Susanne Mischke

Rosengift (Susanne Mischke)

rosengiftAnfangs fühlt Matilda sich von Patricks kleinen Aufmerksamkeiten – Briefen, SMS, einer roten Rose vor der Haustür – geschmeichelt. Doch dann kommt es zu einem verhängnisvollen Kuss und die „Liebesbeweise“ nehmen eine völlig neue, beunruhigende Form an. Irgendjemand scheint Matilda offensichtlich bis aufs Blut zu hassen. Und sie zweifelt mehr und mehr daran, dass es wirklich Patrick ist.

In letzter Zeit habe ich wieder einige Arena Thriller gelesen, weil davon mehrere ungelesen im Regal stehen. Im echten Regal genauso wie im virtuellen auf dem Kindle.
“Rosengift” gehört dabei zu den Arena Thrillern, die mich lange nicht von sich überzeugen konnten.
Das lag anfangs vor allem daran, dass ich mit Matilda einfach nicht warm wurde. Ich kann das noch nicht mal richtig begründen. Jedenfalls nicht, ohne dass es irgendwie oberflächlich klingen würde. Schon alleine wie sie vom Aussehen her beschrieben wird, sagte mir nicht so recht zu. Mit ihrem Faible für Geige konnte ich -unmusikalisch wie ich bin- auch nichts anfangen. Ihr Name wirkte altmodisch auf mich, obwohl ich weiß (und es auch gut finde), dass solche Namen gerade ein Comeback feiern. Aber alles in allem sorgte eben dafür, dass ich mich mit Matilda nicht so richtig anfreunden konnte. Ihre selbstbewusste Art dagegen mochte ich wirklich, aber das alleine reichte eben nicht.
Ich habe auch nicht verstanden, wieso sie sich über die ersten Vorkommnisse so aufregt. Klar, nerven würde mich so etwas auch. Vor allem bei jemandem, dessen Gefühle ich nicht erwidere. Aber ihre Reaktionen habe ich teilweise als zu heftig empfunden. Und ich habe nicht verstanden, wieso sich dieses sonst so abgeklärte Mädchen nicht aufrafft und Patrick ein für allemal klipp und klar sagt, dass ihrerseits nichts zwischen ihnen läuft.
Natürlich habe ich von Anfang an geknobelt, wer noch hinter den Vorfällen stecken könnte, wenn es nicht Patrick ist. Dass er es nicht ist, erschien mir nämlich ziemlich schnell ziemlich klar. Doch dann gab es widerum Ereignisse, bei dem er mir als erstes als Verdächtiger einfiel. Es war also ein schönes krimimäßiges Rätselraten, dass Spass gemacht hat. Andere Verdächtige gibt es genügend, da hat man so einiges zu tun und zu knobeln.
So richtig hatte mich die Geschichte aber erst am Haken, als die Vorfälle drastischer wurden. Von da an, gefiel mir die Story wirklich richtig gut. Ich mag es einfach, wenn es mehr und grausiger zur Sache geht in einem Krimi / Thriller. So konnte ich das Buch irgendwann eben doch nicht mehr aus der Hand legen. Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr gerechnet.
Die Auflösung gefiel mir dann auch wirklich gut. In einem Punkt, hinsichtlich einer Person, wurde mein Verdacht bestätigt. Der andere war eine Überraschung. Und die Gründe für die Taten kamen nicht Nullachtfünfzehn daher, sondern einfallsreich.
Das Ende selber hat mir ebenfalls gefallen, weil es eben nicht rosarot ausfällt, sondern mit den Ecken und Kanten, die man nach dem Geschehen auch erwartet.
Selbstverständlich gehört bei einem Arena Thriller immer auch eine kleine Lovestory mit dazu. Diese hier ist erfreulich unkitschig. Etwas anderes hätte ich einem Mädchen wie Matilda auch nicht abgenommen. Von daher ist auch in dieser Hinsicht alles in trockenen Tüchern.

Matilda hatte für mich neben ihrer manchmal seltsamen Art auch eine relativ anstrengende Art zu erzählen. Das hätte ich mir jugendlicher gewünscht. So hat die Geschichte sich für mich lange Zeit erstaunlich schwer gelesen. Das lag aber auch daran , dass sie zahlreiche beschreibende und erklärende Passagen hat. Ich mag Dialoge lieber, in denen sowas verpackt ist. Das liest sich dann auch lockerer.

