Seifferheld

Der Tod stickt mit (Tatjana Kruse)

todsticktmitKommissar a. D. Siggi Seifferheld beobachtet verdächtige Gestalten in der Kunsthalle Würth zu Schwäbisch Hall. Sofort wittert er Kunstraub! Der Galerist, den er im Verdacht hat, wird allerdings kurz darauf ermordet. Während alle Welt an eine Beziehungstat glaubt und die Geliebte des Galeristen ins Visier der Polizei gerät, ermittelt Seifferheld auf eigene Faust, was ihn arg in die Bredouille bringt. Und das alles, während er erneut Großonkel wird, er fleißig an seinem Aufstieg zum bekanntesten stickenden Mann Deutschlands arbeitet und zusammen mit einer rassigen Ghostwriterin seine Autobiographie schreiben soll.

Obwohl ich die Seifferheld-Krimis bislang wirklich gerne mochte, hat dieses Buch doch unverzeihlich lange auf dem SUB geschlummert. Nun habe ich es endlich gelesen. Zugegeben: vor allem, weil ich Sehnsucht nach meinem Liebling Onis hatte 😉
Ich muss allerdings sagen, dass ich mich mit “Der Tod stickt mit” lange eher schwer getan habe. Denn der eigentliche Krimi braucht ewig, ehe er endlich greifbar wird und wenisgtens ein bisschen in Schwung kommt. Obendrein fühlte er sich für mich gezwungen an. So nach dem Motto “Eigentlich könnte auch nur die Familiengeschichte das Buch füllen, aber die Leser kennen die Reihe als Krimirehe, also mus da irgendwie auch noch ein Krimi mit rein”.  Und das kann es in meinen Augen einfach nicht sein.
Das darf nun bitte nicht falsch verstanden werden! Ich mag die Handlung um Seifferheld und seine bunt zusammengewürfelte Familie wirklich gerne, aber sie darf den Krimi bzw den jeweiligen Fall nicht an den Rand der Geschichte drängen. Genau das ist hier leider geschehen. Ich war richtig froh als der Fall endlich mehr ins Zentrum gerückt wurde. Doch das geschieht erst wirklich sehr spät, quasi bereits zum Ende hin. Das ist einfach zu spät. Ein Krimi sollte bereits vorher spannend sein. Hier aber sabotiert das ganze Familiengedöns jegliche Krimispannung.
Dabei hätte der Fall meiner Meinung nach einiges an Potenzial gehabt. Ein ermordeter Galerist, verdächtige Personen, allerlei interessante Verbindungen zwischen ihnen. Das hätte alles an sich gehabt um Spannung aufkommen zu lassen und den Leser zum Mitknobeln zu ermuntern.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass mich dieses Mal auch jenes Familiengedöns nicht völlig begeistern konnte. Natürlich gibt es witzige Ideen wie zB der “Ausbruch” der Trommler, Seifferhelds barfüßiges Gespräch mit seiner Ghostwriterin oder auch Onis’ kleines Zipperlein. Es gibt aber eben auch Momente, die ich entweder eher peinlich oder aber viel zu überzogen bis albern empfunden habe. Den Anschlag auf die Küche beispielsweise oder auch Mariannes mehr als nervige Eifersuchtsanfälle und Klaus’ sexuell desorientierte Eskapaden. Obendrein dreht sich hier für mich viel zu viel um die Kinder im Hause Seifferheld. So leid es mir tut, ich habe für ein dauerschreiendes Baby nichts übrig, geschweige denn, dass ich es witzig fände.

Wie gewohnt liest sich auch dieser Seifferheld-Band fix weg wie nichts. Ich mag Tatjana Kruses gewandte Art zu erzählen und ihren gewitzten Sinn für Humor. Die Kapitel haben genau die richtige Länge und verlocken mit Zitaten, Sprüchen und Artikeln aus dem Polizeibericht, eben doch noch eines mehr zu lesen. Obwohl man das Buch eigentlich für den Abend hatte beiseite legen wollen.

Einmal mehr ist auf dem Cover ein Gartenwerg zu sehen. Allerdings in eher unspektakulärer Pose und mit wenig krimimäßigem Hintergrund. Da haben mir die düster angehauchten vorigen Cover besser gefallen. Niedlich ist das Motiv aber auf jeden Fall. Und ein Hingucker ebenfalls. Nur einen Krimi würde ich dahinter auf Anhieb nicht erwarten.

