Thomas Thiemeyer

Evolution – Die Stadt der Überlebenden (Thomas Thiemeyer)

Ahnungslos reisen Lucie und Jem mit einer Austauschgruppe in die USA. Doch als ihr Flugzeug am Denver Airport notlandet, wird ihnen schnell klar: Die Welt, wie sie sie kennen, gibt es nicht mehr. Die Flugbahn überwuchert, das Terminal menschenverlassen, lauern überall Gefahren. Sogar die Tiere scheinen sich gegen sie verschworen zu haben: Wölfe, Bären, Vögel greifen die Jugendlichen immer wieder in großen Schwärmen an. Was ist bloß geschehen? Während ihrer gefahrvollen Reise durch die neue Welt erfahren sie von einem Kometeneinschlag. Und von ein paar letzten Überlebenden in einer verschollenen Stadt. Aber wie sollen sie die erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat?

Man kann nicht immer nur “Altlasten” aufarbeiten, daher gibt es heute eine Besprechung zu einem Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Es sprach mich in der Buchhandlung mit seinem tollen Cover und dem verheißungsvollen Klappentext sofort an.
Anfangs hatte ich noch ein paar Bedenken, denn man muss binnen kürzester Zeit mit einer ganzen Reihe Figuren klarkommen und sie einordnen. Ich habe damit oft meine Schwierigkeiten und auch hier dachte ich, dass ich all die Figuren kaum jemals auf die Reihe bekommen würde. Letztlich hat das dann aber doch gut geklappt. So richtig lernt man erstmal Jem und Lucie kennen und dann kommen -speziell nach der Bruchlandung- nach und nach auch die übrigen Jugendlichen dazu, sodass ich recht bald wusste, wen ich in den Szenen jeweils “vor mir” hatte. Insgesamt fand ich alle Jugendlichen ganz sympathisch und es hat mir besonders gefallen, wie unterschiedlich sie sind. Damit hat man ein Team mit vielen verschiedenen Fähigkeiten an der Hand, aber natürlich auch mit Konflitpotenzial. Das fand ich ganz authentisch und es trägt so auch zur Spannung bei.
Noch spannender war für mich aber die Frage, was überhaupt passiert ist. Wieso ist das Flugzeug abgestürzt?  Vor allem auch, wo ist es eigentlich abgestürzt? Und später dann -zur kompletten Verwirrung- wann ist es abgestürzt?
Das Wo wird schnell geklärt und unter dem Namen der Stadt kann sich sicher jeder auch etwas vorstellen. Das Erstaunliche ist, wie es dort inzwischen aussieht. Ich habe ja eine arge Schwäche für Geschichten mit einem gewissen Endzeitflair, und das hat auch dieser erste Band klar an sich. Dass die Natur sich solche verwaiste Orte über kurz oder lang zurückholt, ist nur natürlich.Es war schon richtig cool, mit Jem, Lucie und den anderen an solch einem Ort unterwegs zu sein.
Wovon ich dagegen überhaupt kein Fan bin ist, wenn diese Natur zu sehr zum zentralen Thema wird. Soll heißen, ich hätte das Buch sicher irgendwann weggelegt, wenn es nur noch um Tiere, Pflanzen, Dschungel und das Überleben gegangen wäre. Doch so sehr das ganze Setting auch wie aus der Zeit gefallen wirkt, es tauchen immer wieder sehr moderne, meist auch futuristische Elemente auf. Wie zB Hologramme, eine Art Roboter, verschiedene Gerätschaften, und für sowas habe ich halt ein totales Faible! Endlich mal eine endzeitlich anmutende Geschichte, die nicht total altmodisch wirkt! Toll!
Ich konnte das Buch also wirklich sehr lange kaum aus der Hand legen. Die Geschichte war für mich sehr lange sehr spannend: die Abenteuer und die Ereignisse, denen Jem, Lucie und Co. sich stellen müssen, die Gefahr durch gewisse “Lebewesen” und natürlich das Rätsel, was eigentlich überhaupt passiert ist! Gewürzt mit diesen besagten futuristischen Elementen war das einfach total mein Ding!
Und dann kam das, was der Titel eigentlich schon verrät. Ich hätte also zumindst gewarnt sein müssen. War ich aber nicht und deshalb kam die Keule dann auch. Genau mit Kapitel 46. Eine Midgardschlange, ein Meister sowieso, Alrik und Ragnar, gekleidet in Wolfsfellen und alte Legenden. Himmel, bis dahin war doch alles so modern und teilweise wissenschaftlich trotz der Umstände. Kann das denn nicht einmal so bleiben? Was sollte dieser steinzeitliche Einschlag jetzt plötzlich?
Tja, und so haben mir die letzten Kapitel bedeutend weniger Spass gemacht als ihre Vorgänger. Und derbe enttäuscht war ich eben auch. Ich kann sowas Altmodisches, Steinzeitliches schlichtweg nicht ab und finde ich nur langweilig.

