Top Secret

Die drei ??? – House of Horrors – Haus der Angst – Special: Top Secret – Fall 02

Titel: Die drei ??? – House of Horrors – Haus der Angst – Special: Top Secret – Fall 02 / Verlag: Europa/ Spielzeit: ca. / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich, Jens Wawrczek, Stefan Kaminski u.a.

Inhalt: Wolltest du immer schon den Die drei ??? bei ihren Ermittlungen helfen? Jetzt hast Du die Chance dazu!
In der Geisterbahn im Freizeitpark geschehen merkwürdige Dinge. Schreckliche Schreie, ertönen, die mit Sicherheit nicht zum Programm dazugehören. Justus, Peter und Bob, die drei jungen Detektive aus Rocky Beach und ihr Auftraggeber Tony müssen schnellstmöglich herausfinden, was dahinter steckt.
Aber Vorsicht: Eine falsche Entscheidung, und sie sind für immer verloren!


Ich habe ja ein Faible für Geschichten, die auf einem Rummelplatz oder in einem Vergnügungspark spielen. Der Gedanke, dass sch das Verbrechen oder der Schrecken an einem Ort einschleicht, der eigentlich nur Spass machen soll, ist reizvoll. Schon damit konnte “House of Horrors” bei mir erstmals punkten.  Aber auch sonst hat mich die Geschichte gut unterhalten. Speziell mit Details, die sofort verraten, dass sie in den 80ern erdacht wurde, und mit ein paar schrägen und hanebüchenen Ideen. Von Spannung will ich bei dieser Folge so direkt nicht sprechen, aber sie hält den Hörer neugierig. Mir reicht das so. Ich brauche keine nägelknabbernde Spannung. Mir ist der Unterhaltungswert viel wichtiger, und der stimmt hier absolut!

Wie gewohnt lässt sich die Reihe in diesem Belang nicht lumpen. Die drei Hauptsprecher meistern ihre Parts gewohnt souverän. Der übrige Sprechercast liest sich fast durchweg prominent. Entsprechend ist auch in den weiteren Rollen kein Unheil zu befürchten. Am Werke sind hier beispielsweise Stefan Kaminski, Santiago Ziesmer, Patrick Bach und Christine Pappert. Hier und da hatte ich aber doch den Eindruck, dass mancher Sprecher einen Hauch unlockerer klingt als gewöhnlich, speziell bei beschreibenden Sätzen. Das führe ich auf das Mitrate-Prinzip zurück, das solche Sätze notwendig macht.

Hinsichtlich Untermalung kann “House of Horrors” ebens punkten wie schon der vorige “Top Secret”-Fall. Denn hier hat man sich unüberhörbar darauf besonnen, Musik im Stil der 80er-Jahre-Folgen einzusetzen. Sind solche Stücke bei den DDF-Fans von Heute nicht mehr gefragt, oder weshalb hört man sie in der regulären Serie nicht mehr?

Ob es solche Mitrate-Folgen braucht, sei man dahingestellt. Das ist sicher die berühmte Geschmackssache. Ich brauche sie definitiv nicht! Erstens ergibt sich durch die ständige Schalterei für mich kein flüssiger Verlauf der Geschichte und zweitens hat die Skip-Drückerei in meinen Augen nichts mit entspanntem Hörspielhören zu tun.

Das Covermotiv gefiel mir sofort. Ich mag die bunten Farben und das Skelett vor dem dunklen Hintergrund. Auch das Booklet habe ich gerne durchgeblättert. Neben dem Sprechercast findet man dort eine bebilderte Track-List.

Fazit: Wer solche Mitrate-Folge mag, bitte. Mein Ding sind sie nicht, und ich würde mir wünschen, “House of Horrors” erschiene noch mal gesondert als Folge mit normalem Verlauf. Davon abgesehen hat mi die Geschichte aber gefallen. Unterhaltsam, hier und da etwas strange…80ies eben 😉

Die drei ??? – Brainwash – Gefangene Gedanken – Special: Top Secret – Fall 01

Titel: Die drei ??? – Brainwash / Verlag: Europa / Laufzeit: ca. 61 min / Sprecher:  Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Fabian Harloff, Peter Kirchberger u.a.

