Sonja Kaiblinger

Scary Harry – Totgesagte leben länger (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Totgesagte leben länger / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 235 min / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharry02Inhalt: Während beim SBI gerade Flaute herrscht und Sensenmann Harold Urlaub auf Hawaii macht, bricht in der Stadt das Chaos aus. Plötzlich wimmelt es dort von Geistern. Otto und Emily haben den Verdacht, dass Ottos verstorbener Onkel Archibald etwas damit zu tun hat. Kurzerhand beschließen die beiden sich ins Jenseits einzuschleusen und Harold eilt ihnen als guter Freund dabei selbstverständlich zu Hilfe.


Nachdem mir Teil 1 und die Kurzgeschichte “Ab durch die Tonne” so gut gefallen hatte, führte an diesem zweiten Band kein Weg vorbei.
Und auch Ottos, Emilys und Harolds zweites Abenteuer hat mich wieder auf ganzer Linie bestens unterhalten. Was geht in der Stadt vor sich? Woher kommen plötzlich die ganzen Geister? Nur zwei der spannenden Fragen, die die Freunde hier beschäftigen. Und auch ich war sehr neugierig, worauf es dieses Mal hinauslaufen würde. Einmal mehr beweist Sonja Kaiblinger, über welchen Ideenreichtum sie  verfügt. Ich habe mehrmals ungläubig schmunzelnd den Kopf schütteln müssen. Aber genau das ist eben ein Punkt an dieser Reihe, der mir so gefällt. Dass in jedem Teil neue Überraschungen warten, dass es niemals eintönig wird und dass man solch eigentlich schaurige Gestalten so kindgrecht, liebenswert und auch für Erwachsene interessant ins Rennen schicken kann. Ich kenne einige Bücher und Hörbücher mit Schauergestalten für Kinder, aber keine davon hatte mich so fix am Haken wie “Scary Harry”. Die Reihe hat schlicht das gewisse Etwas. Ich hoffe, sie bewahrt es sich.
Auch in Sachen Witz und Komik wird wieder einiges geboten. Zugegeben, oft geht es auch ziemlich schwarzhumorig zu, aber das passt eben auch so gut zur Handlung und den Figuren. Bei diesem Geschichten gibt es für jeden Hörer etwas zum Lachen: für die jungen Hörer genauso wie für die bereits erwachsenen Hörer.

Robert Missler greift den Humor der Geschichte wunderbar auf. Er liest mit einem unüberhörbaren Augenzwinkern und viel Spass. Das hört man bei jedem Satz. Mit den zahlreichen Stimmen für die illustren Figuren lässt er die Handlung herrlich lebendig klingen. Da verfliegt die Zeit beim Hören geradezu.

Ich bin ja so ein Fan von Covermotiven mit Nachtszenen. Wahrscheinlich ist dieses Cover deshalb mein bisheriger Favorit. Ich mag die Düsternis und den Kontrast, den vor allem die giftgrünen Wolken bilden. Die Figuren sehen witzig aus und irgendwie mag man sie sofort. Mein kleiner Liebling ist natürlich die Fledermaus vorne.

Fazit:  Mir hat dieser zweite Teil noch eine Ecke besser gefallen als sein Vorgänger. Eine spannenden und einfallsreiche Geschichte, die richtig viel Spass macht. Und so ganz sicher nicht nur für junge Hörer ein echtes Vergnügen sein wird. Ich freue mich schon auf Teil 3.

Scary Harry – Fledermaus frei Haus (Sonja Kaiblinger)

Scary Harry - Fledermaus frei HausEigentlich hat Otto sich einen Hund gewünscht, doch stattdessen findet er in seiner Weihnachtssocke eine Fledermaus namens Vincent. Die kann nicht nur sprechen, sondern schimpft außerdem wie ein Rohrspatz! Otto weiß nicht so recht, was er von seinem neuen Mitbewohner halten soll. Doch schon bald erweist sich Vincent als ausgesprochen nützlich.

