Thriller

Rosengift (Susanne Mischke)

rosengiftAnfangs fühlt Matilda sich von Patricks kleinen Aufmerksamkeiten – Briefen, SMS, einer roten Rose vor der Haustür – geschmeichelt. Doch dann kommt es zu einem verhängnisvollen Kuss und die „Liebesbeweise“ nehmen eine völlig neue, beunruhigende Form an. Irgendjemand scheint Matilda offensichtlich bis aufs Blut zu hassen. Und sie zweifelt mehr und mehr daran, dass es wirklich Patrick ist.

In letzter Zeit habe ich wieder einige Arena Thriller gelesen, weil davon mehrere ungelesen im Regal stehen. Im echten Regal genauso wie im virtuellen auf dem Kindle.
“Rosengift” gehört dabei zu den Arena Thrillern, die mich lange nicht von sich überzeugen konnten.
Das lag anfangs vor allem daran, dass ich mit Matilda einfach nicht warm wurde. Ich kann das noch nicht mal richtig begründen. Jedenfalls nicht, ohne dass es irgendwie oberflächlich klingen würde. Schon alleine wie sie vom Aussehen her beschrieben wird, sagte mir nicht so recht zu. Mit ihrem Faible für Geige konnte ich -unmusikalisch wie ich bin- auch nichts anfangen. Ihr Name wirkte altmodisch auf mich, obwohl ich weiß (und es auch gut finde), dass solche Namen gerade ein Comeback feiern. Aber alles in allem sorgte eben dafür, dass ich mich mit Matilda nicht so richtig anfreunden konnte. Ihre selbstbewusste Art dagegen mochte ich wirklich, aber das alleine reichte eben nicht.
Ich habe auch nicht verstanden, wieso sie sich über die ersten Vorkommnisse so aufregt. Klar, nerven würde mich so etwas auch. Vor allem bei jemandem, dessen Gefühle ich nicht erwidere. Aber ihre Reaktionen habe ich teilweise als zu heftig empfunden. Und ich habe nicht verstanden, wieso sich dieses sonst so abgeklärte Mädchen nicht aufrafft und Patrick ein für allemal klipp und klar sagt, dass ihrerseits nichts zwischen ihnen läuft.
Natürlich habe ich von Anfang an geknobelt, wer noch hinter den Vorfällen stecken könnte, wenn es nicht Patrick ist. Dass er es nicht ist, erschien mir nämlich ziemlich schnell ziemlich klar. Doch dann gab es widerum Ereignisse, bei dem er mir als erstes als Verdächtiger einfiel. Es war also ein schönes krimimäßiges Rätselraten, dass Spass gemacht hat. Andere Verdächtige gibt es genügend, da hat man so einiges zu tun und zu knobeln.
So richtig hatte mich die Geschichte aber erst am Haken, als die Vorfälle drastischer wurden. Von da an, gefiel mir die Story wirklich richtig gut. Ich mag es einfach, wenn es mehr und grausiger zur Sache geht in einem Krimi / Thriller. So konnte ich das Buch irgendwann eben doch nicht mehr aus der Hand legen. Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr gerechnet.
Die Auflösung gefiel mir dann auch wirklich gut. In einem Punkt, hinsichtlich einer Person, wurde mein Verdacht bestätigt. Der andere war eine Überraschung. Und die Gründe für die Taten kamen nicht Nullachtfünfzehn daher, sondern einfallsreich.
Das Ende selber hat mir ebenfalls gefallen, weil es eben nicht rosarot ausfällt, sondern mit den Ecken und Kanten, die man nach dem Geschehen auch erwartet.
Selbstverständlich gehört bei einem Arena Thriller immer auch eine kleine Lovestory mit dazu. Diese hier ist erfreulich unkitschig. Etwas anderes hätte ich einem Mädchen wie Matilda auch nicht abgenommen. Von daher ist auch in dieser Hinsicht alles in trockenen Tüchern.