Inhalt:   Als in einer Woche gleich zwei Bekannte der drei ??? verschwinden, vermuten die Jungen, dass die Sekte SynRea dahinter stecken könnte. Um die Vermissten zurückzuholen, fliegen die drei Detektive nach New York und treten in einer Undercover-Aktion der Sekte bei. Schon bald stellt sch heraus, dass die vermissten Jugendlichen tatsächlich dort sind. Was jedoch als einfache Rückholaktion geplant war, entpuppt sich zunehmend als unlösbare Mission – denn die Mädchte der SynRea-Gruppe scheinen auch von Justus, Peter und Bob Besitz zu ergreifen.


Mit Vorschuss-Lorbeeren konnte sich der erste der wiedergefundenen ???-Fälle aus dem Jahre 1989 nicht gerade schmücken. Viele Hörspiel-Fans sind ihr mit großer Skepsis begegnet. Aber ich muss sagen, dass mir “Brainwash” eigentlich ganz gut gefallen hat. Mit der Geschichte geht es quasi zurück in die 80er-Jahre und entsprechend gibt es einige -aus heutiger Sicht- ganz unterhaltsame Szenen mit Begriffen, die den Kids von Heute kaum noch etwas sagen dürften. Mit einer Sekte im Mittelpunkt bringt die Folge zwar nicht gerade den Hammer schlechthin als Dreh- und Angepunkt mit -vor allem auch, weil in dieser Hinsicht wirklich sämtliche Klischees bedient werden, die diesem Thema anhaften- , aber unterhaltsam geht es allemal zu. Hier und da ein bisschen weniger überdreht hätte mir die Geschichte sogar noch etwas besser gefallen.

Eine äußerst üppige Sprecherliste, bei der jedoch eines sofort auffällt: es fehlt der Erzähler! Die Folge muss ohne Thomas Fritsch auskommen, was ihr aber ganz ordentlich gelingt. Mir hat der Erzähler jedenfalls zu keiner Sekunde gefehlt. Auch ohne ihn kann man die Geschichte leicht vorfolgen und nachvollziehen. Die drei Hauptsprecher liefern eine wie gewohnt gute Leistung ab und ansonsten merkt man auch der Sprecherbesetzung den Abstecher in die Vergangenheit an.  Mit Sprechern wie Peter Kirchberger, Edgar Bessen, Susanne Wulkow und einer ganzen Reihe weiterer Namen dieser Liga, fühlt man sich durchaus zurück in die 80er versetzt.

Die Musik dieser Folge hat mir ganz besonders gut gefallen, da sie besonders durch einige Gitarrenstücke mal so ganz anders klingt als man es von den Folgen der normalen Reihung her kennt. Das wirkt frisch, lockert auf und sorgt für eine ganz eigene Atmosphäre. Aber natürlich hat man es sich auch in dieser Hinsicht nicht nehmen lassen, die 80er wieder aufleben zu lassen.

Vom Covermotiv kann man nun halten, was man möchte. Mir gefällt es auch nicht, einfach weil dieses Fenseh-Gesicht alles andere als gefährlich oder bedrohlich wirkt. Zudem ist es ungewohnt detailreich und passt auch deshalb nicht recht zu den Covers der regulären Folgen.

Fazit:  Ja, das Thema “Sekte” wird hier äußerst klischeehaft umgesetzt und teilweise ging es mir auch etwas zu abgehoben bzw überdreht zu, aber in Summe hat mich “Brainwash” gut unterhalten. Da gibt es deutlich üblere Folgen in der Reihe. Von daher kann ich jedem nur raten, es ruhig einmal mit diesem ersten Top-Secret-Fall zu versuchen.

