Sommer

Conni, 15 (02) – Mein Sommer fast ohne Jungs (Dagmar Hoßfeld)

Conni, 15 - Mein Sommer fast ohne Jungs (Dagmar Hoßfeld)Wie überlebt man einen heißen Sommer, wenn der Freund ganz weit weg ist? 1. Eiswürfel lutschen 2. Mit den allerbesten Freundinnen abhängen 3. Schwimmen gehen 4. Sich einen coolen Job besorgen 5. Attraktiven Jungs aus dem Weg gehen 6. Nicht verlieben!!! Punkt eins bis vier ist kein Problem, findet Conni. Aber was ist mit den Punkten fünf und sechs?

Wie man mir ganz leicht Angst machen kann? Indem man zum Beispiel im Klappentext eines Conni-Buchs andeutet, dass sich ein anderer Junge zwischen Conni und Philip drängt. Ich finde Conni und Philip so süß, die beiden sind eins meiner persönlichen Traumpaare. Da geht sowas natürlich absolut gar nicht!
Conni tat mir schon im vorigen Band sehr leid als sich abzeichnete, dass Philip für ein halbes Jahr in die USA geht. Und erst recht als er dann wirklich abflog. Entsprechend habe ich auch am Anfang dieses zweiten Bandes ganz schön mit ihr gelitten. Sommer, Sonne, Ferien und der Freund ewig weit weg. Das ist schon schlimm.
Doch Conni wäre nicht Conni, wenn sie sich davon komplett unterkriegen lassen würde. Sie hat zwar ihre Durchhänger und Sehnsuchsmomente, aber da sind schließlich auch noch ihre Freundinnen und Freunde, die für Abwechslung sorgen. Partys, Treffen am See, baden, gelegentlich eine kleine Shoppingtour…über Langeweile kann Conni -und damit auch der Leser- wirklich nicht klagen. Es ist immer etwas los. Dabei geht es so sommerlich-fröhlich zu, dass die Sonne quasi zwischen den Seiten herausscheint. Da bekommt man gleich Lust, genauso einen Sommer zu erleben. Schaut man allerdings aktuell aus dem Fenster…nun ja. Aber dann ist es schön, sich den Sommer mit einem Buch so leicht ins Haus  und sogar auf die Couch oder ins Bett zu holen.Doch so richtig Schwung kommt erst mit Connis Ferienjob in einem Eiskiosk in die Geschichte. Denn dort taucht fast täglich ein netter Junge auf, der obendrein noch gut aussieht. Er scheint an Conni interessiert zu sein. Und ja, Conni ist irgendwie auch ein wenig angetan von ihm. Was mich dabei am meisten schockiert hat: sogar mir hat Finn ganz gut gefallen! Dabei hätte ich ihn doch total doof finden müssen! Schon wegen Philip! Das ist geschickt gemacht, dass man Finn trotzdem ganz in Ordnung findet.
Mir hat es prima gefallen, wie Conni die Situation meistert. Sie macht sich viele Gedanken über Philip, Finn und auch sich selber. Sie spricht mit ihren Freundinnen und auch, wenn sie manchmal denkt, absolut nicht mehr durchzusteigen in Sachen Liebe, findet sich schließlich doch den für sie richtigen Weg. Und sollte das Buch jungen Leserinnen in die Hände geraten, die in einer ähnlichen Situation stecken, können sie die gerne für sich übernehmen. Wie leicht hat man sich in diesem Alter mal verguckt. Da hilft Conni womöglich besser als Eltern, die hauptsächlich Moralpredigten auf Lager haben. Ich mag einfach diese Realitätsnähe der Conni-Geschichten. Dazu gehört in diesem Buch aber auch mal der Gedanke “jetzt erst recht!” als sich Philip eine Weile einfach nicht mehr meldet 😉
Ich habe wieder sehr viel gelacht bei diesem Buch. Conni hat eine so herzige, herzliche und fröhliche Art zu erzählen, da kommt man um ein Lachen oft gar nicht herum. Ein Gespräch mit Philip gegen Ende hat mich aber widerum auch so gerührt, dass ich ein Taschentuch brauchte.