Wie schon geschrieben bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Jedenfalls bis Kapitel 46. Das Buch ist einfach toll geschrieben. Einerseits ganz locker weg, aber ohne dass dabei Spannung und Amtosphäre jemals auf der Strecke blieben. Sogar gegruselt habe ich mich ab und zu, was gerade dann toll ist, wenn man abends im Bett liest. Die Kapitel sind weder zu kurz, noch zu lang. Immer wieder wurde ich verleitet ‘eins noch’ zu lesen, woraus dann doch deutlich mehr wurden. Richtig toll!

Das Cover finde ich immer noch genial. Dieses kräftige Grün ist ein echter Blickfang, die stehengelassenen Autos und überwucherten Gebäude verbreiten Endzeitstimmung und das Tier auf der Straße macht ebenso neugierig wie die Jugendlichen im Vordergrund. Der imposante Titelschriftzug tut ein Übriges dazu.

Fazit: 45 von 61 Kapiteln entsprach “Evolution – Die Stadt der Überlebenden” genau meinem Geschmack. Spannend, atmosphärisch, leicht gruselig mit endzeitlichem Einschlag und trotzdem wunderbar modern und futuristisch. Zu 100 Prozent genau mein Ding! Und dann kam leider der große Bruch damit. Alles Moderne, Futuristische, Wissenschaftliche weg, dafür Legenden, Menschen in Fellen, die in einer Art Höhle leben. Na toll! Alles genau so, wie ich es eben gar nicht mag und wovon ich lange dachte, “Evolution” würde damit nicht um die Ecke kommen. Es ist daher fraglich, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Sehr, sehr schade.


Titel: Evolution (01) – Die Stadt der Überlebenden
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 360
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401601670
Preis: € 16,99 (HC)

Valhalla (Thomas Thiemeyer)

valhalla2015. Spitzbergen – der nördlichste Siedlungspunkt der Menschheit. Eine Welt aus Eis und Schnee, überschattet von vier Monaten Polarnacht. Dort plant Archäologin Hannah Peters, geheimnisvolle Strukturen unter dem arktischen Eis zu untersuchen: Das Abschmelzen der Gletscher hat mutmaßlich Fundamente eines mythischen Nordreiches zutage gefördert. Doch Hannah ist nicht die Erste, die diese Ruinen erkundet.
1944. Im annektierten Norwegen, fernab jeder Siedlung, reift ein Projekt, das grauenvoller ist als alles, was Menschen je ersonnen haben. Eine biologische Zeitbombe, verborgen unter dem ewigen Eis. Ihr Codename: Valhalla.

