Titanic

Titanic – 24 Stunden bis zum Untergang (Stephen Davies / Rainer Strecker)

Titel: Titanic – 24 Stunden bis zum Untergang / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 104 min, 2 CDs / Buch: Stephen Davies / gelesen von: Rainer Strecker

Inhalt: Sie galt als unsinkbar und fand doch ein dramatisches Ende im eiskalten Nordatlantik. Bis heute übt die Titanic eine ungebrochene Faszination auf Groß und Klein aus. Das erste fiktionale Hörbuch zum Thema lässt Kinder ab acht Jahren die Jungfernfahrt des Ozeanriesen hautnah miterleben. Sie folgen den Kindern Jimmy, Omar und Beryl, wenn sie die Decks erkunden, mit anderen Passagieren feiern und schließlich dabei sind, als die Titanic den legendären Eisberg rammt und der Kampf ums Überleben beginnt.


Von der Titanic dürfte jeder bereits gehört haben. Damit ist es natürlich kein Geheimnis, wie sie endete. Aus dieser Richtung kann man bei diesem Hörbuch also keine Spannung oder Überraschung erwarten.
Dafür ist diese Geschichte schon deshalb interessant, weil sie aus dem Blickwinkel eines etwa zehnjährigen Jungen erzählt wird, dem kleinen Jimmy, der mit seiner Mutter und seinem Bruder in der 3. Klasse des Schiffs reist. Und Kinder sehen viele Dinge (noch) ganz anders als Erwachsene. Und so erlebt man die Titanic anfangs quasi als höchst interessanten Abenteuerspielplatz. Zusammen mit seinem neuen Freund Omar erkundet er die verschiedenen Decks und auch die Laderäume, schmuggelt sich in die Gymnastikräume, feiert mit ihren Leuten und erlebt noch so manch anderes Abenteuer. Es macht Spass, sie zu begleiten, und da sie sich dabei oft in brenzlige Situationen bringen, ist es oft auch noch ein bisschen aufregend dazu. Vor allem vor so einem großartigen Schauplatz wie der Titanic.
So richtig spannend wird es dann ab diesem schicksalhaften Moment des Zusammenstoßes zwischen Schiff und Eisberg. Wie schon geschrieben nicht, weil man mitfiebert, ob es wirklich passiert, oder nicht, denn das ist  hinlänglich bekannt. Sondern weil Jimmy vom ersten Moment an so sehr versucht, noch ein paar Dinge in Ordnung zu bringen. Deshalb steigt er nicht in das erstbeste Rettungsboot, sondern unternimmt einige weitere Abenteuer. Dabei kann man ihn nur für seinen Mut bewundern und hat weit mehr als einen Grund, sich Sorgen um ihn zu machen und ihm nach Kräften die Daumen zu drücken. Letztlich steht ihm das Wasser wortwörtlich bereits bis zum Hals und an sich kann man sich kaum vorstellen, dass er jemals lebend aus der Sache herauskommen wird und sich retten kann.
Zum Ende hin wird es zusätzlich auch noch sehr rührend. Denn die Geschichte beschönigt nichts. Nicht jeder hat diese Katastrophe überlebt, das ist bekannt. So ist es auch hier und da kann man durchaus mal ein Tränchen verdrücken. Aus der Situation / den Geschehnissen heraus. Nicht, weil übermäßig auf die Tränendrüse gedrückt wird.

Gelesen wird das Hörbuch von Rainer Strecker, dem es gut gelingt, in jugendlich lockerem Ton zu erzählen, obwohl er eindeutig nicht in Jimmys Alter ist. So nimmt man ihm den abenteuerlustigen, cleveren und mutigen Jungen leicht ab. Genauso gut bringt er dessen unterschiedliche Gefühlslagen glaubhaft rüber. Da fällt es leicht, über längere Zeit hinweg zu lauschen.

Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulicht die Ereginisse auf der Titanic und rund um deren Untergang. Genauso oft ist Musik mit dabei, beispielsweise bei den Feiern, bei denen Jimmy und Omar mit dabei sind. So wird das Gehörte angenehm lebendig und man kann sich gut in die Geschichte hineinversetzen.

Das Covermotiv finde ich wunderschön und einfach toll gelungen. Der finstere Nachthimmel und darunter der kleine Junge, vor dessen Augen die Titanic im Meer versinkt. Es sieht beeindruckend aus.

