Svea Andersson

Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald (Ritta Jacosson / Denise Siebeneichler & Gordon Piedesack)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald / Verlag: Kosmos / Spielzeit ca. 426 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Siebeneichler, Gordon Piedesack

Inhalt: An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Gleichzeitig findet Svea den Hund ihres Nachbarn und heimlichen Schwarms Linus angefahren und schwer verletzt im Wald. Svea und Linus versuchen den Autofahrer zu finden, der den Rottweiler verwundet liegen ließ. Dabei werden sie unbeabsichtigt auch in die Ermittlungen um Mikaelas Verschwinden hineingezogen. Nach einigen Tagen findet man das Mädchen tot im Wald. In Svea keimt der Verdacht, dass sie den Täter kennt.


Ich muss vorausschicken, dass ich Sveas Abenteuer bereits gelesen habe und somit schon vor den Hörbüchern ein Fan der ungen, schwedischen Detektivin war. Dieser erste Fall nimmt in meinem persönlichen Ranking auch den ersten Platz ein. “Todeswald” ist von der ersten Minute an ausgesprochen spannend. Vor allem deshalb, weil relativ früh ziemlich eindeutige Zeichen auf einen bestimmten Täter deuten. Und der stellt für Svea, die ihm tatsächlich sehr nahe steht, bei ihren Nachforschungen natürlich eine große Gefahr dar. Während man sich als Hörer also schon zusammenreimt, wer hinter der Tat steckt, muss Svea dies erst herausfinden. Somit ist man ihr quasi einen kleinen Schritt voraus und kann so umso besser um sie bangen und für sie und ihre Nachforschungen hoffen. Dabei stellt Svea sich übrigens ausgesprochen clever an. Fast ein wenig zu clever für eine 13jährige, könnte man ab und zu sagen. Doch das sehe ich nicht als Kritikpunkt an, denn dadurch sind ihre Fälle sicher auch für etwas ältere Krimi-Fans interessant. Ein wenig mädchenhaft geht es hier und da zwar schon zu, aber Svea ist nun mal ein Mädchen und sonst meistens eher burschikos und unerschrocken. Da darf sie auch gerne für den Nachbarsjungen schwärmen und ihren Hund lieben. Auch das gehört zum Wesen eines Teenies und es macht die junge Detektivin schnell sympathisch.

Gelesen wird die Geschichte von Denise Siebeneichler, die ich hier zum ersten Mal gehört habe. Sie macht ihre Sache wirklich sehr gut. Sie liest locker weg, mal sehr fröhlich, dann wieder ruhig oder etwas ängstlich, immer so wie es die jeweilige Situation gerade erfordert. Da macht es Spass zuzuhören. Auch über sechs CDs hinweg. Mir klang sie lediglich etwas zu erwachsen für die 13jährige Svea, aber daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt. Gordon Piedesack wird zwar auf dem Rückseite des Cases als Sprecher aufgeführt, doch Fans von ihm sollten sich davon nicht verleiten lassen. Er spricht hier lediglich quasi die “Anmoderation” und am Schluss die Produktionsdetails. Ich hatte erwartet, ihn auch in der Geschichte zu hören, doch das ist bei diesem ersten Teil noch nicht der Fall.

Bei diesem Hörbuch wird sehr viel mit Musik und Geräuschen gearbeitet. Oft sind passende Melodien zu hören, die den Szenen zusätzlich die erforderliche Stimmung verleihen. Ebenso häufig erklingen auch Geräusche im Hintergrund, die den Schauplatz der jeweiligen Szene veranschaulichen. Gerade das hat mir ganz prima gefallen, weil es ein Hörbuch einfach wunderbar auflockert.

Das Covermotiv wurde von der Buchvorlage übernommen und gefällt mir auch beim Hörbuch gut. Ich mag dieses schwarzen Rahmen durch den man wie durch ein zerfetztes Loch auf die Szene im Wald schaut. Das ist gleichzeitig düster und kontrastreich. Auch auf den CDs findet man einen Waldausschnitt und außerdem einige Sätze aus der Geschichte, die neugierig darauf machen.