Matilda hatte für mich neben ihrer manchmal seltsamen Art auch eine relativ anstrengende Art zu erzählen. Das hätte ich mir jugendlicher gewünscht. So hat die Geschichte sich für mich lange Zeit erstaunlich schwer gelesen. Das lag aber auch daran , dass sie zahlreiche beschreibende und erklärende Passagen hat. Ich mag Dialoge lieber, in denen sowas verpackt ist. Das liest sich dann auch lockerer.

Selbstverständlich ist auf dem Cover eine Rose zu sehen, wenn diese Blume schon im Titel vorkommt. Ein Trauerflor ist ebenfalls zu sehen, der aber erst seinen Bezug zur Geschichte zeigt, wenn man sie gelesen hat. Somit ist die Kombination gut gelungen. Nur mag ich helle Hintergründe für Krimis / Thriller nicht so gerne.

Fazit: Mir hat ausgerechnet die Hauptfigur lange Schwierigkeiten mit dieser Geschichte beschert. Das ist natürlich sehr unglücklich. Doch irgendwann als die Übergriffe drastischer wurden, packte mich die Geschichte dennoch. Nichtsdetotrotz hat man hier massig Gelegenheit mitzuknobeln und das ist widerum ein dicker Pluspunkt. Trotzdem hatte ich mir von einem Thriller von Susanne Mischke irgendwie mehr versprochen.


Titel: Rosengift
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 288
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401066011
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Killgame (Andreas Winkelmann)

Killgame (Andreas Winkelmann)Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen.
Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei…
Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt.

Andreas Winkelmanns Bücher sind für mich bislang immer ein Wechselspiel gewesen. Das eine gut, das andere weniger, das nächste wieder toll, da danach folgende widerum schwach. Somit bin ich auf ein neues Buch von ihm immer doppelt gespannt.
“Killgame” war für mich ein Pflichtkauf. Schon alleine wegen Kanada als Hauptschauplatz (wie ich es im Klappentext verstanden hatt). Für mich mit meinem ständigen Fernweh konnte es kaum besser kommen.
Bedauerlicherweise hatte ich mich im Klappentext bzw meiner Ableitung ganz schön geirrt. Es dauerte gar nicht lange bis mir diese Erkenntnis dämmerte. Denn die Handlung spielt keineswegs hauptsächlich in Kandas Wäldern. Ganz im Gegenteil spielt sie sich lange Zeit in Deutschland ab. Der Teil in Kanada erschien mir dagegen erheblich knapper gehalten. Das fand ich schon mal mehr als schade.
Hinzu kam noch, dass mich das Geschehen in Deutschland kaum fesseln konnte. Das lag vor allem daran, dass man kapitelweise fast jedes Mal anderswo dabei war. Wäre die Handlung bei Nia und Dries geblieben, wäre das für mich in Ordnung gewesen. Aber diese ganzen anderen Figuren, Schauplätze und Ereignisse und Erkenntnisse, da habe ich mich irgendwann wirklich gefragt, ob die Story all dies überhaupt gebraucht hätte. Mir fallen einige Punkte ein, die für das Geschehen in Kanada nur mäßig bis gar nicht interessant waren. Wozu also vorab bereits schon solch ein Verwirrspiel und solch ein Hin und Her.
Mir fällt es immer schwer, gespannt bei der Sache zu bleiben, wenn ich ständig aus einem Handlungsstrang wieder herausgerissen werde. Und genau das ist hier dann auch geschehen. Immer, wenn ich dachte, dass es nun endlich spannend würde, wechselten Schauplatz oder Figuren und das bisschen eben aufgekommende Spannung verpuffte augenblicklich.
Dann ging es endlich nach Kanada, was war ich froh und erleichtert! Allerdings hat dieser Part bei mir einzig dafür gesorgt, dass ich dieses Land und seine Landschaften noch dringender erleben möchte als ohnehin schon. Denn das ist Andreas Winkelmann bestens gesorgt: dieses Land einfach als wunderschön und herrlich urwüchsig zu beschreiben. Ich will dahin! Jetzt noch mehr als zuvor bereits!
Dabei ist es aber leider auch geblieben, denn auch in Kanada angekommen wechseln die Handlungsstränge sehr oft. Und so trat genau das bei mir ein wie bei dem Part in Deutschland. Dabei hätte es sicher für so viel mehr Spannung und Grauen gesorgt, mal länger bei den Spielern zu bleiben und sich eingehender mit dem Spiel zu befassen. Denn das ist grausig! Es wäre schön gewesen, das wäre noch mehr rübergekommen.
Und zuletzt: ich brauche keine Geistergeschichte in einem Thriller! Übersinnliches hat für mich in einem ganz normalen Thriller nichts zu suchern. Ganz erhlich, diese Passagen habe ich maximal quergelesen, mehr nicht. Obendrein ist die afrikanische Kultur und ihr Glauben und ihre Mythen einfach nicht eines meiner Interessengebiete. Aber das war nicht der Knackpunkt. Der war -wie gesagt- einfach dieser Gespensterstory in einem Thriller.

