Shadow Falls Camp

Shadow Falls Camp (02) – Erwacht im Morgengrauen (C.C. Hunter / Shandra Schadt)

Titel: Shadow Falls Camp (02) – Erwacht im Morgengrauen / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 450 min, 6 CDs / Buch: C. C. Hunter / gelesen von: Shandra Schadt

shadowfalls02Inhalt: Kaum hat Kylie sich einigermaßen im Camp eingelebt, überschlagen sich die Ereignisse. Ihre übernatürlichen Fähigkeiten entwickeln sich, eine Vampirgang zieht mordend durch die Stadt und ein Geist hat eine Warnung für Kylie: Jemand, den sie liebt, wird sterben. Als Kylie ein Wochenende bei ihrer Mutter verbringt, kommt es ohne den Schutz des Camps zu einem Kampf auf Leben und Tod.


Nachdem mir der erste Teil dieser Reihe damals wirklich gut gefallen hatte, fällt mir die Rezi zu diesem zweiten Teil doch ganz schön schwer. Denn der konnte mich im Ganzen nicht so sehr begeistern. Knackpunkt, von dem eigentlich alle meine Schwierigkeiten mit “Erwacht im Morgengrauen” ausgehen, ist ausgerechnet Kylie. Dabei mochte ich sie in Band 1 doch so sehr! Aber hier hat sie mich manches Mal in den Wahnsinn getrieben. Zugegeben, es ist keine leichte Situation, in der sie steckt. Aber bisher wirkte sie doch trotz allem entschlossen und durchaus auch selbstbewusst. Aber jetzt? Bei den kleinsten Problemen wird geheult. Und bei den großen Problemen die Augen davor verschlossen. Denn da gibt es einen Geist, der Kylie erscheint und prophezeit, dass jemand sterben wird. Doch statt dass Kylie sich auf dieses Problem konzentriert, dreht sich bei ihr lange alles nur um Derek und Lucas, die sich beide für sie interessieren und zwischen denen sie sich nicht entscheiden kann. So eine Liebsgeschichte gehört zweifelsohne in eine Story dieser Art, keine Frage. Aber ich finde, sie darf das Mysteriöse und die eigentliche Dramatik nicht in den Hintergrund rücken. Das tut sie hier aber nach Kräften. Und wenn ich immer wieder aus dieser eigentlichen Handlung herausgerissen werde um das heulende Elend zu erleben, dann bleibt bei mir schnell die Spannung auf der Strecke. Erst ziemlich weit zum Ende hin geht es dann wirklich mal rund, aber das wirkt so abrupt und nach “jetzt muss aber mal was passieren”, dass es auch nicht mehr viel rausreißt. Was mir noch immer gefällt, das ist die Vielfältigkeit an übersinnlichen Gestalten, die hier mitwirken. Vampire, Hexen, Feen, das ist mal etwas Anderes als immer nur Vampire beispielsweise. Und trotzdem ist Vampirin Della mein Liebling in der Geschichte. Ich liebe ihre Dispute mit Hexe Miranda 😉

Überraschenderweise hat die Sprecherin der Hörbücher gewechselt. Statt Anke Kortemeier ist nun Shandra Schadt zu hören. Ich habe ihr gerne zugehört. Sie hat eine angenehme und weiche Stimme, die speziell Kylies Gefühlswelt authentisch rüberkommen lässt. Für die weiteren Teile würde ich mir aber einen Gunken mehr jugendliche Leichtigkeit wünschen, speziell in einigen Dialogen.

Die Cover der Reihe haben es mir rigendwie angetan, auch wenn sie über die Handlung nichts weiter hergeben. Aber mir gefallen die Farben und das -spiel mit dem Licht. Das wirkt für solch eine Serie angemessen mysteriös. Und ich bin auch noch immer sehr dankbar darüber, dass mir kein Gesicht entgegenschaut.

Fazit: Ich habe nicht verstanden, wie Kylie zugunsten ihres Liebesdilemmas die unheimliche Drohung des Geistes so sehr in den Hintergrund stellen konnte. Teenagergeschichte hin oder her, die Reihe ist auf Übersinnliches und Mystery ausgelegt, da gehört genau das auch ins Zentrum. Davon kann hier bis kurz vor Ende aber leider nicht die Rede sein. Und bis dahin war mir Kylie mit ihrem Geheule und dem Getue um Derek und Lucas schon gut auf die Nerven gegangen. Ich hoffe, Teil 3 bügelt das wieder aus.

