Titania Medien

Gruselkabinett (106) – Das Traktat Middoth

Titel: Gruselkabinett (106) – Das Traktat Middoth / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Constantin von Jascheroff, Cathlen Gawlich, Bernd Rumpf ua

gk106Inhalt: Unheimliche Dinge ereignen sich in einer der berühmtesten Bibliothek des Landes. Der junge Mr. Garrett versucht, Licht in die mysteriösen Vorkommnisse zu bringen.


Bei dieser Reihe darf ich gar nicht genau hinschauen, wie viele Folge ich hinterherhänge. Weit genug jedenfalls, dass die edle Spenderin langsam unegduldig wird und die geliehenen CDs zurück möchte. Also fangen wir mal an.
Es mag aber auch an eben dieser Folge liegen, dass ich die Reihe weit von mir geschoben habe. Ich habe sie unzählige Male angefangen, den Anfang auch wirklich gut und schaurig gefunden und mich wenig später wie rausgerissen aus dieser Stimmung gefühlt.
Denn plötzlich geht es gar nicht mehr um das Buch, das den jungen Bibliothekar zunächst so auf Trab gehalten hat. Stattdessen gerät er auf einer Erholungsreise an ein Mutter-Tochter-Gespann und wird von diesem in eine rätselhafte Erbschaftsangelegenheit verwickelt. Dass das widerum etwas mit dem Buch vom Anfang zu tun hat, das ahnt man maximal. Ersichtlich ist es aber aus der Handlung heraus lange Zeit erstmal nicht. Stattdessen hält man sich mit endlosen Dialogen und Rückblenden auf.
Wäre mir Bibliothkar Garret nicht so unglaublich sympathisch gewesen, hätte ich der Folge nicht so viele Chancen eingeräumt. Aber ihn mochte ich wirklich, daher habe ich die CD nicht nach zweimaligem Hören zurückgegeben, sondern es wieder und wieder versucht.
An meiner Gesamteinschätzung hat sich jedoch nichts geändert.

Dass mir Garret so sympathisch wurde, ist natürlich Sprecher Constantin von Jascheroff zu verdanken, dessen markante und angenehme Stimme einene sofort für diese Figur einnimmt. Er lässt ihn engagiert klingen und bringt auch alle anderen Gefühlslagen seiner Figur glaubhaft rüber. Herma Koehn und Cathlen Gawlich haben mir ebenfalls prima gefallen, sie bringen Schwung in die teilweise doch sehr einschläfernde Handlung.

Musikalisch zeichnet sich auch diese Folge mal wieder dadurch aus, dass man der Musik kaum entkommen kann. Fast ständig ist irgendein Stück zu hören, selbst wenn es nur leise im Hintergrund vor sich hin dräut. Ich persönlich neige dazu, bei solcher Dauerberiselung eben diese irgendwann auszublenden. Ich bin nicht sicher, ob das so gewünscht ist.

Das Cover mag ich wirklich gerne, denn es verheißt eine gruselige Geshichte um eine scheußliche, monsterartige Gestalt. Weit gefehlt!

Fazit:  Die Folge beginnt vielversprechend, erlebt dann jedoch einen Bruch, in dem sie sich so ausgiebig ergeht, dass die Rückkehr zum Anfang mehr als schwer fällt und entsprechend unglaubwürdig daherkommt.

Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg

Titel: Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 83 min  / Sprecher: Marius Claren, Melanie Hinze, Eckart Dux ua

gk105Inhalt: Ein Friedhof für die vor Sylt gestrandeten Seeleute. Nach über hundert Jahren wird dort wieder ein Mann begraben, dessen geheimnisvolles Schicksal weit in die Vergangenheit reicht.


Dass diese Folge bei mir per se einen Stein im Brett hat, dürfte klar sein. Endlich mal keine olle Kamelle von 18hundertpeng oder noch früher! Und die Geschichte beweist, dass das ebenfalls funktionieren kann.
Ich fand die Vorstellung vom Mitternachtsweg und den auf See gestorbenen und zurückgekehrten Menschen tatsächlich ganz schaurig. Wenn ich mir so vorstelle, ich höre nachts plötzlich nasse Schritte im Haus und eine Stimme, ja, das verursacht mir eine Gänsehaut. So sollte das eigentlich immer sein bei einer Geschichte, die in einer Reihe “Grusel”kabinett erscheint. Sollte, ist es aber nun mal leider nicht.
Auch sonst hat mir die Erzählung zugesagt. Ich fand die Nachforschungen von Johannes ganz spannend. Vor allem, wie sie immer tiefer hineinführen in die Legenden um den Mitternachtsweg und den toten Seeleuten führt, wie sich immer neue Erkenntnisse ergeben, das hat obendrein direkt noch etwas Detektivisches.
Um ein bisschen Geschichte kommt man hier zwar auch nicht herum, aber die Story führt nicht allzu weit zurück und vertieft die Themen rund um diese Zeit nicht allzu sehr. In diesem Maße kann ich damit prima leben. Das würde mir oft auch bei anderen Folgen reichen.