Scary Harry, seinen Freund Otto, Fledermaus Vincent und die drei Hausgeister habe ich mit den Hörbüchern zu dieser Reihe kennengelernt. Doch zu diesem Schnäppchenpreis konnte ich mir das Büchlein einfach nicht entgehen lassen. Ich mag die lustig-unheimliche Runde um Otto total gerne.
Entsprechend kannte ich die Figuren natürlich bereits. Ich denke aber, mit diesem kleinen Prequel zur Reihe können auch Neulinge leicht einsteigen. Zu Beginn trifft man nämlich erst einmal Otto und erfährt, wo er mit wem lebt und wie es dazu gekommen ist. So ist man schnell über ihn und die Villa samt Geistern im Bilde. Und auch Harry hat bald seinen ersten Auftritt, wobei man alles Nötige über ihn erfährt. Damit hat man als Einsteiger alles nötige Rüstzeug an der Hand.
Eines ist aber für jeden neu, ganz gleich ob Fan oder Neuling: die Antwort auf die Frage, wie Otto zu seiner vorlauten Fledermaus Vincent kam.
Genau diese Frage wird in der Geschichte beantwortet. Sie beginnt zunächst schön winterlich-vorweihnachtlich mit Schneemannbauen, einer Bescherung mit den Hausgeistern und der Spannung vor der Weihnachtsnacht. Selbst ich, die zumindest für den Winter und Schnee gar nichts übrig hat, fand das so wunderschön. Wenn auch natürlich etwas Seltsam mit schimmeligem Joghurt als Weihnachtsgeschenk oder zwei verschiedenfarbigen Socken.
Spannend wird es zum ersten Mal als Otto dann Vincent in seiner Weihnachtssocke findet. Denn zunächst hört er lediglich seltsame Geräusche im Haus, denen er nachgeht. Alleine das ist schon angenehm kribbelig spannend bis kindgerecht schaurig. Doch Auge in Auge mit der sprechenden Socke, ist das nochmal etwas ganz anderes. Zum Glück ist Vincent immer für einen Spass und große Sprüche zu haben und so gibt es schon bald etwas zum Lachen, was die Situation wieder entspannt. Es ist und bleibt eben eine Kindergeschichte. Da muss niemand schlechte Träume befürchten.
Das zweite Mal kommt Spannung in die Geschichte als zwei Einbrecher in die Villa eindringen. Da habe ich wirklich um Otto und seine Freunde gezittert, denn diese Sache ich mal richtig gefährlich für die Bewohner der Villa, ganz gleich ob Mensch oder Geist. Allerdings habe ich auch Ottos Mut bewundert. Der Kleine hat Mumm in den Knochen, das muss man ihn lassen.
Und so setzen er und seine Freunde sich gegen die Eindringlinge zur Wehr, was für einige rasante Szenen sorgt. Im Finale der Geschichte steckt eine Menge Tempo und es geht turbulent und spaßig zu.
Am Ende ist einem dann glasklar, wieso Otto Vincent trotz all seiner Frechheit niemals hergegeben hat

Mit 89 Seiten ist das Büchlein eine schöne Lektüre für einen Abend. Junge Leser werden vielleicht einen oder zwei Tage mehr dafür brauchen. Für mich hat es sich weggelesen wie nichts, so schön locker und leicht und amüsant wie es geschrieben ist. Eine ganze Menge schöner und witziger Illustrationen lockern zusätzlich auf und vermitteln einem ein Bild von einigen Szenen. Am goldigsten fand ich immer Vincent. Ihn trifft man auf jeder Seite an. In der hinteren Klappe des Buchs verbirgt sich ein Lesezeichen, doch dafür müsste man das Cover zerschneiden. Das bringe ich nicht übers Herz.

Auf dem Cover stehen Harry, Otto und natürlich Vincent im Mittelpunkt. Über Vincents verdutzt-entgeisterten Gesichtsausdruck muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn ich das Buch. So grün beschleift dazusitzen, das ist für eine Halbgeisterfledermaus aber sicher auch eine echte Strafe.

Fazit:  Für “Scary Harry”-Fans ist dieses Prequel eine spannender und witzige Geschichte mit ein wenig winterlich-weihnachtlichem Flair. Doch auch Neulinge können hier unbesorgt zugreifen. Sie werden sich schnell bei Harry und Otto zurechtfinden, zumal es zu Beginn eine kleine Einführung in das “Scary Harry”-Universum gibt. Eine Empfehlung also für alle, die Spass an einer etwas anderen Weihnachtsgeschichte haben.