Shadow Falls Camp (01) – Geboren um Mitternacht

Titel: Shadow Falls Camp (01) – Geboren um Mitternacht / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 445 min / Buch: C.C. Hunter / gelesen von: Anke Kortemeier

Inhalt: Im Leben der 16-jährigen Kylie geht alles schief: Nach der Scheidung ihrer Eltern, dem Tod der Großmutter und der Trennung von ihrem Freund wird sie in ein Camp für Schwererziehbare geschickt. Doch Shadow Falls ist kein normales Sommercamp hier entpuppen sich die Teenager als Vampire, Werwölfe, Hexen und Gestaltwandler. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, kämpfen zwei aufregende Jungs um Kylies Herz. Doch bevor sie sich ihrem Liebesleben widmen kann, muss sie herausfinden, wer sie ist.


Mein erster Eindruck von dieser Geschichte war: ein “House of Night”-Klon. Dieser erste Eindruck hat sich für mich während des Hörens bestätigt. Es gibt nur geringfügige Abweichungen wie zB dass die Handlung nicht in einem Internat, sondern in einem Sommercamp spielt. Und dass nicht nur Vampire die Geschichte bevölkern, sonden außerdem auch noch Werwölfe, Gestaltwandler und Geisterseher. Das Schema sonst ist auffallend ähnlich. Ein junges Mädchen gerät aufgrund eines Zwischenfalls unter das übersinnliche Volk, kann kaum glauben, was es hier erlebt und noch viel weniger, dass es selber dazu gehört. So geht es auch Kylie und den größten Teil dieser Geschichte nimmt auch genau dies ein. Kylie kommt in das Camp und kann sich mit all dem Neuen nur schwer abfinden. Sie glaubt nicht, dass sie etwas Besonderes ist, und findet auch nur schwer Anschluss im Camp. Zudem läuft es bei ihr zuhause gerade nicht sonderlich gut und so ganz nebenbei buhlen noch diverse übersinnliche und nicht übersinnliche Jungs um ihre Zuneigung. Ich gebe zu, ich habe mich sehr lange gefragt, wann denn hier endlich mal etwas geschieht. Darauf muss man bis CD 5 warten! Aber ich habe mich bis dahin wirklich gut unterhalten gefühlt. Mir gefällt es, dass hier verschiedene übersinnliche Wesen mitmischen, das bietet eine gewisse Brisanz und Abwechslung. Und wenn es spaßig ist, dann mag ich auch solche Teenie-Stories um Freundschaft, Liebe und Eltern-Probleme. Und gerade im Vergleich mit “House f Night” sehr wichtig für mich: man wird nicht mit irgendwelchen öden Ritualen gelangweilt. Es ist im Gegenteil eigentlich immer etwas los. Und für das Geschehen am Ende hat es sich auch gelohnt bis dahin durchzuhalten. Denn das verspricht durchaus mindestens eine interessante Fortsetzung.

Anke Kortemeier habe ich hier zum ersten Mal in einem Hörbuch gehört. Mir hat sie für diese Geschichte gut gefallen. Ihre Stimme klingt passend jugendlich und sie hat gerade in den Dialogen auch den passenden Teenie-Tonfall für jede Situation auf Lager. Die Variationen mit denen sie den Charakteren ihre Stimmen verleiht sind dabei zwar ziemlich dezent, aber sie funktionieren trotzdem prima. Ich habe immer gewusst, wen sie gerade spricht. Es muss also nicht immer sowas von markant sein. Feine und gute Nuancen erzielen die gleiche Wirkung. Sie klingen in meinen Ohren sogar besser!

Das Covermotiv gibt jetzt zugegebenermaßen nicht viel her. Das Camp befindet sich in bzw  nahe einem Waldgebiet und im Zentrum der Geschichte steht das Mädchen Kylie. Ein Baum und ein Mädchen sind da also eine ganz passende Wahl. Immerhin mal kein Gesicht! Danke! Ich mag außerdem das Farben- und Lichtspiel, das dem Bild einen mysteriösen “Anstrich” gibt.

Fazit:  Die Anleihen bei Genre-Kollegen wie “House of Night” sind nicht zu leugnen. Sie sind bis in Details unübersehbar vorhanden. Mir gefällt “Shadow Falls Camp” trotzdem besser, da man hier eine bunt gemischte übersinnliche Truppe antrifft, die einfach sympathisch ist. Und weil es -zumindest bisher- locker und unterhaltsam zugeht. Ich bin auf die nächsten Teile gespannt und solange die Geschichten um das “Shadow Falls Camp” so munter und vergnüglich sind, bleibe ich der Reihe treu.

© 2019 Frontier Theme