Fazit:  Auch als Hörbuch hat mir Sveas erster Fall richtig gut gefallen. Sehr spannend und mit einer wirklich cleveren Detektivin im Mittelpunkt, mit der man schnell warm wird. Zusammen mit Denise Siebeneichlers lebendigen Art zu lesen ein echtes Krimi-Vergnügen.

Schutzlos – Ein Svea Andersson Krimi 04 (Ritta Jacobsson)

"Schutzlos" auf amazon.de!Eine Hitzewelle beschert Schweden einen ungewöhnlich heißen Sommer und Svea hat sich nach all den aufregenden Ereignissen ein paar Tage Erholung verdient. Sie fährt mit ihrem neuen Freund Alexander zu dessen Großmutter in eine kleine Stadt am Meer. Doch die Idylle trügt: Die Vorgänge im benachbarten Gutshof werden immer verdächtiger und selbst der Pfarrer scheint in dunkle Machenschaften verwickelt zu sein. Svea kann nicht anders und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch die ist entsetzlicher, als sie sich jemals vorstellen konnte ..

“Schutzlos” ist bereits der vierte Fall für die junge Detektivin Svea Andersson. Nachdem mir “Eiskalte Drohung” nicht ganz so gut gefallen hatte, war ich gespannt, ob es mit Band 4 wieder aufwärts geht. Zu meiner Freude tut es das tatsächlich. Zwar stellt auch hier wieder ein heikles und gesellschaftskritisches Thema (Menschenschmuggel, Schwarzarbeit etc.) die Grundlage, doch wird dieses Mal nicht alle paar Seiten mit dem moralischen Zeigefinger gewunken. Stattdessen erlebt man in dem Teil der Geschichte, der sich mit der nach Schweden entführten jungen Russin Nadja befasst mit, wie es Schwarzarbeitern  aus fremden Ländern auf der Arbeit oft ergeht. Ich finde, das schreckt viel mehr als wenn immer wieder nur erwähnt wird, wie schlimm das ist. Man fühlt so automatisch mit Nadja mit, die zahlreiche Schrecken erleben muss.
Das Buch teilt sich also in zwei Handlungsstränge auf, die parallel laufen: Nadjas Grauen und der Urlaub von Svea und ihrem Freund Alexander bei dessen Oma. Der Schauplatz wechselt regelmäßig zwischen dem Gutshaus, in dem man Nadja gefangen hält und dem Häuschen, in dem Svea und Alexander wohnen. Beide Schauplätze liegen nahe bei einander. Gelegentlich berühren sich die Handlungsstränge, denn Svea ahnt bald, das auf dem nachbarschaftlichen Bau etwas nicht stimmt, und Nadja will entkommen. Das sorgt für Spannung. Wobei ich die Frage, ob Nadja sich befreien kann und was ihr noch alles widerfahren wird, als spannender empfunden habe. Bei Svea läuft halt noch mehr nebenher: ihre Lovestory mit Alexander und natürlich die Missetaten von Dalmatinerin Wuff.
Das ist unterhaltsam, witzig und gehört unbestritten zu einem Svea Andersson-Krimi dazu. Ich lese speziell über die freche Wuff immer wieder mit größtem Vergnügen. Aber es lenkt auch ein wenig von Sveas Ermittlungen ab, so dass sie nicht so stringent wirken wie die Handlung um Nadja.

Die Handlung erstreckt sich nur über fünf Tage, wobei jeder Tag ein Kapitel stellt. Entsprechend lang sind sie auch. Sie lesen sich aber dennoch flugs, da es sehr viele Dialoge gibt. Das gefällt mir immer sehr, weil es eine Geschichte für mein Empfinden lebendiger gestaltet. Ein paar Grundkenntnisse in Englisch sind für diesen Band von Vorteil.