Und weil Conni so mitreißend erzählt, habe ich mich auf der Hälfte vom Buch bewusst gebremst, sonst wäre aus “kurz mal reinlesen” glatt “in einem Rutsch gelesen”geworden. Dafür sind mir Conni-Bücher aber einfach zu schade.

Das Cover zeigt sich genauso sommerlich wie die Geschichte. Ganz gleich, ob Flipflops, Eis oder das Badetuch, alle diese Elemente spielen in der Geschichte eine Rolle. Schön bunt ist das Motiv außerdem.

Fazit: “Mein Sommer fast ohne Jungs” ist meist fröhlich, lustig und sommerlich, hat aber ab und zu auch ruhige, nachdenkliche und traurige Momente. Langweilig wird es nie. Mir hat diese Geschichte wieder sehr viel Spass gemacht. Hier strahlt die Sonne zwischen den Seiten hervor! Einmal mehr rundum gelungen. Und ich hoffe sehr, Conni hört auf den Ratschlag der Ente am Ende 😉


Titel: Mein Sommer fast ohne Jungs
Autor: Dagmar Hoßfeld
Seiten: 288
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN: 978-3551260024
Preis: € 12,90 (Broschiert)

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Conni, 15 (02) – Mein Sommer fast ohne Jungs (Dagmar Hoßfeld / Julia Casper)

Titel: Conni, 15 (02) – Mein Sommer fast ohne Jungs / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 158 min / Buch: Dagmar Hoßfeld / gelesen von: Julia Casper

conni15-2Inhalt: Sommerferien. Conni hat sich mit Phillips Abwesenheit arrangiert. Wann immer es möglich ist, telefonieren, skypen, mailen die beiden miteinander. Da kommt der Ferienjob als Eisverkäuferin zur Ablenkung wie gerufen. Conni blüht auf und fängt an, den Sommer zu genießen. Als alles wieder im Lot zu sein scheint, lernt Conni im Stadtpark einen attraktiven Jungen kennen, der offensichtlich Interesse an ihr hat. Als er jeden Tag zur gleichen Zeit aufkreuzt und ein Eis bestellt, wird sie stutzig. Conni lässt sich auf einen kleinen, für sie vollkommen harmlosen und unverbindlichen Flirt ein. Doch schon bald merkt sie, dass sich da mehr entwickelt.


Mit einem solchen Klappentext kann man mir echt Angst machen! Conni und Philip gehören für mich einfach zusammen! Und da hat sich kein anderer Junge dazwischenzudrängen! Ich war ernsthaft in Sorge, was Conni in dieser Geschichte womöglich anstellen würde.
Dabei tat sie mir anfangs wirklich sehr leid. Sommer, Sonne, Ferien und Philip tausende von Kilometern weit entfernt. Ich konnte gut nachvollziehen, wie Conni sich fühlt.
Ein Ferienjob als Eisverkäuferin im Park bringt dann  wieder Schwung in Connis Leben. Natürlich ist sie oft traurig, dass Philip so weit weg ist, aber wirklich unterkriegen lässt sie sich davon nur selten. Das habe ich bewundert und ich fand es wirklich toll! Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Geschichte ihre fröhliche, sommerliche und sonnige Stimmung frei entfalten kann. Für das Hörbuch fällt mir kein geeigneter Vergleich ein, aber ich habe auch das Buch gelesen und da strahlt die Sonne förmlich zwischen den Seiten hindurch. Beim Hörbuch hört man sie bei fast jeder Szene heraus, und das ist gerade zu dieser Jahreszeit einfach toll. Da bekommt man richtig Lust auf Gartenpartys, schwimmen im See und Eis.
Der neue Job stellt Conni aber auch noch vor eine andere Herausforderung. Jeden Tag kreuzt ein Junge am Kiosk auf. Er ist nett, sieht gut aus und so ein klitzekleiner Flirt schadet doch niemandem, oder? Ich fand den Burschen zwar auch ganz nett, aber ich musste die ganze Zeit an Philip denken und habe nur gehofft, das Conni sich nicht auf mehr einlassen würde. Das hat für mich den größten Teil der Spannung dieser Geschichte ausgemacht. Und auch Conni bringt die Situation zum Nachdenken. Ist so ein Flirt wirklich nichts, oder sollte man schon davon die Finger lassen, wenn man bereits einen Freund hat? Sicher gibt es junge Mädels, die mal in ähnlichen Situationen stecken. Und es hilft oft mehr, wenn jemand wie Conni zum Nachdenken anregt, als wenn beispielsweise die Eltern Predigten halten. Diese Nähe zur Wirklichkeit beeindruckt mich bei Conni-Geschichten jedes Mal aufs Neue.