Fazit: Leider ein für mich eher enttäuschender Band der Reihe, die ich sonst so gerne mochte. Der Krimi braucht ewig bis er in die Pötte kommt und wird im weiteren Verlauf leider immer wieder vom Seifferheld’schen Familienleben so weit an den Rand gedrängt, dass Spannung erst kurz vor Ende aufkommt. Und auch das Geschehen in der Familie konnte mich dieses Mal nicht so gut unterhalten. Einige Szenen waren mir zu übertrieben. So konnte ich darüber einfach nicht lachen. Schade. Ich hoffe, der nächsten Band ist wieder besser.


Titel: Der Tod stickt mir
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 288
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426514290
Preis: € 9,99

Gestickt, gestopft, gemeuchelt – Kommissar Seifferheld ermittelt (Tatjana Kruse)

gesticktKurz nacheinander werden zwei blutjunge Schauspielerinnen der Freilichtspiele Schwäbisch Hall in der Badewanne grausam ermordet. Siggi Seifferheld findet heraus, dass es um Erpressung ging und dass es sich bei den Tätern um folgende Herren handeln könnte: der Frauenherzen brechende Theaterkollege, der peitschenknallende Regisseur oder der einheimische Bürohengst, ein Mitglied des Gemeinderates. Doch bevor er zusammen mit Gefahrhund Onis die blutigen Fäden dieses Falles entwirren kann, muss sich der stickende 007 um die Frauen in seinem Haushalt kümmern – um seine heiratswillige Tochter Susanne, seine rebellische Nichte Karina und um seine Schwester Irmgard, die Pastorengattin.

Mit diesem Band hält man nun bereits den vierten Fall für den Kommissar im Unruhestand in Händen. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut und bin auch dieses Mal nicht enttäuscht worden.
Sein neuer Fall führt Seifferheld in die Welt des Theaters. Innerhalb kurzer Zeit werden gleich zwei junge Schauspielerinnen ermordet. Die Idee mit dem Theater hat mir gut gefallen. Immerhin hat Seifferheld es dabei mit Schauspielern zu tun und die können einem sicher leicht mal etwas vorgaukeln. So hat es mir Spass gemacht, mit ihm zusammen die einzelnen Personen kennenzulernen und zu grübeln, wer weshalb hinter den Morden stecken könnte. Dafür gibt es gleich eine ganze Reihe Verdächtiger. Das macht Spass, so mag ich Krimis.
Zudem habe ich es bei diesem vierten Band zum ersten Mal so empfunden, dass Seifferheld wirklich Nachforschungen betreibt. Natürlich nicht in dem Maße wie andere Kommissare, aber die sind ja meist auch jünger und noch voll im Dienst. Seifferheld dagegen ist eigentlich im Ruhestand, kann nur leider nicht ganz die Finger vom kriminellen Geschehen in seiner Stadt lassen. Da muss er nicht von Tatort zu Tatort hetzen, sondern darf es ruhiger angehen lassen. Das geht für mich so völlig in Ordnung.
Die Auflösung konnte mich dann doch noch überraschen, obwohl ich bei einer Szene etwas früher schon so eine Ahnung hatte. Ich weiß gar nicht, wieso eigentlich, denn es deutete bis dahin absolut nichts darauf hin. Deshalb habe ich nicht wirklich dran geglaubt und durfte am Ende verblüfft darüber sein, dass ich tatsächlich richtig gelegen hatte. Das ist ebenfalls etwas, was ich bei einem Krimi mag: ein überraschendes Ende und trotzdem eine kleine Gelegenheit, mir selber auf die Schulter klopfen zu können 😉
Selbstverständlich spielt auch in diesem vierten Band Seifferhelds Familie inklusive meinem Liebling Hund Onis eine große Rolle. Ich muss gestehen, bei jedem neuen Band bin ich gespannt, was sich Tatjana Kruse nun wieder für den liebenswert chaotischen Haufen ausgedacht hat. Das ist mir mindestens so wichtig wie der Krimi.  Tochter Susanne ist im Hochzeitsstress, Nichte Karina lässt ihre etwas radikale Vergangenheit wieder aufleben und Oberfeldwebel Schwester Irmgard hat ordentlich mit ihrem Angetrauten und dessen mehr oder weniger liebenswerten Eigenarten zu kämpfen. Es geht also wieder ordentlich rund. Da gibt es reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen. Besonders gefallen hat es mir, dass Onis in diesem Band eine etwas größere Rolle spielt als bisher. Aber wenn man  eine Karriere als Sänger anstrebt, dann muss man schließlich gut Werbung dafür machen 😉