Bis zu “Valhalla” hatte ich noch keinen von Thomas Thiemeyers Thriller gelesen. Dann entdeckte ich das Buch auf der Buchmesse und der Klappentext klang ausgesprochen verheißungsvoll. Ich mag Thriller, die im Ewigen Eis spielen. Schon deshalb, weil alleine die Vorstellung von solcher Kälte einer meiner persönlichen Albträume ist. Ein kleiner Wermutstropfen war der Hinweis darauf, dass die Zeit um 1944 ebenfalls eine Rolle spielen würde. Das ist so gar nichts, was mich großartig interessier. Aber ich wollte es wagen, und bin belohnt worden!
Da ich noch keinen anderen Thriller von Thomas Thiemeyer kannte, war ich recht schnell etwas verdutzt. Denn immer mal wieder wird angedeutet, dass Hannah Peters bereits andere Abenteuer erlebt hat. Ich hatte etwas Sorge, dass mir das zum Verhängnis werden würde, aber diese Sorge war unbegründet. Man muss Hannahs vorige Abenteuer nicht kennen um in “Valhalla” mit ihr klarzukommen und durchzusteigen. Sie wurde mir schnell sympathisch, was auch daran lag, dass sie Eis, Schnee und Kälte überhaupt nicht mag und sich erst ab 25 Grad so richtig wohl fühlt. Genau meine Meinung!
Einen kleinen Schrecken bekam ich dann nach Hannahs erstem Besuch in Spitzbergen. Kaum dass man dort das erste erschreckende Szenario erlebt hat, kehrt die Handlung zurück nach Deutschlands. Natürlich habe ich mir Sorge um Hannah gemacht, aber ich wollte auf keinen Fall, dass der Rest der Geschichte nicht in Spitzbergen spielt, sondern anderswo!
Umso froher war ich als ich feststellte, dass Hannah sich selbst von einem solchen Vorfall nicht abhalten lässt. Da mochte ich sie gleich noch eine ganze Spur mehr. Es war interessant zu verfolgen, welche Personen sie auf ihrem zweiten Besuch in Spitzbergen mitnimmt. Eine tolle Mischung aus verschiedenen Wissenschaftlern und Experten, die für viel Abwechslung in der weiteren Handlung bürgen.
Zurück in Schnee und Eis lernt man dann noch andere Seiten der Gegend kennen. Ich muss zugeben, dass sie mich nun doch ein wenig reizte. Vor allem durch die Tour mit den Hundeschlitten. Das würde ich gerne einmal selbst mitmachen. Da würde mich dann wohl nicht mal die Kälte mehr stören. Gleichzeitig fand ich es sehr spannend, was Hannah und ihre Leute auf dem Weg zurück zur Fundstätte erleben. Denn kaum zur Tour dorthin gestartet, hängen ihnen bereits Widersacher an den Hacken und es kommt zu einigen brenzligen Situationen. Thomas Thiemeyer scheut sich dabei auch nicht, die eine oder andere lieb gewonnenene Figur über die Klinge springen zu lassen, was mir besonders im Fall des Hundeführers leid getan hat. So knurrig und unwillig er oft auch wirkt.
Zurück an der Fundstätte der angeblich mythischen Siedlung wird es dann obendrein auch noch schön gruselig. Um das als angenehm zu empfinden sollte man allerdings wie ich ein Faible für Geschichten um solche Versuche und ihre Ergebnisse haben. Zwar fand ich es etwas arg durchschaubar, wer sich dort herumtreibt und die Gruppe verfolgt und angreift, aber die Idee hat mir zu gut gefallen um das groß zu verurteilen. Vor allem, weil man sich lange nicht sicher sein kann, ob die Angreifer es wirklich auf die Gruppe abgesehen haben, oder ob sie ihnen nicht vielleicht doch eher wohlgesonnen sind.
Gelegentlich wechselt der Schauplatz zu den Verfolgern, die Hannah und ihre Leute bereits kurz nach der Ankunft unwissentlich aufgegabelt haben, und die sind alles andere als zimperlich. Außerdem bekommt man in diesen Passagen einige Hintergrundinformationen um die Fund im Ewigen Eis. Zu meiner Erleicherung wurde auch hier nicht sonderlich auf die Zeit um 1944 eingegangen.