Wie beim ersten Band um die Teenager-Conni ist auch hier Julia Casper als Sprecherin zu hören. Sie konnte mich auch dieses Mal wieder absolut überzeugen mit ihrer jugendlichen Stimme und dem lockeren Ton. Streckenweise glaubt man gar nicht, dass sie den Text tatsächlich abliest. Es klingt als würde sie frei erzählen. Das passt so prima zu einer solch meist fröhlichen Sommergeschichte. Ist Conni traurig wegen Philip schaltet sie aber auch leicht um, sodass einem solche Szenen tatsächlich rühren. Speziell bei einer Passage während eines Chats zwischen Philip und Conni habe ich wirklich ein Taschentuch gebraucht.

Schon das Covermotiv verspricht eine sommerliche Geschichte mit den Flipflops, dem Badetuch und der Eistüte. Schöne bunte Elemente aus der Geschichte, die prima zu Conni passen.

Fazit:  Eine wunderschöne und turbulente Sommergeschichte mit der fünfzehnjährigen Conni. Ich hatte sehr viel Spass beim Hören. Ob meine Sorge um Conni und Philip berechtigt war, verrate ich natürlich nicht 😉

 

Nixenjagd (Susanne Mischke)

nixenjagdBei einem mitternächtlichen Badeausflug zum See, kippt die ausgelassene Stimmung, als plötzlich eine aus der Clique fehlt: Katrin war hinausgeschwommen und nicht zurückgekehrt. Ein Badeunfall? Franziska, Katrins beste Freundin, kann das nicht glauben. Doch auf der Suche nach einer Erklärung, gerät sie selbst in Gefahr und muss bald feststellen, dass sie niemandem trauen kann – nicht einmal sich selbst.