Top Secret Akte 002 – Diadem

Titel:   Top Secret Akte 002 – Diadem / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 63 min / 24 Tracks / Sprecher: Christine Pappert, Thomas Karallus, Andreas Borcherding, Wolfgang Condrus, Jo Kern, Daniela Hoffmann, Crock Krumbiegel u.A.

Inhalt:   “La Citta Eterna”
Sie ist die “Ewige Stadt”. Alles beginnt in Rom. Und im Rom wird es auch enden. -Doch nachts wenn die Schatten sich über das Kolosseum senken, ist davon nichts zu spüren.
Zu viel Leben auf dem erhitzten Asphalt. Das Blut zirkuliert schneller durch die Venen, peitscht die Leidenschaften hoch.
Niemand denkt hier über das Ende nach. Der Tod…ist bloß ein fahles Schreckgespenst…


Nachdem Akte 001 – Herz aus Eis den Großteil der Folge darauf verwendet hat, die Charaktere vorzustellen und den Hörer darüber zu informieren, für welche Organisaton sie arbeiten und worin ihre Aufgaben bestehen, hält sich Akte 002 – Diadem nicht mit großen Vorreden auf. Man ist sofort mitten im Geschehen, in diesem Falle einer Ermittlung von Commander Ashton Rawleigh und seiner Kollegin Jade Morgrave.
Diese Folge hat keinen geradlinigen Verlauf, vielmehr beginnt sie mit mehreren verschiedenen Handlungssträngen, die zunächst nicht viel miteinander zu tun zu haben scheinen. Erst nach und nach, praktisch von Kapitel zu Kapitel, erschließen sich einem die Zusammenhänge. So erzeugt man beim Hörer Spannung und hält ihn über die komplette Handlung hinweg bei der Stange.
Spannung wird in Akte 002 überhaupt groß geschrieben. Es gibt zahlreiche Szenen, bei denen man wirklich die Luft anhält und sich fragt, wie das Geschehen weiter- bzw ausgehen wird.
Aber auch der Mystery-Effekt wird in dieser Folge ordentlich ausgereizt, so weit sogar, dass man da schon recht weit hinüber ins Horror-Genre geht. So hat es die Exorzismus-Szene schon derbe in sich, das ist kein Mystery mehr.
Was ich allerdings sehr bedauere ist, dass man über Ashton und Jade kaum etwas erfährt. Natürlich, man weiß, welchen Job sie haben, wer ihre Vorgesetzten sind, das schon. Aber sonst? Sie wirken so “steril”, Persönlichkeit, ein Charakter…das sucht man vergebens. Zumindest bei mir führt das dazu, dass ich für diese Charaktere keine wirkliche Sympathie empfinde. Eine Abneigung aber auch nicht. Und ich denke, so etwas ist durchaus wichtig für ein Hörspiel.

Die Sprecherliste liest sich auch bei Top Secret Akte 002 wieder sehr prominent.
Neben Tomas Karallus (Ashton Rawleigh) und Christine Pappert (Jade Morgrave), die auch hier eine überzeugende Leistung erbringen, gibt es noch einige weitere Rollen, die besondere Erwähnung verdienen.
So beispielsweise Jo Kern, die der besessenen Nonne Lucrezia di Tempesta ihre Stimme leiht. Für mein Empfinden die beeindruckendste Darbietung bei den Sprechern, denn sie klingt wirklich sehr gruselig und sorgt so für die eine oder andere Gänsehaut.
Christian Mey alias Pater Amorth hat mich ebenfalls sehr begeistert. Anfangs war ich mir gar nicht sicher, ob er nun eher zu den Guten oder doch zu den Bösen gehört, seine Rolle ist zunächst recht undurchsichtig, wofür in erster Linie natürlich auch seine kühle und abgeklärte Sprechweise sorgt.

