Morgenstern (01) – Leben und Sterben

Titel: Morgenstern (01) – Leben und Sterben / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Buch: Raimon Weber / gelesen von: Olaf Reitz

morgenstern01Inhalt: Der Wahnsinn erreicht Potsdam.
Privatdetektiv Chris Morgenstern erlebt, wie seine Stadt von der Droge Crystal Meth überschwemmt wird. Ein in die Enge gedrängter Drogendealer verstümmelt sich vor seinen Augen.
Eine Frau sucht Morgensterns Schutz und bietet dafür Informationen über die Hintermänner. Aber ein Unbekannter ist dem Detektiv immer einen Schritt voraus und tötet ohne Skrupel.


Eine neue Reihe hat bei Folgenreich das Licht der Welt erblickt. Es handelt sich mal nicht um ein Hörspiel, sondern um eine inszenierte Lesung. Es ist zwar nur ein Sprecher zu hören, aber es sind immer mal wieder Geräusche eingestreut und Musik ist ebenfalls zu hören. Ich war zwar etwas skeptisch (von Folgenreich ist man halt Hörspiele gewöhnt), aber ich finde es zumindest mutig, mal einen neuen Weg einzuschlagen.
Einen weiteren Pluspunkt gibt es von mir dafür, dass die Reihe nicht in den USA spielt, sondern in Deutschland. In Potsdam, genauer gesagt. Es geht doch! Auch Deutschlands Autoren können Thriller, die hier funktionieren. Das beweist auch “Morgenstern”.
Und Pluspunkt Nummer drei fuhr die Folge damit ein, dass Morgenstern nicht so abgebrüht, obercool und ich-hab-ganz-Potsdams-Verbrecherschaft-im-Griff-mäßig rüberkommt. Gegen solche Figuren habe ich einfach etwas.
Anfangs wird Morgenstern vorgestellt, sodass man einen ersten Eindruck von diesem Ermittler bekommt. Die Vorstellung ist sehr kurz, war aber ausreichend um mir ein Bild zu machen, mit dem ich erstmal gut leben konnte. Im Laufe der Geschichte lernt man Morgenstern dann noch etwas besser kennen.
Zu Beginn konnte ich der Geschichte auch gut folgen. Im Mittelpunkt steht zunächst das Thema “Crystal Meth”, die neue Modedroge, die nun auch in Potsdam ihre Abnehmer findet. Dabei gibt es einige erschreckende Szenen und ein Schuss Action wird ebenfalls bereits hier geboten. Ich ging davon aus, dass sich das Geschehen auch weiter um die Droge drehen würde. Später spielen aber noch ein recht zwielichtiges Etablissement eine Rolle. Genauso wie eine sonderbare Anwaltskanzlei und eine junge Frau, die in allem irgendwie ihre Finger drin zu haben scheint. Dabei ging mir dann der Rote Faden, den ich anfangs noch sicher in Händen hielt, ziemlich bald verloren. Das konnten auch ein paar wirklich brenzlige und somit spannende Momente und die Frage, ob etwa sogar die Polizei im unheilvollen Geschehen in Potsdams Straßen mit drinsteckt, nicht ganz ausbügeln. Letztlich blieben mir zu viele offene Fragen zurück. Vor allem eben die, wie man all diese Themen und Elemente mal zu einem sinnigen Ganzen zusammenführen will. Man darf gespannt sein.

Rentier150-1Olaf Reitz $ward$ habe ich hier zum ersten Mal gehört. Schön, mal eine neue Stimme zu hören, die man nicht schon aus x Produktionen kennt. Seine Stimme gefällt mir gut. Er klingt energisch, wenn es die Hanldung erfordert, sonst aber auch angenehm menschlich. So ist es ihm gelungen, mir ein gutes Bild von Morgenstern zu vermitteln, das den Detektiven erfreulicherweise nicht als Superermittler zeigt.

Wie man es von einer inszenierten Lesung erwarten darf, sind in die Ezählung immer mal wieder Geräusche eingestreut, die das Geschehen zusätzlich veranschaulichen. Das lockert außerdem schön auf. Wenn nur ein Sprecher am Werke ist, finde ich das immer ganz angenehm. Gelegentlich sind zudem kurze Musikstücke zu hören, die die Atmosphäre der Handlung und der Szenerie verdeutlichen.

Das Cover macht sofort deutlich, dass die Reihe nicht im vornehmen Teil von Potsdam spielt. Ein schmutziger Keller, Graffitis, eine zerschlagene Fensterscheibe, durch die man schaut. Das dürfte Krim- und Thrillerfans leicht aufmerksam machen.

Fazit:  Ein solider Einstieg in eine neue Reihe unter Folgenreichs Dach. Morgenstern ist ein Ermittler nach meinem Geschmack und der Start in sein Abenteuer hat durchaus einige Schreckmomente und etwas Action in petto. Später wurde mir die Story dann zu überladen, weswegen mit der Rote Faden abhanden kan. Ich bin gespannt, ob ich ihn mit den nächsten Episoden wiederfinde.