Titel: Scary Harry – Fledermaus frei Haus
Autor: Sonja Kaiblinger
Seiten: 80
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785580929
Preis: € 2,95 (Broschiert)

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Scary Harry – Fledermaus frei Haus (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Fledermaus frei Haus / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 80 min / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharrysonderfInhalt: Eine sprechende Fledermaus, die ihn wüst beschimpft? Otto hatte sich zwar ein Haustier zu Weihnachten gewünscht, aber das? Doch als Vincent kurz darauf zwei Einbrecher verjagt, erweist er sich als sehr nützlich. Von diesem Tag an wird Vincent zu Ottos heimlichen Begleiter, bis heute: Weihnachten zwei Jahre später. Auch diesmal wird Otto reich beschert: Sensenmann Harold schenkt ihm eine Schneekugel, mit der er Kontakt zu seinem Onkel Archibald im Jenseits aufnehmen kann.


Wer wie ich die beiden bisherigen “Scary Harry”- Geschichten kennt, der wird sich dieses Hörbuch sowieso nicht entgehen lassen. Doch auch Neueinsteiger können hier bedenkenlos zugreifen. Denn ehe die Geschichte um die “Fledermaus frei Haus” beginnt, ist man erstmal bei Otto und seiner Tante Sharon zu Gast und lernt sowohl Harry als auch die drei Hausgeister kennen. So bekommen Neulinge einen guten Überblick und Fans werden sich sofort wieder ehimisch fühlen. Und auch wenn diese Fans Fledermaus Vincent natürlich schon kennen, so wissen sie genau wie Einsteiger nicht, woher Vincent einst kam.
Entsprechend bietet die eigentliche Geschichte für jeden etwas Neues. Zunächst verebietet sie dezent winterlich-weihnachtliche Stimmung mit dem Bau eines Schneemannes, Bescherung mit den Geisterfreunden, doch dann wird es erstmals spannend als Otto Vincent entdeckt. Den rotzfrechen kleinen Kerl muss man einfach mögen, und ich konnte gut verstehen, dass Otto ihn behalten hat. Vincent ist zu lustig!
Der Spass findet wenig später allerdings ein jähes Ende als zwei Einbrecher in die Villa einsteigen. Von da an ist die Geschichte wirklich richtig spannend. Ich habe ganz schön um Otto, seine Tante und die übrigen Bewohner der Villa gezittert. Aber es gibt ja noch Vincent, und der bringt erst so richtig Schwung ins dramatische Geschehen, sodas es am Ende so richtig turbulent zugeht. Das macht Spass und sorgt dafür, dass auch die jungen Hörer sich nicht zu sehr gruseln und die Figuren sorgen müssen. Genau wie die regulären “Scary Harry”-Bücher ist auch dies Kinder ab etwa 10 Jahren prima geeignet.

Wie in den beiden anderen Hörbüchern so ist auch hier Robert Missler als Sprecher am Werke. Einmal mehr verblüfft er den Hörer mit den zahlreichen verschiedenen Stimmen, die er für die Charaktere auf Lager hat. Während der erzählten Passagen dagegen schwingt häufig ein leicht amüsierter Ton mit. Es ist ja auch eine oft heitere Geschichte, da passt das gut so.

Zu Beginn und am Ende der Geschichte ist eine fröhliche Melodie zu hören, die mich teilweise an “Alle Vögel sind schon da” erinnert hat. Dafür ist der letzte Track eine “Scary Harry”-Version von “Jingle Bells”, die so richtig Spass macht und zum Mitsingen und Tanzen einlädt. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das Lied nun schon gehört habe. Einfach toll!

Auf dem Cover ist Otto mit seinem Freund Scary Harry zu sehen. Auch Vincent ist dabei und ausgesprochen niedlich geraten. Ich muss jedes Mal über die Miene der Fledermaus lachen angesichts seiner grünschleifigen Verpackung.