Ich denke, ich werde mir vielleicht auch Thomas Thiemeyers andere Erwachsenenthriller genauer ansehen. Mir hat nämlich nicht nur die Geschichte von “Valhalla” gefallen, sondern auch wie es geschrieben ist. Spannend und interessant, dabei aber in gewisser Weise auch ganz locker. Vor allem ohne historische Hintergründe oder Beschreibungen von Orten unnötig breit auszuwalzen. Genug von allem, damit man es sich vorstellen kann, aber nicht so viel, dass man sich dabei langweilen könnte. Das geht speziell bei mir nämlich sehr, sehr schnell…

Das Cover hat mich auf der Buchmesse sofort angesprochen. Vor allem wegen der schönen Farben. Das kräftige Grün der Nordlichter ist ein toller Kontrast zum sonst eher düsteren Motiv. Das alleine lässt bereits auf eine geheimnisvolle Geschichte hoffen, doch in Kombination mit dem Labyrinth gibt einem das Motiv erst recht Rätsel auf.

Fazit:  Ich habe mit “Valhalla” einige Leseabende verbracht, die mir ein wohliges Fröstel verursacht haben. Eine sehr spannende und mysteriöse Geschichte im Ewigen Eis, bei der auch Gruselfans auf ihre Kosten kommen dürften. Das wird sicher nicht mein letzter Erwachsenenthriller von Thomas Thiemeyer bleiben.

Vielen Dank an Dromer Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Valhalla
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 512
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426652657
Preis: 19,99 (HC)

bestellamazon

Das verbotene Eden – David und Juna (Thomas Thiemeyer / Vera Passý)

Titel: Das verbotene Eden – David und Juna / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 440 min (6 CDs) / Buch: Thomas Thiemeyer / gelesen von: Vera Passý

Inhalt: Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer.


Nachdem mir vor Längerem Thomas Thiemeyers “Chroniken der Weltensucher” empfohlen worden waren und mir auch überraschend gut gefielen, war ich natürlich auch auf “Das verbotene Eden” neugierig. Die Inhaltsangabe klang interessant, auch wenn es sich mal wieder um eine Dystopie handelt. Wenn auch in nicht allzu ferner Zukunft spielend. Doch es gibt leider Genres, die mir gar nicht liegen. Historische Geschichten bzw Geschichten mit einem Einschlag in die Richtung gehören dazu. Und genau das trifft man -jedenfalls auf Junas Seite- zur Genüge an. Nicht genug damit, leben die Frauen in dieser Dystopie in einem Glauben, der unübersehbar keltische Züge aufweist. Und auch das Leben und der Glauben der Kelten ist nichts, was mich sonderlich interessiert. Da wurde ich mit Davids Seite schon eher warm, auch wenn ich auch dem christlichen Glauben alles andere als zugeneigt bin. Aber zumindest ist im “Lager” der Männer noch etwas von der einstigen Welt mit ihren technischen Errungenschaften zu erkennen, sprich nicht ganz so weit weg wie Junas Kriegerleben in der Natur. Überhaupt ist diese wechselnde Sichtweise zwischen dem “Lager” der Männer und dem der Frauen noch das Reizvollste an der Geschichte. Ein weiterer Knackpunkt für mich war, dass hier so überhaupt kein Gefühl rüberkam. Ja, David und Juna interessieren sich für einander, verlieben sich…aber sowas muss man beim Hören doch auch spüren und nicht nur zur Kenntnis nehmen. Doch mehr ist es in diesem Falle nicht. Und wie es sich gehört schwebt natürlich über allem die stetige Bedrohung eines Krieges. Doch auch hier sieht es kaum besser aus. Wirklich spürbar ist es nicht. Man weiß es halt. Bedrohliche und düstere Stimmung will so ebenfalls nicht aufkommen.