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Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst

Titel: Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Moritz Jasperbrinkmann, Daniela Hoffmann, Thomas Petruo, Markus Pfeiffer, Robert Kotulla ua

mis11Inhalt: Ihr Job ist es, Leben zu retten: Carolin Dietrich arbeitet in der Bremer Notrufzentrale und ist täglich mit dem Tod konfrontiert.
Am Silvesterabend erhält sie den Anruf des verstörten kleinen Jeremy. Er wurde offenbar gemeinsam mit seiner Mutter entführt, weiß aber nicht, wo er sich gerade befindet. Carolin setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um ihn aufzuspüren.
Während die Polizei verzweifelt nach dem Jungen fahndet, hält sie weiterhin telefonischen Kontakt zu ihm. Doch mit jeder Minute, die vergeht, droht die Suche nach Jeremy in einer schrecklichen Katastrophe zu enden.


Kaum zweistellig, kann die Reihe gleich weiterfeiern. Die erste Schnapszahl nämlich.
Leider muss ich gestehen, dass ich diese Folge eher mittelmäßig finde. Das liegt nicht an der Idee der Story. Die gefällt mir ganz gut. Und es ist natürlich schon spannend zu verfolgen, wie die Polizei und die Leute aus der Notrufzentrale versuchen, den entführten Jeremy und seine Mutter zu finden. Und ich war auch neugierig, wieso die beiden entführt wurden und was noch alles mit ihnen geschehen würde. Allerdings fehlte mir am Schluss ganz einfach der Schreckmoment.
Ich weiß, ich habe bei der Rezi zur vorigen Folge noch geschrieben, dass sich dieses “der unauffälligste Charakter hat mit dem Verbrechen zu tun” in so ziemlich jeder Folge wiederholt. Das war aber nicht negativ gemeint, denn dieser Kniff an sich hat mir doch jedes Mal wieder gefallen. Das hat mir hier gefehlt. Die Überraschung am Ende kann damit für mich nicht mithalten. Schade. Und Dramatik und Action wie hier, fangen das für mich ebenfalls nicht auf. Andererseits kann man natürlich sagen, dass man mal einen anderen Weg eingeschlagen hat. Was ja auch lobenswert ist. Nur fehlt diesem neuen Weg der Pfiff.
Gestoßen haben ich mich außerdem an Jeremy. Dieser Neunjährige, der gerade entführt wird, der neben seiner bewusstlos geschlagenen und blutenden Mutter in einem dunklen Raum sitzt, der aber trotz alldem geradezu seelenruhig mit der Notrufzentrale telefoniert. Bitte, wie wahrscheinlich ist das? Ich brauche sicher kein Kind, das sich durch die Stunde Hörspiel heult, aber diese Coolness traue ich einem Neunjährigen einfach nicht zu.

Eines muss man Jeremy allerdings zugute halten: er hat einen echt tollen Sprecher abbekommen. Moritz Jasperbrinkmann macht seinen Job klasse! Und das sage ich, wo ich es mit Kindersprechen ehrlich nicht habe. Aber so wie hier geht das völlig in Ordnung. Kein Stolpern über längere oder kompliziertere Sätze, kein Wort das abgelesen klingt, die Gefühle von Jeremy kommen glaubhaft rüber…top! Daniela Hoffmann hat mir ebenfalls prima gefallen. Man nimmt ihr die Sorge und Angst um Jeremy sofort ab. Gleichzeitig meistert sie ihre Telefonate mit Jeremy sehr souverän. Markus Pfeiffer hält für den Polizisten Kai Schiffer einen angemessen energischen Tonfall bereit.

Musikalisch hält die Folge sich sehr zurück. Lediglich zu den Szenenübergängen sind kurze Stücke zu hören, die gut das Tempo und die Spannung der Story aufgreifen. Ansonsten setzt man eher auch durchdringende Geräusche aus dem Hintergrund, die verdeutlichen, wie dramatisch die jeweilige Szene ist.

Ich musste kurz überlegen, was das Covermotiv mit der Geschichte zu tun hat bzw welcher Moment dargestellt wird. Ohne das Hörspiel zu kennen, wird man aber kaum drauf kommen. Ein Hingucker ist das Motiv mit dem ängstlich aufgerissenen Auge aber auf jeden Fall.

Fazit: Hinter der Geschichte steckt eine gute Idee und sie ist auch durchaus ganz spannend. Mir fehlte aber der abschließende Dreh, der mir an der vorigen Folgen immer so gut gefallen hat. Auch wenn sich dieses Prinzip wiederholte. Da kann die Überraschung dieser Story nicht mithalten. Und Jeremy war mir eine Spur zu entspannt angesichts seiner Situation.