Selbstverständlich ist auf dem Cover eine Rose zu sehen, wenn diese Blume schon im Titel vorkommt. Ein Trauerflor ist ebenfalls zu sehen, der aber erst seinen Bezug zur Geschichte zeigt, wenn man sie gelesen hat. Somit ist die Kombination gut gelungen. Nur mag ich helle Hintergründe für Krimis / Thriller nicht so gerne.

Fazit: Mir hat ausgerechnet die Hauptfigur lange Schwierigkeiten mit dieser Geschichte beschert. Das ist natürlich sehr unglücklich. Doch irgendwann als die Übergriffe drastischer wurden, packte mich die Geschichte dennoch. Nichtsdetotrotz hat man hier massig Gelegenheit mitzuknobeln und das ist widerum ein dicker Pluspunkt. Trotzdem hatte ich mir von einem Thriller von Susanne Mischke irgendwie mehr versprochen.


Titel: Rosengift
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 288
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401066011
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Waldesruh (Susanne Mischke)

waldesruhAnderswo – so heißt das Häuschen, in dem Marie mit ihrer Großmutter wohnt. Doch als die Großmutter stirbt, fürchtet Marie, ins Heim zu müssen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Emily schmiedet sie einen verzweifelten Plan: Was, wenn keiner vom Tod der alten Frau erfährt? Was als verrückte Idee begonnen hat, nimmt eine schreckliche und unerwartete Entwicklung.

Manchmal muss es einfach ein Arena Thriller sein. Die von Susanne Mischke gehen sowieso immer, weil ich stets auf der Suche nach einem bin, der mit meinem Favoriten “Röslein stach” mithalten kann.
Was soll ich sagen? Im Großen und Ganzen habe ich ihn mit “Waldesruh” gefunden!
Marie, ihre große Schwester Janna und ihr kleiner Bruder Moritz leben bei ihrer Großmutter in einem kleinen Häuschen weit vom Schuss. Als die Großmutter eines Tages stirbt, befürchten Marie und Janna, dass sie ins Heim müssen. Heime kennen sie nur zu gut und dementsprechend haben sie absolut keine Lust darauf. Gemeinsam mit Maries Freundin Emily schmieden sie einen Plan. Was, wenn niemand vom Tod der Großmutter erfahren würde?
Sicher wird mancher völlig zu Recht behaupten, dass die Story total unglaubwürdig ist. Ein paar Kinder, die die tote Oma im Wald verbuddeln, sich überall durchmogeln und lange Zeit recht unbehelligt zusammenleben. Es ist schon sehr unwahrscheinlich, dass das klappt und dass solche Kids das abgebrüht durchziehen. Trotzdem hat mir genau das an dieser Geschichte gefallen. Das ist krass, das ist ganz schön schräg und oft bleibt einem dem Mund vor Staunen offen stehen. Wer außerdem mit einer Prise schwarzen Humors gesegnet ist, der hat hier auch manches Mal etwas zum Lachen. Bei “Röslein stach” war es genauso. Deshalb war “Waldesruh” ganz nach meinem Geschmack.
An Spannung mangelt es ebenfalls nicht. Immerhin fragt man sich ständig, ob und wie lange die Freunde mit ihrem Spielchen durchkommen. Es gibt so manche brenzlige Situation. Aus einigen winden sie sich nur mit viel Glück heraus, andere meistern sie, indem sie ungeahnte Talente an den Tag legen. Kreativ sind sie also auf jeden Fall. Ich habe außerdem immer darauf gewartet, irgendwann den Moment  zu erleben, an dem sie an den Rand ihres Einfallsreichtums geraten.
Der tritt ein als sich ein Landstreicher bei ihnen einnistet, der mit allen Tricks nicht dazu zu bewegen ist, wieder zu gehen. Mit ihm nimmt dann das eigentliche Drama der Geschichte seinen Lauf. Ehe Marie, Janna, Emily und Moritz es sich versehen, haben sie es mit echten Verbrechern zu tun. Doch um was geht es denen? Auch das sorgt nochmal für einen Schuss Spannung. Vorhersehbar ist die Handlung zu keinem Zeitpunkt.
Für mich erhielt “Waldesruh” mit der Erkenntnis, um was es den Verbrechern geht, dann leider einen Dämpfer. Nach der bislang so schrägen Story mischt plötzlich ein ganz hundgewöhnliches Verbrechen mit. Das habe ich als zu schlicht empfunden. Für mich nahm es der Geschichte das Besondere.  Mir hätte da ein etwas schauriger Einschlag weit besser gefallen, beispielsweise.