Optisch reiht sich “Schutzlos” nahtlos in die Serie ein. Schwarz mit einem kräftig gelben Ausschnitt und einer schattenartigen Gestalt. So kennt man die Cover der Reihe. Dieses Mal lässt der Ausschnitt den Leser in eine Zelle blicken, was gut zur Geschichte passt.

Fazit:  An meinen Favoriten “Todeswald” reicht “Schutzlos” nicht heran. Es hat mir aber besser gefallen als der Vorgänger, da die Geschichte nicht die ganze Zeit nur “predigt” wie unmenschlich der Umgang mit Flüchtlingen in Not und Schwarzarbeitern ist, sondern den Leser stattdessen genau dieses Elend quasi miterleben lässt. Das bringt es einem deutlich näher und hinterlässt auch eher Eindruck. Ein gutes neues Abenteuer also für die junge Detektivin.

Ich danke dem Kosmos Verlag für die Bereitstellung eine Rezensionsexemplares!


Titel: Schutzlos – Ein Svea Andersson-Krimi 04
Autor: Ritta Jacobsson
Seiten:  219
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123782
Preis: 10,95 (TB)

Rezension – Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson Krimi (Ritta Jacobsson)

In Sveas Umgebung werden mehrere Mädchen überfallen, die Svea täuschend ähnlich sehen. Haben es die Täter in Wirklichkeit auf Svea abgesehen? Als sich auch noch Droh-Mails und seltsame Telefonanrufe häufen, bekommt Svea langsam Angst. Hat es etwas mit ihrer Aussage gegen die Erpresserbande zu tun? Will die Gruppe sie einschüchtern? Allein am See gerät Svea in tödliche Gefahr…

Da ist er also, Sveas 3. Fall. Nachdem mir “Todeswald” sehr gut gefallen hat, hat “Tödliches Schweigen” in meinen Augen bereits einen Rückschritt dargestellt, wenn auch keinen allzu großen. Den kann ich dafür nun “Eiskalte Drohung” bescheinigen. Es gibt nämlich etwas, das mir eine Serie, die ganz nach einer tollen Jugendkrimi-Reihe aussah im Nu verleidet: wenn man moralische Themen zum Mittelpunkt macht, die aber gleichzeitig auch einen deutlichen Schwachpunkt darstellen. Mobbing war es in “Tödliches Schweigen”, Fremdenhass und die Gefahren des Internts sind es nun in “Eiskalte Drohung”. Ohne Zweifel Themen, die die anvisierte Altersgruppe an Lesern betreffen und ansprechen dürften, aber ich für meinen Teil hatte mir von der “Svea”-Reihe einfach ganz normale, sehr spannende Krimis erwartet. So wie es eben mit “Todeswald” losging.
Doch das ist nicht das einzige Manko von “Eiskalte Drohung” Grundsätzlich beginnt die Story vielversprechend. Man ist sofort mittendrin und schon nach wenigen Seiten erwartet einen eine spannende und unheimliche Szene. Zudem hat mir die Idee, mit der Handlung an die Story aus Band 2 anzuknüpfen prima gefallen. So steht Svea und ihren Freunden bald die Verhandlung wegen der Erpresserbande aus Band 2 bevor. Alles sieht danach aus als lägen dort die Gründe für die neuen seltsamen Vorkommnisse.
Ich wünscht Rita Jacobsson wäre dieser Idee gefolgt, zumal sie Spannung versprach, interessant und vor allem logisch war. Was soll es da, plötzlich einen neuen Handlungsstrang aus dem Hut zu zaubern? Nur um dem moralischen Anspruch gerecht zu werden, den sie Reihe offenbar an sich hat? Meine Hochachtung: wenn ja, scheitert genau daran die ganze Chose! Der weitere Verlauf wirkt kontruiert und unlogisch. Von Spannung kann keine Rede mehr sein.
Vielleicht hat auch Svea das erkannt und deshalb keine Lust auf Ermittlungen. Von Detektivarbeit kann jedenfalls kaum eine Rede sein. Ganz selten mal eine Szene, sonst steht Svea meist daneben, wenn etwas passiert, oder ist zufällig vor Ort, wenn sich Zusammenhänge ergeben. Und oft genug blickt sie auch mal gar nichts. Wo sind ihr Mut, ihre Intelligenz und die Spürnase?
Verschüttet unter Massen an Privatleben? Gut möglich, denn Sveas Familie und Freunde spielen in dieser Band eine größere Rolle als es eigentlich nötig gewesen wäre. Und das sage ich, wo ich mich speziell für Sveas chaotisches Liebesleben sehr begeistern kann!