Mord in Serie (10) – Atemlos

Titel: Mord in Serie (10) – Atemlos / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Patrick Mölleken, Annina Braunmiller, Luisa Wietzorek, Tilo Schmitz, Bernd Vollbrecht ua

mis10Inhalt: Vincent Berger hat alles, wovon ein Junge in seinem Alter nur träumen kann. Der 16-jährige ist der Star seiner Schwimm-Mannschaft, hat erfolgreiche Eltern und Schulschwarm Johanna zur Freundin. Doch plötzlich bekommt die heile Welt Risse. In einer TV-Sendung über vermisste Personen erkennt Vincent sich auf dem Foto eines Kindes, das seit 14 Jahren spurlos verschwunden ist. Sollten die beiden Menschen, die er für seine Eltern hielt, etwa seine Entführer sein? Zusammen mit Johanna macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit – und begibt sich dadurch in tödliche Gefahr.


Wow, und schon sind die 10 Folgen dieser Reihe rund! Das ging schnell und schön zuverlässig. Diese neue Folge beginnt mit einem Szenario, das ich mir durchaus als erschreckend vorstellen kann, somit ist es ein prima Grundstein für eine “Mord in Serie”-Episode. Der 16jährige Vincent entdeckt ein Kinderbild von sich selber in einer TV-Sendung für verschwundene Kinder und erfährt, dass seine Mutter seit Jahren nach ihm sucht. Aber er hat doch Eltern…? Mir tat Vincent in seiner Verwirrung ganz schön leid und ich habe gut verstanden, dass er der Sache auf den Grund gehen will. Dabei war ich gespannt, was er wohl herausfinden würde. Seine Nachforschungen bringen einige erschreckende Entdeckungen an’s Tageslicht und als Hörer kann man sich dabei gut zusammenknobeln, was hinter  dieser Suchmeldung aus der Fernsehsendung tatsächlich steckt.
Die Auflösung fand ich ganz gelungen und zudem ist sie mit einer sehr dramatischen Szene gewürzt. Nur der Hintergrund war halt nicht ganz nach meinem Geschmack, da hätten es für mich gerne andere Drahtzieher sein dürfen. Es gibt so Organisationen, mit denen kann ich einfach nichts (mehr) anfangen.  Außerdem bewährt sich auch bei dieser Folge wieder die Devise: nimm die unauffälligste Person und schon hast du einen Beteiligten am Geschehen. Manchem Ich kann mir vorstellen, dass mancher es so vielleicht für leicht durchschaubar hält. Ich selber genieße es dagegen, mir hinterher selber auf die Schulter klopfen zu dürfen, weil ich ja so toll mitgedacht und deshalb richtig gelegen habe ;) Alles eine Frage der Einstellung.

Patrick Mölleken als Vicent hat mir prima gefallen. Anfangs weiß er als sympathischer Jugendlicher zu überzeugen. Später dann bringt er Vincents Verwirrtheit und seine Verzweiflung glaubhaft rüber. Da fällt es leicht, Mitleid für Vincent zu empfinden. Meine persönliche Favoritin dieser Folge ist aber Luisa Wietzorek, die Vincents Freundin Johanna sehr selbstbewusst klingen lässt. Ich mag ihre helle und klare Stimme und wie locker sie ihre Rolle spricht. Annina Braunmiller hat mir von der Fernsehmoderatorin das Bild einer vor Mitgefühl triefenden und nicht allzu intelligenten Person vermittelt, was eindeutig passt und stimmt.

Die Untermlaung wurde gut ausgewählt. Sie sorgt je nach Szene mal für Spannung, dann wieder für Tempo. Das passt gut zu dieser Geschichte, in der sich beides abwechselt. Am besten hat mir die Kombination aus bedrohlichen Klängen und einer Reihe Wassergeräusche gefallen, die man gegen Ende zu hören bekommt. Dann noch der dumpfe Klang der Szenen unter Wasser…ich bin nicht gerade eine Wasserratte. Deshalb habe ich da schon eine Gänsehaut bekommen.

Ich mag Blau, daher hat das Cover mich sofort für sich eingenommen. Außerdem wird sofort klar, dass Wasser eine Rolle spielt, was für mich sehr gut zum Titel passt. Über die als Rettungsring gestaltete CD musste ich grinsen. Eine schöne und witzige Idee.

Fazit:  Ein erschreckendes Szenario und eine spannende und rasante Suche nach der Wahrheit. Mir hat die Geschichte gefallen, auch wenn ich mir andere Hintergründe gewünscht hätte. Den gleichnamigen Film mit der angeblich so ähnlichen Story kenne ich nicht, und ich hatte auch keine Lust, ihn mir zum Vergleich anzuschauen. Vielleicht später mal. Da bin ich nicht so kritisch. Das Hörspiel ist gut gemacht, daran würde sich auch nichts ändern, wenn ich den Film gesehen hätte.


Night School (01) – Du darfst keinem trauen (C.J. Daugherty / Luise Helm)

Titel: Night School (01) – Du darfst keinem trauen / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 14 Std / Buch: C.J. Daugherty / gelesen von: Luise Helm

nightschool01Inhalt: Die rebellische Allie wird von ihren Eltern ins Internat Cimmeria geschickt. Dort häufen sich schon bald eigenartige Vorfälle. Und während Allie Zugang zu einer Clique findet und gleich von zwei Jungen umworben wird, geschieht plötzlich ein Mord. Auf der Suche nach dem Täter stößt Allie auf eine mysteriöse Verbindung ihrer Mutter zur Schule. Wem kann sie jetzt noch trauen?