Ich habe “Waldesruh” an einem Abend ausgelesen. Eine Geschichte, die zu drei Vierteln solchen Spass macht, die liest sich einfach weg wie nichts. Zahlreiche Dialoge lockern zusätzlich auf und der jugendliche Ton tut ein Übriges dazu. Außerdem gibt es keine Kapitel, also ist nichts da, was einen zu einer Lesepause verleiten könnte.

So rot ist das Buch ein echter Hingucker im Regal und zieht schon alleine damit die Aufmerksamkeit auf sich. Ich mag aber dieses kleine Häsuchen mit dem engen Zaun drumherum ebenfalls sehr gerne. Es sieht aus wie ein Spielzeughaus und hat einen leichten 3D-Effekt.

Fazit:  Ich hatte mit “Waldesruh” einen sehr vergnüglichen und spannenden Abend. Die Geschichte ist herrlich schräg, krass und schwarzhumorig, ohne dabei aber je wirklich unglaubwürdig oder platt zu wirken. Diese Geratwanderung muss man erstmal schaffen. Im Vergleich dazu war mir das Verbrechen eine Spur zu gewöhnlich, aber immerhin blieb es spannend. Deshalb sehe ich das nicht so eng.


Titel: Waldesruh
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 206
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401063362
Preis: € 8,99 (Broschiert)

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Schneeweiss, blutrot (Susanne Mischke)

schneeweissblutrotFrüher haben Milena und ihre Clique die Regeln gemacht. Doch während eines Ausflugs in die Berge, in völliger Isolation, ohne Handys und umgeben von nichts als Schnee, kommen Geschichten ans Licht, die Milena am liebsten vergessen hätte. Schreckliche Wahrheiten nehmen ihren Platz ein. Und Milena ahnt nicht: Die Spielregeln von damals gelten längst nicht mehr.