Das Buch macht so viel Spass und ist so leicht und locker geschrieben, dass ich mich jedes Mal zusammenreißen muss um es nicht an einem einzigen Abend auszulesen. Witzige Dreizeiler vor jedem Kapitel und Seifferhelds Polizeiberichte verführen außerdem dazu, immer doch noch ein Kapitel weiterzulesen.

Natürlich trifft man auf dem Cover wieder Gartenzwerge an. Sie sind einfach das Aushängeschild dieser Reihe und fallen im Ladenregal auf. Dass von einem der Zwerge lediglich der Kopf übrig ist, lässt über die Geschichte schon Grausames erahnen.

Fazit:  Mir hat Seifferhelds vierter Fall genauso viel Spass gemacht wie die vorigen Bände. Seifferheld ermittelt auf seine vertraut ruhige Art in einem interessanten Fall in der Welt des Theaters, was viel Raum zum Spekulieren bietet.  Ein schöner leichter Krimi, bei dem dank Seifferhelds chaotischer Familie wieder gerne gelacht werden darf. Ich hoffe, Onis’ Karriere ist mit diesem Band noch nicht beendet…


Titel: Gestickt, gestopft, gemeuchelt
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 256
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426510513
Preis: € 9,99

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Rezension – Finger, Hut und Teufelsbrut – Kommissar Seifferheld ermittelt (Tatjana Kruse)

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wird der indische Kulturattaché mitten auf dem Marktplatz zu Schwäbisch Hall entführt. Siegfried Seifferheld, Kommissar a. D., kennt die Hintergründe, und während die Exekutive noch im Dunkeln tappt, ermittelt Seifferheld mit Gehhilfe und Gefahrhund undercover in einem “Indisch Kochen leicht gemacht”-Kurs. Währenddessen tobt in seiner Familie wieder einmal das Chaos: Seine Freundin MaC ist wutentbrannt ausgezogen, dafür ist seine Schwester Irmgard, auch genannt der General, wieder bei ihm in die Untere Herrengasse eingezogen. Und der heimliche Sticker Seifferheld erhält sogar eine eigene Radiosendung, in der er als Stickexperte mit Rat und Tat berät.

