört habe, weil ich dachte, dass mir der dramatische oder wenigstens gruselige Höhepunkt irgendwie entgangen sein musste. Nur um am Ende festzustellen, dass es ihn gar nicht gab. Weder einen dramatischen, noch einen gruseligen Höhepunkt.
Dabei fand ich die Story gar nicht mal so schlecht. Die Idee des Geigenbauers ist schon ziemlich ungeheuerlich und man kann nur den Kopf schütteln, was er für die Umsetzung hinnimmt. Es braucht schon eine gewisse Besessenheit um am Sterbebett eines Menschen so viel Abgebrühtheit aufzubringen.
Allerdings lassen die Kosequenzen nicht lange auf sich warten und urplötzlich plagen den Geigenbauer Gewissensbisse. Seine Jagd nach der Geige ist zwar abenteuerlich und von Schwierigkeiten geprägt, aber echte Spannung kam alleine daher bei mir nicht auf. Und den Klang der Geige habe ich keineswegs als schaurig empfunden. Man hört halt eine Geige, mehr ist es nicht. Es braucht schon Phantasie um das hineinzuinterpretieren, was dem Klang später nachgesagt wird.
Einen Pluspunkt vergebe ich noch aufgrund der geradlinigen Handlung und der überschaubaren Anzahl an Figuren. Man kommt so gut mit und läuft nicht Gefahr, sich zu verfransen.

In der Rolle des Tobias Guanerius ist Tobias Nath zu hören, der die Besessenheit zu Anfang und die spätere Verzweiflung dieser Figur glaubhaft rüberbringt. Kerstin Sanders-Dornseif gibt zunächst eine energische und selbstbewusste Mutter. Da ist es umso erschreckender, wenn man sie wenig später so verzweifelt hört. Ein toller Kontrast.

Es geht in dieser Geschichte um eine Geige. Da versteht es sich von selbst, dass auch in der Untermalung dieses Instrument zu hören sein sollte. Das ist gut gelungen und steht der Handlung natürlich prima. Die Klänge der Geige hörten sich für mich allerdings nicht viel anders an als die jeder anderen Geige.

Selbstverständlich gehört die Geige samt ihrem Spieler auf das Cover. Man sieht den bewunderten Tobias Guanerius. Es könnte ein einfach beeindruckendes Motiv sein, wenn es den Schatten der Frau im Hintegrund nicht gäbe. Der macht neugierig.

Fazit:  Eine angenehm geradlinige und überschaubare Geschichte, der eine durchaus interessante Idee zugrunde liegt. Guanerius’ Abgebrühtheit lässt einen staunen. Wirkliche spannend fand ich die Story aber nicht, und gruselig schon gar nicht. Da hätte die Geigenmusik mehr hergeben müssen…

Die schwarze Seele des Engels (Susanne Mischke)

schwarzeseeleWelches Geheimnis hat Klara, die coole Neue in Caros Klasse? Warum versteckt sie sich in diesem düsteren Haus? Und wer jagt ihr solche Angst ein, wenn das Telefon klingelt? Für die Freundschaft mit der schönen Klara würde Carolin alles tun. Doch je näher sie Klara kennenlernt, desto mehr beginnt die Fassade des Engels zu bröckeln. Und was dahinter zum Vorschein kommt, beunruhigt Caro zutiefst.

In diese Thriller-Minis bin ich ja ziemlich vernarrt. Dabei habe ich schon richtig gute, aber auch mal schwächere Geschichten angetroffen. Im Vergleich gehört “Die schwarze Seele des Engels” zu den besseren Thrillern. Vor allem, weil die Geschichte einige wirklich erschreckende und grausige Szenen bereithält. So gehört sich das für einen Thriller!
Zwischen diesen Szenen geht es spannend zu. Ich habe die ganze Zeit gegrübelt, was mit Klara nicht stimmt. Und ich war stets um Caro und Vanessa besorgt, die so bewundernd an Klaras Rockzipfel hängen.
Ist Klara nun gefährlich oder will einem die Geschichte das nur auf clevere Art einreden und nachher sieht alles doch ganz anders aus? Dafür, dass sie nur so kurz ist, bietet sie ein schönes Verwirrspiel. Und der Humor, den ich an Susanne Mischkes Thrillern so gerne mag, blitzt ab und zu ebenfalls durch. Darauf hatte ich beim Kauf insgeheim gehofft.