Fazit:  Für “Scary Harry”-Fans ein (vor)weihnachtliches Must-Have-Hörbuch, das Spass macht und spannend ist. Doch auch Neulinge können hier zugreifen. Sie werden sich dank einer kleinen Einführung zu Beginn schnell zurecht finden.

Kuhfladenwalzer (Sonja Kaiblinger)

kuhfladenwalzerAls Caros Mutter verkündet, sie werde heiraten, ist Caro nicht gerade begeistert – und dann soll sie die Hochzeit auch noch organisieren! Als Überraschung auf einer Wellnessalm in den Alpen! Ein Gutes hat es aber, denn ihr Schwarm Adam bietet ihr seine Hilfe an. Und nichts ist besser für eine Romanze geeignet als eine idyllische Alm und eine Hochzeit. Aber das Leben ist keine Soap! Die Wellnessalm entpuppt sich als kleine Berghütte mit viel zu vielen Kühen, Adam knutscht mit der Austauschsennerin herum und der Sohn der Almbäuerin Leo ist das größte Ekel auf Gottes Erden. Das kann ja nur schiefgehen! Oder?

Bei diesem Titel und dem Cover war es unvermeidlich, dass ich das Buch lesen würde. Außerdem kannte ich Sonja Kaiblinger bisher nur von ihren “Scary Harry”-Geschichten, die sich an eine jüngere Leserschaft richten. Da war ich gespannt, was Sonja Kaiblinger für die Leserschaft im Teenageralter in petto hat.
Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte erst kaum gepackt hat. Ich mochte Caro zwar ganz gerne und ja, ihre Familie ist durchaus etwas schräg drauf, aber so richtig vom Hocker gehauen bzw zum Lachen gebracht hat sie mich erstmal nicht. Außerdem habe ich beim besten Willen nicht verstanden, was Caro an Adam findet. Außer gut aussehen und kochen kann der doch offenkundig kaum etwas! Außerdem, Caro ist nicht dumm! Wieso merkt sie nicht, dass von ihm längst nicht das zurückkommt, was sie ihm gefühlsmäßig entgegenbringt! Und sich wegen eines solchen Typen auf DSDS-Rockröhre stylen? Naja, mit sechzehn ist das vielleicht tatsächlich eine Option…
Als Caro die Hochzeit ihrer Mutter ausrichten soll, ausgerechnet auf einer einsam gelegegen Alm, kommt ein wenig mehr Schwung in das Geschehen. Als Caro und ihre Freunde zum ersten Mal dort eintreffen und erkennen müssen, dass von Wellness wenig bis gar nichts zu sehen ist, habe erstmals wirklich gelacht. Vor allem über die herrlich kauzige Frau, die sie in Empfang nimmt. Es ging also aufwärts!
So richtig gepackt hat mich die Story dann als sich Caro und ihre Freundin Esther immer mehr auf der Alm einleben, den Reiz der Gegend und der Gebräuche dort erkennen und so nach und nach in ihre Aufgabe als Hochzeitsplaner hineinwachsen. Selbst an einem so wenig luxuriösen, dafür aber rustikalen Ort. Mir ging es beim Lesen ganz ähnlich. Anfangs fand ich die Alm wenig einladend und hielt die Hochzeitsplanung für hanebüchen, doch allmählich gefiel mir dieses Urige und oft Kauzige immer besser. Gerade für jemanden, der so vernarrt in Tiere ist wie ich, gibt es eine ganze Reihe Szenen, die einem eine solche Alm wie das Paradies vorkommen lassen.
Es ist aber nicht nur die anstehende Hochzeit, die Caro auf Trab hält. Da ist natürlich noch Adam, der mit auf der Alm ist, und Leo, der dort mit seiner Mutter lebt. Caro und er haben zunächst überhaupt nichts für einander übrig, doch wer sich ein bisschen in diesem Genre auskennt, der ahnt bald, dass das so nicht stimmt bzw sich bestimmt noch ändern wird. Ich mochte den burschikosen Leo vom ersten Moment an. Und als Caro und er notgedrungen miteinander auskommen müssen und dabei oft genug aneinander geraten, hatte die Geschichte mich endgültig am Schafittchen gepackt. Was habe ich über ihre Wortgefechte gelacht! Außerdem fand ich es lustig zu verfolgen, wie sie um einander herumschleichen, sich nicht eingestehen wollen, dass sich doch mögen und wie sich dabei das in solchen Situationen übliche Chaos entspinnt. Die beiden sind dabei so goldig, dass es mich kein Stück gestört hat, dass der Verlauf nicht der Allerneueste ist.
Als es schließlich mit der Hochzeit in den Endspurt geht, gab es noch mehr zum Lachen. Beispielsweise, wie sie den völlig verkaterten und total ahnungslosen Bräutigam ausstaffieren oder der Braut statt Abnehmpulver gemahlenes Mastfutter unterjubeln um die durch die Diät aufgekommenen Depressionen zu heilen. Oder später bei der Hochzeit die Band…zum Totlachen komisch, ehrlich! Und dabei so liebenswert, dass es mir richtig leid tat als ich das Buch ausgelesen hatte. Ich wäre gern noch länger auf der Alm und bei der schrägen Truppe geblieben.