Seit meinem Arena X-Thriller Highlight “Röslein stach” laufe ich hinter den Thrillern von Susanne Mischke her. Immer in der Hoffnung, noch einmal solch eine geniale Geschichte lesen zu dürfen.
Als dann dieser X-Thriller von ihr erschien führte kein Weg daran vorbei. Rein von Klappentext her klang die Geschichte voll nach meinem Geschmack. Ich mag spannende und gruselige Geschichten, die an einem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort spielen, und an denen nur wenige Personen beteiligt sind. Darin steckt in meinen Augen sehr viel Potenzial
Also begann ich guter Dinge mit “Schneeweiss, blutrot”.
Große Vorreden werden nicht geschwungen. Die Idee von dem gemeinsamen Ausflug in die Berge kommt schon nach nur drei Seiten zur Sprache, und sehr bald ist die Clique unterwegs in die Schweiz. In dieser Zeit hat Gelgenheit, sich die Charaktere vertraut zu machen. Mit einigen habe ich mich sofort anfreunden können, andere waren mir etwas supekt. So richtig unsympathisch fand ich aber niemanden und es hat mir gefallen, dass die Jugendlichen so schön verschieden sind. Bei solch unterschiedlichen Charakteren würden über kurz oder lang quasi Welten aufeinanderprallen. Das konnte würde sicher zusätzlichen Zündstoff liefern.
DerSchauplatz der Geschichte hat mir ebenfalls gefallen. Eine alte Jagdhütte weit oben in den verschneiten Bergen und fernab von jeder Zivilisation. Als Winter-Hasser lief mir alleine bei der Vorstellung eine Gänsehaut über den Rücken. Außerdem fand ich das Bild, das sich mir bei der Vorstellung der Hütte vor Augen schob, ganz schön unheimlich.
Bis dahin war also alles in bester Ordnung. Leider muss ich aber sagen, dass die Geschichte ihr Potenzial nicht wirklich ausschöpft. Trotz Einsamkeit der Hütte, den schroffen Bergen und dem verschneiten Klettersteig, wollte sich bei mir dieses Gefühl der Isolation den der übrigen Welt nicht so intensiv einstellen wie ich es mir gewünscht hatte. Dafür stand der Gruppe noch immer zuviel Raum zur Verfügung. Der Wald beispielsweise, die Möglichkeit zumindest bis zum Klettersteig gehen zu können, Höhlen. Natürlich, überall lauern Gefahren was für spannende Szenen sorgt. Aber das hätte noch mehr Isolation ebenfalls geschafft. Und so sehr mir diese ominöse Truppe aus dem Ort, der Landstreicher und die Gruselgestalten gefallen haben, auch sie brachten mir zu viel Verbindung nach draußen rein.
Ähnlich ist es mit der Gruppendynamik in der Hütte. Ich fand es durchaus interessant, was man über die Kids noch so alles erfährt. Vor allem unter den gegebenen Umständen. Und es gibt mehr als eine Szene, die für Schrecken sorgen und auf manchen der “Freunde” ein bedenkliches Licht wirft. Dabei geht es dramatisch und sogar äußerst blutig zu. Trotzdem habe ich es zwischen diesen Szenen nie so empfunden als spitze sich die Situation wirklich dramatisch zu. Jedenfalls nicht für die Gruppe. Ein oder zwei der Jugendlichen geraten durchaus mal in gefährliche Situationen, aber gerade durch dieses Auseinandersplittern der Gruppe ging für mich das Gefühl verloren, dass da etwas auf sie alle lauert. Durch diese Trennung kam immer wieder “Ruhe” rein, wodurch bei mir Spannung verloren ging.
Das Ende fand ich überraschend, das hatte ich so nicht erwartet. Allerdings fand ich es ziemlich einfach gestrickt. Da hätte ich mir eine tiefgehendere Auflösung gewünscht. Eine mehr so auf der psychologischen Schiene. Klar, der Täter ist zweifelsohne krank im Kopf, aber das hätte gerne noch eindringlicher dargestellt werden dürfen.

“Schneeweiss, blutrot” liest sich gut. Die Geschichte handelt von einer Gruppe Jugendlicher und passend dazu ist der Ton recht jugendlich. Es gibt zwar längere beschreibende Passagen, die etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber zahlreiche Dialoge lockern das dann wieder auf. Die Kapitel sind vergleichsweise lang, aber so macht man mit jedem Kapitel zumindest einen guten Schritt in der Geschichte voran. Das hat mir so gefallen und ich denke, die Jugendlichen, an die sich das Buch in erster Linie richtet, werden damit gut klarkommen.

Passend zur Szenerie wirkt der Look des Buchs schön frostig. Die roten Beeren bilden einen tollen Kotrast dazu. Diese Kombination passt prima zum Titel.

Fazit:  Ich fand “Schneeweiss, blutrot” zwar schon spannend und das Setting gefiel mir ebenfalls sehr gut, aber ich bin überzeugt, dass man daraus noch mehr hätte machen können. Die Isolation der Gruppe und die sich zuspitzende Situation unter Jugendlichen hätte ich mir noch intensiver dargestellt gewünscht. Ein weniger einfach gestricktes Ende wäre ebenfalls nicht übel gewesen.


Titel: Schneeweiss, blutrot
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 376
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401068459
Preis: 12,99 (Broschiert)

Die schwarze Seele des Engels (Susanne Mischke)

schwarzeseeleWelches Geheimnis hat Klara, die coole Neue in Caros Klasse? Warum versteckt sie sich in diesem düsteren Haus? Und wer jagt ihr solche Angst ein, wenn das Telefon klingelt? Für die Freundschaft mit der schönen Klara würde Carolin alles tun. Doch je näher sie Klara kennenlernt, desto mehr beginnt die Fassade des Engels zu bröckeln. Und was dahinter zum Vorschein kommt, beunruhigt Caro zutiefst.