Ich habe insgesamt relativ lange für das Buch gebraucht. Dabei liest es sich an sich wirklich gut. Es gibt aber halt auch serh viele erzählenden / beschreibende Passagen. Die lesen sich für mich einfach immer etwas schwerfälliger als zB Dialoge. Eine Kapiteleinteilung gibt es nicht, aber durch die Schauplatzwechsel viele Schnitte. Die kann man gut wie Kapitel nutzen: zum Einteilen der abendlichen Lesehäppchen.

Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen als ich von dem Buch hörte. Die blutrote Schrift ist ein Blickfang und lässt auf eine angenehm grausig-blutige Geschichte hoffen. Die Waldszenerie dahinter, eingefangen im Tempo des fliegenden Pfeils, ist thrillermäßig düster.

Fazit: Leider hat mich “Killgame” eher enttäuscht zurückgelassen. Kaum eine Passage war mal ausreichend lang um Spannung aufkommen zu lassen, der Vorlauf vor der Handlung in Kanda deutlich zu lang und das Geschehen in Kanda hatte ich mir grausiger und intensiver vorgestellt. Doch auch das wurde durch die vielen Handlungs- und Schauplatzwechsel sabotiert. Und eine Geisterstory hat in einem Thriller für mich einfach nichts zu suchen. Eines ist der Buch jedoch bestens gelungen: ich möchte nun noch dringender nach Kanada als vor der Lektüre 😉


Titel: Killgame
Autor: Andreas Winkelmann
Seiten: 426
Verlag: Wunderlich by Rowohlt
ISBN: 978-3805250849
Preis: € 14,99 (Broschiert)

Alles muss versteckt sein (Wiebke Lorenz / Cathrin Bürger)

Titel: Alles muss versteckt sein / Verlag: Radioropa / Spielzeit: 568 min / Buch: Wiebke Lorenz / gelesen von: Cathrin Bürger

verstecktseinInhalt: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint.