Fazit:  Das bekannte Unglück aus Sicht eines Kindes erzählt, das ist mal etwas Neues und gibt der Geschichte ihren ganz eigenen Reiz. Anfangs macht es Spass, Jimmy und seinen Freund Omar bei ihren Abenteuern zu begleiten, hat aber auch einen bitteren Beigeschmack, weil man weiß, wie es mit dem Schiff enden wird. Später wird es durch Jimmys mutige Aktionen während des Untergang so richtig spannend und gegen Ende sehr bewegend. Rundum top und empfehlenswert also!

In einem Boot (Charlotte Rogan / Marie Bierstedt)

Titel: In einem Boot / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 274 min auf 4 CDs / Buch: Charlotte Rogan / gelesen von: Marie Bierstedt

3261_4_Rogan_In_einem_Boot_Booket.inddInhalt: Grace Winter, zweiundzwanzig Jahre alt und Witwe, muss sich im Herbst des Jahres 1914 wegen Mordes vor Gericht verantworten. Sie ist Überlebende eines Schiffsunglücks, nach dem sie drei Wochen lang in einem überfüllten Rettungsboot auf dem Atlantik trieb. Im Rückblick erzählt sie, welche Strategien die Insassen des Bootes entwickelten, mit der Katastrophe umzugehen. Doch als Tag um Tag vergeht und immer noch keine Rettung in Sicht ist, wird die Stimmung an Bord aggressiver. Sollen die Schwächsten geopfert werden, damit die Stärksten überleben? Oder umgekehrt? Es spinnt sich ein unentwirrbares Netz aus Macht, Manipulation und Abhängigkeit, das nur einem Zweck dient, den nächsten Tag zu überleben.


Bei diesem Hörbuch hatte mich vor allem das schöne Cover gelockt. Es hat die Tatsache, dass die Geschichte 1914 spielt, in den Hintergrund gerückt, und das will schon etwas heißen. Denn normalerweise wäre diese Zeit ein KO-Kriterium für mich.
Die Geschichte beginnt mit dem anstehenden Gerichtsprozess, in dem die 22jährige Grace -eine der Überlebenden der Schiffskatastrophe- sich wegen Mordes verantworten muss. Ich muss gestehen, ich hätte mir einen Anfang auf der Zarin Alexandra zu Zeiten des Untergangs gewünscht, denn dieser Prolog nimmt der Handlung bereits einiges vorweg. So weiß man beispielsweise, dass Grace überleben wird und dass es im Rettungsboot zu dramatischen Vorfällen kommen wird. Das mindert später die Spannung. Außerdem hätte ich generell gerne gewusst, wie es zum Untergang des Schiffs kam. Das wird nämlich während der folgenden Geschichte nicht genau erklärt.
Stattdessen sitzt man quasi mit Grace und knapp 40 anderen Überlebenden im Rettungsboot. Das ist zwar ein sehr begrenzter Raum (ein Umstand der für mich stets für Spannung bürgt), aber es sind doch sehr viele Figuren. Ich konnte mir unmöglich alle merken. Wirklich hängengeblieben ist bei mir gerade mal ein kleines Grüppchen.
Womöglich hängt es damit zusammen, dass mir ein Großteil der Dramatik gar nicht bewusst wurde. Wenn ich mir eine Person nicht zu eigen machen bzw eine Beziehung zu ihr aufbauen kann, kann ich auch nicht richtig mit ihr fühlen, fiebern oder mich ängstigen. Natürlich ereignen sich im Boot schlimme Dinge. Die Gruppe erlebt einen furchtbaren Sturm, es gibt Tote und nach eine Weile brodelt es stetig unter ihnen, aber gefühlsmäßig kam das bei mir kaum an. Ich habe auch nie darauf gewartet, wann die Situation endgültig eskaliert, sondern einfach alles auf mich zukommen lassen. Spannung kann man das leider nicht nennen, allenfalls Neugierde. Selbst Grace war mir nie wichtiger als die übrigen Schiffbrüchigen, und wenn ich das über eine Hauptfigur sage, dann ist einfach etwas schief gegangen. Zwar regt sie sich oft und gerne über die Arroganz und Ignoranz ihrer Mitschiffbrüchigen auf, aber immer wieder klingt auch unüberhörbar durch, dass sie selbst ebenfalls sehr von sich eingenommen ist. Eine Eigenschaft, die ich nicht mag.
Wirklich gespannt war ich lediglich darauf, wie die Rettung aussehen würde. Bis dahin waren die vier CDs leider oft ein ziemlicher Kampf, der sich zog und zog und zog.