In diese Thriller-Minis bin ich ja ziemlich vernarrt. Dabei habe ich schon richtig gute, aber auch mal schwächere Geschichten angetroffen. Im Vergleich gehört “Die schwarze Seele des Engels” zu den besseren Thrillern. Vor allem, weil die Geschichte einige wirklich erschreckende und grausige Szenen bereithält. So gehört sich das für einen Thriller!
Zwischen diesen Szenen geht es spannend zu. Ich habe die ganze Zeit gegrübelt, was mit Klara nicht stimmt. Und ich war stets um Caro und Vanessa besorgt, die so bewundernd an Klaras Rockzipfel hängen.
Ist Klara nun gefährlich oder will einem die Geschichte das nur auf clevere Art einreden und nachher sieht alles doch ganz anders aus? Dafür, dass sie nur so kurz ist, bietet sie ein schönes Verwirrspiel. Und der Humor, den ich an Susanne Mischkes Thrillern so gerne mag, blitzt ab und zu ebenfalls durch. Darauf hatte ich beim Kauf insgeheim gehofft.

Caro erzählt die Geschichte jugendlich locker. Speziell deshalb darf gerne mal geschmunzelt werden. Das liest sich leicht. Trotz lockerem Erzählstil kommen aber auch Stimmungen wie Angst, Ärger oder sogar Panik gut rüber.

Hach, mal keine Blume auf dem Cover! Ich war begeistert! Den schwarzen Vogel mag ich sehr! Er passt zum Titel und hat etwas geheimnisvoll Gefährliches an sich.

Fazit: Ein spannender Thriller-Zwerg, der mit einigen grausigen Szenen gewürzt ist. Bis zum Ende wird man im bedrohlich Ungewissen gelassen, ob man Klara trauen kann. Fein!


Titel: Die schwarze Seele des Engels
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 109
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401063881
Preis: € 2,99 (Broschiert)

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Nixenjagd (Susanne Mischke)

nixenjagdBei einem mitternächtlichen Badeausflug zum See, kippt die ausgelassene Stimmung, als plötzlich eine aus der Clique fehlt: Katrin war hinausgeschwommen und nicht zurückgekehrt. Ein Badeunfall? Franziska, Katrins beste Freundin, kann das nicht glauben. Doch auf der Suche nach einer Erklärung, gerät sie selbst in Gefahr und muss bald feststellen, dass sie niemandem trauen kann – nicht einmal sich selbst.