Caros jugendlich lockerer Erzählstil hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. So macht Lesen Spass und die Seiten fliegen dahin. Die Titel der Kapitel machen außerdem so neugierig, dass man immer wieder beschließt, dass ein Kapitel mehr das Aufstehen am nächsten Morgen auch nicht so sehr erschweren wird.  Und dann ist man plötzlich durch mit dem Buch, es ist zwei Uhr nachts und das Aufstehen am Morgen fällt doch ganz schön schwer. So ging es mir.

Ich finde die Kuh ja allerliebst, wie sie da schleckend und breit grinsend um die Ecke schaut. Bei diesem Titel gehört einfach eine Kuh auf das Cover. Die gepunkteten Gummistiefel sehen lustig und süß aus und die Wand mit den karierten Vorhängen rechts und links erinnern an eine Bühne. Dieser Eindruck wird durch die Rückseite dann nochmal bestätigt. Da in der Geschichte ebenfalls eine Bühne eine wichtige Rolle spielt, passt das prima.

Fazit:  “Kuhfladenwalzer” hat mich nicht sofort gepackt. Caros Familie und Freunde sind zwar allesamt etwas schräg, ich mochte sie durchweg auch alles, aber Caro war mir anfangs doch eine Spur zu dusselig in ihrer Schwärmerei für den schönen Adam. Als es dann auf die Alm ging, Leo auf der Bildfläche auftauchte und die Hochzeit immer näher rückte, ging es dann aber zum Glück aufwärts und ich habe wirklich oft gelacht. Gleichzeitig sind mir die Alm und die Leute dort immer mehr ans Herz gewachsen. So hat mir “Kuhfladenwalzer” dann doch noch richtig gut gefallen!


Titel: Kuhfladenwalzer
Autor: Sonja Kaiblinger
Seiten: 272
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785578773
Preis: € 7,95 (Broschiert)

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Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 235 min, 3 CDs / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharryInhalt: Der elfjährige Otto wohnt in einem waschechten Spukhaus und ist einiges gewohnt. Dass ihm ein Geist sein Sandwich aus dem Kühlschrank klaut und ein anderer ständig Socken in den Tiefen der Waschmaschine verschwinden lässt, ist keine Seltenheit. Außerdem hat er eine sprechende Fledermaus als Haustier, die ihn schon in so manch peinliche Situation gebracht hat.
Trotzdem staunt Otto nicht schlecht, als er im Nachbarsgarten einen Sensenmann entdeckt. Harold, genannt Scary Harry , ist gar nicht so gruselig wie er auf den ersten Blick aussieht. Eigentlich ist der Knochenmann sogar ziemlich sympathisch. Sein Job geht ihm gehörig auf den Geist und er sehnt sich danach, endlich mal wieder Urlaub zu machen, anstatt dauernd Seelen einzusammeln. Doch daraus wird vorerst nichts – denn als Ottos Hausgeister entführt werden, ist guter Rat teuer. Zusammen mit seiner besten Freundin Emily und seinem neuen Kumpel Harold macht sich Otto auf die Suche.