In meinem Regal stehen kaum Thriller / Krimis von Autorinnen. Es gibt nur wenige, die mich bisher von ihren Geschichten überzeugen konnten. Daher bin ich bei Neuentdeckungen immer erstmal ziemlich skeptisch. Doch diese Geschichte klang alleine vom Klappentext her schon so spannend und interessant, dass es mir den Versuch wert war.
Und was soll ich sagen? Ich bin restlos überzeugt von “Alles muss versteckt sein”.
Generell liebe ich ja Thriller, die mir so deutlich vor Augen führen, zu welchen Eskapaden der menschliche Verstand in der Lage ist. Je unglaublicher, umso besser. Alleine aus dieser Richtung entsprache “Alles muss versteckt sein” schon genau meinem Geschmack. Gleichzeitig tat mir Marie aber natürlich auch leid. Es muss furchtbar sein, unter solchen Zwangsvorstellungen zu leiden und sich als Krönung des Entsetzens eines Tages erst neben dem blutüberströmten, ermordeten Mann und später in der forensischen Psychiatrie wiederzufinden. Und sich oebndrein noch nicht einmal an das Vorgefallene erinnern zu können. Auch dieser Einblick in solch eine Psychiatrie hat mir gefallen. Das Geschehen dort wird sehr eindringlich beschrieben und hat seinen ganz eigenen Schrecken.
Doch die große Frage ist natürlich: was ist da vorgefallen? Har Marie ihren Mann tatsächlich ermordet? Es sieht ja alles danach aus. Doch man lernt sie anfangs eben auch als relativ normale Frau kennen und alleine deshalb traut man es ihr doch wieder nicht zu. Aber was sollte sonst dahinterstecken?
Ich habe gegrübelt und gegrübelt, Marie für schuldig befunden, dann wieder doch nicht daran glauben können, aber auch keine andere plausible Idee gehabt und gerätselt bis fast zum Schluss. Dann erschien mir endlich alles sonnenklar. Allerdings nicht lange, denn das Blatt wendete sich noch einmal. Für Spannung ist hier somit vom Anfang bis zum Ende gesorgt und Langeweile kommt nicht eine Sekunde lang auf. Einfach toll!

Cathrin Bürger habe ich hier zum ersten Mal als Hörbuchsprecherin gehört. Sie hat es mir sehr leicht gemacht, dieses wirklich lange Hörbuch relativ zügig durchzuhören. Sie hat eine angenehme Stimme, der man gut über längere Zeit lauschen kann. Außerdem versteht sie es absolut, Marie in den verschiedenen, meist dramatischen Zeiten ihres Lebens, glaubhaft eine Stimme zu verleihen. Ganz gleich, ob Marie gerade in heller Aufregung ist, beispielsweise bei der Suche nach ihrer Tochter, oder später durch Medikamente so ruhiggestellt, dass es schon lethargisch wirkt.

Alleine das Cover hatte ich mich schon im Nu am Haken. Erstens war mir gar nicht bewusst gewesen, dass in diesem Kinderreim etwas so Bedrohliches steckt wie hier. Und dann natürlich die blutverschmierten Hände, die einiges an Schrecken versprechen.

Fazit:  Ein von vorne bis hinten super spannender und auf verschiedenen Ebenen grausiger Thriller, der meine Erwartungen klar übertroffen hat. Für alle Thriller-Fans eine Empfehlung auf ganzer Linie. Wenn man einen solchen “Brocken” an Hörbuch bis zum Schluss durchhört, dann muss die Story einfach top sein, und das ist sie!

Die Flut (Arno Strobel)

Die Flut (Arno Strobel)Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist.