Caro erzählt die Geschichte jugendlich locker. Speziell deshalb darf gerne mal geschmunzelt werden. Das liest sich leicht. Trotz lockerem Erzählstil kommen aber auch Stimmungen wie Angst, Ärger oder sogar Panik gut rüber.

Hach, mal keine Blume auf dem Cover! Ich war begeistert! Den schwarzen Vogel mag ich sehr! Er passt zum Titel und hat etwas geheimnisvoll Gefährliches an sich.

Fazit: Ein spannender Thriller-Zwerg, der mit einigen grausigen Szenen gewürzt ist. Bis zum Ende wird man im bedrohlich Ungewissen gelassen, ob man Klara trauen kann. Fein!


Titel: Die schwarze Seele des Engels
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 109
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401063881
Preis: € 2,99 (Broschiert)

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Rezension – Ewiglich die Sehnsucht (Brodi Ashton)

Wenn die Unsterblichen das größte Opfer verlangen… Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt Nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie.

Auf den ersten Seiten war ich von der Geschichte ziemlich verwirrt, denn es ist auf Anhieb nicht zu durschauen, um was es hier geht, und warum Nikkis Leben so ist, wie es ist. Doch das pendelte sich realtiv schnell ein als ich durchschaut hatte, dass die Geschichte quasi zweigleisig verläuft.
Da ist einmal die Handlung im Heute, in der Nikki versucht, ihre Fehler und Versäumnisse ihrer Vergangenheit gutzumachen und ihrem unausweichlichen Schicksal zu entgehen. Auf der anderen Seite hat man hier die Handlung von früher, aus der Zeit, in der Nikki noch ein ganz normaler Teenager war, der sich aus Verzweiflung Hilfe suchend an die “böse Seite” wandte, was zu ihrem heutigen Dasein führte.
Dieser Wechsel der Handlungsstränge hat mir gut gefallen. Er hält die Geschichte abwechslungsreich und gibt dem Leser die Chance, sich die Handlung insgesamt nach und nach zu erschließen.
Gefallen hat mir auch, dass Brodi Ashton für “Ewiglich die Sehnsucht” mal eine andere Art der übersinnlichen Welt und ihrer Bewohner erdacht hat. Mal keine Vampire, Werwölfe, Feen, Elfen und wer nicht alles gerade die Bücherwelt bevölkert.
Und Brodi Ashton ergeht sich auch nicht in endlosen Beschreibungen des Ewigseits und den Kreaturen dort, was mir sehr entgegenkam. Dennoch ist das Ewigseits gut vorstellbar, auch ohne ellenlange Schilderungen. Die Handlung spielt ohnehin überwiegend in unserer Welt, da halte ich eine umfangreiche Beschreibung auch nicht für allzu notwendig.
Genauso gut ist es ihr gelungen, ihre Charaktere anzulegen. Mit Nikki wurde ich sehr schnell warm. Trotz ihres Schicksals, das wirklich schrecklich ist, bleibt sie trotzdem ein ganz normaler Teenager und legt auch einen gewissen Sinn für Humor an den Tag. Cole ist für mich die wohl schillerndste Gestalt in der Geschichte. Und auch wenn er praktisch das Böse in Person ist, ist er mir nie wirklich unsympathisch geworden. Vielleicht ein heimlicher Hinweis darauf, wie sich sein Charakter im Laufe der Trilogie noch entwickeln wird? Aber vielleicht lasse ich mich da auch nur gut an der Nase herumführen. Bei Nikkis Liebe Jack hat es länger gedauert, ehe ich ihn mochte und in ihm mehr sah als den Helden auf dem Footballfeld.
Dass “Ewiglich die Sehnsucht” mythologische Bezüge aufweist, habe ich erst spät im Internet erfahren. Da hatte ich mit dem Buch bereits angefangen. Was aber auch gut so war. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass ich das Buch deshalb so lange wie möglich links hätte liegen lassen. Denn Mythologie ist nur in Maßen mein Ding. Zuviel davon und ich beginne mich schnell zu langweilen. Doch um das Buch aufzugeben, war ich bereits zu weit gekommen, und um später “abzuschalten”, dazu ergab sich glücklicherweise keine Gelegenheit. Denn auch hier hat Brodi Ashton ein gesundes Maß gefunden, mit dem ich prima leben konnte und das ich so auch als interessant empfunden habe.
So weit, so gut. Inhaltlich hat mir “Ewiglich die Sehnsucht” also gut gefallen, daran ist nichts zu rütteln.
Es gibt aber auch zwei Aspekte, die mir ebenfalls -und dieses Mal im negativen Sinne- eher mäßig vorkamen.
So habe ich die Geschichte nicht als sonderlich spannend und dramatisch empfunden. Auch wenn in den Kapitelüberschriften immer die verbleibende Zeit (bis zu Nikkis Nährung und bis zu ihrer Rückkehr) beinhalten und natürlich beide Ausgänge durchaus fürchterlich sind. So hielt mich die Geschichte eher neugierig auf ihr Ende, als dass ich nägelknabbernd darauf hingefiebert hätte. Womöglich wäre  für mehr Spannung doch eine genauere Beschreibung des Ewigseits und des Schicksals, das die Menschen dort erwartet, gebraucht. Doch dann bin ich schon lieber “nur” neugierig, als mich bei ewig langen Schilderungen zu langweilen.
Mäßig erschien mir auch das Faktor Romantik. Ich brauche beileibe keine Kitsch triefenden Lovestorys, aber so ein gewissen, schönes Kribbeln, das darf es gerne sein. Ich glaube, das habe ich ganze zweimal empfunden. Bei der innigen Liebe zwischen Nikki und Jack doch etwas selten, wie ich finde.