Nach dieser Inhaltsangabe gab es für mich natürlich keinen Weg an “Scary Harry” vorbei.  Das klingt einfach zu schräg und witzig! Und genau das ist es auch. Speziell wenn man obendrein noch Spass an ein wenig Grusel hat. Natürlich in Maßen, immerhin ist es eine Geschichte für junge Hörer. Hier muss niemand erst davon überzeugt werden, dass es Geister gibt. Otto lebt seit Jahren in einem echten Spukhaus, wo gleich drei Geister hausen. Ich habe ihn direkt um dieses Zuhause beneidet. Außerdem hat er eine sprechende Fledermaus als Haustier. Mit alldem muss man sich auch als Hörer sofort abfinden, was aber gar nicht weiter schwerfällt, weil es so selbstverständlich dargestellt wird. Und Ottos Freundin Emily ist zwar ein wenig verrückt in ihrer Begeisterung für die Wissenschaft (vor allem um Geister herum), aber super liebenswert.
Ihr Abenteuer beginnt als Otto eines Nachts den Sensenmann Harry im Nachbargarten entdeckt und später wiedertrifft. Harry fand ich sofort klasse. Ich habe so ein Faible dafür, wenn der Tod oder eben ein Sensenmann in Person in einer Geschichte mitspielt. Und Harry ist etwas ganz Besonderes, denn er trägt nicht nur zwei verschiedenfarbige Turnschuhe, sondern ist auch von seinem Job ziemlich genervt und verwahrt die eingesammelten Seelen in Gurkengläsern. Die Geschichte sprüht nur so von solch schrägen Details und das macht erstens Spass und zweitens verhindert es, dass man sich beim Hören gruseln muss. Schlaflose Nächte müssen Eltern für ihren Nachwuchs hier ganz sicher nicht fürchten, eher Kicheranfälle. Ich habe einige Male lachen müssen über Sonja Kaiblingers verrückte Ideen. Gleichzeitig ist die Geschichte auch noch spannend. Ich war sehr neugierig, wie die Freunde die drei Hausgeister befreien und ihren Entführer entlarven würden, denn das stellt sich als ganz schön gefährlich heraus! Aber wenn man einen so tollen Freund wie Harry hat…die Freundschaft zwischen den Kindern und Harry wird dabei schön deutlich. So ungewöhnlich sie auch ist. Ich hoffe sehr, es bleibt nicht das letzte Abenteuer für die Drei.

Robert Missler ist mir als Hörbuchsprecher noch nicht so häufig begegnet. Oder etwa gar nicht? Kann auch sein. Dafür kenne ich ihn aus zahlreichen Hörspielen. Dort ist mir aber noch nie aufgefallen, über welche Stimmvielfalt er verfügt. Von der Fledermaus bis zum Sensenmann bekommt in “Scary Harry” jede Figur von ihm eine solch markante Stimme verliehen, dass man jeden alleine daran erkennt. Da kommt tatsächlich öfters mal das Gefühl auf, eigentlich einem Hörspiel zu lauschen. Also meinetwegen dürfen gerne noch mehr von Robert Missler gelesene Hörbücher ihren Weg zu mir finden. Ich bin beeindruckt!

Am Anfang und am Ende des Hörbuchs ist ein schönes und munteres Musikstück zu hören, in dem ein paar cartoonige Klänge zu hören sind. Das verrät bereits ein wenig darüber, wie verrückt die Geschichte ist.

Das Cover finde ich einfach super! Die Figuren sind witzig, vor Harry kann man sich gar nicht gruseln, und die Lichtspielereien vor dem dunkeln Hintergrund sehen so aus als würden sie im Dunklen leuchten. Tun sie aber leider nicht. Ich hab’s ausprobiert. Im Booklet werden die wichtigsten Figuren in witzigen Zeichnungen und kurzen Steckbriefen vorgestellt. So lohnt ein Blick ins Booklet auf jeden Fall.

Fazit:   Eine herrlich schräge Geschichte, die vor witzigen und verrückten Ideen nur so sprüht. In meinen Augen das ideale Hörbuch zu Halloween für junge Gruselfans. Und für ältere natürlich auch. Ich würde mich wirklich freuen, wenn Otto, Emily und Harry noch weitere Abenteuer erleben würden.

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