Ich hatte “Night School – Du darfst keinem trauen” bereits als Buch gelesen als das Hörbuch ins Haus kam. Ich wollte die Geschichte unbedingt auch noch hören, zumal ich mich mit dem Buch anfangs etwas schwer getan hatte. Da wollte ich einfach wissen, ob es mir mit dem Hörbuch genauso gehen würde. Oder ob es doch einen Unterschied gibt, wenn man eine Geschichte liest oder hört.
Ich hatte zwar darauf gehofft, war aber doch erstaunt darüber, dass es diesen Unterschied scheinbar wirklich gibt. Denn inhaltlich gibt die Story am Anfang natürlich nicht mehr her…ob man hört oder liest. So fand ich auch beim Hörbuch, dass die Story zunächt wenig Neues bietet. Die rebellische Ally ist einige Male zu sehr über die Stränge geschlagen und wird von ihren Eltern in’s Internat “Cimmeria” geschickt. Das ist einem so oder so ähnlich sicher schon mal irgendwo begegnet. Eine Internatsgeschichte halt inklusive wenig beigeistertem Teenager. Beim Buch war ich darüber enttäuscht und es fiel mir schwer, diesen Teil zu lesen und bei der Stange zu bleiben, doch jetzt beim Hörbuch ist es mir ganz leicht gefallen, diesen Start zu überstehen. Ich fand ihn sogar ganz unterhaltsam.
Es dauert aber zum Glück nicht allzu lange bis sich für Allie -und damit auch für den Hörer- andeutet, dass auf Cimmeria seltsame und geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Und man wird schnell neugierig darauf, dahinter zu kommen, was das für Dinge sind. Dabei hatte ich, trotzdem die Geschichte als “Thriller” ausgewiesen wird, doch immer etwas Sorge, dass gleich doch jemand den Zauberstab schwingen oder sich einen Hexenhut aufsetzen würde. Momente dafür gibt es genug, der Schauplatz würde es zweifelsfrei ebenfalls hergeben…da darf man in diese Richtung vermuten. Finde ich jedenfalls. Zum Glück passiert das jedoch nicht. “Night School” ist ganz klar keine Fantasy-Geschichte, und das ist sehr gut so! Stattdessen bekommt man hier einen waschechten Jugendthriller zu hören, der in Richtung Geheimgesellschaften geht und über weite Strecken hin ausgesprochen düster daherkommt. Da darf vor Spannung an den Fingern geknabbert, mitgeknobelt und ab und zu auch mal wohlig geschaudert werden.
Eine Liebegeschichte ist natürlich ebenfalls mit dabei, denn gleich zwei Jungs bekunden mehr oder minder deutlich Interesse an Ally. Doch wie der Titel schon sagt: wem kann sie überhaupt trauen? Vor allem auch, weil sie obendrein noch eine Verbindung zwischen den Ereignissen im Internat und ihren Eltern entdeckt, von denen sie scheinbar als einzige nichts wusste. An Spannung und Rätseln mangelt es hier also nicht, ohne dass die Geschichte sich dabei verfranst.

Dass mir der Einstieg in die Geschichte mit dem Hörbuch leichter fiel als mit dem Buch, das liegt größtenteils an Sprecherin Luise Helm. Ihre angenehme und junge Stimme habe ich gerne gehört und mir gerne von ihre erzählen lassen. Sie findet einen guten Ton zwischen Jugendlichkeit und Ernsthaftigkeit, der prima zu dieser Story passt. Zudem hat sie für gewisse Charaktere auch mal einen ausländischen Akzent auf Lager, der erfreulich glaubhaft klingt. Und auch die übrigen Charaktere kann man bei ihr leicht heraushören. So vorgetragen mag ich auch längere Hörbücher, und mit etwa 14 Stunden ist “Night School – Du darfst keinem trauen” ja wirklich ein ordentliches Kaliber! Dafür ist es aber auch ein ungekürztes Hörbuch. Das hat man ja eher selten.

Zwischen den Kapiteln sind immer mal wieder kurze und schöne Musikstücke zu hören. Die sowohl jugendlich munter, aber auch etwas geheimnisvoll klingen. Eben entsprechend der Geschichte.

Das Covermotiv mag ich sehr. Es war auch schon beim Buch ein echter Blickfang für mich. Schwarz ist für mich halt die ideale Farbe für ein Thriller-Cover, und kräftige Blautöne gefallen mir ebenfalls immer. Außerdem finde ich es erfrsichend, dass das Mädchengesicht nur ein Schattenriss ist. Das Hörbuch kommt in einem schicken und sehr edel aussehenden Schuber daher, bei dem schon im ersten Moment das ungewöhnliche Format auffällt. Ein Booklet liegt nicht bei. Die Trackaufteilung findet man im klappbaren CD-Case.