Mit 239 Seiten ist “Eiskalte Drohung” nicht gerade ein Wälzer. So hatte ich es an einem Tag ausgelesen. Es liest sich leicht und flüssig. Würde sich die Geschichte nicht so verrennen, hätte sie sicher auch Spass gemacht. So habe ich mich mehrmals dabei ertappt, wie ich versucht war, hier und da einen Absatz zu überspringen.

Look und Covermotiv versprechen mehr als die Story hält. Düster wie es sich für einen Krimi gehört, und ein Motiv im Mittelpunkt das obendrein auch noch einen Schuss Action andeutet. Wenn es nur so wäre…

Fazit: Moralisch-pädagogisch in allen Ehren, aber bitte nicht auf Kosten der Geschichte Denn die wirkt dadurch mühsam zusammengestrickt, konstruiert, unlogisch und unspannend. Wäre mir Svea als Charakter nicht so sympathisch, hätte ich die Serie nach Band 3 aufgegeben. So bekommt sie aber noch eine weitere Chance, in der Hoffnung, dass es da wieder mehr Richtung “Todeswald” geht.


Titel:  Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson-Krimi
Autor:  Ritta Jacosson
Seiten:  239
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123775
Preis:  € 10,95 (HC)

Gefährliches Schweigen – Ein Svea Andersson Krimi (Ritta Jacobsson)

Bildete Svea sich wirklich ein, er würde mit ihr reden? Er, der mit keinem einzigen Menschen auf der ganzen Welt reden konnte? Seine Angst war so wahnsinnig groß, das ließ sich nicht erklären. Dabei hatte niemand ihn geschlagen. Man hatte ihm bloß ein Foto gezeigt. Und das war widerlich gewesen. Er hatte die Augen zukneifen wollen, hätte am liebsten gekotzt und geheult, aber sie hatten ihn festgehalten und ihn gezwungen, es anzuschauen. Lange. Sie hatten gesagt, er solle sich überlegen, was passieren würde, wenn er nicht tat, was sie verlangten. Er hatte es sich überlegt. Und beschlossen zu tun, was sie verlangten. An Sveas Schule scheinen viele Schüler vor etwas Angst zu haben. Als die schüchterne Natalie dann auch noch droht, vom Schuldach zu springen, fängt Svea an Fragen zu stellen. Sie trifft aber nur auf eine Mauer des Schweigens. Erst als Sveas Hund in Lebensgefahr gerät, begreift sie langsam, womit sie es zu tun hat. Und dann ist es schon fast zu spät …

