Titania Medien

Gruselkabinett (129) – Manor

Titel: Gruselkabinett (129) – Manor  / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 47 min  / Sprecher: Peter Weis, Monica Bielenstein, Tom Raczko, Timmo Niesner, Louis Friedemann Thiele ua

Inhalt: Auf einer der windumtosten Färöer-Inseln fassen Har und Manor zur heidnischen Zeit eine tiefe Zuneigung zueinander, die auch über den Tod hinaus noch fortbestehen wird.


Hach ja, die Färöer Inseln. Eine Ecke der Erde, die mich schon so lange reizt. Da kam es mirr natürlich entgegen, dass diese Geschichte genau dort spielt. Und sie setzt diesen wilden, sturmumtosten, einsamen Schauplatz auch wunderbar in Szene. Genauso stellt man sich diese Inseln von Ferne aus vor. Und genau so sind sie der ideale Schauplatz für eine wild-romantische Geschichte.
Diese nimmt sich mit dem Übersinnlichen ordentlich Zeit. Bis es in diese Richtung geht, hat man reichlich Gelegenheit, sich mit Har und Manor anzufreunden und zu verfolgen, wie sie sich über die Zeit immer besser anfreunden und einander immer näher kommen. So freut man sich für die beiden und hofft mit ihnen auf die erträumte Zukunft als Manor auf einem Walfängerschiff anheuert. Mit dieser Reise bzw Manors Rückkehr nimmt dann das Unheil seinen Lauf, und damit wird es dann auch schließlich doch noch unheimlich.
Denn Hars und Manors Freundschaft findet mit dem Tod des Einen noch lange kein Ende, dafür ist sie viel zu intensiv und geht viel zu tief. Wenn es eine Möglichkeit gibt, den geliebten Freund am (un)toten Leben zu halten, dann bietet der andere diese Möglichkeit natürlich. Selbst wenn er selber dabei vor die Hunde geht. Ich konnte beide Seiten so gut verstehen. Manor, dass er nicht von Har und seinem Lebenssaft lassen möchte. Und Har, dass er alles für den Freund tut. Und ich habe selten so sehr gehofft, dass die Sache doch noch irgendwie ein glückliches Ende finden wird. Für alle Beteiligten, denn Manors Rückkehr aus dem Grab und seine nächtlichen Besuche bei Har rufen natürlich auch die Dorfbewohner und vor allem Hars Mutter auf den Plan. Das Ende ist dann einerseits todtraurig, andererseits aber doch glücklich. nur eben nicht für alle. Das packt einen und lässt einen erstmal eine Weile nicht mehr los.
Ach so, ich habe ja ganz vergessen zu erwähnen, dass es hier romantische und erotische Szenen zwischen den zwei Freunden gibt. Wo doch andere ihre ganze Besprechung auf diese Tatsache stützen! Warum? Weil es mir schnurzpiepegal ist, ob sich zwei Männer, zwei Frauen oder eine Frau und ein Mann lieben. Liebe ist Liebe. Punkt! So engstirnig kann man doch gar nicht sein!

Peter Weis als Erzähler meistert hier einen Mammutjob, und das mit Bravour! Er fängt die Stimmung und Atmosphäre der Geschichte wunderbar ein, ebenso wie die Gefühlswelt der beiden Freunde und die Dramatik und Tragik des verhängnisvollen Geschehen. Ich bin ja sowieso ein absoluter Fan von Peter Weis und höre ihn so gerne. Hier noch umso mehr! Tom Raczko und Lous Friedemann Thiele punkten mit jugendlichen Stimmen, denen man die Freude am Leben und aneinander anhört Später haben sie aber eben auch traurigere Töne auf Lager.

Vor allem den Geräuschen ist es zu verdanken, dass einem ein so eindrucksvolles Bild der wilden Faröer Inseln vor Augen gezaubert wird. Wellenrauschen, Möwenschreie, Windheulen, es ist alles da und wunderbar eingesetzt. Aber natürlich wird das gesamte Geschehen auch wieder von ständigen, leisen Musiken im Hintergrund begleitet.

Das Covermotiv ist angenehm schlicht. Manor und Har sind zu sehen und es ist leicht zu erkennen, wie nahe sie einander sind. Der dunkle, nächtliche Hintergrund stellt die beiden Figuren gut heraus in den Vordergrund.

Fazit:  Eine zunächst so glückliche, hoffnungsvolle und später zu tragische und dramatische Geschichte. Selten habe ich bei einer Folge dieser Serie so sehr mitgefühlt wie hier. Toll!