Fazit:  Nach einem wenig originellen Anfang spinnt sich schnell eine sehr interessante Geschichte an, die in Richtung Geheimgesellschaften und Bruderschaften geht. Von hier an ist die Geschichte durchweg spannend und hat einige düstere und unheimliche Szenen in petto, die einen schaudern lassen. Eine tolle Mischung für einen Thriller und -wie ich finde- für das Jugendgenre auch ein wenig gewagt. Aber es lohnt sich, dieses Wagnis auf sich zu nehmen. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt!


Level 26 – Dunkle Offenbarung (Anthony E. Zuiker / Udo Schenk)

Titel: Level 26 – Dunkle Offenbarung / Verlag: Lübbe / Spielzeit: ca. 442 min / Buch: Anthny Zuiker / gelesen von: Udo Schenk

level26-3Inhalt: Ich bin das Entsetzen und die Angst. Du kannst mich nicht berühren. Aber hören. Und wenn ich mit dir fertig bin, kannst du dich nicht an mich erinnern. Was bin ich? Dein Alptraum. Ich bin dein Labyrinth. Und nur einer kann mich fassen: Steve Dark. Vielleicht.


Mit “Dunkle Offenbarung” steht nun schon der dritte Fall für Steve Dark an. Für mich unterscheidet sich dieser Teil schon ganz deutlich vor den Vorgängern. Nicht in Sachen Spannung, die herrscht auch hier wieder vom Anfang bis zum Ende. Auch nicht unbedingt von der Härte des Killers her. Da hängt die Messlatte bei der Reihe weiterhin ordentlich hoch. Steve Dark ist mir in diesem Teil auch etwas greifbarer geworden, da er in gewissen Szenen nicht nur knallharter Ermittler, sondern einfach auch Mensch ist. Mit Ecken und Kanten. Die Figur entwickelt sich also auch. Das finde ich gerade bei Reihen ganz wichtig, dasss man da nicht nur auf der Stelle tritt.
Genug des Lobes, es gibt nämlich auch etwas, das mir -im Vergleich- nicht ganz so gut gefallen hat. Nämlich, dass der Täter mit den Morden so eine Art echte Moral unters Volk ans Volk vermitteln will. Seine Opfer sind gezielt gewählt und häufig Politiker. Es soll mit den Morden Dingen wie Korruption und Ausbeutung an den Kragen gehen. Das ist sicher ein gutes Ansinnen, dass der Hörer auch mal ins Grübeln kommt und sich tatsächlich ab und zu der Gedanken einschleicht, dass der Killer ja gar nicht so Unrecht hat und dass solche Taten als Mittel zum Zweck eine Option sein könnten (wenn mein geistig etwas neben der Spur ist natürlich ;)). Leider bin ich politisch recht wenig interessiert und sobald es an dieses Thema geht, neige ich irgendwann dazu, einfach abzuschalten. Und diese Gefahr bestand bei mir hier ab und zu doch auch. Wem sich bei solchen Themen nicht der Pelz sträubt, der wird das gewiss anders sehen.

Ich muss gestehen, ich habe bei den beiden ersten Teilen nicht immer die Filmchen dazu angesehen. Jedenfalls nichts sofort, gelegentlich mal gebündelt zwei oder drei. Und es hat funktioniert. Hier funktioniert das nicht mehr! Die Filme sind entscheidend dafür, den Verlauf der Geschichte zu verstehen. Da muss man also schauen, wenn es die Story verlangt. Ganz ehrlich, ich fand das anstrengend.

Udo Schenk ist natürlich auch hier wieder zu hören. Er kann gleich in mehreren Rollen glänzen. Vor allem hat er mr gefallen, wenn er aus Sicht der Täters liest. Seine Stimme ist einfach eine der Thriller-Stimmen schlechthin. Da befällt einen gerne mal eine angenehme Gänsehaur.

Für eine dunkle Offenbarung ist das Cover ganz schön hell ausgefallen. Dunkel wie die Vorgänger hätte ich besser gefunden. Das hier jetzt ist schon ein ganz schöner Bruch in der Reihe, die bisher mit finsterem Look aufwarteten.

Fazit:  Diese Geschichte reiht sich gut in die Serie ein. Der Täter geht mit der bekannten Härte vor, es ist durchweg spannend und die Geschichte regt auch mal zum Nachdenken an. Wer politisch etwas mehr interessiert ist als ich, der wird an dieser Episode noch mehr Spass haben.


Mord in Serie (06) – Kalter Tod

Titel: Mord in Serie (06) – Kalter Tod / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Udo Schenk, Linn Mackenzie, Christian Stark, Conrad Halver ua

Inhalt: Ein luxuriöses Ferienhaus in den verschneiten bayerischen Alpen. Hierher lädt der Münchener TV-Star und Playboy Alexander Degenhardt seine neueste Eroberung, das attraktive Model Cecilia, ein. Die junge Frau erwartet eine beeindruckende High-Tech-Festung, die mit einem der besten Sicherheitssysteme ausgerüstet ist, das man für Geld kaufen kann. Doch auch das sicherste Computerprogramm kann geknackt werden. Diese bittere Erkenntnis müssen Degenhardt und Cecilia bereits kurz nach Einbruch der Dunkelheit machen, als plötzlich drei bewaffnete Gestalten in das Gebäude eindringen. Während draußen ein unerbittlicher Schneesturm tobt, nimmt im Inneren ein tödliches Spiel seinen Lauf…