Meine Phase mit Büchern, die als ideale Urlaubslektüre durchgehen, ging mit diesem Arena Thriller in die dritte Runde. Bei einem Thriller mag das erstaunlich kklingen, aber was spricht denn gegen einen eiskalten Killer unter heißer Sommersonne? Eben! 😉
Wie schon hier und da erwähnt, bin ich im Wasser wahrlich kein Held. Ich traue meinen eigenen Kräften nicht und daher ist Schwimmen etwas, das bei mir per se schon ein gewisses Unwohlsein auslöst. Erst recht in einem Waldsee und bei Nacht, wie die Kids es in dieser Geschichte tun. So schön und romantisch das klingt, mir wäre es unheimlich und zu gefährlich. Dass es gefährlich sein kann, das erfahren Franziska und ihre Schulfreunde hier auf die ganz harte Tour. Katrin, Franziskas beste Freundin, eigentlich eine super Schwimmerin, kehrt nicht aus dem See zurück. Später wird dann ihre Leiche gefunden. Was kann da nur geschehen sein? Franziska versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Ich fand “Nixenjagd” sehr spannend und habe es in einem Rutsch gelesen. Damit ist einmal mehr bewiesen, dass auch Jugendthriller so spannend sein können, dass man sie einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich habe Franziska jedenfalls gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Vor allem, weil man hier einen gewissen Kreis an Verdächtigen hat, die mit Katrins Tod zu tun haben könnten. Somit kann man gut selber knobeln, wer vielleicht dahinter steckt. So etwas mag ich. Es dauert allerdings nicht lange, dann gerät ausgerechnet Paul in Verdacht. Wenn auch nicht sofort bei Franziska, aber als Leser nimmt man diese Fährte schnell auf. Er benimmt sich oft auch ausgesprochen seltsam, und so spricht dann doch einiges für bzw gegen ihn. Das ist umso schlimmer, weil Franziska ziemlich verschossen in Paul ist. Ich mochte Franziska mit ihrer netten und manchmal lustigen Art gerne und hätte ihr einen unverdächtigen Freund und eine erste Liebe mit vielen rosa Wolken gegönnt.
Allerdings gibt es noch eine weitere Person, der man eine solche Tat zutrauen würde. Ihre Chrakaterisierung ist ganz in diese Richtung ausgelegt. Man muss sie einfach verdächtigen. Ich schätze, da kommt kein Leser dran vorbei. Es passt halt alles so gut. Trotzdem war ich ab und zu unsicher. Konnte es sein, dass es Susanne Mischke einem so leicht macht? Eigentlich nicht. Oder vielleicht doch? Ich mag es, wenn man bei einem Thriller oder Krimi so beständig im Ungewissen gelassen wird. Ich war mir wirklich bis zum Ende hin nicht sicher, was ich glauben sollte.
Dass diese Person für Franziska nicht so verdächtig ist, das liegt vor allem daran, dass sie mit ihr weniger zu tun hat als der Leser. Denn die Geschichte fährt zweigleisig. Man begleitet zwar meistens Franziska, aber es gibt immer wieder Passagen, in denen man mit der Polizei, mit Kommissarin Petra Gerres, unterwegs ist. Bei Ermittlungen, im Gespräch mit dem Gerichtsmediziner oder einem Psychiater. Da fällt der Name besagter Person häufiger, und auch hier passt alles bombis zusammen. Wie gesagt, der Verdacht keimt so schnell in einem, dass man sich gar nicht wehren kann. Mir haben diese Passagen außerdem gefallen, weil sie die Geschichte ein Stück erwachsener wirken lassen.
Franziskas Verliebtheit in Paul spielt hier eine wesentliche Rolle. Um eine Liebesgeschichte kommt man in diesem Thriller also nicht herum.  Sie ist aber auch notwendig, um Franziskas Dilemma zu begreifen. Und sie stellt gleich mehrere Hauptverdächtige! Daher habe ich Franziskas Launen gut verstehen können, während ich ja sonst kein Fan von viel Liebes-Hin-und-Her bin. In ihrer Situation wäre jeder unsicher, denn da gibt es diese einfach schönen und romantischen Momente der ersten großen Liebe, dann wieder jagt ihr ihr Schwarm fürchterliche Angst ein. Die Lovestory ist hier also nicht nur Würze, sondern Mittel zum Zweck.
Scheinbar auch um etwas sommerliche Atmosphäre reinzubringen. Davon hat die Geschichte für einen Thriller erstaunlich viel an sich. Mir hat’s gefallen. Wer liest nicht gerne über eine Sommerliebe, Spaziergänge im Wald, Eisessen und Baden im See? Und gerade in diesem Frühljahr können wir doch für jeden Hauch Frühling und Sommer dankbar sein! Und wie man an “Nixenjagd” sehen kann, spricht nichts dagegen, einen Thriller zu dieser Jahreszeit spielen zu lassen.

Wie schon geschrieben, habe ich das Buch an einem Abend gelesen. Erstens weil es so spannend war und ich unbedingt wissen wollte, ob mein Verdacht richtig ist, oder ob ich auf dem Holzweg war. Zweitens aber auch, weil die Geschichte so herrlich locker erzählt wird. Der Ton ist angemessen jugendlich und es gibt viele Dialoge, die sich ohnehin flotter lesen lassen als erzählende Passagen. Die gute Prise Humor in diesen Dialogen hat das Übrige dazugetan. Und die Kapitel sind oft so appetitlich kurz, dass man sich halt doch noch schnell mindestens eines vornimmt. Auch wenn es schon spät ist und man eigentlich schon schlafen sollte 😉

Das seegrüne Cover steht der Geschichte ausgezeichnet. Und den silbrigen Fischschwanz finde ich im Hinblick auf den Titel ebenfalls passend und auch ein wenig witzig. Und niedlich natürlich, klar!

Fazit:  Ein spannender Jugendthriller und die ideale Urlaubslektüre. Für kalte Gänsehautschauer unter warmer Sommersonne.