Vera Passý habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört und eine ganze Weile gebraucht bis ich mich an ihre helle, recht schrille Stimme gewöhnt hatte. Zum harten Leben der Frauen passt ihre ebenfalls ziemlich harte Art zu lesen ganz gut, aber eben nicht zu allen Szenen.

Nett anzuschauen sind David und Juna auf dem Cover zweifellos. Ich bin mir nur nicht sicher, ob eine Kriegerin wie Juna mit Augen-Makeup und solchen Korkenzieherlocken unterwegs ist… Durch den kräftig grünen Hintergrund, in dem man eine Landkarte erkennen kann, fällt das Hörbuch im Ladenreagal ohne Zweifel auf.

Fazit: Die Zweiteilung der Erzählung ist eine gut und interessante Idee, die mir gefallen hat. Dabei ist es aber auch leider geblieben. In ein Leben wie Junas kann ich mich einfach nicht einfinden, und Gefühle kommen hier auch nicht rüber. Das ist schwach für eine Geschichte, deren Dreh- und Angelpunkt ja eben die Liebe zwischen David und Juna ist.

P.S. Ich töte dich (Sebastian Fitzek, Markus Heitz u.a. / Simon Jäger & David Nathan)

Titel: P.S. Ich töte dich / Verlag: Lübbe Audio / Laufzeit: ca. 268 min / Buch: Sebastian Fitzek, Thomas Thiemeyer, Markus Heitz u.a. / gelesen von: Simon Jäger & David Nathan

Zehn Thrillerautoren der internationalen Spitzenriege und zwei der besten Synchronsprecher Deutschlands sorgen dafür, dass Ihnen das Blut in den Adern gefriert! Hören Sie düstere Geschichten von Sebastian Fitzek, Thomas Thiemeyer, Torkil Damhaug, Markus Heitz, Michael Koryta, Steve Mosby, Judith Merchant, Jens Lapidus, Markus Stromiedel und Jilliane Hoffmann – Meisterhaft interpretiert von Simon Jäger und David Nathan.


Nicht einschlafen (Sebastian Fitzek / Simon Jäger)

Ein typischer Fitzek-Thriller, bei dem am Ende alles ganz anders ist als es zu Beginn den Anschein hatte. Schon spannend, aber dadurch, dass es eine solch typische Geschichte ist, auf eine gewisse Art auch vorhersehbar. Fitzek-Fans werden der Handlung flott auf die Schliche kommen.

Fehler im System (Thoma Thiemeyer / Simon Jäger)

Mal eine andere Art Thriller, dessen Handlung sehr technisch daher kommt. Daher hat mir diese Geschichte sehr gut gefallen. Wenn man solche Art Erzählungen mag, dass bekommt man hier eine weitere geboten, die auf bedrohliche Art aufzeigt, inwieweit die Realität mit Hilfe der Technik beeinflusst werden kann.

Der fast Perfekte (Torkil Damhaug / David Nathan)

Dieser Thriller ist unheimlich und kann auch durch seine besondere Erzählweise ganz gut punkten. Dafür ist die Idee hinter der Geschichte nicht gerade die Neuerfindung des Rades. Daher ist kann man nicht unbedingt behaupten, dass sie besonders spannend ist.

Ein ehrenwertes Haus (Markus Heitz / David Nathan)

Müsste ich einen Favoriten dieser Sammlung küren, dann wäre dieser Thriller meine Nummer 1. Ein außergewöhnlicher Schauplatz für einen Thriller, der aber dem Titel absolut entspricht, eine böse Schnitzeljagd, der man als Hörer einfach mit Spannung und Neugier folgt, und alles gewürzt mit einem Schuss hintergründigem Witz.