Weiter geht es mit den serienmäßigen Morden aus dem Hause Contendo. Und gleich mit einer Szenerie, die für mich ausgesprochen vielversprechend klang. Ich mag solche Geschichten, in von der Außenwelt abgeschnittenen Gegenden oder eben Häusern. Drum herum ein Schneesturm, das ist an sich ganz nach meinem Geschmack. Genau deshalb hätte man auch eben darauf etwas mehr Augenmerk legen dürfen. Einfach um die auswegslose Situation von Degenhardt und Linn Mackenzie deutlicher an den Hörer weiterzureichen. Das fand ich schade, dass das mit den paar Bemerkungen darüber nur so kurz kommt. Die Story lebt in erster Linie von einer ganzen Reihe Wendungen, bei denen ich fast jedes Mal ziemlich verblüfft war. So ein Verlauf macht Spass und man merkt, dass diese Wendungen nicht nur Aufmerksamkeitshascherei ausgelegt sind. Denn trotz allem bleibt der Verlauf schlüssig und hebt nicht ab. Ein guter Schuss Action ist ebenfalls beigemischt und so hat mir “Kalter Tod” gut gefallen.

Es gibt Sprecher, die können noch so nett und freundlich klingen, man nimmt es ihnen einfach nicht ab. So ging es mir hier mit Udo Schenk, der den Showmaster Degenhardt spricht. Dabei wäre das doch mal eine nette Abwechslung gewesen ;) Später passen Stimme und Charkter der Figur aber wieder bestens zusammen. Linn Mackenzie klang in meinen Ohren bereits zu Beginn eine Spur zu energisch. Da hätte sie Cecilia ruhig noch etwas mehr modeltypisch-dümmlich klingen lassen dürfen. Dagegen gibt Marion von Stengel eine herrlich abgebrühte Fiona.

Musikalisch lässt man sich auch bei dieser Folge nicht lumpen. Es klingt ausgesprochen eindrucksvoll aus den Boxen und die Stücke vermitteln gut den Eindruck eines spannenden Thriller mit actionreichen Passagen. Von Zeit zu Zeit zieht die Untermalung sich aber auch mal zurück und unterstreicht die in diesen Passagen erforderliche bedrohliche Stimmung. Wie von der Reihe gewohnt, findet man am Ende der CD einen Bonustrack. Dieses Mal ist es “Tonight is free” von Carved Souls, das mir gefällt.

Die Frage, ob das Covermotiv mit der Story zu tun haben muss, wird wohl niemals jemand zur allseitigen Zufriedenheit beantworten können. Aber es wäre zumindest schön, wenn man überhaupt etwas darin erkennen könnte. Ich interpretiere (oder phantasiere?) jetzt einfach mal fleißig drauf los und sehe darin Schnee und Blut. Dann passt es. Nächstes Mal darf es gerne wieder eine Spur eindeutiger sein.

Fazit:  Für meinen Geschmack hätte man die Bedrohlichkeit alleine der Szenerie mehr herausarbeiten können. Ein im Schneesturm in den Bergen abgeschnittenes Haus, das gibt dafür einiges her. Davon abgesehen kommt einem hier eine wendungsreiche Story zu Ohren, die sich erfreulicherweise nicht darin verzettelt, und eine Prise thrillermäßige Action bietet.


Dark Mysteries (04) – Schliesse nicht die Augen

Titel: Dark Mysteries (04) – Schliesse nicht die Augen / Verlag: Winterzeit / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Detlef Bierstedt, Henry König, Wolfgang Rüter, Susan Weckauf ua

Inhalt: Die Augen der Leiche rasten mit unglaublicher Geschwindigkeit auf ihn zu. Übergroß sah er die Pupillen und tauchte förmlich in sie hinein. Schemenhaft erkannte er bunte Formen auf sich zuschnellen. Grelle Lichter, die ihn blendeten. Dann – plötzlich – war alles SCHWARZ. Jedoch blieb es nicht lange dunkel. Das SCHWARZ veflüchtigte sich, zerfloß zu einer Form. Die eben noch konturlose, dunkle Fläche verwandelte sich in einen Mann. Darren erschrak. Der Mann hielt etwas in der Hand. Es war ein Revolver. Der Lauf zielte genau auf seinen Kopf. Er stand da wie gelähmt – konnte sich weder bewegen, noch etwas sagen. Und dann – blitze das Mündungsfeuer der Pistole auf.