Es war bei mir schon immer so, dass Arno Strobels Psychothriller ein stetiges Auf und Ab waren. Einer richtig gut, dann einer nicht so dolle, dann wieder ein echter Hammer, dann wieder ein Schwächerer.
Entsprechend war ich natürlich neugierig auf “Die Flut”, denn trotz allem ist Arno Strobel ein Autor, von dem ich jedes Buch lesen möchte. Der Klappentext klang ja schon mal ganz nach meinem Geschmack.
Und damit hat er mir nicht zu viel versprochen!
Ich liebe solche super intelligenten Killer. Und je kranker ihre Mordmethoden, desto begeisterter bin ich. Da ich außerdem ein ziemlicher Wasserangsthase bin, habe ich die Idee dieses Mörders hier als besonders grausig empfunden. Und auch wenn es mich dabei so richtig schaudert und gruselt, ich liebe das! Das ist genau das, was ein (Psycho)thriller bei mir schaffen muss, damit er mir so richtig gut gefällt. Somit hatte “Die Flut” bei mir schon mal direkt einen Stein im Brett.
Ferner gefiel mir die recht überschaubare Anzahl an wichtigen Figuren. Das hält mir eine Geschichte so manches Mal schön übersichtlich. Ich mag es gar nicht, wenn ich mich immer wieder fragen muss, wer das denn nochmal ist, über den ich gerade lese. Das Problem hatte ich hier gar nicht. Die beiden Pärchen bestehen aus vier sehr verschiedenen Charakteren, wodurch man sie nochmal alle gut unterscheiden kann. Und wodurch sich mancher auch verdächtig macht.
Zunächst hatte ich aber so ziemlich jede andere Person im Verdacht, die auf der Bildfläche erschien. Arno Strobel schickt eine Figur nach der anderen ins Rennen, und jede einzelne ist gleich nochmal verdächtiger als die anderen. So kann man wirklich sehr gut mitknobeln, wer der Täter sein könnte. Das hat “Die Flut” für mich wirklich sehr spannend gemacht. Später scheint es dann auch noch möglich, dass jemand bei den beiden Pärchen falsch spielt…ich habe bis zuletzt hin- und her überlegt.
Und wäre sicher niemals auf die Idee gekommen, die die Auflösung dann präsentiert. Mir stand da wirklich vor Staunen der Mund offen. Auch das macht für mich einen guten (Psycho)thriller aus: wenn ich am Ende eine echte Überraschung geboten bekomme. Das hat “Die Flut” absolut hinbekommen.
Lobenswert ist ebenfalls, dass hier das Inselflair und eine gewisse Urlaubsstimmung sehr gut rüberkommen. Ich habe mich manches Mal an den Strand von Amrum versetzt gefühlt und nun auch Lust darauf, wieder einmal ans Meer zu fahren. Es muss keine Insel sein, aber eben an die See. Und weil ich weiß, wie schön es dort ist, fand ich es umso schlimmer, was in der Geschichte dort vor sich geht. Ich empfinde es immer als besonders schrecklich, wenn so etwas Grausiges an einem so schönen Ort geschieht, wohin die Menschen fahren um dort eine gute Zeit zu verbringen.
Falls sich nun jemand fragt, wieso ich das “Psycho” bis hierher immer in Klammern gesetzt habe, das hat natürlich einen guten Grund. Nämlich, dass ich die Geschichte mehr als einen richtig guten Krimi -meinetwegen auch Thriller- empfunden habe, aber das gewisse Etwas, das für mich einen Psychothriller ausmacht, hat mir doch gefehlt. Die Auflösung war zwar eine echte Überraschung, aber doch zu geradlinig. Für einen Psychothriller hätte sie nicht so leicht nachvollziehbar sein dürfen. Das ist schwer zu erklären. Ich hoffe, irgendwer versteht es.

Ich hatte “Die Flut” innerhalb von drei Abenden ausgelesen. So lange habe ich auch nur gebraucht, weil ich am nächsten Morgen zeitig raus musste und deshalb das Buch früh beiseite gelegt habe. Es liest sich nämlich eigentlich so gut, dass man es auch in einem Rutsch auslesen kann. Die Kapitel sind angenehm kurz, es gibt viele Dialoge und der Wechsel zwischen den Sichtweisen sorgt obendrein für Abwechslung.

Das Cover reiht sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger ein. Thrillermäßig düster, mit einem großen Titelschriftzug in einer kontrastreichen Farbe, und darunter ein Bildausschnitt, der zur Handlung passt. Hier der Kopf der Frau, der tatsächlich so aussieht, als sein sie bis zum Hals eingegraben.

Fazit:  “Die Flut” ist für mich ein rundum gelungener und durchweg sehr spannender Krimi, meinetwegen auch ein Thriller. Ein intelligenter Killer mit grausamen Mordmethoden, reichlich verdächtige Figuren und somit massig Gelegenheit, immer mal jemand anderen zu verdächtigen. Das hält die Spannung problemlos hoch. Die Auflösung hat mich außerdem wirklich überrascht. Aber ein Psychothriller war “Die Flut” für mich nicht. Dafür fiel die Auflösung, so überraschend sie war, zu geradlinig aus.