Nachdem mir Sveas erster Fall (“Todeswald“) so ausnehmend gut gefallen hat, hat es nicht lange gedauert bis auch das zweite Buch der Reihe in mein Regal einzog und sofort gelesen wurde.
Ich habe “Gefährliches Schweigen” als nicht ganz so spannend empfunden, wie Band 1. Im ersten Teil wurde man wunderbar lange im Unklaren darüber gehalten, aus welcher Richtung die Gefahr drohte. In diesem zweiten Band ahnt man schnell, mit welcher Art Gefahr es Svea zu tun bekommt. Dennoch erschließen sich alle Zusammenhänge und das Ausmaß erst nach und nach und das Finale hat es dann noch einmal richtig in sich.
Schlechter als Band 1 ist “Gefährliches Schweigen” aber keineswegs. Es punktet nur in anderen Belangen. Hier wird zwar in Sachen Spannung nicht so hoch gepokert, dafür erschreckt einen dieses Buch durch die Thematik. Denn hier wird ein sehr aktuelles und wichtiges  Thema angegangen, in dem sich viele der jungen Leser vielleicht ein Stück weit wiederfinden können. Ältere, erwachsenere Leser (auch denen kann ich dieses Buch empfehlen), die eventuell schon selber Kinder im Schulalter haben, könnten durch die Lektüre aufmerksamer, sensibler für das Verhalten der Kids werden.
Auch wenn das nun vielleicht so klingt, das Buch kommt nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger daher, es ist duchaus ein waschechter Krimi. Als Leser hat man reichlich Gelegenheiten um die mutige Svea zu bangen, in die man sich in diesem Band oft gut hineinversetzen kann und die einem so noch eine Spur sympathischer wird. Es ist Ritta Jacobsson sehr schön gelungen, Svea zwar zu einer echten Dektektivin zu machen, sie aber gleichzeitig auch ein normaler Teenager sein zu lassen mit Allem, was so dazu gehört. Von der ersten Liebe, über Hobbys bis hin zu ihrer Tierliebe, Svea ist ein ganz normales junges Mädchen. Übrigens: insbesondere tierliebe Leser(innen) dürften bei diesem Buch mindestens eine Gänsehaut bekommen, ich habe mich sogar manches Mal richtig dabei gekrümmt… Dies vielleicht als eine kleine Warnung.

Es ist nicht zwingend notwendig, dass man Band 1 der Reihe kennt, es ist aber empfehlenswert mit “Todeswald” zu beginnen, da es in “Gefährliches Schweigen” durchaus Andeutungen auf Band 1 gibt.

Dank Sveas lockerer, jugendlicher Art zu erzählen, liest sich “Tödliches Schweigen” sehr leicht. Auch dieses Buch hätte ich gerne in einem Rutsch gelesen, habe es mir aber doch wieder eingeteilt um länger Spass daran zu haben. Gelegentlich sind Passagen eingestreut, die nicht von Svea erzählt werden, sondern einen Blick auf verschiedene andere Charaktere und ihre Gedanken und Probleme gewähren. Das bietet Abwechslung und ist außerdem ein schöner “Kniff”, der zusätzlich zum Mitknobeln einlädt.

Optisch ist das Buch im gleichen Stil gehalten wie der Vorgänger. Schwarzer Rahmen um ein kräftig rot gefärbtes Motiv, ganz in der Art eines Schattenrisses. Das Motiv könnte einem Film entliehen sein, der von irgendwelchen Gangs in den USA handelt, was mir zunächst etwas übertrieben schien. Doch nach dem Lesen finde ich, dass es gut zur Geschichte passt und nicht im Geringsten übertreibt. Leider…

Fazit:  Eine Spur weniger spannend als “Todeswald”, dafür von der Thematik her wirklich erschreckend. Das wiegt das Manko an Spannung locker auf. Somit kann ich “Gefährliches Schweigen” ebenfalls vorbehaltlos empfehlen. Sowohl jugendlichen Krimi- bzw Thriller-Fans, als auch Erwachsenen, die sich für diese Genres begeistern.


Titel:  Gefährliches Schweigen – Ein Svea Andersson Krimi
Autor: Ritta Jacobsson
Seiten:  238
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123768
Preis:  € 10,95 (TB)

“Todeswald – Ein Svea Andersson Krimi” (Ritta Jacobsson)

Als der Wagen langsam neben ihr herfuhr, liefen ihr kalte Schauer über den Rücken. Sie dachte an die ewigen Reden ihrer Mutter über Mädchen, die in Autos gezerrt worden waren, und musste den Impuls bekämpfen, voller Panik davonzurennen. Vorsichtig schielte sie rüber. Nur eine einzelne Person am Steuer. Das Gesicht konnte sie nicht erkennen, aber sie hatte das unangenehme Gefühl, dass jemand sie ansah. Das Seitenfenster wurde runtergelassen. “Soll ich dich mitnehmen?” An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Einige Tage später findet man das Mädchen tot im Wald. Als Svea unfreiwillig in die Ermittlungen hineingezogen wird, ist sie schon bald in ein Netz aus Lügen, Indizien und gefährlichen Intrigen verstrickt. Sie beginnt zu ahnen, dass sie den Täter kennt. Und der hat verstanden, dass sie schon zuviel weiß …

