Tänzerin

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (22) – Die schreiende Tänzerin

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (22) – Die schreiende Tänzerin / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 77 min / Sprecher: Peter Groeger, Peter Weis, Nicolai Tegeler ua

holmes22Inhalt: Die Tanzdarbietung der berühmten Ballerina Daria Markos wurde zum wiederholten Male durch einen markerschütternden Schrei unterbrochen – und wieder war es ihr eigener! Es gibt weder Hinweise auf ein Verbrechen noch auf eine Bedrohung. Holmes und Watson folgen einer Spur, auf der sie mit künstlerischen Temperamenten, chemischen Rätseln und den architektonischen Geheimnissen des Londoner Opernhauses konfrontiert werden. Es ist eine Spur, deren Ziel zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit liegt.


Wie Holmes selbst sagt, hat er mit kulturellen Veranstaltungen nicht sehr viel am Hut. Doch wenn eine Tänzerin auf der Bühne aus heiterem Himmel zu schreien beginnt, dann welckt es seine Neugier genug um sich doch ins Theater zu begeben. Und dort geht es drunter und drüber!
Wie immer macht es wirklich Spass, Holmes und Watson bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Hier nicht nur wegen ihrer Dialoge, sondern auch wegen der vielen recht schrägen Personen, die sie dabei antreffen. Speziell über Morelli habe ich manches Mal lachen müssen, erst recht aber über die bissigen Bemerkungen von Kenneth Fangway.
Einen Teil des Falles kann man eigentlich recht leicht erahnen. Und es ist auch der Teil, der als erstes aufgelöst wird. Das macht einen dann schon stolz, wenn man zum selben Schluss kommt wie der Meisterdetektiv höchstpersönlich.
Den tatsächlichen Kern der Geschichte bzw die Pläne gewisser Figuren dagegen habe ich nicht vorhergesehen. Ich denke, das ginge auch gar nicht. Diese Auflösung lässt einen durchaus staunen und entsetzt zuhören. Das nenne ich mal einen Paukenschlag zum Finale.

Peter Weis gibt einen wunderbar überspannten Enrico Morelli. So pathetisch, so leidenschaftlich, so herrlich verrückt. Er ist einfach ein Sprecher, der mir -ganz egal wie- immer wieder sehr gut gefällt. Nicolai Tegeler trifft für Morelli genau den richtigen Ton. Diesem Ton ist es zu verdanken, dass ich über Morellis Sprüche so oft grinsen musste. Gefallen hat mir auch Ulrike Möckel alias Lady Agnes Collins, die sie stolz und selbstbewusst rüberkommen lässt. Sie würde ich im Dialog mit Holmes gerne mal wieder erleben.

Musik und Geräusche halten sich wie gewohnt eher im Hintergrund, wodurch die Aufmerksamkeit des Hörers auf die Handlung und die Gespräche konzentriert bleibt. Ich mag dieses dezente und doch so stimmungsvolle und charmante Untermalung immer wieder gerne.

Wer, wenn nicht die Tänzerin, sollte auf dem Cover im Mittelpunkt stehen? Dem Publikum ist das Entsetzen anzusehen, wodurch man leicht neugierig wird, was es mit der schreienden Künsterlin auf sich hat.

Fazit:  Eine spannende Folge, bei der es auch so einiges zum Schmunzeln und Lachen gibt. Einen Teil der Auflösung fand ich etwas vorhersehbar, dafür weiß das eigentliche Finale mit einem echten Hammer zu überraschen.

Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs (07) – Der Smaragd des Todes

Titel: Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs (07) – Der Smaragd des Todes / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt,  Sabine Jaeger, Jan Makino ua

holmesgeheim07Inhalt: Die feine Londoner Gesellschaft ist fasziniert von den gewagten Darbietungen Tahi Swawis, einer exotischen Tänzerin. Ihr Bühnenkostüm schmückt ein besonderer Edelstein, der es unter dem Namen “Smaragd des Todes” zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Viel Blut ist um seinetwillen bereits geflossen und ein Ende scheint nicht absehbar, wie sich schon bald herausstellt.


Die verflixte siebte Folge? Könnte man glatt so sagen, trifft aber zum Glück nicht so richtig. Wobei der Fall an sich erst nach einigem Anlauf in Gang kommt. Nach dem andeutenden ersten Track wird erstmal einige Zeit darauf verwendet zu erwähnen, dass Mrs. Hudson derzeit nicht im Holm’schen Haushalt anzutreffen ist. Zum allgemeinen Entsetzen hat Margret Mapleton ihren Posten übernommen. Das ist ganz amüsant anzuhören. Da darf gerne mal geschmunzelt werden.
Anschließend wird dann endlich der Fall in Angriff genommen und auch der ist nicht schlecht. Zwar längst nicht so dramatisch wie der Titel des Hörspiels es einen vermuten lässt, aber ein Fall, der zu Holmes passt und den er gemeinsam mit Watson auf seine urtypische Art löst. Was mir hier gefallen hat (weil man es bei vielen anderen Holmes-Hörspielen kaum mal erlebt) ist, dass man von allzu langen erklärenden Monologen von Holmes verschont bleibt und dass er bei seinen Ermittlungen unterwegs ist. Das bringt halt auch Bewegung in die Geschichte. So stelle ich mir Detektivgeschichten vor. Deshalb kommt mir das so sehr entgegen.

Die Sprechergarde ist übersichtlich. Ich muss gestehen, dass mir das so immer ganz recht ist. Ich finde es immer mühselig, mir eine Schar Charaktere aneigenen und an den Stimmen unterscheiden zu müssen.  Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt ergeben ein stimmiges Holmes-Watson-Team. Dabei klingt Joachim Tennstedt oft etwas vornehmer, während Detlef Bierstedt Watson lockerer zum Leben erweckt. Da kommt beim Zuhören keine Langweile auf. Sabine Jaeger hat mich als Tänzerin Tahi Swawi nicht so recht überzeugt. Erstens passt ihre markante Stimme nicht so ganz t zu dem leicht überheblichen Ton, dafür ist sie mir nicht fein genug, und zweitens habe ich mir so eine Tänzerin doch jünger vorgestellt als Sabine Jaeger klingt.

Die Untermalung präsentiert sich hier recht dezent. Ich vergleiche das automatisch immer mit Titanias “Gruselkabinett”, wo es kaum eine Sekunde ohne begleitende Melodien gibt. Das ist bei “Holmes” nicht so, wobei ich finde, dass das dem Flair dieser Geschichten keinen Abbruch tut. Auch wenigere Stücke zu ausgewählten Szenen können spielend für Flair sorgen. Das wird hier klar bewiesen.

Auf dem Cover steht die Tänzerin im Mittelpunkt. Da konnte bei dieser Geschichte nicht anders sein. Der Smaragd ist natürlich ebenfalls zu sehen, wenn auch weniger beeindruckend als er es meiner Meinung nach verdient hätte. Die schwarze Gestalt im Hintergrund macht schnell deutlich, dass Tahi Swawi nicht wirklich sorglos tanzt bzw tanzen sollte.

Fazit:  Die Folge beginnt humorig. Das bedeutet allerdings, dass der Fall erst nach Anlauf auf den Tisch kommt. Die Zeit muss man sich nehmen. Dafür wird man mit einem ordentlichen Holmes-Fall belohnt. Zwar sprudelt er nicht gerade vor Spannung über, aber langweilig wird es auch wieder nicht.

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