Marius Claren höre ich sowieso sehr gerne. Ich mag seine angenehme Stimme, die die Gefühlslagen von Johannes Kielland auch hier sehr gut wiedergibt. Melanie Hinze hat mir ebenfalls gefallen. Vor allem, weil sie ausgesprochen selbsbewusst und energisch klingt. Ich mag ja diese typischen Mädchen-Stimmen so gar nicht, so süß, liebenswert, verführerisch, was weiß ich. Einiges wäre bei der Rolle der Herma ebenfalls möglich gewesen. Gut, dass es nicht so geworden ist.

Musikalisch trägt man der Zeit Rechnung, in der die Geschichte spielt. Will heißen, die Untermalung kommt moderner daher als in den “alten” Folgen. Und auch das sorgt für eine angenehm schaurige Atmosphäre. Ich persönlich behaupte sogar, dass sie das besser hinbekommt, so ohne den romatisch-kitschigen Einschlag.

Das Covermotiv sieht allerdings überhaupt nicht unheimlich aus. Eher romantisch schön. Aber es passt so gut zur Geschichte und macht vor allem neugierig.

Fazit:  “Gruselkabinett” mal in modern. Das hat mir sehr gut gefallen. Das dürfte es für mich gern häufiger geben. Die Story ist spannend, abwechslungsreich und hat ihre schaurigen Momente, die einem eine Gänsehaut bescheren. Alles richtig gemacht, möchte ich meinen.

Gruselkabinett (104) – Allerseelen

Titel: Gruselkabinett (104) – Allerseelen / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 59 min  / Sprecher: Judy Winter, Cathlen Gawlich, Rainer Gerlach ua

gk104Inhalt: Mrs. Sara Clayburn, Herrin des Anwesens Whitegates in Connecticut, hat am Vorabend von Allerseelen des Jahres 1931 bei ihrem üblichen nachmittäglichen Spaziergang eine Begegnung, die ihr ganzes restliches Leben verändern wird.


Hey, ich habe es endlich mal geschafft, die beiden neuesten Folgen der Reihe in ihrer Reihenfolge zu hören. Das ist doch schon mal ein Fortschritt. Sonst höre ich sie ja meistens in umgekehrter Reihenfolge.
Und obendrein habe ich sie an Allerseelen gehört, nämlich am 02.11.15. Bis dahin hätte ich Allerseelen allerdings nicht datieren können. Somit habe ich etwas bei diesem Hörspiel gelernt!
An sich hat mir die Geschichte ganz gut gefallen. Sie ist erfreulich geradlinig und schickt eine übersichtliche Anzahl an Figuren ins Rennen. So etwas mag einfach lieber als eine wunders wie komplexe Story mit zig Figuren. Ich bleibe so einfach besser bei der Sache und empfinde das Hören als angenehm leicht. Außerdem fand ich die nächtliche Szene durchaus eine Spur unheimlich. Im Dunklen gehört kann sie leicht für eine feine Gänsehaut sorgen. So etwas erwarte ich von dieser Reihe, die den Grusel im Titel trägt!
Einzig vom Ende hätte ich etwas mehr erwartet. Die Erkenntnis, was hinter den Ereignissen steckt und die Art, wie Sara Clayburn damit umgeht kam mir zu einfach daher. Da hätte ich dann in einem Punkt doch ein paar mehr Hintergründe erfahren.

In der Rolle der Sara Clayburn ist Judy Winter zu hören, die mir für diese Rolle gefallen hat. Ich mag ihre markante Stimme sehr gerne. Es gelingt ihr -je nach Situation- stolz und hochmütig, speziell in der unheimlichen Nacht aber auch ängstlich zu klingen. Sabine Trooger leiht Saras Cousine ihre Stimme und führt als Erzählerin mit ruhigem Ton durch die Geschichte. Mein persönliches Highlight aber ist Cathlen Gawlich. Und das, obwohl ihre Auftritte sehr kurz gehalten sind.