Es ist schwierig, über dieses Buch etwas zu schreiben, ohne dabei zuviel vom Inhalt bzw die Auflösung zu verraten. Ich bin per Zufall auf die Reihe der “Svea Andersson Krimis” gestoßen und kann nur sagen, dass mir diese Zufalls-Bekanntschaft äußerst spannende Lesestunden und eine Menge Lesespass bereitet hat.
Ich musste mich sehr zusammenreißen, dieses Buch nicht gleich an einem Tag zu verschlingen.
Die Geschichte ist von der ersten Seite an ausgesprochen spannend. Hauptsächlich deshalb, weil einem schon sehr früh deutliche Hinweise auf den Täter gegeben werden, und dieser der jungen Detektivin bedrohlich nahe steht. Damit ist man Svea also quasi einen Schritt voraus und hat massig Gelegenheiten, um sie zu bangen, wenn sie ihren Ermittlungen nachgeht. Mir ist Svea sehr schnell sympathisch geworden mit ihrer mutigen und burschikosen Art und dem mitunter ganz schön losen Mundwerk. Es fällt umso leichter, Zugang zu Svea zu finden, da sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt und man so ständigen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle hat. Und in beidem geht es hoch her.
Wenn man “Todeswald” unbedingt etwas vorwerfen will, könnte man sagen, dass sich Svea für eine 13jährige schon sehr professionell anstellt bei ihren Nachforschungen. Andererseits finde ich aber auch, dass das Buch dadurch sicher auch für ältere Krimi-Fans interessant sein kann. Und von einer wirklich  unrealistischen und / oder abgehobenen Teenie-Detektivin ist sie trotz gewisser Professionalität weit, weit entfernt, so dass sich junge Leser durchaus in ihr wiederfinden können. Übrigens ist “Todeswald” trotz der weiblichen Hauptrolle kein Mädchen-Buch. Hier dürfen auch krimibegeisterte Jungs zugreifen, auch sie werden sicher ihr Vergnügen an dem Buch haben.

Wie schon geschrieben, hätte ich “Todeswald” am liebsten in einem Rutsch gelesen, weil es unheimlich spannend und sehr unterhaltsam und jugendlich frisch geschrieben ist. Trotzdem habe ich um einen Tag “verlängert” um länger etwas davon zu haben. Einige Punkte wirken beim Lesen zwar befremdlich -in Schweden sind nun mal ein paar Dinge anders als bei uns- aber Svea erzählt so locker davon, dass es den Lesefluss nicht bremst. Die Kapitel sind meist relativ kurz und beispielsweise Zeitungsberichte sind auch grafisch dargestellt, was den Text zusätzlich auflockert und interessant macht.

Das Cover ist sehr düster gehalten und auch hier ist dem Buch nichts davon anzusehen, dass es sich um einen Roman für Jugendliche handelt. Es könnte ebensogut ein Buch für Erwachsene sein. Der “ausgefranste” Ausschnitt mit dem kräftigen Grünton ist der Blickfang am Layout.

Fazit: Ein sehr spannender und unterhaltsamer Schweden-Krimi nicht nur für jugendliche Leser. Für mich das schwedische Pendant zur “Ein Krimi aus Echo Falls” – Reihe. Rundum sehr zu empfehlen! Ich werde sicher auch Band 2 “Gefährliches Schweigen” lesen.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms.


Titel:  Todeswald – Ein Svea Andersson Krimi
Autor: Ritta Jacobsson
Seiten:  256
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123751
Preis:  € 10,95 (TB)


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