Nachdem mir die vorigen Folge ja nicht so richtig gefallen hatte, ging es mit dieser hier gleich wieder deutlich bergauf. Die Idee hier ist ausgesprochen interessant und der Hauch Übersinnliches bleibt lange erhalten. Anfangs konnte ich mir zwar nicht wirklich vorstellen, worauf es letztlich hinauslaufen würde, aber nicht so, dass ich gerne abgeschaltet hätte. Dazu ist es zu spannend, was mit Palmer los ist, und auch die Morde geben genug Rätsel auf. So habe ich das Gefühl nicht durchzusteigen leicht ausgehalten und mich gerne darauf eingelassen, herauszufinden was hier vor sich geht. Solche Geduld habe ich nicht oft, doch hier ging es unterhaltsam genug zu um sie aufzubringen. Das Ende hat mich dann damit überrascht, dass die Auflösung trotz aller Undurchschaubarkeit zuvor recht logisch daher kam. Zudem wird es hier wieder ganz schön actionreich, was dieser Story ganz gut steht.

Detlef Bierstedt als Darren hat mir prima gefallen. Ich habe ihm seine Verzweiflung und auch seine Erschöpfung durch die Albträume sofort abgenommen. Auch Susan Weckauf alias Madison habe ich gerne zugehört, da sie eine recht markante Stimme hat. So wirkte diese Figur auch nicht so “typisch” wie es sonst oft  bei weiblichen Charakteren der Fall ist. Wolfgang Rüter gibt einen guten Erzähler, dem es gelingt, die Spannung der Geschichte aufzugreifen.

Ich hatte den Eindruck, dass man sich bei dieser Folge in Sachen Musik ein wenig zurückgehalten hat. Im Vergleich zu den Vorgängerfolgen. Zwar sind auch hier nahezu pausenlos Klänge im Hintergrund zu hören, aber dort bleiben sie auch. Außer die Szene erfordert etwas mehr Kawumm. Dank dieser dezenten Untermalung entfaltet sich gleich eine zur Story passende Atmosphäre.

Das Cover ist mein persönliches Highlight der Reihe. Die Spiegelscherben mit den verschiedenen Gesichtern, darunter ein wirklich schauriges Gesicht, verspricht eine spannende und schaurige Geschichte. Genau das findet man auf der CD dann ja auch vor.

Fazit: Diese Folge hat mir gut gefallen. Spannend, mysteriös und für mehr als eine Gänsehaut gut. So darf es gerne weitergehen in der Serie.


Mindnapping (11) – Insel-Menschen

Titel: Mindnapping (11) – Insel-Menschen / Verlag: Audionarchie / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Wolfgang Bahro, Arianne Borbach, Jan Spitzer ua

Inhalt: Sie alle brauchen Geld auf Cove Island. Helen, um die Operation ihres geliebten Hundes zu bezahlen, Pauly um endlich etwas mit seinem Leben anzufangen, und Frank für dieses seltsame Projekt, an der nächtelang in seinem Keller arbeitet.  Als ein Toter mit verstümmelter Hand und Bündeln von Hundert-Dollar-Scheinen auf dem Rücken an Land gespült wird, scheint das die Lösung aller Probleme zu sein. In Wirklichkeit ist es erst der Anfang.


Es geht Schlag auf Schlag mit dieser Reihe. Inzwischen dreht sich schon Folge 11 im Player, und die hat mich zunächst überrascht, dann aber auch perfide Art begeistert. Wer actionreiche Thriller mag, der ist hier jedenfalls an der falschen Adresse, soviel sei verraten. Trotz des grausigen Fundes am Anfang, verläuft die Geschichte weiterhin ausgesprochen ruhig, und eigentlich ahnt man als Hörer schon sehr bald, in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Somit haben mich weniger die weiteren Ereignisse erschreckt, dafür aber diese Klarheit darüber und wie unausweichlich sie einem vorkommen. Es ist einfach klar, dass die Geschichte nur so und so weitergehen kann und man muss sich darauf einlassen. Man weiß von Anfang an, dass das Geschehen kein gutes Ende nehmen kann und so bleibt einem nichts anderes übrig als gebannt dem Ende entgegenzusehen. Ungefähr so wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.

Was die Geschichte einem hier nicht an Gänsehaut verursacht, dafür sorgt Erzähler Jürgen Kluckert mit jedem einzelnen Wort. Seine ruhige, sehr eindringliche Stimme passt wunderbar zu der Story und steuert einen Gutteil der beklemmenden Atmosphäre bei. Wolfgang Bahro lässt Michael Pollack erschreckend verkommen klingen. Sein Bruder Frank Pollack wird von Martin Kessler gesprochen und der macht mit wenigen Worten deutlich, dass Frank die Autorität auf der Insel ist. Arianne Borbach hat mir Helen Wright schnell sympathisch gemacht, und sie von allen Charakteren am vernünftigsten wirken lassen. Dadurch war sie die einzige, der ich ihr Verhalten niemals übelgenommen habe.

Die Ruhe der Handlung findet sich auch in ihrer Untermalung wieder. Sie präsentiert sich eher leise und unterschwellig, und unterstreicht so die beklemmende Atmosphäre. Mir hat es gefallen, dass man sich so dem Stil der Geschichte angepasst hat. Es beweist, dass es nicht immer lautes Kawumm braucht um Spannung zu erzeugen. Solch eindringliche Klänge können das -für meinen Geschmack- ohnehin viel besser.