Ich hatte eigentlich nur ein Buch kaufen wollen, da fiel mir der neue “Seifferheld” ins Auge und es war klar: der muss ebenfalls mit! Tatjana Kruses urkomische Krimi-Serie gehört längst zu meinen Lieblingen.
Dieses Mal bekommt Seifferheld es mit der Entführung des indischen Kulturattaché zu tun. Und zwar mitten in Schwäbisch Hall. Das weckt natürlich seinen Spürsinn und so stellt er bald schon eigene Nachforschungen an.
Damit sind die wichtigsten Grundlagen für einen “echten” Krimi gegeben. Es gibt ein Verbrechen mit einigen Verwicklungen und einen Ermittler. Beides wie es sich für einen Krimi gehört. Es ist auch durchaus spannend zu verfolgen, wie sich dieser Fall entwickelt. Allerdings habe ich zumindest einen Aspekt ziemlich flott durchschaut und mich gefragt, wieso niemandem sonst in der Unteren Herrengasse das genug aufgefallen ist um mal im eigenen Haus zu ermitteln. Abgesehen von Hund Onis natürlich.
Womit wird auch schon bei der Familie des Kommissar Seifferheld wären. Und wie schon von den beiden vorigen Bänden gewohnt “verschwindet” der Kriminalfall deutlich hinter diesem turbulenten Familienleben. Da ist Nichte Karina, die ihrem dunkelhäutigen Gatten ein chinesisch-gelbes Kind geboren hat, was natürlich für mächtig Aufregung sorgt. Da ist Seifferhelds Schwester Irmgard und ihr frisch angetrauter Pastor mit dem verhängnisvollen Verdauungsproblem, der zum Missionieren nach Afrika geht und dort ganz neue Seiten an sich kennenlernt. Da ist Seifferhelds Tochter, die sich nach der Geburt ihrer Tochter selber nicht mehr erkennt und äußerst handgreiflich ihrem Liebsten gegenüber ist. Und natürlich spielt auch Seifferhelds Flamme MAC wieder eine wichtige Rolle und heizt ihm mitunter ordentlich ein. Von Seifferhelds Freunden vom Revier und aus dem Kochkurs und seinem Outing als Sticker gar nicht erst zu reden.
Es ist also wieder mächtig etwas los in Schwäbisch Hall. Und vor allem ist es wieder zum Tränenlachen komisch. Ich habe dieses Buch auf einer Zugfahrt gelesen und bin mehr als einmal schräg angeschaut worden, wenn ich mal wieder laut loslachen musste. Ich liebe die Seiffherheld’sche Chaosfamilie einfach und bin deshalb auch niemals böse darüber, dass ich mit dieser Reihe keine typischen Krimis in Händen halte. Typisch kann jeder 😉 So viele Ideen voller witziger Dialoge und mit so viel Situationskomik muss man sich dagegen auch erstmal ausdenken können. In dieser Hinsicht hat mit Tatjana Kruse noch nie enttäuscht.
Hier hat mich das Wiedertreffen mit der Familie vor allem deshalb gefreut, weil ich mir nach Band 2 gewisse Sorgen gemacht hatte ob sie im nächsten Band überhaupt wieder eine Rolle spielen würde. Immerhin waren da die meisten Familienmitglieder aus dem Fachwerkhaus ausgezogen. Eine unbegründete Sorge wie sich herausstellte. Zum Glück. Es hätte mir aber auch klar sein müssen, denn der Reihe dieses wichtige Element zu nehmen, das wäre schlicht der KO-Schlag für die Seifferheld-Krimis.

Wenn ich genug Zeit habe -und im Zug hatte ich sie- dann lese ich einen Seifferheld-Krimi in einem Rutsch. So turbulent wie es in Schwäbisch Hall immer zugeht und so witzig wie die Bücher geschrieben sind, fällt das nicht weiter schwer. Alleine schon die Kapitelüberschriften treiben einem mitunter die Lachtränen in die Augen und machen neugierig auf das Geschehen im jeweiligen Kapitel. Sonderlich lang sind sie auch nie, so dass man leicht immer wieder denkt: ach los, eines noch! Und plötzlich ist man durch.

Vom Cover her schaut einem wie üblich ein Gartenzwerg entgegen. Das Markenzeichen der Seifferheld-Krimis. Mir ist zwar  der Zusammenhang mit den Geschichten immer noch nicht so richtig klar, aber immerhin hat dieser Geselle ein Messer in der Hand. Das ist ein Gegenstand der einem Krimi immer gut steht. Einem Kochbuch allerdings auch, in dem Rezepte sind für die man Kartoffeln schälen muss 😉 Aber was soll’s? Kochen spielt in den Geschichte ja auch immer eine Rolle.

Fazit:  Wie gesagt, “echte” Krimis sehen anders aus. Deshalb wird auch Band 3 dieser Reihe nichts für ernsthafte Krimi-Fans sein. Fans der Reihe kommen mit diesem Band aber wieder voll auf ihre Kosten. Der Fall versteckt sich zwar wieder gut hinter dem chaotischen Familienleben des Kommissars, dafür ist dieses aber erneut zum Kaputtlachen komisch. Das versöhnt mich jedes Mal und ich bin gespannt, welchen Ereignissen (privater und krimineller Art) die Bewohner der Unteren Herrengasse noch entgegengehen.