Meine Phase mit Büchern, die als ideale Urlaubslektüre durchgehen, ging mit diesem Arena Thriller in die dritte Runde. Bei einem Thriller mag das erstaunlich kklingen, aber was spricht denn gegen einen eiskalten Killer unter heißer Sommersonne? Eben! 😉
Wie schon hier und da erwähnt, bin ich im Wasser wahrlich kein Held. Ich traue meinen eigenen Kräften nicht und daher ist Schwimmen etwas, das bei mir per se schon ein gewisses Unwohlsein auslöst. Erst recht in einem Waldsee und bei Nacht, wie die Kids es in dieser Geschichte tun. So schön und romantisch das klingt, mir wäre es unheimlich und zu gefährlich. Dass es gefährlich sein kann, das erfahren Franziska und ihre Schulfreunde hier auf die ganz harte Tour. Katrin, Franziskas beste Freundin, eigentlich eine super Schwimmerin, kehrt nicht aus dem See zurück. Später wird dann ihre Leiche gefunden. Was kann da nur geschehen sein? Franziska versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Ich fand “Nixenjagd” sehr spannend und habe es in einem Rutsch gelesen. Damit ist einmal mehr bewiesen, dass auch Jugendthriller so spannend sein können, dass man sie einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich habe Franziska jedenfalls gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Vor allem, weil man hier einen gewissen Kreis an Verdächtigen hat, die mit Katrins Tod zu tun haben könnten. Somit kann man gut selber knobeln, wer vielleicht dahinter steckt. So etwas mag ich. Es dauert allerdings nicht lange, dann gerät ausgerechnet Paul in Verdacht. Wenn auch nicht sofort bei Franziska, aber als Leser nimmt man diese Fährte schnell auf. Er benimmt sich oft auch ausgesprochen seltsam, und so spricht dann doch einiges für bzw gegen ihn. Das ist umso schlimmer, weil Franziska ziemlich verschossen in Paul ist. Ich mochte Franziska mit ihrer netten und manchmal lustigen Art gerne und hätte ihr einen unverdächtigen Freund und eine erste Liebe mit vielen rosa Wolken gegönnt.
Allerdings gibt es noch eine weitere Person, der man eine solche Tat zutrauen würde. Ihre Chrakaterisierung ist ganz in diese Richtung ausgelegt. Man muss sie einfach verdächtigen. Ich schätze, da kommt kein Leser dran vorbei. Es passt halt alles so gut. Trotzdem war ich ab und zu unsicher. Konnte es sein, dass es Susanne Mischke einem so leicht macht? Eigentlich nicht. Oder vielleicht doch? Ich mag es, wenn man bei einem Thriller oder Krimi so beständig im Ungewissen gelassen wird. Ich war mir wirklich bis zum Ende hin nicht sicher, was ich glauben sollte.
Dass diese Person für Franziska nicht so verdächtig ist, das liegt vor allem daran, dass sie mit ihr weniger zu tun hat als der Leser. Denn die Geschichte fährt zweigleisig. Man begleitet zwar meistens Franziska, aber es gibt immer wieder Passagen, in denen man mit der Polizei, mit Kommissarin Petra Gerres, unterwegs ist. Bei Ermittlungen, im Gespräch mit dem Gerichtsmediziner oder einem Psychiater. Da fällt der Name besagter Person häufiger, und auch hier passt alles bombis zusammen. Wie gesagt, der Verdacht keimt so schnell in einem, dass man sich gar nicht wehren kann. Mir haben diese Passagen außerdem gefallen, weil sie die Geschichte ein Stück erwachsener wirken lassen.
Franziskas Verliebtheit in Paul spielt hier eine wesentliche Rolle. Um eine Liebesgeschichte kommt man in diesem Thriller also nicht herum.  Sie ist aber auch notwendig, um Franziskas Dilemma zu begreifen. Und sie stellt gleich mehrere Hauptverdächtige! Daher habe ich Franziskas Launen gut verstehen können, während ich ja sonst kein Fan von viel Liebes-Hin-und-Her bin. In ihrer Situation wäre jeder unsicher, denn da gibt es diese einfach schönen und romantischen Momente der ersten großen Liebe, dann wieder jagt ihr ihr Schwarm fürchterliche Angst ein. Die Lovestory ist hier also nicht nur Würze, sondern Mittel zum Zweck.
Scheinbar auch um etwas sommerliche Atmosphäre reinzubringen. Davon hat die Geschichte für einen Thriller erstaunlich viel an sich. Mir hat’s gefallen. Wer liest nicht gerne über eine Sommerliebe, Spaziergänge im Wald, Eisessen und Baden im See? Und gerade in diesem Frühljahr können wir doch für jeden Hauch Frühling und Sommer dankbar sein! Und wie man an “Nixenjagd” sehen kann, spricht nichts dagegen, einen Thriller zu dieser Jahreszeit spielen zu lassen.

Wie schon geschrieben, habe ich das Buch an einem Abend gelesen. Erstens weil es so spannend war und ich unbedingt wissen wollte, ob mein Verdacht richtig ist, oder ob ich auf dem Holzweg war. Zweitens aber auch, weil die Geschichte so herrlich locker erzählt wird. Der Ton ist angemessen jugendlich und es gibt viele Dialoge, die sich ohnehin flotter lesen lassen als erzählende Passagen. Die gute Prise Humor in diesen Dialogen hat das Übrige dazugetan. Und die Kapitel sind oft so appetitlich kurz, dass man sich halt doch noch schnell mindestens eines vornimmt. Auch wenn es schon spät ist und man eigentlich schon schlafen sollte 😉

Das seegrüne Cover steht der Geschichte ausgezeichnet. Und den silbrigen Fischschwanz finde ich im Hinblick auf den Titel ebenfalls passend und auch ein wenig witzig. Und niedlich natürlich, klar!

Fazit:  Ein spannender Jugendthriller und die ideale Urlaubslektüre. Für kalte Gänsehautschauer unter warmer Sommersonne.


Titel: Nixenjagd
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 194
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401060880
Preis: € 8,99 (Broschiert)

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