Gruselkabinett (113) – War es eine Illusion?

Titel: Gruselkabinett (113) – War es eine Illusion? / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Patrick Bach, Jannik Endemann, Bernd Rumpf ua

gk113Inhalt: Ein Schul-Inspektor reist zu einer ländlichen, von Sumpfland umgebenen Schule und hat dort Erlebnisse, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen.


Auf diese Folge hatte ich mich gefreut, denn der Inhalt klang nach meinem Geschmack. Seltsame Ereignisse an einer Schule in einem Moor.
Trotzdem bin ich im Nachhinein eher enttäuscht davon. Warum? Beispielsweise, weil sie nicht eine Minuten lang unheimlich oder gar gruselig ist. Aus den zwei Szenen mit entsprechendem Potenzial wird nicht, aber auch gar nichts gemacht. Eine spätere Entdeckung ist zwar grausig, aber eher im Stil eines Krimis, nicht in dem einer Schauergeschichte. Und auch am Ende, an dem ich mittlerweile verzweifelt auf DEN Knalleffekt gehofft hatte, gab es nichts in der Richtung. Dramatisch ist das Ende bzw die Auflösung, aber beim besten Willen nicht unheimlich.
Verzweifelt habe ich deshalb gehofft, weil zwischen erwähnten zwei Szenen und dem Ende nichts Besonderes geschieht. Nichts Gruseliges (mal wieder), nichts Dramatisches, nicht Trauriges, nichts Schönes…alles plätschert so sehr vor sich hin, dass sich die knapp 56 Minuten für mich zogen wie Kaugummi.
Die Auflösung kam -was den “Täter” anbetrifft- nicht sonderlich überraschend. Seine Geschichte dagegen hat es dann schon mehr in sich. Aber halt auch wieder eher im Stil eines Krimis. Da ist nicht Übersinnliches, Gespenstisches dran.

Die Sprecher trugen auch dazu bei, dass ich mit der Geschichte nicht warm wurde. Schulinspektor Frazer blieb mir sehr fern, da ich bei ihm immer irgendwie eine gewisse Distanz und Kühle herausgehört habe. Sogar in den Momenten, in denen er sich zB fürchtet. Jannik Endemann lässt Frazers Freund meist so arrogant klingen, dass er mir einfach nicht sympathisch werden wollte. Dagegen konnte mich Bernd Rumpf gänzlich von sich überzeugen.

Endlich eine Folge dieser Reihe ohne durchgängige Musikkulisse. Die eingesetzten Stücke sind gut platziert und unterstreichen die Stimmung und Amtosphäre der Szenen. Weniger kann halt auch mehr sein. Die Geräusche sind einmal mehr gut, da gibt es nichts.

Die neblige Szenerie auf dem Cover passt gut zur Geschichte. Man rätselt gleich, wer diese Person in den Schemen sein könnte.

Fazit:  Mehr ein Krimi als eine Schauergeschichte. Aber für einen guten Krimi in der Mitte einfach zu sehr in die Länge gezogen.

Gruselkabinett (108) – Der Kapitän der Polestar

Titel: Gruselkabinett (108) – Der Kapitän der Polestar / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Louis Friedemann Thiele, Matthias Lühn, Claus Thull-Emden ua

gk108Inhalt: Im Eismeer 1884: Das Walfänger-Schiff Polestar liegt im Packeis fest. Zur Besatzung gehört auch der Medizinstudent John McAllister Ray, der auf der Polestar als Schiffsarzt angeheuert hat. Unheimliche nächtliche Ereignisse lassen die Mannschaft zunehmend nervöser werden. Hat der Kapitän womöglich seinen Verstand verloren?