Titel: Finger Hut und Teufelsbrut
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 320
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426510506

Rezension – Nadel Faden Hackebeil – Ein neuer Fall für Kommissar Seifferheld (Tatjana Kruse)

Hauptkommissar a.D. Siggi Seifferheld greift erneut im idyllischen Schwäbisch Hall der Polizei unter die Arme. Der Landtagsabgeordnete Lambert von Bellingen wird bei einer Wahlveranstaltung ermordet auf einer Herrentoilette gefunden. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Verbrechen aus. Seifferheld jedoch verfolgt eine andere Fährte. Und so schnüffelt der Kommissar im Unruhestand ein wenig im Privatleben des Toten herum und findet heraus, dass der Politiker eine Affäre mit der ortsansässigen Souvenirladenbesitzerin hatte.Um mit der Dame ins Gespräch zu kommen, will Seifferheld ihr seine Stickkissen zum Kommissionskauf anbieten. Doch als er den Laden betritt, entdeckt er sie mit zertrümmertem Gesicht hinter der Theke.

Über Band 1 der “Seifferheld”-Krimis habe ich ja noch gesagt, dass der Fall schon recht deutlich hinter Seifferhelds chaotischem Privatleben zurücksteht. Mich hat das aber nicht besonders gestört, dafür hat mir des Kommissars Familie zu viel Vergnügen bereitet. Trotzdem ist mir aber aufgefallen, dass der neue Fall deutlich zentraler gelagert ist und mehr von der Handlung in Anspruch nimmt. Das hat seltbstverständlich auch seine Vorteile. So kommt es nämlich, dass ich dieses Buch als wesentlich interessanter und spannender empfunden habe. Ich habe mich hier sogar dabei erwischt, wie ich ein wenig für mich mitgeknobelt habe, was da in Schwäbisch Hall los ist. Der Fall ist auch komplexer, reicht bis in die lokale Politik, was auch eine gewisse Ernsthaftigkeit zur Folge hat. Zuletzt sei noch lobend erwähnt, dass die Handlung sich nicht immer um Seifferheld herum abspielt. Es gibt Kapitel, die an anderen Schauplätzen spielen und wo andere Personen im Mittelpunkt stehen. Auch das ist etwas, was Band 2 vom ersten Teil abhebt und was für mich ein merklicher Schritt Richtung “echter” Krimi ist.
ABER: wer -wie ich- so viel Spass am Chaos und den Trubel um Seifferheld und seine Lieben hatte…keine Sorge, auch davon wird wieder reichlich geboten. Ich glaube, ich habe bei “Nadel Faden Hackebeil” noch ein paarmal mehr gelacht. In dieser Familie hat einfach ständig irgendwer einen Hammer auf Lager. Und die Familie hat hier sogar noch Zuwachs bekommen…also seid gespannt, was da alles los ist.
Das Ende hält einige Überraschungen bereit und ich muss sagen, ich habe mir schon so meine Gedanken gemacht als ich das Buch zugeklappt hatte. Aber ich will mal Vertrauen in Tatjana Kruse haben, dass sie uns den Chaotenhaufen aus dem gemütlichen Fachwerkhaus auch im nächsten Band nicht nimmt 😉

Wenn Lektüre so viel Spass macht und auch noch ganz spannend ist, dann ist ein Buch schnell gelesen. Ich habe mich wieder zusammenreißen müssen, es nicht in einem Rutsch zu lesen. Dabei verleiten alleine die Kapitelüberschriften schon wieder dazu, dass man sich sagt: komm, das Kapitel noch. Diese “Seifferheld”-Krimis lesen sich halt super leicht und vergnüglich, und in meinen Augen ist das einer der größten Pluspunkte an der Reihe.

Die Gartenzwerge scheinen wohl das Merkmal der Reihe zu sein. War es bei Band 1 nur einer, so bekommt man es bei dem Cover von Band 2 gleich mit drei dieser zipfelmützigen Gesellen zu tun. Dieses Mal bequem auf einem Zaun (oder in einem Blumenkasten?) sitzend. Einen Zusammenhang mit der Geschichte finde ich darin zwar nicht, aber das Cover ist so auf jeden Fall markant.

Fazit: “Nadel Faden Hackebeil” ist deutlich mehr Krimi als der Vorgänger, was mir prima gefallen hat. Aber natürlich kommt auch der Spass nicht zu kurz. Ich habe wieder sehr häufig gelacht. Und das Ende hat mich zwar besorgt gestimmt, aber eben auch sehr neugierig auf Teil 3. Für alle, die sich auf wirklich humorvolle Krimis einlassen können, ist auch dieser Teil wieder eine klare Empfehlung!