Titel: Nixenjagd
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 194
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401060880
Preis: € 8,99 (Broschiert)

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Mein Sommer nebenan (Huntley Fitzpatrick)

sommernebenanSamantha Reed liebt die Garretts heiß und innig – doch nur aus der Ferne. Die 10-köpfige Nachbarsfamilie ist tabu, denn die Garretts sind alles, was Samanthas Mutter verabscheut: chaotisch, bunt und lebensfroh. Aber eines schönen Sommerabends erklimmt der 17-jährige Jase Garrett Samanthas Dachvorsprung und stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie verliebt sich mit Haut und Haaren und wird von den Garretts mit offenen Armen aufgenommen. Eine Zeitlang gelingt es Samantha, ihr neues Leben vor der Mutter geheim zu halten. Doch als ein Autounfall die Garretts aus der Bahn wirft , muss Samantha eine schwere Entscheidung treffen.

Liebesgeschichten trifft man auf meinem Blog eher selten an, aber dann und wann hopst eben doch eine auf den Wunschzettel. So wie “Mein Sommer nebenan”, bei dem alleine der Klappentext etwas an sich hatte, das mich sofort auf eine schöne und romantische Geschichte hoffen ließ.
Ganz am Anfang sah es allerdings noch nicht so aus als könnte das Buch 100%ig etwas für mich sein. Denn hier lernt man natürlich zunächst Samantha und ihre Familie kennen. Ich fürchtete erstens, Samantha könnte eine reiche und verwöhnte Zicke sein. Zweitens wird schnell angesprochen, dass ihre Mutter sich politisch in der Stadt engagiert und einen hohen Posten anstrebt, und Politik ist nun wirklich nichts, wofür ich mich groß interessiere. Da hatte ich schon Angst, dass mir dieses Thema bald zuviel werden würde.
Doch mit dem ersten Blick hinüber zu den Garretts waren alle meine Bedenken im Nu dahin. Denn diese chaotische Familie mochte ich sofort. Von den liebenswerten Eltern, über die ruppig wirkende älteste Tochter bis hin zur kleinen Bangebüx Harry. Und Jase, in den sich Samantha rettungslos verliebt, mochte ich ebenfalls total gerne.
Kaum dass Samantha und er sich richtig kennenlernten, konnte ich dann auch meine Angst, Sam könnte eine reiche Zicke sein, in den Wind schlagen. Sie ist einfach ein richtig nettes Mädel mit einem pfiffigen Funken Humor, das in ihrem eigenen Haus nur keine Chance hat, das zu zeigen. Wenn sie mit Jase und / oder seiner Familie zusammen ist, dann zeigt sie es dafür umso mehr, und so mochte ich sie schnell richtig gerne.
Die Liebesgeschichte der beiden fand ich so richtig schön. Sie ist süß und manchmal romantisch, aber niemals triefend kitschig. Sie hat ihre fröhlichen, spaßigen Zeiten, aber es gibt auch ernsthafte Momente. Speziell als den Garrets ein großes Unglück widerfährt. Zudem spielt die Geschichte im Sommer, und ich finde diese sommerliche und leichte Ferienatmosphäre kommt hier sehr gut rüber. Der Sommer ist nun mal eine der schönsten Jahreszeiten, in denen eine Lovestory spielen kann.
Natürlich gehört zu einer solchen Geschichte immer auch ein dramatischer Höhepunkt, bei dem die Liebe plötzlich auf eine harte Probe gestellt wird. Hier ist es der Unfall von Jase Vater, der ihn auf die Intensivstation bringt und die übrige Familie in vielerlei Hinsicht fordert. Das nimmt natürlich auch Jase sehr mit. Und Sam leidet nicht nur mit ihm, sondern schleppt noch ein schreckliches Geheimnis um den Unfall mit sich herum. Zudem bekommt sie zunehmend Probleme mit ihrer Freundin Nan. Auf beiden lastet also großer Druck und so kommt schließlich der Moment, an dem sie ihre Liebe infrage stellen und meinen, keine Kraft mehr dafür zu haben.
Ich habe besonders mit Samantha gelitten und immer nur gehofft, dass sich alles wieder beruhigen und die beiden wieder glücklich sein würden. So ganz konnte ich zwar nicht glauben, dass es kein Happyend geben würde, aber genau weiß man das natürlich nie. Anlass für Zweifel gibt es hier genügend.
Meine anfängliche Sorge, mich könnte das Thema Politik hier irgendwann langweilen, war unbegründet. Es spielt zwar immer eine Rolle, vor allem als es um den Unfall geht, aber es wird nicht allzu sehr in die Tiefe gegangen. Man weiß, dass Sams Mutter Höheres anstrebt, erfährt auch von Wahlkampfveranstaltungen  und oft unaluteren Strategien um ans Ziel zu kommen, doch tiefer taucht die Geschichte in dieser Hinsicht nicht ein. Für mich war das so genau richtig.
Mein Liebling neben Sam und Jase war ganz klar Tim, der drogensüchtige und versoffene Bruder von Sams bester Freundin. Auch wenn mir solche Figuren eher nicht liegen, so mochte ich ihn doch vor allem wegen seiner frechen und witzige Sprüche. Ich weiß nicht, wieso Huntley Fitzpatrick ihn so charakterisiert hat (vielleicht um einen Schuss Moral und Anspruch reinzubringen?), denn eigentlich hätte es das nicht gebraucht. Er hätte sicher auch von Anfang an einfach ein netter und frecher Kerl sein können. Ich hätte ihn deswegen sicher nicht weniger gemocht.