Titel: Die Flut
Autor: Arno Strobel
Seiten: 368
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3596198351
Preis: 9,99 (TB)

Sex in Serie (01) – Spiel der Begierde

Titel: Sex in Serie (01) – Spiel der Begierde / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 51 min / Sprecher: Uschi Hguo, Rainer Fritzsche, Tanja Dohse, Hanno Friedrich ua

sis01Inhalt: Das Sexleben von Michaela und Andreas lässt schon seit geraumer Zeit zu wünschen übrig. Um Schwung in ihre Beziehung zu bringen, entschließen sie sich zum Partnertausch. Dazu verabreden sie sich mit zwei fremden Paaren in einem Strandhaus an der Lübecker Bucht. Doch das erotische Wochenende entwickelt sich schnell zum Albtraum, als ein Mord geschieht. Denn nur einer von ihnen kann der Täter sein.


Hui, was war ich dieser Reihe gegenüber skeptisch. Fairerweise muss ich aber sagen, dass ich mich mit den Neuerscheinungen in den letzten Wochen kaum beschäftigt habe. Ich habe es zur Kenntnis genommen, mehr war es nicht. Und wie man alleine mit dem Thema Sex ein ganzes Hörspiel lang unterhalten kann ohne dass es platt wirkt, war mir ein ziemliches Rätsel.
Dass es auch Thriller-Hörspiele sind, wurde mir erst klar als ich die CD in Händen hielt, und schon war ich versöhnt und neugierig. Tatsächlich bildet Sex bzw das maue Sexleben von Michaela und Andreas hier nur den Aufhänger. Man will die Sache mittels Partnertausch wieder in die Gänge bringen, doch leider hat der ganz ungeahnte und böse Folgen.
Und schon ist man nach einigen erotischen Szenen mitten im Thriller angekommen. Durch den überschaubaren Personenkreis lässt sich hier gut miträtseln, was mir immer Spass macht und für Spannung sorgt. Hinzu kommt noch, dass einige Figuren im Laufe der Handlung eine unerwartete und teilweise erschreckende Entwicklung nehmen, was einen manches Mal staunen und bei seinen Überlegungen neu ansetzen lässt.
Das Ende bzw die Auflösung kam für mich ziemlich überraschend. Die Erkenntnis, durch die es zu der Greueltat kam, ist schon nicht ohne. Dafür ist das Motiv reichlich schwach, und wieder einmal habe ich nur den Kopf darüber schütteln können, was aus manchen Figuren im Laufe der Geschichte geworden ist.

Der Sprechercast ist stimmig zusammengestellt und jeder Sprecher weiß in seine Rolle zu überzeugen. Da verwundert es auch nicht, dass selbst die heißeren Szenen niemals platt oder übertrieben gespielt wirken. Und das ist bei dieser Art Thriller einfach Gold wert.  Gleichzeitig verstehen sie es, den Figuren Charakter zu verleihen. Auch wenn der sich im Laufe der Geschichte bei manchem grundlegend ändert.

Die Musik präsentiert sich hier eher ruhig und melodiös. Mal wieder ein ganz anderes Konzept als in den anderen Reihen aus dem Haus Contendo. Der Geschichte stehen diese Klänge gut. Sie werden dem Erotikthema ebenso gerecht wie der Spannung des Thrillers.

Das Cover sagt mir alleine schon mit den düsteren Blau- und Schwarztönen sehr zu. Das wirkt schattig, geheimnisvoll und verspricht Spannung. Die gekommt platzierte Rose bildet dazu einen kräftigen Kontrast und ist eindeutig der Hingucker des Covers.

Fazit:  Hier wurden Erotik und Thriller gekonnt miteinander kombiniert. Das sorgt für ein prickelndes Hörvergügen in allen Bereichen. Und es ist der beste Beweis, dass ein Hörspiel um das Thema Sex keineswegs platt daherkommen muss. Gewusst wie!

 

 

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