Marie Bierstedt junge Stimme passt gut zu Grace. Sie hat mir schnell ein gutes Bild von ihr vermittelt. Außerdem fängt sie gut die sorgenvolle bis angsterfüllte Stimmung ein, die auf dem Boot herrscht. Ich habe es zudem wie immer bewundert, mit welcher Leichtigkeit sie eine Geschichte in solch altmodischer Sprache liest. Es liegt also eindeutig an der Geschichte selber, dass ich mich so schwer damit getan habe.

Wie schon gesagt, hatte mich das Cover sofort erwischt. Ich mag die Blautöne und das Lichtspiel darin. Das Boot sieht wunderbar einsam und verloren aus, was mir bereits beim Anschauen Spannung versprach.

Fazit:  Das Cover hat mir leider zu viel versprochen. Ich fand weder die Geschichte spannend, noch ihren Verlauf sonderlich dramatisch. Und das, obwohl sich zweifelsfrei Dramatisches auf dem Rettungsboot ereignet. Aber es kam gefühlsmäßig bei mir nie an. Obendrein erschien mir Grace oft scheinheilig, weshalb ich mit ihr nie richtig warm wurde.

Die Earlam Chroniken Se. 01 E. 06 – Fuchsjagd

Titel: Die Earlam Chroniken SE. 01 E. 06 – Fuchsjagd / Verlag: Independent Standard / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Simon Jäger, Jan-Philipp Jarke, Klaus Dieter Klebsch, Gertie Honeck ua

earlam0106Inhalt: Während  Ethan alten Spuren aus Pauls Unfallakte folgt, gerät er selbst unter Verdacht, etwas mit dem Tod einer alten Zeugin zu tun zu haben. Doch als er verhaftet wird, taucht ein Schutzengel auf und rettet ihn aus seiner misslichen Lage. Die beiden Brüder bekommen jedoch nicht nur Hilfe bei ihren laufenden Ermittlungen. Alte Konflikte, die längst vergessen schienen, brechen wieder auf. Manche Wunden kann eben auch die Zeit nicht heilen.


Da ich sonst kein Fan von Geschichten bin, die -wie diese Reihe- 1930 spielt, überrascht es mich, dass sie mcih trotzdem mit jeder neuen Folge zu begeistern weiß. Auch “Fuchjagd” hat mir wieder prima gefallen. Nachdem ein kurzer Rückblick zusammengefasst hat, was zuvor geschah, geht es gleich wieder rund. Ethan selbst steht plötzlich im Verdacht, an einem Mord beteiligt zu sein. Als Hörer weiß man es zwar besser, doch spannend ist natürlich trotzdem, ob und wie er diesen Verdacht wieder loswird. Das Opfer ist eine Augenzeugin von Pauls Autounfall und somit erfährt man als Hörer erstmals Genaueres über die Nacht, das aber dennoch noch genug Raum für Spekulationen lässt. Aber zumindest geht es einen Schritt voran und man bekommt immerhin eine Ahnung, was geschehen sein könnte und wo es Zusammenhänge geben könnte. Doch wäre es keine Folge dieser Reihe, wenn nicht ein weiteres Verbrechen neue Fragen aufwerfen würde. Da bekommt man endlich ein paar “Brocken” hingeworfen, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen, da stehen die nächsten Rätselhaftigkeiten bereits wieder in den Startlöchern. Überrascht hat man mich mit einem Rückblick und Bezug auf ein äußerst bekanntes historisches Ereignis, das sich verblüffend harmonisch in die Story einfügt.

Der Sprechercast weiß weiterhin zu überzeugen. Vor allem die Hauptsprecher gefallen mir mit jeder Folge besser, und da zumindest ich zB Jan-Philipp Jarke, Jens Kauffmann und Diana Radnai hier zum ersten Mal höre, verleihen ihre Stimmen der Reihe einen angenehm frischen Anstrich. Bekannte Sprecher wie Klaus Dieter Klebsch, Simon Jäger und Gertie Honeck sind ebenfalls zu hören, und natürlich hat man auch hier nichts zu befürchten. Alles in allem also eine sehr runde Sache.