Ich hatte das Buch nach wenigen Abenden ausgelesen. Sam hat eine lockere und witzige Art zu erzählen. So etwas liest sich immer gut und vergnüglich. Die Kapitel haben eine schöne Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang, da kann es schnell passieren, dass man getreu der Devise “ach, eines noch…” plötzlich einen guten Schritt im Buch vorangekommen ist. Ich wollte mehrmals eine Pause machen und in der jeweiligen Nacht noch genug Schlaf zu bekommen, konnte es dann aber doch nicht aus der Hand legen.

Das Covermotiv gefällt mir sehr gut! Schön hell und freundlich, und es verspricht -wie ich finde- genau solch eine schöne Liebesgeschichte, wie man sie zwischen den Deckeln dann auch antrifft. Ich finde allerdings auch, dass die beiden auf dem Ast deutlich älter wirken als es Jase und Sam sind. Das ist etwas schade.

Fazit:  Einfach eine schöne Teenie-Lovestory, die in Sachen “Liebesgeschichte” zwar nach dem altbewährten Schema (große Liebe, großes Drama, großes Bangen) verläuft, dafür aber so voller sommerlicher Atmosphäre steckt und so hinreißend romantisch ist (ohne zu verkitschen), dass mich das überhaupt nicht gestört hat. Die ideale Sommer- und Urlaubslektüre!

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: Mein Sommer nebenan
Autor: Huntley Fitzpatrick
Seiten: 512
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570155721
Preis: € 16,99

Wenn es dunkel wird (Manuela Martini)

dunkelwirdMelody und ihre Freunde wollen einfach nur entspannte Sommerferien an der französischen Mittelmeerküste verbringen. Doch die zunehmende Hitze und unausgesprochene Gefühle zwischen ihnen heizen zusehends die Stimmung auf. Es kommt zur unausweichlichen Katastrophe – ein Jugendlicher stirbt. Mel weiß: Nur wenn sie alle schweigen, wird niemand die Wahrheit je erfahren.