Wie man es von der Reihe kennt, wurde auch bei “Allerseelen” mit Musik nicht gespart. Mir fällt einmal mehr keine Szene ein, in der keine Musik oder Geräusche zu hören sind. Sie drängen sich aber nie in den Vordergrund, daher habe ich es dieses Mal nicht als störend empfunden. Aus dem Hintegrund heraus sorgen sie für eine unheimliche Athmosphäre, die der Story gut steht.

Das Cover verrät wenig über die Geschichte und zeigt sich so recht geheimnisvoll. Unheimlich wirkt aber lediglich das Haus im Hintergrund. Was es mit der Dame in Schwarz auf sich hat, fragt man sich durch den zweifelnden Blick von Sara Clayburn.

Fazit: Ein arg kurz und einfach gehaltenes Ende, aber sonst eine ganz nette und auch leicht schaurige Geschichte. Kann man hören. Und in meinen Ohren deutlich besser als manch andere Folge der Reihe.

Gruselkabinett (100) – Träume im Hexenhaus

Titel: Gruselkabinett (100) – Träume im Hexenhaus / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Hannes Maurer, Wilfried Herbst, Dagmar von Kurmin, Johannes Raspe ua

gk100Inhalt: Arkham, 1927: Der Student Walter Gilman bezieht ein Zimmer in einem sagenumwobenen Haus. Im Hexenwahn des späten 17. Jahrhunderts soll dort angeblich eine der Hexerei bezichtigte Frau namens Keziah Mason gelebt haben, ehe sie spurlos aus ihrer Kerkerzelle verschwand.


Ich sollte es mir zur Gewohnheit machen, bei dieser Serie nichts zu erzwingen. Wenn ich eine Folge vier-, fünfmal gehört habe, vier-, fünfmal abgedriftet bin und vier-, fünfmal das Gefühl hatte, den Höhepunkt des Ganzen verpasst zu haben, dann ist das keine Einbildung, sondern eine Tatsache. So geschehen auch bei dieser Episode.
Den Anfang, quasi den Prolog, habe ich noch mitbekommen. Bedauerlicherweise rühren mich die Hexenverfolgung und Folterung abslout null. Da habe ich nur gehofft, dass daraus nicht die komplette Story bestehen würde.
Das ist zwar nicht der Fall, doch die Haupthandlung konnte mich nur kurze fesseln, dann ließ die Konzantration auch schon wieder nach. Der Grund dafür ist ganz einfach: es passiert einfach nichts, schon mal lange nichts Dramataisches oder Gruseliges. Abwechselnd geht es um Träume, Ratten in den Wänden und Schritte im Haus zu nachtschlafender Zeit. Auf die Dauer nutzt sich das ab. Außerdem hatte ich nie den Eindruck, dass Walter Gilman tatsächlich hinter die seltsamen Vorfälle kommen will. Das ist umso erstaunlicher, weil er ja ursprünglich in der Haus gezogen ist um besser über die Vergangenheit nachforschen zu können. Und dann teilt er sich mit dem wesentlichen Teil dieser Vergangenheit quasi das Zimmer, aber von Nachforschungen ist kaum etwas zu hören. Für alles ist im Handumdrehen eine palusible Erklärung gefunden und der Weg ins Verderben wird relativ gelassen hingenommen.
Der Jubiläumsfolge liegt noch eine DVD bei mit einer Dokumentation über Titania Medien. Dazu kann ich nichts sagen. Solche Gimmicks interessieren mich nicht wirklich. Ich hätte darauf gerne verzichtet zugunsten einer packenden Geschichte, die dem Jubiläum würdig gewesen wäre.

Hannes Maurer klang mir in der Rolle des Studenten Walter Gilman entschieden zu jung. Und seine Angst konnte ich ihm auch nicht durchgängig abnehmen. Wilfried Herbst als hysterischer Mitbewohner hat mir dagegen ganz gut gefallen. Und auch Dagmar von Kurmin konnte mich einmal mehr überzeugen mit ihrer rauhen und markanten Stimme.

Die Musikkulisse hörte sich für mich hier dezenter an. Es sind eher leise Klänge zu hören und soweit ich mich erinnere, ist auch nicht ständig Musik im Hintergrund zu hören. Die einegsetzten Stücke sind für Gruselfeeling gut, aber wenn die Story in der Richtung nichts hergibt, dann ist das leider vergebliche Liebesmühe.