Ich habe drei Abende für das Buch gebraucht. Da Nikki die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt und sie -wie erwähnt- trotz aller Schicksalsschläge doch auch ein normaler Teenager ist, ist ihre Erzählweise angenehm jugendlich, frisch und locker. Bei dem, was Nikki in beiden Handlungssträngen erwartet, hätte sie auch tottraurig und depressiv erzählen können, doch das ist glücklicherweise nicht der Fall. So liest sich “Ewiglich die Sehnsucht” flüssig und leicht.

Das Gesicht auf dem Cover lässt natürlich sofort durchblicken, welches Genre man zwischen den Buchdeckeln antreffen wird. Eine solche Darstellung ist wohl inzwischen Standard geworden. Da ich Ähnliches neuerdings aber auch bei anderen Genres beobachte, will ich das nicht mehr allzu sehr verdammen. Es scheint zu lohnen, Bücher auf diese Weise kenntlich zu machen. Dafür gefällt mir der (Granat)apfel ganz gut, denn immerhin stellt Cole Nikki ein Leben im Paradies in Aussicht. Da passt dieses Symbol gut dazu.

Fazit:  Mich hat “Ewiglich die Sehnsucht” drei Abende ganz gut unterhalten. Eine erfreulich neue jenseitige Welt, sympathische, menschliche Charaktere und ein gesundes Maß an Mythologie, das hat mir gefallen, und mir am Ende sogar ein paar Tränen in die Augen getrieben. Es hätte aber ruhig noch etwas spannender und romantischer sein können. Doch das Buch ist der Erstling einer Trilogie, da besteht ja noch jede Hoffnung, dass das noch kommt. Ich bin gespannt!

Ich danke dem Oetinger Verlag, der dieses Buch im Rahmen einer Aktion an Blogger vergab!


Titel: Ewiglich die Sehnsucht
Autor: Brodi Ashton
Seiten: 379
Verlag: Oetinger Verlag
ISBN: 978-3789130403

Dead Beautiful – Deine Seele in mir (Yvonne Woon)

Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern …

“Dead Beautiful” stand lange bei mir im Regal ohne dass ich mich rangetraut habe. Der wesentliche Grund dafür: es ist halt mal wieder die just ach-so-beliebte Romantasy. Das verrät der Klappentext bereits unmissverständlich. Das Buch hat mich etwas unschlüssig, aber nicht unzufrieden zurück gelassen. Es gibt eine Reihe positive Aspekte, aber auch ein paar negative.
Fangen wir mit den positiven Eindrücken an, die “Dead Beautiful” mir vermittelt hat. Da ist zunächst Renée selber zu nennen, die mir sehr schnell sympathisch wurde. Einfach weil sie -trotzdem sie so für Dante schwärmt- kein albernes, verliebtes Huhn ist, sondern immer bodenständig bleibt und so manche freche Bemerkung auf Lager hat.
Zudem spielt die Geschichte vor einer sehr stimmungsvollen Kulisse. Die sonderbare, aber scheinbar sehr elitäre Schule im altertümlichen Baustil gibt eine prima Szenerie für die Geschichte ab. Hier kann man sich sowohl -verhältnismäßig- normalen Schulunterricht vorstellen, als auch unheimliche Ereignisse. Und die erlebt Renée seit ihrem ersten Tag dort ausgesprochen regelmäßig. Und auch wenn man relativ zügig ahnt, was an dieser Schule und mit einigen Kids dort vor sicht geht, so ist es doch spannend zu verfolgen, wie Renée den Geheimnissen auf die Spur kommt. Und wie sie nach und nach die Umstände des Todes ihrer Eltern begreift. Dieses Rätsel war für mich das spannendste an der Geschichte, da es nicht nur gruselig, sondern auch krimimäßig spannend. Man rätselt beim Lesen einfach immer mit Renée mit.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass ich gegen eine schöne Liebesgeschicht ja eigentlich nichts einzuweden habe. Vorausgesetzt, sie trieft nicht gerade vor Kitsch. Dies hat Yvonne Wood jedenfalls gut vermieden. Renées Schwärmereien und die Szenen zwischen Dante und ihr sind zwar schön und romantisch, aber nicht kitschig. Vielleicht liegt das auch daran, dass man es hier nicht mit den gängigen Vertretern des Genres zu tun hat: den Vampiren und Werwölfen 😉
Soweit alles in bester Ordnung. Aber wie gesagt gibt es auch einige wenige Dinge, die mir an “Dead Beautiful” nicht so gut gefallen haben. Generell gilt das zunächst mal für das Genre, das mir im Buchhandel aktuell einfach zu umfangreich vertreten ist. In diesem Zusammenhang stehen auch die Parallelen zwischen “Dead Beautiful” und Reihen wie “Harry Potter” und “House of Night”, die -wenn man diese Serien kennt- natürlich sofort auffallen. Das dritte Manko -jedenfalls für mich- sind die recht häufigen beschreibenden Passagen. Auch wenn sie natürlich maßeblich dafür sorgen, dass eine Geschichte vorstellbar und greifbar wird, bin ich kein Fan davon, zeilenweise Schilderungen eines Gebäudes, eines Gartens, einer Wiese etc zu lesen. Solche Schilderungen hat “Dead Beautiful” leider auch auf Lager, und gar nicht mal so Wenige.

Dank besagte Beschreibungen habe ich für “Dead Beautiful” mehr Zeit gebraucht als ich für ein Buch dieser Dicke sonst benötige. Wenn ich mich immer mal wieder erwische, wie ich einen Absatz überspringe, bremst das natürlich aus. Ansonsten liest sich das Buch aber recht leicht. Schon etwas anspruchsvoller als man es erwartet, aber doch gut lesbar.
Die Kapitel sind vergleichsweise lang, so dass es bei mir bald zum “Jeden Abend ein Kapitel”-Lese-Rythmus kam.
Ein Lesebändchen gibt es ebenfalls, was ich bei jedem so versehenen Buch wieder gerne mag und nutze.

Ich könnte mir bessere Covermtive vorstellen bzw gibt es in der Geschichte zahlreiche Elemente, die sich auf dem Cover sicher besser gemacht hätten. Mit dem Mädchengesicht verrät das Motiv hier schon so viel über das Genre, dass man auf den Klappentext nicht mehr angewiesen ist.

Fazit:  Trotz besagter Negativ-Punkte hat mich “Dead Beutiful” ein paar Abende gut unterhalten. Schön, dass einem hier mal nicht die so oft verwursteten Vampire und Werwölfe geboten werden, sondern sehr andersartige Wesen. Die Story spielt vor einer schönen Kulisse und ist gleichermaßen spannend wie auch unterhaltsam. Und so bei aller Romantik doch so erfreulich unkitschig!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms.


Titel: Dead Beautiful – Deine Seele in mir
Autor: Yvonne Woon
Seiten: 480
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760386
Preis: € 16,95 (HC)

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