Dann machen wir mal weiter mit dieser Reihe, die es mir irgendwie mit keiner Folge leicht macht. Auch bei dieser habe ich mehrere Anläufe gebraucht um sie einmal aufmerksam durchzuhören und dabei nicht abzudriften.
Denn dieser Gefahr besteht durchaus, und zwar nicht zu knapp. Action, echte Schreckmomente und große Dramatik darf man von dieser Geschichte nicht erwarten, sonst wird man enttäuscht.
Trotzdem hat sie mir nach dem aufmerksamen Hören ganz gut gefallen. Ich mag die Atmosphäre, die so kühl und düster daherkommt wie es die Szenerie ist, in der die Geschichte spielt. Wie das Eismeer halt. Abgesehen davon hasse ich Kälte und Eis, daher hatte das für mich schon irgendwo seinen ganz eigenen Grusel.
Der eigentliche Schrecken kündigt sich hier zurückhaltend an und so hat man zunächst gut Gelegenheit, die Figuren kennenzulernen. Vor allem den rauhen Kapitän Craigie und den Medizinstudenten McAllister. Dass der Kapitän ein dunkles Geheimnis hütet, erkennt man schnell und wird so neugierig, was es wohl sein könnte. Und dann dem rational eingestellten McAllister hat man immer auch einen Zweifler dabei, der einen unsicher macht, ob man an einen Spuk glauben soll.
Allerdings gab es einen Punkt, an dem ich mir recht sicher war, was dort auf und um die Polestar herum vor sich geht. Dafür muss man lediglich bereits die eine oder andere Schauergeschichte dieser Art kennen, dann kommt man der Sache fix auf die Spur.
Das Ende wurde mir dann zu schnell abgehandelt angesichts einer so stattlichen Spielzeit. Da hätte man zuvor hier und da gut sparen können, dann hätte man am Ende vielleicht noch ein wenig Dramatik einbringen können.

Matthias Lühn ist in der Rolle des Kapitäns zu hören. Mit seiner markanten Stimme lässt er ihn rätselhaft und mal mürrisch, mal aufbrausend und mal sehr menschlich klingen. Als Mediziner McAllister ist Louis Friedemann Thiele zu hören. Die Wandlung dieser Figur vom abgeklärten Medizinstudenten hin zu einer Person, die Übersinnliches akzeptieren muss, ist ihm prima anzuhören. Claus Thull-Emden kommt eine ebenfalls größere Rolle zu. Er übernimmet den Part des Steuermanns und hat für ihn genau die richtige rauhe Stimme eines Seemanns auf Lager.

Einmal mehr gibt es einiges an Musiken zu hören, allerdings durchweg sehr zurückhaltend. So wirkte die Folge auf mich nicht so sehr mit Musik überladen wie viele andere. Und es sorgt dabei auch noch für eine wirklich stimmige Atmosphäre. Besonders gut haben mir die Geräusche gefallen: das Knarren des Schiffs, der Wind, top!

Ich liebe das Blau-Lila des Covermotivs. Gemeinsam mit dem vereisten Schiff transportiert es so genau den richtigen, eisigen Eindruck von der Geschichte. Und man fragt sich sofort, wieso jemand an Deck eines solchen Schiffs steht.

Fazt: Von Action, Dramatik und echtem Grusel keine Spur. Dafür konnte die Geschichte bei mir aber mit seinem Schauplatz und der düsteren Atmosphäre punkten.

Gruselkabinett (106) – Das Traktat Middoth

Titel: Gruselkabinett (106) – Das Traktat Middoth / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Constantin von Jascheroff, Cathlen Gawlich, Bernd Rumpf ua

gk106Inhalt: Unheimliche Dinge ereignen sich in einer der berühmtesten Bibliothek des Landes. Der junge Mr. Garrett versucht, Licht in die mysteriösen Vorkommnisse zu bringen.


Bei dieser Reihe darf ich gar nicht genau hinschauen, wie viele Folge ich hinterherhänge. Weit genug jedenfalls, dass die edle Spenderin langsam unegduldig wird und die geliehenen CDs zurück möchte. Also fangen wir mal an.
Es mag aber auch an eben dieser Folge liegen, dass ich die Reihe weit von mir geschoben habe. Ich habe sie unzählige Male angefangen, den Anfang auch wirklich gut und schaurig gefunden und mich wenig später wie rausgerissen aus dieser Stimmung gefühlt.
Denn plötzlich geht es gar nicht mehr um das Buch, das den jungen Bibliothekar zunächst so auf Trab gehalten hat. Stattdessen gerät er auf einer Erholungsreise an ein Mutter-Tochter-Gespann und wird von diesem in eine rätselhafte Erbschaftsangelegenheit verwickelt. Dass das widerum etwas mit dem Buch vom Anfang zu tun hat, das ahnt man maximal. Ersichtlich ist es aber aus der Handlung heraus lange Zeit erstmal nicht. Stattdessen hält man sich mit endlosen Dialogen und Rückblenden auf.
Wäre mir Bibliothkar Garret nicht so unglaublich sympathisch gewesen, hätte ich der Folge nicht so viele Chancen eingeräumt. Aber ihn mochte ich wirklich, daher habe ich die CD nicht nach zweimaligem Hören zurückgegeben, sondern es wieder und wieder versucht.
An meiner Gesamteinschätzung hat sich jedoch nichts geändert.