Musikalisch kann auch die zweite Akte bei mir wieder voll punkten.
Hauptsächlich sind rockige Melodien zu hören, hier und da mit einem Einschlag in Richtung Elektro, was dem Hörspiel ebenfalls sehr gut steht.
Richtig klasse fand ich auch die Kirchengesänge ziemlich am Anfang, da werden Fans von z.B. den Gregorians begeistert aufhorchen.
Insgesamt sowieso eine sehr gute Idee, diese Musik mit einfließen zu lassen, wo doch ein Teil der Handlung im Vatikan spielt.

Was das Cover angeht, verfolgt man die gleiche Strategie wie bei Akte 001: das Motiv lässt keinen Schluss auf die Handlung zu. Erst wenn man das Hörspiel gehört hat, versteht man, was man da sieht. Insgesamt ist es für mich aber das gruseligste Cover der Serie bisher.
Ein wenig gestört hat mich die zum Teil ziemlich unleserliche Schrift des Klappentextes. Klar, man kann sich zusammenreimen, was da steht, aber das kann ja nicht der Sinn der Sache sein. Sobald nämlich die helle Schrift über die ebenfalls relativ helle Darstellung des Gewölbeganges führt, sind die Buchstaben so gut wie gar nicht mehr zu erkennen.

Fazit:   Es wäre wünschenswert, wenn Ashton und Jade etwas mehr Profil bekämen. Ansonsten darf es gerne in diese Stil weitergehen. Bei dieser Folge kann auch mancher Grusel-Fan zugreifen.

Top Secret Akte 001 – Herz aus Eis

Titel:   Top Secret Akte 001 – Herz aus Eis / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 50 min / 20 Tracks / Sprecher: Christine Pappert, Thomas Karallus, Andreas Borcherding, Wolfgang Bahro, Wolfgang Condrus, Klaus Dieter Klebsch u.A

Inhalt:   Der Tod kommt schnell, sagen die Indios. Unausweichlich, furchterregend. Und manchmal nimmt er eine grausame Gestalt an.
Alles, was dann zurückbleibt, ist…”La sangre y la oscuridad”…das Blut…und die Dunkelheit,,,
Menschenfeindliches Land.
Wer versucht zu überleben, betritt diese Insel niemals…


Ein Agenten-Team bestehend aus Mann und Frau, mysteriöse Fälle, auf die sie angesetzt werden, eine geheime Abteilung für die sie arbeiten…
Ja, ja, Akte X lässt hier in vielerlei Hinsicht grüßen.
Aber das will ja nichts heißen, deswegen muss ein Hörspiel ja nicht schlecht sein.
Und Top Secret ist auch alles andere als schlecht, ich jedenfalls habe mich davon sehr gut unterhalten gefühlt.
Die Geschichte ist spannend, bei so mancher Szene (wie z.B. dem “Auseinanderbrechen” der Welt, in der die Agenten lebten) habe ich wirklich gedacht: “Wow, klasse Idee!” und Action und Mystery werden auch geboten. Eine gute Mischung, die sich hören lassen kann.
Allerdings ist das Verhältnis zwischen Einführung in die Handlung inklusive “Vorstellung” der Hauptcharaktere und dem Fall an sich zeitlich sehr unausgewogen.
Der Fall ist innerhalb einer Handvoll Kapitel abgehandelt, drei Viertel des Hörspiels vergehen mit besagter Einführung.
Ich gehe aber davon aus, dass dies nur in dieser ersten Folge so sein wird und die weiteren Akten hauptsächlich die Fälle des Teams behandeln, denn dann weiß man ja schon weitestgehend über die Rahmenhandlung Bescheid. Somit kann man das in dieser ersten Folge gut durchgehen lassen. Persönlich würde ich mir wünschen, in den nächsten Folgen noch etwas über Ashton und Jade zu erfahren, viel erfährt man in Folge 1 noch nicht über die beiden.