Der Winter nimmt alles (Michael Koryta / Simon Jäger)

Da dieser Thriller in der Vergangenheit spielt, hatte er bei mir von Anfang an wenig Chancen darauf, einen der vorderen Plätze einzunehmen. Wen das nicht stört, der bekommt hier aber einen durchaus interessanten Thriller zu hören, der für eine Gänsehaut gut ist.

Wünsche für Allison (Steve Mosby / Simon Jäger)

Solche Thriller mag ich. Die so harmlos, ja, sogar richtig schön und romantisch beginnen und dann plötzlich eine unerwartete und böse Wendung nehmen. Ebenfalls einer meiner Lieblinge in dieser Sammlung.

Monopoly (Judith Merchant / David Nathan)

Es gibt Menschen, für die ist Einkaufen ein Grauen. Der Hauptperson dieses Thrillers geht es bald ganz ähnlich. Ein Kaufhaus-Thriller, der durch seinen ungewöhnlichen Schauplatz punktet. Sehr schön zum Mitknobeln geeignet.

Pulver (Jens Lapidu / David Nathan)

Ein jugendlich-frischer Thriller, der sehr spannend ist. Die Erzählweise ist sehr locker, weshalb man ihm leicht folgen kann. Mich hätte allerdings die Auflösung brennend interessiert, doch in dieser Hinsicht guckt man leider in die Röhre.

Das Haus auf dem Hügel ( Markus Stromiedel / Simon Jäger)

Wie der Titel es schon anklingen lässt, bekommt man hier mehr eine altmodische Spukhaus-Geschichte zu hören, die viel Raum an Beschreibungen verschwendet. Als “geschulter” Hörer solcher Storys durchschaut man zügig, wohin der Hase läuft. Entsprechend wenig Überraschung hält das Ende dann auch bereit.

Letzte Bergfahrt (Jilliane Hoffman / David Nathan)

Hier lässt einen alleine schon das Setting frösteln. Die Handlung steuert dann noch den Rest zur ordentlichen Gänsehaut bei. Eine Story voll tödlicher Einsamkeit und Verzweiflung.

Mit Simon Jäger und David Nathan sind zwei der Vorzeige-Sprecher für das Thriller-Genre am Werke. Sebastian Fitzek hat so zudem seinen Stamm-Sprecher am Start. Beide lesen die Thriller sehr eindringlich, wobei David Nathan hauptsächlich mit düsterem Ton punktet, Simon Jäger dafür seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt.

Dieses Hörbuch ist eine gekürzte Fassung des Buches. Allerdings auf eine -für mich- geradezu unverschämte Art gekürzt. Denn es sind nicht nur hier und da mal Sätze ausgespart worden, nein, es fehlen ganze drei Thriller. Deshalb ist sicher auch der Untertitel “13 10-Minuten-Thriller” weggefallen. Also bitte! Wen hätte eine CD mehr in den Ruin getrieben?

Ich hätte auch dem Hörbuch dieses Spanngummi zum Verschließen gegönnt, das das Buch hat. Das hätte sicher auch hier funktioniert und mehr hergemacht als der Aufdruck davon. Ansonsten ist der Look in überwiegend Rot und Schwarz sehr thrillertypisch und somit passend.

Fazit:  Eine interessante Thriller-Mischung mit Höhen und Tiefen. Zehn Thriller-Snacks, die man gut mal hören kann, quasi als Snack zwischendurch.

Die Chroniken der Weltensucher (01) – Die Stadt der Regenfresser

Titel: Die Chroniken der Weltensucher (01) – Die Stadt der Regenfresser   / Verlag:   Jumbo Verlag / GoyaLit / Laufzeit:   ca. 210 min / 6 CDs / Buch:   Thomas Thiemeyer / gelesen von:  Dietmar Wunder

InhaltEine Stadt in der Vertikalen, 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Ein vergessenes Volk, bedroht durch eine unheimliche, archaische Macht. Nichts von dem hatte der Junge Oskar sich vorstellen können, als ihn der Berliner Entdecker Friedrich Dornhauser, der sich selbst Humboldt nennt, in seine Dienste nahm. Jetzt ist Oskar Teil einer unglaublichen Expedition ans andere Ende der Welt und soll mit seinen Gefährten eine uralte Prophezeiung erfüllen.