Das Covermotiv wirkt angemessen unheimlich mit der schwarzen Gestalt hinter Keziah Mason und der großen Ratte.

Fazit:  Von der Folge 100 hatte ich mir mehr erwartet. Nur weil vorne Lovecraft draufsteht, sind die Schäfchen noch lange nicht automatisch im Trockenen. Ich fand die Geschichte weder sprannend, noch schaurig. Alles plätschert quasi vor sich hin, mehr ist es nicht.

Gruselkabinett (101) – Verlorene Herzen

Titel: Gruselkabinett (101) – Verlorene Herzen / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 48 min / Sprecher: Alexander Mager, Uli Krohm, Dorothea Walder ua

gk101Inhalt: Aswarby Hall, 1811/12: Der Waisenjunge Stephen wird zu einem weit älteren, entfernten Verwandten auf ein Herrenhaus auf dem Land geschickt, um fortan dort zu leben. Es dauert nicht lange, da hat der Junge unheimliche Begegnungen in dem alten Haus, die ihm Rätsel aufgeben.


Weil ich mich mit der Jubiläumsfolge 100 ziemlich quäle, geht es mal wieder in der falschen Reihenfolge weiter. Dafür ist “Verlorene Herzen” mal eine Folge, die mir wirklich sehr gut gefallen hat.
Die Story ist sicher etwas vorhersehbar und inhaltlich nicht der große Wurf. Trotzdem, der Schauplatz ist für einiges an Grusel gut, die unheimlichen Momente sind gut in Szene gesetzt, auch da kann man leicht mal schaudern und zuletzt hat mich auch die Ungewissheit bei der Stange gehalten, ob Mr. Abney nun wirklich ein wohlwollender Verwandter ist, oder ob er doch etwas Böses im Schilde führt.
Eine schöne geradlinige Folge ohne historischen Hintergrund, der nebenbei noch aufgearbeitet werden müsste, ohne übermäßig umständliche, altmodische Ausdrucksweise und ohne dieses Dröge, was vielen Folgen für mich anhängt. Ich bin mir sicher, es bräuchte nur wenig an Modernisierung und schon würde diese Geschichte auch im Heute noch gut funktionieren.
Dass ein Kind die Hauptrolle spielt hat mich zunächst zweifeln lassen. Ich bin davon allgemein kein Fan. Aber immerhin ist Stephen bereits elf Jahre alt, da ist das Nervpotenzial gering. Ich würde sogar sagen, dass es ein weiterer Punkt ist, durch den mir diese Folge so sympathisch ist. Es bringt einfach frischen Wind in die Reihe und lässt aufhorchen neben den ganzen erwachsenen Figuren, von denen man sonst hört.

Als Stephen ist Alex Mager zu hören. Anfangs hörte er sich für mich noch recht angestrengt an, doch das besserte sich im Verlauf der Geschichte zusehends. Zweifellos steht da ein neues junges Talent in den Startlöchern. Uli Krohm übernimmt den Part des Mr. Abney und lässt ihn freundlich und recht harmlos klingen. Das hat mich ziemlich verwirrt und ich war gespannt, ob er wirklich so hamrlos ist. Mein Favorit dieser Folge war Dorothea Walder alias Haushälterin Mrs. Bunch. Sie hat einfach eine ganz tolle markante Stimme und einen so warmherzigen Ton dazu, dass man sie mögen muss.

In Sachen Musik weiß diese Folge ebenfalls zu gefallen. Es sind schöne und stimmungsvolle Stücke zu hören, die teilweise -speziell beim Finale- tatsächlich nach Gruselfilm klingen.

Das Mädchen auf dem Cover sieht mir einen Zacken zu alt aus im Vergleich zu dem Mädchen in der Geschichte, das sie darstellen soll. Das ist aber auch das einzige, was ich am Covermotiv zu bemängeln habe. Das heruntergekommene Badezimmer und die Krallenfinger gefallen mir dagegen gut und tragen dem Gruselfaktor Rechnung.

Fazit:  Mir hat “Verlorene Herzen” sehr gut gefallen. Gerade weil sie recht einfach gestrickt ist. Weil man sie hören und sofort verstehen und durchblicken kann. Auch wenn man mal kurz abgelenkt ist. Außerdem bringt die junge Hauptperson Pfiff hinein. Und einige schaurige Momente gibt es ebenfalls.

© 2019 Frontier Theme