Thomas Karallus leiht Ashton Rawleigh seine Stimme, Jade Morgrave wird von Christine Pappert gesprochen und wer sich bei seiner Lieblings-Serie nur halbwegs auskennt, wir sofort an Carrie und Doug aus King of Queens denken. Solche Fans werden automatisch die beiden TV-Charaktere vor sich sehen, was eventuell problematisch sein könnte.
Wer solchermaßen unbelastet an Top Secret herangeht, der wird Thomas Karallus und Christine Pappert schnell eine klasse Leistung bescheinigen. Sie verleihen Ashton und Jade eindeutige Charaktere und harmonieren stimmlich sehr gut.
Als ihren obersten Chef Charles Desmond ist Wolfgang Condrus zu hören, der diesen Mann gekonnt undurchsichtig, aber auch befehlsgewohnt klingen lässt.
Klaus Dieter Klebsch führt als Erzähler durch das Hörspiel, insgesamt hat er aber relativ wenige und recht kurze Passagen zu sprechen. Dass es ihm in diesen seltenen, kurzen Passagen gelingt, Spannung aufzubauen und aufrecht zu erhalten und die düstere Atmosphäre der Geschichte zu vermitteln, beweist wieder mal, dass man sich in diesem Hörspiel-Genre kaum einen besseren Sprecher für die Erzählerrolle zu wünschen kann.

Die Musik in Herz aus Eis hat mir sehr gut gefallen.
Sie ist modern, kommt rockig daher und macht dem Hörer gleich von Anfang an klar, dass es in diesem Hörspiel durchaus auch ordentlich zur Sache geht.
Actionreichen Szenen verleiht sie durch ihr Tempo und ihren Rhythmus zusätzlich an Geschwindigkeit, so dass man sich das Geschehen gut vorstellen kann.
Dazwischen finden sich aber immer wieder auch leisere, düstere Klänge, was der Mystery-Atmosphäre sehr zuträglich ist.
Die Effekte gehen auch völlig in Ordnung, bis hin zum Zirpen der Grillen im Dschungel klingt alles glaubhaft und echt.
Aber es gibt natürlich einen Grund, weshalb ich im ersten Satz dieses kleine Wörtchen “in” unterstrichen habe.
Denn das Titelthema wurde nahezu komplett bei Akte X stibitzt, das hört man sofort, selbst wenn man kein Fan der Serie ist. Diese Melodie wird jeder wiedererkennen.
Selbst wenn ich kein Akte X – Fan wäre, würde ich das nicht gut finden.
Zugegeben, diese Melodie ist ein Garant dafür, dass jeder sofort verstehen wird: diese Hörspielserie gehört zum Mystery-Genre.
Aber hätte sich dafür nicht auch etwas Eigenes finden lassen können?

Dem Cover ist auf Anhieb nicht zu entnehmen, um was es im Hörspiel geht.
Motiv und Titel lassen keine Rückschlüsse auf die Handlung ziehen, was ich für ein Mystery-Hörspiel sehr passend finde.

Fazit:    Ein gelungener Auftakt zu einer viel versprechenden Serie. Man darf gespannt sein, welche geheimnisvollen Fälle noch auf Ashton und Jade warten.
Wer Akte X mag, dem wird auch dieser Hörspielserie gefallen.

Top Secret Akte 003 – Tage des Zorns

Titel:   Top Secret Akte 003 – Tage des Zorns / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 53 min / 11 Tracks / Sprecher: Christine Pappert, Thomas Karallus, Andreas Borcherding, Wolfgang Condrus, Gerhard Acktum, Michael Iwannek u.A.