Das Covermotiv mit der Hand und dem Geld im Sand passt gut zur Geschichte. Mir hat es aber das Motiv mit den beiden schwarzen Gestalten am Strand auf der CD am meisten angetan.

Fazit: Eine sehr ruhige und geradlinige Geschichte, die gerade wegen dieser Unausweichlichkeit, die man von Anfang an spürt, ihre beklemmende Atmosphäre entfaltet. Auch in solche ruhiger Gangart lassen sich spannende und unterhaltsame Geschichten erzählen. Einer meiner Favoriten der Reihe!


Nachtblauer Tod (Klaus-Peter Wolf / Jacob Weigert)

Titel: Nachtblauer Tod / Verlag: Jumbo, Goya Libre / Spielzeit: ca. 224 min / Buch: Klaus-Peter Wolf / gelesen von: Jacob Weigert

Inhalt: Nach einer Party ist für Leon nichts mehr wie zuvor. Seine Mutter wurde ermordet aufgefunden. Als dann auch noch Leons Vater unter Mordverdacht gerät, stürzt seine Welt ins Chaos. Er findet Unterschlupf bei der Familie seines besten Freundes Ben. Da der Kommissar sein Urteil schon gefällt zu haben scheint, ist Leon fest entschlossen, die Unschuld seines Vaters zu beweisen und begibt sich auf Spurensuche. Der Stiefvater seines Freundes, Maik, unterstützt ihn dabei. Doch dann geschieht etwas Unfassbares


Nachdem mit “Todesbrut” von Klaus-Peter Wolf so gut gefallen hat, war ich auf “Nachtblauer Tod” sehr neugierig. Vor allem, weil es ein Jugendthriller ist, für die ich bekanntermaßen ein Faible habe.
Leider muss ich sagen, dass mich diese Geschichte längst nicht so überzeugt hat wie “Todesbrut”. Das liegt nicht einmal unbedingt am Fall. Teenager Leon findet seine ermordete Mutter und plötzlich stehen er selber und vor allem auch sein Vater ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Leon beginnt mit eigenen Nachforschungen um das Gegenteil zu beweisen. Dabei macht er ungeheuerliche Entdeckungen über seine Eltern. Diese Suche nach dem wahren Täter fand ich ganz spannend und es hat mir ebenfalls gefallen, wie nach und nach das Image der “heilen Familie” untergraben wird. Es ist immer interessant zu verfolgen, wie sich Personen wie Leon angesichts solcher Entdeckungen verändern.
Mein Problem waren in erster Linie gleich eine ganze handvoll Charaktere. Allen voran der Kommissar, der dermaßen voreingenommen und selbstverliebt ist, dass es schon wieder unglaubwürdig wirkt. Dann Leon selbst. Natürlich ist er empört über den Verdacht gegen seinen Vater und sich, natürlich verstehe ich sein Aufbegehren, aber irgendwann muss doch ein Teenager seines Alters merken, wann Renitenz nichts bringt. Ich habe so oft gedacht, er soll endlich die Klappe halten und heimlich weitermachen. Auch Macho und “ich bin dein bester Kumpel”-Mike ging mir oft gegen den Strich mit seiner klugschwätzerischen Art.
Und zuletzt sei noch das abrupte Ende erwähnt. Ich habe wirklich nachgeschaut, ob da nicht doch noch eine vierte CD in der Box steckt. Während man im Buch einen Hinweise darauf bekommt, dass die Geschichte fortgesetzt wird, lässt einen das Hörbuch unwissend stehen. Ich habe es mir dann zusammengereimt. Anders kann es eigentlich bei diesem Ende nicht sein. Es wirkt aber dermaßen mitten aus einer Situation herausgerissen, dass ich es nicht als einen guten Cliffhanger empfunden habe. Und ganz ehrlich: so komplex und ausgefallen ist die Story nicht, dass ich sie mir als Mehrteiler vorstellen kann.

Jacob Weigert habe ich schon einige Male in Kinder- und Jugendhörbüchern gehört. Er gefällt mir auch hier gut. Speziell Leons jugendlich-aufmüpfigen Ton bekommt er gut hin, aber auch den übrigen Charakteren verleiht er durch gewisse Variationen in der Stimme und dem Tonfall markante Stimmen. So kann man die Charaketre immer gut erkennen, was ich bei einem Hörbuch sehr wichtig finde.

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Es war für mich ein echter Blickfang. So schön düster mit dem Titel in einer Art Leuchtschrift und darunter Schattenrisse einer Hafengegend. Das passt gut zu einem Thriller.

Fazit: An sich eine Story mit Potenzial. Leider habe zu keinem der Charaktere Zugang gefunden, da mir alle auf irgendeine Art zu extrem dargestellt wurden. Und wenn ich mit den handelnden Personen nicht klarkomme, kann ich mich auch mit der Geschichte nicht anfreunden. Außerdem habe ich mich über das Ende wirklich geärgert. Da wäre auch beim Hörbuch ein Hinweis sinnig gewesen, dass “Nachtblauer Tod” der erste Teil einer Reihe ist und es eine Fortsetzung geben wird.