Dass mir Garret so sympathisch wurde, ist natürlich Sprecher Constantin von Jascheroff zu verdanken, dessen markante und angenehme Stimme einene sofort für diese Figur einnimmt. Er lässt ihn engagiert klingen und bringt auch alle anderen Gefühlslagen seiner Figur glaubhaft rüber. Herma Koehn und Cathlen Gawlich haben mir ebenfalls prima gefallen, sie bringen Schwung in die teilweise doch sehr einschläfernde Handlung.

Musikalisch zeichnet sich auch diese Folge mal wieder dadurch aus, dass man der Musik kaum entkommen kann. Fast ständig ist irgendein Stück zu hören, selbst wenn es nur leise im Hintergrund vor sich hin dräut. Ich persönlich neige dazu, bei solcher Dauerberiselung eben diese irgendwann auszublenden. Ich bin nicht sicher, ob das so gewünscht ist.

Das Cover mag ich wirklich gerne, denn es verheißt eine gruselige Geshichte um eine scheußliche, monsterartige Gestalt. Weit gefehlt!

Fazit:  Die Folge beginnt vielversprechend, erlebt dann jedoch einen Bruch, in dem sie sich so ausgiebig ergeht, dass die Rückkehr zum Anfang mehr als schwer fällt und entsprechend unglaubwürdig daherkommt.

Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg

Titel: Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 83 min  / Sprecher: Marius Claren, Melanie Hinze, Eckart Dux ua

gk105Inhalt: Ein Friedhof für die vor Sylt gestrandeten Seeleute. Nach über hundert Jahren wird dort wieder ein Mann begraben, dessen geheimnisvolles Schicksal weit in die Vergangenheit reicht.


Dass diese Folge bei mir per se einen Stein im Brett hat, dürfte klar sein. Endlich mal keine olle Kamelle von 18hundertpeng oder noch früher! Und die Geschichte beweist, dass das ebenfalls funktionieren kann.
Ich fand die Vorstellung vom Mitternachtsweg und den auf See gestorbenen und zurückgekehrten Menschen tatsächlich ganz schaurig. Wenn ich mir so vorstelle, ich höre nachts plötzlich nasse Schritte im Haus und eine Stimme, ja, das verursacht mir eine Gänsehaut. So sollte das eigentlich immer sein bei einer Geschichte, die in einer Reihe “Grusel”kabinett erscheint. Sollte, ist es aber nun mal leider nicht.
Auch sonst hat mir die Erzählung zugesagt. Ich fand die Nachforschungen von Johannes ganz spannend. Vor allem, wie sie immer tiefer hineinführen in die Legenden um den Mitternachtsweg und den toten Seeleuten führt, wie sich immer neue Erkenntnisse ergeben, das hat obendrein direkt noch etwas Detektivisches.
Um ein bisschen Geschichte kommt man hier zwar auch nicht herum, aber die Story führt nicht allzu weit zurück und vertieft die Themen rund um diese Zeit nicht allzu sehr. In diesem Maße kann ich damit prima leben. Das würde mir oft auch bei anderen Folgen reichen.

Marius Claren höre ich sowieso sehr gerne. Ich mag seine angenehme Stimme, die die Gefühlslagen von Johannes Kielland auch hier sehr gut wiedergibt. Melanie Hinze hat mir ebenfalls gefallen. Vor allem, weil sie ausgesprochen selbsbewusst und energisch klingt. Ich mag ja diese typischen Mädchen-Stimmen so gar nicht, so süß, liebenswert, verführerisch, was weiß ich. Einiges wäre bei der Rolle der Herma ebenfalls möglich gewesen. Gut, dass es nicht so geworden ist.

Musikalisch trägt man der Zeit Rechnung, in der die Geschichte spielt. Will heißen, die Untermalung kommt moderner daher als in den “alten” Folgen. Und auch das sorgt für eine angenehm schaurige Atmosphäre. Ich persönlich behaupte sogar, dass sie das besser hinbekommt, so ohne den romatisch-kitschigen Einschlag.

Das Covermotiv sieht allerdings überhaupt nicht unheimlich aus. Eher romantisch schön. Aber es passt so gut zur Geschichte und macht vor allem neugierig.

Fazit:  “Gruselkabinett” mal in modern. Das hat mir sehr gut gefallen. Das dürfte es für mich gern häufiger geben. Die Story ist spannend, abwechslungsreich und hat ihre schaurigen Momente, die einem eine Gänsehaut bescheren. Alles richtig gemacht, möchte ich meinen.

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