Mit diesem Hörbuch ist eine Lesung in meine Regale eingezogen, um die ich bislang einen großen Bogen gemacht hatte. Mir klang das viel zu historisch.
Es hat keine zehn Minuten gedauert, da waren alle Bedenken dahin. Denn natürlich spielt die Geschichte um die letzte Jahrhundertwende, aber das war es in dieser Hinsicht auch schon. Denn eine der Hauptpersonen, Carl Friedrich von Humboldt, gab es nie und so muss man sich nicht fürchten, hier öde wissenschaftliche Abhandlungen zu hören zu bekommen. Stattdessen hört man eine Mischung aus echter Fantasy, erfrischend weit weg von aktuellen Trend, und einer Abenteuergeschichte, die sich gewaschen hat. Zeit zum Durchatmen bleibt einem spätestens ab Reiseantritt der illustren Forscher-Truppe nicht mehr, von da an sind Spannung und eine abwechslungsreise Handlung quasi vorprogrammiert. Mich hat besonders die Schilderung der Technik der “Regenfresser” fasziniert, da mich die beschriebenen Luftschiffe sehr an die angeblichen UFO-Sichtungen erinnert haben, die verzeichnet sind. Und auch die erwähnten Nazca-Linien gehen in eine ähnliche Richtung, beispielsweise hält Erich von Däniken sie für Hinterlassenschaften gelandeter UFOs. Ich bin ein kleiner großer Däniken-Fan, somit haben mit die “Regenfresser” auch deshalb gleich für mich eingenommen. Gefreut hat mich, dass die Geschichte am Ende zum Abschluss kommt. Natürlich weiß ich inzwischen, dass die Reihe fortgesetzt wurde, aber so kann man sicher auch recht leicht quer einsteigen.

Mit Dietmar Wunder als Sprecher ist ein absoluter Könner seines Fachs am Werke. Es gelingt ihm, jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme zu geben, ohne dabei je zu übertreiben. Er fängt die Spannung der Handlung ein und greift auch die Atmosphäre sehr gut ein. Trotzdem, vor allem weil ich ihn ebenfalls als Hörspielsprecher kenne, weiß ich, dass er eigentlich noch mehr drauf hat. Vielleicht bekomme ich das im nächsten Teil zu hören.

An Untermalung fehlt es dem Hörbuch gänzlich, was ich aber als undramatisch empfunden habe. Bei der spannenden Handlung und einem tollen Sprecher fällt das kaum ins Gewicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Geräusche hier und da den exotischen Schauplatz noch verdeutlicht hätten. Dafür hat mir der Effekt mit dem Linguaphon sehr gut gefallen.

Die Covergestaltung hat mir schon immer gefallen, auch wenn sie nur zu offensichtlich zeigt, dass die Geschichte nicht im Heute spielt. Aber es ist ein wunderbarer Kontrast zwischen dem klar historischen Motiv in der Mitte und den schon eine Spur moderneren Zahnrädern drumherum. Im Inneren der Box findet man noch eine altmodisch anmutende Weltkarte und das Booklet erklärt noch mal eine Reihe Begriffe aus der Story.

Fazit:   Wieder so eine positive Überraschung, wie sie mir schon so oft begegnet sind, wenn ich mich an ein lange gemiedenes Hörbuch gewagt hatte. Eine sehr spannende und exotische Handlung mit außergewöhnlichen, aber sympathsichen Charakteren, die von Dietmar Wunder klasse vorgetragen wird. Ich bin schon sehr neugierig auf die Fortsetzung.

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