Inhalt: “Solange es schläft, droht keine Gefahr. Der Schlaf zügelt seine Wut, verwirrt seinen Geist mit Träumen aus Hoffnung. Blut und Wahnsinn. Jenseits der Dämmerung lauert es auf seine Stunde. Wir sind in Sicherheit – bis der Zyklus vollendet ist. Denn wir wissen nicht, wann es wieder erwacht. Aber noch ist es nicht soweit. Noch sind wir in Sicherheit…”


Nach der wirklich guten Folge 2 hat mich Tage des Zorns doch ziemlich enttäuscht.
Scheinbar zusammenhanglose Szenen aneinander gereiht, man weiß eigentlich gar nicht so richtig, was da gerade passiert und wieso, und als man dann endlich wenigstens ansatzweise erfährt, wie der Zusammenhang ist, da ist man bereits drei Kapitel vor dem Ende angekommen. Zum Schluss dann noch die Erkenntnis, dass die Folgen doch nicht in sich abgeschlossen sind, dass es offenbar einen größeren Zusammenhang gibt und schon ist die Folge zu Ende.
Nicht falsch verstehen: natürlich soll bei einem Hörspiel aus dem Mystery-Bereich nicht alles von der ersten Minuten an durchschaubar sein, aber über die Geschichte hinweg sollte man als Hörer doch wenigstens ab und an mal  das Gefühl haben, etwas zu verstehen. Bei Tages der Zorns steht man aber im besagten drittletzten Kapitel plötzlich da und denkt sich: ach so, na ja, das konnte man ja auch alles nicht wissen. Was übrigens stimmt, denn zuvor ist nicht der kleinste Anhaltspunkt zu finden, der auf diesen Zusammenhang hätte schließen lassen können.
Das hat dann auch nichts mit Mystery zu tun. Mystery ist nicht nur, den Hörer in Ahnungslosigkeit zu lassen, zu Mystery gehört auch Spannung, Atmosphäre und beides habe ich bei Tage des Zorns vermisst. Sehr schade, denn die Idee hinter der Geschichte ist gut.
Gefallen hat mir wiederum, dass man einen kleinen Einblick in Jades Kindheit erhält und von einem Ereignis erfährt, das sie damals erlebt hat und das sie bis ins Erwachsenenalter verfolgt.
Das lässt den Charakter der abgebrühten Jade Morgrave doch gleich menschlicher erscheinen. Etwas in dieser Richtung würde ich mir auch für Ashton und die übrigen Charaktere wünschen.

Was die Sprecher angeht kann man wie gewohnt absolut nicht meckern. Das Hörspiel ist bis in die Nebenrollen prominent besetzt. Hier hört man neben den Hauptrollen Christine Pappert, Thomas Karallus, Wolfgang Condrus und Andreas Borcherding u.A. noch Reent Reins, Pia Werfel, Lutz Riedel und Klaus Dittmann.
Sie alle liefern einen sehr guten Job ab..

Großes Lob gebührt wie gewohnt der Musik im Hörspiel. Hier bleibt die Serie ihrem rockig-modernen Stil mit Elektro-Einschlag treu, der die Geschichte passig untermalt und ihr einen coolen Anstrich verpasst. Und auch die Effekte können sich hören lassen.
Hinsichtlich der Soundkulisse wurde hier alles richtig gemacht.

Eine Verbindung zwischen Covermotiv und Handlung sehe ich bei dieser Folge überhaupt nicht, nicht mal nachdem ich es gehört habe.
Dennoch finde ich das Cover ausgesprochen gelungen, denn das Motiv bleibt einem im Kopf, es hinterlässt bleibenden Eindruck.
Fazit:   Leider ist Tage des Zorns einfach nicht “griffig”. Da fehlt zu viel von dem Drumherum, das eine Geschichte interessant und spannend macht. Bleibt zu hoffen, dass sich das in den nächsten Folgen wieder ändert, nachdem man jetzt ja weiß, dass es Zusammenhänge zwischen den drei ersten Folgen gibt. Das wäre eine gute Gelegenheit. Außerdem sollte man dringend wieder mehr Wert auf Spannung und (mysteriöse) Atmosphäre legen

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