Nachdem ich von meinem ersten X-Thriller “Röslein stach” so begeistert war, war ich neugierig auf weitere Bücher dieser Reihe. Dieses hier klang ganz vielversprechend, auch wenn Frankreich nun wirklich nicht mein Lieblingsschauplatz ist. Aber ansonsten hörte sich der Klappentext nicht übel an.
Die Geschichte begann auch ganz prima und holte sich gleich einen dicken Pluspunkt damit ab, dass sie so modern startet. Mel berichtet nämlich in youtube-Videos von diesem verhängnisvollen Sommer. Ich mag es immer, wenn Geschichten für Jugendliche Elemente mitbringen, die einfach zu deren Leben dazu gehören. Wie das Internet und eben youtube.
Anfangs hat mich das hier wirklich gefreut. Im Nachhinein sehe ich aber genau darin auch den Haken, der im Wesentlichen dazu beigetragen hat, dass mit “Wenn es dunkel wird” dann doch nicht gefallen hat. Denn diese Erzählweise schafft unweigerlich eine gewisse Distanz . Ich hatte immer das Gefühl, ich schaue der Clique zu, statt mich quasi bei ihnen zu fühlen. Ich habe mir ihre Gefühle immer erklären lassen müssen, selber mitfühlen, sich in sie einfühlen, ging dagegen nicht. Das sind aber Dinge, die eine Geschichte mir ermöglichen muss, damit ich in sie eintauchen kann. Entsprechend war mir das hier kaum möglich. Bei Mel ging es wenigstens ab und zu, aber wirklich ganz selten.
Und diese Distanz führt außerdem dazu, dass sowas wie Atmosphäre kaum eine Chance hat. Mit dem Abstand, den Mel gewonnen hat in diesem einen Jahr, sieht sie die Dinge anders und so kann sie einfach die Stimmung nicht so intensiv rüberbringen als wenn sie just im Moment des Erlebens davon erzählen würde. Unglücklicherweise spricht sie einen als Leser hier und da direkt an, und das just in den Szenen, in denen sowas wie eine spannende oder schaurige Atmosphäre gerade Anlauf nimmt. Das ist dann ein Bruch und die Stimmung verpufft.  Bei einem Thriller ist das natürlich dann natürlich sehr schade. Dieses Genre lebt ja nun mal auch ganz wesentlich von Atmosphäre.
Ich denke, es liegt ebenfalls an dieser Distanz, dass ich mit keinem aus der Clique wirklich warm wurde. Nicht einmal mit Mel, die mir als Erzählerin eigentlich am nächsten sein sollte. Aber schon gar nicht mit Claas, Tammy und Julian. Melody hat von Anfang an Vorbehalte Tammy und Julian gegenüber, gibt sie einem als Leser weiter und mit einer Ich-Erzählerin hat man dann kaum Chancen, seine Meinung noch zu ändern. Claas dagegen fand ich einfach nur komisch.
Die Hauptproblematik, das Drama in dieser Geschichte, taucht erst ziemlich spät auf. Bis dahin ahnt man eigentlich überhaupt nicht, in welche Richtung es mal gehen wird. Plözlich kommt dann das Thema Tarot auf den Tisch, was mich wirklich überrascht hat. Denn zuvor ist überhaupt keine Rede davon, dass Mel sich dafür interessiert. Irgendwie wirkte das gezwungen auf mich. Als hätte ein Element her gemusst, am besten ein mysteriöses, das den zentralen Dreh- und Angelpunkt darstellt, aus dem dann das große Drama folgt.
Was darauf folgt erinnert dann sehr an “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast”. Was nichts Schlechtes heißen muss! Ich habe gar nichts dagegen, wenn eine Idee in mehreren Geschichten auftaucht. Wenn das Drumherum gut gemacht ist, bin ich dafür immer zu haben. Nur war es das hier für mich eben leider nicht.
Die Auflösung dann…tja, ich hatte es mir so nicht gedacht. Aber auch nur, weil mir das zu einfach vorgekommen war.

Zumindest lies sich “Wenn es dunkel wird” gut lesen. Geschichten, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind, lesen sich für mich immer besonders leicht. Deshalb mag ich diese Perspektive auch sehr gerne. Die Kapitel sind recht kurz, da kann man auch mal ein paar mehr hintereinander lesen.

Optisch hat mir das Buch sofort gefallen. Mit den kräftigen rot-, Rosa-, und Pinktönen fällt es im Regal sofort auf. Und die Schmetterlinge kann man sicher mit einem Sommer in Frankeich in Verbindung bringen.

Fazit:   Für mich war diese Distanz, aus der Melody von diesem Sommer erzählt, das Hauptproblem an “Wenn es dunkel wird”. So kam keine düstere oder schaurige Atmosphäre auf und ich konnte mich dadurch auch nicht in die Charaktere hineinfühlen, mich zu ihnen hinfühlen. Zudem wirkte der Aufhänger zum eigentlichen Drama in meinen Augen total gezwungen und passte gar nicht in die Szenerie und die Situation. Somit hat mich mein zweiter X-Thriller ziemlich enttäuscht zurückgelassen.


Titel: Wenn es dunkel wird
Autor: Manuela Martini
Seiten: 357
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401066080
Preis: € 12,99 (Broschiert)

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