Das gilt auch für die Untermalung, die die Handlungszeit um 1930 verdeutlicht. Sie präsentiert sich stets recht schwermütig, was der Geschichte aber gut steht und dem Aspekt des Geheimnisvollen Rechnung trägt. Auf die Geräuschkulisse wurde ebenfalls unüberhörbar viel Wert gelegt.

Das Cover überrascht mit einer für die Serie untypischen Helligkeit. Andererseits bringt diese Geschichte ja auch etwas Licht ins Dunkel der bisherigen Episoden 😉 Und abgesehen davon passt auch dieses hellere Motiv gut in die Reihe mit dem altehrwürdigen Gebäude.

Fazit:  Sollte man dem großen Geheimnis um die Earlams mit dieser Folge tatsächlich ein wenig auf die Schliche kommen? Es sieht ganz so aus! Ich bin jedenfalls auf weitere Erkennnisse gespannt!

 

 

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (03) – Die betrogenen Titanic-Passagiere

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (03) – Die betrogenen Titanic-Passagiere / Verlag: Romantruhe / Spielzeit: / Sprecher:

Inhalt: Sherlock Holmes’ neuester Fall führt den Detektiv und seinen Freund Dr. Watson nach Southampton. Hier soll einmal der Stolz der White-Star-Reederei, die “Titanic”, zu ihrer Jungfernfahrt auslaufen. Noch ist das Schiff nicht fertig gebaut, aber mehrere Familien aus armen Verhältnissen haben bereits ihre Ersparnisse geopfert, um sich eine Passage in die neue Welt zu sichern. Allerdings scheinen sie beim Versuch, ihr Startkapital für ein neues Leben zu vergrößern, einem ebenso gewieften wie gewissenlosen Schwindler auf den Leim gegangen zu sein.


Nein, offenbar müssen es nicht immer gleich zwei CDs für eine Folge dieser Serie sein, wie ich nach Folge 2 noch befürchtete. “Die betrogenen Titanic-Passagiere” kommt also auf nur einer CD daher und ist so gleich schon wieder einen ganzen Tacken besser und griffiger als der Vorgänger. Das gewisse Etwas verdankt diese Geschichte der Tatsache, dass man als Hörer natürlich weiß, was der Titanic und damit den Passagieren bei ihrer Jungfernfahrt zustoßen wird. So empfindet man durchaus ein gewisses Gruseln, wenn O’Malley von seinen großen Hoffnungen in die Zukunft in Amerika erzählt. Gleichzeitig ist man trotzdem verärgert, dass mit ihm und den anderen Passagieren aus armen Verhältnissen so verbrecherisch umgegangen wird. Somit habe ich Holmes und Watson hier ganz besonders gern bei ihren Ermittlungen begleitet. Auch hier erlebt man manche Wendung, jedoch ohne dass sich die Handlung dadurch unnötig in die Länge zieht. In knackigen 70 Minuten wird hier eine spannende und interessante Geschichte erzählt, in der Holmes auch mal mit roher Gewalt zu Werke geht und -man staune!- sogar mal einen Denkfehler eingesteht! Das lässt ihn für mich gleich menschlicher und sympathischer erscheinen. Gefallen hat mir auch seine unheilvolle Andeutung am Ende der Geschichte 😉

Christian Rode und Peter Groeger sind weiterhin gut in Form und es macht auch hier wieder Spass, ihnen zu lauschen. Klaus Herm in der Rolle des O’Malley habe ich ebenfalls gerne gehört. Er zählt ohnehin zu meinen Lieblingssprechern und ich habe ihm den Part des armen betrogenen Titanic-Passagiers sofort abgenommen. Bernd Vollbrecht und Werner Ziebig wissen dagegen als Bösewichte zu überzeugen.

Das Covermotiv passt prima zur Geschichte, auch wenn ich die etwas schaurigeren Motive lieber mochte 😉 Aber diese Folge ist ja auch nicht in diesem Sinne gruselig. Somit geht das völlig in Ordnung.

Fazit:  Nach dem kleinen Durchhänger bei Folge 2 hat mir diese Geschichte wieder prima gefallen. Spannend und mit einem feinen Funken Humor, so darf es weitergehen.