Titel: Nadel Faden Hackebeil
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 336
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426504284

Rezension – Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich – Kommissar Seifferheld ermittelt (Tatjana Kruse)

Kommissar Siegfried Seifferheld, ledig, gutaussehend und wohnhaft in Schwäbisch Hall, wurde bei seinem letzten Einsatz schwer verletzt und in den Frühruhestand versetzt. Doch die Polizeiarbeit legt man nicht ab wie einen alten Hut. Als immer mehr alleinstehende Männer in seiner beschaulichen Heimatstadt einen unerwarteten Tod sterben, glaubt der sympathische Kommissar a. D. nicht an einen Zufall. Und so unterbricht Seifferheld seine heimliche Leidenschaft, das Sticken von Zierkissen, und macht sich auf die Spur des Serienmörders, dicht gefolgt von seinem vierbeinigen Begleiter Onis.

Auf Tatjana Kruse bin ich durch einen Kurzkrimi in dieser Sammlung von Weihnachtskrimis aufmerksam geworden. Dort hatte mir speziell der Humor gefallen.
Auf der Suche nach weiteren Geschichten oder Büchern von ihr, stieß ich auf die “Kommissar Seifferheld” – Krimis. Die Titel klangen vielversprechend lustig und wie es aussah, schienen die Krimis auch gut Lokalkolorit aus dem Schwäbischen mitzubringen. Also genau mein Fall!
Und das stimmt auch! Mir hat “Kreuzstich Bienenstich Herzstich” sehr gut gefallen. Auch wenn ich schon sagen muss, dass ich dem Fall um die getöteten Männer mehr Raum gegönnt hätte. Denn für mein Empfinden steht er hinter Seifferhelds familiären und sonstigen privaten Abenteuern zurück. Das Zeug dazu hat er auf jeden Fall. So ist man eher neugierig auf das Ende mit der Auflösung, als dass man beidem wirklich entgegenfiebert.
Dafür gibt es über das Leben des in den Vorruhestand versetzten Kommissars einiges zum Lachen. Da wäre beispielsweise sein sogenannter Harem, mit dem er zusammenlebt: Schwester, Tochter und Nichte. Von ihnen habe ich wohl am meisten über die rotzfreche und rebellische Nichte Karina gelacht.
Aber auch Seifferheld Unternehmungen um sein unfreiwillig frühes Rentnerdasein etwas abwechslungsreicher zu gestalten, sind immer für mindestens ein Schmunzeln gut. Da wäre zB der VHS-Männer-Kochkurs, Seifferheld größtes Hobby, das Sticken, und Kumpel Kläuschen, der mit einer Gummipuppe zusammenlebt. Irgendwie trifft Seifferheld überall auf amüsante bis skurrile Personen oder landet in ziemlich unmöglichen Situationen.
Die vermutete Spur Lokalkolorit ist ebenfalls tatsächlich vorhanden und rundet den überaus unterhaltsamen Gesamteindruck schließlich ab.

Es wäre kein großes Problem gewesen, das Buch an einem, höchstens an zwei Abenden auszulesen, aber ich habe es mir bewusst aufgeteilt um länger Spass daran zu haben. Aber wirklich Obacht: alleine die Überschriften sind so amüsant, dass sie neugierig machen und zum Weiterlesen verleiten.

Mit dem Gartenzwerg ist das Cover sehr augefällig und außergewöhnlich. Ich habe alleine bei dem Anblick schon grinsen müssen. Allerdings frage ich mich immer noch, worauf die Figur steht. Ist das nur eine alte Holzkiste? Es könnte aber auch ein Sarg sein. Wieso nicht bei einem Krimi? Eben! 😉

Fazit: Ja, der Krimi steht hier leider etwas hintenan. Dafür liest sich das Buch aber umso amüsanter. Mich hat es so gut unterhalten, dass ich mir schon kurz darauf Seifferhelds zweiten Fall zugelegt habe. Wer humorvolle (aber keineswegs alberne!), leichte Krimis mag und obendrein ein Faible für Regionalkrimis hat, der sollte den Kommissar dringend kennenlernen. -Und Onis, meinen vierbeinigen Liebling 😉


Titel: Kreuzstich Bienenstich Herzstich – Kommissar Seifferheld ermittelt
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 320
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426503676
Preis: € 9,99 (TB)

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