Die Titanic und andere “Lost Liners” – Sieben Tragödien der Passagierschifffahrt

Titel: Die Titanic und andere “Lost Liners” – Sieben Tragödien der Passagierschifffahrt / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 211 min / Sprecher: Ulrike Stürzbecher, Gerrit Schmidt-Foss, Johannes Steck ua

Inhalt: Am 14. April 1912 streifte das berühmteste Schiff der Welt im Nordatlantik einen Eisberg und begann zu sinken. Mit diesem Hörbuch wird die berühmteste Schiffskatastrophe der Menschheitsgeschichte neu erzählt und in Beziehung zu anderen sogenannten Lost Liners gebracht. So erfährt man Wissenswertes über andere denkwürdige Tragödien de Passagierschifffahrt. Die Autoren Jens und Joerg G. Fieback beleuchten den Untergang der Empress of Ireland, die Versenkung der Lusitania, das Unglück der Britannic, den folgenschweren Brand der Normandie im Hafen von New York, die Torpedierung der Wilhelm Gustloff und die Kollision der Andrea Doria mit der Stockholm.


Ich muss gestehen, die Themen dieser Reihe waren meist nicht mein Fall. Zu historisch. Interessant wurden die Hörbücher dann aber doch, nämlich durch ihre Machart. Gleiches gilt für diese Folge. Das Thema “Titanic” habe ich spätestens seit dem Film über. Doch ihre Geschichte wird hier so anschaulich und eindringlich erzählt, dass ich gebannt gelauscht habe. So eindringlich wirkt das Erzählte neben Musik und Geräuschen vor allem deshalb, weil stetig die Perspektive gewechselt wird. Im einen Moment verfolgt man noch die kühlen Fakten um das Ereignis, im nächsten die Erläuterungen der Experten und dann steht man in den gespielten Passagen quasi an Deck und erlebt das Drama hautnah mit. Eine solche Darstellung, eben diese Nähe, hinterlässt unweigerlich Eindruck.
Mir hat speziell gefallen, dass auch Schiffsunglücke zur Sprache kommen, die nicht so traurig berühmt wurden wie das der “Titanic”. Namen wie “Andrea Doria”, “Wilhelm Gustloff” oder auch “Empress of Ireland” (um nur einige zu nennen) kannte ich zwar schon, wusste auch, dass sie auf See verunglückt waren, aber nichts Genaues dazu. Sie werden ebenso anschaulich -wenn auch nicht ganz so ausführlich- behandelt und haben mir eine ähnliche Gänsehaut verursacht wie das Schicksal der “Titanic”. Ein kleiner Schuss Sensationsgier war aber auch dabei, das muss ich zugeben 😉

Wie erwähnt bleibt man dem Prinzip treu, Experten und Sprecher wie zB  Peter Gröger, Johannes Steck und Ines Deinert abwechselnd zu Wort kommen. Das ist zwar ein hörbarer Kontrast, aber mich stört das überhaupt nicht. Einfach, weil es das Gehörte umso authentischer klingen lässt. Als Erzähler hat man die Synchronstimmen von Rose und Jack aus dem “Titanic”-Film gewählt. Eine gute Idee, aber ich verbinde  mit Ulrike Stürzbechers und Gerrit Schmidt-Foss’ Stimmen nicht automatisch diese beiden Rollen. Als Erzähler haben sie mir ansonsten richtig gut gefallen.

Speziell die gespielten Passagen zeichnen sich duch eine ausgefeilte Geräuschkulisse und einen vielfältigen Soundtrack aus. Beides verdichtet die ohnehin bedrückende Atmosphäre noch zusätzlich.

Die sinkende Titanic ist ein Covermotiv, das hier einfach nur logisch ist. Auf den CDs findet man einzelne Ausschnitte aus diesem Motiv wieder. Und im umfangreichen Booklet, das mit vielen Bildern sehr schön gestaltet ist, kann man sich einzelne Fakten um die Schiffsunglücke noch mal zu Gemüte führen.

Fazit: Mein persönliches Highlight dieser Serie. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein so oft behandeltes Thema wie das Unglück der “Titanic” noch mal so fesseln können würde. Aber durch die gespielten Szenen ist man so nah mit dabei, dass man sich dieser Wikrung unmöglich entziehen kann. Ein dickes Lob ausserdem dafür, dass auch weniger populäre, aber nicht weniger interessante und tragische Schiffsunglücke thematisiert werden. Top!

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